Archiv Juli 2010
Die Ungleichgewichte im Welthandel sind die realwirtschaftliche Mutter der Finanz- und Wirtschaftkrise. Deutschland hat sich in den letzten Jahren enorme Wettbewerbsvorteile verschafft, wie man an Hand der Entwicklung der Lohnstückkosten deutlich erkennen kann. Die Lohnstückkosten beschreiben den Anteil der Arbeitskosten je Leistungs- bzw. Produkteinheit. In der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung berechnet man die durchschnittlichen nominalen Lohnstückkosten als Quotient aus nominalen Arbeitnehmerentgelten und dem realen Bruttoinlandsprodukt (BIP).
Von einem großen medialen Echo wurde die Veröffentlichung des Stresstests durch das Committee of European Banking Supervisors (CEBS) begleitet, schließlich sollte der Stresstest einen wichtigen Beitrag zur Wiederherstellung des Vertrauens der Märkte in das europäische Bankensystem leisten. Der Test war von Anfang an als Beruhigungspille gedacht und die Pille wird wohl wirken. Ob diese Beruhigung auch gerechtfertigt ist, soll hier ausführlicher wegen der extrem komplexen Materie beleuchtet werden.
Der Internationalen Währungsfonds (IWF) lobte in seinem Statement vom 17.07.2010 Griechenlands Fortschritte bei der Kontrolle der Staatsausgaben, bei der Rentenreform und den Strukturreformen. Immerhin, nach den vorläufigen Daten des griechischen Finanzministeriums sank das Staatshaushaltsdefizit (General Government) im 1. Halbjahr 2010 um beachtliche -46% auf -9,645 Mrd. Euro nach -17,866 Mrd. Euro im Vorjahreshalbjahr. Bei der Reduzierung des Defizits ist Griechenland zwar bisher erfolgreich, nur wird Griechenland durch eine gesenkte Neuverschuldung noch lange nicht in die Lage versetzt seine Staatsschulden dauerhaft zu bedienen oder gar abzutragen:
