Aufwachen! – FTSE ATHEX Banks mit weiteren -5,22%

von am 26. August 2011 in Allgemein

Das griechische Bankensystem war auch heute wieder einen großen Schritt in Richtung Totalkollaps unterwegs. Der FTSE ATHEX Banks, der Bankenindex, der die 9 größten griechischen Banken abbildet, sinkt mit einer ungebrochenen Dynamik, diesmal um -5,22% zum Vortag, auf 522,89 Indexpunkte. Seit Ende Juli 2011 brachen die Bankaktien um -38,51% ein und zum Vorjahr sogar um -67,28%! Die griechische Realwirtschaft liegt am Boden, der Staat ist hoffnungslos überschuldet und das Bankensystem praktisch insolvent und trotzdem wird zum Nachteil Aller die Euro-Schlacht weiter geschlagen. 

Die Entwicklung des FTSE ATHEX Banks seit Januar 2006 im Chart. Heute fiel der griechische Bankenindex auf 522,89 Indexpunkte, beim letzten Hoch am 06.11.2007 notierte der Index bei 7’758,07 Punkte, ein Einbruch von unglaublichen -93,3%!

Die Marktkapitalisierung der 9 größten griechischen Banken im FTSE ATHEX Banks Index, betrug heute nur noch 6,73 Mrd. Euro, beim letzten Hoch am 06.11.2007 lag die Marktkapitalisierung noch bei 99,83 Mrd. Euro!

Der heutige Aktienkurse der  griechischen Pennystocks (9 größten Banken), die Entwicklung prozentual zum Vortag und die Marktkapitalisierung in Euro in der aktuellen Tabelle.

Weil es so schön prägnant ist, die Entwicklung des Aktienkurses bei der TT Hellenic Postbank, die zu 34% in Staatsbesitz ist und einer der Top-Privatisierungskandidaten darstellt:

Die Entwicklung des Aktienkurses der griechischen TT Hellenic Postbank seit Juni 2006 im Dailychart. Heute sank die Aktie im Schlusskurs um weitere -7,08% zum Vortag, nach -6,6% gestern, nach -9,7% am Mittwoch, auf armselige 1,05 Euro. Allein seit Ende Juli 2011 hat die Aktie -57,7% verloren, zum Vorjahr sogar -75,0%. Zum Hoch am 06.02.2007 mit einem Aktienkurs von 21,38 Euro betrug der Verlust unfassbare -95,08%!

Die Entwicklung des Aktienkurses der National Bank of Greece S.A. seit Januar 2000 im Dailychart. Heute sank die Aktie im Schlusskurs um weitere -7,64% zum Vortag, nach -4,75% gestern, auf nur noch 2,78 Euro. Allein seit Ende Juli 2011 hat die Aktie -42,23% verloren, zum Vorjahr sogar -71,69%! Zum Hoch am 15.02.2000 mit einem Aktienkurs von 76 Euro betrug der Einbruch fulminante -96,34%! Selbst die Marktkapitalisierung der größten griechischen Bank ist auf nur noch 2,657 Mrd. Euro abgeschmolzen!

Die Ansteckungsgefahr auf den gesamten europäischen Bankensektor ist förmlich greifbar:

Die Entwicklung des europäischen Bankenindex, Euro Stoxx Banks seit Januar 1990 im Dailychart. Heute sank der Bankenindex Europas um -1,9% zum Vortag, auf 108,27 Indexpunkte. Der Euro Stoxx Banks spiegelt die größten 32 europäischen Banken gemäß Marktkapitalisierung wider und die enthaltenen Banken sind nach der Marktkapitalisierung vom 31.12.1991 gewichtet. Seit Ende Juli 2011 hat der Euro Stoxx Banks -24,46% verloren, zum Vorjahr -40,06% und zum Hoch am  18.05.2007 mit 491,23 Indexpunkten satte -77,95%.

Was sagen uns die Daten zum Euro Stoxx Banks, es besteht nicht nur eine Ansteckungsgefahr, sondern bereits der gesamte europäische Bankensektor befindet sich im Abwärtsstrudel, als Folge eines Meeres an faulen Krediten. Weder der Einsatz von vielen hunderten Milliarden Euro zur Bankenrettung durch die europäischen Staaten noch das Aufsaugen vieler fauler Kredite durch die EZB hat außer Zeit, substantiell etwas gebracht.

2011 und 2012 besteht laut dem Banken-Stresstest 2011 der European Banking Authority (EBA), bei den untersuchten 90 Banken der Eurozone ein ungeheurer Refinanzierungsbedarf von 4,8 Billionen Euro (wholesale and interbank funding), also eine Refinanzierung von Schulden über institutionelle Investoren, wie Geldmarktfonds, Versicherungen und Pensionsfonds sowie über den Interbankenmarkt. Das Abstürzen der Marktkapitalisierung der Banken dürfte sich alles andere als positiv auf das Vertrauen der Banken untereinander bzw. auf das von Investoren auswirken, so das wie im aktuellen Falle Griechenlands im Zweifel die Druckerpresse über die Notkreditlinie Emergency Liquidity Assistance (ELA), der nationalen Zentralbank als letztes Mittel angeworfen werden muss. Dieses Thema, zum Zustand der Banken in der Eurozone, greift auch die FT auf und ein Analyst von Morgan Stanley fordert in dem Artikel eine Art Schutzschalter um Panik bei den Geldmarktfonds zu verhindern. Die Staaten der Eurozone sollen bitteschön auch gemeinsame Garantien für Schuldtitel der Banken stellen.

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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