Bad Bank als getarnte Wunderwaffe

von am 29. Oktober 2011 in Allgemein

Die Bad Bank der verstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) verwaltet von der FMS Wertmanagement, trägt zu einem Abbau der Bruttostaatsverschuldung Deutschlands von -56 Mrd. Euro bei, es geschehen noch “Wunder”. Im Zuge dessen sinkt der Bruttostaatsschuldenstand Deutschlands zu einem wichtigen Zeitpunkt von 84,2% des nominalen BIPs auf 83,2% und dies verschafft etwas Luft. Was im Mainstream als Rechenfehler bzw. Buchungskorrektur in der Bilanz der Bad Bank dargestellt wird, ist vor allem ein Ergebnis bewusster, mangelnder Transparenz und schlechter Kommunikation durch das FMS Wertmanagement und den Verantwortlichen aus dem deutschen Finanzministerium.

Bezeichnender Weise wurde das Finanzministerium nach eigenen Angaben bereits Anfang Oktober informiert und die korrigierten Zahlen wurden bereits an Eurostat in Brüssel gemeldet, was zu einer rückwirkenden Absenkung des Bruttoschuldenstandes Deutschland führt. In der Öffentlichkeit ploppt der Vorgang erst jetzt auf. Selbst die FTD übernimmt die dürftige Darstellung offizieller Stellen ohne weiter zu hinterfragen: “Bei FMS Wertmanagement räumte man im jüngsten Halbjahresbericht ein, dass sich die Verbindlichkeiten reduziert hätten, weil neuerdings Barsicherheiten für Finanzderivate saldiert in den entsprechenden Bilanzposten ausgewiesen würden. Bisher hatte man die Summen der Sicherheiten einfach aufaddiert.”

Die FMS hatte rückwirkend ihre Bilanzsumme für 2010 um -24,5 Mrd. Euro korrigiert und damit auch weniger Verbindlichkeiten ausgewiesen als zuvor. Im Halbjahresbericht für 2011 senkte man die Bilanzsumme, Dank der “Derivate-Saldierung” weiter, so dass die Bilanzsumme zum 30. Juni auf insgesamt 301,8 Mrd. Euro sank, ursprünglich 357,8 Mrd. Euro. Die Verbindlichkeiten der Bad Bank über das FMS Wertmanagement  fließen direkt in den deutschen Bruttostaatsschuldenstand ein.

Die reduzierte Bilanzsumme der Bad Bank zum 30.06.2011 von noch 301,8 Mrd. Euro.

Das Kreditportfolio der Bad Bank in der Tabelle. Die Summe der vergebenen Kredite betrug 179,5 Mrd. Euro, darunter 60,2 Mrd. Euro Kredite an die PIIGS. Irgendwie auch nett, diese Bezeichnung PIIGS, in einer offiziellen Bilanz einer verstaatlichten Bad Bank zu lesen.

Im Finanzkapitalismus des 21. Jahrhunderts geschehen aber keine Wunder bezüglich sinkender Verbindlichkeiten bzw. diese lassen sich durchaus mit Bilanzierung erklären. Eigentlich gibt es als Erklärung nur zwei Möglichkeiten oder eine Mischung aus Beiden, die erste Möglichkeit, die HRE musste bis zur Auslagerung ihrer faulen Assets in die Bad Bank, ihre Bilanz nach International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellen. Nach dem europäischen IFRS-Rechnungslegungsstandard müssen Derivate zu ihrem Marktwert bzw. auch Wiederbeschaffungswert bilanziert werden, also nach dem aktuellen Preis für die eingegangenen Kontrakte bei den Finanzwetten. Die Bad Bank dagegen bilanziert nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) und hat dies aber nicht bereits bei Übertragung der Vermögenswerte getan. Nach HGB werden zwar für Derivate relative umfangreiche Angaben verlangt, aber eben lasche Vorschriften wie Derivate zu bilanzieren sind. Insofern könnte die wundersame Senkung der Derivate auf ein simples Netting der Derivate-Positionen, dem gegenseitigen Verrechnen (Saldieren) entstanden sein bzw. einfach durch die Anwendung der HGB-Rechnungslegung für Derivate. So können laut HGB Zinsswaps, die immer den größten Teil der Derivate ausmachen, komplett unbilanziert bleiben, wenn sie im Bankbuch stehen. Auch im Handelsbuch besteht großer Gestaltungsspielraum bei Derivaten, es können aus Grund- und Sicherungsgeschäft Bewertungseinheiten gebildet werden, dann wird das Grundgeschäft (vergebener Kredit) zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert und das derivative Finanzinstrument als Sicherungsgeschäft wird nicht erfasst. Im schlechtesten und hier wahrscheinlichsten Fall sind die Derivate-Wetten und deren Risiken noch vorhanden und die FMS Wertmanagement ließ sie nur durch einen anderen Bilanzierungsstandard aus der Bilanz und damit aus dem Bruttoschuldenstand des Staates virtuell verschwinden. Für diese These spricht, dass an Aufklärung und Transparenz im wundersamen Abbau der Bilanzsumme und des Bruttoschuldenstandes anscheinend kein Interesse besteht und deshalb die Geschichten von Fehlbuchungen und Buchungspfusch im Raum stehen gelassen werden.

Die zweite Möglichkeit bestünde darin, dass man eine Novation der Derivate (Novationsnetting) vornehmen konnte bzw. Teilnovationen erreichen konnte, dieser Hinweis befindet sich im Geschäftsbericht zum 1. Halbjahr 2011 der HRE auf PDF Seite 20: “Die Back-to- Back- Derivate wurden teilweise durch direkte Geschäftsbeziehungen zwischen der FMS Wertmanagement und externen Kunden ersetzt (Novation von Derivaten). ”

Bei einem potentiellen Novationsnetting entstehen nach dem Verrechnen (Nettosaldo) der Marktwerte der Derivate neue Kontrakte, dies bedeutet aufgrund bilateraler Schuldumwandlungsverträge erloschen bestehenden Derivateverträge durch die Novationsvereinbarung und wurden in ein neues Schuldverhältnis überführt. Dies könnte auf Grund der Potenz, Druck die eine selbstständige, teilrechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts innerhalb der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) auf die Gegenparteien der Finanzwetten ausüben kann, durchaus teilweise möglich sein. Sollten Teil-Novationen der Derivateposition erreicht worden sein, wäre dies ein gewisser Erfolg, denn hinter einer Novation steht ein erheblicher vertraglicher und technischer Aufwand und diese Umwandlung ist aufsichtsrechtlich nach § 8 GroMiKV anerkannt.

Die berechtigte Frage stellt sich, sollten also wirklich substanzielle Teilerfolge durch ein Novationnetting der Derivate erreicht worden sein und nicht nur eine Reduktion der Bilanzsumme durch eine veränderte Bilanzierung der Derivate nach HGB, warum werden sie nicht kommuniziert und warum hakt der Mainstreamjournalismus nicht nach und lässt sich mit Fehlbuchungsmärchen abspeisen.

Wie nun letztlich genau die Absenkung der Bilanzsumme bei der FMS-Wertmanagement zustande kommt, ist ohne Transpararenz ihrerseits kaum im Detail zu klären, aber noch ein weiterer Hinweis, die Übertragung der “Vermögenswerte” der HRE wurden erst zum 01.10.2010 in die FMS Wertmanagement vollzogen. Noch in der Jahresbilanz 2010 wies die HRE ein nominales gesamtes Derivatevolumen von 821,995 Mrd. Euro aus, davon 764,768 Mrd. Euro an nominalen Zins-Derivaten und 9,956 Mrd. Euro an nominalen Kreditderivatevolumen.

In der Pressemitteilung  zur Übertragung der Vermögenswerte vom 03.10.2010 wird explizit darauf hingewiesen: “Zusätzlich wurden Derivate übertragen, die ganz überwiegend der Absicherung der Vermögenswerte gegen Zinsrisiken dienen.” Dies dürfte die wundersame Absenkung der Bilanzsumme sehr wahrscheinlich erklären, denn Zinsderivate im Bankbuch oder auch im Handelsbuch, wenn sie als Absicherung gelten, müssen nach HGB nicht zum Marktwert ausgewiesen werden, sondern gar nicht.

Quelle Daten: Fms-wm.de, Fms-wm.de/PDF Halbjahresbericht der FMS Wertmangement

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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34 KommentareKommentieren

  • blogdriver - 29. Oktober 2011

    “…warum hakt der Mainstreamjournalismus nicht nach und lässt sich mit Fehlbuchungsmärchen abspeisen.”
    Ganz einfach : Weil die Jungs in den MSM und erst recht bei ihren Online-Ablegern entweder keine Ahnung haben oder keine Ahnung haben wollen. Man darf es sich aussuchen.

  • Tourist - 29. Oktober 2011

    Moin, in der Tat verlangt jede Buchung eine Gegenbuchung. Spätestens hier hätte es klingen muessen bei der Betrachtung und Saldierung der Gegenkonten! Da es sich um eine Zusammenfassung von Kreditforderungen handelt, ist dies ein reiner Aktivbuchunsvorgang. Auch hier hätte nun die Differrenz zur Bilanzsumme, ermittelt über die Passiveseite dieser Fehler auffallen muessen. Die is ja dann größer und soweit ich weiss, muss die Bilanzsumme auf Aktiv und Passivseite identisch sein! IMMER!

    Vor einem JAhr soll das passiert sein? Booah, dass die sie nicht in Grund und Boden schämen^^

    Kurz: Nach mindestens 5 falschen Gegenbuchungen + 12 falschen Monatsbilanzen + 4 falschen Qartalsbilanzen und ne satten falschen Jahresschlussbilanz später fällt ERST auf, dass die Bilanzsumme der Aktiv Seite nicht mit der der Pasivseite identisch ist?

    Ha ha…

    Gruss Tourist

  • Lazarus09 - 29. Oktober 2011

    Klingt mir nach “kreativer Buchführung ” …. und wenn ich in der FTD lese

    Ungeachtet dessen “begrüßt die Bundesregierung grundsätzlich jede Reduzierung des Maastricht-Schuldenstandes”, hieß es weiter. Deutschland liegt aber auch mit der geringeren Quote weiter erheblich über dem Maastricht-Grenzwert von 60 Prozent.

    frage ich mich wem nutzt das …? wem nutzt die “Gute Nachricht zum rechten Moment ” .??

    ..da müssten doch für die früheren enteigneten Miteigentümern der HRE, Entschädigungen nachgezahlt werden… in der Höhe der Summe die ja nun doch nicht abgewickelt war ..oder ?

    Wer überprüft eigentlich die überraschende Bilanzkorrektur …? Wie erklärt sich die geschönte Bilanz oder braucht es keine schlüssigen Erklärungen mehr ….

    ;-) wir werden es bestimmt bald wissen ….
    666

  • snozin - 29. Oktober 2011

    Beinahe hätte ich gefragt, was Novation oder Novationsnetting bedeuten. Dann fiel mir rechtzeitig ein, dass ich auch eine Erklärung dieser Begriffe nicht verstehen würde.

    Dies soll keinesfalls eine negative Bewertung des obigen Artikels anzeigen. Es ist nur so, dass mich allein die Dinge in Schrecken versetzen, die ich VERSTEHE, wo hingegen alles Unfassbare nach meiner Empfingung längst als Normalität einzustufen ist.

    Wahrscheinlich ist diese verquere Sicht der Grund, dass ich bei “Querschüsse” gern und fast täglich lese. Im übrigen bin ich der Meinung, dass der Euretto bald eine noch sehr viel größere Ladung Raketentreibstoff braucht.

  • anon - 29. Oktober 2011

    Die Buchungssysteme der öffentlich-rechtlichen Institute sind Schrott, das diese nicht mit Derivaten umgehen können ist auch nicht neu. Die offizielle Erklärung passt eigentlich nach Ockhams Rasiermesser ganz gut.
    Wenn man die kameralistische Buchführung in den öffentlichen Haushalten endlich mal abschaffen würde, findet man bestimmt auch ein paar Milliarden.

  • bauagent - 29. Oktober 2011

    @Tourist

    Ich lese das nicht so, als hätte man die primitivsten Grundsätze der Buchführung, nämlich einer Buchung auf der Aktivseite die Gegebuchung auf der Passivseite nicht folgen lassen, nicht beachtet.

    Es geht doch offenbar eher darum, dass man die Spielräume, die die unterschiedliche weltweit angewandte Methodik genutzt hat, in dem Teile der Bestände aus dem IFRS Standard zum seinerzeitigen Marktwert in den HGB Standard übernommen hat. Hierdurch könnte sich in der Art ein Buchgewinn ergeben haben, weil die Papiere nach HGB ” flexiblere Bewertungsansätze ”
    erlauben.

    Eine Buchung ohne entsprechendes Pendant auf der Gegenseite ist heutzutage nur dann möglich,
    wenn irgenwer in krimineller Absicht Zahlen manipuliert.
    In dieser stümperhaften Form halte ich das für undenkbar. Hier gehts um Bewertungsspielräume und deren politisch ambitionierte Bekanntmachung.

    Platt ausgedrückt, hat es Herrn Schäuble gerade in den Kram gepasst.

    Der Artikel von Querschuesse ist übrigens gigantisch gut!

    • philipp johannes - 30. Oktober 2011

      die bad bank hat nach hgb bewertet und verbucht, nicht nach IFRS.
      aktiva und passiva haben zusammengepaßt, so doof ist ja nun niemand.
      aber, derivative nach hgb zu bewerten rückt es für mich schon in die nähe zumindest von absicht.
      die bad bank ist ja noch einige zeit aktiv, warten wir mal ab wie die schlußabrechnung aussieht.

      den namen wertmanagement finde ich auch äußerst gelungen.
      welcher beraterladen den sich ausgedacht hat…

  • Tourist - 29. Oktober 2011

    “Eine Buchung ohne entsprechendes Pendant auf der Gegenseite ist heutzutage nur dann möglich,
    wenn irgenwer in krimineller Absicht Zahlen manipuliert.”

    Ja eben! Wollte ich sagen!

    Die Bucchungsgewinne halte ich insofern für ein Märchen da, die Bad Bankl die ganze Zeit nach HGB bilanziert! Und es kein Wechsel gegeben hat zwischen IfRS und HGB! oder habe ich was verpasst! UNd Neubewertungen sind nach HGB nicht zulässig!!!!

  • Bubblegum - 29. Oktober 2011

    @Bauagent

    “Es geht doch offenbar eher darum, dass man die Spielräume, die die unterschiedliche weltweit angewandte Methodik genutzt hat, in dem Teile der Bestände aus dem IFRS Standard zum seinerzeitigen Marktwert in den HGB Standard übernommen hat. Hierdurch könnte sich in der Art ein Buchgewinn ergeben haben, weil die Papiere nach HGB ” flexiblere Bewertungsansätze erlauben.”

    Diese Argumentation leuchtet mir nicht ein!
    Ich denke, wir sind uns einig, dass eine Buchführung nach den strengeren HGB-Regeln
    aus der mittelalterlichen Kameralistik abgeleitet eher am Schutz der Gläubiger orientiert ist als der IFRS Standard. Stichworte: strenges Niederstwertprinzip, beizulegender Stichtagswert etc.
    Wenn dem so ist, müßten meiner Meinung nach, die Verluste eher größer geworden sein!
    Wenn ich einen Denkfehler mache, dann bitte Rückmeldung.
    Kann es nicht eher sein, dass die HRE zwecks Absicherung ihrer Anleihebestände der PIIGS-
    Staaten in riesigem Umfang CDS-Papiere gekauft hat, bzw. Calls darauf hält?
    Das wäre doch die interessante Frage und weiter: wer hält die Gegenposition?

    Viele Grüße
    Bubblegum

  • Andreas Moser - 29. Oktober 2011

    Ich verstehe jetzt noch weniger als vorher.

  • Karl Napp - 29. Oktober 2011

    Warum sollte durch ein Novationnetting die Verbindlichkeiten abnehmen? Das kann doch nur sein, wenn die Vertragspartei, die die Gegenposition hält, Zugeständnisse macht. Warum sollte sie das tun?

  • jmg - 29. Oktober 2011

    Neue Einblicke von der FAZ:
    LINK: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/hypo-real-estate-der-55-5-milliarden-euro-fehler-11510541.html
    Es war laut FAZ ein einfacher Saldierungsfehler:
    “das Normale wäre gewesen, die Bad Bank hätte Verbindlichkeiten und Forderungen gegenüber demselben Geschäftspartner schlicht gegeneinander aufgerechnet.
    Wenn Lieschen Müller Tante Emma 100 Euro schuldet und gleichzeitig 80 Euro von ihr zu bekommen hat, dann schuldet sie ihrer Tante netto nur 20 Euro.
    Die Buchhalter der Bad Bank ließen die Zahlen aber leider unsaldiert.”
    Weiter:
    “Aus der Bad Bank wandern die unsaldierten Bruttoverbindlichkeiten in die Schuldenbilanz des Bundes. Die Forderungen aber, die die Bad Bank gegenüber ihren Geschäftspartnern hat und die durch den Rechenfehler ebenfalls zu hoch angegeben waren, berücksichtigt der Bund nicht im gleichen Maße. In der Folge wurden die Schulden des Bundes als viel zu hoch angegeben.”
    Jetzt kommt’s:
    “Denn sie[die Bad Bank bzw. das deutsche Finanzministerium, sprich der deutsche Steuerzahler] lässt sich fast die komplette Buchführung von der alten Muttergesellschaft HRE erledigen.”
    Frage: Muss der deutsche Steuerzahler für die Buchführung der HRE bezahlen? Wieviel? Wir hätten das Geld gerne zurück.
    “Gut möglich, dass also die HRE den Fehler zu verantworten hat. Dann stellt sich allerdings die Frage, wieso er von der Bad Bank und ihren Wirtschaftsprüfern von Pricewaterhouse Coopers (PWC) so lange nicht entdeckt wurde.”
    Die Wirtschaftsprüfer von PWC sollten auf Schadenersatz verklagt werden. Für die zusätzliche Staatsschuld mussten Zinsen gezahlt werden. Da kommt ein nettes Sümmchen zusammen. 3 Prozent von 55 Milliarden
    sind 1,65 Milliarden Euro. Die hätten wir Steuerzahler gerne zurück.
    Höhepunkt des Artikels:
    “Interessanterweise gibt die HRE an, für sich selbst diesen Rechenfehler nicht zu machen.
    Die Wirtschaftsprüfer von PWC hüllten sich am Samstag in Schweigen.”
    Ich vermute die PWC Leute haben dieses Wochende keine Zeit für Interviews. Sie müssen erst mal rechnen, wie sie die Schadenersatzforderungen begleichen wollen.
    Oder ist das ganze erst jetzt bekannt geworden, weil die Frist für eine Schadenersatzforderung gerade letzte Woche abgelaufen ist?

  • Bubblegum - 30. Oktober 2011

    @Steffen

    “Die Bad Bank dagegen bilanziert aber nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) und danach werden zwar für Derivate relative umfangreiche Angaben verlangt, aber eben keine Vorschriften wie Derivate zu bilanzieren sind.”

    Wenn das stimmt, was Querschüsse schreibt, dann gilt aber das Saldierungsverbot in Verbindung mit dem Bruttoprinzip

    Aus Wikipedia

    “Das Saldierungsverbot aus § 246 Abs. 2 HGB ist eine Vorschrift für die bilanzielle Rechnungslegung. Posten der Aktivseite einer Bilanz dürfen nicht mit Posten der Passivseite verrechnet werden. In der Gewinn- und Verlustrechnung dürfen Aufwendungen nicht mit Erträgen und Grundstücksrechte nicht mit Grundstückslasten verrechnet werden.

    Das Saldierungsverbot soll verhindern, dass Kaufleute einfach Forderungen gegen Verbindlichkeiten hochrechnen und damit die Transparenz ihres Jahresabschlusses verringern. Da die Bilanz ohnehin in Summe rechnerisch ausgeglichen sein muss (die Summe der Aktiva entspricht der Summe der Passiva), würde sich sonst im Extremfall jede Bilanzposition aufheben lassen.

    Es gilt das Bruttoprinzip.”

    Wenn aber das Bruttoprinzip zu gelten hat, dann ist meiner Auffassung nach das, was die FAZ
    schreibt absoluter Blödsinn:

    “Aus der Bad Bank wandern die unsaldierten Bruttoverbindlichkeiten in die Schuldenbilanz des Bundes. Die Forderungen aber, die die Bad Bank gegenüber ihren Geschäftspartnern hat und die durch den Rechenfehler ebenfalls zu hoch angegeben waren, berücksichtigt der Bund nicht im gleichen Maße. In der Folge wurden die Schulden des Bundes als viel zu hoch angegeben.”

    Denn auch im Falle einer Insolvenz gilt immer das Waageprinzip in einer Bilanz, sprich die Summe der Aktivseite ist immer gleich der Summe der Passivseite! Das heißt ein solcher
    Fehler wäre sofort aufgefallen!

    Ich erinnere mich noch an meine Ausbildungszeit, da mußten wir tagelang einen Pfennig suchen, weil beide Seiten eben nicht gleich groß waren!

    Tempi passati! Heute suchen die sog. Experten statt Pfennigen Milliarden!

    Viele Grüße

    Bubblegum

  • Querschuss - 30. Oktober 2011

    Hallo Bubblegum,
    es geht ausschließlich um Derivate und das HGB ist in Bezug auf derivative Finanzinstrumente einfach wesentlich lascher als das IFRS.

    “Derivative Finanzgeschäfte (Swap-Kontrakte, Termingeschäfte, Optionen) sind als schwebende Geschäfte in der Bilanz – mit Ausnahme der Handelsgeschäfte – nicht ausweispflichtig.” …..Zinsswaps die immer den größten Teil der Derivate ausmachen, stecken fast ausnahmlos im Bankbuch und bleiben komplett unbewertet.

    Siehe Finanzbericht IKB Seite 96
    http://www.ikb.de/content/de/ir/finanzberichte/gb_2010_2011/IKB_AG.pdf

    Für Derivate im Handelsbuch fällt nach HGB ebenfalls kein Bewertungsergebnis an, wenn sie als derivative Absicherungsgeschäfte in Bewertungseinheiten betrachtet werden. Das Grund- und Sicherungsgeschäft kann nach deutschen Rechnungslegungsgrundsätzen in einer Bewertungseinheit zusammengefasst werden. In der Bilanz wird das Grundgeschäft zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Das derivative Sicherungsgeschäft wird grundsätzlich nicht in der Bilanz erfasst. Bei Macro Hedges können sogar ganze Kredittranchen zu einem Grundgeschäft mit globaleren derivativen Absicherungsstrategien zu Bewertungseinheiten zusammengeführt werden und die angewendeten Derivate werden nicht in der Bilanzsumme ausgewiesen. Unterschiedliche Grundgeschäfte können durch Portfolio Hedge abgesichert und in Bewertungseinheiten zusammengeführt werden. Dort sichern alle Derivate oder ein Derivat die Gesamtheit oder eine bestimmte Gruppe des Schuldenbestandes ab und müssen dann ebenfalls nicht bilanziert werden.
    standes ab. Kreditderivate (CDS) können ebenfalls in Berwertungseinheiten geführt werden und brauchen dann ebenfalls nicht direkt bilanziert werden.

    Siehe u.a. Finanzbericht der IKB zu Bewertungseinheiten Seite 97

    Ich bin mir ganz sicher das die wundersamen -56 Mrd. Euro nicht Buchungsfehler oder sonstiger Unsinn sind, sondern auf die unterschiedliche Rechnungslegung bei Übergang der Derivate von der HRE per IFRS in die Bad Bank und nun nach HGB zu begründen sind.

    Es ist mir nur ein Rätsel, warum der gesamte Mainstream bei dem Thema im Dunklen tappt inkl. die FAZ, wie man dem verlinkten Artikel von jmg entnehmen kann.

    Das gleiche Problem mit den Derivaten und ihre Bilanzierung besteht auch bei US-GAAP und IFRS, wenn in den Details auch anders als zum HGB. Deshalb kann man die Bilanzsumme und das Leverage Ratio der Deutschen Bank auch nicht mit einer US-Bank vergleichen, die ihre Derivaten per Netting im US-GAAP schrumpfen lassen, während europäische Banken nach IFRS die Marktwerte der Finanzwetten ausweisen müssen. Und genau die muss man eben auch bei HGB nicht.

    Gruß Steffen

  • Hansjörg Leichsenring - 30. Oktober 2011

    Bei dem Thema sieht man mal wieder wohin uns eine Verstaatlichung von Banken hierzulande führt bzw. führen würde. Politiker können eben nicht mit dem ihnen anvertrauten Geld umgehen

    Sonntägliche Grüße

    Hansjörg Leichsenring
    http://www.der-bank-blog.de/

    • Querschuss - 30. Oktober 2011

      Hallo Hansjörg Leichsenring,
      diese Schlußfolgerung aus dem dargestellten Vorgang ergibt sich nicht. Jedes andere private Kreditinstitut das nach HGB bilanziert, muss seine Derivate auch nicht zum Marktwert ausweisen, alle Zinsderivate schon mal grundsätzlich nicht.

      Gruß Steffen

  • Tommy Rasmussen - 30. Oktober 2011

    29. Oktober 2011 – Der kapitale Milliardenfehler ( 55,5 Milliarden Euro ) in den Bilanzen der Bad Bank, die komplett dem Staat gehört, war durch fehlerhafte Doppelbuchungen durch Verwechslung von Addition und Substraktion (???) entstanden. Da die Finanzierung der Bad Bank aber über einen Sonderhaushalt geführt wird, hat dies keinen Einfluss auf den Bundeshaushalt. Der Sonderhaushalt finanziert sich selbst und beschafft sich notfalls Kredite.
    http://www.arcor.de/content/aktuell/news_wirtschaft/86508224,1,artikel,Dank+Milliardenfehlers+sinkt+deutsche+Schuldenlast.html
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,794818,00.html
    http://www.morgenpost.de/printarchiv/wirtschaft/article1810210/55-Milliarden-Fehler-senkt-deutsche-Schuldenlast-enorm.html
    http://www.stern.de/politik/deutschland/rechenfehler-bei-hre-milliarden-spd-fordert-aufklaerung-von-schaeuble-1744963.html
    http://www.sueddeutsche.de/politik/finanzminister-schaeuble-in-bedraengnis-milliarden-fehlbuchung-empoert-die-spd-1.1176520

    Der Sonderhaushalt finanziert sich selbst und beschafft sich notfalls Kredite ??? :

    Damit die kartelleigenen Syndikate, Konzerne und Nationalstaaten, nicht pleite gehen, hat die Hochfinanz eine (Luft-) Sonderwährung erfunden: SDR (Special Drawing Rights) werden vom IWF ausgestellt. Die Staaten erhalten es GRATIS zum Weiterleiten an die Troubled Asset Relief Programme (TARP). D.h. jeder der Zugang zu einem Zentralbankkonto hat, kann es dort in Kauf- Geld -Guthaben umwandeln lassen. Bei der Zentralbank unterhalten beispielsweise Banken und Staaten eigene Konten, aber keine Hamster.

    Geld dient der Hochfinanz nur der Machtausübung, und wird über Wohlstandsextrahierung aus den Massen wieder eingesammelt. Dazu dienen das Spielkasino der Börsen und das Steuersystem des Gesetzgebers.

    Es ist nie genug Geld da, um ausstehende Schulden zu begleichen, weil alles Geld in Form von Krediten durch die Geschäftsbanken geschöpft wird, und diese nur die Kreditsumme schöpfen, aber nie die bis zur Rückzahlung des Kredits fälligen Zinsen.

    Der Staat kommt deshalb – wie alle – immer mit mehr Geld aus, aber nie mit weniger. Jeder Schuldner benötigt immer mehr Geld, das er jemand anderem abjagen muss, um die nicht mitkreierten Zinsen aufzubringen. Zinsen erfordern deshalb immer neue und weitere Kredite.

    Ein höher verschuldeter Staat dient aber auch der ‘Hochfinanz’ nicht !!! Sie wird daher ihr Syndikat (GRATIS) mit ‘SDR’ (Special Drawing Rights) entschulden. SDRs ist ‘High Powered Money’ ohne Kaufkraft, welches somit nicht den Hamstern oder den Hamsterlaufrädern zugute kommt, sondern nur den Banken zum Bilanzausgleich dient. Somit entsteht weder ein Inflationsschub noch eine höhere Steuerbelastung. Früher waren solche Ausbuchungen der gigantischen Verschuldung nur über Kriege möglich, doch spätestens seit dem WWI – seit die Staaten demokratisiert wurden – gehören diese dem Kapital und damit der ‘Hochfinanz’. Damit sie sich selbst entschulden konnten schufen sie in Bretton Woods damals das ‘SDR-Ventil’.

    Die Welt schaut machtlos zu, wie das von der ‘Hochfinanz’ eingesetzte Wahlmännergremium (unsere sogenannten Politiker) aus Eigennutzen und Machterhalt der ‘Hochfinanz’ dienen und die BIS ungehindert operieren lassen.

    Alle Zentralbanken unterstehen strikt den Anweisungen der BIS (in Basel – Bank for International Settelment = BANK FÜR INTERNATIONALEN ZAHLUNGSAUSGLEICH (BIZ) ), welche den jeweiligen Nationalen Wohlstand über ein komplexes Regelwerk manipulieren. Die BIS kennt im wesentlichen zur Steuerung nur den Wechselkurs, die Höhe der Eigenkapitalvorschrift für die Banken sowie deren Zinssatz für die Sicherheitshinterlegungen bei der Geldkreierung, nebst der jeweiligen Risikoeinstufung der unterschiedlichen Kredittypen.

    Aller Wohlstand unter dem Volk wird über die Banken extrahiert. Aller Wohlstand der Nationen durch die Investmentbanken. Gesteuert wird alles durch die BIS und der ihr unterstellten Zentralbanken.

    BIS funktioniert als Clearinghouse, welches die Richtlinien für die Geldkreierung in jedem Land bestimmt und sämtliche Transaktionen steuert. Die einzelnen Zentralbanken der Nationen haben immer nationale Bezeichnungen wie z.b. Bundesbank, Nationalbank mit Länderzusatz – und diese unterstehen immer kostenmäßig dem jeweiligen Land, aber verwaltungsmäßig unterstehen sie strikt den Vorschriften der BIS.

    Nach aussen sind sie immer in nationalem Besitz, doch die ‘Hochfinanz’ besitzt bei allen die Sperrminorität oder ist im jeweiligen nationalen Gesetz abgesichert.

    So ist es nicht verwunderlich, dass die BIS für alle Banken- und Währungscrashs seit ihrer Gründung verantwortlich ist.

    Sie bestimmen über alle finanziellen Vorschriften und damit über unseren wirtschaftlichen Wohlstand.

    Wer nicht mitspielt wird bestraft und aus der WTO, IMF und damit aus dem Weltwährungsverbund ausgeschlossen und boykotiert, bzw wirtschaftlich ruiniert, wie sie das mit Deutschland in der Hyperinflation 1923 bzw der Weltwirtschaftskrise 1929 bis 1932 vorexerzierten.

    BIS ist eine Organisation in privatem Besitz und braucht keiner Macht der Welt Rede und Antwort zu stehen, sondern handelt absolut autonom und selbstgenügsam im geheimen – alles im Auftrag der ‘Hochfinanz’ . Gleichzeitig schützt sie alle Nationen die von ihr beherrscht werden und die sich gefügig zeigen – und das sind heute alle sogenannten ,demokratisierten’ Länder. Das beinhaltet heute auch die Länder, welche die ‘Hochfinanz’ im Laufe von 2 Weltkriegen sowie weiteren 283 Kriegen seit 1945 für ihr Imperium erobert und ,demokratisiert’ haben – sowie allen ehemaligen Kolonien, welche nur ihre Unabhängigkeit bekamen, weil sie den ,imperialen Kolonialismus’ gegen den ,Dollarkolonialismus’ getauscht haben – und sich verpflichteten ihre Rohstoffe nur in Dollar zu verkaufen und dem Diktat von ,Bretton Woods’ beizutreten, womit sie nach wie vor in der totalen wirtschaftlichen Abhängigkeit zu der ‘Global Governance und ihren Investmentbankern’ waren und sind – dem modernen ,Dollar-Imperialismus’.

    BIS hat bis 10.3.2004 in Goldfranken verrechnet (5gr/Franken) und ist danach auf die SDR (Special Drawing Rights) umgestiegen.

    Das ist die nächste Währung in der die ‘Hochfinanz’ ihre Ansprüche seither transferiert. Der SDR basiert auf einem Währungskorb indem der Euro, Japanische Yen, Pound Sterling, Australische und der U.S. Dollar sowie der Schweizer Franken gewichtet werden.

    D.h. alle handelbaren Währungen, nicht jedoch die tauschbaren. Durch die Abnablung vom Goldfranken sind die Restriktionen der Goldabsicherung weggefallen, und somit ist der SDR ebenfalls eine Fiat-Währung die beliebig ohne Absicherung kreiert werden kann aber eben keine Kaufkraft hat. Sie kann nur vom IMF ausgestellt werden und dient zum Ausgleichen der Bilanzen.

    Die Goldbestände der Welt waren fast immer unter der Kontrolle der ‘Hochfinanz’ und nur die welche Ressourcen besitzen bleiben verlustfrei in einem Crash. Das macht Gold attraktiv – aber nur solange es privat als Münzvorrat (oder Barren) lagert.

    Um den fehlenden Zins verknappt sich der Wirtschaftskreislauf, der die Differenz via Banken finanzieren muss. Es geht uns schlecht, weil der Staat der Wirtschaft Geld entzieht um seinen Schuldendienst zu bedienen.

    Der nie kreierte Zins ist nicht rückzahlbar und kann nur anderen von deren Kreditgeld abgejagt werden. Schaft der kleine Mann das nicht und ist selbst nicht kreditwürdig, kann er nur pleite gehen. Ein Land verarmt seine Bürger die pleite gehen, der Staat selbst geht nicht pleite sondern verschuldet sich nur immer weiter. Der Staat kann sich endlos verschulden weil er ein Gebilde des Kapitals ist und diesem gehört.

    Das Kapital, repräsentiert durch IMF und BIS lassen keine Währung ohne Grund und Vorteil pleite gehen. Sie können SDR ausstellen und damit jede Bilanz ausgleichen. SDR haben keine Kaufkraft und inflationieren nicht. Sie finden nur im HPM Bereich Verwendung. d.h. allen Kunden die bei der Zentralbank ein Konto haben. Dazu gehören vor allem die Banken und auch Regierungen.

    Damit sind die Staatspleiten aber auch ausgeschlossen. ( …solange der Statt seine Bürger von den Barrikaden halten kann.)

    Unter Geldmarkt versteht man nicht die Kreierung oder Weiterreichung des Kaufkraftgeldes fürs Hamsterlaufrad, sondern ausschließlich das bündeln und anbieten von Schuldscheinen unter der Bezeichnung als ‘High Powered Money’, das keinerlei Kaufkraftwert hat, aber mit dem sich die Geschäftsbanken dann Zentralbankgeldguthaben besorgen können. Diese Form der ‘fraktionalen Geldkreierung’ ermöglicht Grossbanken wie der UBS öffentlich zu behaupten mit weniger als 3% Kapital als eine der am ‘seriösesten finanzierten Banken’ dazustehen.

    http://blog.zeitenwende.ch/wissenschaft/grossbanken-auf-duennem-eis/
    http://lupocattivoblog.wordpress.com/2010/03/25/die-privatisierung-des-weltgeldsystems/

  • bauagent - 30. Oktober 2011

    @ HansJörg Leichsenring

    Wenn das der Beweis ist dass die Staaten nicht mit Geld umgehen können wie Sie konstatieren, dann sind Sie allerdings den Beweis schuldig geblieben, dass es Banken besser können.

    Ich denke, unter den derzeitigen Kasino-Bedingungen sicher nicht, vor allem dann, wenn gesichert ist, dass bei einer Schieflage der Staat ( Steuerzahler ) den Kopf hinhält.
    Im übrigen ist es gut, dass endlich die Diskussion auch einen moralischen Aspekt bekommt, weil es kaum sein kann, dass ein VWL Absolvent an der Wallstreet im ersten Jahr mit 500.000,– $
    ( und mehr ) nach Hause geht.

    @Tourist Zitat:

    “Die Buchungsgewinne halte ich insofern für ein Märchen da, die Bad Bankl die ganze Zeit nach HGB bilanziert! Und es kein Wechsel gegeben hat zwischen IfRS und HGB! oder habe ich was verpasst! UNd Neubewertungen sind nach HGB nicht zulässig!!!!”

    Möglicherweise liegt hier der Denkfehler. Wie Steffen in seinem Folgekommentar beschrieb, könnte aus der IFRS Bilanzierung der Wert in die HGB Bilanzierung übernommen worden sein.
    Insofern im Prinzip ein Bewertungsfehler.

    • Querschuss - 30. Oktober 2011

      Hallo Bauagent,
      genau so denke ich mir dies, irgendwo stand, dass die HRE auch die Bilanz der FMS Wertmangement erstellt, so wurde beim Übergang einfach nach IFRS weiter bilanziert (betriebsblind), also die Derivate nach Marktwert und dann fiel es irgendwann jemand auf und nun wurde nach HGB bilanziert, was zur wundersamen Schrumpfung der Bilanzsumme, durch nicht mehr nach Marktwert zu bilanzierende Derivate führte. Novationnetting könnte noch eine untergeordnete Rolle spielen.

      Aber wie bereits geschrieben, ohne Transparenz seitens der FMS, wird es letzlich keine Gewißheit geben, auch wenn ich meine Einschätzung für sehr wahrscheinlich halte.

      Gruß Steffen

  • Bubblegum - 30. Oktober 2011

    @ Leichsenring,

    Sehr geehrter Herr Leichsenring, wer nach 4 Jahren Banken und vor allem Bankerdesaster noch immer solch marktradikalen Unsinn von sich gibt wie:

    “Bei dem Thema sieht man mal wieder wohin uns eine Verstaatlichung von Banken hierzulande führt bzw. führen würde. Politiker können eben nicht mit dem ihnen anvertrauten Geld umgehen” , dem ist Intellektuell nicht zu helfen!

    Zur Hebung dieses Niveaus hier ein Zitat aus dem von Rasmussen erwähnten Blog Zeitenwende, dort sagt der SNB-Vize in einem Interview:

    “Die Grossbanken mussten in dieser Krise zu ungünstigen Konditionen Kapital aufnehmen. Gleichzeitig ist ihre langfristige risikoadjustierte Eigenmittelrendite im internationalen Vergleich eher tief. Beides ist aber nicht die Folge einer Regulierung, die zu streng war. Sondern das Resultat von Fehleinschätzungen und einer riskanten Strategie des Managements: Die Grossbanken sind Risiken eingegangen, die letztlich so gross waren, dass es zu einem gravierenden Unfall kam. Wenn wir in die Zukunft schauen, muss man Massnahmen wie stärkere Puffer vorsichtig, gestaffelt über einen längeren Zeitraum, einführen. Ich bin zudem überzeugt, dass die Kapitalkosten und die Eigenmittelrenditen sich für die Grossbanken nicht massiv verschlechtern, wenn die Sache risikobereinigt betrachtet wird.”

    Aber vielleicht gilt für sie auch nur diese Liedzeile: “Glücklich ist, wer vergißt…”

    Einen schönen Sonntag und viele Grüße

    Bubblegum

  • Tourist - 30. Oktober 2011

    “Bei dem Thema sieht man mal wieder wohin uns eine Verstaatlichung von Banken hierzulande führt bzw. führen würde. Politiker können eben nicht mit dem ihnen anvertrauten Geld umgehen”

    War klar! Solche Anschauungen sterben einfach nciht aus!

    Genauso könnte ich behaupten, Banker können nicht mit den anvertrauten Staatsgeldern umgehen! Banker können überhaupt nicht mit Geld umgehen, sonst würden wir Bad Banks und Soffins und Rettungspakte in diesen wahnwitzigen Höhen noch und noch nicht benötigen!
    Ohne Politker (wen auch immer du namltich ansprichst) wären die griechischen Verhältnisse hier schon längst vor der Tür!

    Mir wäre lieber, wenn man mal die Kritik am System ansetzt und nicht an Personen festmacht, aber so läufts seit eh und je! Lieber Personen ankratzen und denunzieren, bevor man einen Schirtt zurücktritt und die Zusammenhänge im Ganzen mal besser erkennen kann!
    Aber DIE Poltiker! Plural Gelle!

  • Tourist - 30. Oktober 2011

    “Möglicherweise liegt hier der Denkfehler. Wie Steffen in seinem Folgekommentar beschrieb, könnte aus der IFRS Bilanzierung der Wert in die HGB Bilanzierung übernommen worden sein.
    Insofern im Prinzip ein Bewertungsfehler.”

    Ja klingt plausibel! Nun , soweit ich Buchhalter kenne^^, arbeiten die arbeitslteilig!

    Das muss ja dann folgendermaßen abgelaufen sein:

    Herr Schäuble: “Jungs jetzt buhct mal mit HGB”
    Buchhalter für Anlagekonten: “Jo machen wa!”
    Buchalter für Kapitalkonten: “Jo machen wa!”
    Oberbuchhalter: “Jo passt”

    UNd jetzt müssen ja zwei Buchhalter zur selben Zeit den gleichen Berechnugnsfehler vorgenommen haben!

    Und da ich daovn ausgehe, dass auch unser Ministerium Geld für Softwarebilanz- Programme ausgibt, müsste ebenso dieses programm zufälligerweise diesen Fehler begangen haben!
    Also. Mindestens zwei Buchhalter haben zusammen simultan mit einem Softwareprogramm ein Fehler begangen und drittens, fällt bei der Umstellung im Vergleich zur Bewegungsblanz NIEMENDAM auf, dass das die gleichen Werte sind in der alten und neune Bilanz????

    …..tss ich weiss nett.. also sagen mal denkbar, aaaaber sseeeeeehr unwahrscheinlich!

  • Bubblegum - 30. Oktober 2011

    @ Leichsenring

    Hier der Teil 2 zur Hebung Ihres Wissenstandes!

    Derivatezauber – 75 Billionen allein bei einem US-Bankkonzern?

    “Bank of America’s holding company – the parent of both the retail bank and the Merrill Lynch securities unit – held almost $75 trillion of derivatives at the end of June, …”

    Quelle: BofA Said to Split Regulators Over Moving Merrill Derivatives to Bank Unit von Bob Ivry, Hugh Son und Christine Harper auf Bloomberg.com am 18.10.2011.

    sonntägliche Grüße

    Bubblegum

  • bauagent - 30. Oktober 2011

    @Tourist Zitat:
    Ja klingt plausibel! Nun , soweit ich Buchhalter kenne^^, arbeiten die arbeitslteilig!

    Das muss ja dann folgendermaßen abgelaufen sein:

    Herr Schäuble: “Jungs jetzt bucht mal mit HGB”
    Buchhalter für Anlagekonten: “Jo machen wa!”
    Buchalter für Kapitalkonten: “Jo machen wa!”
    Oberbuchhalter: “Jo passt”

    Ich kann mir nicht verkneifen, das zu kommentieren.

    Es ist in Zeiten ausgefeilter Software natürlich hahnebüchener Unsinn anzunehmen, dass Banken und Industrieunternehmen Ihre Buchhaltung in der von Dir beschriebenen Form betreiben. Kommt eine Eingangsrechnung in die Kreditorenabteilung des Rechnungswesens, geht diese per Buchungssatz virtuell seinen Weg.

    Der Witz bei dieser Geschichte ist die Tatsache, dass bei den späteren Bilanzarbeiten ( offenbar durch die HRE ) und die spätere Prüfung durch Pricewaterhouse kein Mensch den Fehler entdeckte. So schnell verschwinden in der virtuellen Welt Milliarden und keiner merkts.

    Hier geht es auch nicht darum, dass eine bestimmte Ware oder Wert ” falsch ” also betrügerisch verbucht wurde.

    Beispiel: Kosten die abgerechnet wurden landen nicht in der entsprechenden Kontenklasse, sondern werden absichtlich mit einem Trick in die Rechnungsabgrenzungsposten verschoben, um im Berichtszeitraum nicht ertragswirksam zu werden. Das ist echter Betrug.

    Im vorliegenden Fall ist lediglich der Wertansatz übernommen worden, wobei vorher feststand, dass nach HGB bilanziert werden soll. Dumm gelaufen eben.

    Zum Nachdenken sollte Steffens Hinweis auf den Zeitpunkt anregen, weil Niemand weiß, ob dieser Fehler nicht schon viel länger den in Rede stehenden Herren bekannt ist und hier zum richtigen Zeitpunkt vortäuschen soll, dass Deutschland ja nicht nur Ausgaben, sondern auch Einnahmen generiert. Also alles gar nicht so schlimm ist.
    Vielleicht hören wir von der Prüfungsgesellschaft, der der Arsch auf Grundeis gehen dürfte, bald mehr.

  • Tourist - 30. Oktober 2011

    @ bauagent

    häh? ich habe eigenltich keinen Einwand! Aber schön das sie mir widersprechen^^! Ist Ihnen Gonzo eigenltich einen Begriff! Ein Mittel, um Situationen übertieben auf die Spitze zu darzubieten, um ein Punkt klar hervorzuheben?

    “Kommt eine Eingangsrechnung in die Kreditorenabteilung des Rechnungswesens, geht diese per Buchungssatz virtuell seinen Weg. ”

    jaja, schon klar! ^^

    Wird jetzt kluggeiert mit richtig gegen richtig^^??? Was ist ihr Punkt?

  • Tourist - 30. Oktober 2011

    Viel spannender ist meines Erachtens auch die Frage, wieso man sich übrhaupt für die HGB Buchungsvorschriten etnschieden hat, OBWOHl seit über 10 JAhren alle Welt, sich auf internationale Rechnungslegung einschießt!
    Tausende Lehrbücher gibts , wie man die Umstellung hinkreigt, von HGB zu IFRS, aber hat irgendeiner mal ein Lehrbuch gesehn von der Umstellung IFRS zu HGB?

    Ich nicht!

    Und wie gesagt: Ich bin NICHT davon überzeugt, als wäre es ein einfacher Übertragungsfehler, der dann im KOSMOS der virtuellen Welt verschwindet, wie sie die Funktionsweisen von Banken umschreiben!

    “Im vorliegenden Fall ist lediglich der Wertansatz übernommen worden, wobei vorher feststand, dass nach HGB bilanziert werden soll. Dumm gelaufen eben.”

    Die Erklärung ist einfach …neee..denkbar, aber seeeehr unwahrschienlich^^. Das hätte auffallen muessen in den, wie sie es nennen, den zuständigen Abteilungen! Denn das Stetigkeitsprinzip des HGB ist mit der IFRS ja eben garnicht gegeben und somit nicht kompatibel!

    UNd wenn das mal eben so einfach passiert, haben die, wie sie es nennen, Experten der Buchführungsabteilungen, die rudimentären Grundsätze der Buchführung verletzt! Und das soll ich abkaufen? Dass eine Horde von Experten sich den einfachen Grundsätzen der Rechnugslegung nicht bewusst ist? Nä..ich kaufs nicht ab^^! So! tschuess

  • Hansjörg Leichsenring - 31. Oktober 2011

    Wer segnet denn die Bilanzierung ab? Der Vorstand und der Aufsichtsrat. Danach wirds dem WP vorgelegt.

    Im Falle der HRE Bad Bank sietzt der Staat mit seinen Politikern verantwortlich mitten drin. Im Falle vieler Landesbanken übrigens auch.

  • jmg - 31. Oktober 2011

    Neues von den Wirtschaftsprüfern von Price Waterhouse Coopers (PwC):
    Link: http://www.sueddeutsche.de/geld/hypo-real-estate-verbucht-millarden-euro-falsch-wer-plus-und-minus-verwechselt-1.1177200
    “Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers (PwC) hat nach eigenen Angaben erst in diesem Jahr Kenntnis von den Bilanzfehlern bei der Bad Bank der verstaatlichten HRE erhalten. “Im Rahmen der von uns [die anderen Beteiligten hätten da ja auch mal besser hinschauen können,jmg] durchgeführten Prüfungshandlungen, uns vorgelegten Unterlagen[einiges wurde PwC vermutlich gar nicht vorgelegt,jmg] einschließlich Bestätigungen Dritter[darauf hat sich PwC verlassen!,jmg] und erhaltenen Auskünften[einige wichtige Auskünfte wurden PwC höchstwahrscheinlich vorenthalten,jmg] ergaben sich auch unter Berücksichtigung des Tatbestands, dass wesentliche Teile der Buchführung ausgelagert sind[an diese Unterlagen kam PwC vermutlich erst gar nicht ran,jmg], keine Anhaltspunkte für Fehler im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010″, teilte PwC am Sonntagabend in Frankfurt laut dpa mit.
    PwC hat also einen Buchungsfehler von 55 Milliarden Euro bei der Prüfung übersehen, aber alles richtig gemacht. Frage: Wofür bekommt ein Wirtschaftsprüfer von Pwc einen Mindestlohn
    (laut Gebührenordnung) in Höhe von ca. 500-1000 Euro pro Stunde?
    Die Mentalität der Wirtschaftsprüfer scheint mir die gleiche wie bei den Bankern zu sein: Wenn es gut geht, dann sacken wir die üppigen Honorare ein und wenn es schief läuft, sind die anderen schuld.

  • philipp johannes - 31. Oktober 2011

    die badbank heßt nicht umsonst wertmanagement.

    wobei wohl eine namensänderung in missmanagement angebracht scheint.
    vielleicht läßt herr schäuble die manager ja deshalb antanzen ?

    seid gewiss.
    wir werden den kleinen buchhalter der schuld ist finden.
    findig sind wir.

  • pruefer - 31. Oktober 2011

    http://www.pwc.de/de/pressemitteilungen/2011/fms-zwischenabschluss-versachlichung-der-diskussion.jhtml

    Es wird immer besser, jetzt heißt es nur noch, dass die internen Zahlen, mit denen die Bank und der Verwaltungsrat gearbeitet haben, falsch waren?! und dann die prüferische Durchsicht (nur durchsicht, keine Prüfung) durch PWC auf anderen (richtigen) Zahlen basierte?!

    “Im dem Verwaltungsrat vorgelegten Zwischenabschluss wurde durch die FMS Wertmanagement die bisherige Abbildung von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Derivategeschäften gegenüber demselben Vertragspartner korrigiert. “

  • philipp johannes - 1. November 2011

    wen wundert es ?
    wirtschaftsprüfer sind immer unschuldig.
    sie sind noch unschuldiger als politiker.

  • Deddi - 2. November 2011

    Vielleicht am Rande interessant zu wissen: Die FMS führt ihr komplettes Accounting gar nicht selbst durch, sondern hat hierfür die Capco Service GmbH / Eschborn beauftragt.

    Sowohl der Capco wie selbst der WP-Gesellschaft PWC war bei der Erstellung der Bilanz unbekannt, dass die FMS / HRE das bis dahin geltende und im Beitrag hervorragend beschriebene Verfahren des “Nettings” geändert hatte.

    Angesichts des ganzen Palaver und der gespielten Entrüstung des Finanzministeriums kann ich gar nicht genug essen…

  • Andreas Heil - 3. November 2011

    @Steffen

    Exzellente Arbeit, wie so oft. Genau so macht das Sinn und nicht anders.

    @jmg

    Dass die technische Abwicklung der Buchhaltung outgesourced ist, macht absolut Sinn und dürfte wesentlich billiger sein, als eine eigene aufzubauen. Die abschließende Bilanzierung dagegen bleibt nie der technischen Abswicklungsstelle vorbehalten, sondern ist letztlich ein Verhandlungsergebnis zwischen Geschäftsführung und Beratern der Auftraggeber und dem was die beauftragten Wirtschaftsprüfer ihrer Ansicht nach noch durchgehen lassen können. Abwicklungsstelle ist hier überall nur Auftragnehmer.

    Was die FAZ schreibt, ist im Wesentlichen natürlich blanker Unsinn, aber wo Du nun eine echte Zinslast des Staates aus dem Buchungsfehler gefunden haben willst, erschließt sich nun auch überhaupt nicht. Die Zinslast hat doch nichts mit einem nominalen Schuldenstand zu tun, sondern mit konkreten Kreditkontrakten, von denen sich durch die Korrektur nicht eine Nachkommastelle geändert hat.

    Allerdings erschließt sich durch den Fall wunderbar die kameralistische Wahninterpretation von Bruttoschulden des Staates. Ein finanziell relevanter Rückbau des Staates wird damit im Ergebnis einer echten finanziellen Verbesserung gleichgesetzt, obwohl das erste ein erstmal neutraler Vorgang ist.

    @Hansjörg

    Auf so eine verrückte Folgerung muss man erst mal kommen. Ich schätze, dass es dabei äußerst hilfreich ist, die Scheuklappen möglichst dicht zu binden, um auch noch schummeriges Restlicht außen vor zu halten.

    Und die Landesbanken sind erst dann in Richtung “über den Jordan” druchgestartet, als sie nicht mehr langweilige Beamtenversorgungsposten und langweiliges risikoloses Geschäft absitzen sollten, sondern ihren privaten Vorbildern heftigst nacheifern, während ihnen gleichzeitig Geschäftsmodell und über die von der EU erzwungene auslaufende Gewährträgerhaftung (Treiber war die ideologische Ecke, die mit dem gleichen Balken im eigenen Auge durch die Gegend rennt, wie Du) die finanzielle Basis entzogen wurde.

    Spätestens seit der US “savings and loan crisis” ist aber auch die Folge empirisch bekannt: Die einzige Chance da ine einem harten Wettbewerbsumfeld raus zu kommen, ist die auf höchstes Risiko zu setzen. Ohne Risiko ist der Untergang für alle sicher. Mit hohem Risiko ist nur der Untergang der Mehrzahl der Spieler sicher, während einzelne sich in der Gesamtbetrachtung damit retten. Und bei unzureichendem Eigenkapital – was in dem Spiel ja Voraussetzung war – wird der Schaden systemisch dadurch garantiert auf Dritte abgewälzt.

    Mehr Zauber ist da nicht und mit öffentlich/privat hat das auch sehr wenig zu tun, zumal die öffentliche Hand, dort wo sie als Marktakteur auftritt, das ja i.d.R. auch als Kapitalgesellschaft organisiert.

    @all

    Letzteres übrigens auch ein interessanter buchhalterischer Schritt zur Schuldenreduktion ohne (!) Änderung der Sachlage. Die ideologisch präfererierte öffentliche Bruttoschuldenquote, die für sich genommen eigentlich gar keine Aussagekraft hat, kann nämlich durch die Saldierung auf der Ebene eines abhängigen Kapitalunternehmens zumindest teilsaldiert und damit effektiv sehr substantiell verringert werden.

    @pruefer

    Wir wissen doch, dass Aufsichtstrat und Verwaltungsrat entgegen der öffentlichen Suggestion überhaupt keine Kontrollfunktion wahrnehmen und wenn doch eine Korrekturfunktion, dann logischerweise im Sinne der bestehenden Eigentümer und die haben ein Interesse von Null, negative Sachverhalte öffentlich zu machen, sondern lediglich eins daran, einen Informationsvorsprung zu halten, der rechtzeitiges Abstoßen ermöglicht.

    Insofern brauchen Aufsichts- und Verwaltungsrat die Fremdprüfung schon alleine um persönliche Resthaftungsrisiken im Sinne des Konzepts “organisierter Verantwortungslosigkeit” wirksam wegzudelegieren.

    @jmg

    Wer mal mit PWC oder E&J in einer Zertifizierung oder Bilanzprüfung drin war erkennt relativ schnell, wie das Prinzip aufgebaut ist und wo die eklatanten systemischen Lücken herrschen.

    Ich kenne einen Fall, wo schlicht durch Entlassung des verantwortlichen Stabsmitarbeiters und Liegenbleiben der Arbeit bei nicht vorhandenem Nachfolger nichtkonsolidierte Rabatte, Stornos, Incentives und andere Banalitäten über Jahre unbearbeitet in der Ablage blieben und sich zu einer dreistelligen Millionensumme aufsummierten. Hat dann am Ende den Hut des Finanzvorstands gekostet. Eine solche u.U. kleinere Position fällt nicht unbedingt auf, wenn sie relativ stetig vor sich hinwächst und damit Forderungen ohne Rechtsgrundlage letztlich einfach in der Bilanz stehenbleiben. Selbst wenn der WP in einer Stichprobe darauf stößt, muss das noch nicht mal zwingend auf Einzelbelegebene ersichtlich sein, wenn der begleitende Konzernmitarbeiter ad hoc eine plausible Wegerklärung anbietet.

    Bei allen berechtigten Bedenken gegenüber WP muss man sich der Tatsache stellen, dass sie lediglich als nachgelagertes Hilfsinstrument fungieren, Bilanzen stärker zu normieren und ein gewisses Restrisiko für allzu offensichtliche Manipulation darstellen. Böse formuliert sichern sie auch einen Mindeststandard bei der Qualität von willentlicher oder versehentlicher Manipulation.

    Sonnige Grüße
    Andreas

  • Querschuss - 18. November 2011

    18.11.2011:

    Wie von mir erwartet, war es kein Rechenfehler, sondern es wurde einfach anders bilanziert, nach HGB und dabei nur die Nettingposition der Derivate berücksichtigt. Bilanzkosmetik, an den Risiken hat sich nichts geändert.

    Die Zeit dröselt es etwas umständlich auf, aber letztlich ist der Kern wie hier im Artikel dargestellt, einfach nur die veränderte Rechnungslegung, auch kein Novationsnetting, da war ich zu “optimistisch”,
    http://www.zeit.de/2011/47/HRE-Bilanzfehler

    Gruß Steffen

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