Bad Debt italienischer Banken auf 11 Jahreshoch

von am 19. April 2012 in Allgemein

Wie der italienische Bankenverband Associazione Bancaria Italiana (ABI) gestern berichtete, stieg der Anteil der mit mehr als 90 Tagen im Zahlungsverzug befindlichen Kredite an italienische private Haushalte und Unternehmen im Februar 2012 auf 6,3% und damit auf den höchsten Stand seit November 2000. Das Volumen der notleidenden Kredite schoss im Februar 2012 zum Vorjahresmonat um +16,5% nach oben, auf 107,639 Mrd. Euro.

Die Entwicklung der notleidenden Kredite der italienischen Banken seit Januar 2000 bis Februar 2012 im Chart. Im Februar 2012 stiegen die Non Performing Loans (NPLs) auf 107,639 Mrd. Euro, nach 107,370 Mrd. Euro im Vormonat und nach 92,294 Mrd. Euro im Vorjahresmonat.

Bei den ausstehenden gesamten Krediten und Darlehen an private Haushalte und Unternehmen in Italien, in einem Volumen von 1,707897 Billionen Euro im Februar 2012, betrug der Anteil der notleidenden Kredite 6,3%. Im Juni 2008 waren es noch 3,0%. Auch in Italien spiegelt sich die exzessive Kreditvergabe wieder, es ging von 766,473 Mrd. Euro im Januar 2000 aufwärts auf 1,726297 Billionen Euro zum Hoch im September 2011 und mit einer ganz leichten Kontraktion auf 1,707897 Billionen Euro im Februar 2012.

Roberto Nicastro, General Manager der UniCredit SpA, kommentierte das Niveau der Non Performing Loans so: “Diese Daten spiegeln wider, dass die italienischen Banken Geschäftsbanken für die Familien und Unternehmen da sind. Die Qualität ihrer Vermögenswerte bildet das wirtschaftliche Umfeld ab.”

Quelle Daten: Abi.it/PDF: ABI Monthly Outlook, Bancaditalia.it/Statistikportal

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

Print article

9 KommentareKommentieren

  • Daniel B - 19. April 2012

    Die Zahlen sind eine grosse Ueberraschung fuer mich. Ich habe mehrfach gelesen, dass die Wohnungen und Haueser in Italien zumeist abbezahlt sind. Das sei die grosse Staerke der it. Wirtschaft. Die Zahlen zeichnen ein anderes Bild.

  • MagnaBavaria - 20. April 2012

    Leider nein, gerade in der Gegend um Mailand wurden viele der Neubauten auf Kredit gekauft. Ich kenne zufällig ein paar Italiener aus der Gegend, diese meinten auch, dass man seit ca. einem dreiviertel Jahr nicht mehr so leicht einen Job bekommt, wenn man von der alten Firma an die Luft gesetzt wurde. Von der Jugendarbeitslosigkeint kaum zu sprechen…

  • M.E. - 20. April 2012

    Das nun auch in Italien die Schieflagen bei Privatkrediten zügig ansteigen, wundert mich insofern, als die Priatverschuldung in Italien bisher eher als unterdurchschnittlich und weniger problematisch beschrieben wurde in verschiedenen anderen Quellen.
    Auch das Vorhandensein einer Immobilienblase in Italien wurde bisher als nicht gegeben bezeichnet.
    Da muss ich also meinen Kenntnisstand wohl aktualisieren.

  • peterb - 20. April 2012

    Nun, vielleicht geht es dafür mit den Boni und/oder Gehältern der italienischen Banker aufwärts?
    So wie in USA, wo sich Bänker exorbitante Erhöhungen leisten wollen und jetzt die Aktionäre dagegen Sturm laufen …
    http://blog.markusgaertner.com/2012/04/20/besetzen-oder-niederstimmen/

  • Till - 20. April 2012

    Es gibt keine Immobilienblase, aber eine 50 m^2 Altbauwohnung (bröckelig) mit Blick auf die Hauptstraße (laut, kein Meerblick) in einem untergeordneten Küstendorf 200.000 Euro kostet…

  • bauagent - 20. April 2012

    ………trotzdem ist Spanien natürlich ein anderes Krisen-Kaliber, was das Verhältnis Bevölkerung, Industrieleistung zu Gesamtverschuldung und Rückstände angeht.

    Sinn ( der Saulus der zum Paulus wurde ) war gestern in Wien und hat dort einige Interviews gegeben. Seine Analyse des Status Quo zusammengefasst im nachfolgenden Artikel.:

    http://diepresse.com/home/wirtschaft/eurokrise/750860/HansWerner-Sinn_Euro-ist-in-Explosion-begriffen?_vl_backlink=/home/wirtschaft/index.do

  • schnauzevoll - 20. April 2012

    Sinn hat mit seinem überwiegend sinnfreien Gewäsch doch maßgeblich dazu beigetragen, dass der Neoliberalismus wuchern konnte wie ein Krebsgeschwür. Was der von sich gibt, ist wie das Wahlprogramm der FDP, Fähnchen im Wind. Saulus zum Paulus? Nur, weil er seine Felle davonschwinnen sieht und die intellektuelle Schicht der Bevölkerung ihn nicht mehr ganz ernst nimmt. Zu sehr hat er sein sozialdarwinistisches Gejammere in allen erdenklichen Quasselsendungen breitgetreten. Ob Sinn, Rogowski, Henkel, Hundt und anderes Gesocks, sie sind alle entbehrlicher als eine Made im Speck, wobei der Vergleich sogar des Pudels Kern trifft.

    • Andreas Z - 20. April 2012

      @ schnautzevoll: Sinn ist zunächst einmal nicht neoliberal sondern allenfalls ordoliberal.
      Weiterhin ist Sinn ein hervorragender Ökonom und kommt mit seinen Analysen zu richtigen Schlüssen.
      Desweiteren sind es nicht die liberalen Ansätze, die zur Krise führten, sondern die totalen staatlichen Fehlsteuerungen. Damit ist dies eher ein sozialistisches Phänomen. Hinzu kommt natürlich, dass u.a. die EU-Regierungen in engen kartellartigen Interessenverflechtungen mit den Großbanken stecken. Diese Finanzintermediäre müssen den Politikern schließlich das Geld für die “Wahnsinnspolitik” liefern und die Politiker bedienen Großbankeninteressen. Die Kritik an dem Gebaren dieses Finanzkartells ist natürlich berechtigt (hat aber nichts mit liberaler Politik zu tun). Liberale, die sich in der deutschen FDP so nennen, verfolgen meistens keine liberale Politik.

  • bauagent - 20. April 2012

    ……..wenn man sich die Geschichte von Saulus und Paulus einmal näher betrachtet und Paulus dabei im richtigen Licht sieht einerseits……………………

    …………………..andererseits den Begriff Liberal, wie es einmal von altgedienten Liberalen interpretiert wurde ( übrig ist ja allenfalls in Ansätzen Leuttheuser-Schnarrenberger übrig ) dann hat nach meiner Ansicht sowohl
    @ schnauzevoll als auch
    @ Andreaz Z.

    recht.

    Sie sind m.E. gar nicht weit auseinander. Paulus war als Sohn reicher jüdischer Kaufleute sicher verzichtbar, wenn man bedenkt, dass viele der über 2000 Jahre alten Geschichten
    sich widersprechen. Andererseits haben diese durch ihn ausgelösten Geschichten auch Wirkungen auf Folgegenerationen ( gehabt ).

    ………..und eine neoliberale Politik die sich den Stempel des Liber “Freiheit ” alismus´
    als ” falsche Flagge ” einverleibt gehört abgesetzt. Das läuft gerade richtigerweise im
    Affentempo, weil diese Klietelpolitik irreparabel ist, bringt sich Guido ja auch gerade
    als ” Superminister ” in der EU in´s Gespräch.

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/04/20/westerwelle-will-einen-%e2%80%9esuper-minister-als-eu-oberhaupt-installieren/