Baltic Dry Index sinkt auf 923 Indexpunkten
Noch ein kurzer Blick auf den Baltic Dry Index (BDI). Die “Erholung” des BDI ist vorbei, es geht wieder abwärts. Heute sank der BDI, der Preisindex für Frachtraten von Massenfrachtgütern, wie Kohle, Eisenerze, Zement, Kupfer, Kies, Dünger, Kunststoff-Granulat und Getreide um -27 Punkte auf 923 Indexpunkte und dieser historisch betrachtet niedrige Stand spiegelt weiter die Überkapazitäten bei Massenfrachtgütern aber eben auch die schwächelnde wirtschaftliche Aktivität in Teilen der Welt wider.
Die Entwicklung des BDI seit Januar 1990 im Dailychart. Das Allzeithoch wurde am 20.05.2008 mit unglaublichen 11’709 Punkten markiert. Seitdem ging es steil bergab, mit kleinen Zwischenerholungen auf das Tief am 03.02.2012 mit 647 Punkten. Seit diesem Zeitpunkt gab es nur eine Erholung auf 1’165 Indexpunkte am 08.05.2012, seitdem ging es wieder abwärts auf nun 923 Indexpunkte heute.
Der durchschnittliche Frachtpreis für einen Tag der Schiffsklasse Capesize bei den vier wichtigsten Frachtrouten (SPOT 4 TCE AVG), fiel heute um -256 Dollar auf 5’036 Dollar. Beim Hoch am 5. Juni 2008 erzielten die Reedereien dagegen 233’988 Dollar als Frachtpreis für Massenfrachtgüter an einem Tag. Die aktuellen Spotpreise decken für die Reedereien nicht mal die Betriebskosten, welche zuletzt im Jahr 2011 bei durchschnittlich 7’437 Dollar pro Tag lagen. Zusätzlich zu den Betriebskosten kommen aber noch die Kosten aus Zinsen und Abschreibungen dazu. Die durchschnittlichen Gesamtkosten (Betriebskosten, Zinsen und Abschreibungen) für ein Capesize-Schiff lagen laut einer Studie von JP Morgan Chase & Co. von November 2008 bei 18’949 Dollar pro Tag.
Da der BDI die nominalen Frachtraten abbildet und aktuell die Preise immer noch auf einem Niveau der 90er Jahre liegen, dürfte der finanzielle Druck auf die Reedereien enorm sein und in Folge zu etlichen Pleiten führen.
Quelle Daten: Bloomberg.com/Chart mit den Daten, Dryships.com/täglicher Tagesreport
Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

paernu - 31. Mai 2012
besonders wird das noch für einige norddeutsche Banken, die in den letzten Jahren Schiffifonds aufgelegt haben.
Da kommt noch was. Ahoi Schleswig Holstein und Hamburg, die Banker brauchen Geld.
Ulrich - 31. Mai 2012
Also der BDI ist kein so zuverlässiger Gesamt-Indikator. Habe diesen als ehemaliger Frontline Aktionär regelmäßig verfolgt und die Rückschlüsse auf die Gesamtwirtschaft sind schwierig.
Ist aber wirklich Bitter wie tief der ist
.
Frankenfurter - 1. Juni 2012
Achja, der von QUERSCHÜSSE im letzten Winter täglich dokumentierte Preisverfall der Frachtraten, wurde von vielen hier als Signal für eine bevorstehende globale Rezession gedeutet. Die falschen Propheten von Querschüsse wurden stiller, als insbesondere die Aktienmärkte seit November 2011 anfingen zu haussieren. Und jetzt fällt er wieder, der Baltic Dry und diesmal scheinen die Konjunkturdaten noch deutlicher abwärts zu tendieren, selbst in Deutschland. Kommt raus all ihr Glaskugelleser und Apokalyptiker, zeigt euch.
micdinger - 1. Juni 2012
Ich verstehe deinen Beitrag nicht.
Du schreibst doch selbst, dass die Konjunkturdaten noch deutlicher abwärts tendieren, als im letzten Jahr. Dass der von HOFFNUNG und Liquidität getriebene Kursanstieg auf den Aktienmärkten sich als Strohfeuer erweist, bestätigt doch die vom VERSTAND geprägten Einschätzungen der QUERSCHÜSSE.
Alsterpirat - 1. Juni 2012
@ Frankenfurter
1. Die Aktien- und Rohstoffhausse des vergangenen Winters war – das doch schon mit allen Kennern und über alle (auch non-mainstream-) Medien breitgewalzt worden – eindeutig liquiditätsgetrieben: konzertierter EURUSD-Swap-Deal aller großen Notenbanken Ende November 2011, Super-Marios LTRO-1 und -2 -Bazooka Ende Dezember 2011 bzw. Ende Februar 2012…Nachhaltigkeit: null; in etwa seit dem “Hexensabbath” 16. März 2012 dämmert es vielen Marktteilnehmern, dass es da ja noch eine realwirtschaftliche Realität gibt und alle Indices gehen wieder nach Süden – und die Wirkung der Fluchtdrogen LTRO und QE lassen spürbar nach…
2. Der Baltic Dry Index ist als wichtiger globaler Indikator für den Transport von Roh- und Grundstoffen, also Gütern, die am Anfang einer Wertschöpfungskette stehen, ein der eigentlichen Produktion und dem Absatz der jeweiligen Fertiggüter weit vorlaufender und ist daher – Überkapazitäten bei den Schiffsladeraumvolumina sind natürlich inklusive – als Frühindikator für die globale Verfassung der Weltwirtschaft nach wie vor sehr aussagekräftig, daher lohnt sich durchaus einmal der Blick auf diesen Langfristchart (“5Y” ist besonders aussagekräftig) :
http://www.bloomberg.com/quote/BDIY:IND/chart
Nachlaufende Frachtraten für den eben erwähnten Fertiggütertransport stellen sich mit einiger Verzögerung ziemlich regelmäßig auf das vorlaufende Muster des BDI ein, wie dieser Chart für den Containerschifftransport zeigt, der sein “Zwischenhoch” nun auch hinter sich lassen dürfte:
http://www.harperpetersen.com/harpex/harpexVP.do
MagnaBavaria - 1. Juni 2012
Ich dachte immer bei uns laufen die Uhren anders!?! Aber Frankfurt liegt wohl nicht auf diesem Planeten..
Ein Blick auf die aktuellen Nachrichten sollte Klarheit schaffen (Das hilft aber nicht bei genetisch implementierten oder antrainierten Scheuklappen
)
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/zoellick-fordert-hilfen-fuer-banken-in-der-euro-zone-a-836359.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/anzeichen-fuer-schwaecheres-wachstum-der-wirtschaft-in-china-a-836371.html
Bis jetzt man mit dem weltweit _billigsten_ Geldinjektionen das Schlimmste verhindert. Aber auf lange Sicht kann das nicht gut gehen…
Harald E - 1. Juni 2012
Jau Frankenfurter
Nach dem Motto.
…was hamm die Leut’ nur ?
MIR geht’s doch gut.
Der BDI ist im Übrigen nur EINER von Duzenden Indikatoren, den Querschüsse von verschiedenen Seiten beleuchten.
Kritische Beobachter als falsche Propheten und Apokalyptiker zu denunzieren hilft vielleicht Ihnen, sich besser zu fühlen, nicht aber der Situation
Ro - 1. Juni 2012
Nun, denn @Frankfurter – man braucht ja nicht tagtäglich das was sicher kommt weiter und weiter immer wieder gleich beschreiben. Es geht nicht um Glaskugellesen oder dergleichen. Es geht um ” all-in”, den Weg welchen die hilflose Politik des Selbsterhalts weltweit (leider) eingeschlagen hat. Was aber eben nichts nutzen wird, denn wir erleben live das nahe Ende eines immer wiederholenden Aufschuldungsprozesses welcher sich nicht ewig weiter ausdehenen lassen wird.
Selbstverständlich triggern hier im Zeitablauf dahin die einzelnen Kurven rauf und runter. Eine Stufe hochm zwei zurück, bis zur Schlußabrechnung. Dies ist auch kein Wunder bei vielen Schuldrettungsbillionen und derbsten Manipulationen weltweit, welche mehr und mehr nur noch absurder werden.
O-Ton Merkel (die anderen linken etc. nicht besser): ” Es darf KEINE Tabus mehr geben bzgl der Eurorettung!” Ende TINA!
Man braucht kein Apokalyptiker mehr zu sein um hier zu erkennen gegen welche Wand wir hier rauschen Frankfurter. Man muss real und erdig nur 1 und 1 zusammenzählen um auf das Endergebnis zu kommen. Der Weg dahin – in Ruhe und Frieden – geniesse ihn. Es kommt wie es kommen muß. Sonst lernt er (leider) nicht – der homo oeconomicus, der homo sapiens!
Die Überwindung kognitiver Dissonanz wird ein schwieriger Weg für die Gesellschaft des Neoliberalismus und danach der Gegenseite.
Roland - 1. Juni 2012
Der amtliche PMI Chinas (deckt vorwiegend Großunternehmen ab) sank im Mai auf 50,4.
Der PMI der HSBC (deckt vorwiegend “mittelständische” Unternehmen ab) sank auf 48,4.
In den Sub-Indizes sinken die Aufträge erheblich und die Lagerbestände steigen deutlich an.
Roland - 1. Juni 2012
Starkes Rezessions-Signal:
Die Rohstoff-Preise nach dem Rogers Commodity Index verloren im Mai – 11,5%.
Die Jahres-”Performance 2012 liegt damit bei inzwischen – 7,5 %
Die Rohstoff-Konzerne beginnen zu reagieren und legen die ersten Ausbaupläne auf Eis.
MagnaBavaria - 1. Juni 2012
Die Verabreichung der rezessiven Medikamente scheint nun auch beim Patienten Italien endlich zu wirken:
http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=19421
Frankenfurter - 1. Juni 2012
@micdinger
Als Rezessionsapostel hat man immer Recht, irgendwann bestimmt. Ironie aus.
MagnaBavaria - 1. Juni 2012
Hier dein Fisch
<°(()))(
klaus - 1. Juni 2012
Wie immer Top-Analyse. Man gewöhnt sich dran.
Wie zu erwarten war ist nach dem Kaufkraft und Investitionsverlust
kaum Auftrag/Nachfrage vorhanden.
Bezüglich Nachfrage/Investition
Hat etwa Acki großflächig Geld aus Spanien abgezogen ?
http://www.telegraph.co.uk/finance/financialcrisis/9304028/Almost-100bn-pulled-out-of-Spain-as-investors-beat-a-hasty-retreat.html
Na, wir werden sehen wie sich das auf Im/Export jetzt mal wieder auswirkt.
Schätze mal, das das bis Dezember pünktlich
mit dem Bürgergeld der FDP auf dem Tisch liegt.
Ackis wahrscheinlich letztes Weihnachtsgeschenk.
Zeugnis schreibt er selbst.
Und da steht groß drin, das er den Bonds-Exchange im
letzten Jahr 07/2011
als Höhepunkt seiner Kariere zu Feiern hatte.
http://www.telegraph.co.uk/finance/financialcrisis/8658331/Angela-Merkel-faces-revolt-in-Germany-over-rescue-deal.html
Welch ein Super-Mann.
Gruß klaus
Frank Bell - 1. Juni 2012
@Frankfurter
Na ja, wer Anfang 2009 in Aktien eingestiegen ist, hat eine SUPER-Hausse mitgemacht. Glückwunsch an alle, die so schlau waren! (Ich war es nicht.)
Tatsächlich hat sich der Aktienmarkt sehr, sehr gut gehalten, wie man aus dieser Grafik ersehen kann:
http://advisorperspectives.com/dshort/charts/markets/mega-bear-weekly-2000.html?mega-bear-2000-real.gif
(Auf dshort.com gibt es übrigens viele interessante Grafiken. Diese sind eine gute Ergzänzung zu denen auf dieser Webseite.)
Die Flutung der Märkte mit Liquidität hat somit einen Crash bislang verhindert. Was noch kommt: Wir werden sehen.
Frank Bell - 1. Juni 2012
@klaus
Der in dem Telegraph-Artikel gezeigte Demonstrant ist jedenfalls kein Spanier! Zeigt man uns in der Presse wieder gefälschte Fotos? (spanisch “el banco” und nicht “la banca”)
Warum wird Ackermann eigentlich von den Aktionären gefeiert? Er hat den Kurs doch locker halbiert. Wo liegt da die millionenschwere Leistung? Aber wegen der Hartz IV-Peanuts regt man sich auf…
MagnaBavaria - 1. Juni 2012
Jetzt wirds interessant, die NEW-Drachme scheint wohl schon in den Druck zu gehen:
http://www.rp-online.de/politik/eu/wird-die-neue-drachme-schon-gedruckt-1.2853675
Frankenfurter - 1. Juni 2012
@alsterpirat
Die Grafik Ihres Schiffsbrokers zeigt mir, dass der BDI sich nicht für Kurzfrist-Prognosen eignet. Das zumindest habe ich gelernt. Es reicht, wenn man einmal im Monat drauf’ schaut….
Frank Bell - 1. Juni 2012
PPS. “Operation twist” läuft Ende Juni 2012 aus. Spannende Zeiten…
Michael S. - 1. Juni 2012
http://www.register-der-freien.de/Bilder/US_Historical_Inflation_Ancient.png
Roland - 1. Juni 2012
Die stark exportabhängige Industrie der Schweiz mit einem aktuellen PMI von 45,4
Der starke Schweizer Franken und die nachlassende Weltwirtschaft schlagen jetzt auch den Eidgenossen gehörig ins Kontor.
M.E. - 1. Juni 2012
Wahnsinn!
die 10-jährigen Bundesanleihen haben nun schon einen Zinssatz unter 1,20%.
Mittlerweile würden mich selbst Renditen unter 1% für diese Laufzeit nicht mehr wundern.
Die Zinsen für US-Bonds befinden sich auf einem 200-Jahre-Tief, wie ich heute früh las.
Das alles zeigt zweierlei:
1. der “Anlagenotstand” für die aufgeblähte Liquidität wird immer größer, zumindest, wenn nicht ein zeitnahes, sehr großes Risiko eingegangen werden soll,
2. die Anleger (auch die institutionellen) gehen für die nächsten Jahre eher von einer deflationären Entwicklung aus.
Bei Inflationserwartungen würde niemand solche superlausigen Renditen akzeptieren.
MagnaBavaria - 1. Juni 2012
Und die ital. und spanischen Anleihen steigen wieder (2/510 Jahre).
Spanien
2 J – 5,07%
5J – 6,11%
10J – 6,62%
Italien
2J – 4,51 %
5J – 5,61%
10J – 5,93%
M.E. - 1. Juni 2012
Und der Dax ist auch wieder im Sturzflug. Das Gesamtbild wird immer eindeutiger.
Siehe auch die letzten Zahlen aus den USA, die in die gleiche Richtung gehen.
M.E. - 1. Juni 2012
Ein noch eindeutigerer Indikator für den Zustand der Weltwirtschaft als der BDI ist meiner Meinung nach der Ölpreis.
WTI liegt nun schon fast bei 85 Dollar das Fass. Vor wenigen Wochen lag er noch bei 110 Dollar.
Eine Exportölschwemme ist ja nicht eingetrteten, so dass dieser Preisverfall wohl eindeutig der sich abkühlenden Weltkonjunktur geschuldet ist. Diesmal anscheinend inklusive der Schwellenländer.
Roland - 1. Juni 2012
Es gibt keinen schlechteren Indikator für den Zustand der Weltwirtschaft als den Ölpreis.
Geht das Theater um den Iran wieder los, geht dieser extrem Politik-abhängige Preis wieder durch die Decke trotz Schwäche der Weltwirtschaft.
Alsterpirat - 1. Juni 2012
@ Roland
Wie lange doch der Sommer 2008 bereits zurückliegt…: alles begann mit einem plötzlichen Rückgang der Rohstoffpreise, v.a. beim Öl, gefolgt von starken Bewegungen an den Devisenmärkten – und nur wenige Tage später hat dann ein “Schwarzer Schwan” namens Lehman Brothers auch die übrigen Märkte aufgeschreckt…(der dieses Jahr möglicherweise einen spanischen Namen trägt…)
Es ist nicht so, dass man sich so etwas wünscht, aber die Anzahl an typischen Indikatoren für einen ziemlich unmittelbar bevorstehenden deflationären Schock mehrt sich – v.a. in den letzten Tagen – sehr deutlich !
Till - 1. Juni 2012
Es wird diesmal anders – eine Lehman würde heute nicht mehr zugelassen. Notfalls wird die über Nacht verstaatlicht, notfalls mit EZB-Geld. Verträge und Gesetze werden dabei keine Rolle spielen.
Der Ärger kommt dann wohl aus einer anderen Ecke. Ohne Spanien und Italien ist auch der Europäische Rettungsfond nicht zu finanzieren, es sei denn diese Länder retten sich selbst. Und auch Eurobonds sind nicht sehr attraktiv, wenn mit Spanien und Italien + die kleinen Pleitekandidaten anfangs dann schon 40% kontaminiert sind.
M.E. - 1. Juni 2012
Hallo Roland,
der Einfluss der Iran-Krise hat derzeit nur eine minimale Auswirkung auf den Ölpreis.
Wenn es natürlich zu einem Angriff auf den Iran kommen sollte, wäre natürlich vorübergehend die Aussagefähigkeit des Ölpreises eingeschränkt.
Derzeit gibt es aber keine geopolitischen Faktoren, die den Ölpreis akut stark verzerren würden und auf der Angebotsseite gibt es weder eine starke Mengenausweitung noch eine starke Reduzierung des Angebots.
Insofern kann der ausgeprägte und sich fortsetzende Preisverfall schon als starkes Indiz für eine zurückgehende Weltwirtschaftsdynamik gelten.
M.E. - 1. Juni 2012
Der Einkaufsmanagerindex, wenngleich ein weicher Stimmungsindikator, befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit dem Höhepunkt der letzten Krise Mitte 2009.
Alle nationalen Indizes der Euro-Staaten außer Irland befinden sich im Kontraktionsbereich, teilweise sogar unter 45 Punkten.
Roland - 1. Juni 2012
Und Irland ist mit Fragezeichen zu versehen, vermutlich unglaubwürdig.
Mittlerweile wandern jede Woche 1.500 Menschen aus Irland aus.
Ein wahrer Exodus.
p.s.
Auch in D jetzt im Tagesabstand Meldungen über Entlassungen.
Heute Mazda (- 100 ), Solarworld ( – 250 )
MagnaBavaria - 1. Juni 2012
In den etablierten Medien erfährt man davon nichts, passt schließlich nicht zum JobBOOM und ist auch politisch nicht gewollt (=findet nicht statt, bis es sich schließlich nicht mehr leugnen lässt).
M.E. - 1. Juni 2012
Das ist richtig, Roland.
Irland wird völlig zu unrecht als Musterschüler gelobt, der das Gröbste bereits hinter sich hat.
Die Bankenkonsolidierung ist keineswegs abgeschlossen, die Häuserpreise noch nicht auf einem Tiefststand angekommen und die Staatsverschuldung zeichnet sich weiter durch eine unglaubliche Dynamik aus und wird bald italienische Verhältnisse erreicht haben.
Nur mit dem Unterschied zu Italien, dass die irische Privatverschuldung wesentlich höher ist als die italienische.
dank - 1. Juni 2012
Hallo M.E.
“Bei Inflationserwartungen würde niemand solche superlausigen Renditen akzeptieren.”
Aber nachdem es so offensichtlich scheint, tritt doch eher das Gegenteil des Erwarteten ein. Reines Bauchgefühl.
Unabhängig davon schleicht noch der Gedanke rum, dass es Berechnung einiger ist, dass es läuft ala:
Alle in die Bonds und dann *schnittschnitt*.
Grüße&
dank
M.E. - 1. Juni 2012
Natürlich hast Du recht, dank,
auch die große Mehrheit der Investoren kann sich irren.
Zumal ja bei 10-jährigen Bonds, also innerhalb von 10 Jahren, sich sehr viel ereignen kann (und wird!!!).
Vermutlich hoffen trotz der geringen renditen viele noch, die Anleihen innerhalb der Laufzeit mit Gewinn verkaufen zu können.
Was bei diesen Renditen ja kaum noch vorstellbar ist.
Aber für die nächste Zeit sehe ich schon deflationäre Tendenzen, ja sogar in den verschiedensten Vermögensklassen einen ausgeprägten deflationären Schock, der den des Jahres 2008 und 2009 noch in den Schatten stellt.
Und was die allgemeine Inflationserwartung angeht: hier lässt ja gerade der zuletzt preistreibende Rohstoffpreisindex stark die Flügel hängen, so dass es im Zusammenspiel mit der erlahmenden Weltkonjunktur und Rezession in wichtigen Ländern auch eher zu Deflation als zu Inflation kommen wird.Was ja die Rezession und die Überschuldungsproblematik wiederum verschärfen wird.
Ro - 1. Juni 2012
M.E. – deflationärer Schock… ja, wirtschaftlich unabdingbar da Kontraktion der Kreditmärkte für die Realwirtschaft! Aber was passiert mit den Buchgeldern für eingetauschte Aktien
?
Hinter jedem Käufer steht ein Verkäufer in Aktien. Was passiert mit den geparkten Buchgeldbillionen weiter… ? Ich denke wir sind gefangen in einem Wellenspiel Defla, welche nicht zugelassen wird durch “Wachstumsprogramme” und Infla welche ebenfalls statistisch weggezaubert wird etc.etc. Beide Autobahnen werden künstlich aufgestaut, bis einer der Dämme bricht und beide Schleusen das unabwendbare Finale einläuten.
Pest oder Cholera – dies die Wahl. Es hat sich seit 2008 /2009 nichts verändert. War auch damals schon der Tenor hier aufm Blog.
Wir haben es ein paar Zeiteinheiten weiter geschafft. Immerhin. Das war´s dann aber auch.
unglaublich - 1. Juni 2012
..die neusten EU Arbeitslosenzahlen sind auch gekommen – In der EU auf dem höchsten Stand seit Euroeinführung – allein in Italien ein + von 31% gegenüber dem Vorjahr.
M.E. - 1. Juni 2012
Und die Arbeitsmarktzahlen aus den USA sind ebenfalls enttäuschend, trotz statistischer Tricks:
http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/kaum-neue-jobs-us-arbeitsmarktzahlen-enttaeuschen-/6700734.html
Kubikwurzel - 1. Juni 2012
Kurzueberblick PMI, alles aber immer noch ‘nur’ Umfragen und in der Tendenz ‘weich’ …
http://www.godlikeproductions.com/forum1/message1884253/pg12#31493847
Kubikwurzel - 1. Juni 2012
Haha & oje …
Verlinkter Post oben von einem Herren/einer Dame namens ‘Doom Lover’ – Subtext: ‘If it ain’t DOOM, it ain’t me!!!!’
Wern sehn …
lg
Roland - 1. Juni 2012
Die Gesamtübersicht bekommt man vollständig und besser bei markit selbst.
Detail am Rande:
Die Türkei ist in der “gefühlten” Stagnation.
Geht es hier rückwärts in den kommenden Monaten, bricht in absehbarer Zeit die dortige Kredit-Ponzi-Pyramide zusammen.
Kreditwachstum von 25% p.a. bei gleichzeitigem chronischem Leistungsbilanz-Defizit und jeder Menge “hot money” im Lande:
Das sieht schwer nach spanischen Verhältnissen aus.
Kubikwurzel - 1. Juni 2012
‘Die Gesamtübersicht bekommt man vollständig und besser bei markit selbst.’
Jepp, war nur drueber gestolpert, geht halt ohne großes pdf-geklicke …
http://www.markiteconomics.com/Survey/Page.mvc/PressReleases
Gruß