Banken wieder klar im Krisenmodus

von am 13. April 2012 in Allgemein

Es wird immer offensichtlicher, die LTRO-Injektionen der EZB verpuffen gnadenlos, weder wurde mit dieser enormen Liquiditätszufuhr an die europäischen Banken die Kreditvergabe an die Realwirtschaft angekurbelt, noch der Interbankenmarkt, also die Kreditvergabe unter den Finanzinstituten selbst, noch konnten über einen längeren Zeitraum die Renditen der Staatsanleihen signifikant gedrückt werden. Die massive Liquiditätszufuhr führte dagegen zu einem unerwünschten Effekt der beschleunigten Kapitalflucht aus der Südperipherie und aus Frankreich, wie deren explodierenden negativen Target2 Salden anzeigen und munter ziehen seit Tagen nun auch wieder die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen von Spanien und Italien in Richtung 6%, so Spanien heute auf 5,977% und Italien auf 5,523%. Die LTRO-Injektionen sind ein Dokument des Versagens der Geldpolitik, von aufgestauten Verwerfungen die mittels Liquiditätszufuhr nicht gelöst werden können!

Nicht einmal die erbärmlichen Aktienkurse europäischer Banken und damit deren Marktkapitalisierungen konnten sich im Zuge unlimitierter Geldzufuhr bei nur 1,0% Zins signifikant erholen, im Gegenteil die Tiefstände sind bereits wieder in unmittelbarer Sichtweite:

Die Entwicklung des europäischen Bankenindex, Euro Stoxx Banks seit Januar 1990 im Dailychart. Heute schloss der Bankenindex Europas mit -4,92% zum Vortag bei nur 92,92 Indexpunkten. Damit liegt der Bankenindex in der Nähe seines Tiefs vom 22.11.2011 mit 88,42 Punkten. Das Hoch hingegen wurde am 18.05.2007 mit 491,23 Indexpunkten markiert. Ein Einbruch bis heute von satten -81,08%! Der Euro Stoxx Banks spiegelt die größten 32 europäischen Banken gemäß Marktkapitalisierung wider.

Die Marktkapitalisierung der 32 Banken im Euro Stoxx Banks betrug heute noch 238,820 Mrd. Euro, zum Hoch am 18.05.2007 waren es 1262,544 Mrd. Euro!

Noch ein kurzer Blick auf die jeweils zwei schwergewichtigen Finanzinstitute aus Italien und Spanien:

Die Entwicklung des Aktienkurses der italienischen Unicredit seit Januar 1987 im Dailychart. Heute sank die Aktie um -6,01% zum Vortag auf 3,034 Euro. Die Marktkapitalisierung liegt noch bei 18,450 Mrd. Euro, zum Hoch am 09.05.2007 betrug der Börsenwert 102,28 Mrd. Euro.

Die Entwicklung des Aktienkurses der italienischen Intesa Sanpaolo seit Januar 2000 im Dailychart. Heute sank die Aktie um -4,83% zum Vortag auf 1,163 Euro. Die Marktkapitalisierung liegt noch bei 19,285 Mrd. Euro, zum Hoch am 07.05.2007 betrug der Börsenwert 103,805 Mrd. Euro.

Die Entwicklung des Aktienkurses der spanischen Banco Santander seit Januar 2003 im Dailychart. Heute sank die Aktie um -2,99% zum Vortag auf 4,86 Euro. Die Marktkapitalisierung liegt noch bei 40,989 Mrd. Euro, zum Hoch am 08.11.2007 betrug der Börsenwert 126,51 Mrd. Euro.

Die Entwicklung des Aktienkurses der spanischen Banco Bilbao Vizcaya Argentaria seit Januar 2003 im Dailychart. Heute sank die Aktie um -3,13% zum Vortag auf 5,33 Euro. Die Marktkapitalisierung liegt noch bei 25,713 Mrd. Euro, zum Hoch am 07.02.2007 betrug der Börsenwert 96,87 Mrd. Euro.

Die miesen Aktienkurse und vor allem die niedrigen Marktkapitalisierungen der Banken, bei zugleich enorm aufgeblasenen Bankbilanzen, zeigen trotz historisch einmaliger Liquiditätszufuhr weiter ein potentiell bankrottes europäisches Bankensystem an, was weit über das Griechische hinausgeht. Mittels LTROs wurde nur wenig Zeit gekauft und kurze Zeit später sind alle Probleme wieder omnipräsent! Damit wird wieder deutlich, es hat sich nie um eine Liquiditätskrise gehandelt, sondern um eine Solvenzkrise des Bankensystems! Ergo konnte mittels der lockeren Geldpolitik nur Zeit gewonnen werden, dass zu Grunde liegende Problem, der miesen Qualität der Assets in den Bilanzen der Banken konnten die Liquiditätshilfen nicht verbessern. Viele hunderte Milliarden an faulen Krediten schlummern im System und harren weiter der Bereinigung.

Noch ein kurzer Blick auf die Aktienleitindizes von Italien und Spanien:

Die Entwicklung des italienischen Aktienleitindex FTSE MIB seit Januar 2004 im Dailychart. Am Freitag sank der Index um -3,43% zum Vortag, auf 14’359,50 Indexpunkte. Seit dem Allzeithoch am 18.05.2007 mit 44’364 Indexpunkten hat der italienische Aktienleitindex -67,6% verloren!

Die Entwicklung des spanischen Aktienleitindex IBEX35 seit Januar 1987 im Dailychart. Am Freitag sank der Index um -3,43% zum Vortag, auf  7’250,60 Indexpunkte. Seit dem Allzeithoch am 08.11.2007 mit 15’945,70 Indexpunkten hat der spanische Aktienleitindex -54,5% verloren!

 

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

Wenn ihr die unabhängige, kritische und zeitnahe Aufbereitung von Wirtschaftsdaten und die aufwendige visuelle Darstellung der Daten bei Querschuesse per PayPal mit einem beliebigen Betrag unterstützen möchtet bitte den Button anklicken:

Print article

58 KommentareKommentieren

  • Marcito - 14. April 2012

    Danke!

    Die Halbwertszeit der Milliarden Billionen wird immer geringer. Das System hat fertig.
    An Spanien wird Europa und der Euro scheitern.

  • Sandra - 14. April 2012

    Dirk Müller : Deflationärer Kollaps voraus?

    http://goo.gl/JR549

    • Dagobert - 14. April 2012

      Mr. Dax – Interview ca. ab Minute 8// Buch “Cashkurs” ab Seite 315

      Bravo! – Diese Strategie der Absicherung ist der Königsweg!

      Egal was man von Dirk Müller hält – Aber diese einfache Strategie ist etwas vom Klügsten was ich von vielen, vielen “Experten” gehört habe! – Endlich einmal eine echte Hilfe wenn mal wieder dieses ungute Gefühl aufkommt…..

      • Andres Müller - 14. April 2012

        Das Vermögen gegen sinkende Kurse zu sichern wirkt wohl theoretisch, aber Versicherungen die gegen Abstürze versichern, die können ebenfalls bankrott gehen. Das ist besonders dann der Fall wenn sich Massen von Panik-Investoren darauf stürzen. Bedenken Sie, die Versicherungen arbeiten normalerweise nicht unter einem Finanzgau.
        Ich denke die Strategien um sich abzusichern werden fehlschlagen im Ernstfall. Irgendwie muss man einfach ganz unten durch und im Fall von Goldhaltung die Nerven nicht verlieren, es nur in äusserster Not verkaufen. Ein Haus auf dem Lande mit grossem Garten, geeignet und vorbereitet für Nahrungsmittel -Anbau, das ist die einzig mögliche Versicherung. Doch auch hier, die hungernden Massen werden keine Elfenbeintürme in Sichtweite unbehelligt lassen.

        • Dagobert - 15. April 2012

          Richtig! – Habe vor 20 Jahren – als Rucksacktourist – die Endphase der Hyperinflation in Südamerika erlebt! -”Bankenfeiertage” in Argentinien….(Cruzeiro)-Millionär in Brasilien – (Intis)-Milliardär(!) in Bolivien nach dem Wechsel von USD 588 … Enteignung der breiten Masse…”Sendero Luminoso” in Peru….Terror in Kolumbien….! Genau so etwas möchte ich nicht nochmal erleben….!!! – Gottlob gabs immer auch unzählige absolut wunderbare, friedliche Orte – im Prinzip in allen ländlichen Regionen mit einheimischer Bevölkerung – man kennt sich eben – die sich quasi selbst versorgen kann gabs fast nie ein Problem – im Gegenteil :” mi casa es tu casa”! – Daran glaube ich auch hier! – Will es einfach glauben…..

          Zurück zum Thema Absicherung: glauben heisst leider “nicht wissen”…also kommt obiger Mr. Dax – Hinweis witzigerweise erst ganz am Ende einer langen Kette von unzähligen Massnahmen. Das Emmitentenrisiko bleibt natürlich das “Restrisiko”.

          Apropos “Finanzgau” – der gute Andreas Höfert, Chefökonom der UBS, hat da schon ein paar interessante Sachen von sich gegeben:

          Ab min. 22.47 bis min. 26.47 *Endspiel* Finanzkrise – “Tragödie in 3 Akten”

          http://www.drs1.ch/www/de/drs1/sendungen/tagesgespraech/2782.sh10213558.html

          oder

          “…Die Fed hat klar gemacht…sie tut alles, sie wird die Staatsschulden kaufen und monetisieren…dann kann die Fed weiter Geld drucken und anfangen Aktien zu kaufen, sie könnte Geld auch einfach verteilen – alles ist offen; der Fantasie sind keine Limiten gesetzt wenn man Papiergeld hat!”

          http://www.nzz.ch/finanzen/impulse_archiv/impulse_archiv_september_2010

          oder

          “Inflationsraten für Europa 10 bis 15 Prozent – wenn alles gut läuft”
          “Die Dummen werden jene sein, die gespart haben”
          “Die Schuldenmacher werden als Gewinner rauskommen”
          “Wir haben Triple-A für Sachen verteilt, die über Nacht wertlos waren”
          “Wir Ökonomen haben total versagt”

          http://www.tachles.ch/news/print/wir-duerfen-sagen-was-wir-denken

          –> Die “Grossen Jungs – Primary Dealer” glauben demnach daran, dass jetzt noch(!) wegen Bernanke (Rede vom 21.11.2002) und Mario (LTRO) alles wie nach Drehbuch läuft….später dann nicht mehr….

  • Ert - 14. April 2012

    Die Frage die ich mir stelle: Wie viele Kaninchen sind noch im Hut u.a. der EZB, FED und der Regierungen?

    • Roland - 15. April 2012

      @ Ert

      Noch einige.

      Offensichtlich haben die Crash-”Propheten” in diesem Forum überhaupt keine Ahnung, wie die Geldschöpfung in Europa funktioniert.
      Die Geldmenge wird HAUPTSÄCHLICH von den Geschäftsbanken selbst geschöpft. Die Gelschöpfungs-Möglichkeiten wurden im Januar 2012 durch die Senkung des Mindestreservesatzes glatt verdoppelt. Zur Zeit beträgt die von den Geschäftsbanken aus dem NICHTS geschöpfte Geldmenge etwa 12 Billionen EURO.

      Die Zuführungen der Zentralbank über LTRO sind dagegen fast “peanuts”.

  • Nepumuk - 14. April 2012

    Guten Morgen.

    Also eigendlich können die Zentralbanken das Spiel bis ins unendliche weiter spielen.

    Draghi könnte für Mai/ Juli weitere LTRO`s ankündigen… und diesmal nicht 1 Billion verteilen… sondern 5 oder 10 und das System so durch den Sommer retten.

    Im Herbst geht es dann mit 15 oder 20 Billionen weiter… um bis Weihnachten zu kommen.

    Und wenn Billionen nicht mehr reichen… werden die Billiarden gezückt… usw

    Nur weis auch die EZB das sich dabei weder die grundsäzliche Situation noch die ihr zugrundeliegenden Probleme ändern werden.

    Nun noch zu einer anderen Begebenheit die Zehrohedge in dieser Woche angesprochen hat.

    Dadurch das in Deutschland der SOFFIN reaktiviert wurde ist ein Auffangnezt für deutsche Banken geschaffen worden.

    How and Why Germany Can Leave the Euro If It Has To

    http://www.zerohedge.com/contributed/2012-15-12/how-and-why-germany-can-leave-euro-if-it-has

    Dann geisterten Meldungen durch die Presse das die deutschen Goldbestände inventarisiert werden sollen.

    Germany to Review Bundesbank Gold Reserves in Frankfurt, Paris, London and New York Fed

    http://www.zerohedge.com/news/germany-review-bundesbank-gold-reserves-frankfurt-paris-london-and-new-york-fed

    Es kann natürlich sein das ich hier “Flöhe husten” höre… aber mit dem sich abzeichnenden Abrutschens Spaniens und auch Italiens schint die Ouvertüre der Krise vorbei zu sein.

    Vorhang auf… zum Hauptakt.

  • M.E. - 14. April 2012

    Die Kaninchen verlieren an Wirkung.
    Das ist wie beim richtigen Zauberer: beim 50. Kaninchen fängt das Publikum an zu gähnen.

    Das 1-Billion-LTRO-Kaninchen der EZB hat das Publikum gerade noch 3 Monate beruhigen – also noch nicht einmal begeistern – können.
    Früher wäre bei solch einer Maßnahme die Konjunktur durch die Decke gegangen. Heute verhindert solch eine massive Interventiuon gerade noch den baldigen Crash, aber entfaltet Null realwirtschaftliche Belebung.
    Und bald ist der Punkt erreicht, an dem keine Liquiditätsspritze groß genug ist, um den anstehenden Crash noch abzuwenden.
    Das ist wie beim Junkie: die ersten Trips werden noch als angenehm empfunden, aber um den gleichen Effekt zu erzielen, muss die Dosis ständig gesteigert werden.
    Bis dann die Überdosis den Körper zerstört.

    • Thatwasthepension - 14. April 2012

      Die Banken wissen doch überhaupt nicht mehr wohin mit der vielen (fast) geschenkten Kohle. Die Realwirtschaft ist doch mittlerweile viel zu klein um solche Unsummen an Krediten zu verkraften. Die kompletten Gewinne eines Jahres aus der Produktion würden nicht reichen um die Zinsen für 1 Billion an Zusatzkrediten zu bezahlen. Das ist das Problem und deshalb wollen sich viele Banken schon demnächst von dem vielen Extrageld trennen. Es für Staatsanleihen ausgeben ist jedenfalls keine Option. Für die vermeintlich sicheren Anleihen bekommt man kaum Zinsen und weiterer Kapitalzufluss würde das noch verschlimmern. Bei den zukünftigen Pleitestaaten kann man es auch nicht anlegen da nicht mehr sicher ist das bei einem Default nochmal die Deppen einspringen. Das Geld in die USA zu verklappen nützt auch nichts da man dort alles dran setzt den Dollar abzuwerten. Jegliche Zinsgewinne und noch einiges drüber hinaus geht dann durch die Währungsschwankungen zunichte. Bei den großen Summen würden die Banken schlicht mit ihrer Existenz spielen.

  • Michael Thuma - 14. April 2012

    Danke. Interessant. Querschüsse ist beste Information höchster Güte. War für mich der Ausgangspunkt meiner Reise in die Volkswirtschaft und Geldsystem. Ich bin noch auf der Suche …. langsam lichtet sich das Dickicht.

    @Sandra – die ‘Österreicher’ stehen schon in den Startlöchern …. wobei ich weiß weder, ob die Zahlen korrekt sind, noch wie der True Money Supply zu beurteilen ist. Ist Moment aber negativ ….
    Danke für den Link.

    http://www.forbes.com/sites/michaelpollaro/2012/03/17/money-supply-booming-seeds-of-the-next-greater-recession/#more-2060
    Aktuelle Zahlen ….
    http://blogs.forbes.com/michaelpollaro/austrian-money-supply/

  • SLGramann - 14. April 2012

    Tja, Merkel/Schäuble, Zeit schinden und den Leuten Sand in die Augen streuen, löst die Probleme eben nicht. Die geschundene(!) Zeit vergeht so unablässig wie ungenutzt. Draußen ist Frühling, doch: “Der Winter naht.”

    Deutsche Politik ist: 1.) Wir sollen unsere Exportwirtschaft feiern und unsere Überschüsse erhöhen. Hey ja! 2.) Die Anderen sollen gleichzeitig ihre Importe senken, sprich endlich weniger Schulden machen. Na klar, passt beides super zusammen.

    Für Griechenland, Portugal und Spanien (Italien???) ist der Euro definitiv zu stark. So radikal können die gar nicht deflationieren, um mit dem Deutschen und dem Chinesen mithalten zu können.
    Also – im eigenen Interesse – raus aus dem Euro und abwerten + radikaler Schuldenschnitt.
    (Viel Spaß dann der BuBa und der EZB mit ihrem Target-Mist. Viel Spaß auch für Herrn Schieritz u.a.)

    Ansonsten einen Kerneuro versuchen, in Deutschland die Löhne hoch und als Inflationsziel so 6% pro Jahr, damit Italien und Frankreich über die Zeit wieder ran kommen können, ohne in die Brüning-Falle 2.0 Marke Merkel zu gehen.

    Deutschland einigermaßen langsam, aber konsequent von einem Exportkriegsmodell zu einem Land mit einigermaßen ausgeglichener Außenhandelsbilanz entwickeln.

    Ja, dann würden die Leute allerdings ein paar Konsequenzen erleben und einige Kosten des polit-ökonomischen Wahnsinns der letzten 20 Jahre würden auf den Tisch kommen. Da scheißt sich die “Elite” dieses Landes natürlich ins Hemd. Aber die Zeit des Rumtricksens, Durchmogelns und Kosten Verschleierns geht so und so bald zu Ende. Der Winter naht.

    • Bernd Rickert - 14. April 2012

      Wenn Deutschland eine ausgeglichene Handelsbilanz erreichen sollte, müsste der Konsum auf dem Binnenmarkt angekurbelt.

      Dafür ist

      a) wegen des Schuldenberges und sogenannten Rettungsaktionen
      b) wegen der Einkommens- und Vermögensungerechtigkeit
      c) mangels Interesse der Eliten
      d) zur Beschneidung des individuellen Freiraums auf ein notwendiges Minimum, d.h. zur besseren Kontrolle über die Bevölkerung

      kein Geld da.

      Sanpaolo seit Januar 2000 im Dailychart. Heute sank die Aktie um -84,83% zum Vortag ???
      (auf Zeitreise in die Zukunft?)

  • MagnaBavaria - 14. April 2012

    Endlich ein Grund um in den Iran einzumaschieren?

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,827502,00.html

  • M.E. - 14. April 2012

    Hallo Magna,
    niemand wird in den Iran einmarschieren. Geht garnicht bei einem Land dieser Größe und Topographie. Und bei zig Millionen potenziellen Gegnern.

    Und Obama ist auch aus gesundem Eigeninteresse gegen eine Bombardierung der Atomanlagen. Der hat viel zu viel Angst, dass ihm seine Öljunkie-Wirtschaft um die Ohren fliegt.
    Die einizigen, die drängeln, sind die Israelis.

    • topperhopper - 15. April 2012

      Korrekt. Die USA werden niemals in den Iran einmarschieren. Luftschläge und Predators ok, aber niemals Bodentruppen. Dafür ist das Land viel zu groß und zu bergig. Iran ist nicht der Irak.

      Eher werden sich die Nachbarn einmischen…aber bis dahin…

  • der-oekonomiker - 14. April 2012

    Es ist erschreckend, welche abstrusen Theorien hier immer noch zum Besten gegeben werden. Ein bisschen mehr Ursachenforschung könnte (vielleicht) weiterhelfen. Was wir haben ist eine Bankenkrise, sonst nichts. Denen gelten ALLE Hilfsmaßnahmen. Beispiel hier: http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/03/standpunkt-188-fata-margana.html. Die Staatsschulden sind deren Ergebnis, nicht die Ursache. Kern-Euro, D-Mark, Drachme, usw. sind doch alles “Hirngespinste” und praktisch garnicht durchführbar. Seht Euch an, wer sich die EZB-Kohle geholt hat (http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/03/standpunkt-193-milliarden-probleme.html) dann seht Ihr auch, wo demnächst die Kacke dampft. Da kommen ganz andere Adressen ins Spiel: DK, NL, SWE, die bisher noch niemand so richtig auf der Uhr hat. Dort sind es auch die Banken, die eine Zuspitzung der Krise verursachen. Unsere Elite muss sich nicht ins Hemd scheißen, die haben ihre Schäfchen im Trockenen. Otto Normalo muss sich in die Hose machen: Den 99% wird bis auf einen kleinen Rest alles genommen. Darum geht es, um sonst nichts.Ist natürlich auch nur eine abstruse Theorie …

    • dicke Bertha - 14. April 2012

      Schweden Industrieproduktion – 7%.

      Was werden die Ideologen sagen.

      Unsere wirtschaftspolitischen Vorschläge konnten nur unzureichend wirken.
      Die Sozialhaushalte wurden nur unzureichend gekürzt.
      Der Arbeitsmarkt nur unzureichend dereguliert. Die Rente mit 80 reicht nicht aus.
      Erst ab 90 sollte es Rente geben.
      Der Spitzensteuersatz sollte auf 10% gekürzt werden.

      usw.

      Wo, wo stehst du schwedische Krone?

      Keine Abwertung möglich damit die Industrieproduktion um 7% steigt?

      Viele haben scheinbar vergessen , warum eine Währungsunion besser ist.

      DER DEVISENMARKT FUNKTIONIERT NICHT.

      Warum?

    • Nepumuk - 14. April 2012

      Sehr geehrter Her Ökonomiker…

      eventuell sollten sie sich ihre eigenen Quellen mal ansehen bevor sie ihre Schlüsse daraus ziehen.

      Ich zitiere aus dem von ihnen verlinkten Artikel.

      1. Grupo Santander, Spanien, No. 1 in Spanien
      2. Banca Intensa, Italien, No. 2 in Italien
      3. Banco Financiero y de Ahorros (BFA), Spanien, No. 3 in Spanien
      4. CASA, Crédit Agricole, Frankreich, No. 2 in Frankreich
      5. Bank of Ireland, Irland
      6. BNP Paribas, Frankreich, No. 1 in Frankreich
      7. SocGen, Société Générale, Frankreich, No. 3 in Frankreich
      8. Grupo BBVA, Spanien, No. 2 in Spanien
      9. UniCredit, Italien, No. 1 in Italien
      10. Caixabank, Spanien, No. 3 in Spanien, größte Sparkasse in Europa
      11. Commerzbank
      12. MPS, Banca Monte dei Paschi di Siena, Italien
      13. BCP, Banco Comercial Português, Portugal, größte portugiesische Universalbank
      14. Lloyds Banking Group, Großbritannien, No. 3 in Großbritannien
      15. Banco Popular Espanol, Spanien, No. 4 in Spanien
      16. Banco Sabadell, Spanien, No. 5 in Spanien
      17. Deutsche Bank
      18. BES, Banco Espírito Santo, Portugal, No. 1 in Portugal
      19. RBS Group, Großbritannien, No. 2 in Großbritannien
      20. UBI Banca, Italien, No. 5 in Italien

      Wie sie sehen…
      6x Spanien
      4x Italien
      3x Frankreich
      2x Portugal
      2x Deutschland
      2x England
      1x Irland

      Wie kommen sie aus dieser Aufstellung auf diese Behauptung ??
      Zitat:
      Da kommen ganz andere Adressen ins Spiel: DK, NL, SWE, die bisher noch niemand so richtig auf der Uhr hat.
      Zitat ende.

      Des weiteren sind Drachme DM Peseta usw keine “Hirngespinste” die sind ja nun mal unzweifelhaft reale Währungen gewesen.

      Und nur aus der Gewissheit heraus das eine Renationalisierung der Währungen eine schwierige, schmerzhafte und riskante Lösung währe, ändert nichts an der Tatsache das es eine Lösung ist.

      Denn wie wir in diesem augezeichneten Blog hier nachlesen können ist KEINES der Probleme von der Politik auch nur ansatzweise aufgegriffen noch verstanden worden.
      Von geeigneten Maßnahmen wollen wir garnicht erst reden.

      Und Querschüsse belegt immer wieder eindrucksvoll wie sich die Fliehkäfte die letztendlich den Euro zerreissen werden sich immer weiter aufbauen.

      Viele grüße

      Nepumuk

      • der-oekonomiker - 15. April 2012

        Sehr geehrter Herr Nepumuk,

        meine Liste geht bis No. 32. Wer ist hier ungenau? Aber ich will nicht so pingelig sein, nur so viel: 6. BNP Paribas, No. 1 in Frankreich,auf 22. die No. 2 in Belgien, beide stark mit NL-Banken verbandelt. Auf 27. steht die größte dänische Bank und auf 30. die größte norwegische. Stimmt, eine SWE-Bank ist da nicht dabei. Da hatte ich schon meinen neuen Beitrag “Europas Lügen haben kurze Beine” im Kopf, an dem ich gerade arbeite. Zu den SWE-Schwierigkeiten habe ich schon früher an anderer Stelle hingewiesen. Sicher macht der Blog hier eine gute Arbeit, habe ich selbst schon mehrfach betont, auch auf meinem eigenen. Ich habe aber einen anderen Ansatz und muss mich deshalb nicht vor Querschüsse verstecken. Doch, die Wiedereinführung von DM, Drachme, Peseta, lire, usw. sind in meinen Augen Hirngespinste, die nicht fkt. können. Doch, über GEEIGNETE Maßnahmen muss man reden. Da gibt es einige, über die ich bei mir auch schon häufig und frühzeitig geschrieben habe. Bitte infach nachlesen …

    • SLGramann - 14. April 2012

      “Was wir haben ist eine Bankenkrise, sonst nichts.”

      Das ist viel zu einfach.

      Die Banken sind doch nur deshalb in der Krise, weil wiederum deren Schuldner in der Krise sind und deshalb der Wert der Bank-Aktiva fraglich ist. Ob diese Schuldner nun spanische Häuslebauer sind oder die griechische Regierung ist, ist zweitrangig. In jedem Fall sind die Schuldner im Verhältnis zu ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit mit dem Schulddienst überfordert.
      Und solange innerhalb der Währungsunion große Leistungsbilanzunterschiede bestehen, muss(!) die Verschuldung im Süden immer weiter anwachsen, was die Bilanzen der Gläubiger ebenfalls zunehmend virtuell macht.

      Auf diese realwirtschaftlich begründete Überschuldungskrise reagieren die Finanzmärkte – organisiert per Target2 – jetzt auch noch mit Kapitalflucht und potenzieren die Probleme.

      Kern der Sache ist aber, dass im Süden die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Schuldenlast nicht zusammen passen. Der Euro ist dafür eine wesentliche Ursache.

      Also: Bankenkrise schön und gut, aber die hat ihrerseits die oben beschriebenen Ursachen.

  • StfnRp - 14. April 2012

    Für mich handelt es sich um wirtschaftliches Versagen, bzw. um eine Fehlinvestitionskrise.
    Andere Leute nennen das Blasenbildung. In Zukunft werden wir aufgrund von Resourcenknappheit ein Problem mit dem Wachstum haben. Aus diesem Grund können auch nicht die Fehlinvestionen durch Wachstum ausgeglichen werden. Was zu Problemen in der Wirtschaft und damit bei den Banken und Staaten führt.

    Das Problem liegt auch nicht an den vielen Sozialhilfeemfängern. Diese wurden in der Vergangenheit real auch gefüttert/versorgt. Dies wäre dann für die Zukunft eine Frage der Verteilung. Wie es ausschaut kommt es aber zu einer Brasilianisierung der Welt.

    Hätte man also die Arbeitskraft in nachhaltige Energieversorgung und in die Optimierung der Verwendung von Resourcen gelenkt, statt in Konsum und Spass (künstliche Inseln, Ferienwohnungen, Kreuzfahrschiffe, smartphone, elektronischen Massen-Nippes und anderen Tinnef) würden es vermutlich besser aussehen.

    Kurzfristiges Denken ist aber einfacher und so wird es wohl auch bleiben.

  • bauagent - 14. April 2012

    Das Thema ist ja nicht nur deshalb schwierig, weil der Fachbereich Volkswirtschaft keine gesicherte Naturwissenschaft ist, sondern weil Akteure in ihm umgehen, die eigene politische Interessen verfolgen und insofern die erste Pflicht sein muss, sich unser Geldsystem zumindest in den Grundzügen zu nähern und zu verstehen. Danach sollte das Target2 System in einfachen, für viele verständlichen Worten aufgenommen werden.

    Mit der damit verbundenen Erkenntnis, dass dieses Geldsystem mit Euro früher, ohne Euro später kollabieren MUSS, kann man dann Theorien überlegen, welche Gruppen daran interessiert sein könnten, diesen zwangsläufigen Verlauf für die Durchsetzung dieser Interessen
    zu nutzen.

    Man wird dann zwangsläufig nie nur den Wahlkampf Obamas als einziges Argument verwenden können, um einen Angriff auf den Iran anzunehmen oder auszuschließen. Viel zu unterschiedlich sind die Interessenlagen in den verschiedenen Weltregionen, die meist nur eines gemeinsam haben; DAS GLEICHE RÄUBERISCHE UND UMVERTEILENDE GELDSYSTEM, GEFÜHRT VON EINER INTERNATIONALISIERTEN BANDE VON BETRÜGERN, DIE IM AKTUELLEN SZENARIO DIE STAATEN ERPRESSEN, UM IHRE ZIELE ZU REALISIEREN!

    Unser Geldsystem:

    http://www.steuerboykott.org/

    Target2 – Erklärung verständlich:

    http://www.gfinm.de/images/stories/workingpaper28.pdf

    • georg - 14. April 2012

      hallo
      fachbereich volkswirtschaft ist ein teil der wirtschaftswissenschaften und diese werden von vielen zu recht nicht als exakte wissenschaften angesehen, das kann man sehr schön bei J:k. GALBRAITH dem grossen amerikanischem nationalökonomen nachlesen. und weil die sog. wirtschaftswissenschaften nicht genug wissenschaftlich waren hat man ohne ende mathemathische und statistische modelle integriert um das ganze besser belegen und nachvollziehen zu können… derjenige der diese modelle verstanden hat fands toll und hat verächtlich auf die herabgesehen dies nicht verstanden haben… ,so ne art herrschaftswissen mit spezieller herrschaftssprache, mittlerweile sind die statistischen und mathematischen modelle exponentiell explodiert und wiedersprechen sich vielleicht sogar, bei der komplexität blickt aber sowieso keiner mehr durch .daher tragen die sogenannten wirtschaftswissen schaften zur lösung der probleme nicht bei sie verschärfen sie sogar, als sprachrohr des kapitals. gruss georg

  • stefan k. - 14. April 2012

    Kreditgeld ist das juristische Band das die Leistung von Heute mit der Gegenleistung von Morgen verbindet.

  • klaus - 15. April 2012

    @der-oekonomiker

    was heißt den hier germansky bank bankrott?

    Die haben gefälligst mit Hilfe des Steuerzahlers
    noch ein paar Milliärdchen an das FED Sammelbüro
    zu geben.

    Und das sicherlich genauso wie die CBank vor
    dem Wahltermin in good old USA.

    Und wenn der liebe Sarkozy jetzt noch wahltechnisch
    ausfällt wird das sehr bitter.

    Dazu noch eine verünglückte Wahl ohne 2/3tel
    Mehrheiten für die beiden Großparteien in SH und NRW
    und der GAU ist perfekt.

    Dann wackelt selbst TINA.
    Und es gibt keine neuen Reifen für rasante
    Zwischenspurts zu eiligen Bail-Outs.

    Und blöderweise kommt dazu das die FED dann
    in der SUI noch etwas Cash abgreift.

    Dann hebt keiner mehr als 5.000 ab.
    Sonst is kein Wechselgeld mehr in der Kasse.
    Dann stehen sogar Steuersünder vor Liquiditätsproblemen.
    Und in Deutschland wird zwangsversteigert um
    im ESP/ITA Geld zu drucken.

    Das wird ein Spass.

    Die Wahlen sind das Lustige.
    Sobald Tinas Mehrheit wackelt,
    muß die große Koalition unmöglich sein,
    sonst zahlt wieder der brave Steuerzahler.
    Auch für sein griechisches/spanisches Brüderchen in
    Geiselhaft.

    ;)

  • Tourist - 15. April 2012

    Übrigens ,dass Herr Jain, der neue Vorsitzende der DB, die schwächelnde Verwaltung der – des Geldes überdrüssigen reichen – Vermögenden näher an die Investmentbankingabteilung eingliedern will, passt ins Bild der Situation der Banken. Die letzte Bastion für Großbanken, die nunmal hohe Refinanzierungskosten haben (trotz vorgegebener Basel 3 Popel-Eigenkapitalquote), noch ausreichend Margen zu bekommen ist und bleibt im Derivative-Handel.
    Deswegen eifert jetzt auch die DB , die diese Zusammenlegung bis jetzt verhindern konnte (vlt. Dank des Herrn Ackermann?!?), dem Trend der anderen Großbanken nach….
    gruss

  • Voltaire - 15. April 2012

    @ Tourist

    Die Deutsche Bank (DB) ist alles andere als gut aufgestellt. Wer sich die Bilanz im Jahresbericht 2011 anschaut (http://www.deutsche-bank.de/ir/de/content/berichte_2011.htm), wird sehr schnell erkennen, dass die DB im letzten Geschäftsjahr abgewirtschaftet hat.

    Das ist schon daran erkennbar, dass das Eigenkapital gegenüber dem Fremdkapital, d. h. die Eigenkapitalquote, weiter abgenommen hat.

    Verbindlichkeiten 2010: 1.855.262 Mio. EUR
    Verbindlichkeiten 2011: 2.109.443 Mio. EUR

    Dem stehen folgende “Den Deutsche-Bank-Aktionären zurechenbares Eigenkapital” gegenüber:

    EK 2010: 48.815 Mio. EUR –> EK-Quote 2,63 %
    EK 2011: 53.390 Mio. EUR –> EK-Quote 2,53 %

    Selbst unter Berücksichtigung des “Eigenkapitals einschließlich Anteile ohne beherrschenden Einfluss” nahme die EK-Quote ab:

    EK 2010: 50.368 Mio. EUR –> EK-Quote 2,71 %
    EK 2011: 54.660 Mio. EUR –> EK-Quote 2,59 %

    Bei der Jahreshauptversammlung wird man die Aktionäre wieder über die geschönten Zahlen der s. g. “Tier-1 Kapitalquote” bzw. “Tier-1 Kernkapitalquote” unterrichten -

  • Tourist - 15. April 2012

    Wundern tuts mich nicht.

    “Die Deutsche Bank (DB) ist alles andere als gut aufgestellt.”

    Das wird es aber auch für keine Bank mehr geben. Es gibt kein” optimales” Aufstellen mehr. Evtl. nach dem großen Bankensterben und Fusioneren! Evtl. dann werden ein paar übrig bleiben. Aber da steckt viel Glück drin! Gerade die Willküre der Anleger kann nicht kalkuliert werden. Da helfen auch keine Hochglanzbroschüren mit Perlweissgrinsen!

    In den USA geht das Bankensterben ja munter weiter von Monat zu Monat. Ist zwar rückläufig geworden, aber nun ja irgendwann ist auch nix mehr zum Absterben da.

    • der-oekonomiker - 15. April 2012

      Hier mal was zu den aktuellen Gefährdungen: http://www.calculatedriskblog.com/2012/04/unofficial-problem-bank-list-declines.html.

      Es gibt US-Schätzungen, die gehen sogar von bis zu rund 3 000 gefährdeten UIS-Instituten aus. Noch halten FED und die US-Großbanken den Deckel auf den Problemen bei Kreditkarten und den Gewerbeimmobilien-Finanzierungen. Zwar reduzieren die Amerikaner ihre KK-Kredite, aber immer noch nicht schnell genug. Bei den Gewerbeimmobilien stehen angeblich über 20% unter Wasser. Bisher werden die betroffenen Verträge “stillschweigend” verlängert.

  • Holly01 - 15. April 2012

    Um 3 Größen kommt niemand vorbei :
    - Das Bankensystem hat die Sicherheiten bis zum Betrug ausgedünnt. Der Interbankenhandel wird nicht mehr zurückkommen, denn aller Banker wissen, um den Handel mit Hebel, aber ohne Sicherheiten.
    Geldschöpfung der Geschäfts- und Investmentbanken muss verboten werden.
    - Der Staat ( alle OECD Staaten ) nimmt zu wenig ein. Einige wenige wissen garnicht wohin mit dem Geld während eine ganze Generation arbeitet ohne ein Auskommen zu haben.
    Terrorismusgesetzte gegen die eigenen Bürger wird dem System nicht helfen.
    Das Geld muss per Steuer dort geholt werden, wo es vorhanden ist und nicht per Staatsschuld das Gemeinwesen zur Karrikatur degradieren.
    Schuldenschnitt kombiniert mit Kapitalschnitt um Staatsschulden- und Sicherheitenkrise lösbar oder zumindest verwaltbar zu machen.
    - Es macht garkeinen Sinn (ausser um von den wirklichen Tätern abzulenken) Arme gegen Ärmere, Polizei gegen Bürger oder Politik gegen Wähler zu treiben.
    Soziale Abgründe machen uns nur unregierbar. Das spielt ausschliesslich den 2% in die Hände.
    Wir haben nur die Politiker, die aktiv sind. Wir haben nur die Elite die jetzt aktiv ist.
    Es gibt keine Alternativen. International wird niemand die Probleme für uns lösen.

    Wir benötigen die Einsicht für eine Entschuldung und einen Gesamtstaatlichen Besitzstand.
    4 Billionen der vorhandenen 10 Billionen müssen transferiert werden. Progressiv ab etwa 10k Vermögen oder Vermögensanspruch, bzw. Grund- oder Immobilienbesitz.
    Die ca 500 Milliarden “Rest” müssen politiksicher angelegt werden. Das ist dann wie beim Fußball, jeder ist selbst der beste Trainer, aber entscheiden sollte es die BuBa. Die BuBa sollte auch die Geldschöpfung übernehmen und die Schuldenaufsicht für öffendliche Haushalte.
    Alle öffendlichen Haushalte müssen Überschüsse ausweisen.

    So in etwa sollte es laufen.
    Enden wird es aber mit giergetriebener Gewalt, viel Elend für die 98% und einem erheblichen Rückgang der Sozialtransfers.
    Die 2% sind erschreckend dumm.

    • der-oekonomiker - 15. April 2012

      Gefällt mir. Ein guter Beitrag. In wenigen Sätzen viel Vernünftiges geschrieben. Danke.

  • Georg Trappe: - 16. April 2012

    Die Banken sind die Dummen! Das Verhalten der Banken ist Ausdruck eines Kampfes ums Ueberleben, der Dank “Fettaugensyndrom” nicht gewonnen werden kann.
    http://fettaugensyndrom.blogspot.com/
    Auch nicht von Banken, die unendliche Kapaziatet zum Geldschoepfen haben. Banken koennen Bilanzen erweitern oder verkuerzen. Mehr nicht! Beides verschaerft das Problem. Sie koennen sie nicht ausgleichen! Wenn sie die aufgebauten Ungleichgewichte auf Seiten ihrer Passiva mit den von staendig steigendem Risiko des Ausfalls bedrohten Aktiva ausgleichen wollten, staende ihnen dazu nur! das Eigenkapital zur Verfuegung.
    Das waere nicht nur Selbstmord sondern auch vollkommen unzureichend.
    Die einzige wirkliche Loesung ist ein Schuldenerlass/Verzicht auf Grossvermoegen durch die 1%. Anders geht es nicht. Zusaetzliche horrende Geldschoepfung = Verlaengerung der Bilanz des Bankensystems kauft nur Zeit. Sparen und Schuldenabbau = Verkuerzung der Bilanz des Bankensystems fuehrt direkt in die deflationaere Abwaertsspirale und in den Kollaps.

    • Bernd Rickert - 16. April 2012

      Schuldenerlass und Verzicht auf Grossvermögen sind drastische Rezepte, die das Problem der Kapitalakkumulation zwar kurzfristig lösen, aber die Krankheit nicht heilen. Der Verzicht auf privates Grossvermögen wäre durch eine absolute, der Inflation angepasste Vermögensobergrenze zu erreichen. Diese sollte so hoch gesetzt sein, dass sie immer noch zu Leistung und Wettbewerb motiviert. Mit höheren Steuersätzen kommt man diesem wuchernden Geschwür nicht bei.

      Langfristig ist meiner Meinung der Verzicht auf privates Grossvermögen nur im Einklang mit familienpolitischen Anreizen gesichert, die zu mehr vertikaler Fluktuation in der Bevölkerung führen und sozial schädliche Netzwerke entflechten. Der absurde Spagat “reich, dumm und mächtig” wäre entschärft.

      In den Medien taucht immer wieder die Ethik als Thema auf. Leider wird diese verlogene Diskussion bislang missbraucht, um das Volk für blöd zu verkaufen. Wer ethischen Werten wirklich ein ausgleichendes Gewicht zu matriellen Werten geben will, sollte Taten statt Worte sprechen lassen und die materiellen Werte im verblendeten social brain zurücksetzen.

  • Illoinen - 16. April 2012

    Das Banken wieder, ich meine sich immer noch im Krisenmodus sich befinden, liegt u.a. daran, dass nicht die Ursachen sondern die Symptome bekämpft werden. Es müssen Eurobonds eingeführt werden, und die Vergabe von Krediten nur für Investitionen in die Realwirtschaft zur Verfügung gestellt werden. So wie es auch der Marshall Plan vorsah. Damals war es auch nicht möglich, mit Krediten “wetten auf windige Finanzprodukte” zu finanzieren.

    Seit 2007 die ganz große Finanzkrise ausbrach, hat das Vergeben von Krediten ein, sagen wir, Imageproblem. Jahrelang hat die Geldvergabe der Finanzbranche derart überschwänglich geboomt, bis plötzlich aufflog, was alles auf Kredit finanziert wurde. Und plötzlich alle ihre Schulden abbauen wollten, statt Geld auszugeben.

    Seitdem versuchen Notenbanken und Regierungen, zur Rettung des Systems einzuspringen und Geld bereitzustellen. Seitdem wollen Systemkritiker am liebsten alles verbieten, was die Menge an kursierendem Geld erhöht – etwa dadurch, dass das Geld ans real existierende Gold gekoppelt würde. Schluss mit Kreditwirtschaft. Dabei fragt sich, ob die Welt so nicht von einem Unsinn in den nächsten stolpert?

    Wäre es nicht vielleicht weiser, künftig zu trennen, was gute und was schlechte Kredite sind. Statt alles in einen Topf zu werfen, was Banken an Geld vergeben, wie das in herkömmlichen Erklärmodellen üblich ist; und statt jedwede Geldschöpfung zu verteufeln. Dann ließe sich auch ermessen, um wie viel die Finanzbranche noch schrumpfen muss, damit wir ihre Exzesse nicht alle paar Jahre wieder neu ausbaden müssen. Und warum muss jetzt die Realwirtschaft und die Bürger für diese Exzesse in der Finanbranche “bluten” Warum müssen die Steuerzahler die Kasinos dieser Welt retten? Man hat festgestellt das die Kredite für Wetten an den Finanzmärkten um das 5 – 6 Fache höher waren als der Realwirtschaft

    In den vergangenen drei Jahrzehnten galt nach gängiger Lehre, dass das Geld umso effizienter verwendet wird, je größer die Volumen sind, die dort hin- und hergeschoben werden. Über Sinn und Unsinn urteilt der Markt. Und wenn Kredite schneller wuchsen als die Realwirtschaft, erklärten Branchenvertreter schnell, dass das halt die Vertiefung des Sektors spiegele, was irgendwie auch wieder toll klang. Dann wurden Kredite eben mit Krediten bedient.

    Nun wäre es absurd, jede Kreditvergabe als gefährlich einzustufen. Wenn das Geld dazu diene, reale Investitionen zu finanzieren, sei das für alle Beteiligten sinnvoll, schreibt der Groninger Wirtschaftswissenschaftler Dirk Bezemer in seinem beeindruckenden Beitrag für die internationale Inet-Konferenz der Neuen Denker, die seit Donnerstag in Berlin tagt.* Im Grunde sei es sogar nötig, Geld zu schöpfen, wenn mehr hergestellt werden soll als bisher. Solche Investitionen generierten reale Wirtschaftsleistung, die wiederum die Basis dafür sei, die Schulden wieder zu tilgen. Dadurch erhöhe sich insgesamt auch nicht das Niveau der Verschuldung im Land.

    Das Gegenteil gelte, wenn es um Kredite geht, die für Konsum, Immobilien oder sonstige Finanzgeschäfte genutzt werden, so Bezemer. Dann wird Geld geschöpft oder aus der Wirtschaft abgezogen, ohne dass dem zwingend eine Wertschöpfung gegenübersteht. Im Gegenteil, so Bezemer: der Kauf eines Wertpapiers sei ein Nullsummenspiel – wer etwa eine Aktie erwirbt, hat zwar mehr Vermögen, gleichzeitig steigen aber bei dem, der sie ausgibt, die Verbindlichkeiten. Netto steigt die Verschuldung.

    Genau hier ist das Drama der aktuellen Krise. Bezemer teilte die Schuldenstände der US-Banken auf: in solche, die im Finanzsektor samt Immobilien- und Konsumkrediten entstehen – und jene, die von der Realwirtschaft gemacht werden. Und siehe da: Die Kredite für reale Investitionen sind von den 50er-Jahren bis zur Krise 2007 gemessen am Bruttoinlandsprodukt kaum gestiegen; hier kann die Blasenursache nicht liegen. Anders bei der Finanzwirtschaft, deren Schulden 1952 gerade so hoch wie die US-Wirtschaftsleistung eines Jahres lagen – bis Mitte der 80er-Jahre die Globalfinanz reguliert wurde: Bei Krisenausbruch 2007 erreichten die Schulden der Geldbranche das Fünffache der Wirtschaftsleistung. Die Geldlotterie der Banker erklärt damit fast allein den enormen Anstieg der Schulden bei US-Banken.

    Alarm per Frühwarnsystem

    Das Tückische ist: Wenn beim Hin- und Herkaufen von Finanzprodukten die Preise steigen, steigen logisch auch die Verbindlichkeiten – das heiße: jeder Vermögenspreisboom sei auch ein Schuldenboom, so Bezemer. Wobei der Preisanstieg die Illusion von Wertschöpfung aufrecht hält, de facto aber die Schulden weiter erhöht – bis die Blase platzt. Dann sind die Werte weg, Schulden und Schuldendienst aber bleiben – oder müssen von Staaten übernommen werden. Willkommen im Jahr 2012.

    Die Ursache des Übels scheint in jener Deregulierung zu liegen, die just vor Beginn des Booms einsetzte, ziemlich ungebremst Kredite ermöglichte – und sich als Desaster erweist. Weil mit steigender Verschuldung die Anfälligkeit der Finanzbranche für Crashs steigt und viel Geld zur Bedienung von Schulden aufgebracht werden muss, das sonst für Investitionen in Wirtschaft und Arbeitsplätze bereitstünde. Und weil der schöne Vermögensboom dazu beigetragen hat, dass die einen sich immer reicher fühlen – und andere immer ärmer.

    Sinnvolle Kreditgeschäfte innerhalb der Finanzbranche, etwa zum Abfedern von Risiken. Dadurch lasse sich aber nur ein kleiner Teil der Exzesse legitimieren. Das Limit vernünftiger Schulden liege etwas höher als die Wirtschaftsleistung, solange diese Schulden zum Großteil reale Investitionen finanzieren.

    Aus Bezemers Analyse ließen sich Frühwarnsysteme ableiten, die nicht gleich Alarm schlagen, wenn mal die Kredite wachsen – was nötig ist, um die Wirtschaft vorankommen zu lassen -, dafür aber umso lauter, wenn Banken nur noch an Banken, Konsumenten oder Immobilienkäufer verleihen, diese Kredite über Jahre viel stärker wachsen als die Realwirtschaft und die Schulden weit über 100 Prozent des BIPs steigen.

    Um dahin zu kommen, müssten Kredite viel stärker wieder bewirtschaftet werden, sagt Bezemer. So wie das in der Zeit vor der großen Deregulierung und ihren fatalen Schuldenfolgen der Fall gewesen ist. Radikal, aber womöglich besser so.

    Bis dahin geht es ohnehin erst mal darum, auf verträgliche Niveaus zu schrumpfen. Entweder über Verzicht und Austerität, was jedoch lange dauert und bedeutet, dass viel Geld aus der Realwirtschaft abgezogen werden muss, um das Finanzdesaster zu beheben. Oder aber, so Bezemer, über Schuldenschnitte für alle. So wie es das nach ähnlichen Exzessen in alten Zeiten gab, als zur Bereinigung einfach “Debt Jubilees” erlassen wurden.

    • Bernd Rickert - 16. April 2012

      Bis auf den Behauptung,

      “Im Gegenteil, so Bezemer: der Kauf eines Wertpapiers sei ein Nullsummenspiel – wer etwa eine Aktie erwirbt, hat zwar mehr Vermögen, gleichzeitig steigen aber bei dem, der sie ausgibt, die Verbindlichkeiten. Netto steigt die Verschuldung.”

      stimme ich überein. Tatsächlich hat der Aktienkäufer nur bei steigenden Kursen bei gleichem materiellen Vermögen mehr geldwertes Volumen-Vermögen, also einen scheinbaren Mehrwert erzielt.

      Später in dem Kommentar wird diese Behauptung dann glücklicherweise relativiert.

  • Bernd Klehn - 16. April 2012

    Lieber Steffen,

    Zumindest Frankreich ist im Februar von der Kapitalflucht verschont gebleiben, weiter können wir ja noch nicht schauen,

    http://www.banque-france.fr/fileadmin/statistiques/base/en/csv/mi.m.fr.n.n.l20.a.1.u5.0000.z01.m.e.b.x.csv

    Das Target2-Defizit Frankreichs ist im Februar von 113,666 Mrd. auf 96,316 Mrd. zurückgegangen. Wahrscheinlich auch , weil Fankreich viel Geld aus Italien zurückgeholt hat.

    Gruß

    Bernd

  • Thorsten Eckau - 16. April 2012

    Hallo Steffen,

    ich habe mal eine Frage. Du schreibst:
    “Die massive Liquiditätszufuhr führte dagegen zu einem unerwünschten Effekt der beschleunigten Kapitalflucht aus der Südperipherie und aus Frankreich, wie deren explodierenden negativen Target2 Salden anzeigen…”

    Ich sehe den zwingenden Zusammenhang zwischen LTRO-Geld und (vermutlich in der Tat stark zunehmender) Kapitalflucht nicht. Vielleicht übersehe ich was? Kannst Du mir diesen Zusammenhang erklären?
    DANKE!!

    Gruss,
    Thorsten

    • Querschuss - 16. April 2012

      Hallo Thorsten,
      weil per Target2 Zahlungssystem den PIIGSBF-Banken Zentralbankgeld abfließt und gleichzeitig die Einlagen schwinden. Um überhaupt die Zahlungsaufträge auszuführen zu können, müssen PIIGSBF-Banken ausreichend Zentralbankgeld haben. Dies haben sie sich vor allem bei den LTROs geholt. Die schwindenden Einlagen der Kunden werden durch Verbindlichkeiten zur nationalen Zentralbank ersetzt, also als Gegenstück zu den Aktiva der Zentralbank aus der Kreditgewährung an die Banken. Die PIIGSBF-Zentralbanken halten durch LTROs enorme Forderungen aus der Kreditgewährung an die Banken und auf der Passivaseite wächst ziemlich äquivalent die Target2 Verbindlichkeit. Also dient die Kreditgewährung der Zentralbanken zuvorderst aktuell dazu, das Zentralbankgeld via Target2 zu verbringen und dies läßt die Forderung der DNLF-Zentralbanken aus Target2 anschwellen, die ja die Transaktionen aus Target2 ausführen, also den Empfängern, den DNLF-Banken das Geld gutschreiben, ohne es selbst von den PIIGSBF-Zentralbanken bekommen zu haben. Deshalb sind die Target2 Forderungen auch nicht besichert, denn die Sicherheiten aus der Kreditgewährung der PIIGSBF-Zentralbanken bleiben bei den PIIGSBF-Zentralbanken. Genaugenommen ist die Target2 Forderung der DNLF-Banken unbesichert.

      Schön zu sehen an der italienischen Bilanz der Banca d’Italia. Der Anstieg der Kreditgewährung im März 2012, also nach LTRO2 entsprach fast 1:1 dem Anstieg des negativen Target2 Saldos auf der Passiva Seite der Bilanz, also die Ausweitung der Kreditgewährung in Zentralbankgeld führte direkt zur Verbringung des gewährten Zentralbankgeldes:
      http://www.bancaditalia.it/statistiche/SDDS/stat_fin/Aggregati_riserve/agg_201204/agg201204en.pdf

      Gruß Steffen

      • dank - 16. April 2012

        1 Billion ging an die Banken, damit diese weiter Liquidität vortäuschen können. Ohne dieses billige Geld hätten diese Banken ihre Kunden (deren Fluchtgeldwünsche oder Rechnungsüberweisungen) nicht weiter bedienen können. Dank der Billion können nun die Banken im Club Med wieder Guthaben von Ihren Kundenkonten an die Banken in DNLF überweisen – was über Target2 und die nationalen Notanbanken & EZB geschieht. –> das LTRO-Money hat die Banken wieder (für kurze Zeit) flott gemacht und es den Kunden ermöglicht Geld ins sicherere Ausland zu überweisen. Ohne LTRO wären die Banken in dem Umfang gar nicht in der Lage gewesen Guthaben zu transferieren bzw. Rechnungen im EURORAUM (ausserhalb des Heimatlandes) zu bedienen – also wenn ich das alles soweit richtig verstanden hab.
        Für mich stellt sich nur die Frage, was passiert wenn die EZB das Geld aus den LTRO wieder einsammeln will, aber die Club Med Banken das alles schon wegüberweisen (versoffen) haben?!

        • Querschuss - 16. April 2012

          Hallo dank,
          alles richtig, wohl besser formuliert als von mir!

          “Für mich stellt sich nur die Frage, was passiert wenn die EZB das Geld aus den LTRO wieder einsammeln will, aber die Club Med Banken das alles schon wegüberweisen (versoffen) haben?!” Gute Frage muss ich mal drüber nachdenken, auf die schnelle würde ich sagen, sie können es nicht einsammeln, sonst sind die Banken der Südschiene sofort fertig.

          Gruß Steffen

          • Thorsten Eckau - 16. April 2012

            Danke Euch beiden!

          • dank - 16. April 2012

            Danke für die Blumen.
            Eine Möglichkeit ist mir dazu eingefallen – die nationalen Notenbanken versorgen ganz einfach die Banken, die das billige LTRO-Geld bereits via Target2 ins Ausland (auf Kundenwunsch) überwiesen haben, mit ELAs bis die Bilanzen krachen. Oder gibts noch andere finanztechnische Kniffe die hier Anwendung finden könnten – evtl. sehen wir hier in den nächsten Wochen/Monaten mehr. In bei Irland gingen die ELAs letztens sogar zurück und auch sonst scheint es mit den Iren bergauf zu gehen… In Griechenland ist trotz des LTRO-Moneys schon eine Stützung via ELAs nötig geworden, wie von Steffen schön dargestellt: http://www.querschuesse.de/bank-of-greece-im-letzten-gefecht/
            Dann kommt die Frage auf, ob die klammen nationalen Notenbanken die ELAs irgendwie hoch zur EZB durchreichen können?
            Oder könnte der ESM die ELAs dann aufsaugen (hier nehme ich fast an ja, so monströs dieses Konstrukt aufgestellt werden soll)? ELAs sind ja nur kurz-/mittelfristig gedacht, oder? Wobei ELAs wahrscheinlich ja nicht mal eine Fälligstellung haben…
            Kann mir nach dem Doppel-Flop der Monsterfinanzspritzen nicht vorstellen, dass noch mehr LTRO-Geld bereitgestellt wird. Besonders da die solventeren Banken das Geld eh lieber heute als morgen wieder zurückzahlen wollen und denen einfach schlicht eine Möglichkeit fehlt, das Geld sinnvoll einzusetzen und anscheinend schon fast konstant zw. 740 und 780 Mrd. Euro als Einlagefazilität auf Konten bei bei der EZB herumhängen. Da werden eine Menge Banken nach Rückgabe der LTROs weinen: Außer Spesen nichts gewesen – während andere ohne fresh money gar keine Rückgabe arrangieren können und auch weinen. Liebe EZB: Satz mit X, das war wohl nix. Oder: Einfach dem Wahnsinn immer einen Schritt voraus: EZB.
            EZB auf BSE. Jetzt aber gut.

    • der-oekonomiker - 16. April 2012

      Hat diese Erklärung von Steffen irgendjemand verstanden? Dann bitte ich um sachdienliche Hinweise, besser noch um eine verständliche Übersetzung…

      • Querschuss - 16. April 2012

        Hallo der-oekonomiker,
        verkürzt, die Kreditgewährung der nationalen Zentralbanken der Südperipherie per LTRO an die dort heimischen Banken wurde zuvorderst genutzt um die Kapitalflucht via Target2 zu gewährleisten. Thorsten wollte dies ausführlicher erklärt bekommen, scheint misslungen zu sein.

        Gruß Steffen

        • der-oekonomiker - 16. April 2012

          Ok, danke. Nur, in welches sichere Ausland? Gibt es das noch?

          • Querschuss - 16. April 2012

            zeigen doch die Target2 Salden an, in die DNLF, vor allem nach Deutschland.

            Gruß Steffen

  • Tourist - 16. April 2012

    Hallo Illoinen,

    “dass nicht die Ursachen sondern die Symptome bekämpft werden”

    jepp!

    “Es müssen Eurobonds eingeführt werden,”
    Sie sind kein Hiflsmittel, da sie eben auch nicht an die Ursache gehen,sondern diese verschleiern. Eurobonds sind eine Zentralisierung von Sicherheiten, mehr nicht.
    Die Frage bleibt: Warum die Realwirtschaft einfach nicht ausreichend attraktiv ist für das viele Geld.

    “…was alles auf Kredit finanziert wurde. Und plötzlich alle ihre Schulden abbauen wollten, statt Geld auszugeben.”

    Ja, aber warum? Kredit gehört eh und je zum Kapitalismus. Was hier zu diskutieren wäre, ist die Quantität der letzten Jahrzehnte. UND es ist zu einfach zu sagen, die Banken waren zu gierig. Warum konnte diese Menge Kredit nicht von vorneherein in der Realwirtschaft angelegt werden: Warum war diese über Jahrzehnte unattraktv für Gläubiger, so unattraktiv, dass diese verzweifelten Kredigeber sogar Hirngespinste, wie Derivate erfinden mussten, damit sie was zum “Anlegen” haben.

    “Wäre es nicht vielleicht weiser, künftig zu trennen, was gute und was schlechte Kredite sind”

    Das ist ja “Verzeihung” naiv! Ein Kredit misst sich erstmal in seiner Qualität darin, dass er zurückgezahlt wird, samt Zinsen. Der Kredit misst sich also an seiner Rendite! Umso höher, umso besser.
    Wer den Kredit “planen” wil, in gut und schlecht, setzt 2 Dinge voraus. Erstens: Gäubiger sind nicht mehr privat, sondern zentralisiert gesteuert und die Renditeziele werden aufgegeben. Beides sind Forderungen, die der Marktwirtschaft gegen den Strich gehen.

    “ohne dass dem zwingend eine Wertschöpfung gegenübersteht”

    Definier mal Wertschöpfung. Bei mir gehts da ganz klar um ARBEIT und wie es um diese steht. Und da liegt auch der Hund begraben. Arbeitssame Wertschöpfung ist für den Anleger – im Verhältnis zu… – fortlaufend obsoleter!

    “Die Ursache des Übels scheint in jener Deregulierung zu liegen, die just vor Beginn des Booms einsetzte, ziemlich ungebremst Kredite ermöglichte – und sich als Desaster erweist”

    Nein eben nicht meines Erachtens. Arbeit, Lohn, Kaufkraft und Produktivität (meint: Arbeitszeit pro Ware, folglich Lohn pro Ware, folglich Kaufkraft pro Ware) sind hier mal ins richtige Licht zu rücken.

    “Die Kredite für reale Investitionen sind von den 50er-Jahren bis zur Krise 2007 gemessen am Bruttoinlandsprodukt kaum gestiegen; hier kann die Blasenursache nicht liegen.”

    Die Frage hier ist, warum denn nicht? Warum ist “Realwirtschaft” überhaupt unattraktiv (geworden)!

    Was ist überhaupt Realwirtschaft? Beispiel: Ein Tischler tischlert ein Tisch, der wirdgekauft und steht da als Sachwert! Geld wurde transferiert und zirkuliert. Eine Tomate wird gekauft und gefuttert. Der Sachwert ist weg, Aber das Geld zirkuliert! Was hat mehr Ähnlichkeit mit einem Derivat????? Da sind die Übergänge wohl eher fließend zwischen “Realwirtschaft” und “Finanzwirtschaft”! Daher sind sie keine Gegensätze! Was aber zu untesruchen ist – und das stellt man fest zwischen “Realwirtschaft” und “Finanzwirtschaft” – ist, dass die “Finazwirtschaft” in puncto Arbeitsintensität fortlaufend minimiert ist gegenüber “realwirtschaftichen Transaktionen”. Da ist ein gradueller Übergang zwischen Real- und Finanzwirtschaft. Deswegen kann diese Gegenberstellung auch mal schnell ein falsches Bild vom Kapitalismus machen und seine destruktive Funktiosnweise.

    “Sinnvolle Kreditgeschäfte innerhalb der Finanzbranche, etwa zum Abfedern von Risiken.”

    Die Frage auch hier ist, warum es überhaupt Risiken gibt die, um es zu sagen, künstlich sind!

    Stell dir vor, du produzierst Brot, weil du dein Hunger stillen willst! Und jetzt stell dir vor, du sietzt vor deinem Brot und zwischen dir und deinem Brot kommt die Marktwirtschaft. Die sagt: Verkaufe dein Brot und bekomme Geld, dann kannst du Nahrung kaufen. Kingt dämlich, is aber so im Kapitalismus. Erst seine bescheuerte Transaktionsweise bringt zwischen deiner Person und deinem Brot das “Risiko”, WEIL alle anderen Prodzenten das gleiche marktwirtschaftliche Problem haben, wie du und dein Brot als Ware!
    Mein Vorschlag: Iss doch einfach dein Brot!
    Um nicht in die Subsistenzwirtschaft gedrängt zu werden, sage ich dir was: Ersetze deine Person einfach mit dem Begriff Bevölkerung, also Menschen und dein Brot mit “allgemeines GELDLOSES Produktionsergebnis”.

    Mehr nicht!

    “Um dahin zu kommen, müssten Kredite viel stärker wieder bewirtschaftet werden, sagt Bezemer. So wie das in der Zeit vor der großen Deregulierung und ihren fatalen Schuldenfolgen der Fall gewesen ist. Radikal, aber womöglich besser so.”

    Der Bezemer scheint hier Ursache und Wikrung zu verwechseln. Kredite bewirtschaften…also wirklich^^
    Das Problem liegt im Anerkennen eines völlig abstrakten Tauschwerts names Geld! Dieses ist zugleich Ursache von Risiko und Risikotransporteuer und damit Regulator wirthschaftlicher Beziehungen. Wozu braucht man son Scheiss eigentlich. Denk an das Brot.
    Jetzt kommen wieder Leute und sagen: Wie will man denn so hooochkomplexe Beziehungen ohne Geld steuern. Das geht ja gar nicht. Richtig!!! Deswegen brauchen wir andere “hochkomplexe” frei(!!!)gestaltbare Produktionsbeziehungen, die von allen kritisierbar sind. Die aber nicht getrieben und geplant werden am Strom des Risikos, sondern am direkt ermittelten Bedarf der Menschen.

    Gruss
    Tourist

  • Lazarus09 - 16. April 2012

    *huestel* ..die Welt + 5% funktioniert eben doch nicht .. da hilft auch kein Vertrauen in die Maerkte ;-)

  • dank - 16. April 2012

    Das musste ja so kommen:

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/inflation-kleinglaeubige-ezb-beamte-11717693.html

    Scheint so gibt es doch einige die da mehr wissen.

  • Phate - 17. April 2012

    Eine kurze Frage zum Verständnis: Warum verlaufen die Aktienkurse der verschiedenen Banken praktisch identisch?