Barack Obamas´ Rede zur Lage für die Republikaner

von am 13. Februar 2013 in Allgemein

Wenn die gestrige Rede des US-Präsidenten vor beiden Kammern des Kongresses etwas verdeutlicht hat, dann war das die Lage der Republikaner, die nicht nur die Präsidentschaftswahl verloren, sondern sich auch danach politisch weiter ins Abseits geschossen haben. Marco Rubio, ein Hoffnungsträger der Republikaner, der die traditionelle Erwiderungsrede hielt, hatte von vornherein einen schweren Stand. (1)

Neues im Kampf gegen die schwächelnde US-Wirtschaft und die hohe Arbeitslosigkeit hatte Barack Obama in seiner Rede zur Lage der Nation gestern indes kaum zu bieten. Förderung erneuerbarer Energien, Investitionen in Infrastrukturen und Bildung, Stärkung des Mittelstands der amerikanischen Gesellschaft und der US-Wirtschaft (2), all das hat er schon bei seinen früheren Reden immer wieder in den Mittelpunkt gestellt. Gleichwohl sind seine diesbezüglichen Pläne – soweit er dafür die Zustimmung des nach wie vor von den Republikanern dominierten Kongresses benötigt – kaum über das Stadium von Wunschlisten hinausgekommen. Denn am Zustand der politischen Lähmung, der sich aus den völlig konträren Auffassungen bezüglich der Krisenpolitik von Demokraten und Republikanern ableitet, hat sich nichts geändert – natürlich auch nach der gestrigen Rede nicht.

Dass der Präsident dieses Mal insbesondere auch die Stärkung der gewerblichen Wirtschaft als Aufgabe hervorhob, war jedoch schon irgendwie neu. Bei seiner Rede zur Lage der Nation Anfang 2012 hatte er nämlich noch den Eindruck erweckt, die US-Wirtschaft sei schon wieder auf dem Weg nach oben und die USA ebenso innovativ wie stark.

Damals, Anfang 2012, standen die USA noch ganz unter dem Eindruck der landesweiten Protestwelle von „Occupy Wall Street“ gegen Banken und die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich – von der heute niemand mehr redet und die völlig aus den Seiten der Zeitungen verschwunden ist. Barack Obama hatte dieses Thema letztes Jahr sehr geschickt zum emotional bewegenden Schwerpunkt seiner Rede gemacht gefordert, die Macht der Banken müsse begrenzt, ein Systemwandel vollzogen und der amerikanische Traum wiederbelebt werden. (3) Das war der Höhepunkt, der ihm viel Applaus einbrachte, das war es, was in den Köpfen hängenblieb.

Auch dieses Mal hat der US-Präsident ein Thema zum emotionalen Höhepunkt seiner Rede gemacht, das die USA gegenwärtig – endlich einmal, möchten man ergänzen – wie kaum ein anderes bewegt, nämlich die nach mehreren Amokläufen von ihm erhobene Forderung einer Verschärfung der Waffengesetzte. Die vielen neuen Bankenskandale – von den bei Derivategeschäften verzockten Milliarden bei der US-Bank JP Morgan über die Ungereimtheiten im Zusammenhang mit dem Börsengang von Facebook bis zur noch nicht geklärten Frage, inwieweit Wall-Street-Banken bei der Manipulation des Libor-Referenzzinssatzes bis in die jüngere Vergangenheit mitgemischt haben – sprach er nicht an. Auch die nach wie vor nicht weniger große Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen in den USA, adressierte er gestern nur insofern, als er – im Zusammenhang mit dem Haushaltsstreit um die Konsolidierung der Staatsfinanzen – eine gerechte Verteilung der Lasten forderte.

All das zeigt einmal mehr, wie wenig sich aus der Rede zur Lage der Nation auf die Lage der Nation schließen lässt und vor allem auf die angesichts der politischen Lähmung entscheidende Antwort auf die Frage, was die US-Regierung für die Krisenbewältigung tatsächlich zu tun vermag? Das hätte sicherlich auch Ben Bernanke interessiert, der seit Monaten den Lückenbüßer für die US-Regierung und entscheidungsunwillige Abgeordnete spielt.

Denkt man nicht nur an die traurige Rolle der Fed, sondern auch einmal daran, wie viele enge Vertraute und Berater Barack Obama in seiner ersten Amtszeit verloren hat – von Peter Orszag über Rahm Emanuel, Prof. Christina Romer, Prof. Lawrence Summers bis hin zu Paul Volcker – und wie viele Ministerposten er aufgrund von Abgängen in den ersten Wochen nach seiner Wiederwahl neu besetzen musste– inzwischen insgesamt sechs –, dann springt einem die Washingtoner Realität nach dieser selbstbewussten, hoffnungsfrohen und mit viel Beifall beweihräucherten Rede zur Lage der Nation wieder unmittelbar ins Auge. Diese Realität ist ebenso wie die Überwindung von Wirtschaftsschwäche, Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung in den USA alles andere als rosig. Die Rede zur Lage der Nation, das ist in erster Linie eine politisch notwendige Show.

Neu war freilich in der diesjährigen Version der Rede zur Lage der Nation auch, dass der US-Präsident sich explizit für Verhandlungen mit der Europäischen Union über ein Freihandelsabkommen aussprach, weil er sich davon – nicht zuletzt – auch neue Jobs in den USA verspricht. Das war schon eine kleine Überraschung. Denn in den beiden vergangenen Jahren hatte die US-Regierung deutlich gemacht, dass sie den neuen Schwerpunkt der wirtschaftlichen und außenpolitischen Interessen im asiatisch-pazifischen Raum sieht, insbesondere auch mit dem beschlossenen Ausbau des Freihandels im Rahmen der „Asia-Pacific Economic Cooperation“ (APEC) (4), an dem sich China aus naheliegenden Gründen freilich nicht beteiligt (5).

Die Europäer dürfen nun rätseln, ob dies eine verklausulierte Würdigung ihrer „Erfolge“ bei der Bekämpfung der Euro-Krise ist oder ein gut getarnter Hinweis auf den Ernst der wirtschaftlichen und finanziellen Lage der USA.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

Print article

27 KommentareKommentieren

  • M.E. - 13. Februar 2013

    Schön, dass Obama auch einiges für Infrastruktur und Bildung machen möchte, was ja tatsächlich dringend notwendig wäre.
    Aber mit welchem Geld? Durch noch mehr Schulden?
    Steuern rauf und Rüstungsausgaben radikal runter – das wäre die Vorraussetzung, um Geld für essentielle Dinge wie Bildung und Infrastruktur zur Verfügung zu haben. Und für die Förderung erneuerbarer Energien.
    Da dies aber nicht so kommen wird, bleibt auch diese brilliante Rede nur eine in der Kette vieler brillianter Reden.
    Ohne realitätsverändernde Wirkung.

    Und was die Stärkung der gewerblichen Wirtschaft angeht: die wird genau so als Sprechblasde enden wie die Verdopplung der US-Exporte, die vor 3 Jahren angekündigt wurde.

    Bezüglich des Freihandelsabkommen mit der EU ist es schon sehr optimistisch, deswegen auf Millionen zusätzlicher Arbeitsplätze zu hoffen. Denn von den Vorteilen eines Freihandelsabvkommens profitieren immer auch die Exporteure in die USA, nicht nur die aus den USA. Und gerade die Rekordexporteure aus Deutschland werden ihre Position in den USA durch ein Freihandelsabkommen deutlich zu steigern wissen. Zu Lasten dortiger Arbaitsplärtze.

  • Bubblegum - 13. Februar 2013

    @SLE,

    interessant in diesem Zusammenhang ist, dass gerade jetzt die Idee einer Freihandelszone
    zwischen den USA und Europa lanciert wird!!
    Wie es den Ländern ergangen ist, die sich auf eines solche Freihandelszone mit den Vereinigten Terror- und Folterstaaten von Nordamerika eingelassen haben, dazu braucht man sich nur in den Ländern Mittel – und Südamerikas umhören und sich nur etwas intensiver mit Mexico befassen! Dort ist die staatliche Ordnung fast vollständig zusammengerochen und die Drogenkartelle haben einen Staat im Staat gebildet!
    Viele Grüße
    Bubblegum

    • SLE - 13. Februar 2013

      Es wird damit gerechnet, dass diese Verhandlungen Jahre dauern und außerdem werden die USA dem Papier ihre Handschrift geben wollen, was bedeutet: Die Kröten haben die anderen zu schlucken. Man denke nur mal an Basel III, das der Wall Street nicht passt und dessen Umsetzung in den USA immer noch in den Sternen steht. Deswegen kann ich auch die Euphorie von Herrn Barroso nicht wirklich nachvollziehen.

      Grüße
      SLE

      • Basisdemokrat - 14. Februar 2013

        @ SLE
        “außerdem werden die USA dem Papier ihre Handschrift geben wollen”

        dass das bereits in Arbeit ist kann man wunderbar zeigt das Zitat aus dem von Ihnen unten angegebenen Lobbyplage:
        … “Aber das, was hier gerade in Berlin abgeht, das habe ich so noch nicht erlebt.” EU-Parlamentarier aus Brüssel beklagen sich in der Financial Times, wie sie von den Mitarbeitern amerikanischer Anwaltskanzleien Tag für Tag in die Mangel genommen werden. “Wir stehen vor einem der größten Lobbying-Kriege aller Zeiten”, so die österreichische EU-Abgerordnete Eva Lichtenberger (Grüne).

        http://gutjahr.biz/2013/02/lobbyplag/
        Gruß BD

        • SLE - 14. Februar 2013

          Ja, ja, das ist so gut bekannt und dokumentiert und trotzdem ändert sich nichts. Hier noch ein sehr schönes Beispiel aus dem Jahr 2010:

          Der MDR hatte damals recherchiert und am 18.11.2010 darüber berichtet, dass beim Europäischen Amt für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Lobbyisten großer Konzerne ein und ausgehen oder sogar wichtige Posten besetzen. Das Bindeglied war dabei das “International Life Science Institute” (ILSI), das vor allem von Großkonzernen wie Monsanto, Coca Cola, Nestlé, Unilever, Danone und mit Bayer und Dow Chemical auch von großen BPA-Produzenten (Bisphenol) finanziert wird. Deshalb, so berichtete der MDR am 18.11.2010, werde das Institut auch von der WHO auf einer schwarzen Liste als “Lobbyist” geführt. In dem Artikel gab es auch einen Link zur Liste der Mitglieder des Boardof Directors dieses Instituts. Leider findet sich dieser bericht des MDR im Internet nicht mehr. Deswegen hier der Link zu einem Blog-Post dazu:

          http://www.veilchens-welt.de/index.php?option=com_content&view=article&id=4305%3Averbraucherschuetzer-im-auftrag-der-konzerne&catid=1%3Aaktuelle-nachrichten&Itemid=141

          Bisphenol A wirkt wie ein Hormon. Forscher machen den Stoff für die zunehmende Unfruchtbarkeit bei Männern verantwortlich. Auch Zusammenhänge mit den Volkskrankheiten Diabetes und Fettleibigkeit werden untersucht. In dem bericht hieß es dazu wieter wörtlich: “Ohne es zu ahnen, hat jeder Bürger täglich Kontakt mit dem Stoff. BPA findet sich in Plastikschüsseln, Schnullern, Verpackungen für Nahrungsmittel, Zahnfüllungen oder sogar Faxpapier. Allein in der Europäischen Union liegt die Jahresproduktion der Chemikalie bei etwa 1,15 Millionen Tonnen pro Jahr. BPA gilt als eine der wichtigsten und meistproduzierten Chemikalien weltweit.”

          Der MDR berichtete, die Ungarin Diana Banati, seinerzeit Präsidentin des EFSA-Verwaltungsrats habe lange Zeit sowie gleichzeitig im Aufsichtsrat des “International Life Sciences Institute” gesessen, ihr EFSA-Vorstandskollege Milan Kovac sei immer noch Mitglied im ILSI-Aufsichtsrat und mindestens drei weitere wichtige EFSA-Mitarbeiter wären immer noch oder zuvor als Lobbyisten tätig gewesen. Die Unabhängigkeit der EFSA wurd massiv in Frage gestellt – nicht nur vom MDR (siehe dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Beh%C3%B6rde_f%C3%BCr_Lebensmittelsicherheit#Kritik).

          Diana Banati trat 2010 – auf Vorschlag der Europäische Kommission, ernannt vom Europäischen Rat nach Anhörung des Europäischen Parlaments ihre zweite 4-jährige Amtsperiode als Verwaltungsratschefin der EFSA an. Nach dem der EFSA-Verwaltungsrat einen neuen Verhaltenskodex verabschiedet hatte, der Interessenkonflikte ausschließen soll, trat Banati am 8. Mai 2012 von ihrem Posten als Verwaltungsratschefin der EFSA zurück – und wechselte wieder zurück zum ISLI. (siehe dazu: http://www.efsa.europa.eu/de/press/news/120509.htm)

          Zum Hintergrund:
          Ergänzend ist es wichtig zu wissen, dass auf europäischer Ebene Maßnahmen und Politik schon immer sehr stark von der Arbeit vieler verschiedener, mit externen Experten aus Wirtschaft, Finanzwelt und Wissenschaft besetzter Ausschüsse beeinflusst wurde. Das ist im Kern das “Erfolgmodell” der EU der späten 70er und der 80er Jahre. Denn nur indem die Europäische Kommission seinerzeit die Konzerne für die europäische Sache interessierte und an der Konzipierung von Maßnahmen und Politik-Konzepten beteiligte, gelang es ihr, von den regierungen der Mitgliedstaaten im Wege von vertragsänderungen auch entsprechende neue Kompetenzen zu erhalten.

          Der “Europäische Binnenmarkt” und die europäische Forschungs- und Technologieförderung sind auf diese Weise entstanden. Allerdings reden heute längst nicht mehr nur europäische Wirtschaftsvertreter mit, sondern eben vor allem auch US-amerikanische.

          Die Europäische Union betreibt nach wie vor in erster Linie “klassische” Industriepolitik, das heißt es geht um wirtschaftliche Interessen insbesondere der Konzerne innerhalb Europas

          Viele Grüße
          SLE

  • lesefuchs - 13. Februar 2013

    Super – ein Freihandelsabkommen!!! Wie wärs denn mal die Mindestlöhne heftig anzuheben und damit die Gewinne zu schrumpfen und den Menschen wieder zum leben zu verhelfen! Und zum Konsumieren. Denn davon lebt, soviel ich weiss, der Kapitalismus!!! Aber Gewinne schrumpfen lassen ist natürlich tabu in der versklavten Politik!!!

  • Willie - 13. Februar 2013

    Merkel wird sich das freuen ohne Ende, kann Deutschland doch dank Lohndumping (und in manchen Fällen noch Millairdensubventionen durch die EU) die USA zuschmeissen mit Waren.

    Die deutschen Unternehmen würde es freuen, aber was haben die USA davon?

    Als eigenständiges Land mit der Möglichkeit Zölle zu erheben, würde ich mich davor hüten mit Deutschland oder Europa in den Wettbewerb zu treten.

  • Frank Bell - 13. Februar 2013

    Dass die Obama-Fans sich wegen des Schlucks Wasser geistig “einen runterholen” zeigt, wie dumm sie sind…

    Wie hat es diese Nation eigentlich so weit gebracht?

    Dass “Occupy Wall Street” so derart am Ende ist, ist schon bemerkenswert. Es war wohl eine von oben gesteuerte Bewegung, um Dampf abzulassen, aber keine genuine Bürgerbewegung.

    Wie kommt es eigentlich, dass der Fracking Boom, der in Deutschlands (gesteuerter) Presse immer so bejubelt wird und der angeblich aus der USA einen Ölexporteur machen wird, nicht zu einer starken Verringerung der Lebensmittelmarkenempfänger führt?

    Es sollte doch jetzt in Texas und North Dakota mehr als genug Arbeit geben – wenn nicht direkt am Bohrturm, so doch als LKW-Fahrer für Trinkwasser.

  • JL - 13. Februar 2013

    Sehr geehrter Stefan L. Eichner

    Sie schrieben unter anderen: „All das zeigt einmal mehr, wie wenig sich aus der Rede zur Lage der Nation auf die Lage der Nation schließen lässt…“
    Ein ausgezeichnet formulierter Satzteil Ihrerseits.

    Da haben wir in Obama einen Nobelpreisträger als Friedenspräsidenten in den USA- nur die Kriege werden leider nicht weniger.

    Da werden wirtschaftliche Erholungen verkündet, nur leider sieht das niemand in der Wirtschaft- wie auch, multinationale Unternehmen denken nun mal multinational.

    Da hat man politisch das Fiskalkliff verschoben aber nicht behoben. Wenn die Politik es schon nicht Richten kann, dann bitteschön die FED- mit neuen Dollars. Es sei denn, andere machen das gleiche wie die FED- und das nennt sich dann wohl Währungskrieg.

    Da möchte man der Welt seinen „amerikanischen Stempel“ aufdrücken, und ahnt schon das Asien zum wirtschaftspolitischen Einflußbereich Chinas mutiert ist (ASEAN- Staaten) und als amerikanisches Einflußgebiet ausfällt.

    Dabei ist dies alles wohl noch nicht mal das schlimmste Szenario für die Amerikaner. Das eigentliche Problem entsteht erst dann, wenn der Rest der Welt auf US$ verzichten kann und wird.

    Wie Sie richtig schrieben war dies wohl nur eine Show- diese Art von Unterhaltung besticht natürlich nur durch deren Darsteller und eine perfekte Inszenierung von Scheinwelten- siehe Old England, dort lebt das Empire auch noch fort. Nur halt ohne Empire.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • Ert - 13. Februar 2013

    Man munkelt das mit dem Freihandelsabkommen die USA Ihren Gen-Scheiss in die Eurozone drücken will….

    • Frank Bell - 13. Februar 2013

      @ Ert: Komisch ist, dass man in Kalifornien GEGEN eine Kennzeichnungspflicht gestimmt hat.

      Wenn das Gen-Zeugs SO GUT ist, warum wehrt sich die Genlobby gegen eine Auszeichnung? Warum macht man dann nicht offensiv Werbung damit? Ob die mehr wissen, als sie sagen?

      • Ert - 13. Februar 2013

        Ja, Frank – es ist schon komisch das die Nahrungsmittelindustrie (Merke: Ich schreibe nicht Lebensmittel) immer irgendwie gegen die Kennzeichnung dessen ist – was drin ist. ich denke mal, die haben angst das den Scheiss einfach keiner kauft – bzw. der “Kunde” nicht das haben will was die Ihm verkaufen wollen.

        Wahlen kann man manipulieren – und sei es nur undurchsichtige Wahlzettel (schaut euch nur mal den von S21 an…). Der Nahrungsmittelindustrie ist es wichtig “teure” Produkte mit “wertigem” Namen in bunter Verpackung anzubieten. Da stört es dann, wenn der Kunde schnell rausfinden kann das nur Schrott drin ist.

        Das Buch “Trust us – We are experts” ist ziemlich gut in diesem Kontext.

      • Lothar - 15. Februar 2013

        Weil die Amis sich von einer “alles wird so viel teurer” Kampagne Angst einfloessen liessen. 80% der US Amerikaner ist nur eines wichtig. Alles muss billig sein um das “Race to the bottom” zu ueberstehen auf dem sie sich befinden.

  • Canpichurri - 14. Februar 2013

    @ SLE – gute Zusammenfassung. Danke.
    Ich möchte auf einen Punkt zurückkommen, bei dem die Europäer sich verwundert die Augen gerieben haben. Das erwähnte “Freihandelsabkommen”.
    Viele hier haben sicherlich schon vom “Fracking” gehört und haben eine Meinung dazu, ob dieses gut oder schlecht ist. Drauf will ich nicht eingehen. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass Amerika trotz aller Kritik an einem massiven Ausbau dieser Energie festhält und Amerika damit in eine Position eines “Billigproduzenten” kommt. Kostenenergetisch steht Europa mit dem Rücken zur Wand, wenn nicht gar vor dem Aus. Noch können unsere Unternehmen in Europa Produkte erzeugen, welce sich auf den Märkten verkaufen lassen. Aber der Kostendruck durch hohe Energiepreise ist enorm hoch und wird zu weiteren Werksschliessungen in nicht allzu ferner Zukunft führen. Amerika hingegen, so auch bestätigt in dem internationalen Unternehmen in dem ich arbeite, wird das neue “gelobte” Land in dem man für einen Bruchteil der Kosten die gleichen Produkte erzeugen kann.
    Es kommt daher nicht von ungefähr, dass gerade jetzt von Obama das Thema “Freihandel” angeheizt wird, denn da wird nur Amerika dran gewinnen, nicht Europa.
    Leider müssen wir wieder mal feststellen, mit welcher wirtschaftlichen Inkompetenz aus Brüssel auf diese Rede reagiert wurde … “Freihandel mit Amerika wird viele Arbeitsplätze in Europa bringen …” Bullshit ! Obama interessiert es recht wenig ob und wann in Europa Arbeitsplätze errichtet werden, denn er ist sich einzig und allein seiner eigenen Nation verpflichtet. Und das sollte uns hier in Europa zu denken geben, dass ausgerechnet jetzt, nach vielen Jahren Handelsabschottung auf Wunsch der Amerikaner nun auf einmal eine Kehrtwende um 180º gemacht wird.

    • SLE - 14. Februar 2013

      Hallo Canpichurri,

      dass die USA mit der massiven Förderung von Fracking nochmals den Kostensenkungswettlauf intensivieren und dies die internationale Konkurrenz kostenenergetisch mit dem Rücken zur Wand stellt, ist definitiv zutreffend. Sich auf diesen Kostensenkungswettlauf einzulassen, ist jedoch letztlich keine Lösung für Europa, weil wir aus einigen Branchen bereits wissen, wohin dieser Kostensenkungswettlauf führt: In einen ruinösen Verdrängungswettbewerb, der die Substanz von Unternehmen aufzehrt und am Ende auch die größten ins Wanken bringt – z.B. wie im Automobilsektor seinerzeit General Motors und Chrysler und jetzt kommen ja erneut Autokonzerne ins Schleudern.

      Europa hatte und hat wohl immer noch Vorsprünge im Bereich alternativer Energien. Über innovative Sprünge auf eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit abzuzielen, erscheint insofern bei genauerer Betrachtung mittel- und längerfristig als der einzig vernünftige, wenn auch risikobehaftete Weg. Ob die (vielfach veraltete) US-Industrie infolge der niedrigeren Energiekosten wirklich einen Aufschwung erlebt, ist angesichts der systemisch bedingt (Unternehmens- sowie Einkommens- und Vermögenskonzentrationsgrad auf ausgereiften Märkten) schwachen und tendenziell wahrscheinlich weiter sinkenden weltweiten Nachfrage fraglich. Und vor allen Dingen ist auch zu berücksichtigen, dass dieses Problem die USA auch deswegen besonders trifft, weil die US-Wirtschaft ja zu einem hohen Grad von der Binnennachfage abhängig ist. Die Fed hat es bis heute nicht geschafft, diese anzukurbeln und angesichts der genannten strukturellen Ursachen, die die Fed nicht adressieren kann, ist das auch keine Überraschung. Ferner müssen die US-Unternehmen die Kostenvorteile auch an die Nachfrager weitergeben und nicht für Ausschüttungen an die Aktionäre nutzen.

      Unter dem Strich halte ich die Fracking-Strategie der USA für den Versuch, das US-Wirtschaftsmodell, das das Big Business ins Zentrum stellt, nicht durch Beseitigung der gravierenden strukturellen Schwächen nach vorne zu bringen, sondern schlicht durch Kostensenkung. Meine persönliche Einschätzung ist: Das kann allenfalls kurzfristig funktionieren. Auf mittlere Sicht schlagen die strukturellen Probleme wieder durch.

      Grüße
      SLE

    • Holly01 - 14. Februar 2013

      Ergänzent zur Antwort von SLE möchte ich nur anmerken :
      Die USA versuchen den Dollar zu schützen.
      Die Freihandelszone soll vor allem Einfluß auf die Europäer sichern.
      Die Finanzindustrie will sich mit Billionen in die Märkte als Zwischenhändler etablieren.
      Fracking ist nichts anderes als der letzte Versuch ein System zu erhalten, das am Boden liegt.
      Die Zerstörung die von Fracking ausgeht, wird sich noch 4-5 jahre verheimlichen lassen. Dann dürfte der Versuch schneller und mehr zu bohren, als durch die geringe Förderzeit verfällt gescheitert sein. Erst dann wird man den Blick auf das richten, was der dann ausgebrannte Boom hinterläßt.
      Buffet hat Heinz Ketchup gekauft, für 28 Mrd. Das Geld will in die Versorgungsmärkte. Geld ist ein sterbender Zweig des Zugewinns.
      Jetzt geht es um den Aufkauf, solange man für Geld noch etwas bekommt.
      Da ist so eine Handelszone quasi eine Jagdstrecke.

  • Freiberufler - 14. Februar 2013

    Billionen Dollar verschwinden in maroden Banken, Schrotthypotheken und Drohnenkriegen.
    Greek Statistics, systemische Korruption, wirtschaftlicher Niedergang, fiskalischer Bankrott und hemmungslose Bereicherung der “Eliten” werden durch soziale Pflästerchen aus der Druckerpresse überklebt.

  • Frank Bell - 14. Februar 2013

    @ Canpichurri, @ SLE

    “Ein Fehlschlag” durch Fracking-Industrie wegen der nicht behobenen strukturellen Schwächen dürfte sich wegen des grossen Marcellus-Schiefers frühestens ab 2025 zeigen.

    Niemand wird die heute Verantwortlichen dann noch zur Rechenschaft ziehen. Die haben dann schon zig Millionen verdient und werden als Wohltäter und Philanthropen gefeiert.

    • Holly01 - 14. Februar 2013

      2025 ? Keiner weiss was 2014 sein wird, da ist 2025 ein Zeithorizont, der sich nicht zur Frage stellt :-).
      Das pazifische Jahrhundert war sehr kurz……………
      Die Landebahn in Asien war wohl nicht so, wie von den Amis erwartet.
      Japan : Die BoJ hat ihre Politik geändert, man könnte von “ausbrechen” reden. Wenn der Ansatz von “Princes of the Yen” stimmt, ist das ein Einflußverlust der USA. Gleichzeitig rüstet Japan massiv auf.
      ASEAN : Können die Ablehnung der US-Charmovensive kaum in diplomatische Worte fassen.
      Syrien : Die Vorbereitungen für die Iran Offensive hängen ganz gewaltig. Die “demokratischen Reformkräfte” stehen vor dem Zusammenbruch.
      Israel : Ägypten ist nicht ganz so handlungsunfähig wie es sein “sollte” und dei Handlungen sind aus israelischer Sicher eher unerfreulich.
      Der Libanon ist stabil und die Palästinenser führen ihren frontlosen Krieg sehr geschickt.
      Europa : Scheint seine Kolonialgescdhichte wiederzuentdecken. Die Verdrängung der Chinesen ist für die USA ja schick, aber das Europa als größte Wirtschaftsmacht zulegt ist ebenfalls nicht erwünscht.
      China : Braucht garnichts zu machen. Alles treibt von den USA weg und den Chinesen zu. Die “Freunde” rennen China die Tür ein.
      Saudiarabien wird viel zu wenig beachtet.
      Die WS und dei CoL sind weiter in der Krise, weil die nächste Zinsrunde nicht zu erwirtschaften ist und man wieder alles per “Buchhaltung” schön rechnen muss. Die FED wird ihre 85 Mrd. nicht lange halten können, dann werden es 100 oder mehr Mrd. pro Monat sein.
      .
      USA Handelsvolumen runde 2 Bill davon 560 Mrd. Schuldenfinanziert.
      China liegt davor, aber 460 Mrd. Zugewinn.
      Deutschland (mit 84 Mio. Einwohnern) dazwischen mit grob 300 Mrd. Zugewinn.
      .
      Die Amis verzehren ihre Gundlagen schneller als ein Krebsgeschwür. Die Energiepreise sind nicht das Problem. Die absolute Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen ist das Problem.
      Man könnte Öl aus Holz herstellen. Das wird der nächste Boom, da sind noch Wälder in Montana …..

    • Holly01 - 14. Februar 2013

      Ups, da könnte es auch andere Hintergründe in Bezug auf japan geben :
      http://www.welt.de/finanzen/article113629423/Soros-attackiert-Yen-mit-Milliarden-Wette.html

      • SLE - 14. Februar 2013

        Hallo Holly01,

        vielleicht gelingt das Vorhaben Shinzo Abes´ respektive der BoJ, den Yen zu drücken, viel besser als denen lieb sein kann. Der japanische Finanzminister Taro Aso – der auch schon mal premier war – hat ja vor ein paar Tagen schon zugegeben, der Kursverfall ginge zu schnell.

        Grüße
        SLE

        • Holly01 - 14. Februar 2013

          Auf einem hoch rezessiven (Welt-) Markt ist Abwertung ein heisses Rennen.
          Exportorientiert : kann die erhöhten Rohstoffpreise schwer umlegen und muss höher vorfinanzieren.
          Importorientiert : overkill durch Konsumvernichtung und Kapitalverlust in das Ausland.
          Für Japan ist das alles nicht zweckerfüllend.
          Japan muss seinen Staat in die Lage versetzen seine Ausgaben zu decken. Das bedeutet man muss an die Zinsgewinner heran.
          Die Zinsgewinner sind aber zumeist Japaner, die ihre Altersvorsorge in Staatsanleihen investiert haben (oft unfreiwillig).
          Das ist überall das gleiche : Der Geldtrichter funktioniert nur von Endkunde zu Kapitalmarkt.
          Dadurch verschuldet die Gesellschaft per unkontrolierter Ausgabenpolitik, die ein Kapitalmarkt ermöglicht, der wiederum nicht auszahlen kann, weil man dem Zinseszins nachjagd.
          Ich weiss das ist sehr hart, aber ich denke, wir haben alle den griechischen Weg vor uns.
          Die Amis können nicht einmal das Essen für ihre Soldaten selbst finanzieren. Wer soll denen das Geld leihen?
          China ? Damit der Ami in Arabien die chinesische Ölversorgung kappt?
          Europa ? Sry, war nur ein Scherz.
          Südamerika? Kaum, die versuchen den Handel gerade dollarfrei hinzubekommen und haben eine große (tata, so ein Zufall) Freihandelszone mit den USA zu tode verhandelt.
          Arabien ? Die Amis stehen in Kuweit und wollen da nicht weg, VAE das gleiche und Saudi Arabien hat überhaupt kein Interesse daran, den Ami Arabien neu aufteilen zu lassen. Also eher nicht.
          Also wo ist das glückliche Land, welches Geld in den USA investieren möchte ? Deutschland ?
          Nun, Thyssen schreibt, wie man so liest, da geradse Milliarden ab. Das ist etwa der 10 Konzern, der dort Milliarden abschreibt, aber das Geld ist ja nicht weg, nur ein anderer hat es.
          Naja, wenn der Artikel aus der Welt stimmt, dann ist die Erosion so weit, daß man auf Notenbankenniveau die Märkte abkocht. Danach kommt nur noch ….. ja was eigendlich?
          Der YEullar ? Also der globale Währungsschnitt mit der Einheitswährung für alle und dei FED über allen?

          • Freiberufler - 14. Februar 2013

            Die USA brauchen niemanden, der ihnen Geld leiht. Die haben die Fed und können jede auf USD ausgestellte Rechnung bezahlen.
            Interessant wird es erst, wenn die anderen sich weigern, in USD zu fakturieren.

        • Frank Bell - 15. Februar 2013

          Hallo SLE,

          Soros (meiner Meinung KEIN Philanthrop!!!) wird sich freuen.

  • Holly01 - 15. Februar 2013

    n.c. :
    http://www.heise.de/tp/artikel/38/38570/1.html

1 Trackback