BIS: 4,7 Billionen Dollar tägliches Devisenhandelsvolumen im Oktober 2011

von am 12. März 2012 in Allgemein

Heute berichtete die BIS (Bank for International Settlements) mit dem Bericht “FX volume during the financial crisis and now” von einem täglichen Handelsvolumen im Devisenhandel von durchschnittlich 4,7 Billionen Dollar im Oktober 2011, nach 5,0 Billionen Dollar im September 2011. Dies war der erste monatliche Rückgang beim täglich gehandelten Devisenvolumen seit 2009. Dieser Bericht bezieht sich auf alternative Daten in Ergänzung zum offiziellen nur alle 3 Jahre erscheinenden Triennial Surveys. Die letzte Triennial Surveys-Erhebung mit den Daten für 2010 erbrachte ein tägliches Devisenhandelsvolumen von 3,981 Billionen Dollar.

Die Entwicklung des täglichen Volumens in Devisenhandel laut Triennial Surveys bis 2010 und laut dem heutigen ergänzenden Bericht mit September und Oktober 2011.

Der Bericht von heute hält fest, dass im Zuge der Verschärfung der europäischen Schuldenkrise, dass gehandelten Volumen am Devisenmarkt gesunken ist und diese nachlassende Handelsaktivität bei Devisen wahrscheinlich bis zum Anfang 2012 anhielt.

Das täglich gehandelte Devisenvolumen umfasst den Kassamarkt (Spotmarkt) also den Handel mit dem Underlying (Währungen) selbst, sowie die derivativen Währungsprodukte. Zuletzt 2010 betrugen die täglichen Umsätze bei den Spottransaktionen 1,490 Billionen Dollar! Ein Großteil der Umsätze am Spotmarkt in Höhe von täglich 755 Mrd. Dollar wurde zwischen den Finanzinstituten abgewickelt. Spezialisierte Devisenhändler, auch im Auftrag von Kunden, wickelten täglich 518 Mrd. Dollar an Umsatz im Spotmarkt ab und Non-Financial Customers, darunter Kleinspekulanten 217 Mrd. Dollar täglich. Im Interbankenhandel der Devisen-Derivate wurden 2010 täglich 2,283 Billionen Dollar umgesetzt.

Das weltweit meistgehandelte Währungspaar war 2010 der USD/EUR, mit einem Anteil von 28%, gefolgt vom USD/JPY mit einem Anteil von 14%. Spitzenreiter bei der globalen Devisenspekulation blieb Großbritannien, am dortigen Finanzplatz wurden 36,7% aller Devisentransaktionen abgewickelt, gefolgt von den USA mit 18%, Japan mit 6%, Singapur mit 5% und die Schweiz ebenfalls mit 5%.

Das Mitleid mit den schrumpfenden Devisenumsätzen darf sich in Grenzen halten, denn die getätigten Umsätze dokumentieren zuvorderst spekulative Exzesse ohne realwirtschaftliche Notwendigkeit und Bezug. Nach den letzten verfügbaren Daten der WTO (World Trade Organization) für 2010 betrug das globale Exportvolumen von Waren und Gütern im Gesamtjahr 15,237 Billionen Dollar, diese Summe wird in etwas mehr als 3 Tagen am internationalen Devisenhandel durch gehandelt und dieser Fakt steht für eine völlig von der realen Wirtschaft entkoppelten Finanzwelt.

Quelle Daten: Bis.org/FX volume during the financial crisis and now, Bis.org/TriennialCentral Bank Survey Report on global foreign exchange market activity in 2010

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7 KommentareKommentieren

  • M.E. - 12. März 2012

    Bei solchen Zahlen verschlägt es allen hier die Sprache.
    Mir auch.

  • Ert - 12. März 2012

    Ich fand heute eine andre Zahl bzw. “Prognose” um so erschütternder: Der Volkswagen-Konzern geht nach Informationen des Nachrichtenmagazins FOCUS davon aus, dass sich die Zahl der Automobile auf der Welt in den kommenden Jahrzehnten verdreifacht. Das bedeutet laut FOCUS einen Bestand von dann voraussichtlich 2,1 Milliarden Fahrzeugen. Mit Blick auf solche Pläne sagte Volkswagens Personalvorstand Horst Neumann zu FOCUS: „In den nächsten 50 Jahren bleibt das Automobil eine Riesen-Wachstumsbranche.“

    Quelle: http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-11-2012-volkswagen-prognose-zahl-der-autos-weltweit-wird-sich-verdreifachen_aid_722839.html

    Wovon träumt der Herr Neumann denn Nachts?

    • Holly01 - 13. März 2012

      Die Herrsteller von Kutschen und Fuhrwerken hatten auch ganz große Pläne.

    • johnplayer - 13. März 2012

      wie würde Pispers jetzt sagen: Alle drehen nochmal den Zündschlüssel um, geben 5 Minuten Gas und dann byebye Erdöl ;)

  • Benedikt - 12. März 2012

    Dabei muss man bedenken, dass viele große Banken aufgelöst wurden, oder ihre Investment Abteilungen geschlossen haben. Die verbliebenen Banken müssen um so heftiger Handeln. Einige Fonds dürften da auch richtig groß mitzocken.

    • Holly01 - 13. März 2012

      Keine Bank wurde aufgelöst, sie wurden alle übernommen. So wie in D die Coba die Dresdner und dei DB die Postbank geschluckt haben.
      Der Markt wird größer und die Zahl der Teilnehmer sinkt.
      Ansonsten eine treffende Beschreibung durch Querschuesse, danke.

  • M.E. - 12. März 2012

    Hallo Ert,
    schon in 15 Jahren wird der Herr Neumann erkennen, dass er einer Fehlprognose aufgesessen ist, wie sie fehlerhafter nicht sein kann.