Brasilien: Industrieproduktion mit -12,5% zum Vorjahresmonat

von am 7. Januar 2016 in Allgemein

Wie das Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) heute berichtete, ist der unbereinigte Output der brasilianischen Industrieproduktion (Bergbau und Verarbeitendes Gewerbe) im November 2015 um -12,4% zum Vorjahresmonat gesunken. Noch deutlicher abwärts ging es beim Output in der brasilianischen Automobilindustrie, mit -35,3% zum Vorjahresmonat. Da die Bruttowertschöpfung der Industrie ein Drittel des BIPs in Brasilien ausmacht, hinterlässt die Kontraktion der Produktion weiter tiefe Spuren, zuletzt im 3. Quartal 2015 sank das reale BIP um kräftige -4,5% zum Vorjahresquartal, die Bruttowertschöpfung (Produktionswert-Vorleistungen) der Industrie schrumpfte um -6,7% zum Vorjahresquartal und die Bruttoanlageinvestitionen sanken sogar um -15,0%.

 

S829Die Entwicklung des saisonbereinigten Industrieproduktionsindex (2012=100) gemäß den Daten der brasilianischen Statistikbehörde IBGE seit Januar 1991 im Chart. Im November 2015 sank der Output der Industrieproduktion saisonbereinigt um -2,4% zum Vormonat, auf 85,4 Indexpunkte. Zum Hoch aus Juni 2013 ging es nun bereits um -19,2% abwärts.

Unbereinigt sank im November 2015 der Output der gesamten Industrie um -12,4% zum Vorjahresmonat. In den ersten elf Monaten 2015 sank der Output der Industrie, Volumen, Menge, Stückzahlen, um -8,1% zum Vorjahreszeitraum.

Brutal schwach ist vor allem das Kernsegment der Industrie, der Fahrzeugbau, insbesondere die Automobilindustrie:

S830Die Entwicklung des saisonbereinigten Subindex (2012=100), Herstellung von Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen, NACE 29, von Januar 1991 im Chart. Im November 2015 stieg der saisonbereinigte Output um +1,3% zum Vormonat, auf 56,6 Indexpunkte. Seit dem Hoch aus Juli 2011 ging es dramatisch um -53,8% abwärts!!!

Bei den unbereinigten Originaldaten sank im Oktober 2015 der Output der Automobilproduktion um -35,3% zum Vorjahresmonat.

Brasilien leistet weiter einen “ordentlichen Beitrag” zum erlahmenden weltwirtschaftlichen Wachstum.

Quelle Daten: Saladeimprensa.ibge.gov.br/notícias»Produção industrial recua em novembro (-2,4%)

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8 KommentareKommentieren

  • Georg Trappe - 8. Januar 2016

    Der “Abschwung” entspricht in der Groesse dem Einbruch 2008. So sehen Rezessionen aus, die durch die Abrissbirne des ein- und ausschwingenden “Kapitals” ausgeloest werden. Fuer die menschlichen Schiksale, die zerstoerten Hoffnungen und die zurueckbleibende Perspektivlosigkeit interessiert sich dann keiner mehr. Hauptsache Goldman Sachs & Co, die Erfinder der BRICS Story, haben ihren Schnitt gemacht. Asienkrise, Dotcom Krise, Subprime Krise, immer das selbe Muster. Und die, die mit ihrer Kreditvergabe=Kapazitaet zur Geldschoepfung, diese Blasen, diese Hoffnungen zunaechst aufpumpen, verdienen daran Dank der entsprechenden “Finanzprodukte” zweimal. Am Aufschwung und am Abschwung.
    Und eine sog. Wirtschaftswissenschaft, die angeblich nicht verstanden hat, wie Banken funktionieren, schaut nicht nur tatenlos zu, sondern fixiert diejenigen, die nach Loesungen suchen mit ihren abstrusen realitaetsverdrehenden Theorien in einer endlos im kreisverlaufenden Diskussion. Das nennt man Teamwork! Bankster und sog. Wirtschaftswissenschaftler unter einer korrupten Decke. Das eine Politik, die durch diese sog. Wirtschaftswissenschaftler beraten und vor das scheinbar unaufloesbare Dilemma “Sparen oder weiter Schulden machen” gestellt wird, die Probleme nur verschaerft, darf dann nicht wundern.

  • Georg Trappe - 8. Januar 2016

    Und der eine oder andere wird sich noch an den propagierten Rohstoff Superzyklus aka commodity super cycle erinnern. Ebenfalls ein Konstrukt der kranken Hirne, die bisher sehr erfolgreich zu verschleiern wussten, was in Wahrheit diese Zyklen treibt. Die willkuerlichen Entscheidungen der kreditvergebenden = geldschoepfenden Banken! Das ganze pseudowissenschaftliche Geschwurbel, hat nur ein Ziel, den Gewinn der Banken zu maximieren, indem “Produkte” zur Spekulation bzw. Gegenspekualation auf die durch Banken und ihre Kreditvergabe ausgeloesten und gesteuerten Trends an den Mann gebracht werden. Die Einsicht, das die durch diesen Finanzcasino Mist ausgeloeste Verschaerfung der Konzentrationprozesse das Gebilde Wirtschaft, indem Menschen u.a. ihre Existenzgrundlage haben, instabil werden laesst, liegt offensichtlich ausserhalb der intellektuellen Reichweite dieser durch und durch korrupten Zunft.

    ” New York 16.07.14 – Die Analysten von Goldman Sachs gehen davon aus, dass die Preise von Rohöl, Kupfer und anderen Rohstoffen im Verlauf der kommenden fünf Jahre sinken werden, da die globale Produktion steigen werde.

    Rohstoff-Chefanalyst Jeff Currie von Goldman Sachs hat immer wieder angemerkt, dass der Preis für Gold in diesem Jahr sinken werde und zum vierten Quartal 2014 auf 1.050 USD/Unze sinken wird. Währungsstratege Robin Brooks von Goldman Sachs schlägt nun in diese Kerbe und erwartet ein steigendes Angebot Metallen und Energierohstoffen, sowie Agrarrohstoffen, was die Preise unter Druck setzen dürfte.

    Auch eine Reihe anderer Analysten sieht ein Ende des Rohstoff-Superzyklus, der vom Aufstieg Chinas und dem bis 2010 teils unzureichenden Angebot getrieben wurde. Das hohe Preisniveau hat aber nun zu einer Ausweitung des Angebots geführt. Bei Goldman Sachs teilte man mit, dass man keinen Zusammenbruch der Rohstoffpreise erwartet, man gehe aber von einem substanziellen Rückgang der Rohstoffpreise aus.

    In den kommenden fünf Jahren soll der Kupferpreis auf 6.600 USD/Tonne sinken, bei Eisenerz wird ein Rückgang auf 80 USD/Tonne erwartet und Brent-Rohöl könnte auf 100 USD/Barrel abrutschen. Im Januar teilte man bei Goldman Sachs mit, dass das steigende Angebot bei Rohstoffen diese letztlich in einen Bärenmarkt drücken dürfte. ”

    http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Nach-Jahren-steigender-Preise-verlieren-Rohstoffe-stark-an-Wert/story/16287028

    “Geht der «Superzyklus», der die Rohwarenpreise über ein Jahrzehnt lang hochgetrieben hat, jetzt zu Ende? Immer mehr Marktbeobachter neigen zu dieser Einschätzung. Sie machen dafür im Wesentlichen zwei Entwicklungen verantwortlich. Einerseits haben die lang andauernde Phase steigender Preise und die daraus erwachsenen Gewinnchancen Anreize geweckt, nach neuen Vorkommen zu suchen und grössere Kapazitäten für die Rohstoffgewinnung bereitzustellen. In der Folge weiteten sich die Angebotsmengen so stark aus, dass sie von der Nachfrage in den Industriestaaten und in der aufstrebenden Welt nicht mehr absorbiert werden können.”

  • Georg Trappe - 8. Januar 2016

    Maybe the Commodities Supercycle Is Actually Real

    http://www.bloombergview.com/articles/2015-08-07/maybe-the-commodities-supercycle-is-actually-real

    “Economic supercycle theories, based on the long-ago musings of Nikolai Kondratiev and Joseph Schumpeter, have always been a little akin to voodoo: It’s hard to believe that there is an underlying pattern to how economic indicators change over the course of decades. The current rout in commodity prices, however, fits in eerily well with the idea.”

    Voodoo?! Oh well, am Ende des Artikels kommt der Bloomberg Profischwurbler dem Offensichlichen gefaehrlich nahe. Daher verbleibt er dann auch wohl in Konjunktiven.

    “The current cycle is unusual in that the financial sector’s involvement in commodities trading has sharply increased. This could skew prices in ways that would make it difficult to perceive the peak. It could also increase the correlation between different commodity classes, as speculators buy and sell in sync on news of interest-rate and currency movements. As a result, if there is such a thing as a supercycle, this could be the one in which all commodities finally fall into the same pattern.”

    Es sind Banken die bei der Kreditvergabe nicht nur Geld schoepfen sondern auch das letzte Wort darueber haben, wer, wann, wofuer und zu welchen Konditionen das Geld bekommt. Und es sind zunehemend Grossbanken, Stichwort Big Five, die das zunehemend synchronisiert tun. Und es sind Banken und ihre Grosskunden, die die dadurch ausgeloesten Bewegungen an den Maerkten fuer sich nutzen. Da wird was in Bewegung gesetzt, verstaerkt durch eine Propaganda die einen Hype ausloest, dem sich kaum einer entziehen kann und dann wird der Stecker gezogen=die Kreditvergabe eingebremst, was aus dem Hype und der Euphorie Panik werden laesst, die man genauso mit Propaganda und bezahlten Ratingagenturen verstaerkt wie die Euphorie zuvor. Und mit beidem wird nicht nur Profit gemacht, sondern die Welt nach den eigenen Vorstellungen geformt.

    • Peel - 8. Januar 2016

      Vielleicht kennen Sie die Kurzfilme “Money as debt” und “Money as debt II – Promises unleashed” von Paul Grignon. Finden sich bei Youtube und es gibt eine deutsche Synchronisation – unter Youtube Geld als Schuld.
      Diese beiden Kurzfilme haben mich enlightened – und es war anfangs sehr deprimierend zu erkennen, in welcher Lage wir uns tatsächlich befinden und wer uns regiert.

      • Georg Trappe - 9. Januar 2016

        Vielen Dank! Kannte ich noch nicht. Werde ich mir anschauen.

  • Marco - 9. Januar 2016

    Da leisten die USA und UK mit der Unterstützung der Rechtskonservativen, die jeglich Reformen im Kongress blockieren, um die Regierung über die Wirtschaftskrise zu stürzen, ganze Arbeit. Vielleicht schaffen sie es ja doch noch, sich die Petrobrás, Gerdau und Vale do Rio Doce unter den Nagel zu reißen… Wenn es nach den Rechtskonservativem ginge, wäre das schon längst geschehen. Goldmann Sucks, Ratingagenturen und andere Spekulanten bei der Arbeit…