Brasiliens Exporte brechen im Januar 2012 kräftig ein

von am 6. Februar 2012 in Allgemein

Eine signifikante Abkühlung des Außenhandelsvolumen bei Waren und Güter berichtete das Ministerium für Entwicklung, Industrie und Außenhandel (MDIC) aus Brasilien für den Monat Januar 2012. Zwar stiegen die Exporte noch um +6,09% zum Vorjahresmonat, aber die Wachstumsrate kommt von +20% bis +38% zum Vorjahresmonat herunter. Zum Vormonat Dezember 2011 bedeutet der Rückgang sogar einen massiver Einbruch von -27,05%. Hier dokumentiert sich bereits in einem BRIC-Staat, ein handfester Rückgang des Außenhandelsvolumens und der wirtschaftlichen Aktivität.

Besonders gravierend war der Rückgang des Exportvolumens in die Europäische Union, um -21,64% zum Vorjahresmonat brach der Export ein. Zum Vormonat Dezember 2011 brachen die Exporte in die EU sogar um -34,79% weg! Die von der Troika organisierte Rezession in Teilen der Eurozone strahlt bis Brasilien negativ aus!

Die Entwicklung des gesamten unbereinigten monatlichen Exportvolumens (rot) und des Importvolumens (blau) in Mrd. Dollar seit Januar 1999 im Chart. Im Januar sank das Exportvolumen auf 16,142 Mrd. Dollar, nach 22,129 Mrd. Dollar im Vormonat und nach 15,214 Mrd. Dollar im Vorjahresmonat. Die Exporte in die EU schrumpften auf 2,983 Mrd. Dollar, nach 4,437 Mrd. Euro im Vormonat und nach 3,692 Mrd. Dollar im Vorjahresmonat!

Die Importe von Waren und Gütern nach Brasilien stiegen im Januar 2012 um +17,66% zum Vorjahresmonat und sanken um -4,8% zum Vormonat auf ein Volumen von 17,433 Mrd. Dollar. Brasilien erzielte im Januar 2012 das erste Handelsbilanzdefizit seit 24 Monaten mit -1,291 Mrd. Dollar.

Quelle Daten: Desenvolvimento.gov.br/MDIC-Portal

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3 KommentareKommentieren

  • M.E. - 6. Februar 2012 Antworten

    Nachdem Indien ja schon mit dem Schwächeln begonnen hat, nun also auch Brasilien. Da liegt die Vermutung auf der Hand, auch China wird demnächst erheblich an Dynamik verlieren.
    Die letzten Wachstums-Spielwiesen des globalen Kapitals haben wohl die besten Zeiten hinter sich.

    • Roland - 6. Februar 2012 Antworten

      Vorsicht: Tot Gesagte leben bekanntlich am längsten.

      Chinas kann zwar keine Welt-Lokomotive sein. Solange sich die USA aber einigermaßen hält, hat es Zeit gewonnen für den Umbau in eine inlandsgestütze Ökonomie.

      Wir werden in den kommenden Monaten sehen, wie das Bleigewicht Europa (und zunehmend Japan) wirkt.
      Wird es stärker sein als ALLE Auftriebskräfte ?

      Dann hieße es : Warm anziehen.

  • mitwisser - 6. Februar 2012 Antworten

    Als einer der grössten Exporteure von Schüttgütern, wie Eisenerz, Kohle, Getreide und ähnlichem ist das keine Überraschung, denn in gewisser Weise korrelieren diese Zahlen auch mit dem BDI, den uns Steffen seit Wochen immer wieder vor die Augen hält.
    Vielleicht hilft das ganz auch das Duopol der Eisenerz-Abzocker aus Brasilien und Australien zu knacken. Ein guter Teil deren guter wirtschaftlicher Verfassung beruht letzlich auf gestiegener Einnahmen aufgrund (meist) ausländischer Spekulanten und dem bilden von Kartellen, Fusionen und ähnlichem.

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