BUBA: Bilanzsumme im Januar mit neuem Allzeithoch

von am 5. März 2012 in Allgemein

Leider mit einem gewissen Delay veröffentlicht die Deutschen Bundesbank (Buba) ihren Monatsausweis zur Bilanz. Im Januar 2012, also noch vor der LTRO2-Injektion, explodierte bereits die Bilanzsumme der Buba auf ein neues Allzeithoch. Die Total Assets (Aktiva) der Buba schossen im Januar 2012 um +22,412 Mrd. Euro zum Vormonat und um +231,317 Mrd. Euro zum Vorjahresmonat in die Höhe, auf 860,054 Mrd. Euro. Die entspricht einem Anstieg von +2,7% zum Vormonat und von +36,8% zum Vorjahresmonat.

Die Entwicklung der Bilanzsumme der Bundesbank im Chart mit den monatlichen Daten seit Januar 2002. Im Januar 2012 betrug die Bilanzsumme 860,054 Mrd. Euro, nach 837,642 Mrd. Euro im Vormonat und nach 628,737 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Zum Durchschnitt des Jahres 2002 ist die Bilanzsumme bis Januar 2012 um das 3,87-fache angestiegen!

Die Entwicklung der Target2 Forderungen als Bestandteil der Aktiva-Seite der Bundesbankbilanz seit Januar 2002 bis Januar 2012 in Prozent im Chart. Im Januar 2012 betrug der Anteil der Target2 Position mit 498,131 Mrd. Euro an den gesamten Vermögenswerten der Bundesbank von 860,054 Mrd. Euro relevante 57,92%. Im Februar 2012 war die Forderung aus Target2 noch weiter angestiegen, um +48,915 Mrd. Euro zum Januar, auf ein neues Allzeithoch, mit 547,047 Mrd. Euro.

Im Januar 2012 war im Gegenzug zur gestiegenen Target2 Forderung auch die Kreditgewährung der BUBA an deutsche Kreditinstitute (Forderung) wieder leicht rückläufig:

Die Entwicklung der Kreditgewährung der BUBA an die Banken aus Hauptrefinanzierungsgeschäften und längerfristigen Refinanzierungsgeschäften seit Januar 2002 in Mrd. Euro im Chart. Im Januar 2012 sank die Kreditgewährung um -7,234 Mrd. Euro, auf 48,563 Mrd. Euro.

Die BUBA hielt im Januar 2012 Assets von 498,131 Mrd. Euro aus Target2, 48,563 Mrd. Euro aus der Kreditgewährung gegenüber Finanzinstituten, weitere 11,602 Mrd. Euro an Forderungen gegenüber Kreditinstituten in Fremdwährungen, 74,073 Mrd. Euro aus Forderungen von aufgekauften Wertpapieren, darunter 69,188 Mrd. Euro aus Wertpapieren zu geldpolitischen Zwecken (vor allem Staatsanleihen)! All diese nicht zu unterschätzenden Risiken steht ein armseliges Eigenkapital aus Grundkapital (2,5 Mrd. Euro) und gesetzlicher Rücklage (2,5 Mrd. Euro) von insgesamt 5,0 Mrd. Euro gegenüber.

Die Bundesbank ist vom Nettogläubiger der Banken zum Nettoschuldner der Banken mutiert, die Verbindlichkeiten gegenüber den Kreditinstituten explodierten im Januar 2012 auf 294,098 Mrd. Euro, nach 228,873 Mrd. Euro im Vormonat:

Die Entwicklung der Verbindlichkeiten der BUBA (Passiva) gegenüber den Banken seit Januar 2002 in Mrd. Euro im Chart.

Da die deutschen Banken letztlich nicht entsprechend des rabiaten Kapitalzuflusses, per Target2 Zahlungssystem, aus den PIIGSBF-Staaten (Kapitalflucht) die Kreditvergabe erhöhen, legen sie es bei der BUBA an, als Guthaben, Einlagen auf Girokonten, Mindestreserve und Einlagefazilität. Wie bereits erwähnt, dies war Status Quo vor der LTRO2-Injektion, bereits zu diesem Zeitpunkt war die Ausweitung der BUBA-Bilanz aberwitzig!

Quelle Daten: Bundesbank.de

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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1 KommentarKommentieren

  • Michael - 6. März 2012

    Verzinsliche Forderungen implodiert, Verbindlichkeiten explodiert und noch diese ungesunden Target-Salden. Außerdem kamen die Bundesbankgewinne. Schäuble muß leider 1,4 Mrd. € geplanter Gewinne auf die nach oben offene Verlustliste politischen Missmanagements setzen. Frau Kanzlerin muß die PIGS nicht nur mit Wattebällchen bewerfen, sondern sollte sie zu einem zünftigen Essen Spanferkel am Spieß oder so einladen. Ein guter Anlaß wäre die Verabschiedung der Griechen aus dem Euro. Ab Ausweis für 2012 dürften (erstmals ?) Bundesbankverluste zu verzeichnen sein. Wir nehmen auch diese die Zahlen mal mit ausgesprochen geringer Freude zur Kenntnis.