BUBA: Rekordbilanzsumme im Dezember

von am 11. Februar 2012 in Allgemein

Die Bilanzsumme der Deutschen Bundesbank (Buba) ist im Dezember 2011 auf ein neues Allzeithoch gestiegen. Die Total Assets (Aktiva) der Buba schossen im Dezember 2011 um +24,928 Mrd. Euro zum Vormonat und um +166,416 Mrd. Euro zum Vorjahresmonat in die Höhe, auf 837,642 Mrd. Euro. Die entspricht einem Anstieg von +3,21% zum Vormonat und von +24,8% zum Vorjahresmonat.

Die Entwicklung der Bilanzsumme der Bundesbank im Chart mit den monatlichen Daten seit Januar 2002. Im Dezember 2011 betrug die Bilanzsumme 837,642 Mrd. Euro, nach 812,714 Mrd. Euro im Vormonat und nach 671,226 Mrd. Euro im Vorjahresmonat.

Die Entwicklung der Target2 Forderungen als Bestandteil der Aktiva-Seite der Bundesbankbilanz seit Januar 2002 bis Dezember 2011 in Prozent im Chart. Im Dezember 2011 betrug der Anteil der Target2 Position mit 463,311 Mrd. Euro an den gesamten Vermögenswerten der Bundesbank von 837,642 Mrd. Euro noch 55,31%. Die Target2 Forderungen waren um -31,853 Mrd. Euro zum Vormonat gesunken. Im Januar 2012 war allerdings die Forderung aus Target2 wieder um 34,821 Mrd. Euro gestiegen, auf ein neues Allzeithoch, mit 498,131 Mrd. Euro.

Im Dezember 2011 war im Gegenzug zur gesunkenen Target2 Forderung die Kreditgewährung der BUBA an deutsche Kreditinstitute (Forderung) wieder angezogen:

Die Entwicklung der Kreditgewährung der BUBA an die Banken aus Hauptrefinanzierungsgeschäften und längerfristigen Refinanzierungsgeschäften seit Januar 2002 in Mrd. Euro im Chart. Im Dezember 2011 stieg die Kreditgewährung um +34,181 Mrd. Euro, auf 55,797 Mrd. Euro. Es liegt nahe das die Kreditgewährung in Zentralbankgeld für grenzüberschreitende Transaktionen der Banken (Kapitalabfluss) im Target2 Zahlungssystem verwendet wurde und die Target2 Forderung der BUBA damit drückte. Dies dürfte sich im Januar 2012 wieder umgekehrt haben. Die Daten zur Bilanzsumme der BUBA und zur Kreditgewährung für Januar 2012 werden erst Anfang März veröffentlicht, während der Target2 Saldo der BUBA für Januar bereits veröffentlicht wurde.

Die BUBA hielt im Dezember 2011 Assets von 463,311 Mrd. Euro aus Target2, 55,797 Mrd. Euro aus der Kreditgewährung gegenüber Finanzinstituten, weitere 18,128 Mrd. Euro an Forderungen gegenüber Kreditinstituten in Fremdwährungen, 71,867 Mrd. Euro aus Forderungen von aufgekauften Wertpapieren, darunter 66,981 Mrd. Euro aus Wertpapieren zu geldpolitischen Zwecken (vor allem Staatsanleihen)! All diese nicht zu unterschätzenden Risiken steht ein armseliges Eigenkapital aus Grundkapital (2,5 Mrd. Euro) und gesetzlicher Rücklage (2,5 Mrd. Euro) von insgesamt 5,0 Mrd. Euro gegenüber.

Die Bundesbank ist vom Nettogläubiger der Banken zum Nettoschuldner der Banken mutiert, die Verbindlichkeiten gegenüber den Kreditinstituten betrugen im Dezember 2011 228,873 Mrd. Euro:

Die Entwicklung der Verbindlichkeiten der BUBA (Passiva) gegenüber den Banken seit Januar 2002 in Mrd. Euro im Chart.

Auf der Aktiva-Seite der Bilanz bildet die Target2 Position mit Abstand den größten Posten der BUBA. Dies ist zwar eine formale Forderung gegenüber der EZB, aber eben auch eine Forderung der EZB gegenüber den nationalen Zentralbanken von Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien, Frankreich und Belgien, die allesamt negative Target2 Salden als Passiva (Verbindlichkeiten) in der Bilanz halten und die auf der anderen Seite ihrer Bilanz als Aktiva, den vergebenen Krediten der nationalen Zentralbanken an die dortigen heimischen Banken entsprechen. Da über das Target2 Zahlungssystem den deutschen Banken Nettokapital zufließt und deren Einlagen steigen, sinkt der Refinanzierungsbedarf bei der BUBA. Da die deutschen Banken letztlich nicht entsprechend des Kapitalzuflusses die Kreditvergabe erhöhen, legen sie es bei der BUBA an, Guthaben, Einlagen auf Girokonten der BUBA, Mindestreserve, Einlagefazilität.

Die Bilanzen nationaler Zentralbanken mit negativen Target2 Salden, positiven Target2 Salden und neutralen Target2 Salden.

Was als harmloser Kreislauf missverstanden werden kann, verkennt das es eine massive Verschiebung des Risikos zur BUBA stattfindet. Statt privates Kapital (vor allem Banken) finanziert die BUBA die Leistungsbilanzdefizite und die Kapitalabflüsse aus den PIIGSFB. Das Risiko aus der europäischen Zahlungsbilanzkrise liegt bei der BUBA und damit beim Steuerzahler der Eurozone, denn die BUBA haftet bei Ausfall aus der Target2 Forderung gemäß ihres Kapitalanteils an der EZB in Höhe von 27,13%, ebenso wie beim potentiellen Ausfall der aufgekauften Staatsanleihen.

Quelle Daten: Bundesbank.de

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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21 KommentareKommentieren

  • Bazooka - 12. Februar 2012

    Hier ein sehr interressantes Interview mit Christoph Hörstel:

    http://www.youtube.com/watch?v=0ynwuA9i9w0&feature=channel_video_title

  • Roland - 12. Februar 2012

    o.k., gehen wir einmal aus, eine Buba ginge wirklich ins Risiko – bedeutet das, dass dies letztlich auf den “Steuerzahler” zurück fiele ?
    Nach der jetzigen Rechtslage: Ja.

    Sollte aber aus der EZB eine FED gemacht werden, dann eben nicht.

    • SLGramann - 12. Februar 2012

      “Sollte aber aus der EZB eine FED gemacht werden, dann eben nicht.”

      Worauf spielen Sie da an? Dass die FED keine staatliche Behörde ist? Dass die EZB privatisiert wird, ist jedenfalls völlig ausgeschlossen. Lohnt sich nicht darüber nachzudenken. Und selbst wenn, Verluste privater Banken werden ab einem bestimmten Ausmaß immer sozialisiert. Für eine Zentralbank gilt dies immer und absolut – völlig egal, ob sie private Eigentümer hat oder nicht. Sonst würden ja diejenigen mit den ganz großen Geldvermögen alt aussehen. Und hey, das ganze System (Staat, Gesellschaft, Justiz, Medien, Parteien) ist nur durch diese Leute und für diese Leute vorhanden. Nö, nö, gezahlt wird immer unten, von den Bekloppten, die an Günter Jauch und die Bedeutung der nächsten Wahlen glauben.

      • Stefan M. - 12. Februar 2012

        Ich denke eher, Roland spielt darauf an, daß “die Fed” als semi-private Institution (am ehesten mit einem “Beliehenen” nach deutschem Recht vergleichbar: Staatliche Befugnisse, die auf einen Privaten übertragen wurden: Beispiel: Flugkapitäne oder der TÜV) in der Lage ist, die Staatsschulen direkt zu finanzieren.

        • SLGramann - 12. Februar 2012

          Gut, das könnte die EZB auch tun. Entweder unter Bruch irgendeines Vertrages (der wie vielte Vertragsbruch im Zeichen des Euro wäre das dann?) oder eleganter, indem man irgendeinem Fonds (ESM oder so) eine Banklizenz gibt und die EZB zur Diskontierung der Schuldscheine dieses Fonds verpflichtet (im Grunde das, was die Franzosen wollen).
          Und verrückterweise halte ich diese Idee unter den Bedingungen des real existierenden Euroismus sogar noch für die Beste. Die Alternative zum Gelddrucken sind gigantische direkte Transfers von Deutschland in die Peripherie oder ein deflationärer Zusammenbruch.
          (Ich glaube aber nicht, dass die Aufblähung der Notenbankbilanz langfristig keine Rolle spielt, wie die Verfechter der “Geldpolitik kann alles und das auch noch ohne Nebenwirkungen”-These bspw. bei kantoos zu meinen scheinen. Auf irgendeine Weise wird das mal bös zurückschlagen. Wann und wie auch immer. Treffen wirds dann die kleinen Leute, denn die sind schließlich systemisch nicht relevant. :-) )

          • Michael S. - 12. Februar 2012

            @SLG
            “Geldpolitik kann alles und das auch noch ohne Nebenwirkungen”-These bspw. bei kantoos

            Ja sowas ist traurig. Aber unter “VWL-Eliten” weit verbreitet…

            “Auf irgendeine Weise wird das mal bös zurückschlagen”

            Es schlägt schon zurück – In Deutschland hat man halt bisher NUR Stagnation bei den Reallöhnen. Frag mal die Griechen, Portugiesen oder Spanier.

            Michael S.

    • Holly01 - 12. Februar 2012

      Die BUBA gehört tatsächlich den Mitgliedsbanken.
      Ich schätze rein rechtlich, ist Deutschland der Sonderfall, bei dem das gesamte Finanzwesen bankrott gehen könnte – ohne – dass der Staat direkt betroffen wäre (zumindest nicht als Bürge).

  • SLGramann - 12. Februar 2012

    Muss man sich mal vorstellen, was die deutschen Banken mit ihren BuBa-Einlagen für eine “schöne” Blase schaffen könnten, wenn sie nur kreditwürdige Kunden mit guten Pfändern finden könnten. So hohe Zentralbankguthaben zu halten, ohne daraus Geschäftsbankenkredit zu schöpfen, ist ja geradezu geschäftsschädigend. :-)
    Ich glaub, angelsächsische Banke wären da kreativer und aggressiver.
    Oder, um es deutlich zu formulieren: Wann beginnt endlich die deutsche Immobilienblase?

  • Querschuss - 12. Februar 2012

    Hallo Roland,
    Sinn ist nicht abgetaucht in der Target2 Debatte, warum sollte er auch, denn grundsätzlich hat er Recht:
    http://blog.zeit.de/herdentrieb/2012/02/10/klarheit-uber-target-salden-ein-offener-brief-von-hans-werner-sinn_4274

    http://blog.zeit.de/herdentrieb/2012/02/09/hatte-hans-werner-sinn-doch-recht_4259

    Ich finde meine Beschreibung was Target2 Salden zeigen, auch wenn ich Sinns Beschreibungen lese, immer noch kurz, prägnant und relativ gut verständlich und vor allem ist Querschuesse die einzige deutschsprachige Webseite die alle frei zugänglichen Daten der nationalen Notenbanken zu den Target2 Salden präsentiert, über die Entwicklungen unaufgeregt regelmäßig berichtet und sich dabei auf den Kern der Problematik konzentriert. Noch mal meine Beschreibung was Target2 Salden anzeigen:

    Target2 Salden sind immer Ausdruck der Zahlungsbilanz und beinhalten Leistungsbilanz und Kapitalbilanz.
    Vereinfacht, ein negativer Target2 Saldo kann entstehen als Differenz der Leistungsbilanzdefizite abzüglich der geringeren privaten Nettokapitalzuflüsse oder eben aus der Summe der Leistungsbilanzdefizite zuzüglich der privaten Nettokapitalabflüsse (Kapitalflucht). Der positive Target2 Saldo ist das Pendant dazu, die Differenz der Leistungsbilanzüberschüsse abzüglich der geringeren privaten Nettokapitalabflüsse oder eben als Summe der Leistungsbilanzüberschüsse zuzüglich der privaten Nettokapitalzuflüsse. Bei einem Leistungsbilanzdefizit das dem privaten Kapitalzufluss entspricht oder einem Leistungsbilanzüberschuss dem ein adäquater privater Nettokapitalabfluss entgegensteht, gibt es keine Target2 Salden.

    Immer alle aktuell verfügbare Target2 Salden sind hier mit Charts zu finden:
    http://www.querschuesse.de/target2-salden/

    Gruß Steffen

    • Roland - 12. Februar 2012

      Hallo Steffen,

      ich finde es sehr verdienstvoll von Dir, dass und wie Du die target2 – Problematik angehst.

      Unser beider Problem ist, dass wir beide nicht direkt in der EZB oder Buba sitzen und vor Ort nachforschen können.
      Ich selbst halte die HU-Analyse (König et al.) für überzeugend, Du diejenige von Sinn.

      Eine der beiden Thesen wird falsifiziert werden (Popper) oder sie werden sich im Spiel von These und Antithese zu einer höheren Synthese emporheben (Marx)

      Sieh das als Ermutigung für Deine hervorragende Arbeit.

      p.s.
      Ja, ich meinte, dass die FED das Recht hat, direkte Staatsfinanzierung zu betreiben. Das macht auch die britische Notenbank übrigens (quantitative easing).
      Der EZB ist dies absolut verboten, da Inflationsgefahren gesehen werden.
      Über einen Umweg macht sie es aber doch schon – und sie muß es auch machen im Falle Griechenland.

      • dank - 12. Februar 2012

        @Steffen

        Na die Erklärung ist doch wunderbar!

        “Target2 Salden sind immer Ausdruck der Zahlungsbilanz und beinhalten Leistungsbilanz und Kapitalbilanz.
        Vereinfacht, ein negativer Target2 Saldo kann entstehen als Differenz der Leistungsbilanzdefizite abzüglich der geringeren privaten Nettokapitalzuflüsse oder eben aus der Summe der Leistungsbilanzdefizite zuzüglich der privaten Nettokapitalabflüsse (Kapitalflucht). Der positive Target2 Saldo ist das Pendant dazu, die Differenz der Leistungsbilanzüberschüsse abzüglich der geringeren privaten Nettokapitalabflüsse oder eben als Summe der Leistungsbilanzüberschüsse zuzüglich der privaten Nettokapitalzuflüsse. Bei einem Leistungsbilanzdefizit das dem privaten Kapitalzufluss entspricht oder einem Leistungsbilanzüberschuss dem ein adäquater privater Nettokapitalabfluss entgegensteht, gibt es keine Target2 Salden.”

        würde sie sehr gut vor den Grafiken bei
        http://www.querschuesse.de/target2-salden/
        machen, nicht?
        Vielleicht entfällt dann die ein oder andere Zwischenfrage?!

  • klaus - 12. Februar 2012

    Sicherlich steht für das Risiko wiedermal der Normalo.
    Das Problem ist, wie das Ganze nach unten verteilt wird.

    Wie wäre es mit dieser Lösung?

    Die Filmindustrie erlebt nicht nur in Deutschland durch
    die Verquickung mit Wulff eine Korruptiunsrenaissance
    sondern auch in England.

    http://www.telegraph.co.uk/finance/newsbysector/banksandfinance/9076563/RBS-staff-held-in-tax-fraud-investigation.html

    Da hat die RBS schon mal 5 Banker im Steuerhinterziehungssektor
    inhaftiert.

    Wenn man dazu das ACTA – Vorhaben betrachtet,
    könnte man meinen, mit einem Boykott von Film und
    Musik könnte man die ganze Welt mit Hollywood und
    Bollywood derart erschüttern, das die Staaten Probleme
    bei der Finanzierung ihrer wichtigsten Aufgaben bekommen.

    Wenn man dazu den Beck/SPD mit seiner GEZ und
    seinem Digitalfunk / Fußballneigung, würde man
    gerade über diesen Weg jedes Wachstum vernichten.

    Eine traurige Vorstellung.
    Die Infrastruktur von Deutschland hängt nicht an
    der Güterproduktion sondern ist reduziert auf
    Konsum von Produkten die in keiner Bedürfnispyramide
    eine beachtenswerte Funktion finden.

    Beachtet man dazu beim Kauf, das man nur
    Produkte kauft, die kaum beworben werden,
    trifft man sogar noch die Marketing und
    Internetindustrie tödlich.

    Was bleibt?

    Nicht mehr viel.

    So kann jeder bestens leben und
    die Produzenten von Nebensächlichem
    werden in der Marktwirtschaft werden
    aussortiert.

    Kein Wunder das Film und Musik
    so rigide verteidigt werden.

    Welch eine Wertschöpfung.
    Kein Wunder, das das System
    nicht mehr ohne die Umverteilung
    von unten nach oben haltbar ist.

    Es ist zu einer totalen Verschiebung
    der Werte gekommen.
    Sonst könnte kein Fußballer in einem
    Monat mehr verdienen, als ein normaler
    Mensch in einem Jahr.

    Der Verbraucher ist hier wirklich gefragt.
    Vielleicht sollte jeder mal Vance Packard
    und seine geheimen Verführer lesen.

    Denn diese Werbehörigkeit und Meinungshörigkeit
    ist der Grund für sämtliche Fehlentwicklung.

    Grüße klaus

  • Ert - 12. Februar 2012

    @M.E.

    Da Du ggf. meine Frage im vor-vor-Thread nicht mehr gelesen hast – hier noch mal. Das Thema und das Potential beschäftigt mich momentan sehr, da das ganze ziemliches Disruptionspotential hat.

    ========

    Was hältst Du von LFTR?

    http://en.wikipedia.org/wiki/Liquid_fluoride_thorium_reactor und http://thoriumremix.com/2011/

    Zwar auch radioaktive Pampe – aber mit dem Potential ohne “Peng/Bum” und mit weniger radionuklidem Dreck. Da muss man ganz klar den Vergleich zu den Schäden von Fracking, Quersilber aus Kohleverbrennung und Deepwater Horizon’s aufmachen.

    Insb. auch der Brennstoff muss nicht erst umweltvernichtet gefördert und angereichtert werden. Keine Uranmunition, kein Wismut, Kein HTTR Hamm Unsinn, etc. pp.

    Übersehe ich etwas?

  • klaus - 12. Februar 2012

    @ Ert
    Schau mal noch mal den Wikipedia-artikel durch.

    Könnte es sein, das die Giftproblematik bei Thorium
    heftiger ausfällt als der das Problem der Radionuklide?

    Wenn ja, wie sieht es dann in der rechtlichen Problematik aus?
    Und wie sieht es beim Unfall aus?

    Hätte alles einen Vorteil man wäre Dank giftigem Berrylium vor
    dem Strahlensyndrom geschützt.

    ;)

    • Ert - 12. Februar 2012

      Der “Vorteil” bei LFTR ist, das der radionukleide “Müll” eine geringere Habwertszeit – also “strahlt” das Zeug natürlich heftiger – dennoch weniger lange.

      Vorteil: Nach ein Paar Monaten, Jahren bzw. hundert bzw. tausend Jahren ist das Ärgste vorbei. Der “herkömmliche Dreck” hat lange Halbwertszeiten – er strahlt nicht so heftig, ist ultra giftig – und muss für Millionen Jahre sicher gelagert werden.

      Denn: Wir können ggf. 1000 Jahre “sicher” lagern (und heutzutage nicht mal das….). Alles andere ist aber recht vermessen.

    • SLGramann - 12. Februar 2012

      Zu recht am Pranger. Wenn man überhaupt wieder in die Nähe ausgeglichener Leistungsbilanzen kommen will, muss auch Deutschland einen Beitrag leisten und seinen Exportkrieg zügeln. Mehr Balance zwischen Binnenkonsum und Außenhandel wäre angebracht.

      Das ist übrigens nicht nur eine Forderung der Fairness, sondern vor allem eine der Logik. Wenn diese entsetzliche Frau, die hier Kanzlerin ist, das deutsche System anderen zur Nachahmung empfiehlt und es alle wie wir machten, stellt sich irgendwann mal die Frage, wohin dann all die Waren exportiert werden sollen in einer Welt voller Exportmeister und Lohndrücker.

      Das deutsche Modell lebt davon, dass andere an die Wand gedrückt werden. Unser Erfolg ist deren Misserfolg und vice versa.
      Blöd nur, wenn wir mit “denen” dann in einer Währungs- und Haftungsunion verbunden sind und uns so selbst ins Knie schießen. (Wobei “wir” und “uns” natürlich Vereinfachungen sind. In Deutschland sitzen wir keineswegs alle im selben Boot.)

      Gleichgewicht wäre nötig und kein deutsches Exportwunder. Vor 30 Jahren hätten Politiker und Ökonomen so etwas noch verstanden. Heute gibts nur noch Schmalspur-BWLer, Konzerninteressen und Politclowns, die denen den Staat als Beute vor die Füße geworfen haben.
      (der Fairness halber: SPD und Grüne mit solche unsäglichen Figuren wie Schröder, Steinbrück, Clement usw. haben diesen ganzen Irrsinn erst so richtig in Fahrt gebracht. Merkel setzt deren krankes Projekt nur fort.)

    • Achim Hase - 12. Februar 2012

      Frau von der Leyen hat gestern zu kräftigen Lohnsteigerungen aufgerufen.

      • Querschuss - 12. Februar 2012

        Hallo Achim,
        wo sie recht hat, hat sie recht.
        Gruß Steffen

  • M.E. - 12. Februar 2012

    Hallo ERT,
    ich habe mich mit LFTR-Reaktorenm bisher noch nicht weiter beschäftigt, also auch keine halbwegs qualifizierte Meinung dazu.
    Dass diese Reatoren bisher weltweit keine Rolle spielen, wird wohl seine Gründe haben. Sonst gäbe es sie längst in größerer Menge.
    Und Deutschland hat ja sogar unter der Kernkraft-Befürworter-Koalition den recht schnellen Atomausstieg in die Wege geleitet.
    Ich vermute, daran wird sich auch nichts ändern.

    • Ert - 12. Februar 2012

      @M.E.

      Die Gründe soweit:
      - Kein Dual Use (Waffentechnik)
      - Keine Urananreicherungsindustrie nötig.
      - Zivil hat Druck/Siedewasserdesign von Militär übernommen und ausgebaut
      - Noch ne Reaktortechnologie macht für die kommerziellen Anbieter keinen Sinn
      - Brennstoff (Thorium) ist billig und verfügbar – also schlecht verknappbar.
      - Würde deutliche Energieunabhängigkeit vieler Länder bedeuten
      - Schwächt Ölmonopol
      - Und damit auch Dollarmonopol

      Also genug gründe diese Technologie aktiv zu behindern. Und das ist ja nicht Zeugs, das irgend eine kleine Firma mal so zum Hobby macht. Auf diesem Level können wenige Leute aktiv verhindern das daran geforscht bzw. gearbeitet wird.

      Der Film “Thoriumremix” hat einiges darüber drin – bei anderen Sachen ist er politisch blauäugig und lässt auch ein paar Verharmloser zu Wort kommen. Dennoch ist das physikalische Prinzip einleuchtet.