Charts der Kernschmelze

von am 19. August 2011 in Allgemein

Wie man es auch dreht und wendet, die Finanzmärkte preisen jetzt eine Rezession ein, ob die drastische Korrektur an den Aktienmärkten, der brutale Einbruch bei den Bankaktien oder die Flucht in vermeintlich sichere Staatsanleihen der wenigen Länder mit hoher Bonität und als Irrlicht in die US-Staatsanleihen. In allen wichtigen Währungen der Welt stürmt der Goldpreis nach oben, als Hort der Sicherheit, als schuldenfreies Asset und Schutz vor den Turbulenzen, die ein Meer von faulen Krediten auslöst.

Wie erwartet, die expansive Geldpolitik und ein enormer Anstieg der Staatsverschuldung konnten zwar weitere Zeit schinden, aber kein Problem wurde ansatzweise gelöst, weder die Verwerfungen im Finanzsystem, noch die spekulativen Auswüchse, nicht die großen Ungleichgewichte im Welthandel und auch nicht die extrem ungleiche Verteilung der Einkommen und Vermögen – als gravierender Hemmschuh einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung! Nun scheint das Pulver verschossen und die mit Schein-Billionen unter den Teppich gekehrten Probleme treten mit Wucht zu Tage. Hilflos versucht man ein krankes System gesund zu sparen und hat damit die wirtschaftliche Aktivität in einigen Ländern zusätzlich abgewürgt. Nun beginnt eine spannende Phase, die zeigen wird ob es noch Mittel und Wege gibt, die sich nun drehende Abwärtsspirale zu stoppen?

Die Charts vom Freitag, dem 19.08.2011:

Die Entwicklung des deutschen Aktienleitindex DAX seit Januar 1980 im Dailychart. Heute sank der Dax um -2,19% zum Vortag, nach -5,82% gestern, auf 5’480,00 Indexpunkten! Nur seit dem 07.07.2011 ging es von 7’471,44 Punkten um -26,65% abwärts!

Die Entwicklung des italienischen Aktienleitindex FTSE MIB seit Januar 2004 im Dailychart. Heute sank der Index um -2,03% zum Vortag, nach -6,15% gestern, auf 14’666,87 Indexpunkte. Zum Vorjahr ging es bereits um kräftige -27,1% abwärts.

Die Entwicklung des spanischen Aktienleitindex IBEX seit Januar 1987 im Dailychart. Heute sank der Index um -2,11% zum Vortag, nach -4,96% gestern, auf 8’141,90 Indexpunkte. Zum Vorjahr verlor der IBEX -20,17%!

Die Entwicklung des griechischen Aktienleitindex ATHEX seit Januar 1987 im Dailychart. Heute sank der Index um -1,5% zum Vortag, nach -3,38% gestern auf nur noch 961,96 Indexpunkte. Zum Vorjahr verlor der ATHEX -41,6%! Die Marktkapitalisierung aller im Leitindex gelisteten 42 größten griechischen Unternehmen beträgt nur noch schlappe 29,84 Mrd. Euro!

Die Entwicklung des US- Aktienleitindex Dow Jones Industrial seit Januar 1980 im Dailychart. Heute sank der Dow um -1,57% zum Vortag, nach -3,7% gestern, auf 10’817,65 Indexpunkte!

Die Entwicklung des brasilianischen Aktienleitindex BOVESPA seit Januar 1994 im Dailychart. Heute sank der Index um -1,29% zum Vortag, nach -4,23% gestern, auf 52’448 Indexpunkte.

Die Entwicklung des chinesischen Aktienleitindex Shanghai Composite seit Januar 1991 im Dailychart. Heute sank der Index um -0,98% auf 2’534,36 Indexpunkte. Zum Vorjahr verlor der Shanghai Composite -5,72%!

Die Entwicklung des Hang Seng, dem Aktienleitindex aus Hong Kong, seit Januar 1990 im Dailychart. Heute sank der Index um -3,08% auf 19’399,92 Indexpunkte. Zum Vorjahr verlor der Hang Seng -7,94%!

Die Entwicklung des japanischen Aktienleitindex NIKKEI 225 seit Januar 1970 im Dailychart. Heute sank der Index um -2,51% auf 8’719,24 Indexpunkte. Zum Vorjahr verlor der NIKKEI 225 -6,87%!

Ein paar Charts zu den Aktienkursen des maroden Bankensystems:

Die Entwicklung des US-KBW Bank Index (BKX) seit Januar 1995 im Dailychart. Heute sank der Index, welcher 24 US-Banken abbildet, um -2,93% zum Vortag, nach -5,63% gestern, auf 35,49 Indexpunkte. Zum Hoch am 20.02.2007 notierte der Index bei 121,06 Indexpunkten!

Die Entwicklung des Aktienkurses der Bank of America seit Januar 2002 im Dailychart. Heute sank die Aktie im Schlusskurs um -0,57% zum Vortag, nach -6,03% gestern, auf 6,97 Dollar. Die Marktkapitalisierung liegt noch bei 71,04 Mrd. Dollar, zum Hoch am 10.10.2006 mit einem Aktienkurs von 54,54 Dollar betrug der Börsenwert 552,7 Mrd. Dollar.

Die Entwicklung des europäischen Bankenindex, Euro Stoxx Banks seit Januar 1990 im Dailychart. Heute sank der Bankenindex Europas um -2,98% zum Vortag, nach -6,48% gestern, auf 109,02 Indexpunkte. Der Euro Stoxx Banks spiegelt die größten 32 europäischen Banken gemäß Marktkapitalisierung wider und die enthaltenen Banken sind nach der Marktkapitalisierung vom 31.12.1991 gewichtet. Die Banco Santander ist mit 19,4% gewichtet, gefolgt von der BNP Paribas (14,31%), der Deutschen Bank (11,31), der Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (10,55%), der Societe Generale (8,10%), der Intesa San Paolo (7,12%), der Unicredit (6,5%), der Commerzbank (3,21%) usw.. Zum Hoch am 18.05.2007 mit 491,23 Indexpunkten hat der Euro Stoxx Banks bis heute -77,8% verloren!

Die Entwicklung des Aktienkurses der italienischen Unicredit seit Januar 1998 im Dailychart. Heute sank die Aktie im Schlusskurs um -5,81% zum Vortag, nach -7,43% gestern, auf 0,90 Euro. Die Marktkapitalisierung liegt noch bei 16,5 Mrd. Euro, zum Hoch am 09.05.2007 mit einem Aktienkurs von 5,60 Euro betrug der Börsenwert 102,28 Mrd. Euro.

Die Entwicklung des Aktienkurses der griechischen TT Hellenic Postbank seit Juni 2006 im Dailychart. Heute sank die Aktie im Schlusskurs um -2,52% zum Vortag auf 1,55 Euro, nach -9,4% gestern. Die Marktkapitalisierung liegt nur noch bei 440,92 Millionen Euro, zum Hoch am 07.02.2007 mit einem Aktienkurs von 21,38 Euro betrug der Börsenwert 6,081 Mrd. Euro. Die TT Hellenic Postbank ist mit einem 34% Anteil im Staatsbesitz und soll als einer der Top-Favoriten über die “griechische Treuhand”, die seit Juli 2011 ihre “hochqualifizierte Arbeit” aufgenommen hat privatisiert werden. Rechnen wir doch mal schnell, 34% von 440,92 Millionen, dass wären 149,91 Millionen Euro Erlös bei dem derzeitigen Aktienkurs. Ein “großer” Schritt zum Erlös der geplanten 50 Mrd. Euro aus den Privatisierungen!

Die Entwicklung des Aktienkurses der französischen Societe Generale seit Januar 1988 im Dailychart. Heute sank die Aktie im Schlusskurs um -3,38% zum Vortag, nach -12,34% gestern, auf 20,87 Euro. Die Marktkapitalisierung liegt noch bei 16,19 Mrd. Euro, zum Hoch am 04.05.2007 mit einem Aktienkurs von 158,42 Euro betrug der Börsenwert 122,94 Mrd. Euro.

Die Entwicklung des Aktienkurses der französischen BNP Paribas seit Januar 1994 im Dailychart. Heute sank die Aktie im Schlusskurs um -4,27% zum Vortag, nach -6,76% gestern, auf 32,75 Euro. Die Marktkapitalisierung liegt noch bei 39,55 Mrd. Euro, zum Hoch am 23.05.2007 mit einem Aktienkurs von 94,25 Euro betrug der Börsenwert 113,84 Mrd. Euro.

Die Entwicklung des Aktienkurses der Credit Agricole seit Januar 2002 im Dailychart. Heute sank die Aktie im Schlusskurs um -1,7% zum Vortag, nach -7,29% gestern, auf 6,12 Euro. Die Marktkapitalisierung liegt noch bei 15,29 Mrd. Euro, zum Hoch am 05.10.2006 mit einem Aktienkurs von 36,04 Euro betrug der Börsenwert 90,1 Mrd. Euro.

Die Entwicklung des Aktienkurses der deutschen Commerzbank seit Januar 1992 im Dailychart. Heute stieg die Aktie im Schlusskurs um +0,37% zum Vortag auf 1,906 Euro und gestern fiel sie um -10,42% zum Vortag. Die Marktkapitalisierung liegt noch bei 2,55 Mrd. Euro, zum Hoch am 09.03.2000 mit einem Aktienkurs von 35,74 Euro betrug der Börsenwert 47,8 Mrd. Euro.

Die Entwicklung des Aktienkurses der Deutschen Bank seit Januar 1992 im Dailychart. Heute sank die Aktie im Schlusskurs um -2,68% zum Vortag, nach -7,01% gestern, auf 27,96 Euro. Die Marktkapitalisierung liegt noch bei 24,79 Mrd. Euro, zum Hoch am 11.05.2007 mit einem Aktienkurs von 101,95 Euro betrug der Börsenwert 111,92 Mrd. Euro.

Die Entwicklung des Goldpreises in Dollar seit Januar 1970 im Dailychart. Heute erklomm der Goldpreis im Tageshoch in Dollar ein neues Allzeithoch und schloss bei 1852,05 Dollar je Feinunze.

Die Entwicklung des Goldpreises in Euro seit Januar 1990 im Dailychart. Heute erklomm der Goldpreis im Tageshoch in Euro ein neues Allzeithoch und schloss bei 1286,30 Euro je Feinunze.

Die Entwicklung des Goldpreises in Schweizer Franken seit Januar 1971 im Dailychart. Auch in CHF bricht Gold nach oben aus und schloss heute bei 1453,70 Schweizer Franken je Feinunze.

Die Entwicklung des Euro zum Schweizer Franken seit Januar 1990 im Dailychart. Heute schloss der Euro bei 1,1302. Was Interventtionen der Schweizer Notenbank nur nur bedingt gelang, dafür sorgen vorerst Hinweise und Gerüchte an eine Kopplung des Schweizer Franken an den Euro. Der Euro legt nach einer brutalen Talfahrt seit einigen Tage etwas zum Schweizer Franken zu, als Reaktion bricht nun auch der Goldpreis in Schweizer Franken aus.

Die Entwicklung der Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen seit Januar 1972 im Dailychart. Stand der Rendite am 19.08.2011 bei 2,062%. Der alte Krisenreflex der Märkte funktioniert noch, die Herde stürmt in vermeintlich sichere US-Staatsanleihen auch wenn bereits durch die Ratingagentur S&P das Triple A-Rating abhanden gekommen ist.

Diese Charts dokumentieren vor allem den maroden Zustand des Finanz- und Bankensystems und die derzeitig kritische Situation!

Quelle Daten für die Charts: Finance.yahoo.com, Stooq.pl, Stoxx.com/Indices/Daten Euro Stoxx Banks

Nachtrag vom 21.08.2011 zum Kommentar von Joe:

Die Entwicklung des deutschen monatlichen Exportvolumens in Mrd. Euro im Vergleich zum DAX auf Monatsbasis seit Januar 1991 bis Juni 2011 beim Export und bis 19.08.2011 beim Dax im Chart.

Zur DotCom-Krise, dem etwas isolierten Platzen einer Spekulationsblase kann man eigentlich keine realwirtschaftliche Korrelation zur Entwicklung des deutschen Exportvolumens feststellen, in Bezug zur Wirtschafts- und Finanzkrise schon, wie der Chart zeigt. Da die aktuelle Staatsschuldenkrise Folge der Finanzkrise ist und auch weiter das gesamte Bankensystem involviert und gefährdet ist und es sich damit nicht um ein isoliertes Problem, sondern um eine systemische Krise handelt, könnte man davon ausgehen, dass sich recht schnell realwirtschaftlich negative Rückkopplungen auch in einem sinkenden Exportvolumen manifestieren dürften.

 

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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59 KommentareKommentieren

  • Ert - 19. August 2011

    Alles geht hoch!

    Die DAX Puts gehen hoch, Au geht hoch – alles nach Plan. Die Dynamik ist aber schon krass die das ganze momentan hat. Denke mal morgen wird anhand der Nachbörse und der desaströsen DOW Zahlen noch mal kurz was nach unten drinn sein… dann ??? Nochmal 6200 Testen bevor wir 4xxx sehen?

    Danach dann QE3 und Eurobonds? The Sky is the limit?

    Ich weiss es nicht. Die Zinsen für die 10 Jährigen Treasuries sind aber heute kurz unter 2% gewesen absurd! Ich denke mal das liquide Kapital weiss nicht wohin – nicht in die AKtien und auch nicht in die Pleitebanken… also Treasuries. Solange das passiert braucht man auch kein QE.

    Das Spiel ist aus – mal politisch ist 2008 reloaded momentan kaum eine Option – die Märkte dürften also erstmal nach unten Rauschen, aus den BRICS wird Kohle abgezogen un die wirtschaftliche Kontraktion wird Ihren Lauf nehmen….. bis dann irgendwann im Q4 gehandelt wird…. so aktuell mein Fahrplan.

  • flo - 19. August 2011

    Es ist eine Sauerei, wie schnell und hoch Gold gestiegen ist. Eigentlich war der kontinuierliche Ankauf grosser Mengen Gold und Silber mein Plan für die Rente. Das kann ich wohl vergessen…

    Naja, ich kauf dann einfach nach der Währungsreform weiter. Ich denke, dass die Welt nach dem Fiat Exzess der letzten 40 Jahre dringend einen vollen Goldstandard braucht.

  • Thomas - 19. August 2011

    Diese Sägezahnkurven zeigen das ganze Desaster::
    Nichts in dieser “Scheinwelt” hat Bestand, jegliches Denken und Handeln in diesen Bereichen ist nur von kurzer Dauer, manchmal ändert sich die Lage und damit auch die Beständigkeit der “Scheinwerte” binnen Minuten. Sich von diesem Druck und der damit verbundenen Hatz nach”Schein”- Werten zu befreien erfordert Kraft, Mut und Entschlossenheit.
    Viele Menschen in diesem Land haben dies schon erkannt und es werden immer mehr….
    Thomas

  • Ert - 19. August 2011

    @flo

    Ein Goldstandard waehre schlimm! Es geht nicht darum WAS unser Geld “deckt”, sondern darum wer die Menge kontrolliert.

    Gold ist nichts – es ist artifiziell – es werden Energie und Ressourcen verbraten um es zu foerdern und da dann wieder in der Keller zu legen. Es ist absurd und keine Loesung – nur eine VERMEINDLICHE Loesung im aktuellem Spiel.

  • Pessimist - 19. August 2011

    Hallo Thomas,

    Viele Menschen in diesem Land haben dies schon erkannt und es werden immer mehr….

    welche Menschen sollen das sein, wovon träumst Du nachts? Ich sehe weit und breit nur Leute, die mit einer optimistischen Dauererektion im Hirn durch die Gegend wandeln und nach einem “Weiter so” lechzen. Von Deiner These sind wir mMn noch meilenweit entfernt.

    Schönes Wochenende

    Pessimist

  • henne - 19. August 2011

    Die französischen Banken scheinen doch in Schwierigkeiten zu stecken. Nach Aussage der hier veröffentlichen Charts, riecht dass nach Eurobonds. Der Unicredit würde ich die Umstellung Ihrer Bücher auf LIRA empfehlen. Sieht im Anschluß nach MEHR aus…. . Die Aktie avanciert immer mehr zum PENNY-Stock. Merke liebe Banker: Die Aktie einer Bank sollte Immer Vertrauen austrahlen.
    Upps, unser Griechenland ganz vergessen. Der Athex hat bestimmt noch 100 Punkte Luft nach unten… . Noch sind grosse Sommerferien in Europa. Frankreich ist verreist, genau wie Italien und der Rest. Im Herbst jetzt wird es heissss werden.

  • M.E. - 19. August 2011

    Eigentlich können Lebensversicherungen und Pensionsfonds kaum noch im Aktienmarkt investieren bei dieser Volatilität. Die sind also auf die Anleihenmärkte angewiesen, allerdings nur auf den Bereich, der im oberen A-Bereich geratet ist. Und da bekommen sie eine negative Realverzinsung mit Renditen von gegenwärtig um die 2% sogar für 10-jährige Laufzeiten, bei Kurzläufern kann man gleich das Geld in der Matratze lassen.
    Diese Fonds und Versicherungen werden also größte Mühe haben, auch nur die immer weiter abgesenkten Mindestverzinsungen erwirtschaften zu können.
    In den USA haben viele Pensionsfonds ohnehin eine chronische Unterfinanzierung. Wenn dann nocht solche Wertvernichtungswellen wie in den letzten 3 Wochen dazukommen und andere Anlagen nicht mal die Inflation ausgleichen, dann ist der Kollaps vieler Pensionsfonds absehbar. Insbesondere angesichts der jetzt anlaufenden Welle von Pensionierungen der Baby-Boomer-Jahrgänge.
    Die nicht im Pensinskassensystem abgesicherten Sparer mit den 401k-Konten sind allerdings auch nicht besser dran, weil der Kontenstand durchschnittlich nur etwa 50% der notwendigen Höhe aufweist. Alles andere wurde konsumtiv vernascht.
    Da trifft also die sich immer mehr in explizierte Verschuldung wandelnde implizite Verschuldung (Faktor 4 bis 5 über der schon jetzt zahlungswirksamen Verschuldung) auf zusätzliche Anlagewertvernichtung, die noch garnicht in der astronomischen impliziten Verschuldung eingerechnet ist.

    Fazit: die jetzt und zukünftig in das Rentenalter kommenden starken Jahrgänge verarmen zunächst, einige Jahre später verelenden sie. Jedenfalls zum großen Teil. Arbeiten bis zum Umfallen oder auf der Straße betteln gehen wird für viele die zwingende Konsequenz sein.

  • henne - 19. August 2011

    Ja M.E. Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Zur Zeit sind 2,25% bei der LV gesetzlich abgesichert. Überschüsse? Lol!
    Bei den volatilen Märkten haben einige Versicherer, größte Mühe und Not 2,25% zu erwirtschaften.
    Im Umkehrschluss müssen die Verwaltungskosten runter. Heißt einige aktuell beschäftigte MAs werden ihre FA bald/ später von draussen sehen.

  • M.E. - 19. August 2011

    Schon bis über 4% Verlust innerhalb der ersten Stunde. Nur gut, dass ich keine Aktien habe.

  • M.M. - 19. August 2011

    @querschuesse
    Ein chart zum Ölpreis wäre noch interessant. Der letzten Rezession ging ein plötzlicher Einburch des Ölpreises synchron. Ich habe natürlich absolut keine Ahnung, warum das so sein könnte, denn eigentlich darf es in der Wirtschaft ja nur nach oben gehen, aber interessant wärs schon.

  • Benedikt - 19. August 2011

    Finnland bekommt für seine Teilnahme am 2. Bailout Paket Griechenlands Sicherheiten. Österreich, Niederlande, Slowakei und Slowenien liebäugeln auch mit Sicherheiten.

    http://www.faz.net/artikel/C30638/schuldenkrise-auch-oesterreich-fordert-pfand-fuer-griechenhilfe-30487403.html

    Wenn die 4 auch Sicherheiten bekommen, muss Griechenland für 12% des Bailout Pakets Sicherheiten hinterlegen. Wenn die so viel überhaupt zusammen bekommen. Solidarität von den Starken Länder zeigen dann nur noch Deutschland, Frankreich. und Belgien. Der Rest kann sich schon nicht mehr komplett alleine finanzieren oder es sind Kleinstaaten. Wenn die jetzt schon beim EFSF praktisch Aussteigen dürfen, wieso sollen die bei Eurobonds dann Haftung übernehmen??? Was machen die, wenn Italien oder Spanien Probleme bekommen? Wenn die Italien unterm EFSF rutscht, dann übernimmt der EFSF innerhalb von 2. Jahren fast die kompletten Staatschulden von Italien. Bei den Summen, kann Italien keine 12% Sicherheiten anbieten.

    Die haben sich alle zusammen nur noch tiefer in der Falle gegraben. Jetzt kann man den Bürgern von Deutschland und Frankreich nicht mehr erzählen, alle machen mit. Am Ende wird die EZB alle Pleitestaaten mit Geld versorgen müssen.

  • kranich05 - 19. August 2011

    Diese Dynamik (die ja zur Stunde ungebremst anhält) ist wirklich atemberaubend, um nicht zu sagen erschreckend.
    Wird da nicht jemand bald die Reißleine ziehen?

    Obwohl es in die Irre führen kann, den Blick von den Börsencharts direkt auf die Kriegsherde zu richten, kann ich nicht umhin, festzstellen, daß es an vielen Stellen brennt.
    Und täglich, fast stündlich werden es mehr.

  • M.E. - 19. August 2011

    Ja, Kranich,
    überall brennt das Subprime-Gelumpe.
    Bankbilanzen, die man unter der Rubrik Phantasie-Belletristik einordnen könnte, Zenralbanken, die sich immer mehr in Müllkippen für wertlosen Schrott verwandeln, Staatsschulden, die niemand jemals tilgen wird, Gebirge von Derivaten, die im Falle einer Finanzmarktkrise völlig werrtlos sind, geplünderte Pensionskassen, Kommunen, die finanziell völlig mit dem Rücken zur Wand stehen und sämtlichen Gestaltungsspielraum eingebüßt haben, untragbare und chronische Leistungsbilanzdefizite und Überschüsse, sinkende reale Kaufkraft bei großen Bevölkerungsgruppen, Verbraucherüberschuldung in einigen Ländern usw.

    Die Reaktion der Märkte darauf kam verspätet und fällt nun um so drastischer aus.

  • der-oekonomiker - 19. August 2011

    Wie immer, sehr interessante Charts. Zeigen aber nur die “halbe” Banken-Wahrheit. Es sind nicht nur die franz., ital., span., usw., Banken, die under water stehen. Der absolute Wahnsinn passiert doch gerade in der Schweiz, dem Fels in der Brandung, wie uns der Kurs des CHF seit geraumer Zeit suggeriert. Aber Achtung: Die Schweiz ist ein riesiger Hedge Fonds. Das Land hat für seine beiden Großbanken UBS und CS Garantien abgegeben, die jeden Schweizer mit sagenhaften 4,5 Mio. CHF ins Obligo stellen. Das hat bisher kein Land der Welt mit seinen Bürgern gemacht. Deutschland bringt es auf ca. 20.000 Euro p. Kopf. Was wird passieren, wenn UBS und CS ihre Bilanzen bald berichtigen müssen? Das Leverage dieser Banken steht dem von SoGen u. a. gerade Verdächtigen in Nichts nach. Alles völlig durchgeknallt.

  • Benedikt - 19. August 2011

    @henne

    Bei alten LV beträgt der Garantiezins von 94-00 4%, von 00-04 3,25% und von 04-07 2,75%. Ab 2005 ist der Markt für LV so gut wie tot, da geringere Steuerförderung. Die LV ziehen von den Zinsen noch die Verwaltungskosten ab, nur der Rest wird dem Vertrag gutgeschrieben. Die Netto Mindestverzinsung dürfte bei 1,x% liegen. Es sind auch 0,x% denkbar. Diese Mindestverzinsung gilt auch für Riester Renten, Pensionskassen etc.

    Mit der Rente siehts überall gleich schlecht aus. Vor allem, da die zukünftigen Rentner noch die fetten Renten der Altrentner zahlen dürfen.

  • M.E. - 19. August 2011

    Hallo Benedikt,
    in der Folge des kommenden Zusammenbruchs der Finanzmärkte wird jeglicher Vetrauensschutz für zugesagte zukünftige Leistungen sein Ende finden.
    Und damit auch jegliches zukünftige Vertrauen in solche Zusagen und in das Geldsystem insgesamt.

  • leslie - 19. August 2011

    Haha…
    Die Italienische Bank kost nurnoch ein Appel und n Ei.

    Könnt man doch kaufen.^^

    Mfg

  • Appaloosa - 19. August 2011

    Wnn ich soetwas von euch lese, dann werde ich noch mehr Depri!
    Zum Glück habe ich keine Aktien oder LVs.
    Aber was jeder hat ist Papiergeled oder Plastekärtchen, die warsch. bald nix mehr wert sind. ;)

  • Appaloosa - 19. August 2011

    @lesli:

    Wollen wir zusammenlegen? Aber ich denke, dann kann man das Geld auch verbrennen.

  • M.E. - 19. August 2011

    @ Lesli und Appaloosa,
    Vorsicht beim gemeinsamen Kauf der Bank. An solchen gemeinschaftlichen geschäftlichen Unternehmenungen sind schon viele wunderbare Freundschaften zerbrochen!

  • Tourist - 19. August 2011

    Tach,

    Wie heisst es so schön in der Angebotstheorie, dass Sakrileg der Marktoptimisten: Der Preismechanismus der Märkte führt durch Wettbewerb zur besten und effektivsten Allokation und Produktion von Waren für alle!

    Ha ha!

    “Nichts in dieser “Scheinwelt” hat Bestand, jegliches Denken und Handeln in diesen Bereichen ist nur von kurzer Dauer, manchmal ändert sich die Lage und damit auch die Beständigkeit der “Scheinwerte” binnen Minuten.”

    Nur bitter, dass dieser Schein die REALE Lebensgrundlage und der Handlungsausgangspunkt ist für so ziemlich alle Beteiligten! Und noch bitterer ist, dass dieser Schein der Preise der EINZIGE Handlungsausgangspunkt ist für so ziemlich alles, was man tut!

    Gruss
    Tourist

  • Tourist - 19. August 2011

    ich korrigiere….. tun darf!

  • Martin - 19. August 2011

    Ich denke, dass hier noch alles so nach Plan der PPT usw. verläuft. Die Banken haben ohnehin in der ersten Phase des Aktiencrashs ihre wesentlichen Papiere abgestoßen, noch bevor S&P irgend etwas tat. Das Geld haben die damit schon sicher. Durch die Hetze gegen Euro und Aktien und diesen vielen anderen Gerüchten sind die Anleger fast völlig auf die guten Staatsanleihen angewiesen. Das verschafft der USA die Möglichkeit, auch dann die Papiere bestens abzuverkaufen (zu historisch niedrigen Zinsen), auch wenn die Chinesen weniger oder gar nichts kaufen.
    Die Rolle der USA als Stütze des Finanzmarkts wird in dieser Phase sogar gestärkt, derweilen die anderen Länder sich viel mehr Sorgen machen müssen als vorher. Die Chinesen stehen vor massiven Rückgängen, ebenso auch wir, Japan usw.

    Der Anstieg des Goldpreises kann man in diesem Zusammenhang als Hysterie abtun. Er wird noch einige Zeit stärker steigen, jedoch dann auch wieder massiv nach unten geprügelt werden und wenn dazu noch mehr gelogen und betrogen werden muss. Der Goldpreis ist aber keine Marktgröße, da die meisten und wesentlichsten Teilnehmer an diesem Markt nicht teilnehmen. Wichtig ist, dass man die Kleinanleger hindert, in diese Markt massiv einzusteigen. Wenn der Preis zu hoch ist, z.B. hält man die Anleger draußen, weil jeder erwartet, dass das überbewertet ist. Fällt der Preis dann viel zu tief, haben die meisten wieder Angst wegen der zu großen Sprünge. Mir macht in diesem Zusammenhang sorge, dass JP Morgan den Goldpreis jetzt plötzlich bei 2500USD sieht. Vorher hatten sie sich immer nach unten vertan. Jetzt aber das Gold so nach oben zu heben, ist bemerkenswert und zeigt an, dass dort irgend etwas wieder läuft.

    Insofern wird die Freude über den hohen Goldkurs nur kurz währen, die Macht und Entschlossenheit der USA an der Macht zu bleiben und mit dem Dollar weiter die Welt zu bestimmen, ist ungebrochen. Vermutlich wird Chavez sehen müssen, sich noch mehr zu schützen, weil dessen Ansinnen hier stört.

  • Martin - 19. August 2011

    Hallo M.E.
    US-Bonds sind Selbstmord. Daher ja die ganze Aktion, dass die Leute meinen, mit US-Bonds den geringeren Selbstmord zu haben, als bei Aktien (obgleich es genau anders ist).

    Es geht primär darum, diese toxischen US-Staatsanleihen zu verkaufen und in den Markt zu drücken. Genau das zeigen die Rediten der US-Bonds: historische Tiefststände = große Nachfrage und geringste Aufschläge für Zinsen und Risiko

    Die USA können so weitere zig Milliarden an Schulden billigst machen und gewinnen wieder Zeit, Zeit, welchen den Europäern davon läuft und was jene nicht haben.

  • M.E. - 19. August 2011

    Trotzdem Martin,
    auch wenn es der US-Regierung sehr recht sein kann, wenn Investorengelder aus den Aktienmärkten in die US-Bonds umgeschichtet werden und sowohl höhere Anleihevolumen nach dem monatelangen Verschuldungsgrenzenstreit als auch zu niedrigeren Zinsen emittiert werden können, so kann doch die Heftigkeit des Börsenbebens auch wieder nicht im Sinne der USA sein. Denn dadurch werden sich negative realwirtschaftliche Konsequenzen auch wiederum für die USA ergeben. Was sich dann im Anschluss wieder negativ auf die staatliche Neuverschuldungsdynamik auswirkt und bei einem Wiederanstieg des ausgebombten Aktiemmarktes wiederum Umschichtungen aus den Bonds in die Aktienmärkte zu Folge hat. Mit dann vermutlich ziemlich stark steigenden Zinsen für die Bonds.

  • Catweazle - 19. August 2011

    Also mal raus mit der Sprache, wer hat das Geld! Es wurden alleine 2008/09 ein paar Billionen an Dollars, Euros, Pfunden und was weiß ich nicht noch in die sogenannten “Märkte” gekippt. Das Zeug ist anscheinend spurlos verschwunden. Überall sieht man nur noch Schulden, sogar so eine Gelddruckmaschine wie Eon hat über 30 Milliarden Euro Schulden. Also, was genau läuft hier eigentlich? Und noch eines zu den sogenannten Märkten. Wie würdet ihr jemanden bezeichnen der einen Eurocent kauft und dafür 100 Euro auf den Tisch legt? Falsch, es ist kein Idiot sondern ein Trader! Da fällt mir auch noch ein das es eigentlich ein Unding ist bei einem exponentiellen Zinsgeldsystem so etwas wie Vermögen zu verzinsen. Das Zeug gratis anhäufen zu dürfen an sich ist eigentlich schon Übel genug aber dafür noch Zinsen kassieren ist schlicht anstrengunsloser Wohlstand. Unsere Kinder und Enkelkinder können später durch ihre Arbeit die Rentner und sich selber ausreichend versorgen aber sie können nicht noch zusätzlich Vermögen aufbauen. Weder für sich noch für andere. Das verbietet sich schon alleine wegen der begrenzten Ressourcen auf diesem Planeten.

  • Martin - 19. August 2011

    Hallo M.E.,
    der Absturz der Börsen ist ein Problem. Jedoch ist das kein Problem der USA selbst, sondern es trifft alle. Das Problem ist schön globalisiert. Es tritt die Chinesen genauso wie uns oder in Brasilien. Überall ist der Index in den Keller gerauscht.
    Die Banken konnten aber sich vorzeitig davon machen und nun aus diesen Tiefstständen sich günstig neu eindecken. Dann steigen deren Gewinne wieder und das System der USA steht wieder besser da. Damit steigen wieder etliche Kurse und die Tiefststände sind schnell wieder vergessen.
    Für Europa ist der Crash aber ein größeres Problem, da zum einen keiner mehr an den XXL-Aufschwung in Deutschland glaubt und damit die Fähigkeit, die Krise durch Wachstum zu lösen, genommen ist. Wenn also in der nächsten Zeit der Euro weiter fällt, ist das ein weiteres Indiz für dieses Bestreben.
    Jedoch, auch ich habe keine Glaskugel neben dem PC stehen und überlege nur die Gründe für die Aktionen, suche den Sinn dahinter.

    Das Spiel des Papiergeldes ist längst aus, jedoch keiner will sich das eingestehen und versucht, irgendwie das System noch zu erhalten bzw. sich in beste Ausgangsposition zu bewegen. Es kann die Krise daher wesentlich länger sich hinziehen. Es ist wie im kalten Krieg. Viele Stellvertreterkriege, viel Rüstung, viel Drohen, aber keiner kann wegen der Gefahr der eigenen Zerstörung den Knopf drücken. Nach meiner Einschätzung geht es viel weniger auch um die wirtschaftliche Situation (solange es irgendwie läuft, wird man es belassen und zu erhalten versuchen), sondern um eine politische Umgestaltung. Erst wenn alles entsprechend umgestaltet ist, wird man das System dann neu starten.

  • George Orwell - 19. August 2011

    ok – finanz und wirtschaft ist erledigt …

    aber wie werden die dafür verantwortlichen das der masse “erklären”

    http://wendepunkt2083.wordpress.com/2011/08/19/gentlemen/

    … nur so eine frage an die werte runde

  • M.E. - 19. August 2011

    Nicht unclever von den Chinesen:

    http://www.onvista.de/news/politik-volkswirtschaft/artikel/19.08.2011-14:49:56-china-demonstriert-zuversicht-in-us-wirtschaft

    Nach dem Motto: “Wir können auch anders! Aber bei Wohlverhalten unterstützen wir Euch.”
    Ich schätze mal, das bedeutet, dass QE3 so bald nicht kommt. Ich denke, das haben die Chinesen klar gemacht, dass denen das nicht gefallen würde.

    Die Zahl, die Beiden da über den Anteil der Bonds in US-Besitz genannt hatte, stimmt überhaupt nicht. Da sollte er sich vor Gesprächen mit Gläubigern unbedingt auf den aktuellen Stand bringen. Ist ja peinlich, wenn der Vize-Regierungschefs die aktuellen Zahlen nicht kennt. Die Chinesen kennen sie mit Sicherheit.

  • Russe - 19. August 2011

    >> der Absturz der Börsen ist ein Problem. Jedoch ist das kein Problem der USA selbst, sondern es trifft alle.<<

    Laut zerohedge.com waren es gerade die Amis selbst, die der Absturz verursacht haben.
    Fed Resumes Liquidity Swap Lines, Lends $200 Million To Swiss National Bank
    http://www.zerohedge.com/news/cue-panic-fed-resumes-liquidity-swap-lines-lends-200-million-swiss-national-bank-most-october-2

    EZB hat reagiert
    The European Central Bank has lent dollars to a eurozone bank for the first time since February in the latest sign of escalating tensions in the region’s financial system.

  • SLGramann - 19. August 2011

    ECRI weekly leading index hat jetzt definitiv ins Minus gedreht:

    The Economic Cycle Research Institute, a New York-based independent forecasting group, said its Weekly Leading Index dropped to 123.9 in the week ended August 12, from 127.6 the previous week, originally reported at 127.9 percent. That is its lowest reading since October 29, 2010.

    The index’s annualized growth rate fell to -0.1 percent, its lowest since December 10, 2010, from 1.5 percent a week earlier, which was revised from 1.7 percent.

    The index comes a day after data revealed factory activity in the U.S. Mid-Atlantic region slumped to a recession low in August, prompting U.S. bond yields to drop and deepening concerns over a drawn-out U.S. economic slowdown.

    ————–

    Die Anzeichen verdichten sich weiter: Rezession 2.0 voraus. Wirds nur ein normales Tal oder wirds diesmal die große Weltwirtschaftskrise, die 2008/2009 mit Regierungskohle noch mal aufgehoben oder doch nur aufgeschoben wurde?

  • Querschuss - 19. August 2011

    Hallo MM,
    Ölcharts sind zusammen mit den Staatsanleihen, Gold, Euro und Baltic Dry Index hier zu finden:
    http://www.querschuesse.de/links-zu-renditen-staatsanleihen/

    Gruß Steffen

  • Canpichurri - 19. August 2011

    Es wäre doch vielleicht interessant, Steffen, neben der Marktkapitalisierung auch noch deren Verbindlichkeiten (Derivate, Fremdgelder etc.) gegenüberzustellen … irgendwie habe ich den Eindruck, dass hier die ersten französischen und italienischen Banken ein klassisches überschuldungsproblem bekommen könnten und eigentlich Insolvenz melden müssten. Deshalb haben jene Banken auch in den letzten Tagen richtig Federn lassen müssen. Eine Commerzbank mit einer Marktkapitalisierung von 2,5 Mrd Euro ist einfach lächerlich …
    Stichwort Griechenland: Ein toller Zug aus Helsinki! Man fordert Garantien für die Gelder … hahaha … wenn das alle machen, kommt für Griechenland ein Nullsummenspiel dabei raus und GR ist da, wo es vor einigen Wochen auch schon war – am Rande des jähen Abgrundes.
    Aber die Idee der “Garantie” gefällt mir eigentlich. GR hat ja eine Menge Inseln. Die sollten sie mal in die Garantie lege. Wenn sie nicht mehr zahlen können, wird GR einfach mal “geschrumpft”. Jedes Land bekommt dann seine (ex-) griechische Insel, mit oder ohne Bewohner. So ist das in der Wirtschaft, so war das früher. Warum sollte das heute nicht gehen?

  • Joe der Leiharbeiter - 19. August 2011

    Tja, wieso gerade der DAX des XXL-Weltmeisters DE so im A*** ist, ist selbst mir ein Rätsel.

  • Hartmut - 20. August 2011

    In diesem System lenken nur noch Idioten.
    Sämtliche Börsenmakler sind doch völlig von der Realität entkoppelt.
    So was saß früher auf der Kirmes mit einer Glaskugel und da wären sie auch besser geblieben
    So aber kann jetzt nichts anderes bei herauskommen als das der Markt mal kräftig “luft abläst”
    Bestes Beispiel heute HP.
    Da kündigt CEO Apotheker (ex SAP) das Ende von WebOS an, nachdem innerhalb von 2 Monaten die gewünschten Renditen nicht erreicht wurden. Hat man aber vormals für 1,2 Milliarden (Palm) gekauft. Des weiteren die Trennung vom PC Geschäft!
    Hatten 2002 Compac für 18,6 Milliaren gekauft und diese Sparte trägt auch jetzt noch ein drittel des Unternehmensumsatzes.
    Was kommt dabei heraus ?
    Er hat bei einem Bestand von ca. 2,074 Milliarden Aktien und einem heutigen Verlust dieser von 4,65 Euro mit einem Schlag 9,65 Milliarden Euro vernichtet.
    Das kann wirklich nicht jeder!
    Ev. schaft das noch Hr. Elliot bei Nokia – der wird dort die ganze Firma gegen die Wand fahren. Und das sind die hoch bezahlten Leistungsträger unserer jetzigen Gesellschaft.
    Na dann gute Nacht!

  • M.E. - 20. August 2011

    Wie bescheuert muss man eigentlich sein, 10-jährige US-Bonds mit einer Rerndite von gut 2% zu kaufen?
    Wenn die Anleihenkrise losgeht – und die kommt so sicher wie das Allahu Akbar in der Moschee – dann gehen die Zinsen rauf und die Kurse des Niedrigzinsschrotts brechen massiv ein. Wer also vor Auslaufen der Bonds verkaufen will, wird heftige Verluste einfahren. Solch niedrige Zinsniveaus können niemals von Dauer sein. Und eine Zahlungsunfähigkeit der USA innerhalb der nächsten 10 Jahre hat man als Risiko oben drauf. Und das alles zum negativen Realzins.

    Es ist unglaublich, wei groß entweder der Anlagenotstand sein muss, oder wie groß der Glauben an die Sicherheit der US-Bonds.
    So, wie jetzt die Massen an Liquidität in die Bonds strömen, so schnell können sie auch wieder rausströmen.Die extreme Volatilität wird sich zumindest phasenweise auch in der Zukunft fortsetzen oder sogar vergrößern. Dann wird sich schnell zeigen, dass es keine sicheren Häfen mehr gibt. Nicht mal mehr Gold.

  • Benedikt - 20. August 2011

    Laut Spiegel beträgt der Garantieanteil insgesamt 73 Milliarden, der Rest des Paketes sind Privatisierungserlöse. Der Anteil von Finnland wäre also 1,31 Milliarden. Anscheinend muss Griechenland als Sicherheit für die EFSF Teilnahme 400 bis 500 Millionen an Finnland überweisen. Diese Summe würde einen Ausfall von etwa 30% bis 38% kompensieren. Wenn der Ausfall größer ist, macht Finnland Verluste. Wenn FIN,NL, AUT, SVK, SVN diesen Rabatt bekommen, kostet das den Griechen etwa 2,6 bis zu 3,3 Milliarden, die haften ja mit 8,6 Milliarden.

    Die PIIGS haften mit 36,37% oder knapp 27 Milliarden. Griechenland haftet für das eigene Paket mit knapp 2 Milliarden, 700 Millionen mehr als Finnland! Bei einer GR Pleite müssten jemand die Bürgschaften von den PIIGS auch übernehmen. Dazu kommen noch die Verluste der EZB aus Anleihen Aufkäufen und ein paar hundert Milliarden EZB Kredite an Griechische Banken. Bei den Summen kann man GR nicht Pleite gehen lassen. Weiterfinanzieren ist auch zu teuer.

    Mit dem zulassen der Finnischen Sonderregel sind Eurobonds auch tot. Wenn man denen erlaubt aus dem EFSF teilweise Aussteigen, warum sollen die bei den Eurobonds mitmachen.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,781287-2,00.html

  • Goldman - 20. August 2011

    Die Welt wird zwar 2012 nicht untergehen, aber eventuell die Wirtschaft..hehe

  • M.E. - 20. August 2011

    Im Gegenteil, Goldman,
    der Welt mit Ausnahme einer einzigen Spezie wird das sogar guttun…
    Also das glatte Gegenteil von Weltuntergang.

  • Goldman - 20. August 2011

    Was ich die Fragen wollte, M.E.
    In was würdest du zu diesem Zeitpunkt “investieren”?

  • Hans Kolpak - 20. August 2011

    Die einzig sinnvollen Assets sind augenblicklich Silber und Gold – unabhängig vom Tagespreis. Wenn beide beim zehnfachen stehen, werden noch mehr Leute den Tag verfluchen, an dem sie kein Silber und kein Gold gekauft haben. Alles klar?

    1. Wir brauchen keine staatlichen Monopolwährungen. All die Probleme sind hausgemacht. Die Wirtschaftstheorien sind die Lügen, die die Ausbeutung der Völker durch Zinseszins verschleiern.
    2. Der Zins ist ein Preis. Der Zinseszins kann nicht erwirtschaftet werden. Er führt zur Enteignung der Ausgebeuteten.
    3. Existieren konkurrierende Währungen innerhalb von Staaten, dann regelt der Markt die Geldflüsse. Wir brauchen keine sozialistische Planwirtschaft auf Kosten der Steuerzahler.

    Inflation, Zinseszins und überbordende Bürokratien sind schleichende Prozesse in einem schuldenbasierten Geldsystem, das kaum durch Arbeitskraft, geistige und materielle Güter getragen ist.

  • M.E. - 20. August 2011

    Kommt auf den Anlagehorizont an, Goldman.
    Für den langfristigen Investor (auf Sicht von 15 bis 20 Jahren empfiehlt sich:
    1. ein Paar Laufschuhe für regelmäßige Joggingeinheiten (Fitness und Gesundheit sind das Wichtigste für die Zukunft)
    2. selbstgenutztes Wohnuneigentum, idealerweise mit größerem Gartengrundstück (ca. 2000 Quadratmeter oder größer)
    3. wer das schon hat sollte in energetische Optimierung seines Hauses investieren (Wärmedämmung, alternative Heizung – z.B. Wärmepumpe plus Holzheizung als Reserve/Ergänzung für kaltes Winterwetter) plus Regenwasserreservoirs usw.
    4. immaterielle Investitionen (Netzwerke gegenseitiger Hilfe im Familien-, Freundes- und Nachbarschaftsbereich).

    Der Witz ist: selbst wenn alles ganz anders käme als hier prognostiziert und kaum etwas würde sich ändern, dann wäre jede einzelne Investiton trotzdem sinnvoll .
    Sollte ein worst-case Szenario eintreten mit einem gesellschaftlichen Absturz plus irrationaler Reaktion vieler Menschen wären diese Punkte geradezu von existenzieller Wichtigkeit.
    Ich kann mir kein Szeanrio vorstellen, bei dem man mit diesen Investitionen falsch liegen könnte.

  • Joe der Leiharbeiter - 20. August 2011

    Kernschmelze?

    Arbeitgeber rechnen mit Traumwachstum. Wegen der guten Auftragslage in wichtigen Wirtschaftszweigen in Deutschland rechnet Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt mit einem BIP-Plus von über drei Prozent (!!!) und weniger Arbeitslosen. Auch andere teilen den Optimismus.

    http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/arbeitgeber-rechnen-mit-traumwachstum/4522914.html

  • M.E. - 20. August 2011

    Von “Kernschmelze” würde ich auch erst sprechen, wenn Banken reihenweise insolvent werden und die dann keiner mehr rettet.
    Das, was wir jetzt erleben, ist nur der “Brand im Generatorraum”. Meldestufe 1 bis 2. Das andere ist Stufe 7.

  • Joe der Leiharbeiter - 20. August 2011

    Mein persönlicher Lieblingschart und meiner Meinung, der beste Beweis (neben dem Goldchart), dass die Kernschmelze tatsächlich begonnen hat. Auch sind die (bisherigen) zwei Stufen der Krise deutlich zu erkennen.

    http://research.stlouisfed.org/fred2/series/BASE

    Für Bedeutung des Charts s.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Monetary_Base

  • Querschuss - 20. August 2011

    Hallo M.E.,
    je nach dem wie man es betrachtet, aus der Sicht der Marktkapitalisierung haben der ATHEX, die TT Hellenic Postbank, aber auch die Unicredit, die Commerzbank, die Societe Generale, die Credit Agricole die Kernschmelze bereits hinter sich bzw. sind mitten drin. Die Kernschmelze des gesamten Finanzsystem steht dagegen sicher noch aus.

    Zur Societe Generale gibt es bei: http://www.zerohedge.com/contributed/eu-banks-solvency-or-liquidity-or-both
    eine relevante Sicht auf die wichtige Rolle der Marktkapitalisierung aller Aktien für die Verfügbarkeit von Finanzierungsquellen, dies ist nicht von der Hand zu weisen.

    Gruß Steffen

  • Querschuss - 20. August 2011

    Hallo Joe,
    “Arbeitgeber rechnen mit Traumwachstum”, ich rechne bereits im 3. Quartal mit einer leichten Schrumpfung des BIPs und in Q4 mit einer deutlicheren Schwäche. Wir werden sehen, ob die Propagandaberichte, wie dieser im Handelsblatt, näher an der Realität sein werden, oder meine Einschätzung.

    Gruß Steffen

  • Marcito - 21. August 2011

    Die Charts nähern sich der Realität an!
    Viele haben ein doppeltop oder Schulter/kopf/Schulter Formation. Alles ziemlich düster.
    Jetzt wird die Luft rausgelassen und die Billionen an Subventionen und rettungspaketen verlieren ihre Heilkraft endgültig.
    Game over Mr bernanke, Mr trichet, Mr Barroso, Mr Keynes

    Raus aus papierwerten! Wer es noch nicht gemacht hat sollte dies nun tun.

    Lg

  • Joe der Leiharbeiter - 21. August 2011

    Hi Steffen,

    eine Frage bitte, wie viele Monate nach dem letzten Aktiencrash (Beginn?) sind die Exporte von Deutschland (bzw. der globale Handel) eingebrochen?

    Grüsse
    Joe

  • Querschuss - 21. August 2011

    Hallo Joe,
    eine mögliche Antwort auf Deine Frage findest Du am Ende des Artikels (Charts der Kernschmelze), nachträglich eingefügt mit Chart.

    Gruß Steffen

  • Laura - 21. August 2011

    M.E. Nur Geduld, die Kernschmelze ist mit Riesenschritten im Anmarsch.
    Das bestehende System wird bis in die Grundfeste hinweggefegt, ein Neuaufbau im alten Stil
    wird unmöglich. Schon mal an’s Verabschieden denken! ;-)

  • M.E. - 21. August 2011

    Ist ja meine Rede, Laura.
    Aber viele klammern sich noch an die Hoffnung, es würde beim Brand im Generatorraum bleiben.

  • testbildtester - 21. August 2011

    Ist jetzt “Turbolenz” ein Schreibfehler oder eine Wortneuschöpfung.

    Als Wortneuschöpfung finde ich, besonders im Bezug zum Artikel, saugut gewählt.

    • Querschuss - 21. August 2011

      nein, habe mich entweder vertippt bzw. den Fehler nicht gesehen.

      Gruß Steffen

  • Joe der Leiharbeiter - 21. August 2011

    Danke für den Chart, Steffen!

    Thema: Kernschmelze und Systembruch.

    Ein auf zerohedge präsentierter Chart bestätigt meine Vermutung, nämlich dass the vast majority of US economic growth over the last 40 years has been fueled by the Fed’s loose money policies. Bill King, an analyst and investor whom I admire, shared the below chart with me a while back. It charts US GDP growth in nominal terms (the dark blue line), the performance of the Dow Jones Industrial Average (the black line), and REAL GDP growth or growth that accounts for inflation (the light blue line).

    http://www.zerohedge.com/contributed/great-collapse-has-officially-begun

    Damit ist klar, dass die freie Marktwirtschaft gleichzeitig mit dem System der Wirtschaftslenkung an seine Grenzen gestossen ist. Allerdings stand dem Ostblock nicht das Mittel der Kreditexpansion zur Verfügung, um das System zu retten. Dass aber die Kreditexpansion die “freie Marktwirtschaft” jetzt schon 40 Jahre weitergetragen, und nicht schlecht, hat, ist das eigentliche Wunder des Kapitalismus. Nicht der Glaube bewegt Berge, die (Profit)Gier tut es.

  • caesar4441 - 21. August 2011

    Wieso man sich hier auch von dem allgemeinen Krisengeschwafel anstecken läßt ist mir rätselhaft.
    Wie der Chart des DAX deutlich zeigt ,war die Korrektur überfällig.Sie hat sich übrigens durch eine Kopf-Schulterformation bereits seit mehreren Monaten angezeigt.Fachleute bei Versicherungen und anderen Profis können das nicht übersehen haben.Ansonsten ist ihr Gehalt beim Fenster rausgeworfenes Geld.
    Aus dem Chart kann man deutlich einen Basistrend erkennen.Innerhalb von 20 Jahren hat derBasiswert sich verdoppelt,entspricht ca 3,5% /a.Ist in etwa die Teuerungsrate.D,h, kein echter Mehrwert.
    Der Basistrend liegt aktuell bei ca 4500.Bis dahin kann der DAX in den nächsten Monaten fallen,ohne daß dieser verletzt wird.Das sind Kaufkurse ,auch für Versicherungen.
    Interessant ist der waagrechte Trend der Kursspitzen.Beide Trendlinien bilden eine Dreiecksformation,die in ca 2-3 Jahren zusammenlaufen.Danach erfolgt normalerweise ein Ausbruch nach oben oder unten.
    Die Bankenbewertungen zeigen klar und deutlich was diese wert sind: NICHTS!!
    Man braucht sie auch nicht wirklich,sie müssen abgewickelt werden.
    Ihre einzige Funktion ist der Transfer von Volksvermögen an den großen Zampano,die größte Verbrecherorganisation aller Zeiten.

    • Querschuss - 22. August 2011

      Hallo Caesar4441,
      Dein Beitrag ist nicht in sich konsistent, allgemeines Krisengeschwafel kritisierst Du und gleichzeitig meinst Du die Banken sind nichts wert und müssen abgewickelt werden. Es gibt wesentlich geringere Auslöser für eine Krise bzw. Rezession als ein Bankensystem das abgewickelt werden muss, zumal dieses eine dominierende Stellung im Finanzkapitalismus des 21. Jahrhunderts inne hat.

      Gruß Steffen

  • KBX - 22. August 2011

    Ach Leute die Infrastruktur besteht ja bereits und es gibt genug für alle – im schlimmsten Fall wird alles verstaatlicht und neu aufgeteilt. Btw. Wer kein Geld hat, hat auch keines zu verlieren…

    Ach ja – uns geht es soooo gut wie keiner anderen Generation vor uns (Gesundheit, Nahrung, Wissen, Freizeit . . . )

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