Charts der Kernschmelze
Wie man es auch dreht und wendet, die Finanzmärkte preisen jetzt eine Rezession ein, ob die drastische Korrektur an den Aktienmärkten, der brutale Einbruch bei den Bankaktien oder die Flucht in vermeintlich sichere Staatsanleihen der wenigen Länder mit hoher Bonität und als Irrlicht in die US-Staatsanleihen. In allen wichtigen Währungen der Welt stürmt der Goldpreis nach oben, als Hort der Sicherheit, als schuldenfreies Asset und Schutz vor den Turbulenzen, die ein Meer von faulen Krediten auslöst.
Wie erwartet, die expansive Geldpolitik und ein enormer Anstieg der Staatsverschuldung konnten zwar weitere Zeit schinden, aber kein Problem wurde ansatzweise gelöst, weder die Verwerfungen im Finanzsystem, noch die spekulativen Auswüchse, nicht die großen Ungleichgewichte im Welthandel und auch nicht die extrem ungleiche Verteilung der Einkommen und Vermögen – als gravierender Hemmschuh einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung! Nun scheint das Pulver verschossen und die mit Schein-Billionen unter den Teppich gekehrten Probleme treten mit Wucht zu Tage. Hilflos versucht man ein krankes System gesund zu sparen und hat damit die wirtschaftliche Aktivität in einigen Ländern zusätzlich abgewürgt. Nun beginnt eine spannende Phase, die zeigen wird ob es noch Mittel und Wege gibt, die sich nun drehende Abwärtsspirale zu stoppen?
Die Charts vom Freitag, dem 19.08.2011:
Die Entwicklung des deutschen Aktienleitindex DAX seit Januar 1980 im Dailychart. Heute sank der Dax um -2,19% zum Vortag, nach -5,82% gestern, auf 5’480,00 Indexpunkten! Nur seit dem 07.07.2011 ging es von 7’471,44 Punkten um -26,65% abwärts!
Die Entwicklung des italienischen Aktienleitindex FTSE MIB seit Januar 2004 im Dailychart. Heute sank der Index um -2,03% zum Vortag, nach -6,15% gestern, auf 14’666,87 Indexpunkte. Zum Vorjahr ging es bereits um kräftige -27,1% abwärts.
Die Entwicklung des spanischen Aktienleitindex IBEX seit Januar 1987 im Dailychart. Heute sank der Index um -2,11% zum Vortag, nach -4,96% gestern, auf 8’141,90 Indexpunkte. Zum Vorjahr verlor der IBEX -20,17%!
Die Entwicklung des griechischen Aktienleitindex ATHEX seit Januar 1987 im Dailychart. Heute sank der Index um -1,5% zum Vortag, nach -3,38% gestern auf nur noch 961,96 Indexpunkte. Zum Vorjahr verlor der ATHEX -41,6%! Die Marktkapitalisierung aller im Leitindex gelisteten 42 größten griechischen Unternehmen beträgt nur noch schlappe 29,84 Mrd. Euro!
Die Entwicklung des US- Aktienleitindex Dow Jones Industrial seit Januar 1980 im Dailychart. Heute sank der Dow um -1,57% zum Vortag, nach -3,7% gestern, auf 10’817,65 Indexpunkte!
Die Entwicklung des brasilianischen Aktienleitindex BOVESPA seit Januar 1994 im Dailychart. Heute sank der Index um -1,29% zum Vortag, nach -4,23% gestern, auf 52’448 Indexpunkte.
Die Entwicklung des chinesischen Aktienleitindex Shanghai Composite seit Januar 1991 im Dailychart. Heute sank der Index um -0,98% auf 2’534,36 Indexpunkte. Zum Vorjahr verlor der Shanghai Composite -5,72%!
Die Entwicklung des Hang Seng, dem Aktienleitindex aus Hong Kong, seit Januar 1990 im Dailychart. Heute sank der Index um -3,08% auf 19’399,92 Indexpunkte. Zum Vorjahr verlor der Hang Seng -7,94%!
Die Entwicklung des japanischen Aktienleitindex NIKKEI 225 seit Januar 1970 im Dailychart. Heute sank der Index um -2,51% auf 8’719,24 Indexpunkte. Zum Vorjahr verlor der NIKKEI 225 -6,87%!
Ein paar Charts zu den Aktienkursen des maroden Bankensystems:
Die Entwicklung des US-KBW Bank Index (BKX) seit Januar 1995 im Dailychart. Heute sank der Index, welcher 24 US-Banken abbildet, um -2,93% zum Vortag, nach -5,63% gestern, auf 35,49 Indexpunkte. Zum Hoch am 20.02.2007 notierte der Index bei 121,06 Indexpunkten!
Die Entwicklung des Aktienkurses der Bank of America seit Januar 2002 im Dailychart. Heute sank die Aktie im Schlusskurs um -0,57% zum Vortag, nach -6,03% gestern, auf 6,97 Dollar. Die Marktkapitalisierung liegt noch bei 71,04 Mrd. Dollar, zum Hoch am 10.10.2006 mit einem Aktienkurs von 54,54 Dollar betrug der Börsenwert 552,7 Mrd. Dollar.
Die Entwicklung des europäischen Bankenindex, Euro Stoxx Banks seit Januar 1990 im Dailychart. Heute sank der Bankenindex Europas um -2,98% zum Vortag, nach -6,48% gestern, auf 109,02 Indexpunkte. Der Euro Stoxx Banks spiegelt die größten 32 europäischen Banken gemäß Marktkapitalisierung wider und die enthaltenen Banken sind nach der Marktkapitalisierung vom 31.12.1991 gewichtet. Die Banco Santander ist mit 19,4% gewichtet, gefolgt von der BNP Paribas (14,31%), der Deutschen Bank (11,31), der Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (10,55%), der Societe Generale (8,10%), der Intesa San Paolo (7,12%), der Unicredit (6,5%), der Commerzbank (3,21%) usw.. Zum Hoch am 18.05.2007 mit 491,23 Indexpunkten hat der Euro Stoxx Banks bis heute -77,8% verloren!
Die Entwicklung des Aktienkurses der italienischen Unicredit seit Januar 1998 im Dailychart. Heute sank die Aktie im Schlusskurs um -5,81% zum Vortag, nach -7,43% gestern, auf 0,90 Euro. Die Marktkapitalisierung liegt noch bei 16,5 Mrd. Euro, zum Hoch am 09.05.2007 mit einem Aktienkurs von 5,60 Euro betrug der Börsenwert 102,28 Mrd. Euro.
Die Entwicklung des Aktienkurses der griechischen TT Hellenic Postbank seit Juni 2006 im Dailychart. Heute sank die Aktie im Schlusskurs um -2,52% zum Vortag auf 1,55 Euro, nach -9,4% gestern. Die Marktkapitalisierung liegt nur noch bei 440,92 Millionen Euro, zum Hoch am 07.02.2007 mit einem Aktienkurs von 21,38 Euro betrug der Börsenwert 6,081 Mrd. Euro. Die TT Hellenic Postbank ist mit einem 34% Anteil im Staatsbesitz und soll als einer der Top-Favoriten über die “griechische Treuhand”, die seit Juli 2011 ihre “hochqualifizierte Arbeit” aufgenommen hat privatisiert werden. Rechnen wir doch mal schnell, 34% von 440,92 Millionen, dass wären 149,91 Millionen Euro Erlös bei dem derzeitigen Aktienkurs. Ein “großer” Schritt zum Erlös der geplanten 50 Mrd. Euro aus den Privatisierungen!
Die Entwicklung des Aktienkurses der französischen Societe Generale seit Januar 1988 im Dailychart. Heute sank die Aktie im Schlusskurs um -3,38% zum Vortag, nach -12,34% gestern, auf 20,87 Euro. Die Marktkapitalisierung liegt noch bei 16,19 Mrd. Euro, zum Hoch am 04.05.2007 mit einem Aktienkurs von 158,42 Euro betrug der Börsenwert 122,94 Mrd. Euro.
Die Entwicklung des Aktienkurses der französischen BNP Paribas seit Januar 1994 im Dailychart. Heute sank die Aktie im Schlusskurs um -4,27% zum Vortag, nach -6,76% gestern, auf 32,75 Euro. Die Marktkapitalisierung liegt noch bei 39,55 Mrd. Euro, zum Hoch am 23.05.2007 mit einem Aktienkurs von 94,25 Euro betrug der Börsenwert 113,84 Mrd. Euro.
Die Entwicklung des Aktienkurses der Credit Agricole seit Januar 2002 im Dailychart. Heute sank die Aktie im Schlusskurs um -1,7% zum Vortag, nach -7,29% gestern, auf 6,12 Euro. Die Marktkapitalisierung liegt noch bei 15,29 Mrd. Euro, zum Hoch am 05.10.2006 mit einem Aktienkurs von 36,04 Euro betrug der Börsenwert 90,1 Mrd. Euro.
Die Entwicklung des Aktienkurses der deutschen Commerzbank seit Januar 1992 im Dailychart. Heute stieg die Aktie im Schlusskurs um +0,37% zum Vortag auf 1,906 Euro und gestern fiel sie um -10,42% zum Vortag. Die Marktkapitalisierung liegt noch bei 2,55 Mrd. Euro, zum Hoch am 09.03.2000 mit einem Aktienkurs von 35,74 Euro betrug der Börsenwert 47,8 Mrd. Euro.
Die Entwicklung des Aktienkurses der Deutschen Bank seit Januar 1992 im Dailychart. Heute sank die Aktie im Schlusskurs um -2,68% zum Vortag, nach -7,01% gestern, auf 27,96 Euro. Die Marktkapitalisierung liegt noch bei 24,79 Mrd. Euro, zum Hoch am 11.05.2007 mit einem Aktienkurs von 101,95 Euro betrug der Börsenwert 111,92 Mrd. Euro.
Die Entwicklung des Goldpreises in Dollar seit Januar 1970 im Dailychart. Heute erklomm der Goldpreis im Tageshoch in Dollar ein neues Allzeithoch und schloss bei 1852,05 Dollar je Feinunze.
Die Entwicklung des Goldpreises in Euro seit Januar 1990 im Dailychart. Heute erklomm der Goldpreis im Tageshoch in Euro ein neues Allzeithoch und schloss bei 1286,30 Euro je Feinunze.
Die Entwicklung des Goldpreises in Schweizer Franken seit Januar 1971 im Dailychart. Auch in CHF bricht Gold nach oben aus und schloss heute bei 1453,70 Schweizer Franken je Feinunze.
Die Entwicklung des Euro zum Schweizer Franken seit Januar 1990 im Dailychart. Heute schloss der Euro bei 1,1302. Was Interventtionen der Schweizer Notenbank nur nur bedingt gelang, dafür sorgen vorerst Hinweise und Gerüchte an eine Kopplung des Schweizer Franken an den Euro. Der Euro legt nach einer brutalen Talfahrt seit einigen Tage etwas zum Schweizer Franken zu, als Reaktion bricht nun auch der Goldpreis in Schweizer Franken aus.
Die Entwicklung der Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen seit Januar 1972 im Dailychart. Stand der Rendite am 19.08.2011 bei 2,062%. Der alte Krisenreflex der Märkte funktioniert noch, die Herde stürmt in vermeintlich sichere US-Staatsanleihen auch wenn bereits durch die Ratingagentur S&P das Triple A-Rating abhanden gekommen ist.
Diese Charts dokumentieren vor allem den maroden Zustand des Finanz- und Bankensystems und die derzeitig kritische Situation!
Quelle Daten für die Charts: Finance.yahoo.com, Stooq.pl, Stoxx.com/Indices/Daten Euro Stoxx Banks
Nachtrag vom 21.08.2011 zum Kommentar von Joe:
Die Entwicklung des deutschen monatlichen Exportvolumens in Mrd. Euro im Vergleich zum DAX auf Monatsbasis seit Januar 1991 bis Juni 2011 beim Export und bis 19.08.2011 beim Dax im Chart.
Zur DotCom-Krise, dem etwas isolierten Platzen einer Spekulationsblase kann man eigentlich keine realwirtschaftliche Korrelation zur Entwicklung des deutschen Exportvolumens feststellen, in Bezug zur Wirtschafts- und Finanzkrise schon, wie der Chart zeigt. Da die aktuelle Staatsschuldenkrise Folge der Finanzkrise ist und auch weiter das gesamte Bankensystem involviert und gefährdet ist und es sich damit nicht um ein isoliertes Problem, sondern um eine systemische Krise handelt, könnte man davon ausgehen, dass sich recht schnell realwirtschaftlich negative Rückkopplungen auch in einem sinkenden Exportvolumen manifestieren dürften.
Kontakt: info.querschuss@yahoo.de
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- 21. Jahrhundert » Blog Archiv » Charts der Kernschmelze » Querschuesse - [...] viaCharts der Kernschmelze » Querschuesse. Share| August 20, 2011 at 5:46 pm by admin Category: Edelmetalle, Finanzkrise(Crash) ...
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M.E. - 19. August 2011
Nicht unclever von den Chinesen:
http://www.onvista.de/news/politik-volkswirtschaft/artikel/19.08.2011-14:49:56-china-demonstriert-zuversicht-in-us-wirtschaft
Nach dem Motto: “Wir können auch anders! Aber bei Wohlverhalten unterstützen wir Euch.”
Ich schätze mal, das bedeutet, dass QE3 so bald nicht kommt. Ich denke, das haben die Chinesen klar gemacht, dass denen das nicht gefallen würde.
Die Zahl, die Beiden da über den Anteil der Bonds in US-Besitz genannt hatte, stimmt überhaupt nicht. Da sollte er sich vor Gesprächen mit Gläubigern unbedingt auf den aktuellen Stand bringen. Ist ja peinlich, wenn der Vize-Regierungschefs die aktuellen Zahlen nicht kennt. Die Chinesen kennen sie mit Sicherheit.
Russe - 19. August 2011
>> der Absturz der Börsen ist ein Problem. Jedoch ist das kein Problem der USA selbst, sondern es trifft alle.<<
Laut zerohedge.com waren es gerade die Amis selbst, die der Absturz verursacht haben.
Fed Resumes Liquidity Swap Lines, Lends $200 Million To Swiss National Bank
http://www.zerohedge.com/news/cue-panic-fed-resumes-liquidity-swap-lines-lends-200-million-swiss-national-bank-most-october-2
EZB hat reagiert
The European Central Bank has lent dollars to a eurozone bank for the first time since February in the latest sign of escalating tensions in the region’s financial system.
SLGramann - 19. August 2011
ECRI weekly leading index hat jetzt definitiv ins Minus gedreht:
The Economic Cycle Research Institute, a New York-based independent forecasting group, said its Weekly Leading Index dropped to 123.9 in the week ended August 12, from 127.6 the previous week, originally reported at 127.9 percent. That is its lowest reading since October 29, 2010.
The index’s annualized growth rate fell to -0.1 percent, its lowest since December 10, 2010, from 1.5 percent a week earlier, which was revised from 1.7 percent.
The index comes a day after data revealed factory activity in the U.S. Mid-Atlantic region slumped to a recession low in August, prompting U.S. bond yields to drop and deepening concerns over a drawn-out U.S. economic slowdown.
————–
Die Anzeichen verdichten sich weiter: Rezession 2.0 voraus. Wirds nur ein normales Tal oder wirds diesmal die große Weltwirtschaftskrise, die 2008/2009 mit Regierungskohle noch mal aufgehoben oder doch nur aufgeschoben wurde?
Querschuss - 19. August 2011
Hallo MM,
Ölcharts sind zusammen mit den Staatsanleihen, Gold, Euro und Baltic Dry Index hier zu finden:
http://www.querschuesse.de/links-zu-renditen-staatsanleihen/
Gruß Steffen
Canpichurri - 19. August 2011
Es wäre doch vielleicht interessant, Steffen, neben der Marktkapitalisierung auch noch deren Verbindlichkeiten (Derivate, Fremdgelder etc.) gegenüberzustellen … irgendwie habe ich den Eindruck, dass hier die ersten französischen und italienischen Banken ein klassisches überschuldungsproblem bekommen könnten und eigentlich Insolvenz melden müssten. Deshalb haben jene Banken auch in den letzten Tagen richtig Federn lassen müssen. Eine Commerzbank mit einer Marktkapitalisierung von 2,5 Mrd Euro ist einfach lächerlich …
Stichwort Griechenland: Ein toller Zug aus Helsinki! Man fordert Garantien für die Gelder … hahaha … wenn das alle machen, kommt für Griechenland ein Nullsummenspiel dabei raus und GR ist da, wo es vor einigen Wochen auch schon war – am Rande des jähen Abgrundes.
Aber die Idee der “Garantie” gefällt mir eigentlich. GR hat ja eine Menge Inseln. Die sollten sie mal in die Garantie lege. Wenn sie nicht mehr zahlen können, wird GR einfach mal “geschrumpft”. Jedes Land bekommt dann seine (ex-) griechische Insel, mit oder ohne Bewohner. So ist das in der Wirtschaft, so war das früher. Warum sollte das heute nicht gehen?
Joe der Leiharbeiter - 19. August 2011
Tja, wieso gerade der DAX des XXL-Weltmeisters DE so im A*** ist, ist selbst mir ein Rätsel.
Hartmut - 20. August 2011
In diesem System lenken nur noch Idioten.
Sämtliche Börsenmakler sind doch völlig von der Realität entkoppelt.
So was saß früher auf der Kirmes mit einer Glaskugel und da wären sie auch besser geblieben
So aber kann jetzt nichts anderes bei herauskommen als das der Markt mal kräftig “luft abläst”
Bestes Beispiel heute HP.
Da kündigt CEO Apotheker (ex SAP) das Ende von WebOS an, nachdem innerhalb von 2 Monaten die gewünschten Renditen nicht erreicht wurden. Hat man aber vormals für 1,2 Milliarden (Palm) gekauft. Des weiteren die Trennung vom PC Geschäft!
Hatten 2002 Compac für 18,6 Milliaren gekauft und diese Sparte trägt auch jetzt noch ein drittel des Unternehmensumsatzes.
Was kommt dabei heraus ?
Er hat bei einem Bestand von ca. 2,074 Milliarden Aktien und einem heutigen Verlust dieser von 4,65 Euro mit einem Schlag 9,65 Milliarden Euro vernichtet.
Das kann wirklich nicht jeder!
Ev. schaft das noch Hr. Elliot bei Nokia – der wird dort die ganze Firma gegen die Wand fahren. Und das sind die hoch bezahlten Leistungsträger unserer jetzigen Gesellschaft.
Na dann gute Nacht!
M.E. - 20. August 2011
Wie bescheuert muss man eigentlich sein, 10-jährige US-Bonds mit einer Rerndite von gut 2% zu kaufen?
Wenn die Anleihenkrise losgeht – und die kommt so sicher wie das Allahu Akbar in der Moschee – dann gehen die Zinsen rauf und die Kurse des Niedrigzinsschrotts brechen massiv ein. Wer also vor Auslaufen der Bonds verkaufen will, wird heftige Verluste einfahren. Solch niedrige Zinsniveaus können niemals von Dauer sein. Und eine Zahlungsunfähigkeit der USA innerhalb der nächsten 10 Jahre hat man als Risiko oben drauf. Und das alles zum negativen Realzins.
Es ist unglaublich, wei groß entweder der Anlagenotstand sein muss, oder wie groß der Glauben an die Sicherheit der US-Bonds.
So, wie jetzt die Massen an Liquidität in die Bonds strömen, so schnell können sie auch wieder rausströmen.Die extreme Volatilität wird sich zumindest phasenweise auch in der Zukunft fortsetzen oder sogar vergrößern. Dann wird sich schnell zeigen, dass es keine sicheren Häfen mehr gibt. Nicht mal mehr Gold.
Benedikt - 20. August 2011
Laut Spiegel beträgt der Garantieanteil insgesamt 73 Milliarden, der Rest des Paketes sind Privatisierungserlöse. Der Anteil von Finnland wäre also 1,31 Milliarden. Anscheinend muss Griechenland als Sicherheit für die EFSF Teilnahme 400 bis 500 Millionen an Finnland überweisen. Diese Summe würde einen Ausfall von etwa 30% bis 38% kompensieren. Wenn der Ausfall größer ist, macht Finnland Verluste. Wenn FIN,NL, AUT, SVK, SVN diesen Rabatt bekommen, kostet das den Griechen etwa 2,6 bis zu 3,3 Milliarden, die haften ja mit 8,6 Milliarden.
Die PIIGS haften mit 36,37% oder knapp 27 Milliarden. Griechenland haftet für das eigene Paket mit knapp 2 Milliarden, 700 Millionen mehr als Finnland! Bei einer GR Pleite müssten jemand die Bürgschaften von den PIIGS auch übernehmen. Dazu kommen noch die Verluste der EZB aus Anleihen Aufkäufen und ein paar hundert Milliarden EZB Kredite an Griechische Banken. Bei den Summen kann man GR nicht Pleite gehen lassen. Weiterfinanzieren ist auch zu teuer.
Mit dem zulassen der Finnischen Sonderregel sind Eurobonds auch tot. Wenn man denen erlaubt aus dem EFSF teilweise Aussteigen, warum sollen die bei den Eurobonds mitmachen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,781287-2,00.html
Goldman - 20. August 2011
Die Welt wird zwar 2012 nicht untergehen, aber eventuell die Wirtschaft..hehe
M.E. - 20. August 2011
Im Gegenteil, Goldman,
der Welt mit Ausnahme einer einzigen Spezie wird das sogar guttun…
Also das glatte Gegenteil von Weltuntergang.
Goldman - 20. August 2011
Was ich die Fragen wollte, M.E.
In was würdest du zu diesem Zeitpunkt “investieren”?
Hans Kolpak - 20. August 2011
Die einzig sinnvollen Assets sind augenblicklich Silber und Gold – unabhängig vom Tagespreis. Wenn beide beim zehnfachen stehen, werden noch mehr Leute den Tag verfluchen, an dem sie kein Silber und kein Gold gekauft haben. Alles klar?
1. Wir brauchen keine staatlichen Monopolwährungen. All die Probleme sind hausgemacht. Die Wirtschaftstheorien sind die Lügen, die die Ausbeutung der Völker durch Zinseszins verschleiern.
2. Der Zins ist ein Preis. Der Zinseszins kann nicht erwirtschaftet werden. Er führt zur Enteignung der Ausgebeuteten.
3. Existieren konkurrierende Währungen innerhalb von Staaten, dann regelt der Markt die Geldflüsse. Wir brauchen keine sozialistische Planwirtschaft auf Kosten der Steuerzahler.
Inflation, Zinseszins und überbordende Bürokratien sind schleichende Prozesse in einem schuldenbasierten Geldsystem, das kaum durch Arbeitskraft, geistige und materielle Güter getragen ist.
M.E. - 20. August 2011
Kommt auf den Anlagehorizont an, Goldman.
Für den langfristigen Investor (auf Sicht von 15 bis 20 Jahren empfiehlt sich:
1. ein Paar Laufschuhe für regelmäßige Joggingeinheiten (Fitness und Gesundheit sind das Wichtigste für die Zukunft)
2. selbstgenutztes Wohnuneigentum, idealerweise mit größerem Gartengrundstück (ca. 2000 Quadratmeter oder größer)
3. wer das schon hat sollte in energetische Optimierung seines Hauses investieren (Wärmedämmung, alternative Heizung – z.B. Wärmepumpe plus Holzheizung als Reserve/Ergänzung für kaltes Winterwetter) plus Regenwasserreservoirs usw.
4. immaterielle Investitionen (Netzwerke gegenseitiger Hilfe im Familien-, Freundes- und Nachbarschaftsbereich).
Der Witz ist: selbst wenn alles ganz anders käme als hier prognostiziert und kaum etwas würde sich ändern, dann wäre jede einzelne Investiton trotzdem sinnvoll .
Sollte ein worst-case Szenario eintreten mit einem gesellschaftlichen Absturz plus irrationaler Reaktion vieler Menschen wären diese Punkte geradezu von existenzieller Wichtigkeit.
Ich kann mir kein Szeanrio vorstellen, bei dem man mit diesen Investitionen falsch liegen könnte.
Joe der Leiharbeiter - 20. August 2011
Kernschmelze?
Arbeitgeber rechnen mit Traumwachstum. Wegen der guten Auftragslage in wichtigen Wirtschaftszweigen in Deutschland rechnet Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt mit einem BIP-Plus von über drei Prozent (!!!) und weniger Arbeitslosen. Auch andere teilen den Optimismus.
http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/arbeitgeber-rechnen-mit-traumwachstum/4522914.html
M.E. - 20. August 2011
Von “Kernschmelze” würde ich auch erst sprechen, wenn Banken reihenweise insolvent werden und die dann keiner mehr rettet.
Das, was wir jetzt erleben, ist nur der “Brand im Generatorraum”. Meldestufe 1 bis 2. Das andere ist Stufe 7.
Joe der Leiharbeiter - 20. August 2011
Mein persönlicher Lieblingschart und meiner Meinung, der beste Beweis (neben dem Goldchart), dass die Kernschmelze tatsächlich begonnen hat. Auch sind die (bisherigen) zwei Stufen der Krise deutlich zu erkennen.
http://research.stlouisfed.org/fred2/series/BASE
Für Bedeutung des Charts s.
http://en.wikipedia.org/wiki/Monetary_Base
Querschuss - 20. August 2011
Hallo M.E.,
je nach dem wie man es betrachtet, aus der Sicht der Marktkapitalisierung haben der ATHEX, die TT Hellenic Postbank, aber auch die Unicredit, die Commerzbank, die Societe Generale, die Credit Agricole die Kernschmelze bereits hinter sich bzw. sind mitten drin. Die Kernschmelze des gesamten Finanzsystem steht dagegen sicher noch aus.
Zur Societe Generale gibt es bei: http://www.zerohedge.com/contributed/eu-banks-solvency-or-liquidity-or-both
eine relevante Sicht auf die wichtige Rolle der Marktkapitalisierung aller Aktien für die Verfügbarkeit von Finanzierungsquellen, dies ist nicht von der Hand zu weisen.
Gruß Steffen
Querschuss - 20. August 2011
Hallo Joe,
“Arbeitgeber rechnen mit Traumwachstum”, ich rechne bereits im 3. Quartal mit einer leichten Schrumpfung des BIPs und in Q4 mit einer deutlicheren Schwäche. Wir werden sehen, ob die Propagandaberichte, wie dieser im Handelsblatt, näher an der Realität sein werden, oder meine Einschätzung.
Gruß Steffen
Marcito - 21. August 2011
Die Charts nähern sich der Realität an!
Viele haben ein doppeltop oder Schulter/kopf/Schulter Formation. Alles ziemlich düster.
Jetzt wird die Luft rausgelassen und die Billionen an Subventionen und rettungspaketen verlieren ihre Heilkraft endgültig.
Game over Mr bernanke, Mr trichet, Mr Barroso, Mr Keynes
Raus aus papierwerten! Wer es noch nicht gemacht hat sollte dies nun tun.
Lg
Joe der Leiharbeiter - 21. August 2011
Hi Steffen,
eine Frage bitte, wie viele Monate nach dem letzten Aktiencrash (Beginn?) sind die Exporte von Deutschland (bzw. der globale Handel) eingebrochen?
Grüsse
Joe
Querschuss - 21. August 2011
Hallo Joe,
eine mögliche Antwort auf Deine Frage findest Du am Ende des Artikels (Charts der Kernschmelze), nachträglich eingefügt mit Chart.
Gruß Steffen
Laura - 21. August 2011
M.E. Nur Geduld, die Kernschmelze ist mit Riesenschritten im Anmarsch.
Das bestehende System wird bis in die Grundfeste hinweggefegt, ein Neuaufbau im alten Stil
wird unmöglich. Schon mal an’s Verabschieden denken!
M.E. - 21. August 2011
Ist ja meine Rede, Laura.
Aber viele klammern sich noch an die Hoffnung, es würde beim Brand im Generatorraum bleiben.
testbildtester - 21. August 2011
Ist jetzt “Turbolenz” ein Schreibfehler oder eine Wortneuschöpfung.
Als Wortneuschöpfung finde ich, besonders im Bezug zum Artikel, saugut gewählt.
Querschuss - 21. August 2011
nein, habe mich entweder vertippt bzw. den Fehler nicht gesehen.
Gruß Steffen
Joe der Leiharbeiter - 21. August 2011
Danke für den Chart, Steffen!
Thema: Kernschmelze und Systembruch.
Ein auf zerohedge präsentierter Chart bestätigt meine Vermutung, nämlich dass the vast majority of US economic growth over the last 40 years has been fueled by the Fed’s loose money policies. Bill King, an analyst and investor whom I admire, shared the below chart with me a while back. It charts US GDP growth in nominal terms (the dark blue line), the performance of the Dow Jones Industrial Average (the black line), and REAL GDP growth or growth that accounts for inflation (the light blue line).
http://www.zerohedge.com/contributed/great-collapse-has-officially-begun
Damit ist klar, dass die freie Marktwirtschaft gleichzeitig mit dem System der Wirtschaftslenkung an seine Grenzen gestossen ist. Allerdings stand dem Ostblock nicht das Mittel der Kreditexpansion zur Verfügung, um das System zu retten. Dass aber die Kreditexpansion die “freie Marktwirtschaft” jetzt schon 40 Jahre weitergetragen, und nicht schlecht, hat, ist das eigentliche Wunder des Kapitalismus. Nicht der Glaube bewegt Berge, die (Profit)Gier tut es.
caesar4441 - 21. August 2011
Wieso man sich hier auch von dem allgemeinen Krisengeschwafel anstecken läßt ist mir rätselhaft.
Wie der Chart des DAX deutlich zeigt ,war die Korrektur überfällig.Sie hat sich übrigens durch eine Kopf-Schulterformation bereits seit mehreren Monaten angezeigt.Fachleute bei Versicherungen und anderen Profis können das nicht übersehen haben.Ansonsten ist ihr Gehalt beim Fenster rausgeworfenes Geld.
Aus dem Chart kann man deutlich einen Basistrend erkennen.Innerhalb von 20 Jahren hat derBasiswert sich verdoppelt,entspricht ca 3,5% /a.Ist in etwa die Teuerungsrate.D,h, kein echter Mehrwert.
Der Basistrend liegt aktuell bei ca 4500.Bis dahin kann der DAX in den nächsten Monaten fallen,ohne daß dieser verletzt wird.Das sind Kaufkurse ,auch für Versicherungen.
Interessant ist der waagrechte Trend der Kursspitzen.Beide Trendlinien bilden eine Dreiecksformation,die in ca 2-3 Jahren zusammenlaufen.Danach erfolgt normalerweise ein Ausbruch nach oben oder unten.
Die Bankenbewertungen zeigen klar und deutlich was diese wert sind: NICHTS!!
Man braucht sie auch nicht wirklich,sie müssen abgewickelt werden.
Ihre einzige Funktion ist der Transfer von Volksvermögen an den großen Zampano,die größte Verbrecherorganisation aller Zeiten.
Querschuss - 22. August 2011
Hallo Caesar4441,
Dein Beitrag ist nicht in sich konsistent, allgemeines Krisengeschwafel kritisierst Du und gleichzeitig meinst Du die Banken sind nichts wert und müssen abgewickelt werden. Es gibt wesentlich geringere Auslöser für eine Krise bzw. Rezession als ein Bankensystem das abgewickelt werden muss, zumal dieses eine dominierende Stellung im Finanzkapitalismus des 21. Jahrhunderts inne hat.
Gruß Steffen
KBX - 22. August 2011
Ach Leute die Infrastruktur besteht ja bereits und es gibt genug für alle – im schlimmsten Fall wird alles verstaatlicht und neu aufgeteilt. Btw. Wer kein Geld hat, hat auch keines zu verlieren…
Ach ja – uns geht es soooo gut wie keiner anderen Generation vor uns (Gesundheit, Nahrung, Wissen, Freizeit . . . )