China: Rekordimportvolumen im März

von am 11. April 2012 in Allgemein

Gestern berichteten die chinesischen Zollbehörden solide Außenhandelsdaten für den Monat März 2012. Nach der saisonalen Schwäche durch das chinesische Neujahrsfest, wurde doch etwas unerwartet an die alte Stärke angeknüpft, beim Importvolumen wurde im März sogar ein neues Allzeithoch markiert. Das Importvolumen markierte mit 160,31 Mrd. Dollar einen Rekord, nach 145,96 Mrd. Dollar im Vormonat und nach 152,06 Mrd. Dollar im Vorjahresmonat. Insgesamt wurden Waren und Güter in einem Volumen von 165,66 Mrd. Dollar exportiert, nach 114,47 Mrd. Dollar im Vormonat und nach 152,20 Mrd. Dollar im Vorjahresmonat.

Im Chart das monatliche unbereinigte Exportvolumen von Waren und Gütern in Mrd. Dollar seit Januar 1990 (damals mit 2,84 Mrd. Dollar an Exportvolumen), über 16,8 Mrd. Dollar im Januar 2000, auf 109,48 Mrd. Dollar im Januar 2010 und auf 149,94 Mrd. Dollar im Januar 2012. Im März 2012 lag das Exportvolumen bei Waren und Gütern bei 165,66 Mrd. Dollar. Das bisherige Allzeithoch beim Export von Waren und Gütern wurde im Juli 2011 mit 175,13 Mrd. Dollar markiert.

Zum Vorjahresmonat stiegen die Exporte insgesamt um +8,9% und selbst kumuliert, Januar bis März 2012 ging es um +7,6% zum Vorjahreszeitraum aufwärts, auf 430,020 Mrd. Dollar.

Zwar schwächelten im März 2012 erneut die Exporte in die EU um -3,1% zum Vorjahresmonat, mit einem Volumen von noch 27,603 Mrd. Dollar, vor allem nach Italien mit -26,2% auf 2,199 Mrd. Dollar. Allerdings kompensierten andere Märkte diesen Einbruch. So stiegen die Exporte in die USA um +14,03% auf 28,622 Mrd. Dollar und z.B. die Exporte in die ASEAN-Staaten um +13,8% auf 16,887 Mrd. Dollar.

Von einem Crash beim chinesischen Export ist weiter keine Spur zu sehen, höchstens von einer Abkühlung der Wachstumsrate. Das Allzeithoch beim Importvolumen im März und die weiter enormen Rohstoffimporte implizieren erneut sogar eine ausgewogenere Entwicklung beim Außenhandel, weg von der Exportdominanz:

Das unbereinigte monatlichen Export (rot)- und Importvolumen (blau) seit Januar 1990 bis Februar 2012 im Chart.

Waren und Gütern im Wert von 160,31 Mrd. Dollar wurden im März 2012 importiert, ein neues Allzeithoch. Das bisherige Importhoch wurde im November 2011 mit 159,94 Mrd. Dollar markiert!

Im Handel mit der gesamten Welt generierte China im März 2012, auf Grund des noch stärkeren Exports, einen vergleichsweise kleinen Handelsbilanzüberschuss mit +5,350 Mrd. Dollar, nach dem Rekorddefizit von -31,490 Dollar im Vormonat und nach +0,140 Mrd. Dollar im Vorjahresmonat:

Die Entwicklung der Handelsbilanz bei Waren und Gütern seit Januar 1990 im Chart.

Auch im März 2012 haussierten die chinesischen Rohstoffimporte weiter:

Die chinesischen Rohölimporte lagen im März 2012 ganz in der Nähe zum Allzeithoch aus dem Vormonat, mit 23,55 Millionen Tonnen, dies entsprach 5,55 Millionen Barrel pro Tag, nach 23,68 Millionen Tonnen im Vormonat und nach 21,67 Millionen Tonnen im Vorjahresmonat.

Im abgelaufenen Gesamtjahr 2011 importierte China ein Rohölvolumen von 197 Mrd. Dollar, dies entsprach 253,7 Millionen Tonnen (5,074 Millionen Barrel pro Tag), ein Anstieg von +6,0% zu 2010. Im Jahr 2011 erreichte das Ölimportvolumen ein neues Hoch am chinesischen Gesamtrohölverbrauch mit 56,5%.

In Dollar schlug bei den Rohölimporten der hohe Preisfaktor für Öl zu, alleine für die Rohölimporte im März 2012, wurde eine um 26,2% gestiegene Rechnung zum Vorjahresmonat, mit nun 20,027 Mrd. Dollar fällig. Somit dürfte der schwache PPI (Produzenten/Erzeugerpreise) im März 2012 für China von -0,3% zum Vorjahresmonat, gekoppelt mit immer noch teureren Rohstoffimporten auf einen ordentlichen Margendruck in der chinesischen Industrie hindeuten.

Robust waren im März 2012 weiter die Nettoimporte von Kraftstoffen, der Nettoimport betrug 1,86 Millionen Tonnen. Erst seit Februar 2010 ist China Nettoimporteur von Ölprodukten, denn in Chinas Raffinerien wurden seit dem nicht genug Kraftstoffe erzeugt um die Binnennachfrage zu stillen. Im abgelaufenen Gesamtjahr 2011 betrugen die Nettoimporte von Kraftstoffen 16,01 Millionen Tonnen, nach 9,96 Millionen Tonnen 2010.

Die Entwicklung der Eisenerzimporte seit August 2005 bis März 2012 im Chart. Im März 2012 sanken die Eisenerzimporte leicht auf 62,87 Millionen Tonnen, nach 64,98 Millionen Tonnen im Vormonat und nach 59,48 Millionen Tonnen im Vorjahresmonat.

Im abgelaufenen Gesamtjahr 2011 stiegen die Eisenerzimporte um +11,05% zum Vorjahr auf 686,5 Millionen Tonnen.

Beim größten Kupfer-Verbraucher der Welt sank das Importvolumen von Kupfer und Kupferlegierungen in Rohform im März 2012 leicht, auf 462’182 Tonnen, nach 484’569 Tonnen im Vormonat und nach 304’300 Tonnen im Vorjahresmonat.

Quelle Daten: Customs.gov.cn/Presseportal

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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28 KommentareKommentieren

  • M.E. - 11. April 2012

    Die Steigerung der chinesischen Ölimportmengen beträgt fast 0,5 Millionen Barrel pro Jahr, die Kraftstoffimporte eingerechnet eher 0,6 Millionen Barrel pro Jahr.
    Und das, obwohl China seine eigene Rohölförderung bisher noch leicht ausbauen konnte auf immerhin etwas über 4 Millionen Barrel pro Tag.
    In diesem Jahrzehnt dürfte die chinesische Förderung jedoch ihren Höhepunkt überschreiten. Danach wird also selbst dann mehr Öl importiert werden müssen, wenn der Verbrauch nicht mehr weiter steigen würde.
    Bis 1992 war China noch Ölexporteur.
    Auch Indiens Importbedarf steigt von Jahr zu Jahr und liegt derzeit schon bei 2,5 Millionen Barrel täglich bei einer stagnierenden Eigenförderung von 1,0 Millionen Barrel täglich.
    China liegt immer noch deutlich unter der durchschnittlichen weltweiten Motorisierungsrate von über 130 Fahrzeugen auf 1000 Einwohnern, Indiens Motorisierungsgrad ist einer der geringsten weltweit.
    Noch massig Aufholpotenzial. Auch in etlichen weiteren Ländern.

    Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass seit 2005 die Ölimportmenge in die OECD-Staaten um 15% gefallen ist. Nicht, wiel man beginnen würde, sich planmäßig vom Öl unabhängig zu machen oder weil man Öl in nennenswertem Maße substituiert hätte. Oder weil man selbst mehr fördern würde. Sondern weil in einigen Ländern eine wahre Demotorisierungswelle begonnen hat und sich dort immer mehr Menschen das bisher gewohnte Maß an individueller Mobilität nicht mehr leisten können.
    Der Abstieg aus dem Ölzeitalter hat in manchen Ländern mit teils großem Tempo begonnen, während andere Länder mit bisher stark unterdurchschnittlicher Motorisierung immer mehr der langsam sinkenden weltweiten Gesamt-Ölimportmenge auf sich ziehen.
    Dieser Prozess wird mit zunehmendem Tempo weitergehen und immer mehr alle Hochverbrauchsländer ohne nennenswerte eigene Förderung betrffen.

    • Thatwasthepension - 11. April 2012

      Dein Kommentar passt ja wie die Faust aufs Auge wenn man sich anschaut das für dieses Machwerk aus Deutschland die Premiere ausgerechnet in China stattfand.
      http://www.n-tv.de/auto/Porsche-erweitert-SUV-Baureihe-article5985686.html
      Die Chinesische Regierung wird wohl demnächst solche Schleudern verbieten müssen und einen Höchstverbrauch für KFZ ansetzen. Ansonsten kann es bei der nächsten Energiekrise extrem unangenehm werden. Die hatten alleine letztes Jahr eine PKW-Produktion im eigenen Land von über 14 Millionen Fahrzeugen. Da kumuliert sich dann doch einiges und so richtig sparsam sind deren Eigenproduktionen auch nicht. Es ist sicher noch genug Potential vorhanden um die weltweiten Ölreserven noch etwas schneller abzufackeln.

  • Frank Bell - 11. April 2012

    Die genannten Zahlen werden alle (Reporter und Politiker) beflügeln, die stets behaupten, die Lage sei gut und der wirtschaftliche Aufschwung ginge weiter.
    Im Zusammenhang mit Sanktionen gegen Hartz IV-Empfänger stand mal wieder folgendes in der Zeitung: “Die reinen Missbrauchsfälle und Betrugsfälle steigen nicht an. Wir haben überwiegend Meldeversäumnisse, das hängt auch mit der ___guten konjunkturellen Entwicklung___ zusammen”,

  • ed barener - 11. April 2012

    In den USA geht auf jeden Fall was – die Daten sind ermutigend vorallem unter dem Aspekt, dass Psychologie die halbe Miete ist ( wenn nicht mehr).
    Exports to the European Union, China’s largest trading partner, fell 1.8 percent in the first quarter. But exports to the United States rose 12.8 percent, showing that a recovery is underway in the US economy.

  • Roland - 11. April 2012

    China muss aufpassen, dass es durch seinen aggressiven Export keinen Handelskrieg riskiert.
    Gestern beklagte sich Alcoa, dass China bei den notwendigen Produktionskürzungen im Aluminium-Bereich nicht mitmache und selbst die verlustträchtigsten Fabriken weiter volle Kanne eine Überproduktion produzierten, was zum Rückgang der Alu-Preise seit Jahresbeginn um 23 % geführt habe.

    ps.
    Die Anfang des Jahres angezettelte Rohstoff-Spekulation ist wie erwartet mittlerweile in sich zusammengebrochen. Die weltweite Konjunktur ist für eine Hausse-Spekulation einfach zu schwach – Liquiditäs-Schwemme hin oder her.

    Bei den Panamax-Schiffe liegen inzwischen 25% auf “Halde”. Die Schlange der vorübergehend stillgelegten Schiffe hat nun eine Länge von zusammengenommen 107 Kilometern !

  • dicke Bertha - 11. April 2012

    Es gibt längst eine kostengünstige und preiswerte Alternative zum Auto, den Elektroroller.

    Was fehlt sind sinkende Verkaufspreise durch Skalenerträge.

    Wir werden nicht die Hersteller dieser Zukunftstechnologie sein.

    Die Privatisierung der Bahn muß rückgängig gemacht werden.

    FERNREISEN sollten für eine gewisse Zeit heruntersubventioniert werden.

    INSGESAMT SOLLTE DER STAAT SEINE STEUERN AUF BENZIN; KRAFTSTOFFE noch einmal verdoppeln.

    Um einen positiven Strukturwandel anzustoßen.

    Das China mehr importiert liegt auch an den sich öffnenden Kapitalmärkten in China.

    Ausländisches Kapital strömt ins Land.

    Man muß auf diesem riesigen Absatzmarkt verkaufen, um ein global Player bleiben zu können.

  • M.E. - 11. April 2012

    Da bin ich ja heilfroh, dass wir in 25 Jahren die Waren- und Halbfabrikatdistribution, die mechanisierte Aussaat und Ernte, den Straßenbau, die Schwerlasttransporte, den Abbau von Metallen und Kohle und den Tourismus mit Elektrorollern und E-Bikes erledigen können.

    • dank - 11. April 2012

      Danke M.E., das erspart mir einen Kommentar, der im Affekt über Ziel hinausschießt…

    • georg - 11. April 2012

      können oder müssen ? bei dem rasant zunehmendem verbrauch an allem.
      gruss georg

  • M.E. - 11. April 2012

    Hallo Georg,
    gehe mal sicherheitshalber nach 2015…2020ff von einem rasant abnehmendem Verbrauch an allem aus.

  • Johannes - 11. April 2012

    Bei Gaertner liest sich das so:

    http://blog.markusgaertner.com/2012/04/11/china-schiest-durch-die-mausefalle/

  • Johannes - 11. April 2012

    Nachtrag: Der Kommentar bei Gaertner (von “Johannes”) stammt nicht von mir!
    Zufällige Namensgleichheit.

    Schon eigenartig.

  • der Bauer vom Hunsrück - 11. April 2012

    Habt euch wohl schon damit abgefunden, den Gürtel enger zu schnallen. Na klar doch, Gründe gibt´s viele für´s radln. Sparen, Fitness, Gesundheit, etc.. Nicht zu vergessen natürlich die freien Strassen für die freien Bürger, die sich wegen Umverteilung von unten nach oben, weder ums sparen, noch um Fitness oder Gesundheit kümmern müssen. Machen wir denen also Platz, in dem wir uns reduzieren, sowohl körperlich als räumlich. Über einen Kampf für das Erreichte und gegen die Umverteilung von unten nach oben, denkt wohl niemand mehr nach. Schön, ab mit dem Kopf in den Sand, auf dass nur noch der A…rausguckt, in den ihr euch dann auch noch treten laßt, weil ihr ihn so schön hinstreckt. Erst ist es der Lohn wegen der Wettbewerbsfähigkeit für die Exportwirtschaft, dann ist es der Strom wegen der Ökolüge, dann ist es der Sprit wegen der Ressourcenverknappung, als nächsten wird´s das Futter wegen der Konkurenz zur Energie, denn die braucht die Wirtschaft für ihre Maschinen, die fressen nämlich kein Futter, dann sind es die Wohnungen, weil die können ja wegen dem Strom aus der Energie nicht so weit weg sein von den Maschinen, weil sonst braucht der Futterfresser zuviel Fläche für den Futter- und Energieanbau, der damit den Maschinen der Exportwirtschaft verloren geht, so dass die Exportwirtschaft dazu gezwungen wird, noch mehr Fläche für da Futter der Fresser in Energie für die Maschinen umzuwandeln und wenn das alles nicht reicht, dann gibt es Auschwitz 2 + 3 + 4+ 5 wo dann eben ein paar Futterfresser zum Wohle der Exportindustrie ein paar warme KWs abgeben um als Futter für die Maschinen zu dienen… Schöne Gell? Es ließe sich noch weiter spinnen und wenn wir dem nicht Einhalt gebieten, wird es so kommen. Silent green und silent yellow sind dann nur die gut gewürzten Abfälle, die anfallen bei der energetischen Verwertung oder nicht dafür taugen. Ich find´s skuril und ich könnte noch eine Weile weiterschreiben um zu skizzieren, wo unsere als Genügsamkeit definierte Faul-, Dumm- und Feigheit uns hinführen wird, wenn wir uns nicht endlich wehren. Mit wehren meine ich nicht gegen China oder Indien, mit wehren meine ich die Sozialisierung von privat kummuliertem Wohlstand und Reichtum. Wenn wir noch warten, gibts bald gr. Verhältnisse, so dass sich das Kapital erst recht und gerade staatlicher Organe bedient, ganz nach dem Motto: “rent a Bulle oder rent a Bulle-Car”.

  • georg - 11. April 2012

    man muss nur genug bohren das wusste man schon lange
    http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=45234178&aref=image035/0601/PPM-SP196905200730073.pdf&thumb=false
    gruss georg

  • Systemfrager - 11. April 2012

    Waren wirklich alle Idioten, die die EU konstruierten?

    Willkommen zurück in der Krise!
    “Wer in Zeiten fallender Wirtschaftsleistung spart, verhält sich prozyklisch. Das heißt, die Haushaltspolitik verstärkt die Rezession. Der Mechanismus besteht aus einer Interaktion zwischen staatlichem Sparen, privatem Sparen, einem weiteren Verfall der Häuserpreise, dadurch ausgelösten weiteren Verlusten der Banken, einer weiter andauernden Kreditklemme, einer schärferen Rezession, geringen Steuereinnahmen, höheren Defiziten und erneuten Sparprogrammen. Es kann viele Jahre dauern, bis man aus einem derartigen Teufelskreis ausbricht. Für Spanien erwarte ich eine Depression, die ein ganzes Jahrzehnt dauern wird.”
    spon >>>

  • wolfswurt - 11. April 2012

    “Im Verlauf der letzten 100 Jahre vervierfachte sich die Weltbevölkerung verzwanzigfachte sich die Weltwirtschaftsleistung und vervierzigfachte sich der Primärenergieverbrauch.

    »Als ich einmal mit Max Weber über die Zukunftsaussichten sprach und wir die Frage
    aufwarfen: wann wohl der Hexensabbat ein Ende nehmen würde, den die Menchheit in den
    kapitalistischen Ländern seit dem Beginne des 19. Jahrhundets aufführt, antworte er:
    ›Wenn die letzte Tonne Erz mit der letzten Tonne Kohle verhüttt sein wird.‹«
    (Werner Sombart, Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalisus, 1927, S. 1010).

    Ein Blick auf die entsprechenden Funktionsgraphen belehrt jeden neutralen Betrachter darüber, daß da keine »Entwicklung«, sondern eine Explosion stattgefunden hat – und daher bei nachlassendem Expansionsdruck mit herunterkommenden Trümmerteilen zu rechnen ist. Der Scheitelpunkt ist erreicht.”

    weiter: http://www.hubert-brune.de/s_dtadn.html

    Eine Analyse über den Zusammenhang von Öl und Kreditgelsystem.

    • Frank Bell - 12. April 2012

      Kohle gibt es allerdings, im Gegensatz zu Erdöl, in riesigen Mengen. Die geht so schnell nicht aus.

    • Aber - 12. April 2012

      @wolfswurt

      Ich habe mir mal den Link durchgelesen. Ist sicherlich interessant und auch richtig was dort geschrieben wird.
      Was mich aber stört ist, daß wieder einmal in eine politische Richtung verklärt wird.
      Es werden die hedonistischen 68 er angeprangert und der konservative Charakter gewürdigt.

      Hier gebe ich zu bedenken, daß ein gewisser Teil der Menschheit nicht erst seit ein paar Jahrzehnten wie wild alles kurz und klein schlägt und die Ressourcen ausbeutet für seine eigene Lustbefriedigung, sondern dies bereits seit Jahrhunderten bzw. Jahrtausenden tut.

      Man denke nur wieder einmal an Kolumbus oder die AUsbeutung Afrikas oder den römischen Imperialismus aber auch die Abholzung und Veränderung des natürlichen Habitats hier in good old Germania. Alles Fälle in denen rücksichtslose Ausbeutung und Verwertung von natürlichen Ressourcen einen wirtschaftlichen und militärischen Nutzen gebracht haben.
      Nur weil die Ressourcen meist in Form von Holz, Stein, Erz und nicht in Öl, Kohle und anderer Form verwertet wurden, heißt das nicht, daß ein anderes Denken als heute zugrundelag.
      Die angesprochene Erbprasserei findet nicht erst seit ein paar Jahrzehnten statt, sondern hat sich nur von sichtbareren und energieärmeren Ressourcen auf unsichtbare und energiereiche verschoben und dadurch einen neuen Schub im Zerstörungspotential einer bestimmten Kultur ermöglicht.
      Das dahinterliegende Denken und die Vorstellungen, die manche von der Welt haben, haben sich nicht verändert sondern konnten sich nur extremer entfalten. Aber dieses Denken existiert bereits sehr viel länger als ein paar Jahrzehnte.

  • Andres Müller - 11. April 2012

    Da ist unseren chinesischen Freunden zu gratulieren, vielleicht habe sie noch Plätze in ihren Umerziehungslagern frei für unsere eigenen Wirtschaftsexperten, für unsere Politker wären Einführungskurse in staatliches Einparteiensystem von Vorteil. Damit erweist es sich doch insgesamt dass der Kapitalismus nicht gescheitert ist, er befindet sich bei uns nur in einem falschen politischen System, wo sich doch mit Diktatur zweifelslos bessere Voraussetzungen zu Profit ergeben. Aber ihr könnt euch trösten, auch in Europa wird ja bereits mit nicht demokratisch gewählten Regierungen experimentiert, das Experiment Italien zeigt uns bestimmt sehr bald wie man das am Besten macht. Alleine durch die Einsparung der Aufwände zu Parteien -Wahlen liesse sich die Produktivität vermehren, auch in der Schuldbildung kann getrost auf Staatskunde und dergleichen verzichtet werden, zu Gunsten von Mathe und Chinesisch-Kursen.

  • georg - 11. April 2012

    vielleicht kommen wir viel früher in den genuss fahrrad fahren zu dürfen als uns lieb ist
    http://www.eilpost.org/sanktionen-gegen-iran-sind-harakiri-durch-die-europaer/
    ich denke CHINA wird das nicht nach EUROPA exortierte öl gerne aufnehmen.
    gruss georg

  • titoslavija - 11. April 2012

    Achtung leute eine iwf prognose, das heißt so viel wie das gegenteil stimmt; ABER lest selber:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article106173855/Hohes-Lebensalter-treibt-Deutschland-in-die-Pleite.html

    der iwf ist eines widerwärtigsten institionen, die es wohl je gegeben hat, hindert sie nicht daran völlig behämmerte prognosen abzugeben.

  • das Abendwort vom Hunsrückbauer - 11. April 2012

    @ titoslavia
    Mich bei WÖLD anzumelden will ich mir ersparen, deshalb hier. Es stimmt, du hast Recht. Es wird die Politik trotzdem nicht davon abhalten in ihrer Vasallentreue gegenüber dem Kapital, Gesetze zu verabschieden, die es jedem Rentner/Penisonär ab 70 zur Auflage machen, bei ROT über die Ampel zu gehen, im 5. Stock ohne Aufzug wohnen zu müssen, seine EInkäufe zu FUß zu erledigen und sicg grundsätzlich immer gegen den LKW-Verkehr zu bewegen. Schließlich ist die Überalterung ja kapitalschädigend. Diese vielen Fresser, die zu nix mehr zu gebrauchen sind, muß man ja irgendwie los werden.

    • Frank Bell - 12. April 2012

      Graf von Galen, kath. Bischof von Münster, meinte in einer Predigt: “Wehe euch, wenn ihr alt und krank seid.” Denn die Nazis führten Euthanasie durch, erst bei Behinderten. Doch die anderen wären wohl auch noch drangekommen.

  • die Simpsons - 11. April 2012

    Bei dieser Überschrift “Hohes Lebensalter treibt Deutschland in die Pleite” muss man sehr viel Humor haben.

    ► Das hohe Lebensalter treibt Deutschland nicht in die Pleite sondern

    1. Pensionsverpflichtungen von Bund und Länder.

    2. völlig überzogene und nicht ausfinanzierte Betriebsrenten, die als Leistungszusagen in den Bilanzen stehen und letztendlich wieder am Steuerzahler hängenbleiben. Hier geht es um eine Größenordnung von ca. 500 Milliarden Euro, vorsichtig geschätzt. Die Bundesregierung hat das Problem erkannt, mehr nicht.

    3. Ein Gesundheitswesen, das nichts mit Gesundheit sondern mit Krankheit zu tun hat. Und diese Branche plant für dieses Jahr Neueinstellungen von ca. 70.000 Jobs (http://www.netzticker.com/allgemein/gesundheitsbranche-plant-70-000-neue-jobs/121357 ).
    Das Wort Gesundheit ist in diesem Zusammenhang völlig irreführend, zeigt aber dass der gesunde Menschenverstand nicht mehr auf Diät gesetzt ist, sondern bereits im Stadium der Magersucht ist. Nach der Logik der Gesundheitsbranche sollte der Mensch sich in einem permanenten Zustand der Krankheit befinden, damit die Gesundheitsbranche wachsen kann. Diese Logik muss sich ein Mensch, der noch über den Luxus einer intakten Hirnzelle verfügt, einmal vergegenwärtigen. 287 Milliarden Euro für sogenannte Gesundheitsleistungen wurdem im Jahr 2012 ausgegeben. Ein Wahnsinn.

    Esst was das Zeug hält, trinkt euch um euren Verstand, Drogen können nur förderlich sein, Bewegung schadet und bitte den Fernseher nicht abschalten, damit ihr auch weiterhin nicht denken sollt.

    So ungefähr stellt man sich das Wachstum in der Gesundheitsbranche vor. Pillen und Apparatemedizin gibt es genug und natürlich auch Heilbehandler, die allerdings mit Heilen nichts zu tun haben. Denn diese Branche, um es mal auf den Punkt zu bringen, lebt ausschließlich von der Krankheit. Ihr Leitspruch um den Profit zu maximieren, um nichts anderes geht es, lautet: Wir behandeln und pflegen euch bis zum Tode und nur daran verdienen wir.

    Viele Ärzte und Heilbehandler haben überhaupt keinen Schimmer von einer Heilbehandlung, dafür werden sie korrumpiert und geschmiert von den Pharmaunternehmen mit ihren Begleiterscheinungen. Wie sagte ein Arzt einmal zu mir “Wir haben nur gelernt Hämmer zu verschreiben”. Eine ehrliche Antwort!

    Gott sei dank gibt es auch Ausnahmen, aber leider nicht sehr viele.

    Ärzte, die heilen werden von der Pharmaindustrie bedroht, mit Prozessen überzogen und selbst vor Mordanschlägen schreckt diese Branche nicht zurück.
    Dr. Mauch ist ein lebendes Beispiel. Sein Buch “Die Bombe unter der Achselhöhle” hat gewisse Kreise verschreckt, da dieses Buch zu viel Aufmerksamkeit bekam.
    Einfach mal danach googeln!
    Es gibt ein neues kostenloses e-book von Dr. Mauch, das man im Internet downloaden kann. Ich kann es nur empfehlen: “Der Gesundheitsführer”. Gesundheit kann so einfach sein. Aber das ist in unserem Wirtschaftssystem nicht gewünscht.

    4. Target 2 und ihre uneinbringlichen Forderungen, was die Ersparnisse und Altersversorgung, insbesondere von Lebensversicherungen, vernichten wird.
    usw. usw.

  • jo - 12. April 2012

    @simpson
    die 70.000 neue Jobs sind doch eher schlecht bezahle Pflege-/hilfskräfte und ist dem steigenden Anteil der pflegebedürftigen Alten geschuldet. Der Bedarf an Akademikern (Dr…) ist doch weitgehend auf einem hohe Nivau bzw eher fallend in den ländlichen Regionen.

    Das mit der Pflege wird noch ein ziemlicher Brocken werden, die eigene Familie muss ja ja Vollzeit Arbeiten und externe überhenem die Pflege (bezahlt von den Kassen). Irgendwann wird man merken dass das eingezahlte Geld nie und Nimmer die unentgeldliche Pflege innerhalb einer Familie ersetzen kann.

    So ist das halt wenn aus der Substanz heraus finanziert wird, es gibt immer weniger zum verteilen bzw es wird sogar dreist seitens Staat/Wirtschaft einseitig abgegriffen!

  • jo - 12. April 2012

    China: auf die Schnelle würde ich sagen dass China immer noch boomt, egal ob den meisten hier nicht passt.

    (Irgandwann geht es runter, aber was soll der Pessimismus wenn es noch 10 Jahre und mhergut geht? Das ist wie in der Börse bzw im realen Leben, gute Zeiten soll man mitnehmen und sich nicht von den unausweichlichen Rückschlägen permanent lähmen lassen).

  • Oelsen - 19. April 2012

    Hahahahaha, “genug Kohle für Jahrhunderte” oder so ähnlich haben wir jetzt lange genug gehört. Kohle wird entweder auf Schienen (mit Diesel transportiert) oder gleich vor Ort verbrannt und zu Strom umgewandelt. Das taugt nicht für den Transport. Kohle = Industrie, seit ca. 300 Jahren, Newcomen sei Dank. Solange Kohlekraftwerke in Betrieb sind, wird Diesel von der Strasse in diese Industrie gebracht und wenn es nur mit Subventionen geschieht. Strom ist einfach wichtiger als die Wochenendfahrt oder dumme Pendler.

    Kohle wird in China jetzt schon unter erbärmlichen Bedingungen abgebaut, ohne Sicherheit, teils gar ohne richtige Maschinen. Wenn der EREOI weiter sinkt, wird es sich für die Kohlenlandstriche nicht mehr lohnen und die Kohlearbeiter werden wieder Bauern. Solange aus der Industrie genügend “Wachstum” in egal welcher Form kommt, sei es Medizin oder Technik, solange werden Mineure buddeln. Sobald jedoch insgesamt weniger zur Verfügung steht, werden die aufhören. Dann stehen auch die Kohlekraftwerke still. Obwohl es noch Millionen von Tonnen im Boden hätte, es will es halt keiner mehr holen gehen.

    Was denkt ihr denn, wieso in den USA fast nur noch Tagebau betrieben wird? Weil es sich nur noch dank Ölenergie lohnt, diese Kohle abzubauen. Minen wird es dort nie mehr geben, ausser mit Hilfe einer Sklaverei. Die gibt es in China vielleicht, aber nur, weil es dort sehr, sehr viele Menschen auf sehr kleinem Raum gibt. Genau deswegen wird sich die KP weiterhin ans Primat des wirtschaftlichen Wachstums und des demographischen Wandels halten, also das Ziel 400 Millionen Menschen im Jahre 2080. Dann sind auch die Kohlearbeiter nicht mehr nötig und solange hat China Kohle. Wir nicht. Siehe Export Land Model.

    Andernorts wird aus religiösen Gründen (Religion oder verquere Wirtschaftstheorien ohne Systemgrenzen) vermehrt wie verrückt. Man kann sich selber ausdenken, welche Strategie längerfristig mehr Erfolg haben wird.

    Bankrott wegen den Alten Leuten. So ein Chabis, die sterben ja sowieso weg. Die Überalterung löst sich längerfristig als Problem von alleine, solange die Restjugend anständig (aus-) gebildet ist.