Chinas PMI auf einem 28-Monatstief

von am 3. Juli 2011 in Allgemein

Am Freitag berichtete die China Federation of Logistics & Purchasing (CLFP) die Daten zum chinesische Einkaufsmanager-Index des Verarbeitenden Gewerbes (Manufacturing) für den Monat Juni 2011. Der Manufacturing Purchasing Managers Index (PMI) schwächte sich weiter ab, auf ein 28-Monatstief mit 50,9 Indexpunkte, nach 52,0 Indexpunkten im Vormonat. Ein PMI-Index über 50 Punkten deutet auf einen Expansionskurs im Verarbeitenden Gewerbe hin! Indexstände unter 50 Punkte signalisieren dagegen eine Schrumpfung des Verarbeitenden Gewerbes.

Der CFLP-PMI seit Januar 2005 im Chart. Der Tiefpunkt beim PMI wurde im November 2008 mit 38,8 Punkten ermittelt. Im Dezember 2009 markierte der PMI ein Zwischenhoch bei 56,6 Punkten, im Juni 2011 sind es 50,9 Punkte! Quelle Daten: CFLP

Der PMI wird in einer Umfrage bei 20 Industriesektoren des Verarbeitenden Gewerbes unter 820 Unternehmen aus ganz China erhoben. Nur noch 12 der 20 Industriesektoren befanden sich im Juni 2011 mit einem Indexpunktestand von über 50 auf Expansionskurs!

Nur noch 7 der 11 Subindizes lagen im Juni 2011 über 50 Punkte und damit auf Expansionskurs. Bei 10 von 11 Subindizes ging es zum Vormonat abwärts!

Der wichtige Subindex des Produktionsoutputs sank auf 53,1 Punkte, nach 54,9 Punkten im Mai und nach 55,3 Punkten im April. Der Subindex der Auftragseingänge (New Orders) sank auf 50,8 Punkte, nach 52,1 Punkten im Mai und nach 53,8 Punkten im April. Vor allem diese beiden Subindizes, der Output und die New Orders ziehen den PMI nach unten, denn sie sind mit 30% bzw. 25% gewichtet!

In den offiziellen CFLP-PMI fließen nur 5 Subindizes ein und nur diese bilden den saisonbereinigten PMI-Composite Index. Neben dem Output und den New Orders ist es der Subindex Employment, gewichtet mit 20%, der Suppliers’ Delivery Times mit 15% gewichtet und der Stocks of Major Inputs mit 10%.

Auch die Produktionskosten (Input Prices) der Hersteller sanken im Juni 2011. Der Sub-Index sank relativ kräftig auf 56,7 Punkte, nach 60,3 Punkten im Mai und nach 66,2 Punkten im April. Damit hat der Preisdruck im Verarbeitenden Gewerbe bereits den 5. Monat in Folge nachgelassen. Für den PMI-Index spielen die Produktionskosten der Unternehmen keine Rolle, denn die Inputpreise fließen nicht in den Gesamtindex ein.

Auch der Export-Index mit den Auftragseingängen (New Export Orders) sank im Juni 2011, auf 50,5 Punkte, nach 51,1 Punkten im Mai und nach 51,3 Punkten im April. Nur noch 11 der 20 Industriesektoren verzeichnete steigende Exportaufträge.

Der Import Index fiel auf 48,7 Indexpunkte und ist damit Schrumpfungskurs, nach 50,5 Punkten im Mai und nach 50,6 Punkten im April. Elf von 20 Industriesektoren meldeten noch steigende Importe.

Der wichtige Beschäftigungs-Sub-Index sank auf 50,2 Indexpunkte und ist nur noch sehr schwach auf Expansionskurs, nach 50,9 Punkten im Mai und nach 51,8 Punkten im April.

Diese Daten vom Verarbeitenden Gewerbe in China sind kein Drama, aber die nachlassende Dynamik des Wachstums ist signifikant und diese Daten fügen sich ein, ins weltweite Bild einer Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivität. Der chinesische PMI ist aber ganz sicher von Relevanz. Die Bruttowertschöpfung der breit gefassten Industrie (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe) in China betrug im Jahr 2010 satte 40,2% des nominalen BIPs.

Die Entwicklung der Bruttowertschöpfung in der breit gefassten chinesischen Industrie seit 1978 mit 160,7 Milliarden Yuan auf 16,0903 Billionen Yuan im Jahr 2010. Die Bruttowertschöpfung (Produktionswert-Vorleistungen) hat sich seit 2000 etwas mehr als vervierfacht. Quelle Daten: Stats.gov.cn/Statisticaldata

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