Chinas PMI auf einem 29 Monatstief

von am 2. August 2011 in Allgemein

Die China Federation of Logistics & Purchasing (CLFP) berichtete die Daten zum chinesische Einkaufsmanager-Index des Verarbeitenden Gewerbes für den Monat Juli 2011. Der offizielle Manufacturing Purchasing Managers Index (PMI) schwächte sich weiter ab, auf ein 29-Monatstief mit 50,7 Indexpunkten, nach 50,9 Indexpunkten im Vormonat. Ein PMI-Index über 50 Punkten deutet auf einen Expansionskurs im Verarbeitenden Gewerbe hin. Indexstände unter 50 Punkte signalisieren dagegen eine Schrumpfung des Verarbeitenden Gewerbes.

Der CFLP-PMI seit Januar 2005 im Chart. Der Tiefpunkt beim PMI wurde im November 2008 mit 38,8 Punkten ermittelt. Im Dezember 2009 markierte der PMI ein Zwischenhoch bei 56,6 Punkten, im Juli 2011 sind es 50,7 Punkte! Die Expansion im Verarbeitenden Gewerbe gerät fast zum Erliegen.

Der PMI wird in einer Umfrage bei 20 Industriesektoren des Verarbeitenden Gewerbes unter 820 Unternehmen aus ganz China erhoben. Nur noch 10 der 20 Industriesektoren befanden sich im Juli 2011 mit einem Indexpunktestand von über 50 auf Expansionskurs!

Nur noch 7 der 11 Subindizes lagen im Juli 2011 über 50 Punkte und damit auf Expansionskurs. Bei 5 von 11 Subindizes ging es zum Vormonat abwärts!

Der wichtige Subindex des Produktionsoutputs sank auf 52,1 Punkte, nach 53,1 Punkten im Juni, nach 54,9 Punkten im Mai und nach 55,3 Punkten im April. Der Subindex der Auftragseingänge (New Orders) stieg auf 51,1 Punkte, nach 50,8 Punkten im Juni, nach 52,1 Punkten im Mai und nach 53,8 Punkten im April. Vor allem diese beiden Subindizes, der Output und die New Orders sind für den PMI relevant, denn sie sind mit 30% bzw. 25% gewichtet!

In den offiziellen CFLP-PMI fließen nur 5 Subindizes ein und nur diese bilden den saisonbereinigten PMI-Composite Index. Neben dem Output und den New Orders ist es der Subindex Employment, gewichtet mit 20%, der Suppliers’ Delivery Times mit 15% gewichtet und der Stocks of Major Inputs mit 10%.

Auch die Produktionskosten (Input Prices) der Hersteller sanken im Juli 2011. Der Sub-Index sank auf 56,3 Punkte, nach 56,7 Punkten im Juni, nach 60,3 Punkten im Mai und nach 66,2 Punkten im April. Damit hat der Preisdruck im Verarbeitenden Gewerbe bereits den 6. Monat in Folge nachgelassen. Für den PMI-Index spielen die Produktionskosten der Unternehmen keine Rolle, denn die Inputpreise fließen nicht in den Gesamtindex ein.

Auch der Export-Index mit den Auftragseingängen (New Export Orders) sank im Juli 2011, auf 50,4 Punkte, nach 50,5 Punkten im Juni, nach 51,1 Punkten im Mai und nach 51,3 Punkten im April. Noch 14 der 20 Industriesektoren verzeichnete steigende Exportaufträge.

Der Import Index hingegen stieg auf 49,1 Indexpunkte, nach 48,7 Punkten im Juni, nach 50,5 Punkten im Mai und nach 50,6 Punkten im April. Elf von 20 Industriesektoren meldeten noch steigende Importe.

Der wichtige Beschäftigungs-Sub-Index stieg zwar auf 50,5 Indexpunkte, nach 50,2 Punkten im Juni, ist aber weiter nur sehr schwach auf Expansionskurs, nach 50,9 Punkten im Mai und nach 51,8 Punkten im April.

Der chinesische PMI ist relevant, denn in China betrug die Bruttowertschöpfung der breit gefassten Industrie (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe) im Jahr 2010 satte 40,2% des nominalen BIPs bzw. 16,0903 Billionen Yuan und sie hat sich seit dem Jahr 2000 etwas mehr als vervierfacht!

Noch schwächer als der offizielle “Regierungs-PMI” fiel der PMI der HSBC-Bank für China aus. Er notierte im Juli 2011 bei nur 49,3 Punkte, nach 51,6 Punkten im Vormonat und verließ damit den Expansionsbereich für das Verarbeitende Gewerbe. Damit fügen sich die schwächeren Daten aus China in weltweite Bild ein. In der Eurozone fiel der PMI im Juli auf 50,4 Indexpunkte, nach 52,0 Punkten im Juni und dies war damit der schwächste PMI seit September 2009! In den USA fiel der ISM-PMI Manufacturing im Juli auf 50,9 Indexpunkte, nach 55,3 Punkten im Juni und damit auf den tiefsten Stand seit Juli 2009! Auch in Großbritannien ging es mit dem PMI abwärts auf 49,1 Indexpunkten, nach 51,4 Punkten im Juni und damit zum ersten Mal seit 24 Monaten unter die 50 Punkte-Marke. Auch der HSBC PMI für Indien fiel im Juli auf 53,6, Indexpunkte, nach 55,3 Punkten im Juni und damit auf den niedrigsten Stand seit November 2009!

In der Summe sind dies sicher ernst zu nehmende Indikatoren für eine weltweit abkühlende Expansion im Verarbeitenden Gewerbe!

Quelle Daten: CFLP

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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