Crash oder kein Crash? Die Systemkrise der globalen Wirtschaft in einem Chart

von am 22. Januar 2016 in Allgemein

Die anhaltend niedrige Inflation im Euroraum, verstärkte Abwärtsrisiken für die Konjunktur und hohe Volatilität der Märkte sowie die jüngsten Aussagen von Mario Draghi deuten darauf hin, dass die EZB ihre Geldpolitik im März weiter lockern wird. (1) Eine weitere Lockerung wird auch von der Bank of Japan erwartet und das chinesische Pendant, die Peoples Bank of China (PBOC), hat schon die dritte Woche in Folge Milliarden in die chinesischen Finanzmärkte gepumpt. Allein diese Woche waren es 48 Milliarden Dollar – der höchste Betrag seit Januar 2014. (2)

Angesichts der Börsenturbulenzen und der voraussichtlichen Abschwächung des Wachstums in den USA rechnen inzwischen auch eine wachsende Zahl von Experten damit, dass die Fed dazu gezwungen sein könnte, die im Dezember beschlossene Zinserhöhung rückgängig zu machen.

All das hat die Märkte gestern und heute in Schwung gebracht. Der wieder auf deutlich über 30 Dollar je Barrel gestiegene Ölpreis hat ebenfalls zur Beruhigung an den Börsenplätzen rund um den Globus beigetragen.
Allerdings liegt letzteres offensichtlich nicht an einer Veränderung der Lage auf dem Ölmarkt, die geprägt ist von anhaltender Überproduktion und steigenden Lagerbeständen. Als Grund wird vielmehr vor allem genannt, dass viele, die auf sinkende Ölpreise gewettet hatten, den niedrigen Ölpreis jetzt zum Abkassieren genutzt haben. (3) Es könnte also bald erneut abwärts gehen mit den Preisen.

Auch die Notenbanken müssen erst noch beweisen, ob sie mit den in Aussicht gestellten oder erwarteten „Lockerungsübungen“ tatsächlich einmal mehr die Dynamik der Abwärts-Turbulenzen auf den Finanzmärkten brechen können. Denn das Vertrauen in die Notenbanken hat einen Knacks bekommen, seit Notenbank und Regime in China sichtbar Schwierigkeiten haben, genau das zu leisten.

Die aktuelle Marktberuhigung steht somit auf tönernen Füßen. Sehr schnell kann das Pendel an den Börsen wieder umschlagen, denn auch die weltwirtschaftlichen Perspektiven sowie insbesondere jene der Schwellenländer sind weiterhin düster. Und während beispielsweise die Wirtschaftskrise in Russland inzwischen offen als Systemkrise bezeichnet wird (4), klopfen sich die Mitglieder der Elite beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos noch gegenseitig in der Hoffnung auf die Schulter, das krisengeschüttelte Modell der Globalisierung auch dieses Mal über die Runden bringen zu können. Selbst Prof. Nouriel Roubini, der aufgrund seiner beim Davoser Treffen im Jahr 2007 noch belächelten Crash-Vorhersage den Spitznamen „Dr. Doom“ erhielt, wirkt in Anbetracht der neuen Turbulenzen an den Finanzmärkten und speziell in China (5) im Vergleich zu anderen Crashpropheten ziemlich gelassen. Es wird 2016 keinen Crash geben, nicht in China und auch nicht global, prognostizierte er jetzt. (6)

Niemand scheint sich gegenwärtig Gedanken darüber zu machen, dass die Probleme in China und der Ölpreisverfall lediglich Symptome für ein geld- und wirtschaftspolitisch bis an die äußersten Grenzen gefahrenes und dadurch dauerhaft instabil gewordenes westliches Wirtschaftssystem sind. Was dieses System zum Schwanken bringt, ist nicht das, was Ökonomen sowie Analysten gegenwärtig diskutieren lässt, ob einen erneuter globalen Crash bevorsteht oder nicht. Es ist etwas anderes und es lässt sich in einem einzigen Chart veranschaulichen:

SLE_US Income concentr Top-1_M&A_Crashs_1913-2015

Der Chart zeigt, dass Fusionswellen und Einkommenskonzentration – historisch betrachtet – in einem engen Zusammenhang mit großen Börsencrashs stehen. Große Börsencrashs, die zum Teil in eine Finanzmarkt- und Weltwirtschaftskrise mündeten, traten in fast allen Fällen auf dem Höhepunkt einer Welle von Mega-Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions (M&A)) sowie der Einkommenskonzentration ein.

Was in diesem Zusammenhang bei der Frage, ob wieder ein großer Börsencrash und eine Finanzmarkt- und Weltwirtschaftskrise bevorstehen, ins Gewicht fällt, ist die Tatsache, dass sich die Einkommenskonzentration in den USA auf das Rekordniveau von 1929 zubewegt und seit Mitte der 80er Jahre eine Kaskade von Fusionswellen die Unternehmenskonzentration und die globale Dominanz/Abhängigkeit von Konzernen weltweit auf ein historisch beispiellos hohes Level angehoben hat.

Die Globalisierung ist im wahrsten Sinne auf die Spitze getrieben worden und damit auch die Abhängigkeit des ganzen Systems von den vergleichsweise wenigen, die es tragen und auch fast allein davon profitieren. Doch dieser Status Quo ist nicht mehr zu halten, wenn Wachstumsgrenzen erreicht und für die Stabilisierung dieses hochkonzentrierten globalen Finanz- und Wirtschaftssystem immer größere Ungleichgewichte in Kauf genommen werden.

Genau das ist es aber, was die Wirtschaftspolitik in den Industriestaaten und insbesondere auch die Notenbanken tun. Es ist deswegen keine Frage mehr, ob ein neuer globaler Crash bevorsteht, sondern nur, ob es bereits 2016 soweit sein wird.

Auszuschließen ist es für dieses Jahr sicher nicht. Die Politik des billigen Geldes kann an den dargelegten fundamentalen systemischen Problemen nichts ändern. Sie erzeugt an den Börsen lediglich die Illusion, dass sie es könnte. Und unter dem Strich haben die Notenbanken seit der Lehman-Pleite die Last der Systemstabilisierung praktisch alleine getragen. Es ist ein aussichtsloser Kampf. Das Vertrauen der Märkte ist nur geborgt. Sie werden es verlieren.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: info.sle@web.de

Print article

130 KommentareKommentieren

  • Paernu - 22. Januar 2016

    Das wird das spannendste Jahr überhaupt. Wahrscheinlich Gezeitenwende so wie 1989.

    Das Kernproblem ist das Geldsystem, ich denke das wird die Mehrzahl hier im Blog teilen.

    Meine Frage an den Blog, der negative Zins der EZB ist doch letztlich etwas was in die Richtung von Silvo Gesell geht. Die Geldhaltung wird bestraft. Könnte es nicht sein, das mit der derzeitigen Politik dieses System eingeführt wird, ohne es groß anzukündigen?

    • Holly01 - 22. Januar 2016

      Hallo Paernu,
      der nominal negative Zins hat nichts mit Schrumpfgeld zu tun. Die EZB dämpft nur den Zinseszinsdruck.
      Das hauptproblem hatte eigentlich nur Steffen die ganze Zeit auf dem Radar. Die Investitionsquote im Verhältniss zur Abschreibung ist der Punkt.
      Hr. Trappe, SLE und ich beschreiben die Auswirkungen der derzeitgen Handhabung des Geldsystems. Diese Handhabung bringt masive Probleme mit sich.
      Diese Probleme werden nach wie vor nicht diskutiert, von einem Politikwechsel der Notenbanken ganz zu schweigen.
      Es läuft auf eine Interessenkollision hinaus. Das System dient den 0,1%, aber es zerstört sich dabei selbst.
      Geben die 0,1% nach und zeigen Einsicht, kann es Lösungen geben, tun sie es nicht, werden ihre Lakaien das System früher oder später so destabiliert haben, das ein Betrieb kaum noch möglich sein wird.
      Es ist quasi wie diese Woche: hohe Volatilität, Preissprünge die auf Spekulaion beruhen, statt auf Wirtschaftsgeschehen, Währungskriege, Wirtschaftskriege, Stellvertreterkriege, lokale Krisen und Verwerfungen …. und keiner weiss wie lange das noch funktioniert oder wer morgen noch da ist und am Markt teilnimmt.
      Eine Erholung kann es in diesem Umfeld überhaupt nicht geben.
      Just my 5 Cent

  • Georg Trappe - 23. Januar 2016

    Negative Zinsen helfen nicht. Negative Zinsen nur auf Zentralbankgeld sind vollkommener Unfug.
    Erklaerung reiche ich nach, wenn ich den entsprechenden Link wieder gefunden habe.
    -
    Die haben die Grundlagen ihres Aneignungs- und Ausbeutungssystems so genial verschleiert, dass sie selbst nicht mehr durchblicken. Dabei ist es relativ einfach. Es sind zwei parallel verlaufende Entwicklungen, die in ihrem Zusammenwirken ein eskalierendes Problem ausloesen. Ich habs hier nochmal versucht, allerdings in Englisch, zu erklaeren.
    http://georgtsapereaude.blogspot.com/2016/01/the-root-cause-or-disequilibrium.html

    Um Output und Nachfrage uebereinander zu bringen muss immer mehr Geld eingespeist werden. Da Geld im Zuge der Kreditvergabe entsteht heisst das automatisch die Schulden steigen entsprechend.
    Was uebersehen oder unverstanden ist, ist der Konznetrationsprozess, der sowohl Geld als auch Realkapital immer hoeher konzentriert. Letzteres erhoeht die Preissetzungsmacht auf der einen Seite und den Kostendruck auf der anderen Seite. Kosten sind letztendlich aber immer Arbeitskosten bzw. Einnahmen. D.h. wenn der Output zu Kosten plus Profit verkauft wird und gleichzeitig die Kosten gesenkt werden fehlt auf der Nachfrage Seite zunehmend das Geld um den Output zu kaufen, wenn nicht Kredit die Luecke schliesst. Das Argument, dass die Profite reinvestiert werden und damit ebenfalls Nachfrage erzeugen (Geldkreislaufvorstellung und I=S) mag in einer Aufbauphase zutreffen, aber in einer ausgereiften gesaettigten Situation werden diese Gewinne zunehmend in unproduktive Nullsummenspiele “investiert” weil dort die hoeheren Renditen locken. Das treibt aber nur die Konzentrationsprozesse weiter voran, die Assetpreise hoch und die Luecke zwischen Konsumgueteroutput und Konsumgueternachfrage weiter auf. Ein Teufelskreis aus dem es kein Entrinnen per Geld- und Zinspolitik gibt. Wenn das nicht verstanden wird, gibt es unweigerlich den grossen Knall. D.h. erst Deflation und wenn dann die Lieferketten soweit geschaedigt sind, dass Konsumgueter beginnen knapp zu werden, Hyperinflation.

  • Georg Trappe - 23. Januar 2016

    Und bevor ich es vergesse. Vielen Dank fuer den ausgezeichneten Artikel.
    Viele Gruesse
    GT

  • Georg Trappe - 23. Januar 2016

    OT: Mainstream Medien machen aus saudiarabischen Bestaenden an US Treasuries ein Geheimnis:
    http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-01-22/u-s-is-hiding-treasury-bond-data-that-s-suddenly-become-crucial
    Wer Querschuesse liest, weiss, das die erdoelexportierenden Laender schon immer hinter China und Japan zu den groessten Abnehmern der triple A rated Exportschlager der USA gehoerten um so die Petrodollars zu recycln;-).
    Jetzt wird also so getan als sei das US Geschaeftsmodell ein “hidden secret” der Saudis.
    Absurder geht es schon nicht mehr.

  • Systemfrager - 23. Januar 2016

    Tja,
    die freie (laissez-faire) Marktwirtschaft ist nicht funktionsfähig, war nie funktionsfähig, wird nie funktionsfähig werden
    Schon ein paar Jahrzehnte nach Smith Tod hat die erste Generation der Ökonomen (Ricardo, Matlhus) eine ewige “säkulare Stagantion” vorhergesagt
    Dann hat Ricardo die Globalisierung (“komparative Vorteile”) vorgeschlagen, also den imperialistischen Krieg (gegen den Rest der Welt)
    Nur Kriege haben in der Geschichte die freie Marktwirtschaft funktionsfähig gemacht
    Allerdings ist es diesmal schwierig. Der Rest der Welt (Russland, China, Indien, Südamerika, …) sind zusammengenommen zu stark, in jeder Hinsicht …

    • Stepe - 23. Januar 2016

      Hallo Systemfrager,
      es stimmt nicht wenn Sie sagen das das System Marktwirtschaft nicht funktionsfähig ist. Es gibt es doch schon seit Jahrzehnte. Es ist auch nicht richtig das Kriege die Marktwirtschaft funktionsfähig gemacht haben, Kriege sind lediglich eine riesige Kapitalvernichtung, die Überproduktion beiseite schafft. Überproduktion ist das Gegenstück zur Armut.
      http://www.linkes-oldenburg.de/wp-content/uploads/2015/12/Auszug..pdf

      Gruß

      • Systemfrager - 23. Januar 2016

        “Kriege sind lediglich eine riesige Kapitalvernichtung, die Überproduktion beiseite schafft.”
        EBEN!
        Und gerade das, die Vernichtung der Überproduktion macht den Anfang des nächsten Zyklus möglich.
        “Überproduktion ist das Gegenstück zur Armut.”
        FALSCH!
        Ja, in jeder Wirtschaft außer der kapitalistischen ist dem so. Im Kapitalismus bedeutet die Überproduktion die Vernichtung der Produzenten, aber die Überproduktion kommt nicht den Konsumenten zugute. Da liegt der Hund begraben.

        • Querschuss - 23. Januar 2016

          “Im Kapitalismus bedeutet die Überproduktion die Vernichtung der Produzenten, aber die Überproduktion kommt nicht den Konsumenten zugute.” ….Ist diese Beschreibung aktuell richtig? Ich sehe Produzenten z.B. am Ölmarkt und nicht nur dort, die ihren Output raushauen auch unter Förderkosten, niedrige Zinsen, geldpolitische Lockerungen, staatliche Hilfen verhindern die Vernichtung der Produzenten bisher, ergo sinken die Preise und diese kommen sehr wohl den Konsumenten zu Gute, zumindest momentan und temporär.

          Gruß Steffen

          • Stepe - 23. Januar 2016

            Hallo Steffen, hallo Systemfrager,
            wie Steffen es ableiten stimmt es immer, das sind allerdings Einzelfälle die auch nur den Zahlungsfähigen zugute kommt, wie zuvor auch.

            “Was hat die Überproduktion überhaupt mit den absoluten Bedürfnissen zu tun? Sie hat es nur mit den zahlungsfähigen Bedürfnissen zu tun. Es handelt sich nicht um absolute Überproduktion – Überproduktion an und für sich dem Wunsch nach dem Besitz der Waren. In diesem Sinn existiert weder partielle noch allgemeine Überproduktion. MEW 26 507″

            Wäre der Arme nicht arm könnte er kaufen. Was natürlich die Produktion anheizt und wieder zu dem Ergebnis führt. Dann kommt es zu dem was die Gesellschaft sowieso macht, kaufen wegschmeißen. Daher wohl der Spruch “lass uns shoppen gehen” das shoppen ist der Inhalt geworden.

            beste Grüße

            • Holly01 - 23. Januar 2016

              Hallo Stepe,
              weltweit stehen hunderttausende PKW auf Halden herum.
              Wenn DAS keine Überproduktion im Sinne von keine Käufer haben ist, dann gibt es tatsächlich keine Überproduktion.

              • Ert - 23. Januar 2016

                Bei über 70 Millionen PKW Jahresproduktion, mitunter 200.000 Stück/Tag – ist das “Herumstehen” auch von “Millionen” von neuen PKW (Verschiffung, Verladung, Distribution, Händlerparkplatz) – der absolut zu erwartetende Normalfall.

                • Systemfrager - 23. Januar 2016

                  Die Auslastung der Produktionskapazitäten ist 80% oder weniger, Steffen kann es präzisieren?
                  Was wäre dazu zu sagen?
                  Wäre das nicht eine Überproduktion?

                  • Querschuss - 23. Januar 2016

                    “wenn das Geld in die Produktion gehen würde hätten wir ein Inflation das es nur so kracht” ….Ich kann eure Logiken nicht nachvollziehen, weil die Produktionskapazitäten nicht ausgelastet sind, steigen auch keine Preise und weil die Kapazitäten unterlastet sind, z.B. selbst in Deutschland, sind auch die Investitionen in Ausrüstungen der Industrie schwach.

                    Für steigende Preise bedarf es einer nahezu Vollauslastung der Kapazitäten oder eben einer Vernichtung bestehender Produktionskapazitäten, in deren Folge das Angebot sinkt und die Preise steigen.

                    Gruß Steffen

                    • Systemfrager - 23. Januar 2016

                      “wenn das Geld in die Produktion gehen würde hätten wir ein Inflation das es nur so kracht”
                      nun dem ist nicht so, im GEGENTEIL … deshalb ist logisch folgerichtig:
                      “weil die Produktionskapazitäten nicht ausgelastet sind, steigen auch keine Preise und weil die Kapazitäten unterlastet sind, z.B. selbst in Deutschland, sind auch die Investitionen in Ausrüstungen der Industrie schwach.”
                      Wo ist da Widerspruch ???????

                    • Querschuss - 23. Januar 2016

                      wenn das Geld in die Produktion gehen würde (Investitionen), würden die Produktionskapazitäten noch weiter wachsen, sprich z.B. auf den Ölmarkt übertragen, in Folge der Output noch mehr steigen, sprich das Überangebot wachsen. Wie könnte das zu Inflation führen?

                      Gruß Steffen

                    • Systemfrager - 23. Januar 2016

                      Gut
                      1: Eins Vorweg: Meiner Meinung nach ist die Quantitätstheorie ein Unsinn
                      2: Wenn die Wirtschaft gut läuft, im Gleichgewicht ist, dann
                      2a: müssen die Firmen nicht Preise (P) heben, die zusätzlichen Kredite (Investitionen) würden nur die reale Expansion (Y) decken
                      2b: können die Firmen die Lage nutzen und die Preise heben. Ein größeres Kreditvolumen würde die davor entischiedene Preiserhöhung nachträglich decken. (Umgekehrte Kausalität, als die die Quantitätstheorie predigt.)
                      Sind wir bis da d’accord?

                    • Michael Stöcker - 23. Januar 2016

                      Ja, der Monetarismus ist ein Irrlehre, an der selbst Friedman am Ende seine Zweifel hatte: https://zinsfehler.wordpress.com/2015/03/23/die-citoyage-keynesianischer-monetarismus-als-ordnungspolitisches-korrektiv/comment-page-1/#comment-369

                      Basiert auf der unseligen Loanable-Funds-Theorie, mit Einlagen (die man eigentlich in den Schuhen hat) sowie Umlaufgeschwindigkeiten (die eigentlich auf den Rummel gehören). Und der ominöse Geldschöpfungsmultiplikator musste dann doch einer anderen Schöpfungsgeschichte geopfert werden. Ob dieses Opferritual nun zu höherer Weisheit oder gar Absolution geführt hat, darf allerdings bezweifelt werden.

                      LG Michael Stöcker

                    • Systemfrager - 23. Januar 2016

                      @Stöcker
                      Könnte sein, der erste Eindruck nämlich, dass wir da ähnlich denken
                      Die Geldneutralität und die Quantitätstheorie des Geldes in Kurzfassung
                      Eine selektive und interessengeleitete Verallgemeinerung der Tatsachen
                      mehr >>>

                • Systemfrager - 23. Januar 2016

                  Der Kapitalstock ist in modernen Volkswirtschaften etwa fünf- bis sechsmal so groß wie das Bruttoinlandsprodukt, liegt also in der Größenordnung von 12.000 Milliarden Euro in Deutschland.
                  Per Daumen:
                  Die Überproduktion im Bereich der Produktionskapazitäten (Kapitals) entspricht der jährlichen Produktion bei den westlichen Wirtschaften. UPS!

          • Systemfrager - 23. Januar 2016

            “… niedrige Zinsen, geldpolitische Lockerungen, staatliche Hilfen verhindern die Vernichtung der Produzenten bisher. ”
            EBEN: “bisher”
            Warum die Q-Lockerung nicht die Preise hebt? Weil die Kredite die Überproduktion retten. Das “gepumpte Geld” von der Angebotsseite (Kredite) ist gewaltig, weil die Überproduktion gewaltig ist.

            • Holly01 - 23. Januar 2016

              … da schliesst sich der Kreis. Es gibt keine Überproduktion, wenn es potente Käufer gibt.
              Es gibt aber eine Grenze durch die Verfügbarkeit von Ressourcen.
              Werden die Ressourcen voll ausgeschöpft und wird Receycling voll ausgeschöpft, ergibt sich eine Obergrenze der Produktion.
              Die Kaufkraft müsste dieser Obergrenze entsprechen.
              Dazu käme natürlich die Verteilung der Kasufkraft und natürlich der Zinseszinsdruck, der finanziert werden muss.
              Und viola …. wir haben die Formel für das höchst mögliche Niveau an Produktion weltweit.
              ups ……
              ….. aber da wäre ja schluss mit Wachstum……..

              Ja. Die Welt ist endlich und die Menge an Sonnenergie, die zu Reproduktionen führen kann ist begrenzt.
              Daraus ergibt sich ein limitiertes System.
              So einfach ist das, wenn man weit genug weggeht, um mal zu schauen.

              • Systemfrager - 23. Januar 2016

                “Ja. Die Welt ist endlich …”
                Naja, Einstein machte sich da Gedanken:
                „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
                Wenn es die Unendlichkeit der Dummheit geht, dafür spricht in aller Klarheit die Auffassung:
                Die wirtschatlichen Probleme haben mit der planetarischen Ressourcenknappheit zu tun.

                • Holly01 - 25. Januar 2016

                  …… sind wir nicht alle ein wenig bekloppt? Macht das nicht “Menschlichkeit” aus? Zumindest ein bisschen?

            • Stepe - 23. Januar 2016

              ganz richtig, und wenn das Geld in die Produktion gehen würde hätten wir ein Inflation das es nur so kracht.

              • Systemfrager - 23. Januar 2016

                “wenn das Geld in die Produktion gehen würde hätten wir ein Inflation das es nur so kracht”
                Prima – das du es so sagst!
                :)
                Das ist auch meine Meinung. Würde mich freuen, wenn Steffen dazu etwas mehr sagen würde. Weil er glaubt (auch) nicht, dass die QL die Preise heben würde, seine Erklärung würde mich sehr interessieren.

  • Holly01 - 23. Januar 2016

    Hallo,
    Danke für den Text SLE.
    Ja das System müsste eigentlich wieder einmal ein “Krisenszenario” durchlaufen. Ich bin mir Sicher, daß die Konzentrationsschübe in den Märkten genauso an eine Sinngrenze stossen, wie die Zinspolitik der Notenbanken.
    Ich erwarte aber eigentlich keine tatsächliche Krise mehr. Ich denke das Ganze ist nur noch Selbstzweck einiger weniger Geldsäcke.
    Die haben geliehen, um die Expansion anzuschieben und (unter ihrer Kontrolle) hat die Expansion auch stattgefunden.
    Nun sammeln die weltweit alles wieder ein und bereiten die nächste Runde vor.

    Ab hier wiederhole ich etwas, das ich schon gebracht habe, also für die Stammleser nicht mehr so interessant :) ….

    Ich habe ja diesen “Kasandra-Text” gebracht:

    Kassandra – oder die Welt ist wieder nicht untergegangen

    Zunächst 2 links:
    https://www.youtube.com/watch?v=9Qbo4C4WDS4
    und
    https://www.youtube.com/watch?v=Rx5SZrOsb6M
    Der erste link hat eine Länge von 1:33h und der zweite von 1:05h. Also werden die Leser sich bereits hier spalten, denn nicht jeder kann und will so viel Zeit investieren.
    Ich benötige die Inhalte aber für einige Betrachtungen.
    Die erste Frage: Haben wir eine Krise?
    These: Nein, wir haben nur den Eindruck einer Krise, weil uns dieser Eindruck vermittelt wird.
    Die These bringt mehrere Fragen mit sich:
    wer hätte ein Interesse an diesem Eindruck
    kann man diesen Eindruck meinungsdeckend vermitteln
    was bedeutet es wenn wir -keine- Krise haben

    Das bringt mich direkt zum ersten Schwachpunkt der Betrachtung. Denn ich operiere mit persönlichen Einschätzungen.was bedeutet es, wenn wir -keine- Krise haben.
    Wie im Schweigen der Lämmer beschrieben, habe ich nur die Projektionen der Wirklichkeit zur Verfügung.
    Kann ich die Projektionen der Wirklichkeit hinterfragen ohne ein Gesamtbild zu haben?
    Ja, das kann man durchaus und damit kann man teilweise beantworten, ob wir eine Krise haben.

    “wer hätte ein Interesse an diesem Eindruck” ?
    Nun zunächst müßte dieser oder müßten diese ja ein Fingerabdruck hinterlassen. Wenn ich ein Interesse habe, benötige die die Mittel, um diese Interessen durchzusetzen.
    Das Medium ist die Information.
    Frage: gibt oder gab es bei der Informationsebene eine Entwicklung, die man als Ganzes identifizieren kann ohne an Einzelfällen zu scheitern?
    Ja, die gibt und gab es.
    Die finanzielle Abhängigkeit der Informationsverbreiter wurde systematisch verkürzt und auf immer weniger Quellen reduziert.
    Gleichzeitig ist die Anzahl der Besitzer radikal zurück gegangen.
    Inhaltlich gab es eine enorme Verengung auf einige wenige sehr klar zu identifizierende Interessen.
    Sind die Medien und ihre Agenturen noch selbstständig genug, um auch Interessen darzustellen, die den Interessen der Besitzer und der Geldgeber zu wider laufen?
    Gibt es also kritische Stimmen mit Tragweite?
    Meine Antwort wäre: nein, gibt es nicht, wer nicht konform ist, erhält keine Reichweite und ist damit kein Bestandteil der Medien mehr.

    “kann man diesen Eindruck von Krise meinungsdeckend vermitteln”?
    Nein, das kann man nicht. Aber durch die Fixierung der Politik, der Wirtschaftsvertreter und der veröffentlichten Meinung auf die “offizielle” Version, kann man ein sehr geschlossenes Bild abliefern.
    Wenn die veröffentlichte Meinung nur eine manipulierte Wahrheit ist, dann muss man Lücken finden können, die systematisch ausgeblendet würden.
    Das ist recht einfach. Man muss nicht beweisen, dass etwas falsch ist, man muss nur beweisen, daß es mit annähernder Wahrscheinlichkeit nicht richtig sein kann und die Zweifel müssen offiziell unerwähnt bleiben.
    - 9/11 der offizielle Akt der Zusammenfassung, was passiert ist:
    - Es gibt die truether die belegen, wie viele Fragen offen sind und diese Fragen werden nicht beantwortet. Die Zweifler werden in den Medien praktisch nie inhaltlich besprochen. Die Zweifel und Fragen finden in der offiziellen Version keinen Platz.
    In einer unabhängigen Presse wäre dies nur schwer möglich.
    - Gladio ist in Belgien, Luxemburg und Italien gerichtlich bestätigt. Die CIA hat Papiere dazu veröffentlicht.
    Es gab auch in den öffentlich rechtlichen Medien Berichte zur Thematik. Das ist ein klarer Fall pro Medienfunktion.
    - Ukraine, MH17, Charlie, Boston Attentat, die unbeantworteten Zweifel belegen nicht was tatsächlich Passiert ist, aber sie reichen, um zu belegen, dass die offiziellen Versionen nicht der Wirklichkeit entsprechen können.
    - Terror in den USA und in Europa fällt klar in den Inhalt der Videos und der Frage “wer, warum gegen wen”?
    Es gab bei praktisch jedem Anschlag eine “Übung”, bei der exakt das geübt wurde, was als Anschlag passiert ist.
    Es gab -keinen- Terroranschlag, bei dem die Sicherheitsdienste nicht über Personal und Material direkt oder indirekt beteiligt waren.
    Es gab bei jedem Terroranschlag binnen Minuten die Lieferung der Täter, der Hintergründe und (das ist besonders wichtig) der Maßnahmen.
    Es tauchen auch immer wenig lustige Informationen auf, wie “Ausweise” von Tätern. Unsinniges Verhalten der “Täter” vor, während und nach den Anschlägen.
    Völlig unglaubliches Versagen der Sicherheitsapparate vor, während und nach den Anschlägen.
    Es gibt nur sehr wenige Täter, die zu Aussagen fähig gewesen wären. Die Täter sind tot, verschwunden oder zeigen ein Verhalten wie der “Boston”-Attentäter der ziemlich nach “Abwesenheit durch Medikamente” ausschaut.
    Es gibt jedenfalls (meines Wissens) keine einzige brauchbare Aussage, eines Attentäters in einem Gerichtsverfahren. Ich werte Guantanamo Aussagen nicht als brauchbar.
    Es werden aber weder diese merkwürdigen Begleitumstände ernsthaft betrachtet, noch werden die Reaktionen auf den Terror ernsthaft in Frage gestellt.
    Der Tausch persönlicher Freiheit und Rechte gegen eine versprochene erhöhte Sicherheit wird -nicht- diskutiert.
    Das sonderbar durchgängige Versagen der Rechtssysteme wird weder thematisiert noch werden Verbesserungen gesucht oder durchgeführt.

    - “was bedeutet es wenn wir -keine- Krise haben”?
    Die Frage ansich ist bereits eine Entscheidung. Man muss durch die Kontrolle der Informationen durch wenige und die Art der Information für Viele schon relativ sicher sein, das wir uns in einer Fiktion der Krise befinden. Nur dann macht die Frage Sinn.
    Wenn wir also keine Krise haben, dann bedeutet die Tatsache, der Krisenfiktion nichts weniger, als eine maximale Macht derer, die uns “Krise vorspielen”.
    Es bedeutet die Leute, die an die Krise glauben und das thematisieren sind eben keine “besser informierten Aufklärer”, sie sind nur empfindlicher und glauben eher und tiefer an “Krise” als der Durchschnitt.
    Das Schweigen der Lämmer bedeutet eben nur, dass die Masse den Krisenmodus als gegeben hinnimmt und akzeptiert, die Lösbarkeit aber voraussetzt oder die persönliche Betroffenheit nicht annimmt.
    Die Welt zerfällt auch nicht in Opfer der Krise und Gewinner der Krise, denn es gibt ja nur Maßnahmen und deren Folgen.
    Bei den Folgen kommt man aber auch einen ziemlich wichtigen Punkt. Man kann die Deutungshoheit an einem Personenkreis fest machen, nämlich die die Medien besitzen und steuern.
    Man kann die Folgen der fiktiven Krise in Bezug auf diesen Personenkreis prüfen und ich finde man kann die Wahrscheinlichkeit für eine “Fiktion von Krise” höher ansetzen, als ohne eine solche Prüfung.
    Die Frage nach den Gewinnern der Fiktion ist also eindeutig positv zu beantworten.
    Die wirtschaftlichen Zugewinne der Zinsgewinner kann man in Prozenten ausdrücken und die gesellschaftlichen Verlierer kann man auch in Prozenten Hilfeempfänger ausdrücken und die Entwicklung dieser “Krisenspielchen” ist beeindruckend.
    Wenn also jemand davon ausgeht, das System als solches stehe zur Disposition oder es gäbe einen Reformbedarf, der sich in der Krise ausdrückt, den kann ich nur warnen.
    Es gibt keine tatsächliche Krise. Es gibt (höchstwahrscheinlich) eine hoch effiziente Fiktion von Krise und die Ergebnisse sind jederzeit kontrollierbar und erwünscht.
    Im Umkehrschluss heißt dies:
    Der Hegemon war noch nie so gut abgesichert, wie heute und hatte auch noch nie so eine umfassende Kontrolle wie zur Zeit.
    Dies Alles bedeutet eine deutlich andere Perspektive, als wenn man von einer Krise ausgeht.
    Es bedeutet auch für die EU eine völlig andere Sicht auf zeitliche Abläufe und Eindrücke.
    Die Darstellen folgen einer Argenda und bewirken eine gewünschte Entwicklung, sie sind keine getriebenen Opfer einer äusseren Entwicklung.

    Ich kann nur appellieren, sich auf diese Sicht einmal einzulassen und das Puzzle neu zu bewerten. Das Ergebnis ist zunächst verwirrend, aber es ergibt sich relativ schnell ein zusammenhängendes Gesamtbild.”

    Die derzeitige Krise beruht nach meinem Eindruck auf dem (inzwischen ziemlich verzweifelten) Versuch der US-Regierung sich zu Lasten der Restwelt zu entschulden. Die bevorzugten Mittel scheinen mir “Lug und Betrug” zu sein.
    Sicher bin ich mir aber, das wir medial veralbert werden.

    Interessant wird es sein, zu beobachten, wie die Konzentration der Märkte und der Vermögen weiter geht.
    Eine Lösung schliesst sich für die 99% so aus.
    Es wird also auch interessant sein zu sehen, wie Gesellschaften damit umgehen.
    Bürgerkriege?
    Staatliche Repression?
    Verarmung?
    Lokale Kriege?
    Terror, durch Gladio, Einzelpersonen, Gruppen?

    Das Leben wird in großen Teilen der Welt den Menschen zur Hölle gemacht, das ist sicher…..

    • Holly01 - 23. Januar 2016

      Die überspitzte Zusammenfassung lautet:
      So lange die USA mit ihrer Rücksichtslosigkeit und der brachialen Gewalt der größte Schurke ist, so lange wird das System laufen, denn so lange werden sich alle wegducken.
      Natürlich muss der Schurke im Spiel den Spannungsbogen aufrecht erhalten, also in der Tendenz immer unerträglicher werden.
      Mal sehen wo der Bruchpunkt des noch erträglichen liegt ….. auch das loten die Amis ja gerade aus.

      • Holly01 - 23. Januar 2016

        Trump wäre ein angemessenener Präsi …. für diesen Misthaufen, ein adäquater Hahn.

    • Klosettsurfer - 25. Januar 2016

      Am wenigsten einsichtig ist das herrschende Bewußtsein, wie es sich in der fordistischen Entwicklung seit 1945 herausgebildet hat, natürlich hinsichtlich des totalitären Charakters der geheiligten Demokratie selbst. Jene Fixierung auf die politische Sphäre der kapitalistischen Gesellschaft, wie sie Hannah Arendt und die übrigen Totalitarismus-Theoretiker an den Tag legten, läßt als Kriterium immer nur den Vergleich zwischen demokratischen und staatstotalitären Formen innerhalb der politischen Sphäre zu, wobei diese Unterschiede überdies nicht etwa als jeweilige Durchgangsstadien
      eines identischen historischen Prozesses, sondern als konträre »Modelle« dargestellt werden. Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und freie Wahlen scheinen aus dieser Sicht das genaue Gegenteil der Diktatur und eine Garantie für die Entscheidungsfreiheit »des Volkes« über seine Geschicke zu sein.
      Wiederum über den unmittelbaren militärischen Kontext des Räsonnements über den totalen Krieg hinaus schimmert hier die Benthamsche Erkenntnis durch, daß das Menschenmaterial des Verwertungsprozesses in keiner anderen Staatsform so widerspruchslos und kostengünstig an der Leine geführt werden kann wie in der Demokratie.
      Das hat einen einfachen Grund, der im Widerspruch der beiden kapitalistischen Vergesellschaftungs-Pole von Ökonomie und Politik, von Markt und Staat angelegt ist und in der Demokratie am reinsten zum Ausdruck kommt. Denn einerseits wird der abstrakte Anspruch erhoben, daß die Gesellschaft sich selbstbewußt über ihre gemeinsamen Angelegenheiten verständigt und darüber rationale Entscheidungen trifft (»Demokratie«).
      Andererseits jedoch handelt es sich bei dieser Gesellschaft ja gleichzeitig und erklärtermaßen um die mechanische Selbstregulation eines verselbständigten Systemzusammenhangs, dessen stumme Funktionsgesetze zur Pseudo-Naturtatsache sedimentiert sind (»Marktwirtschaft« alias Kapitalismus).
      In Wahrheit wird also das gesellschaftliche Leben letzten Endes gar nicht durch die Diskussion und bewußte gemeinsame Entscheidung der demokratischen Gesellschaftsmitglieder gesteuert.
      Denn die demokratischen Prozeduren von freier Meinungsäußerung, politischer Willensbildung und freien Wahlen sind den Wirkungen der »Gesellschaftsphysik« von anonymen Märkten nicht etwa vor-, sondern nachgeschaltet. Alle Entscheidungen demokratischer Institutionen stellen somit keine autonome Verfügung über den sinnvollen Einsatz der gemeinsamen Ressourcen dar, sondern sie sind immer schon präformiert durch die Automatik des ökonomischen Systems, die als solche eben gerade nicht demokratisch verhandelbar ist, weil sie einer unausweichlichen »Natur« zugeordnet wird.
      Damit ist noch die verrückteste und handgreiflich widersinnige Mobilisierung sachlicher und menschlicher Ressourcen a priori gerechtfertigt.
      Dieses absurde gesellschaftliche Gesamtverhältnis bildet nicht nur eine objektivierte Struktur und blinde Sachgesetzlichkeit aus, sondern eben auch eine dazugehörige Subjektform der Gesellschaftsmitglieder, in der sich das objektive, versachlichte Abhängigkeitsverhältnis des Staates vom Markt, der Politik von der Ökonomie reproduziert. Bevor die Gesellschaftsmitglieder als politisch demokratische Subjekte zu handeln, ja bevor sie überhaupt zu denken beginnen, sind sie immer schon als »Arbeitskräfte« und Subjekte der Konkurrenz auf anonymen Märkten vorausgesetzt; außerhalb dieser axiomatischen Bestimmung würde auch ihr politischer und juristischer Status als gegenstandslos verfallen. Was für eine wunderbare Benthamsche Falle, aus der es kein Entrinnen
      gibt, solange die gesellschaftlichen Axiome nicht gebrochen werden, die per Definition kein Gegenstand des demokratischen Diskurses sein können.
      Der perfide Charakter des demokratischen Prozedere ist nicht zuletzt deswegen so schwer zu
      durchschauen, weil die Menschen ihren Status als »Arbeitskräfte« eines verselbständigten, selbstzweckhaften Systemzusammenhangs ja längst schon verinnerlicht haben und sich eine andere, vernünftigere Form von Gesellschaftlichkeit gar nicht mehr vorstellen können.
      Demokratisch verhandelt werden also von vorn-
      herein nur programmierte Scheinalternativen, wie sie die blinden gesellschafts-physikalischen »Naturprozesse« hervorgebracht haben. Demokratische Entscheidungen verlaufen so prinzipiell nach dem Muster eines »Multiple-choice«-Verfahrens: es kann nur eine Möglichkeit aus einem vorgegebenen, eng begrenzten Katalog gewissermaßen »angekreuzt« werden. Immer wieder handelt es sich dabei um die freie Wahl zwischen Pest und Cholera. Eine Alternative, die jenseits des vorgegebenen Spektrums von Möglichkeiten läge, ein Verwerfen der ganzen Konstellation also, die damit auch das Verfahren selbst in Frage stellen müßte, ist strukturell ausgeschlosen.
      In Wahrheit übertreffen heute die bürokratischen Apparate des demokratischen Staates und der Weltmarkt-Konzerne die Verwaltungsdichte und die Zugriffsmöglichkeiten selbst der staatstotalitären Diktaturen in der ersten Jahrhunderthälfte bei weitem. Der Glaube, es verhalte sich umgekehrt,beruht auf einer optischen Täuschung. Wenn der staatstotalitäre Anspruch rigoroser zu sein scheint als der demokratische in den Nachkriegsgesellschaften, so allein deshalb, weil die bürokratischen und noch relativ unbeholfenen Gängelungsversuche gegenüber der kapitalistischen Ökonomie größere Friktionen erzeugten und daher stärker auffielen. Mit der Umpolung des totalitären Anspruchs vom Staat auf den Markt konnten die Kontroll- und Verwaltungsapparate genauer und fast geräuschlos auf die Mechanismen der Marktkonkurrenz abgestimmt werden, während sie gleichzeitig noch anwuchsen und ihre Zugriffsbereiche immer weiter ausdehnten.

  • Georg Trappe - 23. Januar 2016

    Hier noch eine gute Visualisierung, wie sich die Finanzindustrie in den USA in den letzten 2 Dekaden konzentriert hat:
    http://realitieswatch.com/37-banks-became-4-just-2-decades-one-astonishing-chart/

    Und noch ein schoener Artikel von Yanis Varoufakis zum Thema Ungleichheit:
    http://evonomics.com/ho-do-the-economic-elites-get-the-idea-that-they-deserve/

    Und fuenf Buchempfehlungen:

    5 Books That Billionaires Don’t Want You to Read
    These in-depth books explain how huge companies and the recipients of inherited wealth have used politics to create an environment hostile to small business.

    http://www.inc.com/geoffrey-james/5-books-that-the-billionaires-don-t-want-you-to-read.html

  • Georg Trappe - 23. Januar 2016

    Und hier noch eine interessante Sichtweise von Nick Hanauer, der ja schon mal Angst vor den Mistgabeln hatte:
    http://evonomics.com/what-prosperity-is-where-growth-comes-from-why-markets-work/

  • Michael Stöcker - 23. Januar 2016

    Crash!

    Und zwar einer der größer wird als alles andere, was wir bisher gehen haben, wenn wir nicht schnellsten das Ruder herumreißen. Es geht ein 700jähriger Megazyklus seinem Ende entgegen. Hier die von mir vor einigen Tagen angekündigte Analyse: https://zinsfehler.wordpress.com/2016/01/19/die-krise-des-kapitalismus/

    LG Michael Stöcker

    • Querschuss - 23. Januar 2016

      Kein Crash!
      das Problem mit den Crash-Ansagen ist, selbst wenn ein 700-jähriger Zyklus zu Ende geht, niemand kann seriös diesen Crash datieren, er könnte nächste Woche beginnen, aber auch bei einer Überdehnung des Zyklus in 20 Jahren oder noch später. Niemand wird dann den Wert der heutigen Crash-Prognose erkennen/bestätigen.

      Übrigens Griechenland, längst realwirtschaftlich gecrasht zeigt, es interessiert Keinen, höchstens die Betroffenen, es geht einfach so weiter. So betrachtet ist auch ein schleichender Niedergang eine Möglichkeit, die wahrscheinlichste, früher oder später von Vielen als Realität antizipiert. Auf dem Weg nach unten ist viel Platz.

      Auch die These von gesättigten Märkten, ist wenn dann eine, die ein Symptom anzeigt oder Folge faktischer Fehlentwicklungen ist, andererseits leben faktisch aber immer noch Milliarden Menschen an oder unter Armutsschwellen und würden wenn sie nur könnten nachfragen/konsumieren. Übrigens die Chinesen tun es immer noch, auch 2015 neue Allzeithochs bei den Einzelhandelsumsätzen und bei den PKW-Verkäufen, auch beim absoluten Investitionsvolumen und beim absoluten BIP, wenn auch die Wachstumsraten bei den beiden letzten Indikatoren nachließen. Wenn es China gelingt noch einmal weitere 100 bis 200 Millionen Chinesen an die Schwelle zu unserem Konsum zu führen, ist allein noch dort, ne Menge Luft …nach oben. Ansonsten driftet die Welt eben in Richtung Rezession, kann aber muss nicht Crash bedeuten.

      Gruß Steffen

      • Holly01 - 23. Januar 2016

        Das System kann durch seine schiere Größe noch 100 Jahre laufen, selbst wenn es innerlich komplett ausgeweidet ist.
        Dazu kommt der hegemoniale Drck, der Weltkrieg bedeutet, wenn jemand dagegen aufbegehrt.
        Die 0,1% bzw. 20% Systemgewinner haben ja nicht nur Vorteile, sondern sie haben auch einen extremen Einfluß auf das System.
        Je fetter die 20% aasen und das Geld um sich schmeissen, desto effektiver kompensieren sie die Verluste bei den 80%.
        …… und das Luxus-/Superluxusbereich brummt. Wenn da Einbrüche auftreten, dann könnte sich der Zerfall beschleunigen.
        So lange es den Fetten aber fett geht, ist der Zusammenhalt völlig ausreichend.
        Lakaien die das System bewirtschaften und schützen zu finden, war historisch nie ein Problem.

        sehe ich also eher wie Steffen

      • Uwe - 23. Januar 2016

        Hi Steffen: 2 Leute, 2 gegensätzliche Wetten und beide gewinnen!

        Herr Stöcker wird seinen defaltionären Crash bekommen. Er ist angelaufen, meine ich.
        Du wirst Deinen Crack-Up Boom in der Folge bekommen. Die Notenbanken werden Helis
        starten, zu allerletzt gemeinsam. Danach ist Ruhe im Karton, es gibt eine neue Währungsordnung …. und die Story beginnt von vorne: Wie seit tausenden Jahren.

        Wetten?

        • Querschuss - 23. Januar 2016

          die Wette gibt es so nicht, wenn Crash oder kein Crash (zeitnah), von einem Crack-Up Boom habe ich nichts geschrieben. Ob es IRGENDWANN einen Crash gibt, kann nicht in eine Wette gefasst werden, erleben die Teilnehmer vielleicht irgendwann nicht mehr :) …”Auf lange Sicht sind wir alle tot”

          Die Frage bleibt, was jeder überhaupt unter einem Crash verortet, der eine schon -20 bis -30% bei den Aktienmärkten, der andere den Crash des Systems, des Finanzsystems oder die vielen Graustufen dazwischen?

          Gruß Steffen

      • Michael Stöcker - 23. Januar 2016

        Lieber Herr Bogs,

        völlig korrekt, das Datum kennt keiner und es kann auch ein Crash in Raten sein. Es kann auch noch ein paar letzte Zuckungen nach oben geben. Aber quantitatives Wachstum, das zu den Renditeerwartungen des vagabundierenden Kapitals passt, kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Insbesondere nicht bei den Millionen Elenden in Afrika; keine Investitionen ohne Rechtssicherheit.

        Das gefährlichste Szenario hat Georg Trappe weiter oben beschrieben (deflationärer Schock und dann folgende hohe Inflation), was sehr realistisch ist, wenn wir nicht gegensteuern. Gefährlich deshalb, weil ökonomische Instabilität sehr schnell zu politischer Instabilität führen kann. Und das Schweigen der Lämmer kann auch die Ruhe vor dem Sturm sein.

        LG Michael Stöcker

      • Lothar - 24. Januar 2016

        “Wenn es China gelingt noch einmal weitere 100 bis 200 Millionen Chinesen an die Schwelle zu unserem Konsum zu führen, ist allein noch dort, ne Menge Luft ”

        Ne Luft ist dann dort nicht mehr. 4000 Tote jeden Tag wegen Scheiss Luft.
        Noch 100 Millionen Autos schaffen die nicht.

        • Querschuss - 24. Januar 2016

          Ach was, solche Argumente gab es auch schon vor 5 Jahren und heute fahren 100 Mio. Autos mehr in China rum. In der Relation zur Bevölkerung fahren hier in Deutschland noch 5x mehr Autos rum, als in China!

          Auch China verwendet effizientere Produktionsweisen, neue Technologien und wendet sich langsam ab, von dem hohen Anteil der Kohle an der Energieerzeugung. Warum möchtest du China absprechen, was hier normal ist. Es dauert vielleicht, aber auch China entwickelt den Anteil regenerativer und sauberer Energien und Investitionen in die Infrastruktur haben sogar einen viel größeren Stellenwert als in Deutschland. Nicht ausgeschlossen, dass sich China weiterentwickelt, in die positive Richtung dazu. Die Wahrscheinlichkeit, dass in den nächsten 5 Jahren in China weitere 100 Millionen Autos verkauft werden ist wesentlich höher, als dass es nur 50 Millionen werden und China wird deswegen sicher nicht untergehen.

          Versuch doch Mal deine Maßstäbe in Deutschland umzusetzen, pro Jahr sterben alleine 15000 an multiresistenten Keimen, welche sich die Patienten in den Krankenhäusern und bei OPs einfangen, wird hingenommen, normal. Es wird einfach weiter geschludert, ob bei der Hygiene, der Personalaufwand gedrückt und die Kosten. Traurig, aber Status Quo und auch Deutschland geht deswegen nicht unter, man schludert einfach weiter. Warum sollten die Chinesen das nicht auch hinkriegen. …Sarkasmus aus!

          Wir sollten Mal von unserem hohen Ross runterkommen und der Realität ins Auge sehen. In der Zeit wo am Berliner Flughafen gepfuscht wird, sind in China 50 neue Flughäfen gebaut und eröffnet worden, überwiegend im geplanten Zeitrahmen und im vorgesehenen Kostenrahmen erstellt.
          Der kommende neue Flughafen in Peking Daixing soll 2018 eröffnet werden, der größte der Welt, dieser kann fast fünf Mal so viele Passagiere (130 Mio.) im Jahr abfertigen wie der BER (27 Mio.) und kostet umgerechnet 3,7 Mrd. Euro. Der BER ist schon bei 5,4 Mrd. Euro und es könnte noch teurer werden.

          Gruß Steffen

          • Stepe - 24. Januar 2016

            Hallo,
            der Antwort stimme ich ausdrücklich zu und muss mich zurückhalten nicht noch mehr aufzuzählen. Was ich dennoch anmerken möchte sind die Stickoxide, die sieht man nicht und Statistiken gibt es dazu auch nicht. Retalin und der Grund der Verabreichung würde ich noch anmerken.
            Ich würde mich einer Kritik gegen China anschließen, es gäbe da einiges. Aber erst mal unter dem eigenen Teppich nachschauen.
            China ist sicher der bessere Kapitalist, das sehen die anderen auch. Deshalb sehe ich TTIP auch als Abhilfe.

            Gruß Stepe

      • Huthmann - 27. Januar 2016

        Kluge Einschätzung meiner Ansicht nach!

        MFG

    • Georg Trappe - 23. Januar 2016

      Ich halte mal dagegen:

      http://georgtsapereaude.blogspot.com/2016/01/the-evidence-of-disequilibrium.html

      Das Ding auf ein rein monetaeres Problem zu verkuerzen ist den Kopf soweit in den Sand gesteckt, das er auf der anderen Seite des Globus wieder zum Vorschein kommt. So blind kann kein halbwegs intelligenter Mensch sein, das er das angesichts der vorliegenden Fakten wirklich glaubt.

      Nicht ganz so liebe Gruesse

      Georg Trappe

      • Michael Stöcker - 23. Januar 2016

        Lieber Herr Trappe,

        ich weiß ja nicht, was Sie da bei mir herausgelesen haben wollen, aber der zentrale Punkt sind nicht nachhaltige Verschuldungssituationen, die sich selbstverständlich dann auch in den Leistungsbilanzen widerspiegeln. Und welche Rolle hierbei die 1 % in den USA spielen, darüber besteht meines Erachtens zwischen uns kein Dissens: http://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/wir-sind-zum-helokoptergeld-verdammt/#comments sowie http://insideparadeplatz.ch/2015/10/28/9-von-10-franken-von-geschaeftsbanken/#comment-120443

        Wer auch immer sich mit den 1 % anlegen will, der wird entweder ans Kreuz genagelt (Jesus), auf dem Scheiterhaufen verbrannt (Jan Hus), oder aber zeitgemäß erschossen (Kennedy, Herrhausen). Nicht umsonst hatte ich einleitend geschrieben:

        „Es ist eine Geschichte von Macht, Ausbeutung und Unterdrückung. Der Klassenkampf hat nie geendet, wir wurden lediglich in einer vergangenen Phase der Sozialen Marktwirtschaft temporär sediert.“

        Bereits im März letzten Jahres hatte ich auf die massiven Widerstände bei der Einführung eines zentralbankfinanzierten Bürgergeldes hingewiesen und hatte dabei auch Ann Pettifor verlinkt:

        „Die Einführung einer Citoyage hat sowohl intellektuelle aber vor allem auch massive lobbyistische Widersacher, die insbesondere über den wissenschaftlichen und medialen Mainstream massiven Einfluss auf eine Diskreditierung dieser Idee ausüben. Vorläufiger Höhepunkt war ein monetäres Denkverbot, das in guter mittelalterlicher Inquisitions-Tradition vom Hüter des Heiligen Gral jüngst ausgesprochen wurde. https://zinsfehler.wordpress.com/2015/03/23/die-citoyage-keynesianischer-monetarismus-als-ordnungspolitisches-korrektiv/

        Fortsetzung folgt (zu viele Links)

      • Michael Stöcker - 23. Januar 2016

        Ich kann so etwas – wie jetzt hier in diesem Blog – aber nicht in ein Papier hineinschreiben, da der normale Bürger sich so etwas gar nicht vorstellen kann; auch nicht der einfache Parlamentarier. Wenn ich also gleich mit der Tür ins Haus falle, dann werde ich kaum ernst genommen, sondern in die VT-Ecke gestellt. Zu lautes Poltern ist nicht zielführend. Hier noch ein Link, der die Kennedy-These stützt: https://www.youtube.com/watch?v=_sJzPDOUvZE. 1963 wurden das letzte Mal United States Notes herausgegeben: http://www.oldcurrencyvalues.com/1963_five_dollar_bills.html

        Das zweite große Megathema (Energieverbrauch/Klimawandel) hatte ich übrigens ebenfalls adressiert und wird ebenfalls Bestandteil meiner Lösungsvorschläge werden.

        Bei der FAZ bin ich übrigens seit einer Woche gesperrt; ebenso wohl auch im Herdentrieb, aber noch nicht bei der ZEIT generell: http://think-beyondtheobvious.com/stelter-in-den-medien/grosse-depression-in-zeitlupe/#comment-16406

        LG Michael Stöcker

        • Georg Trappe - 23. Januar 2016

          Hallo Herr Stoecker,

          gut, dann verstehen wir uns besser als ich gedacht hatte. Und ich halte Ihnen die Daumen, dass Sie mit Ihrem eloquenten Vortrag der Dinge weiter kommen als ich mit meinem Poltern. Und ich bitte um Verstaendnis, wenn sich meine Eloquenz angesichts der juengsten Entwicklungen und nach jahrlangem Zermuerbungskrieg verschlissen hat.

          Mit freundlichen Gruessen

          Georg Trappe

  • roland - 23. Januar 2016

    Ein Gutes hat die Nullzinspolitik :

    Die Theorie von Gesell hat den Praxistest nicht bestanden und landet auf dem Theoriemüll der Geschichte.

  • Eurelios - 23. Januar 2016

    Crash oder kein Crash diese Frage ist sollte man nicht im Großen stellen.

    Es ist doch so das man diesen Crash herunterschrauben sollte auf die
    einzelnen Menschen bzw Familien. Diese werden durch unser Geldsystem
    für die über 80% der Menschen immer zahlreicher. Weil die Masse eben
    sehr träge ist dauert es deswegen auch so lange bis ein kritische Zustand
    erreicht wird das es den 19% gefährlich werden könnte. Die restlichen 1%
    trifft es nicht die sind immer aussen vor. Wenn dann tatsächlich der
    Kipppunkt in kürze erreicht werden sollte wird er durch Kriege wieder gestoppt.
    Wir sind ja zur Zeit fleißig dabei solche auszulösen um unser Geldsystem
    wieder zu retten.

  • Michael - 23. Januar 2016

    Der Ansatz ist schon ganz richtig. Nur, die Werte scheinen nicht zu stimmen. 2015 meldeten die Schweizer neue Allzeit-Rekorde bei M&A in den USA. NUR die zählen. Auf die beziehe ich mich weiter. Die Aktienrückkäufe sinken, die Wertpapierkredite auch und diverse “Ölscheichs” werden ihre Reserven teilweise verkaufen. Die Unternehmensgewinne sind zwar seit Jahren “besser als erwartet”, aber trotzdem oft schlecht. Die Börsen werden von Geld getrieben. Nicht von fiktivem “Geld”. Die MSCI-Indizes weltweit zeigen bis auf wenige kleine Länder solide Abwärtstrends. Wenn man davon ausgeht, dass die Indizes in $ und in der Landeswährung nicht allzu unterschiedlich sein sollten, gibt es noch viel Potenzial nach unten. Beim DAX hilft ein Vergleich mit dem MSCI Deutschland in € vielleicht weiter. Oder ein Vergleich zwischen Kurs- und Performance über 10 Jahre. Die Zentralbanken sind nicht die Retter, sondern die Ursache des Debakels.

    Aus diesem Blickwinkel scheint der Artikel nicht so gelungen. Die wirklichen Experten, nicht Ökonomen, sondern Börsianer, gehen davon aus, dass FED die Zinsen nicht mehr anhebt, sondern 2016 konstant lässt und erwarten ein etwas schwächeres BIP-Wachstum. Eine Baisse muss keineswegs mit einem Crash enden und sie hängt auch nicht zwingend mit Rezessionen zusammen.

    • SLE - 24. Januar 2016

      Hallo Michael,

      zum M&A-Geschehenhabe ich in diesem Post keine Zahlen gebracht, sondern nur die Zeitabschnitte steigender M&A-Volumina (Wellen) in dem Chart abgetragen. Die Prozent-Skala bezieht sich auf den Anteil der US-Top-Einkommen am gesamten Einkommen.

      Einen Chart mit den Daten zur Entwicklung der M&A-Volumina (Basis sind Daten von Thomson Reuters) habe ich in einem früheren Aufsatz gebracht. Hier der Link zum Chart:

      http://2.bp.blogspot.com/-utwsB01kjQw/VpP7uj6o5JI/AAAAAAAAAjc/GdnsAV_MGP8/s1600/SLE%2B04_TR_Volumen%2Bangek%2BM%2526A%2Bweltweit%2Bin%2BUSD%2B1990-2015.png

      Richtig ist natürlich, dass die M&As in den USA am wichtigsten sind. Sie haben auch mit Abstand das größte Volumen. Es ist im Übrigen ja auch so, dass die Reichsten in den USA mit Abstand am meisten vom Wachstum des globalen Privatvermögens der letzten Jahre profitierten.

      Grüße
      SLE

      • Stepe - 24. Januar 2016

        Hallo SLE,
        gibt es solche Statistiken auch für einzelne Nationen oder nur wie die Vorliegende.
        Wenn ja, wo kann ich die Finden?
        danke

        Gruß Stepe

        • SLE - 24. Januar 2016

          Hallo Stepe,

          natürlich, die gibt es. Thomson Reuters liefert hierzu detaillierte Daten. Ich habe sie nur nicht länder- oder regionen-spezifisch ausgewertet, weil es für die Darstellung des Zusammenhangs zwischen Einkommens-, Unternehmenskonzentration und Börsencrashs nicht hilfreich gewesen wäre.

          Aber wenn es Sie interessiert – hier der Link zum letzten M&A-Report:

          http://dmi.thomsonreuters.com/Content/Files/4Q2015_Global_MandA_Financial_Advisory_Review.pdf

          In der Tabelle auf Seite 3 finden Sie die länder-spezifischen Aufschlüsselungen.

          Grüße
          SLE

          • Stepe - 25. Januar 2016

            Besten Dank

  • sadoma - 23. Januar 2016

    Crash oder Nicht-Crash spielt keine Rolle. Ich kann hier nur Holly01 zitieren (da seine besten Aussagen oft in seinen zu langen Texten untergehen).

    “Interessant wird es sein, zu beobachten, wie die Konzentration der Märkte und der Vermögen weiter geht.“
    Es wird also auch interessant sein zu sehen, wie Gesellschaften damit umgehen.
    Bürgerkriege?
    Staatliche Repression?
    Verarmung?

    Die derzeit kollabierenden Staaten in Nord-Afrika sind da schon ein Vorgeschmack. Die Eliten werden so lange Ihre Position behaupten bis Guillotinen aufgebaut werden. Die neuen Eliten der Zukunft wissen dass natürlich auch und werden sich rechtzeitig an die neuen Nach-Revolutionären Machtverhältnisse anpassen. Es wird erst dann richtig spannen wenn sich mehr als 10% der heutigen Eliten kritisch äußern (zur Zeit schätze ich die Zahl auf 0,1%). Der gesamte Umbruch-Prozess wird sicherlich einige Jahrzehnte andauen.

    Lokale Kriege?
    Terror, durch Gladio, Einzelpersonen, Gruppen?“

    • Stepe - 24. Januar 2016

      Hallo,
      ich könnte mir vorstellen das die Flüchtlingsbewegungen wie in den USA, Mexiko – USA und Naher Osten, Nordafrika in die EU ein großes Problem sein könnte. Was da in den Startlöcher hockt, Russland, Ukraine usw. wir ja noch nicht gedacht.
      Entweder ist es aus mit Moral und Humanismus oder es wird brutal. das wirkt dann auf das inner zurück. Frankreich will die “Terroristenverfügungen” nicht mehr zurück nehmen und sie in den Alltag integrieren.
      Die Wirtschaftlichkeit der EU spielt da schon ein Rolle. Die Flüchtlinge nach Deutschland haben doch “Problem” die vor den Flüchtlinge da waren wieder aufgezeigt.
      Der Crash ist nicht so tragisch wenn es noch Möglichkeiten gibt wie bisher, aber da ist alles ausgeschöpft. Da sehe ich das Problem, das bei kleinen “Verwerfungen” die Zündung für einen Knall liegt.

      Gruß Stepe

  • sadoma - 23. Januar 2016

    wir haben uns die Zeit in die wir hineingeboren werden ja nicht augesucht, wir sollten daher auch nicht verzagen oder verzweifeln und die Dinge mit etwas Humor nehmen. Wir alle hier im Forum wurden ja zumindest auf der materiellen Sonnenseite des Globus geboren

    Für den Humor empfehle ich den jüngsten Egon W. Kreutzer Artikel:

    Wachstum in der Geldfälscherbranche: http://egon-w-kreutzer.de/003/tk160122.html

    • Michael Stöcker - 23. Januar 2016

      Hallo sadoma,

      danke für den Link. Bei meinem Vorschlag (Citoyage) wird die EZB übrigens ebenfalls zum Geldfälscher; allerdings zu einem legalen, da monetäre Bürgerfinanzierung eindeutig nicht verboten ist. Monetäre Staatsfinanzierung hingegen schon. Und im Falle Irlands wurde gegen die bestehende Rechtsordnung verstoßen, da Art. 123 AEUV eindeutig ist. Wie lange es noch dauert, das hängt von uns allen ab. Jeder kann hier seinen kleinen unscheinbaren Schmetterlingsbeitrag zur Aufklärung leisten. Leicht verständlich ist für alle die Arte-Doku von Harald Schumann: https://www.youtube.com/watch?v=dwMcfKpCifk

      LG Michael Stöcker

  • JL - 23. Januar 2016

    Die Börsen an sich spiegeln nur noch im Trend realwirtschaftliche Zustände wieder. Dort wird nicht nur spekuliert und manipuliert, dort entscheiden auch Computerprogramme im Millisekunden- Takt ob es nach Norden oder Süden geht. Und gibt es frisches Geld über QE geht’s auch wieder mit der Fieberkurve nach oben.

    Aber eines stellen die Börsen schon dar, den Verdrängungswettbewerb. Am besten kann man dies am Ölpreis festmachen (aber auch bei Industriemetallen). Hier will man geradezu eine Marktbereinigung erzwingen, mit dem „erfreulichen“ Nebeneffekt andere Staaten auch noch destabilisieren zu können/ wollen (Lateinamerika).
    Hier wird also realwirtschaftlich versucht, mittels Crash anderer Monopolstellungen zu bewahren oder auszubauen. Üblicher Weise nennt man dies dann Wirtschaftskrieg.

    Dies wird zu realwirtschaftlichen Krisen in den verschiedensten Branchen und Regionen/ Ländern führen und die sozialen Gegensätze verschärfen. Im Gegensatz zu früheren Krisen (z. B. 1929) wird allerdings diese Rezession nicht wesentlich auf die federführende Finanzindustrie übergreifen, schlicht weil es zu Neuauflagen/ Weiterführung der QE- Programme kommen wird, die dies verhindern. Und hier sind die Amerikaner, Japaner und die EU finanzpolitisch (noch) klar im Vorteil. Der Rest der Welt verbrennt Geld.

    Diese zu erwartende Entwicklung wird die Globalisierung in real- und finanztechnisch getrennte Wirtschaftsblöcke teilen.

    Erst dann gibt es den richtig großen Crash- so meine Meinung.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

    • Georg Trappe - 24. Januar 2016

      Hallo JL,

      es geht immer um Monopolstellungen = Machtbasen. Die Machtbasis der saudischen Scheichs ist das Oel. Sie verkaufen es gegen gruen bedrucktes Papier und Machterhalt/-sicherung von den USA. Die Machtbais der deutschen 1% ist eine hyperproduktive Industrie und sie verkaufen die Ergebnisse deutscher Arbeit gegen gruen bedrucktes Papier und Machterhalt/-sicherung von den USA. Und so wie die USA ihre saudiarabischen Vasallen unter Kontrolle halten, indem sie Konflikte in der Region endlos am koecheln halten (denn sonst braucht man ja keine Schutzmacht) so tun sie das auch wieder mit den deutschen/europaeischen Vasallen. Die Vereinigten Staaten von Europa waren aus amerikanischer Sicht nie dazu gedacht eine selbstaendiger und unabhaengiger Konkurrent zu werden.
      Schon garnicht einer der tiefe wirtschaftliche Verbindungen mit Russland entwickelt oder eine konstruktive Entwicklungspolitik mit Nordafrika betreibt (z.B. DESERTEC). Das will man nicht, weil Unabhaengigkeit das Geschaeft der Schutzgelderpressung obsolete macht. Daher Ukraine und der Fruehlingsausbruch in Nordafrika. Sehr aehnliches gilt in Asien fuer Japan und Suedkorea. Das ist das sinistere Spiel einer US Finanzoligarchie die die Abkuerzung M-M’ (finanztechnischer Wirtschaftsblock) fuer sich entdeckt hat und alle anderen auf den “Umweg” M-C-M’ (realwirtschaftlicher Wirtschaftsblock) zwingt bzw. zwingen will. Nur die Chinesen haben die Stirn diesem Treiben etwas entgegen zu setzen, indem sie es in einem nie dagewesen Ausmass mitspielen und soviel US M anhaeufen, das sie damit eine eigene Bank gruenden koennen, die glaubwuerdig Kredite in US$ vergibt, ohne eine US Bank zu sein. Und das ist eine Herausforderung/Frechheit auf die man in den USA keine Antwort weiss. Als man in Japan soweit war, dass man mit den angehaeuften US$ und US Treasuries haette eine glaubwuerdige Bank gruenden koennen geschah dort etwas sehr Merkwuerdiges (Princess of the Yen). Und. man versucht auch im Falle Chinas diese Merkwuerdigkeit ins Spiel zu bringen. Ob die Chinesen ihre Hausaufgaben gemacht haben und diesem zu erwartenden Schachzug etwas entgegenzusetzen haben bleibt abzuwarten. Die westliche Welt spaltete sich also in Finanzparasiten, den Zuhaeltern/Vasallen, deren Machtbasis das Realkapital ist und den arbeitenden Lohnsklaven. Und einem China, das auf einem hoch interessanten Weg ist, indem es intern die gleiche Mechanik anwendet aber extern sehr viel unternimmt, um sich von der Dominanz der anglo amerikanischen Finanzoligarchie zu befreien.

      Viele Gruesse

      Georg Trappe

      • SLE - 24. Januar 2016

        Hallo Herr Trappe,

        was China anbelangt, so ist mein Eindruck, dass sich die US-amerikanische und die britische Finanzindustrie ums China-Geschäft streiten und gegenwärtig in der Tat die Briten die Nase vorne haben. Sie helfen den Chinesen auch massiv dabei, den Renminbi zur Weltwährung aufzubauen oder anders ausgedrückt den Leitwährungsstatus des Dollars zu unterminieren.

        Die Briten waren auch die ersten Europäer, die sich entschieden haben, Gründungsmitglied der von China vorangetriebenen Asiatischen Entwicklungsbank (AIIB) zu werden. Mit anderen Worten sägen sie leise, aber kräftig am Stuhl der USA.

        Grüße
        SLE

        • Georg Trappe - 24. Januar 2016

          Hallo Herr Dr. Eichner,

          die Finanzoligarchen sind immer dabei. In China, Europa egal wo. Und sie spielen das Spiel immer von zwei Enden. Sie “helfen” und installieren gleichzeitig Sollbruchstellen. Siehe GS in Griechenland. Und worauf die “guten Beziehungen” der CoL zu China zurueck gehen habe ich ja an anderer Stelle schon mehrmals erwaehnt. Siehe Ostindien Kompanie und Opium Kriege. Das ist in China nicht vollstaendig vergessen. Und es gibt dort Fraktionen, die sehr argwoehnisch beobachten wenn Briten diese Beziehungen aus alter Zeit nutzen, um sich in eine fuer ihre Interessen guenstige Position zu bringen. Sie haben ja vor laengerer Zeit auch schonmal ueber die Machtkaempfe innerhalb der chinesischen Fuehrungsmannschaft geschrieben und da spielten Kontakte zu britischen Bankern/Geschaeftsleuten eine Rolle, wenn ich mich richtig erinnere.
          Das Spiel der Banker ist heimtueckisch. Sie benutzen die Gier um mit billigem Geld geschoepft aus dem Nichts irgendetwas aufzublasen um es dann, wenn es notwendig ist per Zinserhoehung und Kreditrueckruf einstuerzen zu lassen. Und an beidem wird nicht nur verdient sondern man pickt sich dann nach einem Crash die Juwellen aus dem Truemmerhaufen raus und eignet sich diese an. Es ist immer das selbe dreckige Spiel, dem sich anscheinend keiner entziehen kann oder will.

          Viele Gruesse

          GT

      • JL - 24. Januar 2016

        Hallo Georg

        „ Und einem China, das auf einem hoch interessanten Weg ist, indem es intern die gleiche Mechanik anwendet aber extern sehr viel unternimmt, um sich von der Dominanz der anglo amerikanischen Finanzoligarchie zu befreien…“

        Die entscheidende Frage ist also, wie kann ich eine Währungsmacht knacken (Dollar) ohne wesentliche Verluste zu erleiden.

        Die Antwort darauf ist einfach.
        Ich gründe eine Bank mit dem Kürzel AIIB und vergebe Dollars mit minimalen Zinsen und bekomme hinterher einen sich entwickelnden Markt in Yuan.

        Die nächste Frage ist also. Wenn der Dollar zukünftig zunehmend Wertlos wird (Vertrauen), da man ihn nicht mehr benötigt, was ist dann ein Yuan wert?

        ???

        Eben, da man mit nichts aber keinen Wirtschaftsraum schaffen oder erhalten kann, muß man dem Geld zukünftig wieder einen Wert hinterlegen um ihn zu entwickeln. Übrigens: Der größte Parasit ist wertfreies Geld. War so, ist so, bleibt so.

        Der Rest an Politik und Krieg ist nur versuchter Machterhalt um den Dollar- also für nichts.

        Mit freundlichen Grüßen

        JL

        • Georg Trappe - 24. Januar 2016

          Hallo JL,

          die Sache mit dem Wert des Geldes bzw. einer Hinterlegung von Wert in Form von Sicherheiten, Gold oder was immer es ist, ist etwas was die Akzeptanz oder besser der abgoettischen Liebe zum Geld helfen soll. Geld ist intrinsisch Null wert. Darueber muss man mit viel TamTam und Buhei hinwegtaeuschen. Ich nenne das die Veredlung zur Umlauffaehigkeit. Wenn es mal akzpetiert wird dann ist Geld eine Forderung gegen die Allgemeinheit. Ich kann damit alles kaufen was Angeboten wird und Geld als Zahlungsmittel akzeptiert. Ein weiteres wichtiges Element zum Aufbau und Erhalt der Akzeptanz=Veredlung zur Umlauffaehigkeit ist die Erhebung von Steuern durch den Staat in Geldform. Denn damit ist jeder gezwungen, der in legaler Weise am wirtschaftlichen Leben teilnehmen will, entweder bei den Masters of the Universe Geld, das diese aus dem Nichts schoepfen zu leihen oder fuer Geld zu arbeiten bzw. bestehendes Realvermoegen zu verkaufen. Das ist dann Alternativlos. Wenn so also Akzeptanz hergestellt ist, dann ist Geld wie gesagt eine Forderung gegen die Allgemeinheit und damit ein perfektes Fuehrungs – und Lenkungsinstrument. Damit lassen sich dann (Arbeiter)Heere aufstellen und bezahlen. Und es ist in der Hand derer die das Geld bereitstellen zu bestimmen, in was die Arbeit dieser Heere fliesst. Und damit bekommt Geld dann auch einen intrinsischen Wert, der darin besteht, dass Menschen so zur Kooperation bewegt und koordiniert, Aufgaben bewaeltigen koennen, die Einzelne nie bewaeltigen koennten. Diese organisatorische Kraft mittels Geld viele Menschen zu koordinierter Arbeit bewegen zu koennen liefert einen intrinsichen Wert aus der Funktion des Geldes als Fuehrungs- und Lenkungsinstrument. Keiner kann sich mehr vorstellen seinen Lebensunterhalt alleine mit seiner Familie auf einem Stueck Land zu erarbeiten. Alle sehen die Vorteile so organisierter Arbeit und unterwerfen sich so der Macht des Geldes, wohl wissend, das da ordentlich was abgezwackt wird.
          -
          Das Problem ist aber das beim staendigen Wiederholen dieses Erfolgsrezepts des “Investierens” Konzentrationsprozesse ablaufen. Das funktioniert nicht immer gleich gut und vor allen Dingen ueber die Poulation der Unternehmeungen nicht homogen. Die Renditen streuen. Un das reicht aus um ueber einen laengeren zeitraum die Probleme zu verursachen, die wir hier immer wieder diskutieren.

          Viele Gruesse

          Georg Trappe

  • Traumschau - 23. Januar 2016

    Danke SLE!
    Wenn ich das richtig verstanden habe, dann haben wir ein massives Nachfrageproblem. Die Notenbanken können und werden das Problem nicht lösen (hätte man das nicht auch von Japan lernen können?)! Es ist eigentlich ein gigantischer Betrug, der uns als “Rettung” verkauft wird. Die Frage die sich mir stellt ist, ob das mit Absicht gemacht wird? Die neoliberale Lohnsekung, der Austeritätskurs in den Krisenstaaten, der IWF mit seinen “Rettungsprogrammen” auf der ganzen Welt. Es ist doch ein und dieselbe Grütze, die nachweislich noch nie funktioniert hat (sondern nur die Abwertung der jeweiligen Währung). Also, was soll das alles? Verstehen diese Leute nicht, dass die Menschen auch das Geld haben müssen, um die hergestellten Produkte auch kaufen zu können (um mal innerhalb des Systems zu bleiben)? “Autos kaufen keine Autos” wußte schon H. Ford.
    Nun, ich denke sie verstehen das schon. Also was soll das alles?
    Nun, da ich ja ein bekannter Verschwörungstheoretiker bin, denke ich, man will u.a. über den ökonomischen Hebel eine Neue Weltordnung etablieren. Die Krisen müssen mehr werden, größer werden … bis alle die Schnauze voll haben, entnervt aufgeben und sich einem (faschistischen) “Masterplan” unterwerfen (“bitte, bitte, macht was ihr wollt, aber macht das es aufhört …”).
    Ist jemand vielleicht in der Lage, die zahlreichen sich überlagernden Krisenmomente noch zu benennen? Es ist ganz schön unübersichtlich geworden, nicht wahr? Es ist egal, was man betrachtet – überall sieht man nur einen Haufen Sch….!
    Tja, wir leben in spannenden Zeiten! Wollen wir mal hoffen, dass wir diese auch unbeschadet überstehen. LG Traumschau

    • SLE - 24. Januar 2016

      Hallo Traumschau,

      Ihre Frage, “Was soll das alles?”, lässt sich m.E. eigentlich leicht beantworten. Die USA haben sich längst bis über die Halskrause verschuldet, wobei der Leitwährungsstatus des Dollars und die Tatsache, das Öl und die meisten Rohstoffe in dieser Währung gezahlt werden, sehr hilfreich ist. Die Schuldengrenze wird immer weiter angehoben. Die Fed hat Geld en masse gedruckt. Aber die US-Konzere und die Reichsten in den USA sind die großen Gewinner der turbulenten, von Krisen gekennzeichneten letzten Jahre. Was wir da wahrnehmen, ist also gemessen an den Fakten ein riesiger Umverteilungszirkus. Und der funktioniert ganz ausgezeichnet – bis jetzt. Und das mag, wenn hinterher die Trümmer des Systems aufgefegt werden müssen, sehr hilfreich sein.

      Grüße
      SLE

      • Traumschau - 24. Januar 2016

        Hallo SLE,
        jau, die wohl gigantischste Umverteilung von unten nach oben in der Geschichte der Menschheit!
        Du schreibst: “Und das mag, wenn hinterher die Trümmer des Systems aufgefegt werden müssen, sehr hilfreich sein.”

        Inwiefern ist das hilfreich, und für wen? Für die breite Masse wird es m.E. wohl ein Desaster, für die Eliten sehe ich eher ein unfreiwilliges “Massensterben” voraus …

        Naja, es “entwickelt” sich.
        Grüße
        Traumschau

  • Michael Stöcker - 24. Januar 2016

    Nun auch Bill White:

    Mr White said the Fed is now in a horrible quandary as it tries to extract itself from QE and right the ship again. “It is a debt trap. Things are so bad that there is no right answer. If they raise rates it’ll be nasty. If they don’t raise rates, it just makes matters worse,” he said.

    There is no easy way out of this tangle. But Mr White said it would be a good start for governments to stop depending on central banks to do their dirty work. They should return to fiscal primacy – call it Keynesian, if you wish – and launch an investment blitz on infrastructure that pays for itself through higher growth. http://www.telegraph.co.uk/finance/financetopics/davos/12108569/World-faces-wave-of-epic-debt-defaults-fears-central-bank-veteran.html

    Den 1 % geht so langsam der Ar… auf Grundeis. Aber: Keynesianismus ist nur die second-best Lösung! Man nimmt ein wenig Druck aus dem Kessel, damit dann das alte Spiel weiter laufen kann. Das sollten wir nicht zulassen: https://zinsfehler.wordpress.com/2016/01/19/die-krise-des-kapitalismus/comment-page-1/#comment-380

    LG Michael Stöcker

    • Holly01 - 24. Januar 2016

      Infrastruturoffensive bedeutet auch nur, daß die Gesellschaften den Investoren dei Vorleistungen bezahlen.
      Wir haben eine Nachfragelücke. Das heißt, die Menschen müssen Geld in die Hand bekommen, um Waren nachfragen zu können.
      Das Problem ist: Wie schützen Sie eine Gesellschaft davor, daß die Nachfrage von Aussen bedient wird, die Kaufkraft also Produktion dort erhält und fördert, wo die Käufer das Einkommen für die nachfrage nicht verdienen (können)?
      DAS ist das uramerikanische Problem. Warenimport ohne Gegenleistungen, weil die nicht (mehr) fähig sind eigene Produktionen effizient zu betreiben.
      Antwort: Protektionismus
      Exakt das tun die USA auch. Das ist diese storyline mit diesen willkürlichen Rechtsakten gegen ausländische Firmen.
      Politisch sind Einfuhrzölle keine Option, also holen die sich das Geld auf der juristischen Schiene.
      Alle Anderen müssen mehr oder weniger dafür sorgen, das ihre Handelsbilanzen halbwegs ausgeglichen sind und dazu halt die Kosten staatlich drauf legen, die dazu nötig sind.
      … und die Auseritätspolitik versucht eigentlich nichts anderes, die Macher sind nur ganz erbärmliche Stümper in ihrem Job. Es fehlt auch der zweite Teil, dei Leute müssen die produzierten Waren auch verkonsumieren können.
      Dazu fehlt eine effektive Konsumlenkung. Das heisst die gesellschaftliche Diskussion dazu was überhaupt in welchem Umfang sinnvoll ist und was welche Folgen hat.
      Das Migration aus Afrika eben auch darauf beruht, daß man in Schland ein zig faches als H4 selbstverständlich konsumiert, von dem was jemand in einem 3. Welt Land überhaupt zu sehen bekommt.
      Und da sind wir dann im heiklen Fahrwasser, in dem keine Partei segeln will. Das bringt erst mal wenig Begeisterung beim Wähler.

    • SLE - 24. Januar 2016

      @ Michael Stöcker

      Keynesianismus kann auf überwiegend ausgereiften und gesättigten Märkten, die jeweils von nur noch ein paar sehr großen Konzernen dominiert werden, nicht funktionieren. Es wäre Futter für die Dinosaurier. Er ist m.E. also nicht einmal die zweitbeste Lösung. Er ist angesichts der wirtschaftlichen und marktstrukturellen Gegebenheiten gar keine Lösung. Shinzo Abe versucht es ja damit bereits seit seinem Amtsantritt in Japan. Erreicht hat er so gut wie nichts.

      Grüße
      SLE

      • Michael Stöcker - 24. Januar 2016

        Es ist besser als Nichts! Zumindest ist Japan nicht abgestürzt. Aber genau wegen Ihrer Argumente plädiere ich für ein zentralbankfinanziertes Bürgergeld, das bei mir Citoyage heißt (Seigniorage für den Citoyen). In gesättigten und oligopolisierten Märkten ist der Cantillon-Effekt eben noch höher und der Trickle-down-Effekt tendiert gegen Null.

        LG Michael Stöcker

  • Jörg Buschbeck - 24. Januar 2016

    @Herr Stöcker

    aus Ihrem Text:

    1.2. URSACHEN DER KAPITALISMUSKRISE

    Zur Systemerhaltung braucht jedes System eine äußere Antriebskraft1
    Bei der Erde ist es die Sonne, im Kapitalismus ist es das potentielle Marktwachstum. Solange das Wachstumspotential ausreichend hoch ist, gibt es immer Unternehmer, die ihre Marktchancen nutzen werden.

    Unternehmer brauchen nicht unbedingt Wachstum – sie brauchen Gewinnerwartung gegenüber Geldhaltung, um lieber zu investieren. Und gleiches gilt für Nichtunternehmer, die sich als Selbstinvestoren statt als Guthabensünder betätigen sollen.

    @alle, die eine Guthabenbremsen-Lösung nicht sehen WOLLEN.
    Deshalb ist eine Sanktionierung von Geldhaltung sehr wohl der Weg, dieses Systemproblem zu lösen. Natürlich sollte zusätzlich eine sinnvolle Steuerung der Investition über das Steuerrecht vorgenommen werden. Für eine nachhaltige cradle to cradle Wirtschaft muss ausreichend viel investiert werden, aber diese muss sich eben durch Steuern auf Naturverbrauch auch rechnen.

    • Michael Stöcker - 24. Januar 2016

      Lieber Herr Buschbeck,

      wir sind uns einig, dass der Kapitalist nicht an realem Wachstum interessiert ist, sondern ausschließlich an monetäre Größen. Von daher hatte ich ja in meinem Papier geschrieben: „Ohne Wachstum fehlt jedoch die Antriebskraft des Kapitalismus. Diese Antriebskraft ist nicht so sehr der kreative Unternehmer, sondern die Verwertung seiner Ideen in Form einer monetären Mindestrendite. Oder einfach ausgedrückt: Der typische Kapitalist möchte aus Geld mehr Geld machen. Die von ihm erbrachten Güter und Dienstleistungen sind hierbei nur Mittel zum Zweck.“ https://zinsfehler.files.wordpress.com/2016/01/die-monetaere-krise-des-kapitalismus.pdf Seite 2).

      Nun fragte ich mich aber, warum Sie diese monetären Größen auch noch zu Lasten der 99 % vernichten bzw. den 1 % zuschieben möchten (via Gewinne der EZB, die dann an den Finanzminister überwiesen werden und dank guter Lobbyarbeit… Stichwort: Cantillon)??? Glauben Sie zudem etwa allen Ernstes, die 1 % sind noch groß in Cash investiert? Die haben sich doch schon die realen Assets unter den Nagel gerissen (nicht nur Griechenland wird filetiert).

      Ich bin ja ganz auf Ihrer Seite, wenn es um die Reaktivierung der GRV geht. Aber wieso wollen sie die Bürger mit Ihrem Vorschlag in den Konsum drängen? Die Reichen konsumieren eh schon zu viel und die Armen haben nicht einmal das nötige Kleingeld für einen Zoobesuch mit den Kindern. Insofern ist Ihr Vorschlag saldenmechanisch durchaus stringent, lässt aber die 99 % außen vor. Zudem gilt immer noch die biblische Weisheit: Geben ist seliger denn Nehmen. Mein Vorschlag wird (noch) an den 1 % scheitern, Ihr Vorschlag an den 99 %. Oder um mit E. H. zu sprechen: Vorwärts immer, rückwärts nimmer. Zumindest das hatte er begriffen.

      Rechnen tut sich übrigens fas alles, wenn die notwendige Antriebsenergie im Kapitalismus vorhanden ist. Die Frage ist allerdings, ob wir das auch so wollen.

      LG Michael Stöcker

  • Dr. Seif - 24. Januar 2016

    Wir haben es nicht mit einer Systemkrise zu tun, sondern haben die Grenze der nachhaltigen produktiven Leistungsfähigkeit des Planeten Erde überschritten.
    Alle geldpolitischen Maßnahmen lösen dieses Problem nicht, genauso wie gesellschaftspolitische Maßnahmen. Es wird immer nur der Verteilungsschlüssel geändert!
    Durch massiven Raubbau an der Natur wird eine temporäre Wohlstandsillusion erzeugt, die in Anbetracht von z.Z. 85.000.000 zusätzlichen Menschen jährlich immer größere Risse bekommen muss. Der “Kuchen” bleibt also gleich, die Anzahl der “Gäste” nimmt zu, das “Küchenstück” für den Einzelnen wird folglich kleine = der individuelle Wohlstand des Einzelnen nimmt im Durchschnitt ab = Verarmungstendenz.
    Der Wohlstand des einzelnen Menschen kann nur steigen durch: 1. eine bessere Verteilung der Güter 2. technische Innovationen 3. Bevölkerungsreduktion.
    An Punkt 1 setzen die von euch diskutierten Maßnahmen an, dieser Punkt kann aber keine Heilung bringen, sondern nur Linderung schaffen.

    • Ert - 24. Januar 2016

      Hallo Herr Seif,

      sehr gute Punkte/Argumente.

      Ich denke das sich dazu noch ein 4ter Punkt gesellt: Die Nettoenergie (bez. genauer Exergie) die dem Gesamtsystem zur Verfügung steht. Dabei ist das Netto ganz wichtig (in Bezug auf das EROI, also den Erntefaktor). Denn oft wird vergessen das ein (aktuell steigender) Teil der Bruttoenergie (z.B. von ca. 90 Millionen Barrel Öl/Tag) auch wieder in die (zukünftige Sicherstellung) Förderung investiert werden muss – also Netto immer weniger übrig bleibt.

      Mit genügend günstiger bzw. folgenloser (meint: Ohne Umweltverschmutzung) Energiebereitstellung hätten wir noch ein paar mehr Möglichkeiten das Spiel auszudehnen – aber irgendwann würde auch der Energieverbrauch von faktisch “freier” Energie auf diesem Planeten an seine Grenzen stoßen (Stichwort: Abwärme).

      Insofern bin ich bei allen Theorien und Möglichkeiten immer bei Ihrem Punkt 3 gelandet: Weniger Menschen auf diesem Planeten – so das Biosphäre und andere Arten noch eine Chance behalten. Beachten wir dieses als Spezies nicht, so entziehen wir uns lang- bzw. mittelfristig selber die Existenzgrundlage.

    • SLE - 24. Januar 2016

      Hallo Dr. Seif,

      ich sehe Ihre Argumente. Trotzdem denke ich, wir haben eine Systmkrise. Die Tauschwirtschaft oder eben Marktwirtschaft funktioniert prinzipiell schon. Man könnte selbstverständlich auch die Endlickeit der natürlichen Ressourcen dabei berücksichtigen. Nur wird es nicht gemacht – so wie vieles andere auch nicht berücksichtigt wird. Das ist eine Folge politischen Handelns.

      “Wirtschaftssystem” ist – in unserem Fall – der Begriff für die konkrete Ausprägung des marktwirtschaftlichen Settings. Dazu gehören die verfolgten Ziele, die Institutionen einschließlich der Politik. Eine Garantie, dass “die Marktwirtschaft” funktioniert, d.h. alles immer wieder von selbst ins Gleichgewicht kommt, gibt es nur innerhalb der neoklassischen Wirtschaftstheorie bzw. in der Modelltheorie. In der Realität gibt es die definitiv nicht und das ist eine Frage des Wirtschaftssystems. Die aktuellen globalen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und Umwelt-Bedingungen sowie die enormen, sich weiter vergrößernden Ungleichgewichte, sind ein Beleg dafür.

      Viele Grüße
      SLE

    • Michael Stöcker - 24. Januar 2016

      @ Dr. Seif und SLE

      Eine verbesserte Güterversorgung mit einem staatlichen Rentensystem bringt automatisch die Geburtenrate nach unten. Und Ressourcen sind genügend vorhanden, solange die Sonne noch scheint. Und wenn die Sonne implodiert, dann wird irgendwann aus dem Chaos eine neues System entstehen. Aber ich glaube, dies sollte uns nicht daran hindern, das heute Notwendige zu veranlassen.

      LG Michael Stöcker

    • Georg Trappe - 25. Januar 2016

      Die Kohaesion innerhalb und zwischen Gesellschaften ist auch eine Resource, die nur endlichen Belastungen standhaelt. Auch die Vernunft, die notwendig ist, eine sachlich fundierte Analyse der Problemursachen und eine darauf aufbauende Problemloesung vorzulegen, scheint nicht im Uebermass vorhanden zu sein. Und aus meiner Sicht ist es interessant zu sehen, dass es diese inneren knappen Resourcen sind, die immer wieder bis zur Erschoepfung strapaziert werden, bevor die externen Engpaesse, wie sie sich aus endlichen Vorraeten an fossilen Brennstoffen oder anderer Bodenschaetzze ergeben, greifen. Alleine die Tatsache, dass die ganzen Diskussionen ueber Geldsystem, Finanzkapital, Austerity etc. eine doch sehr aehnliche ja schon fast an eine Wiederholung erinnernde Ausformung im Vergleich zu den Vorgaengen vor der grossen Depression im vergangenen Jahrhundert haben, laesst mich doch immer wieder mit grossem Erstaunen zurueck.
      Fortschritt, der den Namen verdient, scheint im zentralen Lebensbereich Wirtschaft doch etwas ausserordentlich schwieriges zu sein.

    • Vogel - 26. Januar 2016

      1. + 2. FACK, bei 3. stellt sich allerdings die Frage: Wo ist un ser Platz? Auf dem Dach der Duschanlage in in derselben? Schwierig!

  • Dr. Seif - 24. Januar 2016

    Energie ist zur Zeit nicht das Hauptproblem, wenn man eine damit verbundene Belastung der Umwelt einmal außer Acht lässt: die fossilen Brennstoffe reichen je nach Berechnungsgrundlage noch für 300 bis 1000 Jahre.
    Das zentrale Problem ist die Ernährung. Dank Alkohol, Zucker, Reis und Getreide schaffen wir es zwar die Menschheit kalorisch ausreichend zu ernähren, aber im Bereich Proteine und Nährstoffe haben wir sogar in den Industriestaaten in der Breite eine massive Mangelernährung.

    • Holly01 - 24. Januar 2016

      Das Hauptproblem ist der Hegemon, also die USA, der jedwede Diskussion mit Unsinn aushebelt und erstickt.
      Statt dessen propagieren die Medien die Inhalte, die erwünscht sind.
      Das System stinkt. Die Umsetzung stinkt. Der Verwesungsgeruch steigt mittlerweile selbst den desinteressierten Konsumenten der staatsnahen Medien in die Nase.

      Was wir vor Allem anderen bentigen sidn viel mehr Diskussionen wie diese.
      Was wir vor Allem anderen brauchen sidn zuverlässige Informationen:
      Wie viel ist von der Meeresbiologie noch intakt?
      Wie viel ist von der Landwirtschaft noch leistungsfähig (unter welchen Produktionsbedingungen)?
      Wie weit ist die Wetterlenkung der USA inzwischen wirklich schon aktiv?
      Wie viele Menschen gibt es tatsächlich?

      …. und es wäre wirklich schön, wenn die militärische und industrielle Kriegstreiberei mal eine Zeit lang ausgesetzt würde, damit man eine Willenbildung über die UN oder ähnliche Formate überhaupt einmal anstossen könnte.

      Was wir brauchen ist zuerst einmal Tolleranz, Akzeptanz und der Willen sich gegenseit zuzuhören.
      DAS können wir ja nicht einmal innerhalb Deutschlands.

      Von diesem Trauerspiel mit den Migranten will ich nun garnicht erst anfangen ….

    • Ert - 24. Januar 2016

      Energie ist sicher aktuell nicht das Hauptproblem – aber die sinkenden Erntefaktoren wohl schon. Aktuell subventioniert Kohle mit einem extrem hohen Erntefaktoren sehr viel quer – u.a. auch die Ölförderungsprojekte mit einem EROI unter 7 (was als zivilisatorisches Minimum unseres aktuellen Status-Quo angenommen wird). Ohne billigen Kohlestrom in China, billige Arbeitskräfte mit günstigen Unterhaltskosten (u.a. wegen Kohlestrom) und wenig Nachhaltigkeit in der Umwelt (Raubbau) denn auch keine billigen PV-Pannels.

      Im Nahrungsbereich sehe ich keine Probleme – insb. nicht bei Protein. Der Proteinbedarf wird deutlich überschätzt – selbst die DGE gibt hier 0.8g pro Kg Körpergewicht an, was ohne Probleme mit einer pflanzlichen Ernährung OHNE Leguminosen schaffbar ist. Und diese 0.8g haben noch ein hohes Maß an Sicherheit nach unten (weil ja die essentiellen 8 Aminosäuren nicht gleichmäßig verteilt sind).

      Auch der Mineralstoff und Vitaminbedarf lässt sich einfachst Decken – es dürfen eben einfach keine “leeren” Kalorien gegessen werden – Weissmehl, rafinierte Fette (Öle), raffinierter Zucker, Milchprodukte und Fleisch. Gerade letztere verschlingen >60% der Agrarflächen für einen lächerlichen kalorischen Output der dann noch die ganzen (neu-)zivilisatorischen Krankheiten begünstigt. Die aktuellen wissenschaftlichen und empirischen Daten (der letzten 50 Jahre) sind hier eindeutig.

      Das die aktuelle Agrarwirtschaft, die Boden als Substrat sieht nicht zukunftsfähig ist, weil die Microbiota des Bodens nachhaltig zerstört wird (Dünge- und Pflanzenschutzmittel sowie zu wenig Neuauftrag von Biomasse durch Fruchtfolge, Zwischenfrucht, Mischkultur und Grünbrache) ist ein zusätzliches Problem – was aktuell aber noch nicht limitieren (bezogen auf 7 Milliarden Menschen) wirkt. Denn noch haben wir genug fossile Energieträger um den ganzen Wahn, so wie er aktuell strukturiert ist fortzusetzen.

      • Holly01 - 25. Januar 2016

        Die “Erntefaktoren” sind ja noch die “Erfolgsgeschickte” die man statistisch ausweist.
        Die Böden in den USA sind quasi klinisch tot.
        Die Ernte dort besteht aus Wasser und dem was man zugibt und Volldünger ist biologisch betrachtet, als wenn sie einen Menschen auf Protein und Kohlenhydrate setzen und alles andere weglassen.
        Mit “gesund” hat das mal nichts zu tun. Das funktioniert nur fängt aber schon im Darm mit den sogenannten hochwertigen “Zuckern” an, also da haben wir praktisch nur die Muttermilch als Vollversorger, um im Darm überhaupt die entsprechende Flora aufbauen zu können.
        Wir sind heute mit dem ganzen indurctriellen Müll, den wir Nahrung nennen, an einem Punkt, wo es oft besser (geünder) wäre, den Inhalt wegzuschmeissen und den Plastikbecher zu verkonsumieren.
        Aber, solche Sachen darf man ja nicht aussprechen. Da ist man ja gleich ein Spinner, VT´ler, weltfremd und will den Hasen dei Grundnahrungsmittel wegfuttern.
        Diese ganze Fleischdiskussion, dieser ganze Veganerquark geht ganz klar am eigentlichen Thema vorbei und lenkt ungeheure Energien in Scheindiskussionen.
        Während dessen haben wir eine Bienennotverordnung aber keine politischen Reaktionen, weil die Bienen die Industrie stören und Adipositas wo Menschen immer noch denken, dies läge an zu reichlichem Essen.
        Diese Glutamat, Sirup, Zucker Diskussion zusammen mit der Frage warum man Menschen das “Sättegefühl” per “Futterzusatz” wegnimmt und gleichzeitig Zusätze nutzt, die die Nahrungsaufnahme durch stetiges “Appetitgefühl” anregt und warum das um so häufiger ist, je billiger die Lebensmittel sind, könnte man auch einmal diskutieren.
        Zusammen mit den Zunahmen an Krebs, Lebensmittelallergien, Allergien, Mundhygiene (Zähne) ergibt sich da auch ein Gesamtbild das dafür spricht, das man im Prekariat nicht alt wird und das das kein Zufall ist.
        … und die Leuet wissen das Alles und es macht sie nicht glücklich, so ist der Schritt von einer kritschen Masse zur kritischen Masse (Rebelionsfähigkeit) immer kleiner.
        Auch das gehört zur gesellschaftlichen Diskussion …. wie friedlich sollte unsere Gesellschaft sein und was sind wir bereit dafür zu tun?

        • Holly01 - 25. Januar 2016

          Und da sind diese ganzen politisch unterstützten Exzesse im industrialisierten Geundheitswesen noch nicht einmal angerissen.
          Unsere Gesellschaft läuft bei der vernünftigen Versogung nahe Zusammenbruch und importiert Bedarf.
          Beides ist politsch gewollt.
          Was dieses Dreckspack in den Eliten unserer Gesellschaft an, den Europäern antut und weltweit anrichtet ist mit “unerträglich” nur sehr unzureichend beschrieben.
          Das wird sich noch rächen, weil sich die Menschen rächen werden.
          Terror ist nur ein erster Ausläufer.
          Die “Eliten” werden nie wissen, wann ganz normale Menschen aufhören zu funktionieren, sich umdrehen und die ganz persönlich mit Gewalt attackieren und die werden auch nie wissen wo das passiert, also bei denen Zuhause, auf der Strasse, in der Oper oder beim Essen.
          Völlig alltägliche Menschen werden zu dem Schluss kommen, das sie ein “Zeichen” setzen müßten.
          DAS ist das Endergebniss dieses Weges, dei Amokläufe in den USA sind da nur ein ganz seichter Vorgeschmack.
          Warten Sie mal ab, wenn der Erste in einem Atombnuncker auf einen Knopf drückt, weil der/die meint es wäre nun so unerträglich, das Jemand etwas tun müsse.
          Diese Effekte werden bei immer mehr Konzentration der Produktion auf immer weniger Menschen mit immer mehr relativer Verantwortung auch reziprog zunehmen.
          Nur eine Frage der Zeit bis ein banker keinen “fat finger” hat, sondern den Willen es denen da oben mal so orichtig einzuschenken …. das wird für mcih auch der schwarze Schwan sein, dei völlige Unmöglichkeit eine in sich unglückliche und unzufriedene Gesellschaft noch zu lenken und zu bewirtschaften.

          • Holly01 - 25. Januar 2016

            ……. und da fehlt immer noch die vollständige Unfähigkeit eine Zukunftsperspektive zu formulieren. Wir haben keinerlei Utopien. Wir ersetzen das mit “star trek” oder “star wars” und messen und an “zurück in die Zukunft”.
            Armeseliger kann eine gesellschaftliche Situation kaum noch sein…….

            • Basisdemokrat - 25. Januar 2016

              Wissenschaftler suchen in “bewusst gelebter Schizophrenie” den Exit:
              Ab ca Minute 18:50 wird’s interessant.
              World Brain Doku:

              https://www.youtube.com/watch?v=trh_Zohkodo

              • Holly01 - 25. Januar 2016

                Hallo Basisdemokrat,
                zu solchen Sachen habe ich einen großen Abstand. Für mich klingt das (ohne das ich es nun wirklich beurteilen könnte) zunächst einmal nach dem Versuch Religion zu substituieren.
                Menschen neigen dazu, sich im sekulären Raum verloren zu fühlen und suchen oft einen Halt.
                Dazu bemüht man allerlei Allalogien um etwas größeres, etwas anzustrebendes zu definieren.
                Ich vermisse da immer den Bezug zu dem was Menschen ausmacht, nämlich den Bezug auf DEN Menschen, der jeder von ist, also der Bezug zum Einzelindividuum mit allen angeborenen Rechten und der Erkenntnis das es kein Recht ohne Pflicht gibt.
                Leider finde ich immer nur das Gegenteil, den Kollektivismus der alle Rechte aber keine Pflichten (gegenüber dem Einzelnen) kennt.
                Für mich ist das zunächst einmal ein Irrweg, aber mag sein ich habe nur zu wenig Kopf und Herz, um es zu verstehen ……

              • Klosettsurfer - 26. Januar 2016

                “Eine Gruppe von Forschern gründet ein Labor auf Wanderschaft, sie gehen in den Wald um diesen Fragen mit dem nötigen Abstand zu begegnen.
                Sie haben nur das Überlebennotwendige bei sich…”

                Im Bild zwei Frauen, die eine trägt zwei Klappstühle (oder ein Gestell für eine Liege?), die andere irgendein kissenartiges Ding…

                “ein paar Bücher, ein paar Werkzeuge, sowie Computer mit Linux, von Sonnenergie gespeist, mit einem drahtlosen Internetzugang…”

                auf dem Boden Computer, ein Holzklotz aus dem ein Viertel herausgeschlagen wurde um eine Art Tisch für einen Laptop herzustellen usw. usw.

                “…suchen sie einen unmitelbaren Kontakt zu ihrer natürlichen Umgebung…”

                Aua, das tut weh, so weh, so sehr sehr weh. Und verdeutlicht die absolute Entfremdung von Forschern, die Internet, Plastikschläuche und Computer für das absolut lebensnotwendige halten und in ihrer eigenen Zivilisationsblase gefangen, die “natürliche” Welt erfahren wollen. Natürlich ist in dieser Holzplantage aber leider gar nix mehr, am allerwenigsten sie selbst.
                Maschinenmenschen mit Maschinenherzen

              • Basisdemokrat - 26. Januar 2016

                Dear Sirs,
                mir ging es um Holly01′s “…. und da fehlt immer noch die vollständige Unfähigkeit eine Zukunftsperspektive zu formulieren. Wir haben keinerlei Utopien…”
                Wenn ich mal versuche, den der “Dokumentation” geschuldeten Teil sprachlicher Vermittlung auszugrenzen, um mich der Intention(en) des Projektes zu nähern, sehe ich gerade in dieser Schizophrenie den notwendigen Ausgangspunkt alte Denkmuster zu verlassen. Ob dies gelingen kann sei einmal dahingestellt. Aber es ist ein Versuch.
                Der Riesenerfolg von “Avatar” gründet neben den Kulturmechanismen in diesem Bild des eingebunden sein in ein (das) Netzwerk des Lebens selbst. Dieser Linie scheint mir der Versuch zu folgen. Als Individuen (= die Ungeteilten) suchen wir unsere Teilung in uns selbst und im Austausch mit den (dem) Anderen aufzuheben. Die Vorstellung mit jedem einzelnen Menschen auf dieser Welt (vielleicht sogar emphatisch) verbunden zu sein und eingeschlossen in die Kommunikation des Lebendigen, Teil des Ganzen zu sein hat natürlich religiöse Bezüge. Ein Surrogat wären sie aber nicht. Im Gegenteil sie würden der Offenbarung, der Erleuchtung, dem Geistesblitz – oder was auch immer- eine objektives äußeres Äquivalent hinzufügen. Warum sollte die Phylogenese der Menschen vor dem Versuch zurückschrecken ein “Neuronales” Netzwerk mit technischen Komponenten auszuprobieren. Nachdem sich die sensorischen von den motorischen Zellen getrennt haben wurde mit Hilfe des neuronalen Systems Bewegung extrem dynamisiert. Als Individuum eingebunden in ein solches System würde die Absurdität des Kampfes jeder gegen jeden offensichtlich. Wenn ich die Wahl hätte an “Kosmischen Orgasmen” teilzuhaben, würde ich diese dann der Teilhabe am destruktiven Töten des Mörders vorziehen?
                Einen zum Rückweg zum Primitiven im Sinne von Ursprünglichem sehe ich darin natürlich nicht.
                Gruß BD

                • Klosettsurfer - 26. Januar 2016

                  Um ihnen noch mal einen Schubser in eine Richtung zu geben…
                  Lesen Sie die Bücher von Derrick Jensen und das von Jerry Mander, die ich mal als Link geteilt habe.

                  “Nachdem sich die sensorischen von den motorischen Zellen getrennt haben wurde mit Hilfe des neuronalen Systems Bewegung extrem dynamisiert. Als Individuum eingebunden in ein solches System würde die Absurdität des Kampfes jeder gegen jeden offensichtlich. Wenn ich die Wahl hätte an “Kosmischen Orgasmen” teilzuhaben, würde ich diese dann der Teilhabe am destruktiven Töten des Mörders vorziehen?”

                  Das geht schon seit vielen vielen Tausend Jahren ganz natürlich und ist meiner Meinung nach die einzige echte Chance auf Rettung und eine Veränderung die für diese “Zivilisation” noch übrig ist.

                  https://www.youtube.com/watch?v=kdAMq5LdAvs (the only way to fly)
                  https://www.youtube.com/watch?v=IAGxjOr3vYA
                  https://www.youtube.com/watch?v=NIp6jEXuLDY

                  Alles Gute

    • Vogel - 26. Januar 2016

      Füttern iss wohl nich das Problem, Sinn iss das Problem, Nahrung für die Seele!

  • Andreas Bahr - 24. Januar 2016

    Wie man auf die Idee kommen kann, das in China der Kapitalismus ausgebrochen sei, erschliesst sich mir nicht. Da gibt es nur Produktion, für die es Mao-Porträits als Gegenwert gibt. Eine Eigentumsübertragung findet dort nicht statt, außer irgendeine staatliche oder halbstaatliche Institution nimmt Dir deinen Besitz wieder weg. Das wissen die Chinesen auch, deshalb sehen die zu, das sie irgendwelches zusammengerafftes Geld ins Ausland überweisen und möglichst schnell in Canada oder Australien Bürgerrechte bekommen.

    Aber das gegenseitige Beklauen jetzt Kapitalismus zu nennen, das geht zu weit.

    China macht im Moment so etwas wie Feudalismus durch eine Institution, aber alles was da ‘rauskommt ist Produktion, aber nicht Mehrwert.
    Mit Geld hat Kapitalismus erst in zweiter Reihe zu tun, zuerst brauchst Du unabhängige Gerichte, vor denen Du wahlweise deine Eigentumsrechte als Kapitalist oder deine Bürgerrechte als Konsument verteidigen kannst.

    Danke für die Grafik
    Grüße – Andreas

    • Querschuss - 24. Januar 2016

      was für eine verengte Sichtweise. In der Kapitalbilanz Chinas beträgt der aggregierte Saldo der Direktinvestitionen von 2000 bis Q3 2015 +1849 Mrd. Dollar. Also Netto wurden 1849 Mrd. Dollar mehr von Ausländern in China investiert, als von Chinesen im Ausland. Das machen die Ausländer nur, weil ihre Beteiligungen, ihr Eigentum ungeschützt ist, keine Rechtssicherheit besteht und ihnen Morgen wieder alles wieder vom chinesischen Staat weggenommen wird, ….sicher :)

      Kombinierte Leistungsbilanzüberschüsse und Nettokapitalzuflüsse bliesen die Währungsreserven auf 4000 Mrd. Dollar auf. Erst am äußersten Rand gibt es Mal Schwund, Kapitalflucht, die Yuan-Stützung, aber eben auch die Eigenkapitalausstattung der AIIB (Asian Infrastructure Investment Bank) und der NDB BRICS (New Development Bank BRICS) haben ihren temporären Preis.

      In Shanghai als Konsument, mit richtig Geld in der Tasche, sieht die Welt nicht viel anders aus als in New York oder Berlin, ohne Geld in der Tasche auch :)

      Gruß Steffen

      • Andreas Bahr - 24. Januar 2016

        Hallo Steffen,

        du argumentierst wie ein mittelalterlicher Kaufmann vor der Erfindung der Buchführung: Ich habe was in der Kasse, also stimmt alles. Du darfst aber Einnahmen und Ausgaben nicht mit Wert verwechseln. Dazu braucht man eine Bilanz. So funktioniert ein chinesische Firma aber nicht – wenn die ihre Kredite nicht mehr bedienen können, dann bucht die Bank die einfach aus. Wenn die Firma dann aus irgendwelchen politischen Erwägungen keine Kredite von der Bank bekommt, dann ruft der zuständige lokale KPCh-Chef bei der Bank an und schwupps gibt es einen neuen Kredit.

        Wie gesagt, nur weil es Geschäft dort gibt, in denen mit Geld bezahlt wird, darf man nicht den Fehler machen zu glauben, das hätte etwas mit Kapitalismus zu tuen.

        Grüße – Andreas

        • Querschuss - 24. Januar 2016

          Ich sehe da keinen großen Unterschied zum Kapitalismus hier, außer in China bekommt wenigstens die chinesische Firma einen Kredit, wenn es dann so ist wie du meinst, produziert, erhält damit Jobs, aus denen Einkommen generiert wird, in Griechenland oder woanders bekommt schwupps nur die Bank neue Kredite, Liquidität, wenn die Kreditnehmer ausfallen und die Bilanz fault, aber eben die Unternehmen, die Realwirtschaft nicht. Massenarbeitslosigkeit, Konsumschrumpfung, sinkende Investitionen, soziale und gesellschaftliche Verwerfungen in Folge.

          Scheinbar gibt es viele mittelalterliche Kaufmänner im Westen oder wie erklärst du die die Direktinvestitionen in China?

          Auch in China gibt es Bilanzen, ….die chinesischen Banken sind aktuell die ertragreichsten der Welt. Die Kernkapitalquote (Tier 1) im Durchschnitt aller Banken betrug im 3. Quartal 2015 sehr solide 10,99%, mit Ergänzungskapital betrug die Quote von Kernkapital und Ergänzungskapital (Tier 1 und 2) sogar 13,15%. In den ersten 9 Monaten 2015 stieg der Gewinn vor Steuern auf 1292,5 Mrd. Yuan (202,7 Mrd. Dollar), im Jahr 2014 erwirtschafteten die chinesischen Banken einen Rekord-Vorsteuergewinn von 1554,8 Mrd. Yuan, nach 1418,0 Mrd. Yuan 2013, nach 1238,6 Mrd. Yuan 2012, nach 1041,2 Mrd. Yuan 2011 und nach 763,7 Mrd. Yuan 2010!

          Wenn könnte man argumentieren/diskutieren, dass in China Bilanzen gefälscht werden, aber das sie keine Bilanzen und Buchhaltung kennen, ich bitte dich…!

          Gruß Steffen

  • Jörg Buschbeck - 24. Januar 2016

    Lieber Herr Stöcker,

    >>Nun fragte ich mich aber, warum Sie diese monetären Größen auch noch zu Lasten der 99 % vernichten bzw. den 1 % zuschieben möchten.

    Warum ist denn das 1% so reich? Weil es investiert statt in Geldhaltung zu sparen! Warum sollte es deshalb ein asoziales Projekt sein, aus Guthabenhaltern Selbstinvestoren zu machen?
    Asozial ist es, das grenzenlose Geldsparen als alternativlos hinzunehmen. Für die Geldsparer haben wir dieses Lohndumping mit Hartz4 betrieben, damit wir deren Hortlust

    a. durch sinkende Einkünfte begrenzen
    b. durch gigantische Exportüberschüsse ausgleichen können

    Eine Guthabenbremse ist ein soziales und ökologisches Projekt – sie nimmt die Alternativlosigkeiten aus dem System. Wenn es eine Selbstinvestitionsautomatik gibt, muss man keine Politik mehr für die machen, die eh schon zu viel haben. Mann kann dann wieder steuern über Steuern, ohne das Totschlagargument, dass dies Investoren abhält.

    http://www.guthabenbremse.de

    • Holly01 - 25. Januar 2016

      Hallo Hr. Buschbeck,
      ich bin mir nicht sicher, ob ich Die richtig verstanden habe, aber die 1% sind ganz überwiegend in Geldvermögen investiert.
      Das mag nicht immer so aussehen, aber in der Realität sollte man das als “gesetzt” betrachten.
      Beispiele:
      Alles was in irgend einer Form mit regelmässigem Sparen zu tun hat, ist per se Geldvermögen.
      Alles was in irgend einer Form mit Fonds zu tun hat, ist ansich Geldvermögen, denn die Anleger geben Geld an den Fond und der verwaltet Geld. Die Aktien gehören dem Fond, nicht den Anlegern.
      Aktien sind zwar dem namen nach Firmenanteile, aber die Firmen nutzen die Kapitalisierung als Finanzierungsgrundlage, den Aktien steht also immer eine entsprechende Schuld gegenüber. Zudem gibt es diverse Rechtsakte, bei denen Aktieninhaber bei überschuldeten Firmen verzichten müssen oder enteignet werden.
      Konsumgüter (auch langfristige wie Gebäude) würde ich nun nicht wirklich als Reichtum betrachten, dazu unterliegen die den gesellschaftlichen Einschränkungen für Eigentum.
      Zusätzlich zerfallen “Vermögen” auch noch in persönliche Riskien udn gesellschaftliche Risiken.

      Ich würde das nicht überbewerten, mit Reichtum aus Vermögen aus Kapital aus Investitionen. Die Geschichte zeigt nämlich das die Herkunft die Beleihungsgrundlage ist.
      Schauen Sie sich einmal die Geschichte das George W. Bush an. Weder klever noch originell, aber halt erfolgreich per Abstammung.
      Und so funktioniert das auch. Die 1% sind eine Kaste, die heiraten unter einander, dei verkehren unter einander und da kommt selten einer rein oder fällt da raus.
      Die wenigen Untersuchungen die man wissenschaftlich nennen kann (in Bezug auf diese Kaste) zeichnen ein ziemlich asoziales Gesamtbild.

      “Für die Geldsparer haben wir dieses Lohndumping mit Hartz4 betrieben, damit wir deren Hortlust” fand ich einen “Brüller”.
      y made my day

      • Jörg Buschbeck - 25. Januar 2016

        @Holly01

        Geldvermögen sind identisch mit den Verkaufsüberschüssen der Wirtschafter – Guthaben, bereinigt um die Schulden, ein gesamtwirtschaftlicher Nullwert. Die Bundesbank rechnet hier fälschlicherweise die verbrieften Sachwerte und Aktien rein.

        Die reinen positiven Geldvermögen der Nichtbanken sind nur ein kleiner Bruchteil der Sachvermögen (geschätzt ca 20%) , fast 40% davon sind Millionen Lebensversicherungen, die logischwerweise wohl nicht dem 1% gehören. Die Millionen Guthabenkonten auch nicht – Geldsparen ist offensichtlich sehr stark ein Phänomen des kleinen Mannes bzw. der unteren Mittelschicht.

        Nur für Einnahmeüberschuss-Sparen braucht man aber Exportüberschüsse oder alternativ Kaufüberschüsse des Staates. Und deshalb auch Hartz4 Lohndumping als ein Phänomen einer Geldsparer-Politik für Kaufüberschüsse des Auslands zum Ausgleich derer Verkaufsüberschüsse. Da der Staat aktuell in etwa Nullsaldo fährt – entsprechen die Exportüberschüsse aktuell den Einnahmeüberschüssen der Guthabensünder.

        Deshalb ist auch erstmal diese Sparvariante das Problem – das reiche 1% droht natürlich in der Depression auch noch verstärkt in Geldhaltung zu gehen, auch in Verkaufsüberschüsen zu sparen. Deshalb ist die Guthabenbremse jetzt so wichtig – >> ansonsten Crash/Krieg. mir kommt es beim Michel nur oft so vor – dass er vor der Frage Guthabenbremse oder Krieg sich nicht spontan für den Frieden entscheiden würde – eine Gottbremse – wie schröckelich. :-(

        • Holly01 - 25. Januar 2016

          Hallo Hr. Buschbeck,
          entschuldigen Sie, ich verstehe oft nicht direkt was gemeint ist. Dank Ihrer Erläuterung habe ich es aber nun (hoffentlich).
          Um die Babyboomer zu handhaben, dei den monetären Schwung ihrer Eltern noch hatten und die Segnungen der Agenda2010 und der Prekarisierung (die schon vorher eingesetzt hat) noch nicht soll zu spüren bekommen haben, brauchte es kein H4.
          Man brauchte nur einen Paragraphen: §89 VAG
          http://dejure.org/gesetze/VAG/89.html
          Das mit den Gewinnaussichten und der Verfügbarkeit ist so eine Sache, über die Viele nicht nachdenken.
          Ansonsten würden die Zinsgewinner ihre nationalen Gewinne natürlich auch in nationalen Finanzprodukten parken können. Aber Sie haben natürlich in so fern recht, als dies eine bubbel wäre, die immer auf das nationale Maß zurückfallen würde.
          Im Ausland kann man sich einreden dort mehr zu bekommen, wenn dei Rechnung einmal aufgemacht wird.
          Die Erfahrung zeigt aber auch dabei, ist die Gewinnerwartung oft höher als das was übrigbleibt, von der Verfügbarkeit einmal ganz zu schweigen.
          Es ist eine Nullsumme, aquiriert wird aber immer der Zuwachs. Der Trick ist den monetären Zuwachs in Kapital zu wandeln.
          Da sind die Patentämter und die Rechteverwerter genauso ganz Vorne, wie die Assethändler.
          Aber auch das … Nullsumme. Immer nur Umverteilung.

          Zu:
          “dass er vor der Frage Guthabenbremse oder Krieg sich nicht spontan für den Frieden entscheiden würde – eine Gottbremse – wie schröckelich”
          Ich fürchte etliche würden meinen einen Krieg könnte man ja überleben, aber Pleite ist nun einmal Pleite und das geht garnicht.
          Also dann lieber Krieg ……..

  • Holly01 - 25. Januar 2016

    Die staaliche Unfähigkeit die Gesellschaft noch zu lenken:
    http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/strassensperrung-bankueberfall-in-frankfurt-polizei-setzt-helikopter-ein-14032890.html
    Personalmangel … in Berlin hat man -EIN- Haus mit 550 Polizisten DURCHSUCHT und ABGESICHERT.
    In Frankfurt sperrt man U-Bahn und Strassenverkehr, dabei kreist der Heli.
    vs.
    Sexuelle Erniedrigung gepaart mit Diebstahlsdelikten in 12 Bundesländern.

    Na Merkel? Was nun? 30% der Bevölkerung wird Polisti(in)? Wäre das eine angemessene Quote?
    …… oder könnte man einmal überlegen, zum gesellschaftlichen Konsens zurückzukehren? …..

  • Holly01 - 25. Januar 2016

    OT:
    https://netzfrauen.org/2016/01/25/37324/

    Wenn Sie Fisch kaufen, dann schauen Sie lieber wo der herkommt. Der Pazifik ist für mich persönlich nicht mehr erste Wahl.
    Es gibt da so Fischfanggebiete, als Herkunftsbezeichnung:
    http://www.biokontakte.com/wp-content/uploads/2011/04/fischfanggebiete.jpg
    hilfreich ….
    Fisch und Quecksilber ist wohl auch ein Thema für sich.
    Die Proteinquelle Fisch ist jedenfalls ein Problemkind……

    • Ert - 25. Januar 2016

      @Holly

      Alte Story für US-Blogger ;-) Fisch ist jedenfalls eine hervorragende Quelle für Quecksilber – Thunfisch ist die beste die Schwimmt (nur übertroffen durch Amalgam-Blomben). Das spezielle Pazifikproblem ist dann noch eine andere Baustelle – die Datenlage eher undurchsichtig.

      Die besten Proteinquellen sind jedenfalls Leguminosen (Linsen, (Kicher-)Erbsen, Bohnen, etc.) aber auch Lupine, etc. pp. Tierisches Protein kommt mit zu vielen (u.a. gesundheitlichen) Problemen daher. Es hat seine Daseinsberechtigung in einem gewissen (natürlichen) Maße – das was aber heute dafür geschieht ist absurd und der Konsum im Übermaß (mehr als 1 * Woche ein Stück Fleisch und sehr wenig Milchprodukte, wenn überhaupt) schädlich.

  • Basisdemokrat - 25. Januar 2016

    Der chinesische Präsident Xi Jinping begab sich auf eine Tour nach Saudi Arabien, Ägypten und der Islamischen Republik Iran. Offiziell spricht er nicht über Politik, sondern nur über Wirtschaft. China schlägt den Staaten des Nahen Ostens vor, an dem Bau der “neuen Seidenstraße” teilzunehmen, um sich zu entwickeln und sich vom westlichen Kolonialismus zu befreien.
    http://www.voltairenet.org/article190057.html

  • Holly01 - 26. Januar 2016

    Hallo,
    @
    “Michael Stöcker – 24. Januar 2016 Antworten

    @ Dr. Seif und SLE

    Eine verbesserte Güterversorgung mit einem staatlichen Rentensystem bringt automatisch die Geburtenrate nach unten. Und Ressourcen sind genügend vorhanden, solange die Sonne noch scheint. Und wenn die Sonne implodiert, dann wird irgendwann aus dem Chaos eine neues System entstehen. Aber ich glaube, dies sollte uns nicht daran hindern, das heute Notwendige zu veranlassen.”

    Können Sie mir bitte den Zusammenhang ableiten?
    lg Holly

    • Michael Stöcker - 30. Januar 2016

      War in der Tat etwas sehr verkürzt. Verbesserte Güterversorgung bedeutet auch bessere medizinische Versorgung bedeutet mehr Zeit für Bildung sowie gemeinschaftliche Absicherung; meist durch eine staatliche Altersvorsorge. Viel besser hat dies aber Hans Rosling erklärt: https://www.youtube.com/watch?v=FACK2knC08E

      LG Michael Stöcker

  • Georg Trappe - 26. Januar 2016

    @M. Stoecker, @Buschbeck, @SLE

    Hier ein interessanter Brief aus dem Jahr 2013 den Sie vieleicht noch nicht kennen

    Englisch:http://www.iicpa.com/articles/Open%20letter%20accounting%20perversion.pdf
    Deutsch:http://www.iicpa.com/articles/Uebersetzimg%20offener%20Brief%20Schemmann%20FASB%20IASB.pdf

    Beide sind hier unter articels und Open Letters zu finden:
    http://www.iicpa.com/

    • Michael Stöcker - 30. Januar 2016

      Lieber Herr Trappe,

      kannte ich noch nicht. Was Sie hier verlinkt haben ist mal wieder ein gutes Beispiel zu den vielfältigen Missverständnissen rund um das Thema Geld. Ich hatte dies im Beitrag Bankmythen thematisiert: https://zinsfehler.wordpress.com/2014/09/04/bankmythen/

      Man kann zwar Geld nicht ohne Buchhaltungskenntnisse verstehen, aber, wie der verlinkte Beitrag zeigt, sind solche Kenntnisse eine notwendige aber eben keine hinreichende Bedingung für ein Verständnis unseres Geldsystems. Die Definition von Bargeld ist selbstverständlich Kokolores, weil hier zwei hierarchische Ebenen miteinander vermengt werden. Aber Michael Schemmann missversteht ebenfalls die Funktion einer Bank: Banken verleihen kein Geld! Banken erzeugen und managen Schuldverhältnisse, deren Erfüllungsgegenstand (Zentralbankgeld) sie aber nicht selbst erschaffen können. Dies ist das große Missverständnis rund ums Thema Geld, das bis zum heutigen Tag von den allerwenigsten verstanden worden ist; auch nicht von den Bankern! Ich empfehle allen den von mir auch in diesem Forum schon an anderer Stelle verlinkten Beitrag von Perry Mehrling zu lesen: http://www.perrymehrling.com/2015/06/why-is-money-difficult/

      Geld ist hybrider sowie hierarchischer Natur. Hierarchie: 1. Gold, 2. Währungen, 3. Depositen, 4. andere Sicherheiten. Gold spielt nur dann eine Rolle, wenn alle Währungen scheitern. Defacto haben wir also in rechtsstaatlichen Systemen ein 2-stufiges Geldsystem: Zentralbankgeld/Währung sowie Giralgeld/Bankengeld/Depositen/Sichteinlagen.

      Hybrid ist es deshalb, weil in normalen Zeiten der Staat kaum einen Zugriff auf die Notenbank hat (ein wenig Münzgeldseigniorage), in Krisenzeiten aber sehr wohl; insbesondere in Kriegszeiten.

      Wer diese fundamentalen Eigenschaften von Geld nicht versteht, der kommt dann zu so konträren Sichtweisen wie die Vollgeldbewegung auf der einen Seite und die Austrians auf der anderen. Beide liegen falsch.

      LG Michael Stöcker

  • sadoma - 26. Januar 2016

    Bis die angesprochenen Antworten. Mein Interpretationsversuch ;-)

    Bei der gegenwärtigen Systemkritik sollten wir uns nicht zu lange mit der
    Ressourcen-Knappheitsfrage aufhalten. Dank der Sonne ist genügend Energie da damit wir die sicherlich zunehmenden Ressourcen-Allokationsprobleme durch für die Transformationszeit bewältigen könnten. Und wenn wir genügend Materie/Ressourcen mit Hilfe von Energie in Güter umgewandelt haben und ein staatliche/institutionelle Rentenversorgung Global implementiert ist haben wir das Gröbste hinter uns. Kann auf dem Weg dahin zwar noch etwas holprig werden aber physikalisch möglich ist es und das ist doch beruhigend zu wissen.

    Das dieser Paradies-Status mit der Implusion der Sonne beendet wird ist natürlich ein anderes Thema ;-)

    • Holly01 - 26. Januar 2016

      …. wenn ich mich recht erinnere wurde als erster Mangelrohstoff vor Jahren Industriesilber gehandelt. Verfügbarkeit aus Rohstoffvorkommen sollte zwischen 2020 und 2025 auslaufen.
      Da waren einige LE Metalle ziemlich zeitnah dahinter.
      Quecksilber ist so ein Kandidat.
      Die Todeszonen in den Meeren dehnen sich ziemlich beeindruckend aus und dazu kommen diese Plastikstrudel von Ausmaßen die an Kontinente erinnern.
      Die Versorgungsfrage ist DIE Frage überhaupt, denn das ist technisch schwierig und da hängt die Gerechtigkeitsfrage dran, die über Krieg und Frieden entscheidet.
      Also … “schaun wir mal …” war Vorgestern.

    • Georg Trappe - 26. Januar 2016

      Ich denke die Probleme knapper Resourcen werden ein untergeordnetes problem bleiben solange dieses nicht geloest ist:

      „Im Leben stehen einem anständigen Charakter so und so viele Wege offen, um vorwärts zu kommen. Einem Schurken stehen bei gleicher Intelligenz und Tatkraft auf dem gleichen Platz diese Wege auch alle offen, daneben aber auch noch andere, die ein anständiger Kerl nicht geht. Er hat daher mehr Chancen, vorwärts zu kommen. Infolge dieser negativen charakterlichen Auslese findet eine Anreicherung der höheren Gesellschaftsschichten mit Schurken statt. Das ethische Durchschnittsniveau einer Gesellschaftsschicht wird um so schlechter, je besser und einflussreicher sie gestellt ist. Nur dieser Umstand vermag die Tatsache zu erklären, warum die Welt nicht schon seit mindestens fünftausend Jahren ein Paradies ist. Das muss man wissen, wenn man die Weltgeschichte verstehen will.“ Hermann Oberth

      • Holly01 - 26. Januar 2016

        Hallo Hr. Trappe,
        es gab Zeiten, in denen man den Gerechten folgte und den Ungerechten nicht.
        Sie werden es kaum glauben, aber “Unrecht Gut gedeihet nicht” war nicht unbedingt ein naiver Kirchenscharrn.
        Durch Unrecht erworbenes Eigentum wurde den Leute weggenommen. Es wurde nicht immer zurück gegeben. Aber behalten konnte man es auch nicht.
        Und es gab Zeiten in denen ein Lehnsmann seinem Herrn nur in der gerechten Sache gefolgt ist.
        Das mag eine schwammige Angelegenheit sein, aber es war mehr als Heute.
        Ich habe meinem Vorgesetzten mehr als einmal gesagt: “schriftlich, auf deine Verantwortung”.
        Das ist kein Karrieresprungbrett, aber wenn der Vorgesetzte unter Druck war, hat der mich immer nach Vorne geschoben.
        Es geht doch viel mehr, als wir alle tun.
        Wir sollten alle vor dem Kanzleramt stehen, zusammen mit 5 Millionen anderen und jeder von und müßte eine Strafanzeige in die Luft halten.
        Wir müssten den Bundestag blockieren und passiven Widerstand leisten, während wir zusehen, wie die Polizei versucht hunderttausende wegzuschleppen. Da müßten mehr Leute dazu kommen, als man wegschleppen kann.
        Tun wir aber nicht. Dafür gibt es viele Gründe (auch sehr gute), aber Fakt ist, wir tun nichts, was tatsächlich die Grundfeste dieser Politik auf den Willen den Mehrheit zurück führen würde.
        Das Problem ist also nicht das von Ihnen beschriebene, sondern unsere mangelnder Willen und unsere Passivität.
        https://www.youtube.com/watch?v=vaaSc0fj9Mw

  • sadoma - 26. Januar 2016

    @Trappe

    bitte entschuldigen Sie, aber ich bin dieses ewige Personen-Zentrierete-Denken satt. Hier die Guten da die Bösen, hier die Linken da die Rechten, hier die Gläubigen da die Ungläubgen… usw.

    Dieses Denken ist Kontraproduktiv, wir müchen uns die Strukturen/Spielregeln/Mechanismen anschauen denen alle Menschen unterworfen sind. Wenn dazu gehört dass die negativen charakterlichen Auslese immer die Charakterlosen nach oben spült, was solls. Das hindert uns doch lange nicht daran den Spülprozess mitzugestalten ;-)

    “Kritisieren heißt: sich verantwortlich fühlen. Gerade wenn wir bereit sind, die permanenten Unzulänglichkeit als den Zustand anzunehmen, der uns gegeben ist, sollten wir nicht so tun, als wäre das nichts. Wer nie versucht hat, sich einzumischen, soll nicht behaupten, es ginge nicht.”

    Daniela Dahn

    • Holly01 - 26. Januar 2016

      .. wenn Sie es komplett ausblenden landen Sie bei dem was der junge Mann hier beschreibt, wenn man die Dinge in den verschiedenen Systemen laufen läßt und dann immer in der Dikataur und der Unterdrückung hängt …
      https://www.youtube.com/watch?v=9Qbo4C4WDS4
      … so wie wir auch wieder heute …

    • Georg Trappe - 26. Januar 2016

      Sehr geehrte Frau Dahn,

      schoen das wir uns auf diesem Wege kennen lernem. Ich zitiere mal Camus weil ich ein grosser Fan von diesem weitsichtigen Mann bin:

      „Wenn es das Absurde gibt, dann nur im Universum des Menschen. Sobald dieser Begriff sich in ein Sprungbrett zur Ewigkeit verwandelt, ist er nicht mehr mit der menschlichen Hellsichtigkeit verbunden. Dann ist das Absurde nicht mehr die Evidenz, die der Mensch feststellt, ohne in sie einzuwilligen. Der Kampf ist dann vermieden. Der Mensch integriert das Absurde und läßt damit sein eigentliches Wesen verschwinden, das Gegensatz, Zerrissenheit und Entzweiung ist. Dieser Sprung ist ein Ausweichen.“

      und

      „Darin besteht die verborgene Freude des Sisyphos. Sein Schicksal gehört ihm. Sein Fels ist seine Sache. [...] Der absurde Mensch sagt ja, und seine Anstrengung hört nicht mehr auf. Wenn es ein persönliches Geschick gibt, dann gibt es kein übergeordnetes Schicksal oder zumindest nur eines, das er unheilvoll und verachtenswert findet. Darüber hinaus weiß er sich als Herr seiner Tage. In diesem besonderen Augenblick, in dem der Mensch sich seinem Leben zuwendet, betrachtet Sisyphos, der zu seinem Stein zurückkehrt, die Reihe unzusammenhängender Handlungen, die sein Schicksal werden, als von ihm geschaffen, vereint unter dem Blick seiner Erinnerung und bald besiegelt durch den Tod. Derart überzeugt vom ganz und gar menschlichen Ursprung alles Menschlichen, ein Blinder, der sehen möchte und weiß, daß die Nacht kein Ende hat, ist er immer unterwegs. Noch rollt der Stein. […] Dieses Universum, das nun keinen Herrn mehr kennt, kommt ihm weder unfruchtbar noch wertlos vor. Jeder Gran dieses Steins, jedes mineralische Aufblitzen in diesem in Nacht gehüllten Berg ist eine Welt für sich. Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“

      Mein Bruder, der sich vor zwei Jahren das Leben genommen hat, weil er es satt war und dem Ausweichen den Vorzug gegeben hat, hat mich immer scherzhaft den apokalyptischen Reiter genannt. Ich habe ihn dann immer an mein Lieblingscartoon erinnert:

      http://dl.dropbox.com/u/3535627/Das%20Ende%20der%20Welt.jpg

      Und nun frage Sie sich bitte, warum ich mir in Foren wie diesen die Finger wund schreibe.

      Es ist nun mal so, das Gesellschaften aus Personen bestehen. Und es gibt Spuelprozesse. Und das Kopf in den Sand stecken hilft nichts. Oder anders ausgedrueckt, wenn man Rousseaus Vorstellung von einer Volonte General naeher kommen moechte, die ein wohl unterichtetes Volk voraussetzt, dann kommt man nicht umhin die Dinge und Personen beim Namen zu bennen.

      Was neurolinguistische Programmierung a la amerikanischer Ausblendung der unangenehmen Realitaeten und sog. positives Denken hervor bringt, ist ja nun mehr als reichlich zu begutachten.

      Georg Trappe

    • Georg Trappe - 26. Januar 2016

      Oder auf den Punkt gebracht. Ich glaube an Aufklaerung und Vernunft. Die Realitaet lehrt mir aber, dass ich einem Irrglauben anhaenge. Was tun sprach Lenin? Dem Glauben oder den Fakten entsprechend handeln? Da ich mich nicht zum Pol Poth eigne, obwohl dieser in meinen Traeumen eine Rolle spielt, habe ich mich, fuer den Glauben an Aufklaerung und Vernunft entschieden.

  • sadoma - 26. Januar 2016

    @Georg Trappe

    ich muss Sie leider enttäuschen Ihre Antwort hat Frau Dahn vermutlich nicht erreicht, ich bin mir aber sicher Sie hätte sich über Ihre Antwort sehr gefreut, ich für meine Fälle habe es.

    Beim nächsten mal werde ich deutlicher machen dass das Zitat von einer Fremperson ist ;-)

    • Georg Trappe - 27. Januar 2016

      Macht nichts. Gab mir Gelegenheit meinen Standpunkt nochmal deutlich zu machen. Und wie das mit dem Verantwortung abladen bei denen, die man zuvor im grossen Stil und zum eigenen Vorteil manipuliert und getaeuscht hat, ein zu ordnen ist, ist hoffentlich auch klar geworden.

    • SLE - 28. Januar 2016

      Na ja, im Mai 2012, auf dem Gipfel der Euro-Krise, lag die Volatilität nach diesem Chart sogar noch unterhalb der aktuellen und da war die Lage an den Finanzmärkten durchaus kritisch. Und Anfang 2000, vor dem Platzen der New-Economy-Blase, war sie auch niedriger als jetzt.

      Grüße
      SLE

  • Andres Müller - 29. Januar 2016

    PS: Der Baltic Dry fällt noch immer praktisch jeden Tag, im Moment ist er nur noch bei Index 325, glaube das ist so tief wie noch nie seit seiner Erassung und nicht mal ganz 1/3 von 1985, als der Baltic Dry erstmals publiziert wurde.

    http://www.bloomberg.com/quote/BDIY:IND

    (Am 4 Januar 1985 startete der damals neue Index mit 1000 Punkten.)

3 Trackbacks