Das Drama von Boston entgleiste zur schamlosen Hollywood-Action-Inszenierung

von am 20. April 2013 in Allgemein

Der zweite, 19-jährige mutmaßliche Attentäter von Boston ist gefasst worden. Das ist gut. Denn das schreckliche Attentat auf die Teilnehmer und Besucher des Bostoner Marathon kann nur von Menschen begangen worden sein, die sich in eine kranke Gedankenwelt verirrt haben und gemeingefährlich geworden sind. Auch wenn dadurch nichts wieder gut gemacht werden kann, so mussten sie gefasst werden.

Es bestehen offensichtlich keine Zweifel, dass es sich bei dem nun gefassten 19-jährigen und seinem 26-jährigen Bruder um die Attentäter handelt. Sie haben aber in jedem Fall einen weiteren Menschen, einen Polizisten, getötet, bevor sie flüchteten und die Jagd auf sie begann.

Der 26-jährige mutmaßliche Bombenattentäter wurde gestern erschossen, scheinbar von Kugeln geradezu durchsiebt. Sein jüngerer Bruder entkam zunächst.

Spätestens von diesem Punkt hatte man als außenstehender Betrachter das mulmige Gefühl, dass die waffenstarrenden, blutrünstigen High-Tech-Action-Filme, wie man sie von Hollywood kennt, nicht schlicht Fantasieprodukte sind, sondern die US-Realität widerspiegeln, wobei die Medien das alles weltweit in schlimmster Reality-TV-Manier haarklein und exzessiver Breite auf die Fernsehbildschirme der Menschen in aller Herren Länder transportierten. Es war unmöglich, dem zu entkommen. Man wurde förmlich Meldungen und Berichten, die nur selten wirklich wesentliche Informationen enthielten, penetriert und dazu genötigt, sich nichts von diesem einmaligen Spektakel entgehen zu lassen und so die niederste Sensationsgier in sich wecken und freien Lauf zu lassen.

Und das war es, ein Spektakel: Eine bis an die Zähne bewaffnete, mit schwerem Gerät ausgerüstete Armee von Polizisten, FBI und Soldaten, unterstützt von kreisenden Black Hawk Militärhubschraubern jagte den 19-jährigen bewaffneten, mutmaßlichen Attentäter von Boston – immer begleitet und gefilmt von einem riesigen Medienaufgebot. Über Boston wurde eine Ausgangssperre verhängt, von der kontrollierten Sprengung eines Gebäudes war die Rede, große Sportereignisse wurden abgesagt und der Luftraum wurde teilweise gesperrt.

War das Film, war das Realität?

Man mochte seinen Augen und Ohren nicht mehr trauen und stellte sich stumm die Frage: War das alles wirklich erforderlich, um einen einzelnen, zweifellos gefährlichen und sicher auch unberechenbaren Menschen dingfest machen zu können?

Ich fühlte mich unweigerlich erinnert an einen alten Film-Klassiker. Unvergessen ist für viele der als Warnung vor einer völlig überzogenen und letztlich eskalierenden Reaktion gedachte Action-Klassiker „Rambo“ von 1982, mit Sylvester Stallone in der Rolle des von Polizei, FBI und Militär zu Unrecht gejagten ehemaligen Vietnam-Helden. Mit den Jahren ist den Action-Filmen aus Hollywood jedoch jeglicher Tiefgang verloren gegangen. Übrig geblieben ist die blanke Action der blutigen Art, das heißt völlig sinnentleerte Film-Produktionen, die außer unbesiegbaren amerikanischen Übermenschen, der technischen und militärischen Unbesiegbarkeit von Amerika und dem unablässigen Einsatz von Waffen jeglicher Art – das nennen sie „Action“, viele nennen es „Unterhaltung“ – nichts zu bieten haben.

Wessen Einschätzungsvermögen nicht durch das Anschauen allzu vieler moderner Hollywood-Action-Filme dieser Art getrübt ist, wird sich fragen, ob „Rambo“ in Boston nicht gerade Realität geworden ist, mit dem Unterschied, dass erstens der Gejagte keineswegs „zu den Guten“ gehörte. Zweitens wurde das alles nicht von Filmleuten gedreht, sondern von einer unverhohlen auf Sensationsgier und Einschaltquoten setzenden Medienmeute, im Auftrag von Medienkonzernen und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die suggerieren, dabei lediglich ihren Informationsauftrag nachzugehen, obwohl der Informationsgehalt der Berichte größtenteils gegen Null tendierte und sich tatsächlich nur auf die Vermittlung der „Action“ reduzierte.

Muss das, ja, darf das überhaupt sein?

Ganz ehrlich: Ich fand das alles entsetzlich, beschämend und abstoßend. Ich wollte mir das nicht mehr anhören und anschauen müssen. Ich habe mein Radio ausgeschaltet – auf TV verzichte ich ohnehin schon lange –, wann immer wieder ein aktueller Bericht zur Lage oder irgendwelche Kommentare dazu kamen.

Der Anschlag und die vielen Opfer haben mich sehr traurig gemacht. Mitgefühl und Respekt gegenüber den Opfern darf aber so nicht aussehen, darf nicht derart schamlos mit Selbstdarstellung und der Hatz nach Einschaltquoten und Umsätzen vergiftet werden.

Selbstverständlich ist es Sache der Amerikaner, wie sie eine solche Situation handhaben wollen. Bedenkt man jedoch, dass die Obama-Administration für eine Verschärfung der Waffengesetze kämpft, dann hat sie sich mit der Jagd von Boston einen Bärendienst erwiesen. Aber vielleicht steigen ja dadurch Obamas Zustimmungswerte in den Umfragen.

Für viele Menschen, offensichtlich gerade auch in den USA, sind die Grenzen zwischen Film und Realität längst verwischt und wer dort von seiner Waffe Gebrauch macht, wird sich ohnehin immer im Recht oder mithin sogar als Held sehen. Das hat nur etwas mit der Selbstwahrnehmung zu tun, die aber nicht zuletzt gerade auch von der Filmindustrie und Action-Inszenierungen Hollywoods oder eben der US-Regierung beeinflusst wird.

Jeder, der in den USA (und anderswo) zu Waffen und zum Gebrauch von Waffen neigt, wird sich durch die als Medienspektakel inszenierte, erfolgreiche Jagd auf die mutmaßlichen Attentäter von Boston darin bestätigt sehen, eine Waffe zu besitzen und sie auch einzusetzen, wann immer ihm persönlich das richtig erscheint. Hollywood hat Recht. Boston beweist das.

Die Menschen in Boston haben gejubelt, als die Nachricht von der Ergreifung des 19-jährigen endlich kam. Was sie bejubelten, war nichts anderes als ein gelungener Vernichtungsschlag einer schwerbewaffneten Armee – gegen einen einzelnen Mann.

Selbst der Abschluss des Dramas von Boston erinnert somit an die Hollywood-Action-Vorlagen. Amerika hat wieder einmal gewonnen. Dass die ganze Welt auch das sehen und hören konnte, dafür habe die Medien gesorgt. Hat die US-Regierung das nötig?

Das alles ist kein Grund zum Jubeln. Im Gegenteil.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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46 KommentareKommentieren

  • Roland - 20. April 2013

    Hallo Stefan,
    wieso denn die völlig unkritische Übernahme der offiziellen Narrative ?

    Noch wissen wir nicht, ob die Beiden nicht kleine Bäuerchen im großen Schach waren. Die beiden Brüder waren doch vom FBI seit Jahren überwacht.
    Warum waren Söldner von “Craft International” an der Ziellinie anwesend ? Was ist mit dem Drill der “Boston Bomb Squad” , der angeblich an diesem Tag stattfand ?
    War das alles nur ein Vorspiel zu weiterer gesetzlicher Einschränkung bürgerlicher Freiheiten und der Privatsphäre ?

    http://www.broeckers.com hat einige interessante links eingestellt, die selbst recherchieren und dem Mainstream seine story nicht abkaufen.

    • Frankenfurter - 21. April 2013

      Richtig, es gibt in der Geschichte der USA genug Nachweise dafür, dass nicht nur Hollywood Drehbücher schreiben und realisieren kann, sondern ebenso das Department of Defence oder wie die vielen hochgerüsteten “Verteidigung”-Armeen dort auch heißen mögen. Kennedy Ermordung, Schweinebucht, Irak, Vietnam und und…

  • hko - 20. April 2013

    @Roland
    Als ob die Welt nicht schon kompliziert genug wäre, kommen hier schon wieder Verschwörungstheorien hoch.
    ? Schon von der gehört?
    Die Verschwörungstheorien werden vom CIA gestreut um die Menschen von der Wahrheit fern zu halten!

  • Eurelios - 20. April 2013

    Das alles ist kein Grund zum Jubeln. Im Gegenteil.

    Sehe ich ganz genauso.

    Danke für diesen Kommentar Stefan

    Grüße

    Eurelios

  • Chris - 20. April 2013

    Ein sehr guter Kommentar. Vielen Dank.

    Ich hatte die gleichen Gedanken. Wozu muss man eine halbe Armee schicken, um einen 19-Jährigen dingfest zu machen?

    Da in und um Boston das Alltagsleben zum Stillstand kam, ist durch diese Jagd sicherlich auch ein wirtschaftlicher Schaden entstanden.

    Grüße

  • hakuna matata - 20. April 2013

    Die Amerikaner sind schon lange das Land der größten Feiglinge.

    An der Spitze der Ober-Feigling, genannt Präsident. Der sich nur noch mit zwei Flugzeugen, mehreren Spezial-Autos und unzähligen Sicherheitsbeamten zu reisen traut. Straßenzüge und Stadtviertel müssen gesperrt werden, weil der gute Mann und seine Sicherheitsleute sich sonst einschei..en.

    Das ist keine Macht-Demonstration sondern es zeigt die leider im gesamten Westen verbreitete ungeheure Feigheit. Es liegt einzig und allein an der sorgfältigen Kontrolle der Medien, dass die Welt sich über solch ein gebaren nicht schon lange totlacht.

    Grüße

  • Uwe - 20. April 2013

    Ich gehe schon seit Winnetou nicht mehr ins Kino und da musste ich mich, mangels Alter, reinschmuggeln. Irgendwann später habe ich mal die Geschichte von Bonny and Clyde, bzw. deren Ende im Fernsehen gesehen. Daran fühlte ich mich erinnert: In der Hütte zusammengeschossen, in Wildwestmanier.
    Wenn ich mich an das Wärmebild auf Zerohedge erinnere,
    http://www.zerohedge.com/news/2013-04-20/what-alleged-terrorist-looks-infrared
    und den Shootout, der der Festnahme vorausging(NTV-Nachrichten), kommt mir nur eines in den Sinn: Gut gemacht, um von den wirtschaftlichen Problemen abzulenken. Brot und Spiele!

    Menschenrechte? Den Delinquenten hätte man ohne großen Aufwand festnehmen können.

  • Frank Bell - 20. April 2013

    1. Die Story mit Craft International, LLC hat keinerlei Quelle in den Medien. Auch die Polizei sagte bei der Pressekonferenz auf die Frage, was Craft International, LLC dort gemacht hätte, lediglich “Next question”.

    Der einzige, der darüber berichtet, ist Alex Jones. Ist das ausreichend glaubwürdig?

    2. Das mit der Wärmebildkamera ist eine Antwort auf die Afghanistan-Videos von Wikileaks. Man will die negativen Assoziationen, bei der auch afghanische Zivilisten so getötet wurden, durch eine positive, die Festnahme, ändern.

    • SLE - 21. April 2013

      Hallo Herr Trappe,

      vielen Dank für dieses Fundstück. Es wirkt immer viel überzeugender, wenn man Waffengewalt in den USA auf einer Landkarte betrachten kann. Ich kann nur jedem empfehlen, diesen Link zu nutzen und sich ein Bild zu machen.

      Viele Grüße
      SLE

      • Georg Trappe - 22. April 2013

        Hallo Herr Dr. Eichner,

        ersteinmal vielen Dank fuer Ihren Artikel und die darin aufgeworfenen Fragen.
        -
        Vor gut zwei Jahren ging es in einer Diskussion auf ZEIT Online um das Attentat auf Frau Gifford und was FOX News daraus machte. Ich moechte daraus
        eine an mich adressierte Erwiderung zitieren, die im Laufe der Debatte von einem Kommentator an mich gerichtet wurde.

        Zitatanfang
        “Dieses Herrschaftsmodell ist in die Krise geraten. Nicht mehr und nicht
        weniger.”

        Nein. Ein Machtanspruch ist nicht die eigentliche Kraft, der diese Krise
        treibt. Es ist vielmehr die calvinistisch-puritanische Weltanschauung,
        auf dem das amerikanische Gesellschaftsmodell fußt und dessen
        Unterlegung bei jedem Problemlösungsansatz als prinzipielle
        Selbstverständlichkeit gar nicht hinterfragt wird, sowie es in
        Deutschland ebenso eine Selbstverständlichkeit ist, dass bei so ziemlich
        jeder erdenk. Problemstellung reflexartig ein Marxscher
        Kapital&Arbeit-Konflikt unterstellt wird.

        Zum Pudels Kern: Auf dem Altar, auf dem in Amerika geopfert wird, steht
        die Grundüberzeugung: “Wenn du es wirklich willst, dann kannst du es
        schaffen und du bist der selbstverantwortliche Besitzer deines Erfolges.
        Wenn du es nicht schaffst, so hast du es nicht richtig gewollt und du
        bist daher auch selbst schuld an deinem Versagen.”

        Und wer ist dann an dem schleichenden Niedergang der USA als
        Gesellschaft bzw. als Nation schuld? Jared Loughner hatte “Das
        kommunistische Manifest” von Marx, “Mein Kampf” von Hitler und “Alice im
        Wunderland” von L. Carroll gelesen und ist anschließend zu dem kirren
        Schluss gekommen, dass eine Frau Gifford dafür die Verantwortung trägt,
        sprich: der Attentäter hat Null Ahnung was eigentl. Sache ist und
        leidet, wie seine restlichen Landsleute auch, zudem unter einer
        erheblichen ideologischen Betriebsblindheit, die man defakto nur durch
        große Distanz zur Sache heilen kann.
        Zitatende

        Ich denke, das ist bis auf den bestrittenen Machtanspruch eine sehr zutreffende Diagnose.
        -
        Ueber 45 Millionen Menschen beziehen und leben in den USA von Foodstamps. Das sind 15% der Gesamtbevoelkerung. Bei ueber 2000 Toten durch Waffengewalt in nur drei Monaten, kann man ja schon fast von buergerkriegsaehnlichen Zustaenden sprechen. Die Aufmaersche von bis zu den Zaehnen bewaffneten Tea Party Mitgliedern waren ja kein Faschingsscherz. Die hatten ja keine Nelken in ihren Gewehrlaeufen stecken und haben auch kein Stippefoettchen getanzt. Der wirtschaftliche Zusammenbruch ehemals prosperierender Staedte und Regionen wie Detroit oder ganzer Bundesstaaten, wie Wisconsin, der nur noch durch radikale Notmassnahmen hinaus gezoegert werden kann, hinterlaesst ja nicht nur Schlagzeilen, sondern auch verzweifelte Menschen, die sich am Fuss einer sich immer extremer zuspitzenden Einkommens- und Vermoegenspyramied wiederfinden. Und denen sagt man eiskalt, “Du lebst im Land der unbegrenzten Moeglichkeiten. Du haettest es auch schaffen koennen, wenn du nur richtig gewollt haettest.” Und die glorreichen Beispiele des “erfolgreich und richtig gewollt” werden gleichzeitig reihenweise grossformatig, auf Hochglanz poliert auf allen Kanelen vorgefuehrt. Und sollten sie dabei mal ins Stolpern geraten, sogar staatlich gestuetzt. Soetwas muss zum Pulverfass werden.

        • SLE - 22. April 2013

          Hallo Herr Trappe,

          vielen Dank für diese Ausführungen. Ich sehe das sehr ähnlich. Insbesondere stimme ich auch mit Ihrer Einschätzug überein, dass sich die Lage in den USA mittlerweile derart verschlechtert hat, dass es gerechtfertigt ist, von einem sozialen Pulverfass zu sprechen.

          Freilich wird man dies – wie auch vieles andere, was in anderen Staaten, gerade auch in Europa, auf eine ähnliche Entwicklung bzw. Lage hindeutet – in der Presse so nicht lesen und in den Medien so nicht vermittelt bekommen.

          Heute Morgen bekam ich eine E-Mail von einem Leser dieses Blogs, der bezogen auf meinen Kommentar zur Jagd auf die mutmaßlichen Attentäter das Szenario etwas weiter fasste als ich es hier getan habe und seine Besorgnis äußerte. Ich möchte, weil es im Zusammenhang mit Ihren Ausführungen vielleicht ein schöne Ergänzung darstellt, wiedergeben, was ich ihm antwortete:

          Sehr geehrter Herr ….,

          vielen Dank für Ihre Reaktion auf meinen Kommentar zur Jagd auf die mutmaßlichen Boston-Attentäter.

          Ich beobachte wie Sie sehr genau und mit wachsender Sorge die Entwicklungen in den USA und in anderen Regionen der Welt und ich stimme Ihnen in Ihren Überlegungen zu.

          Mit besonderer Sorge erfüllen mich auch die Entwicklungen in Italien. Italien ist de facto bereits unregierbar geworden. Das muss man ganz nüchtern konstatieren, aber die europäischen Staats- und Regierungschefs, die uns seit Monaten mit Hilfe der Presse und der Medien suggerieren wollen, es sei in Europa und gerade auch in den europäischen Krisenstaaten noch alles im Lot oder gar auf einem guten Wege, sind ganz offensichtlich nicht bereit, dies einzugestehen – sich selbst nicht, vor allem aber gegenüber der Öffentlichkeit nicht.

          Es wäre nicht nur das Eingeständnis des eigenen Versagens bei der Krisenbewältigung, sondern mehr noch des Scheiterns der Blaupause oder Vision einer von Konzernen dominierten und (deswegen) ewig wachsenden Weltwirtschaft, die die etablierten politischen Kräfte in allen Industrieländern seit mehreren Dekaden sukzessive verwirklicht haben und nun, da sich diese Vision als nicht funktionstüchtig erweist, mit aller Kraft und – was besonders besorgniserregend ist – mit allen Mitteln zu erhalten versuchen.

          Dazu gehört mittlerweile nicht mehr nur die gezielte und massive Beschönigung der Lage, teils durch statistische Tricks. Vielmehr gehört dazu auch, dass Fakten, die die tatsächliche Entwicklung belegen, ignoriert und geleugnet werden sowie auch und offenbar immer mehr das Unterdrücken von negativen oder nicht in das gewünschte Bild passende Nachrichten in Presse und Medien – z.B. die von Beppe Grillo initiierten aktuellen Massenproteste in Rom gegen die “Nomenklatura” bzw. das politische Establishment, das sich jeglichem Wandel, jeglicher Verbesserung des korrupten politischen Systems in Italien widersetzt. Meldungen dazu in Presse und Medien musste man – gestern jedenfalls – mit der Lupe suchen. In ähnlicher Weise werden solche, nicht ins gewünschte Bild passende negative Nachrichten auch in Spanien zurückgehalten.

          Es ist vor diesem Hintergrund nicht überraschend, dass in Italien selbst die aktuelle Situation immer stärker mit der der Weimarer Republik verglichen wird und zwar nicht so sehr in wirtschaftlicher, sondern in politischer Hinsicht.

          Die USA werden erstens alles tun, um ihre Hegemonialstellung zu bewahren. Trotzdem gibt es nicht mehr zu übersehende Auflösungskennzeichen. Die USA sind aber zweitens – so wie im Übrigen auch China – zu einem sozialen Pulverfass geworden.

          Möglicherweise versucht man in den USA jetzt, diese explosive Spannung gezielt in ganz bestimmte Richtungen zu entladen und damit zugleich nach außen Stärke zu demonstrieren.

          Es ist, wie mir mit Erschrecken klar geworden war und was ich deswegen anderen zumindest indirekt mitteilen wollte, angesichts der von mir in meinem Kommentar als Hollwood-Action-Inszenierung charakterisierten Jagd auf die mutmaßlichen Attentäter von Boston nicht auszuschließen, dass genau das damit erreicht werden sollte.

          Viele Grüße
          Stefan L. Eichner

          PS: Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass diese Ausführungen lediglich meine persönliche und damit subjektive Einschätzung wiedergeben. Ich habe mir erlaubt, den Text meiner Antwort auf die Leserzuschrift von Fehlern zu befreien, wie sie einem bei rasch geschriebenen E-Mails leider allzu häufig unterlaufen.

    • Frankenfurter - 21. April 2013

      schöne Illu. 2,244 Tote in den Staaten durch Schusswaffen seit dem 14. Dezember 2012 (Amoklauf an der Sandy Hook Grundschule).
      Ein Vergleich mit Kanada wäre an dieser Stelle interessant. Dort kommen ja noch mehr Schusswaffen pro Einwohner als in den USA.

      Dass aber in Kanada die Geschädigten-Raten durch Schusswaffen sehr viel geringer als beim Nachbarn USA sind, hat der Dokumentarfilmer Michael Moore so erklärt: In Kanada gibt es noch einen Sozialstaat, der den Namen verdient.

    • Uwe - 21. April 2013

      Danke für den Link! Jetzt sehe ich, warum die so ausgeflippt sind. Und die Republikaner sprechen von verfassungsmäßigem Grundrecht. Das haben die Schweizer auch. Was macht die Regierung dagegen? Die möglichen Aufstände bekämpfen., da die Waffengesetze nicht änderbar sind, muss man eben aufrüsten. Die Amerikanische Verfassung wurde auf das Recht des Stärkeren reduziert. Langsam werde ich Hasser von Gold und Colt. Erst mal nur ideologisch.

  • mustangfan - 21. April 2013

    Ein wortgewaltiger und beachtenswerter Artikel. Bravo!
    Ich selbst höre und sehe mir keine Nachrichten mehr an. Gerade die ZDF-Hauptnachrichten sind dermaßen durchsetzt mit Belanglosigkeiten und Nebensächlichkeiten, dass man verzweifelt eine echte Neuigkeit sucht – und nicht findet. Geboten wird aber viel Indoktrination, Manipulation und einseitige Berichterstattung. Das reicht bis hin zur offenen Propaganda von den politisch korrekten und dem Parteienproporz verpflichteten Chefredaktionen.
    Wie Spliff schon damals gesungen haben: “… die Nachrichten sind das übelste Programm, das es gibt…”

  • Holly01 - 21. April 2013

    Die Politiker werden von ihren Stäben und Beratern systematisch in den Irrsinn getrieben.
    Die Gesetze drücken diesen Irrsinn aus.
    Die Politiker misstrauen ihrem eigenen Volk nicht, sie stehen ihm feindlich gegenüber.
    Jeder Bürger ist ein Ziel, nicht für Werbung, nein für die Überwachung.
    Es ist der pure Wahnsinn der abläuft.
    Menschenjagd ondemand.
    Battlefield ondemand.
    Man möchte meinen es gab nie eine Aufklärung, es gab nie eine Menschenrechtecharta und man könnte denken es gab nie eine Unschuldsvermutung.
    Der Schritt vom angenommenen Täter zum Feind ist winzig klein.
    Die Homeguard wird gerade massiv mit tödlichen Waffen ( zum Beispiel die Nachfolger der dumdum Geschosse, mengenmässig mehr als 4 Schuss pro US-Bürger) ausgestattet.
    Die EU plant den gleichen Mist und hat das bereits in weiten Teilen umgesetzt.
    Diese Truppen werden ausschliesslich innerhalb der USA eingesetzt.
    Die 1% müssen keine Sorgen haben, wenn es so weit ist, dann schauen die das alles in Dubai auf der kleinen Insel live und in Farbe. Der Mob bringt sich gegenseitig um.
    Man ist die Arbeitslosen los.
    win win

  • Malachias - 21. April 2013

    Die Leute von “Craft Intl” standen exakt an der Hauswand im Zieleinlauf, an dem ein Kochtopf explodierte, dies ist gut zu erkennen. Ein wahrlich guter Ort für einen vermeintlichen Terroristen, “unauffällig” vor deren Auge ein Sprengsatz zu platzieren. Auf naturalnews kann man die Bilder sehen und sich ein Bild machen.

    Der Anschlag in Boston war eine reality-show, eine Übung, aber mit echten Hasen und echten Detonationen..

    Über den verwendeten Sprengstoff ist noch nichts bekannt. Die Detonationen waren aber gering, aber durch die Nägel verheerend.
    Ich vermute, die beiden absolut naiv wirkendend Kochtopfbomber hatten schlicht aus Patronen Schwarzpulver gepult.

    Munition wird dann künftig noch stärker reglementiert werden. Im erklärten Ziel, die US Amerikaner zu entwaffnen wird dieser Anschlag genau hineinpassen. Ein vermeintlicher religiöser Hintergrund ist schlicht schmückendes Beiwerk.

  • Franzi - 21. April 2013

    War doch ehrlich gesagt nur eine Frage der Zeit.. Mit Sicherheit stehen schon die ersten Pläne für eine highend Hollywood Verfilmung..

    Viele Grüße

    Franzi

  • Jeronimo - 21. April 2013

    Jeder Mensch der einwandfrei bis 3 zählen kann, weiß bereits dass die offizielle Version wieder vollkommen erlogen ist. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo der kritische Punkt der wissenden übertroffen wird und dann ist es für die da oben aus.

    • Frank Bell - 21. April 2013

      @ Jeronimo

      Ja, das hat man nach 9/11 auch behauptet.

      UND?

      Die Menschen glauben überwiegend die offizielle Version, diffamieren die anderen als “Truther” und haben nichts gegen das DHS, da sie ja nichts zu verbergen haben.

    • Frank - 21. April 2013

      Das sieht die Internetgemeinde bereits schon längst so und stellt sich Fragen

      http://alles-schallundrauch.blogspot.co.at/2013/04/war-tamerlan-am-leben-bei-seiner.html

      http://www.youtube.com/watch?v=bjocGidSLJw

      Bevor aber nicht mehr Details bekannt sind, sollte man den Darstellungen der (Mainstream) Medien jedenfalls wie immer sehr skeptisch gegenüber stehen.

      Persönlich habe ich allerdings auch so das Gefühl, dass hier irgendetwas nicht richtig stimmt.
      Hoffentlich kann der 2. “mutmaßliche Attentäter” bald wieder sprechen und stirbt nicht im Krankenhaus.

  • Marianne Hasenleitner - 21. April 2013

    Ganz ehrlich. Ich bin mit Ihnen absolut einer Meinung.
    Es kommt mir alles sehr sehr seltsam vor übrigens.
    Angeblich ist der Gefangene 19 jährig stabil, könne aber nicht
    reden. Wieso wird er dann nicht aufgefordert unverzüglich zu schreiben, welches
    seine Beweggründe waren.
    Noch etwas seltsames, die Tante die meinte, alles wäre eine Inszenierung haben
    sie nur einmal gezeigt und dann gestrichen. STattdessen wurde immer wieder der
    patriotische Onkel gezeigt, der die Jungs als Loser hinstellte.
    Drittens, wurde die angebliche flucht gefilmt? Bis jetzt NEIN. Dann, warum schoss man
    auf diesen Mann, wenn er schwerverletzt im Boot lag und wie man sagte, er rühre sich nicht.
    Warum 12 Minuten Feuergefecht? Hat jemand gesehen, daß dieser angebliche Terrorist
    zurückgeschossen hat? NEIN!
    DAnn schickt man Journalisten in die gefährlichsten Kriegsgebiete, in tsunamigebeutelte
    Regionen, aber sie dürfen nicht mal filmen, wie ein entwaffneter Terrorist abtransportiert wird?
    Je mehr ich nachdenke, desto inszenierter kommt mir das alles vor. Was weiß man eigentlich
    genau? Nur, daß zwei Jungs beim Marathon mit Rucksäcken waren. Sie wurden weder gefilmt,
    daß sie die Rucksäcke niederlegen, noch hat man sonst irgendetwas gesehen, als immer
    wieder dieselben Fotos. Mir ist das nicht Beweis genug, dass die beiden das Attentat
    begangen haben. Obama braucht derzeit unbedingt Erfolge. Aber mit 10.000 Mann aufzukreuzen und dieses Hollywoodspektakel aufzuführen, sollte scheinbar nach außen hin
    demonstrieren, so stark ist Obama. Mir ist das alles zu schwammig.
    Bin gespannt, ob die den mal vor der Kamera reden lassen den Jungen. Was wetten wir,
    daß das nicht so sein wird, Was wetten wir, daß wir die Verfolgungsjagd nicht zu sehen
    bekommen, was wetten wir, daß wir nicht sehen, wie der junge Attentäter aus dem Boot schoss?
    Ich nehme gerne Wetten an :D
    Mir war und ist schon 9/11 nicht logisch vorgekommen.
    Ich kann den amerikanischen Behörden einfach nichts mehr glauben. DAs ist ein für
    allemal vorbei.

  • Marianne Hasenleitner - 21. April 2013

    Ach übrigens. Jetzt hat man endlich einen Grund, jede STraße zu überwachen in ganz
    Amerika. Prima oder?

  • Hermann Keske - 21. April 2013

    Die USA machen mir Angst. Aus vielen kleinen Szenen entsteht das Bild einer prinzipiell stets gewaltbereiten Gesellschaft, die zudem von irrationalen Ängsten getrieben wird und deshalb auch zu reichlich überzogenen Reaktionen neigt.

    Die verstörende Brutalität der Attentäter wird dann noch überboten von der erschreckenden Brutalität der Amerikaner (jedenfalls offenbar vieler von ihnen). Die Todesstrafe, der sehr häufig brutale Umgang mit Gefändnisinsassen (und deren riesige Zahl), der Umgang mit jugendlichen Straftätern (Stichwort Bootcamps), die Hemmungslosigkeit bei der Anwendung von Folter (undenkbar für ein irgendwie zivilisiertes Volk), die Bereitschaft, mit Massenmördern ungerührt zusammen zu arbeiten, wenn es den wirtschaftlichen Interessen dient, oder auch Morde im Ausland begehen zu lassen aus demselben Grund des wirtschaftlichen Vorteils – bis hin zu der hysterischen Reaktion nach dem Anschlag auf das World Trade Center, als Tage nach dem Anschlag der NATO-Verteidigungsfall (!) ausgerufen wurde, als marschierten größere Truppenverbände Richtung USA.

    Die amerikanische Gesellschaft, soweit sie in den Städten lebt, kommt mir krank vor. Dieses Spektakel von Boston ist ein weiteres Zeichen. Wieviele Morde gibt es täglich in New York? Soviel wie in der ganzen Bundesrepublik? Wenn die USA das Paradies sein sollen, will ich lieber nicht danach fragen, wie man sich dann die Hölle vorzustellen hat.

  • Frank Bell - 21. April 2013

    @ Hermann Keske

    Gefängnisse in den USA sind überwiegend private Firmen, und da regiert nur das GELD. Die werden nach markt-liberalen Prinzipien geführt und dienen NUR dazu, die Eigentümer der Firma reicher zu machen.

    Und was das WTC angeht:

    Wo war die rot-grüne Friedensbewegung in Deutschland? WEG. Stattdessen hat man gejubelt, als rot-grün in Afghanistan einmarschiert ist. Schrecklich.

  • Robert - 22. April 2013

    Seit den Aktionen von Ben S. Bernanke, besser schon seit 9/11 aber spätestens jetzt haben die USA jegliches, ich betone jegliches Recht verwirkt, der Staatengemeinschaft anzugehören. Die Elite dieses Landes gehört außerhalb des Raumes im luftleeren Bereich angesiedelt.

  • RS - 22. April 2013

    Man sollte nur nach Deutschland schauen. In diesen seltsamen News Sendern wie NTV/N24, deren Businessmodel sich mir nicht erschliesst, fällt die die Propaganda und Militarisierung der Propaganda penetrant auf. Irgendetwas bzgl. Syrien usw. und es wird dieser Propagandamüll den Leuten bis zum Erbrechen reingeschoben. Ich bin sicherlich kein Pazifist aber die Aggressivität in den Medien hat für mich schon psychotische Züge und das wird über kurz oder lang auch auf die Teile der Bevölkerung abfärben, welche noch MSM konsumieren.

    Im Presseclub Sonntags kann Ich mir die Desinformation mit dem üblichen Geschwafel schon lange nicht mehr anschauen. Praktisch bei jedem dieser Vertreter dort frage Ich mich wer denn jetzt auch noch neben seinem Presseausweis noch einen vom BND/VS/Partei hat. Vielleicht bin Ich heute auch nur informierter, aber mir ist diese Runde bis vielleicht Ende der 90er nicht so glattgebügelt vorgekommen.

  • Lothar - 22. April 2013

    Auch wenn du recht hast an der Darstellung der Aktion, die ersten Saetze machen dies zum schlechtesten Artikel denn ich je von dir gelesen habe SLE.

    Wer glaubt das die Beweislage eindeutig ist glaubt auch das Frau Merkel mit ihren Rettungspaketen nur den armen hungernden und obdachlosen Griechen helfen will.

    Im Gegenteil alles wirklich alles bis hin zu der Toetung des ersten und fast-Toetung des zweiten Verhafteten sagen das hier alles zweifelhaft ist und eigentlich sofort eine unabhaengige internationale Untersuchungskommision eingeschaltet werden sollte bevor hier wieder innen- und aussenpolitisches Porzellan zerbrochen wird.

    • SLE - 22. April 2013

      Hallo Lothar,

      wenn Sie meinen Aufsatz sehr genau lesen, wird Ihnen klar werden, dass ich IMMER und sehr bewusst von “mutmaßlichen” Attentätern gesprochen habe. Sie werden dann auch zugeben müssen, dass ich insofern zunächst auch NICHT die beiden Gejagten als Menschen bewertet habe, die sich “in eine kranke Gedankenwelt verirrt haben und gemeingefährlich geworden sind”, sondern diejenigen, die das Attentat von Boston verübten – wer immer das ist.

      Gleichwohl sind die beiden Gejagten Verdächtige und ich habe im Post lediglich geschrieben, dass es richtig und gut ist, sie dingfest zu machen – um dann die Schuldfrage zu untersuchen. Letzteres haben die US-Behörden offensichtlich hintangestellt und das kann man keinesfalls begrüßen – jedenfalls nicht in einem Rechtsstaat. Die Jagd auf die beiden Verdächtigen mit einer bis an die Zähne bewaffneten Streitmacht und Medien, die alles filmten, kommentierten und in die Welt trugen, ist definitiv nicht zu begrüßen und in höchstem Maße besorgniserregend.

      Nicht jeder wird das alles so unmittelbar reflektiert haben, aber – so vermute ich – viele hatten dabei ein ähnlich mulmiges Gefühl. Genau deswegen habe ich diesen Kommentar geschrieben. Wenn Sie den Kommentar schlecht finden, dann soll es mir recht sein. Jeder Leser bewertet das für sich.

      Viele Grüße
      SLE

  • Holly01 - 22. April 2013

    Zumindest eine Sache hat geklappt. Da fragt keiner mehr nach Schuldenobergrenzen oder Kosten.
    Jetzt wird erstmal wieder tief in dei Tasche gegriffen und das Geld in beide Hände genommen.
    Es sind nur nicht die amerikanischen Taschen in die gegriffen wird.
    Das Zwillingsdefizit wird sich ausweiten, da bin ich mir relativ sicher.
    Noch 2 oder 3 inszinierte Anschläge und der amerikanische Präsident kann auf jedes beliebige Land zeigen und eine kleine Geschichte erzählen, warum gerade dieses Land jetzt dran ist.
    Ich hätte je damit gerechnet, daß die uns erzählen das waren nordkoreanische Raketeneinschläge in Boston ……. und die 4h Verspätung zum Marathonstart rühren von der Zeitverschiebung.

    • SLE - 22. April 2013

      Hallo Holly01,

      ich habe in der Washington Post gelesen, dass ein Analyst allein die Kosten der wirtschaftlichen “Stillegung” von Bosten auf 250-333 Mio. USD pro Tag geschätzt hat. Die Kosten des Einsatzes selbst sind da wohl noch nicht drin.

      http://www.washingtonpost.com/blogs/wonkblog/wp/2013/04/19/the-entire-city-of-boston-has-shut-down-how-much-will-this-cost/

      Aber was ist das schon, angesichts der Schulden, die die US-Regierung sowie die Bundesstaaten und Gemeinden angehäuft haben!? Darüber redet dort jetzt erst mal keiner mehr, das stimmt. Die Frage ist nur, wie lange das vorhält.

      Grüße
      SLE

  • Wolfgang Waldner - 22. April 2013

    An der Geschichte stimmt vielleicht gar nichts:

    http://www.cluesforum.info/viewtopic.php?f=24&t=1602

    Der Held von Boston, erkennbar an Cowboyhut und Flagge scheint gerade noch auf das Zeichen der Regie zu warten (Vorsicht, Blut, sieht zumindest so aus):

    http://jto.s3.amazonaws.com/wp-content/uploads/2013/04/wn20130417n1b.jpg

    Das Glas ist in der falschen Richtung gefallen, von innen nach außen auf die Straße.

    Hier tritt der Cowboy erst mal den Zaun nieder auf eines der Opfer:

    http://www.standard.co.uk/incoming/article8574441.ece/binary/original/boston+bombs.jpg

    Die vielen Ärzte sind anscheinend nur die Straße auf und ab gelaufen, wenn der mit dem Cowboyhut dann den Schwerverletzten abgebunden und gerettet haben soll.

  • Rolmag - 22. April 2013

    Die haben auf der Flucht einen Polizisten ermordet, dann hätten sie auch noch einen zweiten und dritten usw.. Die Amis haben das genau richtig gemacht, besser so als weitere Menschenleben zu gefährden. Die beiden waren bewaffnet, möglicherweise auch mit Sprengstoff (!) und zu allem entschlossen. Wer versucht hätte, sich denen zwecks Verhandlungen zu nähern, dem, hätten die eins verpasst. Außerdem hat man so ein klares Signal ausgesandt, wer so etwas macht den erwischen die mit allen Mitteln.

    Außerdem finde ich das Beispiel Rambo nicht so gelungen, denn so wie der sich durch die Reihen der Bullen häckselt, ist das eher ein Argument für so einen Groß-Einsatz. Das mit dem Vollquatschen funktioniert meist nur im Film, erst recht wenn der oder die Verfolgte(n) sicher mit lebenslanger Haft oder der Todesstrafe rechnen müssen. Der Staat muss so handeln, Gewaltmonopol und so, nicht wirklich schwer zu verstehen.

    Wer meine Meinung nicht teilen mag, muss dann so mutig sein, dass er oder sie ganz allein und unbewaffnet zu dem Boot mit dem Verdächtigen darin gegangen wären um ihn zu beschwatzen.

    Außerdem, wenn man von 150 Beamten umstellt ist und überall Gewehrläufe blitzen, dann hat das eine ganz andere psychologische Wirkung als wenn sich da ein einzelner Streifenwagen in der Landschaft verliert.

    • SLE - 22. April 2013

      Hallo Rolmag,

      wofür gibt es dann bei Polizei und Militär eigentlich Spezialeinheiten bzw. Eliteeinheiten – wenn man zwei bewaffnete und gefährliche Männer nur mit einer bis an die Zähne bewaffneten Armee stellen kann?

      Grüße
      SLE

    • Holly01 - 22. April 2013

      @ Rolmag :
      Ich plädiere für Luftangriffe. So ein Einsatz der Luftwaffe ist sehr beeindruckend und man geht kaum Riskien für die Piloten ein.
      Vielleicht hätte man auch eine Drohne nehmen können. Da gibt es nicht einmal Piloten, nur Joysticks.
      Jeder Bürger sollte seine Vollautomatik und ein paar Handgranaten immer bei sich tragen. Dann gäbe es solche Probleme überhaupt nicht. Im Kreuzfeuer der Bürgerwehr wäre kein Platz für Terror.

  • Jörg - 22. April 2013

    Wie verlogen die Ermittlungsbehörden sind, sieht man daran, daß das behauptete Video, auf dem Dzhokhar zu sehen sei, wie er ein Bombe plaziere, plötzlich völlig vergessen ist.

    Siehe: http://willyloman.wordpress.com/2013/04/21/boston-bombing-msm-creates-new-official-story-video-of-dzhokhar-planting-bomb-is-forgotten

  • Russe - 22. April 2013

    Vllt. sollen die Amis die Unterstützung von Islamisten im Ausland runterfahren, dann würde die auch weniger Probleme im Lande haben.

  • Russe - 22. April 2013

    Ah ja über alle so friedvolle Abrahamitische Religionen schreibe ich hier nichts.

    • Holly01 - 22. April 2013

      Es ist schön, wie sie hier ganz nebenbei auf eine der festtesten Verbindungen der medialen Religionen hinweisen.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Abrahamitische_Religionen
      Es wird leider viel zu wenig beachtet und gewürdigt, wie nahe sich die Wuzeln dieser 3 Religionen sind.
      Wenn der nächste Ihnen erzählen will, wie radikal Religion sei, dann denken Sie vielleicht an die Verbindungen der Religionen und die Zerwürfnisse der Politik.

      • Frank Bell - 22. April 2013

        Wir erleben ja regelmässig Selbstmordattentate, verübt von Juden oder Christen… Oder wie war das gemeint?

        • Russe - 23. April 2013

          Die Juden und Christen haben so viele auf dem Gewissen, davon können die Muslimen nur träumen. Gemeint war, dass das die gleiche Sauce mit demselben Ursprung, der die effektive Kontrolle und Ausspielung aller Religionen gegeneinander erlaubt.

          • Holly01 - 23. April 2013

            Gemeint war von mir :
            Religion ist eine sehr persönliche Sache. Mit allen Empfindlichkeiten die damit verbunden sind.
            Gewalt ist selten religiös, aber häufig politisch motiviert.
            Auch Kirchen (die angeblichen Vertreter der Gläubigen) machen Politik.
            Politik ist zumeist recht einfach auf wirtschaftliche Interessen herunterzubrechen.

  • Hermann - 22. April 2013

    Ich weiß nicht… Wieso schreibt der Autor:

    “…wobei die Medien das alles weltweit in schlimmster Reality-TV-Manier haarklein und exzessiver Breite auf die Fernsehbildschirme der Menschen in aller Herren Länder transportierten. Es war unmöglich, dem zu entkommen.”

    Was heißt hier “unmöglich” ?? Ich habe von dem ganzen Mist NICHTS mitbekommen, wenn ich mal von einigen Headlines absehe. Wer sich solche Meldungen reinzieht ist selbst schuld. Es ist sehr, sehr leicht, sich dem zu entziehen.

  • Häschen - 22. April 2013

    Interessant war auch. Im österreichischen TV waren 2 Onkels zu sehen. Der eine der von ‘Versagern’ sprach und einer weiter, der an sich die beiden ‘aufrief’/empfahl sich zu stellen. Im Deutschen TV und auf Euronews fehlte der bedachtere Onkel, der zumindest über den Junior eine andere Meinung hatte – im Sinne von – wenn es so wahr, dann ist er mit dem Bruder mitgezogen. Wer weiß genaues. Mir stellt sich eher die Frage, wenn er der Mitläufer war, ob er dann ein Gürtel mit Sprengstoff trug.

    Ich habe gesehen die beiden mit Rucksäcken, aber nicht wie sie hinstellten. Deswegen erlaube ich mir kein Urteil. Aus dem was ich aus dem Fernsehen sah, kann man alles schließen.

    Habe mich auch gefragt was das für eine irre Inszenierung mit Applaus der Bevölkerung am Ende war. Spricht mal ja nix dagegen, dass es nicht die falschen waren. Das war die offizielle Einweihungsfeier für die Beschränkung der Bürgerrechte. Ich hätte da nix gegen ein Ausgehverbot, schlafe ich halt weiter, übers Wochenende wär es etwas übel, aber unter der Woche … unsere Kobra hat auch gesagt, so eine Bedrohung haben wir in .at nicht, dass wir müssten so restriktive Maßnahmen ergreifen. Bei uns spielen sie was ordentliches im Fernsehen, dann bleiben die Leut eh zuhause….

  • klaus - 23. April 2013

    Tja, was soll man sagen?
    Eine bittere Tat oder was kommt wird bitter.
    Denn Homeland-Security mit allem Drum-Und-Dran
    wird weder Billig, noch für die Konjunktur in den Staaten
    förderlich und die Menschen wieder etwas mehr
    in seinen Rechten einschränken.

    Ich will nicht ablenken, aber es braut sich
    auch in Europa wieder was zusammen.

    Neben der Tatsache, das der Erzbischof von Canterbury
    die Zerschlagung einer Großbank fördert und Ihre nützlich
    Arbeit auf lokale Banken verteilen möchte.

    http://www.telegraph.co.uk/finance/newsbysector/banksandfinance/10011468/Break-up-large-bank-to-create-regional-lenders-argues-Archbishop-of-Canterbury-Justin-Welby.html

    Will Mutti jetzt nach einigen Fehlabläufen der letzten Tage,
    die letztliche REGIE an EUROPA übertragen? Wer hat denn da das Sagen?.

    http://www.telegraph.co.uk/finance/economics/10010352/Angela-Merkel-Europe-has-the-last-word-in-certain-areas.html

    Man könnte meinen, das die Furcht eines 2ten Hoeneß einkehrt.
    Sicherlich ist dadurch ganz schön Bewegung in die Abläufe gekommen.
    Aber jetzt direkt unser Wohl und Weh, am Grundgesetz vorbei, nach Europa zu
    übertragen, das ist ganz schön viel.

    Dieser zwanghafte Drang zur Macht ist ja schlimm.
    Die werden uns den Bernd Lucke doch nicht erschiessen wollen?
    Verbal sehen die Versuch schon brechstangenmäßig aus.
    Mit Wiederholung !

    ;)

    Gruß klaus

  • Weltbürger - 26. April 2013

    Hallo SLE,
    schätze deine Beiträge wirklich sehr. Doch diesen hätte man mit etwas größeren zeitlichen Abstand schreiben sollen, vor allem wenn man sich um ein solch emotionales Thema handelt, wo man aufgewühlt und noch nicht so viele Fakten bekannt sind.

    Dieser martialischer Auftritt der Sicherheitkräfte war eigentlich (beim tieferen Überlegen) verständlich, auch wenn es einem doch etwas übertrieben vorkam. Denn man Schickt lieber paar Leute mehr als weniger und wenn was schiefgeht, sich erklären muss wieso man zu wenige Leute hingeschickt hat.
    Es war nicht klar, ob es weitere Mittäter gibt, ob die zwei wieter Bomben versteckt werden usw.

    Dass die Sicherheitskräfte zu blöd waren, bei der Durchkämmung des Gebietes wo der Atentäter sich verteckt hat in ein angedecktes Boot zu scheuen, wodurch sich die Suche verlänger und ausgeweitet hat und der besitzer des Bootes die Sicherheitkräfte auf den dort verstäckten Attentäters aufmerksam machen müsste, ist andere Geschichte. Die, wie sich mit der Zeit heraustellt, nicht die einzige Panne der Amerikanischen Sicherheitbehörden ist.

    Noch was zu der Kritik an amerikanischen Medien. Die haben sich wirklich nicht mit Ruhm beckleckert, sogar vor allem auch die seriöseren wie CNN. Schuld daran ist der immer brutaler Konkurenzkampf untereinander, verschärft durch die Sozialen Netzwerke um die schnellste und “beste” headline.
    Glücklicher weise gibts in den USA korrektive, die auf lustige weise dies anprangern, so wie es die Daily Show mit Jon Stewart und auch the Colber Report mit Stephen Colbert http://www.thedailyshow.com/

    Und was die Kritik an Öffentlich Rechtlichen medien in DE angeht. Die machen ihre Sache meistens schon richtig gut und können froh sein diese in solcher ualität zu haben. Vor allem toll das Deutschlandradio, mit Sendungen wie z.B. Hintergründe http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/

    Gruß
    Gregor

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