Das war 2015: Polens neue Regierung zertrümmert die letzten Fantasien vom einigen und starken Europa

von am 31. Dezember 2015 in Allgemein

Bei den Parlamentswahlen am 25. Oktober haben die Polen die regierende liberale Partei „Bürgerplattform“ (PO) und damit auch deren austeritätspolitischen Kurs abgewählt und die nationalkonservative Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) von Jaroslaw Kaczynski mit der absoluten Mehrheit (235 der 460 Sitze) ausgestattet. (1) Keine Frage, diese absolute Mehrheit hat die PiS genutzt. Allerdings in einer Weise, die die Bevölkerung zu Massenprotesten auf die Straße trieb (2) und die Europäischen Union schockierte (3).

Führungspositionen im öffentlichen Sektor, etwa bei der Polizei und den Geheimdiensten sowie in Staatskonzernen, wurden rasch neu besetzt. (4) Auch ein NATO-Spionagezentrum wurde gestürmt, dessen polnischer Leiter ausgetauscht. (5) Und das war erst der Anfang. Mit einem neuen Gesetz über den Staatsdienst sollen laut Medienberichten (6) die Ausschreibung und der offene Wettbewerb bei der Besetzung von Führungspositionen abgeschafft und durch politische Ernennungen ersetzt werden. Alle bisherigen Behördenleiter sollen 30 Tage nach Inkrafttreten des Gesetzes abgelöst werden. In Kraft getreten ist bereits ein Gesetz, welches das Verfassungsgericht entmachtet (7) und ebenso wie die Medien (8) unter die Kontrolle der neuen Regierung bringt. Die PiS baut die Demokratie zurück und nicht nur das.

Keine Frage, die neue polnische Regierung schert sich auch nicht mehr um das, was für die Europäische Union vereinbart wurde. Was in Brüssel für Europa geplant und beschlossen wird, scheint ihr gleichgültig zu sein – und Brüssel schaut konsterniert und letztlich machtlos zu.

Es ist kein Wunder, dass jetzt so etwas in Polen geschieht. Jaroslaw Kaczynski macht keinen Hehl aus seinen Vorstellungen. Nur im Wahlkampf hat er sich zurückgehalten. Und natürlich hat er gesehen, was die Vereinbarungen auf europäischer Ebene zur Bewältigung der Flüchtlingskrise tatsächlich wert sind: Nichts. Sie werden von den Mitgliedstaaten, die damit nicht einverstanden sind, einfach nicht umgesetzt.

Polens neue Regierung wird damit zum Symbol für den rapiden Niedergang des Gedankens eines einigen, starken Europas und das ist die Konsequenz einer von spezifischen nationalen Interessen dominierten und offensichtlich verfehlten europäischen Krisenpolitik.

Mehr noch scheint damit die Flüchtlingskrise zum Endpunkt für die bisherige krisenpolitische Linie Europas und vor allem für den in der Krise forciert vorangetriebenen Prozess der Zentralisierung von Entscheidungskompetenzen in der Europäischen Union geworden zu sein. Was für ein Desaster! Polen macht nach Ungarn Nägel mit Köpfen. Aber die letzten Wahlen in verschiedenen Mitgliedstaaten zeigen, dass in immer mehr Mitgliedstaaten der EU eine Abkopplung von einem politisch aus Brüssel gesteuerten Europa gewollt ist und tatsächlich auch stattfindet.

Doch es ist nicht in erster Linie die Europäische Kommission, die dies zu verantworten hat, sondern der Europäische Rat. Denn die Staats- und Regierungschefs selbst haben die richtungsweisenden Entscheidungen für Europa und für die europäische Krisenpolitik getroffen. Einige Regierungen, die diesen Kurs unterstützten, wurden deswegen inzwischen von ihren Bürgern abgewählt. In Griechenland steht das politische System mittlerweile kurz vor dem Kollaps, weil es offensichtlich keine der großen Partei es schafft, den von Brüssel aufoktroyierten austeritätspolitischen Kurs zu verlassen. Scheitert die Tsipras-Regierung in Athen, drohen eine Zersplitterung des Parteiensystems Griechenlands und massive Probleme, regierungsfähige Mehrheiten zu bilden. Griechenland drohen die politische Lähmung, der finanzielle Tod und eine wirtschaftliche und soziale Katastrophe. Das wäre eine verheerende und schockierende Bilanz für die europäische Krisenpolitik.

Polen scheint hingegen ein Beispiel für das entgegengesetzte Extrem zu werden: Für eine weitest gehende Abkopplung und Negierung von Brüssel bzw. von Entscheidungen des Europäischen Rates.

Wem diese Zusammenfassung des Standes der Auswirkungen der europäischen Krisenpolitik noch nicht deutlich genug ausfällt, dem sei gesagt, dass sich die Europäischen Union offenbar gerade – zunächst politisch –auseinanderzudividieren beginnt. Entweder aus eigenem Antrieb, wie in Polen oder als Folge der großen Abhängigkeit von den politischen Entscheidungen in Brüssel, wie im Falle Griechenlands.

Der Prozess der Zentralisierung von Entscheidungskompetenzen auf europäischer Ebene hat damit einen bitteren Endpunkt erreicht. Der britische Premier David Cameron liegt nunmehr mit seinen Forderungen der Beschneidung von Brüssels Kompetenzen nicht mehr nur im Trend, sondern ist von aktuellen Entwicklungen scheinbar bereits überholt worden. Allerdings ist die Beschneidung der Kompetenzen kein Konzept für Europa, sondern im Grunde schlicht dessen Negation. Einen positiven Entwurf eines anderen Europas, eines dezentralisierten und auf seine Vielfalt setzenden Europas, eines Europas der Regionen etwa, den gibt es jedoch nicht.

Und damit dürfte 2016 ein äußerst schwieriges Jahr für die Europäische Union werden. Die europäische Krisenpolitik hat die Europäische Union nicht aus, sondern erst so richtig tief in die Krise hinein geführt. Das ist auch für die Bundeskanzlerin keine gute Nachricht. Aber noch etwas zeigt das Beispiel Polens: Die Wähler tragen letztlich die Verantwortung für ihre Wahlentscheidungen und damit auch für das, was aus der Europäischen Union wird.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: info.sle@web.de

Print article

170 KommentareKommentieren

  • Holly01 - 31. Dezember 2015

    Hallo SLE,
    danke für den Text und einen guten Rutsch ins Jahr 2016.
    lg Holly

    • Querschuss - 31. Dezember 2015

      Hallo SLE,
      auch von mir ein besonders herzliches Danke für deine Artikel hier!! Dir und allen Lesern ein gutes Jahr 2016!

      Gruß Steffen

  • Eurelios - 31. Dezember 2015

    Hallo SLE,
    danke für die vielen sehr guten Artikel im Jahr 2015. Wünsche Dir und allen Lesern
    einen guten Rutsch ins Jahr 2016 das bestimmt sehr spannend werden wird.

    Liebe Grüße

    Eurelios

  • Hunsrueckbauer - 31. Dezember 2015

    tja, die Eliten (Raffkes) der EU zerlegen die EU des Volkes im Namen und für die USA. Die Staaten der EU werden dank der Transatlantiker politisch und wirtschaftlich im Nirwana der Geschichte verschwinden. Das einzig Gute daran ist, dass die USA dem Untergang, der ihnen von den Vasallen hinausgezögert wurde, folgen werden. Sie werden an ihrem american dream, der für die meisten mehr und mehr zum alptraum wurde, verrecken – Hurra.

    Ich danke für wieder ein Jahr hervorragende Analysen, Darstellungen und Erklärungen sowie Stellungnahmen zu politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen. Ihr Querschießer seid eijne Bereicherung der Informationsmedien und ohne euch wäre die Welt ärmer.

    Ich wünsche guten Rutsch und ein friedliches Jahr 2016.
    Hunsrückbauer

  • JL - 31. Dezember 2015

    Wer nur fremden Mächten dient hat nunmal kein Lob verdient. Oder um es mit Cäsars Worten zu sagen: Man liebt den Verrat, aber nie den Verräter.

    Wohin die EU driftet ist den interessierten Beobachtern und Entscheidern im EU- Raum nicht entgangen.

    Kerzenverordnungen sind wichtiger als Krisenvorsorge, Kredite sind besser als Wirtschaftsaufbau und kleine Hitlers in Europas Randbereich am Leben zu erhalten wichtiger als Einsicht in TIPP und anderen vorgesehenen Verträgen- daran nämlich könnte die Europäische Demokratie scheitern, so der Slogan aus Brüssel.

    Erkennbar wird, daß es ein eigenes Selbstverständnis zu Europas Staaten und Regionen nicht gibt. Genauso Erkennbar ist auch jegliches Fehlen einer selbstständigen Außen- und Wirtschaftspolitik. Im Ergebnis dessen muß Europa von vielen nur als Last empfunden werden. Kurz- Europa macht arm und was arm macht will man nicht!

    Das haben auch die Polen erkannt und sondern sich nun zunehmend von den europäischen Gralshütern ab. Vor allem die letzten Ereignisse dort und der mediale Aufschrei hier lassen die bisherigen Infiltrationen aus Brüssel schonmal grob erahnen.

    Während sich jahrzehntelang die verschiedensten Europäischen Länder als Vermittler bei Konflikten hervortaten ist man nun Teil der Konflikte und scheut weder Kosten noch Mühen um den großen amerikanischen „Bruder“ zu gefallen- die EU ist zu einem Vasallen mutiert. Wer also nur halbwegs bei Verstand ist meidet somit diese „Gemeinschaft“ wie der Teufel das Weihwasser.

    Eigentlich wäre es das meinerseits schon gewesen, aber ich möchte gern noch auf den finanzpolitisch eingebauten „Ressetknopf“ der EU kurz hinweisen.

    Und das ist der Zerfall des Euros in nationale Währungen.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL
    PS: Allen auch alles Gute fürs neue Jahr!

  • klaus - 31. Dezember 2015

    Alles gute fürs neu Jahr an Alle.
    Vielen Dank für die vielen Hinweise, die in diesem Blog
    zu finden waren.

    Tja, es wird spannend mit Europa bis nach der Wahl 2017.
    Und es sieht aus, als ob nicht alle Staaten den Weg
    kommentarlos mitgehen.
    Die Wahlen werden für manchen Politiker kummersam.
    Ich meine natürlich die Politiker, die sich Gedanken machen. ;)

    Also locker ins Jahr 2016.

    Grüße klaus

  • Hartwig - 31. Dezember 2015

    Das war ein Teil von 2015:

    ….Neben seinem Alkoholkonsum arbeitet der bekennende Alkoholiker Juncker für Frankreich. Juncker will die Vertiefung der Währungsunion in einem Weißbuch im Frühjahr 2017 konkretisieren. Dazu gehören ein europäisches Schatzamt und ein Haushalt für den Euroraum.

    Der Plan des Trinkers ist natürlich absurder Unfug. Der Bericht schlägt immer neue Schritte vor, ohne zu analysieren, warum die Währungsunion bisher so schlecht funktioniere.

    —-
    ….In den Niederlanden ist es jetzt offiziell legal, Fahrunterricht für Sex anzubieten. Einen »Ritt für einen Ritt« nennt man diese Praxis. Und die Politik findet das völlig in Ordnung, solange die Fahrschüler volljährig sind.

    —-
    ….Der Zuzug fremder Arbeitskräfte nach Deutschland war nur bis 1973/74 betriebs- und volkswirtschaftlich sinnvoll i.S. einer merkantilistischen Politik. Danach reduzierte sich die Bedeutung des Produktionsfaktors “menschliche Arbeit” immer weiter, je mehr es gelang, die Produktionsleistungen auf Maschinen und die Digitalisierung zu übertragen. Was sollen bitte die sog. “Flüchtlinge” hier, in deren Ländern allesamt in den nächsten 24 Monaten freie Wahlen stattfinden? ( Die Flüchtlingsfrage besitzt kein Sachargument. Es ist eine moralische Frage. Diese ist schlimmster Art, denn als die werten Nachbarn die sog. “Vertriebenen” bestialisch abschlachteten und die Volksdeutschen von 88mio auf 68 mio dezimierten, ist bis heute kein Faktor der moralischen Landschaft. Was für eine Feigheit. Die Tschechen schlachteten die Volksdeutschen ab und präsentieren heute die Bauwerke der Sudetendeutschen als tschechische Kultur: peinlicher geht es nicht mehr. Und das vier Autostunden von mir aus. Das ist moralischer Verfall von biblischem Charakter.).

    —-
    …Der finnische Europaabgeordnete Paavo Väyrynen von der regierenden Zentrumspartei vergleicht Finnland gerne mit den Schweden: “Die schwedische Wirtschaft ist seit 2008 um acht Prozent gewachsen, während unsere um sechs Prozent geschrumpft ist”, so Väyrynen, “Deshalb ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um eine größere Debatte anzustoßen, ob wir in der Euro-Zone bleiben sollen oder nicht.” Der [finnische] Außenminister hat recht, dass Finnland nie dem Euro hätte beitreten dürfen. Dummerweise ist ein Austritt aber wesentlich schwieriger, als wenn das Land nie dem Euro beigetreten wäre.”

    —-
    …Wie jetzt bekanntwurde, hat unter Führung der Banca d’Italia und der Banque de France eine Handvoll Notenbanken insgeheim für mehr als 720 Milliarden Euro zusätzliches Geld in die Märkte der Eurozone gepumpt, ohne Politik und Bevölkerung darüber zu informieren.

    —-
    …Die lex AfD sollte die AfD ruinieren: so schaltet man in Deutschland politischen Wettbewerb aus und selbst Querschuss Denker meinen, Polen als Beispiel anführen zu müssen sei passend. Ich lache mich wirklich kaputt. Was mit der lex AfD vor sich ging war Faschismus und Diktatur der wiederlichsten Weise.

    In § 18 wird festgelegt, daß PARTEIEN Geld für die erzielten Listenstimmen erhalten. Die Direktkandidaten bekommen aber kein Geld – nichts. Unabhängige Kandidaten sind damit von jeder Rückerstattung ausgeschlossen.

    Parteien sollen Wähler gewinnen – dafür sind sie da. Bekommen aber neue, noch nicht etablierte Parteien plötzlich viele Stimmen, dann wird ihnen das ihnen eigentlich zustehende Geld unter dem Vorwand vorenthalten, daß sie nicht genug sonstige Einnahmen gehabt hätten. Diese “Relative Obergrenze” dient also nur dazu, den Aufstieg neuer attraktiver Parteien zu hemmen. Genau darum geht es jetzt bei der “lex-AfD”!

    Dem gleichen Zweck dient die 0,5-Prozent-Untergrenze. Neugründungen sollen unterbleiben, man sorgt dafür, daß deren Mitglieder gleich auf allen Kosten sitzen bleiben.

    Höchst komplizierte Berichtspflichten bauen Fallen auf, um kleine Parteien ohne spezialisierte Buchhaltungsabteilung mittels Geldstrafen zu zerschmettern.

    Geradezu pervers war, daß das Gesetz zwar erst ab 2016 gelten soll, die Berechnungsgrundlage für staatl. Mittel aber bereits für 2015 gilt. Damit wollte man die AfD um ca. 2 Mio. schädigen. Diese 2 Mio. hätte der Steuerzahler nicht gespart, sondern sie wären unter den Altparteien aufgeteilt worden. Die Strategie der Altparteien haben die Mitglieder und Gönner der AfD mit vielen Kleinspenden durchkreuzt. Zumal viele Spenden noch gar nicht auf dem zentralen AfD-Konto sein können, da viele Mitglieder die Spenden direkt an Konten ihrer Kreis-oder Landesverbände zahlten. Diese Beträge können ja erst nach und nach der Zentrale gemeldet werden.
    —-

    ….Die öffentliche Empörung führte sogar bei der ansonsten TTIP-freundlichen Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu einem Protestartikel („Amerika soll bei unseren Gesetzen mitreden“, 27. Januar 2015).

    Zu diesem Regulierungs-Kapitel hat nun die EU-Kommission im Mai 2015 einen Textvorschlag in die Verhandlungen eingebracht, mit dem noch viel Abenteuerlicheres geplant ist (EU-KOM 2015). An versteckter Stelle tauchen dort nämlich im Artikel 2 c „international bodies“ auf. Im Original (EU-KOM 2015): „international bodies or fora in which both Parties’ regulators and competent authorities at central level participate, including as observers, and which provide requirements or related procedures, recommendations or guidelines on the supply or use of a service, such as for example authorization, licensing, qualification or on characteristics or related production methods, presentation or use of a product.“

    Diese „bodies“ liefern „documents“, die in der TTIP dann als Rechtsakte gewertet werden, als „international instruments“. Diese „instruments“ müssen dann (so Artikel 10 2 b 1, präziser noch Artikel 13 2) von den vertragschließenden Parteien umgesetzt werden („implemented“).

    Die „bodies“ oder Gruppen, deren Empfehlungen von den USA und der EU umgesetzt werden sollen, sind nicht benannt, eine Liste (gar eine abschließende Aufzählung) fehlt. Die Definition umfasst sichtbar nicht nur gegenwärtige bestehende „bodies“, sondern auch erst künftig einzurichtende. Der genaue Inhalt der zu befolgenden „documents“ wird ebenfalls nicht angegeben. Die Zahl dieser „bodies“ in denen solche außerparlamentarischen Regel- und Normsetzungen heute schon entstehen, ist in den letzten zwei Jahrzehnten von einigen Hundert auf heute über zweitausend gestiegen.

    ————————————

    So kann man seitenweise fortfahren. Die EU , weder die Kommission , noch die Bürokraten lieferten bisher einen für mich erkennbaren Mehrwert. Selbst unsere “Lebensmittel” sind heute mit mehr Rückständen belastet als je zuvor.

    Die Idee, das man es noch schlechter machen kann ist empirisch nicht evident. Der Erfolg der EU ist stochastisch nicht signifikant und überzeugt das tumbe Wahlvolk nicht, dass sich in Deutschland auch noch als ausländerfeindliches Pack beschimpfen lassen muss und dass von einem Parteileiter, den 70% mit 29% wählten, also 1 aus 5.

    Fassungslos bin ich lediglich wegen der Verharmlosung der EU und der Harmlosigkeit der Diskussion um diesen Pensionsverein. Das Ding gehört krachend in den Orkus der Geschichte. Und warum traut sich das in 2015 immer noch niemand auszusprechen? Na, dann. Vielleicht in 2016.

    • paernu - 3. Januar 2016

      allen ein gutes neues Jahr.

      Dir, Hartwig klasse zusammen gefasst!

  • Basisdemokrat - 1. Januar 2016

    ” Die Wähler tragen letztlich die Verantwortung für ihre Wahlentscheidungen und damit auch für das, was aus der Europäischen Union wird.”
    Dumm nur, wenn, um es mit Volker Pispers zu sagen, “einem nur Scheiße in verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten wird.
    Allen Foristen hier ein Gutes Neues Jahr
    Gru0 BD

    • Holly01 - 1. Januar 2016

      .. oder man wie Griechenland eine Gruppe wählt die die Politik ändern will und dann sogar noch einmal Abstimmen läßt, um mehr drive zu bekommen … und dann doch wieder den alten Wein vorgesetzt bekommt ….
      …. oder wie in Portugal wo man links gewählt hat, um dann rechts vorgesetzt zu bekommen und links durfte erst einen Versuch machen, nachdem man ein Misstrauensvotum gegen rechts im Parlament hingelegt hat und sich dann auch noch (ratata … ) schriftlich Auflagen machen musste, was man alles nicht darf, als man denn Regierung wäre ….

      Ich bin da etwas gespalten, wenn ich mich frage, wie man da als Wähler reagieren sollte…… ich halte ja nix von Gewalt, aber eine Sitzblockade des Parlaments mit 1 Mio Bürger dürfte es da schon sein …

      • Holly01 - 1. Januar 2016

        Wozu gehen wir überhaupt noch wählen? Wir werden doch sowieso veralbert.

    • Stepe - 1. Januar 2016

      Hallo Basisdemokrat,

      der Wähler trägt nicht die Verantwortung für Ihre Wahlentscheidung, denn sie entscheiden nichts.
      Der Parlamentarier ist nur seinem Gewissen verantwortlich und auch nicht wegen Bestechung zu belangen.
      Was ist da Wahlentscheidung?

      Allen Frohes neues Jahr Stepe

  • SLE - 1. Januar 2016

    So, das neue Jahr hat begonnen und ich denke, es wird spannend werden. Das gilt ganz sicher für die Europäische Union, aber auch in Bezug auf die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte. Es wird also sicher viel zu analysieren, zu kommentieren und zu diskutieren geben und ich bedanke mich ganz besonders bei allen, die sich in 2015 – und hoffentlich auch weiterhin – mit anregenden und für uns sehr wertvollen Kommentaren in diesem Blog eingebracht und ihn noch lesenswerter gemacht haben.

    Für das Neue Jahr wünsche ich allen Lesern und Kommentatoren alles Gute!

    SLE

  • Georg Trappe - 1. Januar 2016

    Travestie? Polen zaehlte doch zum “Neuen Europa” und Deutschland zum “Alten”. Und jetzt ein Rollentausch? Schaetze wir werden den Nuland Spruch noch oefter zu hoeren kriegen.

    Ein Sprachrohr aus den Kreisen der US 1% hat jedenfalls klare Vorstellungen und weiss wie man einen Huehnerhaufen bewegt:

    http://journal-neo.org/2015/12/18/soros-plays-both-ends-in-syria-refugee-chaos/

    Siehe auch meinen entsprechenden Kommentare hier:

    http://www.querschuesse.de/kritik-an-der-deutschen-dominanz-spaltet-angela-merkel-europa/

  • Holly01 - 1. Januar 2016

    Die MM erhöhen die Schlagzahl:
    http://www.faz.net/aktuell/politik/kampf-gegen-den-terror/muenchen-bahnhoefe-wieder-frei-nach-terrorwarnung-13992580.html

    TERROR !! demnächst auch bei Ihnen zu Hause !! schauen sie jetzt, staunen Sie jetzt !!

    • Holly01 - 1. Januar 2016

      …… wobei diese Marktschreier ja früher oder später Opfer produzieren müssen, alleine um den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten …….

      • Basisdemokrat - 1. Januar 2016

        “Aus Sicherheitskreisen hieß es, die erste Warnung sei vom französischen Geheimdienst gekommen. ” Kein Wunder nach dem martialischen Aufmarsch in F.

        • Holly01 - 1. Januar 2016

          Macht Sinn, die Franzosen wollen ja die Le Pen von der Wahl ausschliessen und brauchen ihr Bedrohungsszenario und die Unterstützung.
          Wir scheinen nicht nur mit in den Krieg zu ziehen, wir ziehen auch bei Gladio und der Politik der Spannung gehorsam mit.
          Bin ja gespannt wie viele Polizisten dann in Hannover auf den Obama aufpassen……. die 24.000 vom G7 müssen ja zu toppen sein.

  • Georg Trappe - 1. Januar 2016

    OT: Flashback, been there, done that.
    https://youtu.be/UlSWKfsRUkE

  • Georg Trappe - 1. Januar 2016

    Was wuerden die Polen dazu sagen, wenn ein polnischer Politiker sich so ueber sie aeussern wuerde:

    https://pbs.twimg.com/media/CXP5lXmW8AA2KFU.jpg:large

    “Mitglieder des Young-Leaders-Programmes waren u. a. Cem Özdemir, Silvana Koch-Mehrin und Kai Diekmann.”

    https://de.wikipedia.org/wiki/Atlantik-Br%C3%BCcke

    • Holly01 - 1. Januar 2016

      https://de.wikipedia.org/wiki/Nie_wieder_Deutschland

      Auch die Linke hat krude Ansichten und Extreme zu bieten.

      • Georg Trappe - 2. Januar 2016

        Die Gefahr oder aber auch das Ziel von Slogans, Parolen und Schlagzeilen, die Aufmerksamkeit erwecken wollen, ist immer der Adressat dessen Aufmerksamkeitsspanne nicht ueber die Parole, den Slogan die Schlagzeile hinausreicht. Wenn sich der Slogan, die Parole oder die Schlagzeile so vom (oft seitenlangen) Inhalt abloest, geht der Schuss auch schonmal nach hinten los. Da haben Sie vollkommen recht.

        Bei der Springer Presse ist das Programm:

        2008: “Tuerkei feiert Oezdemir als deutschen Obama”

        http://www.welt.de/politik/article2739161/Tuerkei-feiert-Oezdemir-als-deutschen-Obama.html

        Man kann auch unter solchen Slogans, Parolen, Ueberschriften buchdickes kryptisch formuliertes Kleingedrucktes verstecken und so Mitmenschen (mit kurzer bis mittlerer Aufmerksamkeitsspanne) zur Zustimmung zu fuer sie nachteiligen Programmen, Vertraegen, politischen Inhalten bewegen.
        Ambitionierte Menschen, die mehr erreichen wollen als sie alleine hin bekommen koennen und somit auf die Unterstuetzung durch Mitmenschen (mit z.T. verkuerzten Aufmerksamkeitsspannen) angewiesen sind, sind da sehr erfinderisch.
        Ein Blick in z.B. Ihren Handyvertrag / DSL-Vertrag oder ins deutsche/europaeische Gesetzeswerk verdeutlicht das sehr anschaulich. Und so wie das deutsche Steuerrecht einen ganzen Berufsstand damit ernaehert, dass dieser dieses “Recht” fuer den Normalbuerger interpretiert und ihn gegenueber den Behoerden vertritt, so ernaehren die Machenschaften des Machtzentrums ganze Bevoelkerungsschichten, die diese fuer den realwirtschaftlich arbeitenden Normalbuerger so interpretieren, dass dieser im Sinne des Systems/Machtzentrums und seines Erhalts funktioniert.
        Siehe Power Structure Research Ringburgmodell.

        http://www.uni-muenster.de/PeaCon/global-texte/g-a/05-krys-powerstructure.htm

        Teile der Linken koennen sich trotz Parolen, die sich auch schonmal (bei Mitbuergern mit verkuerzter Aufmerksamkeitsspanne) vom Inhalt abloesen, zumindest zu gute schreiben, diese, wie ich finde, hilfreiche Analyse geliefert zu haben.
        Wenn man das mit Erklaerungsansaetzen, sofern ueberhaupt vorhanden, vom gegenueberliegenden Lager vergleicht, stellt man meinem Eindruck nach schon einen gewissen qualitativen Unterschied fest.

        Und hier noch ein lesenswertes Fundstueck in diesem Zusammenhang:

        http://www.uni-muenster.de/PeaCon/psr/n1psr/krysmanski-ueberwachung-hh.pdf

        “Neuartige Formen der Macht- und Herrschaftsausübung entstehen, in
        denen sich die Macht des Geldes unter der Fahne der Privatisierung den zentralen Platz
        sichert und staatliche Formen der Machtausübung auslöscht und durch reguliertes, durch
        Korruption strukturiertes Chaos ersetzt. Carl Schmitts Satz scheint mehr denn je zu gelten:
        ‚Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand verfügt.’ Und je deutlicher ‚Privatisierung der
        Macht’ und ‚Monetariserung der Politik’ zu den zentralen Organisationsprinzipien des
        Gemeinwesens werden, desto plausibler wird auch der Satz: Souverän ist, wer über
        Geldmacht verfügt. ”

        Und:

        “Der Power Structure Research hat in seinem Ursprungsland, den USA, immer das reichste
        Anschauungsmaterial für seine Untersuchungen gefunden, vom Knickerbocker Club bis zum
        Enron-Skandal, von der Rolle bestimmter Familiendynastien bis zum Konzept eines
        American Empire. Auf der Grundlage der Forschungen von C. Wright Mills, William
        Domhoff, Ferdinand Lundberg, Thomas R. Dye, Kevin Phillips und vielen anderen zeigt sich,
        dass die amerikanischen Geld- und Machteliten in den letzten Jahrzehnten das erfolgreichste
        Franchise-Unternehmen der Geschichte aufgebaut haben, ein politisches Fastfood-Imperium,
        das weltweit plutokratische Klopse in weichen Demokratiebrötchen vertrieb und noch heute
        vertreibt. Selbst dümmste Gedanken, auf dem Sonnendeck einer Superyacht produziert,
        wandern aus dem abgeschotteten Milieu der Superreichen in die Gesellschaft und können
        dort, mithilfe der Unterhaltungsindustrie, unmittelbar zu materieller Gewalt werden: als Stoff,
        aus dem sich Verwirrung über die wahren Verhältnisse dieser Welt stiften lässt, nicht zuletzt
        über die Rolle des Terrorismus und wohl auch über neue Formen der Überwachung. “

        • Basisdemokrat - 3. Januar 2016

          „Während Korruption in der Antike und in der Moderne im Verhältnis zu den Wertrelationen bestimmt wurde und als deren Falsifikation galt, kann Korruption heute als Begründung der Transformation von Regierungsformen gar keine Rolle spielen, weil sie selbst ja Substanz und Totalität des Empire ist. Korruption ist die reine Ausübung des Kommandos, ohne jeden verhältnismäßigen oder angemessenen Bezug zur Lebenswelt.“
          Dazu passt wunderbar was Willi Wimmer heute geschrieben hat:
          …..
          “Berlin und damit ist das politische Berlin gemeint, scheint in der Beseitigung des Rechtsstaates “blank” zu ziehen. Millionen Menschen treibt es auf die Straßen oder zu Unterschriften gegen das Freihandelsabkommen TTIP, das für uns das Ende des EU-europäischen Verfassungsstaates bedeutet. Das “Budapest-Edikt” planiert schon einmal das, was zur Beseitigung des Rechtsstaates in Deutschland unternommen werden muß. Aber auch die fadenscheinige Begründung für den gegen den völkerrechtskonformen russischen Militäreinsatz in Syrien gerichteten Einsatz durch die Entsendung von fliegenden Gefechtsständen an Bord der AWCS-Maschinen in die Türkei macht deutlich, was die Bundesregierung noch vom “Parlamentsvorbehalt” hält. Einsatz der Bundeswehr, wenn der amerikanische Oberbefehlshaber es verlangt. Wenige Tage zuvor hatten wir das Modell schon gesehen, als der Kampfeinsatz Deutschlands in Syrien an der Seite der Aggressoren durch den Deutschen Bundestag gepeitscht worden war. Recht und vor allem Völkerrecht spielt im Deutschland der Angela Merkel offenbar keine Rolle mehr, nachdem Gerhard Schröder uns in eine Position zurückgekämpft hatte, die halbwegs mit der eigenen Verfassung wieder übereinstimmte.
          Man muß fast den Eindruck haben, daß bei dem kommenden Obama-Besuch zur Messe in Hannover die Bundeskanzlerin “Vollzug” melden muß, was die endgültige Kolonisierung EU-Europas und damit auch Deutschlands anbetrifft.
          ….https://www.facebook.com/KenFM.de/posts/10153185412136583:0
          Gruß BD

          • Basisdemokrat - 3. Januar 2016

            “Seine beeindruckendste Eigenschaft,” schrieb Robert Scheer 1976 im Playboy nach einem Interview mit Nelson Rockefeller, “ist sein Vertrauen in die Fähigkeit, jedermann kooptieren zu können. Ich verstand bald, dass Rockefeller implizit an die marxistische Klassenkampfanalyse glaubt – er steht nur eben auf der anderen Seite. Die Rockefellers sind nicht mächtig wegen ihres ungeheuren Reichtums, sondern weil sie sich durch geschickten Gebrauch ihres Reichtums zum Schiedsrichter unseres politischen Grundkonsens machen konnten. Wir neigen dazu, die großen multinationalen Konzerne als unabhängige und miteinander rivalisierende Einheiten zu betrachten. Das Gegenteil ist der Fall. Die Spitzen der Industrie und Finanz verständigen sich kontinuierlich sowohl in harten Diskussionen als auch bei freundschaftlichen Treffen.” (Playboy, April 1976)
            Diesen Verdacht habe ich schon länger!

            • Basisdemokrat - 3. Januar 2016

              Und für alle die es noch nicht gesehen haben:
              https://www.youtube.com/watch?v=-7BQZHrHcEY
              https://www.youtube.com/watch?v=GXN07ujNeME
              Gruß BD

              • Georg Trappe - 3. Januar 2016

                Das Menschenrecht auf Eigentum wird zur Hintertuer fuer Restauration und Refeudalisierung.
                Mit Geld und einer Stimulation zur exzessiven Akkumulation von Eigentum werden die protective bodies
                = Ringe der Ringburg wieder etabliert. Dabei wird immer offensichlicher, dass die Gluecks- und Heilsversprechen, mit dem das Streben nach dem propagierten Lifestyle der Ikonen, wie sie in Forbeslisten auf Hochglanz poliert zu finden sind, beworben wird, nicht nur hohl sind, sondern in ein destruktives krankmachendes Spannungsfeld fuehren in dem auf der einen Seite die Ikonen glaenzen und auf der anderen Seite Armut und Elend herrschen. Dazwischen Ringe von Funktionaeren, Technokraten etc.

                In diesem Bild verkehrt sich der Begriff sozialer Aufstieg zu recht in sein Gegenteil. Denn in die Spitze der sich so ausbildenden Hierachie steigen nur die groessten asozialen Schurken dieser Welt auf.

                http://georgtsapereaude.blogspot.com/2011/10/die-krone-der-schoepfung.html

            • SLE - 3. Januar 2016

              Hallo Basisdemokrat,

              ein schönes Zitat. Doch genau das ist empirisch inzwischen (seit einiger Zeit sogar schon) belegt. Siehe dazu diese Studie von Vitali/Glattfelder/Battiston von 2011

              http://arxiv.org/PS_cache/arxiv/pdf/1107/1107.5728v2.pdf

              auf die ich mich in einigen Aufsätzen, u.a. diesen hier

              http://www.querschuesse.de/einkommens-und-vermogenskonzentration-%E2%80%93-teil-6-das-bruchige-fundament-%E2%80%93-neuordnung-des-erklarungszusammenhangs-der-krise-und-implikationen/

              bezogen habe und die auch das von mir sowie u.a auch immer wieder von Georg Trappe herausgestellte Problem der Konzentrationsprozesse untermauert. Die Konzentration hat sich in letzter zeit nochmals massiv erhöht – in der Wrtschaft und bei Einkommen und Vermögen. Die Instabilität bzw. Krisenanfälligkeit des Gesamtsystems ist damit letztlich noch weiter gestiegen und das ist es, woran die im Zitat angesprochenen Eliten nichts ändern können. Irgendwann ist das Fundament, auf dem ihre Macht ruht, so brüchig geworden, dass es nicht mehr zu halten ist – auch mit der Geldschwemme der Notenbanken nicht.

              Viele Grüße
              SLE

              • Basisdemokrat - 7. Januar 2016

                Hallo SLE
                Zuerst einmal nachträglich ein großes Kompliment zu ihrer Arbeit (Link).
                Meine Einschätzungen entstammen eher einer Gesamtschau, die ihre Basis in meiner hoffentlich auf der Höhe der Zeit stehenden Intuition hat.
                Um es mit Mephisto zu sagen:
                “Ich bin der Geist, der stets verneint! Und das mit Recht; denn alles was entsteht; Ist wert, daß es zugrunde geht; Drum besser wärs wenn nichts entstünde. So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz das Böse nennt, Mein eigentliches Element.”
                Das Bild sich entwickelnder Märkte erinnert mich in ihrer Entstehung, ihrem Wachstum, ihrer Reife doch (zu) sehr angelehnt an organisches Leben. Die eingezogenen Leitplanken erinnern dann an das zurechtstutzen von Obstplantagen. Weitere Bilder assoziieren sich dazu: Monokultur, Bodenerosion, Kreislaufwirtschaft etc. .
                Ich selbst bin da etwas zurückhaltender in dieser “biologiesierender” oder physikalisierender” (Herrn Trappe) Art der Übertragung, da ich davon ausgehe, dass soziale Ereignisse ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten haben. Deswegen muss es nicht falsch sein.
                Ihre Einschätzung, den Fokus nicht ausschließlich auf das Geldwesen zu richten, ist für mich ebenso ein wichtiger Punkt. Ich erkenne zwar die Steuerungsfunktion des Geldes an, sehe aber dass dies nicht im Luft leeren Raum passiert, sondern seinen unmittelbaren Bezugspunkt in der Realwirtschaft hat. Und sei es in der Spekulation auf Entwicklungen dort. Diese werden dann ihrerseits wieder überformt im Herdenverhalten, Hochfrequenzhandel und durch Währungsspekulationen.
                Als KMU (Mehr K als M) Teilnehmer am Markt kämpfen wir enorm um unsere Konkurrenzfähigkeit und kurzfristige Positionierung in sich rapide verändernden Nischen um den Nachteil nicht vorhandener Skalenerträge auszugleichen. Die Entstehung dieser Skalenerträge hängt neben der Industriepolitik und Förderung der Champignons ja unmittelbar mit dem Prinzip der Arbeitsteilung zusammen.
                Diese fremdbestimmte zerstückelnde Selektion liegt in ihrem Beginn ja noch vor den Industriellen Revolutionen, entwickelt sich dann allerdings auf ihrer Wachstumsunterlage zu einem “Human – Kannibalismus” (Ein “Facharbeiter” hatte z.Zt. der Weberaufstände eine Ausbildungszeit von 7 Jahren – bei einer Lebenserwartung von < 50J und war dann allerdings in der Lage, mit wenig Werkzeug den kompletten Produktionsprozess abzubilden). Natürlich ist der Prozess der Arbeitsteilung nicht umkehrbar und vermutlich auch nicht zielführend für ein gutes Leben.
                Es müssten also mindestens zwei elementare Richtungsänderungen stattfinden , sozusagen eingepreist werden.
                1. Ressourcengerechtigkeit, bezüglich der Gesellschaften wie der Individuen.
                2. Rückgewinnung einer befriedigenden Selbstbestimmtheit.
                Ob dafür das einziehen von Leitplanken genügt, vielleicht haben Sie darauf eine Antwort?
                Gruß BD

                • SLE - 7. Januar 2016

                  Hallo Basisdemokrat,

                  das Einziehen von “Leitplanken” war natürlich nicht meine Wortwahl. Doch wenn ich Herrn Trappe richtig verstehe, dann meint er damit eigentlich nur, dass die Märkte eben nicht sich selbst überlassen werden können, weil sie im Zuge ihrer Entwicklung Formen annehmen, die gesamtwirtswchaftlich und gesellschaftlich extrem nachteilig wirken. Das ist natürlich eine Wertung und die setzt ein Werturteil voraus, wohingegen die neoklassische Lehre Werturteile ausschließt bzw. aufgrund des Allgemeingültigkeitsanspruchs ausschließen zu können glaubt.

                  Ich denke aber so wie Sie, dass Wirtschaftsprozesse soziale Prozesse sind, die sich einer abstrakten, generalisierenden Betrachtungsweise weitgehend entziehen. Das heißt nicht, dass es gänzlich unmöglich ist. Aber das Markt- und Wirtschaftsgeschehen ist weit weniger exakt in einer Theorie zu erfassen als es die neoklassische Lehre suggeriert. Das bedeutet vor allem, dass zwar die Funktionsweise von Märkten und der Wirtchaft insgesamt besser in einer Theorie beschrieben werden kann als dies in der neoklassischen Theorie der Fall ist. Aber es lassen sich aus ökonomischen Theorien eben prinzipiell nur weniger präzise Handlungsempfehlungen für die Politik ableiten. Das heißt vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die liberal-neoklassische Lehre nach wie vor die Grundlage der Politik, auch der Geldpolitik, ist, dass die Entscheider einer Kontrollillusion unterliegen.

                  Doch nicht nur das. Die grundlegenden Fehler und Unvollkommenheiten des liberal-neoklassischen Ansatzes zur Beschreibung der Wirtschaft führen auch zur Ableitung von falschen Handlungsempfehlungen, die – über die Zeit – zu genau jenen massiven problemen, Ungleichgewichten und Instabilitäten führen, die wir heute (wieder) haben.

                  Wenn man es so zu sehen bereit ist, dann stellt sich die Frage, wie man eine solche, sich im Laufe der Zeit stark ins Nachteilige verkehrende Entwicklung auf Märkten und in der Gesamtwirtschaft verhindern kann. Oder etwas konkreter: Crashs wie jenen von 1929 oder den von 2008 oder den, der uns nun bald wieder ins Haus stehen dürfte. Dafür muss man die Entwicklung der Märkte sowie die allein dadurch entstehenden Probleme und das darauf bezogene (heutige) politische Handeln, das diese “Marktprobleme” ja massiv verschärft, voneinander trennen. Zuerst muss man die Entwicklung von Märkten (theoretisch) zutreffend erklären können und auch, warum sie mit der Zeit aus sich heraus problematische, zu Instabilität neigende Strukturen schaffen. Das geht. Ich habe mich ja auch selbst damit auseinander gesetzt. Auf dieser Basis lassen sich dann – leider nur – in etwa die Hinweise darauf konkretisieren, wann Märkte zu entgleisen beginnen, so dass man politisch gegensteuern muss (- denn Märkte sind eben nicht prinzipiell selbstregulierend).

                  Ich denke, das ist es, was mit dem Einziehen von “Leitplanken” gemeint ist.

                  Was Ihr Überlegung betrifft, dass der Prozess der Arbeitsteilung nicht (sinnvoll) umkehrbar ist, so kann ich nur sagen, dass diese nur dann richtig wäre, wenn Märkte und Wirtschaft genau so funktionieren wie es die neoklassische Theorie beschreibt. Ich sage jedoch: Natürlich kann es, wenn man die Wirtschaft als eine sich entwickelnde versteht, sinnvoll sein, die Arbeitsteilung zurückzudrehen oder genauer gesagt auf eine Veränderung auf Märkten hinzuwirken, die – infolge eines veränderten Wettbewerbs – dazu führt.

                  Ein Resultat der an der liberal-neoklassischen Lehre ausgerichteten Politik ist es doch, dass erstens Massenmärkte entstehen, obwohl dort unter Umständen die Nachfrage tatsächlich viel differenzierter ist. Anders ausgedrückt befriedigen weltweit angebotene Massenprodukte mithin die tatsächlichen Bedürfnisse nur recht unbefriedigend. Zweitens bringt es die Ausreifung von Märkten mit sich, dass – infolge der Kostensenkungsbestrebungen – letztendlich die Qualität von Produkten und Dientsleistungen sukzessive abfällt. Auch das ist gleichbedeutend mit einer unzureichenden Bedürfnisbefriedigung. Die von Ihnen angesprochene Rückgewinnung von Selbstbestimmtheit, aber auch die Ressourcengerechtigkeit hat m.E. sehr viel damit zu tun.

                  Viele Grüße
                  SLE

                  • Basisdemokrat - 8. Januar 2016

                    Hallo SLE
                    Vielen Dank für Ihre Erläuterungen.
                    Qualitätsabfall und unzureichende Bedürfnisbefriedigung tragen zur Instabilität des System bei oder sind sogar deren Ursache. Dadurch bilden sich aber genau diese Nischen in denen andere versuchen am Markt erfolgreich zu sein. Darin liegt (lag) die unglaubliche Zähigkeit des Kapitalismus sich seinem Untergang doch immer wieder zu entziehen.
                    Die axiomatischen Voraussetzungen zur Beurteilung der “reinen Funktion” eines Marktes erschließen sich mir noch nicht. Ist dies möglich ohne die Entscheidungsprozesse der Teilnehmer zu kennen? Oder geht man dann von spieltheoretischen Normalverteilungen aus und befindet man sich dann nicht doch verdächtig nahe an der verschmähten Neoklassik?
                    Gruß BD

                    • SLE - 8. Januar 2016

                      Hallo Basisdemokrat,

                      nein, ich selbst denke jedenfalls nicht spieltheoretisch, sondern historisch-typisierend im Sinne von Entwicklungs- und Verhaltensmustern.

                      Sie kennen gewiss das Lebenszykluskonzept, das – weil es keine geschlossene evolutorische Theorie für die Wirtschaft gibt – für die Erklärung von Markt-, aber auch Wirtschaftsentwicklung genutzt werden kann. Jede einzelne Phase der Entwicklung von Märkten kennzeichnet eine typische Konstellation von Marktmerkmalen (im Sinne einer Situationsbeschreibung), Wettbewerbskennzeichen und jeweils dominierenden Verhaltensweisen bei Anbietern und Nachfragern. Ein Beispiel: In den frühen Phasen sind Märkte gekennzeichnet durch u.a. eine geringe Markttransparenz, oft auftretende, signifikante Innovationen, unausgereifte Produkte, die auf teils unterschiedlichen technischen Ansätzen/Konzepten basieren usw. Der Wettbewerb in einem solchen Marktumfeld ist kein Kostenwettbewerb und auch die Effizienz spielt keine zentrale Rolle. Vielmehr sind Funktionalität/Qualität im Wettbewerb wichtiger als der Preis/die Kosten.

                      Rationalverhalten (Homo Oeconomicus) spielt in diesem Umfeld eine wesentlich geringere Rolle als in den späten Phasen der Entwicklung von Märkten. Schumpeter hat das Verhalten in seiner “Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung” deswegen ja auch schon differenziert, allerdings nur auf der Angebotsseite (“Unternehmer” und “Wirt”) und auch nur deswegen, weil er lediglich zwei unterschiedliche Phasen der Entwicklung (der Wirtschaft) unterschied: den radikalen, innovativen Umbruch und die (von der neoklassischen Theorie beschriebene) “Kreislaufwirtschaft”.

                      Für eine differenziertere Analyse und Kennzeichnung von Entwicklungsprozessen (auf Märkten und in der Wirtschaft insgesamt) ist eine stärker differenzierende Betrachtung (mehr Phasen, mehr Verhaltenstypen) sinnvoll. Vor allen Dingen muss, was i.d.R. nicht gemacht wird, die Nachfrageseite mit einbezogen werden, weil die Entwicklung stets das Ergebnis von Wechselwirkungen zwischen Angebots- und Nachfrageseite ist. Verhaltenstypologisch können neben dem “Homo oeconomicus” beispielsweise betont risikofreudige Anbieter und Nachfrager (“Homo ludens” – Schumpeters “Unternehmer” sowie dessen Pendant auf der Nachfrageseite) unterschieden werden sowie von sozialen Gesichtspunkten (“Homo socialis”) oder von institutionellen Normen und Gegebenheiten (“Homo institutionalis”) geprägte Verhaltenstypen. Verhalten kann sich natürlich auch ändern. All diese Verhaltenstypen kommen in der realen Wirtschaft vor, aber deren jeweilige Bedeutung für die Entwicklung hängt auch von den jeweiligen Marktgegebenheiten ab. Das ist genau das, worauf schon Schumpeter hingewiesen hat. Der “Unternehmer” ist prägend in Umbruchzeiten, der “Wirt” (oder “Verwalter”) für ruhige Zeiten, in denen sich in der (Kreislauf-)Wirtschaft kaum etwas verändert.

                      Wann aber “kippen” Märkte und Volkswirtschaften, wann gelangt der Entwicklungsprozess an einen Punkt, von dem an sich zunehmend nachteilige gesamtwirtschaftliche (und gesellschaftliche) Wirkungen ergeben und sich eine Art “Raubtierkapitalismus” herauszubilden beginnt – mit den (gerade heute) bekannten extreme Ungleichgewichten und hoher systemischer Instabilität?

                      Betrachtet man die Summe der Märkte, dann ergibt sich dieser “Punkt” oder besser “kritische Entwicklungsabschnitt”, an dem politisch gegengesetuert werden muss bzw. “Leitplanken” eingezogen werden müssen, dann, wenn Kostenwettbewerb auf immer mehr Märkten zur dominierenden Wettbewerbsform geworden ist und keine signifikanten Innovationen mehr auftreten bzw. von getätigten Innovationen keine starken, die Märkte dynamisierenden Impulse mehr ausgehen. Was sich dann einzustellen beginnt, ist eine Verkrustung der Märkte, die dann praktisch dauerhaft von nur noch wenigen, großen Marktteilnehmern beherrscht werden und wo effektiver Wettbewerb zwischen diesen faktisch nicht mehr existiert. Es tritt in solchen engen Oligopolen praktisch ein Wettbewerbspatt ein. Keiner greift den anderen mehr ernsthaft an, alle verhalten sich nach dem Motto “leben und leben lassen”.

                      Gesamtwirtschaftlich gesehen ist dies eine denkbar schlechte Situation. Denn mit der Zeit vergrößern sich dadurch bedingt die Ungleichgewichte und zuletzt wird das Gesamtsystem – so wie schon 1929 – instabil und kollabiert schließlich (der große Crash). Ein wesentlich Faktor bzw. Indikator dafür sind – wie hier schon öfter angesprochen – hohe Konzentrationsgrade (Unternehmenskonzentration, Einkommens- und Vermögenskonzentration). Denn die sind definitiv Kennzeichen hoffnungslos verkrusteter Märkte, auf denen Wettbewerb seine Regulationsfunktion nahezu vollständig verloren hat.

                      Was sich also aus dieser Perspektive mit Blick auf die aktuelle weltwirtschaftliche Lage sagen lässt, ist, dass die Entwicklung schon weit über den oben angesprochenen “kritischen Abschnitt” hinausgegangen ist. Mehr noch hat die Art der Geldmarkt- und Wirtschaftspolitik diesen Prozess über den “kritischen Abschnitt” hinaus massiv gefördert und dadurch beschleunigt. Da läuft also etwas seit geraumer Zeit völlig falsch und damit ist es nahezu ausgeschlossen, eine Wiederholung des großen Crashs des Kapitalismus, wie wir ihn 1929 erlebten, noch abzuwenden.

                      Wichtig ist: Man kann den Punkt in der Entwicklung, an dem politisch gegengesteuert werden muss, nicht exakt bestimmen. Aber man kann sehr wohl anhand der Analyse der Marktgegebenheiten feststellen, wann die Entwicklung in den “kritischen Abschnitt” eintritt. Dieser kritische Abschnitt kann, um ein Beispiel zu nennen, durchaus eine ganze Dekade oder mehr umfassen. Schließlich geht es nicht um den einzelnen Markt, auch nicht um eine einzelne Volkswirtschaft, sondern um die Gesamtheit der Märkte und deren Entwicklung verläuft natürlich nicht im Gleichschritt.

                      Das heißt also, die Politik hat reichlich Zeit, mit dem Gegensteuern zu beginnen. Nur gibt weder die klassisch liberale noch die neoklassische Theorie Handlungsorientierungen dafür und das hängt mit der Marktlogik zusammen, die beiden Ansätzen zugrundeliegt. Das gilt aber auch für den Keynesianismus – etwas, was z.B. auch Heiner Flassbeck nicht realisiert hat! Denn Keynes hat die liberal-neoklassische Marktlogik gar nicht in Frage gestellt, sondern seinen theoretischen Ansatz implizit darauf aufgesetzt.

                      Mit Blick auf die heutige Lage der Weltwirtschaft lässt sich konstatieren, dass die Politik diesen Abschnitt, in dem wirkungsvoll und ohne eine Katastrophe zu riskieren mit dem Gegensteuern hätte begonnen werden können, verpasst hat. Im Gegenteil gießt sie immer noch weiter Öl ins Feuer.

                      Ich hoffe, ich habe Ihre Fragen hiermit auf hoffentlich gut nachvollziehbare Weise beantwortet.

                      Viele Grüße
                      SLE

                      PS: Zur “Marktlogik” siehe meine Aufsatzreihe “Vom Problem der Überwindung der Rechts-Links-Logik”, hier der Link zu Teil 1: http://www.querschuesse.de/vom-problem-der-uberwindung-der-rechts-links-logik-teil-1-das-dilemma-der-spd/

                    • Basisdemokrat - 10. Januar 2016

                      Hallo SLE
                      “nein, ich selbst denke jedenfalls nicht spieltheoretisch, sondern historisch-typisierend im Sinne von Entwicklungs- und Verhaltensmustern”
                      Ihre Denkweise kommt mir sehr entgegen.
                      Aber liegt darin eine der Schwierigkeiten Prozesse zu beschreiben, die den Anspruch erheben können Wissenschaft im engeren Sinne zu sein?
                      Hier handelt es sich dann doch wohl um einen Vorform funktionale Zusammenhänge zu ergründen. (Dies soll keine Herabwürdigung sein!)

                      “Oft werde argumentiert, dass sich Wissenschaft von Pseudowissenschaft oder Metaphysik dadurch abgrenze, dass sie eine empirische Methode verwende, die von Beobachtungen und Experimenten ausgeht. Dies treffe aber auch auf die Astrologie zu, die eine stupende Masse von empirischen, auf Beobachtung basierenden Belegen sammle und dennoch nicht wissenschaftlichen Standards genüge. Für Popper lag das daran, dass Astrologie (darin in seiner Sicht der Psychoanalyse ähnlich) eher wie ein „Mythos“ funktioniert, der nach Bestätigung seiner Überzeugungen sucht, statt Hypothesen ergebnisoffen an der Wirklichkeit zu testen.” Karl Popper (https://de.wikipedia.org/wiki/Astrologie#cite_ref-7).
                      Thomas S. Kuhn dagegen “…Ohne theoriegeleitete Problemlösung habe die Astrologie keine Wissenschaft werden können, selbst wenn die Annahme richtig gewesen wäre, dass die Sterne das menschliche Schicksal bestimmen.” Läst sich so das Dilemma der Theoriebildung in den WiWi beschreiben?
                      Mich hat es längere Zeit um getrieben, warum sich Koryphäen wie Kepler, Kopernikus und unzählige andere, aus meinem damaligen Unverständnis für historische Entwicklungen, mit solch einem “Aberglauben” beschäftigen.
                      Verkürzt und zusammenfassend lässt es sich heute ungefähr so beschreiben:
                      Es wurde versucht prozessuale Vorgänge zu typisieren und zu einer einheitlichen “Theorie” zusammenzufassen. So werden dort in den Horoskopen, die man durchaus als Fliesdiagramme beschreiben könnte z.B. die Quadranten unterteilt in kardinal (Einleitung eines Prozesses), fix (durchtragen und stabilisieren) und labil (Flexibilität und Anpassung) usw. .
                      Steuert man hie auf eine Art “Welle -Teilchen Dualismus” zu. Entgleiten empirische Sachverhalte dem Zugriff im “Fluss der Zeit?
                      Für das Lernen jedenfalls hat diese Methode hohen Stellenwert. So muss man wie Kleinkinder oft (scheinbar) unsinnige Dinge tun um sinnige Dinge davon abgrenzen zu können. Natürlich freut man sich, wenn es einem gelingt komplexe Prozesse mit Erfolg zu planen und zu steuern. Aber manchmal tut es auch einfach gut, etwas auszuprobieren bis es passt.
                      Nicht aus den Inhalten der Astrologie, aber aus der Konvergenz sich überlagernder Prozesse ließe sich womöglich noch viel lernen. Dort jedenfalls trifft Angebot und Nachfrage zusammen.
                      Gruß und Dank BD

                    • SLE - 10. Januar 2016

                      Hallo Basisdemokrat,

                      der Anfang der Theorienbildung liegt in der Hypothesenbildung. Die herrschende neoklassische Theorie ist eine Modelltheorie, die sehr stark von der wirtschaftlichen Realität abstrahiert und zwar so sehr, dass man zurecht fragen muss inwieweit sich auf dieser Basis reale wirtschaftliche Prozesse noch erklären lassen. Der Anspruch ist es, zu allgemeingültigen Aussagen zu gelangen. Die Realitätsferne der Modelltheorie ist der Preis, der bezahlt wird, um diesem Anspruch zu genügen. Wirtschaft wird deswegen eben nicht historisch begriffen und nicht als sich entwickelnd. Der Versuch, Markt und Wirtschaftsprozesse als evolutorisch oder schlichter, als ungleichgewichtige Entwicklung zu begreifen und theoretisch erklären zu wollen, kollidiert mit dem Anspruch des neoklassischen Mainstreams der Wirtschaftswissenschaften. Sobald man sich auf diesen Versuch einlässt, gelangt man schnell zu der Erkenntnis, dass man damit die einzige in sich geschlossene Theorie (die neoklassische Theorie) in sich zusammenfallen lassen muss, ohne eine andere, bessere (evolutorische) und in sich geschlossene ökonomische Theorie generieren zu können.

                      Ich selbst würde nicht sagen, dass eine historisch-typisierende Herangehensweise bei der Hypothesenbildung (Ihr Beispiel Kepler, Kopernikus und Astrologie) gleich die Aufgabe der Wissenschaftlichkeit bedeutet. Ich würde auch nicht sagen, dass empirische Sachverhalte dem Zugriff im Fluss der Zeit entgleiten. Wenn man etwas heute wissenschaftlich nicht oder nur sehr unvollkommen erklären kann, dann heißt das nicht, dass man es auch morgen nicht kann. Das Problem bei den Wirtschaftswissenschaften ist eher, dass es nicht ernsthaft versucht wird, weil man – die Schwierigkeiten des Versuchs sehend – befürchtet, das einzige Haus, das man hat (die neoklassische Theorie), einzureissen, ohne eine anderes, bezugsfähiges errichten zu können.

                      So wie ich es einschätze, geht es um den Allgemeingültigkeitsanspruch und die Exaktheit der Theorie in den Wirtschaftswissenschaften. Die neoklassische Theorie ist ein Erklärungsansatz. Damit kann man Entwicklung nicht erklären. Aber was spricht, wenn es bisher nicht gelingt, eine in sich geschlossene evolutorische Theorie der Wirtschaft zu entwickeln, dagegen, eine Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung wie ein Bilderkino aufzubauen, wobei jeweils unterschiedliche (mögliche) wirtschaftliche Realitäten oder Zustände – die Neoklassik beschreibt ja auch einen solchen Zustand, eine solche wirtschaftliche Realität! – abstrahierend beschrieben werden und erklärt wird, warum sich diese im Fluss befinden bzw. sich ablösen oder eben auch nicht mehr ablösen (Verkrustung von Märkten/Volkswirtschaften)?

                      Sie meinen, man könnte auch genauso gut gleich ganz auf Theorie verzichten und einfach pragmatisch vorgehen, ausprobieren. Ich glaube, wir können nicht darauf verzichten. Denn das Problem beim pragmatischen Vorgehen, beim Ausprobieren wäre mit Blick auf die Wirtschaft, dass man sich zu jeder historischen Zeit in einer der möglichen wirtschaftlichen Realiäten befände und darauf richtig reagieren, sie vielleicht auch erfolgreich “managen” könnte, aber dann doch scheitern würde, sobald diese wirtschaftliche Realität von einer anderen der möglichen wirtschaftlichen Realitäten abgelöst würde, weil man eben nicht weiß, warum genau das geschieht. Was bringt das “Bilderkino” in Bewegung? Was stoppt es? Wovon hängt es ab, welches der Bilder dem aktuellen folgen? Und vor allem: Warum ist für eine prosperierende Wirtschaft und für die Vermeidung von sich vergrößernden Ungleichgewichten sowie Crashs nötig, dass sich die “Bilder” bewegen?

                      Vereinfacht ausgedrückt ist unser ganzes Denken mit Bezug auf die Wirtschaft nach wie vor von der Neoklassik beherrscht. Wir denken neoklassisch selbst wenn wir es nicht wollen. Auch Sie tun das. Aber das Problem des Anspruchs der von der Neoklassik dominierten Wirtschaftswissenschaften ist es eben, dass sie uns mit der Modelltheorie, also mit der Vernachlässigung von Entwicklungsprozessen, letztlich eines der “Bilder” des Bilderkinos als die einzige mögliche Realität verkauft – was zur Leugnung der Realität und zu abstrusen Maßnahmen führt. Es wird entweder nicht erkannt, nicht akzeptiert oder nicht begriffen und entsprechend in unser Denken umgesetzt, dass es ein Bilderkino ist, mit dem wir es zu tun haben.

                      Wenn man vom Grundsatz her genauso denkt wie die Neoklassiker, dann kann man, wenn man die Erklärungskraft der neoklassischen Theorie negiert, weil sie an der aktuellen wirtschaftlichen Realität scheitert, sagen, wir kommen mit Ausprobieren weiter. Aber das wird ja nun schon seit 2008 gemacht. Trotzdem sind die Ungleichgewichte größer geworden, sind Wirtschaft und Finanzmärkte latent krisenanfällig geblieben, haben wir heute mehr denn je Angst vor dem nächsten großen Crash. So lange wir nicht systematisch erklären können (bzw. eine gute Theorie haben) wie und warum sich die wirtschaftliche Realität verändert und in große Krisen mündet, haben wir auch keine Chance, diese zu verhindern. So sehe ich es.

                      Grüße
                      SLE

                    • Basisdemokrat - 11. Januar 2016

                      Hallo SLE
                      Ihre für solch eine Plattform sehr ausführlichen Darstellungen haben mir, wie ich denke, die Problematik ein ganzes Stück näher gebracht. Biologische UND soziale Prozesse gleichen sich durch “als in vielfacher Hinsicht vernetzte Rückkoppelungen” aus.
                      Sehr spannend ist in diesem Zusammenhang das moderne Konzept der autopoietischen (= sich selbst schaffenden) Organisationen.
                      Falls es ihnen nicht ohnehin schon bekannt ist, denke ich, lohnt es sich auf jeden Fall mal einen Blick darauf zu werfen. Es ist mehr so eine Ahnung, dass darin ein Schlüssel für die erkenntnistheoretischen Grundlagen einer alternativen Wirtschaftstheorie verborgen sein könnten.
                      https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Baum_der_Erkenntnis#Autopoiese

                      „Jedes Tun ist Erkennen, und jedes Erkennen ist Tun.“
                      Gruß BD

                    • SLE - 11. Januar 2016

                      Hallo Basisdemokrat,

                      Danke für Ihr Lob und den Hinweis auf das autopoietische Konzept (Maturana/Varela), das ich noch nicht kenne. Allerdings habe ich selbst schon bei meinem eigenen Ansatz einer evolutorischen Markt- und Wettbewerbstheorie vernetzte Rückkoppelungen in den Mittelpunkt gestellt. Bei innovationstheoretischen Ansätzen sind rückgekoppelte Prozesse schon länger ein Thema gewesen und darauf habe ich, da Innovationen (als Motor des Wettbewerbs) im Mittelpunkt meiner Theorie stehen, rekurriert.

                      Viele Grüße
                      SLE

  • Stepe - 1. Januar 2016

    Hallo SLE,
    ich meine Sie sind unfair den Rechten gegenüber und betreiben in gewissen Sinn auch Verschwörungstheorie wenn sie sagen das Jaroslaw Kaczynski mit seiner Meinung „hinter dem Berg“ gehalten hätte. Das hat er nicht. Denen die die Kaczynnskis Partei gewählt haben wussten was sie wählen.
    Unfair, weil sie sich auf Polen und Ungarn beziehen. Das sind aber nicht die Parteien, die wie die Überschrift suggeriert, an denen die EU „kaputt“ geht. Eine wenig elegant umschiffen sie das die EU ausschließlich aus Staaten besteht deren ökonomisches System auf der Konkurrenz beruht. Das ist ja auch mit der Aussagen nach dem starken Europa belegt. Ich will hier noch einmal aufrollen wo Frau Merkel sich auf Prinzipien der EU berief (Griechenland) die dann ruck zuck über den Haufen geworfen wurden. (Aufnahmeverhandlungen Türkei) Die CDU hat jetzt zwar keine Braunen Hemden aber die Politik unterscheidet sich von den Rechten unwesentlich. Die SPD ereifert sich über die Ausweispflicht, bei Flüchtlingen aus Syrien, gegenüber der CSU, hat aber nicht verhindert das die Türken Visumspflicht für Syrer einführen und die vorhandenen in Stacheldrahtlager festsetzt.
    Ich will nicht ablenken von Polen, aber auch das mit der Justiz heißen „wir“ dort gut.
    Wenn sie schreiben die Demokratie wird zurück gebaut muss doch erst einmal festgestellt werden ob sie es gibt und was für alle Staaten der EU als gleiches Recht gilt. Gerade hier in Querschüsse war doch oft genug zu lesen das Demokratie oftmals lediglich eine Hülle ist.
    Es soll damit nicht gesagt werden das es in der EU keine Demokratie gibt, ich bin froh das ich in Deutschland lebe, bei aller Kritik. Alleine jetzt, mit dem Terrorgerede wollte ich nicht in Frankreich sein. Ich meine wir sind in einer bewegten Zeit. Da werden Linksradikale gewählt und kaum ist ein halbes Jahr vergangen machen sie die Politik der Rechten und haben das wider besseres wissen vor der Wahl den Menschen nicht erzählt. Syritza.
    Es ist wahr, Europa hätte mehr Entscheidungen zu treffen auch bei den Krisen. Da war es doch aber auch nur so das die jeweiligen nationalen Banken zu retten waren. Das wird doch nicht aus der Hand gegeben, oder VW und der Einfluss in der EU. Das hat nichts mit Polen zu tun, die sind da nicht so bedeutend.
    Im Grunde beschreiben sie es selbst bei Cameron.
    Ich würde Ihnen bei Polen zustimmen wenn Polen nicht so „aufgeblasen“ würde. Was immer den Polen gesagt würde sie hätten immer eine Antwort die sie entlasten würde. So denke ich wenn mensch an Polen will sollte es mit Selbstkritik beginnen. Wie hier schon erwähnt zum Beispiel bei TTIP.

    Grüße Peter

    • SLE - 1. Januar 2016

      Hallo Stepe,

      vielen Dank für Ihre Meinung. Vielleicht habe ich das mit dem Aufsatz nicht deutlich genug gemacht, aber Polen hat für mich und m.E. eben auch für die EU vor allem Symbolcharakter. Dort wurde die Regierung für ihre Austeritätspolitik (und Skandale) abgewählt und herausgekommen ist ein drastischer politischer Wandel. Damit ist Polen – ebenso wie das im Aufsatz aus diesem grund auch erwähnte – Griechenland ein Extrembeispiel für die Folgen der europäischen Krisenpolitik, für die insbesondere auch die Bundeskanzlerin steht.

      Wenn man es so zu betrachten bereit ist, dann kann man das, was in Polen mit und nach der Wahl geschehen ist, durchaus als einen Wendepunkt für die EU bezeichnen. Die Bemühungen, den bisherigen krisenpolitischen Kurs mit allem Nachdruck durchzusetzen, haben in letzter Konsequenz dazu geführt, dass es inzwischen zu solch drastischen politischen Veränderungen kommen kann. Die kann es bald auch – in anderer Form – in Griechenland geben.

      Natürlich wäre es unangemessen, die Verantwortung dafür allein auf der europäischen Ebene zu suchen. Das versteht sich von selbst. Aber entscheidend ist doch, was all dies (Polen, Griechenland, Portugal, Spanien usw.) in der Summe für Rückwirkungen auf die EU hat und dass dabei mittlerweile ein Punkt erreicht ist der zeigt, dass die EU politisch in eine Sackgasse manövriert wurde.

      Ich erinnere daran, dass uns die Austeritätspolitik von der Euro-Gruppe und von Frau Merkel nicht nur als alternativlos, sondern beharrlich immer auch als erfolgreich verkauft wurde. Hier bei Querschuesse war das immer ein Thema und insbesondere Steffen hat mit seinen fortlaufenden Analysen aufgezeigt, dass von “erfolgreich” keine Rede sein kann.

      Jetzt, spätestens mit dem harten Politikwechsel in Polen, geht es für die EU aber nicht mehr nur um die finanziellen und wirtschaftlichen Folgen der europäischen Krisenpolitik, sondern um deren Folgen für die politischen Systeme in den Mitgliedstaaten selbst.

      Damit folgt die Entwicklung in der EU in etwa auch dem Ablauf, den wir aus den 30er Jahren im Zuge der Austeritätspolitik von Heinrich Brüning in der Weimarer Republik kennen – und die EU-Granden sind immer noch nicht aufgewacht!

      Vielleicht bringen Sie die Entwicklungen in Polen dazu. In jedem Fall aber wird es jetzt – nach der Abwahl der konservativen Regierungen in Portugal und Spanien sowie und infolge des Wechsels in Polen – sehr schwer werden, den bisherigen europäischen krisenpolitischen Kurs weiterhin durchzusetzen. Das zeigt die Flüchtlingspolitik. Zwar gibt es Beschlüsse, aber kaum mehr jemand hält sich noch daran

      Viele Grüße
      SLE

      • Stepe - 1. Januar 2016

        Hallo SLE,
        jetzt ist die Zeit dran

        Danke Gruß

  • P. Hofmann - 1. Januar 2016

    Einen großen Dank an Herrn Trappe, von dessen klaren nüchternen und dennoch nicht akademischen Beiträgen ich hier mehr als profitiere!
    Ein kraftvolles und glückliches neues Jahr für alle hier Schreibenden und Lesenden!
    Peter Hofmann, München

    • Georg Trappe - 2. Januar 2016

      Freut mich. Vielen Dank und die besten Wuensche fuer das neue Jahr von mir nach Muenchen.
      Georg Trappe

  • zykliker - 1. Januar 2016

    “..zertrümmert die letzten Fantasien vom einigen und starken Europa”

    vielleicht sollten wir eher vom Ende von Illusionen reden, oder auch nur von harter Realität, die sich partout nicht an an das vorgegebene Thema eines Besinnungsaufsatzes in der Abschlussprüfung zur Mittleren Reife halten will.

    So großartig die Visionen der “Großen Europäer” nach der Katastrophe von WK 2 auch gewesen sein mögen: die EU war nie etwas anderes als eine “armselige Krämer-Gilde”. Neue Mitglieder wurden angelockt mit reich gefüllten Subventionstöpfen und die Financiers versprachen sich Exportmärkte. Soweit nicht die schlechteste Kittmasse für Völker, die sich unmittelbar davor noch gegenseitig massakriert hatten; aber: die Macht “war mit den Anderen” und die Wirtschaft wächst seit einiger Zeit langsamer als die Verteilungsspielräume.

    Und jetzt erweist sich der “Schönwetter-Charakter” des Europäischen Hauses als eine nur Sommer taugliche Leichtbau-Hütte. Die Verteilungs-Konflikte zerstören die oberflächlichen “Gefühle von Zusammengehörigkeit und Solidarität” und ersetzen diese durch die Zentrifugalkräfte kollidierender Interessen.

    Wer in aufklärerischem Impetus das Allgemeine Wahlrecht einführt. dieses bei gutem Wetter nutzt, um mit Hilfe der Gehirnwäsche auf Springer-Presse-Niveau erwünschte Wahlergebnisse zu erzielen, einen Wetterumschwung nicht erkennt, bei dem die so konditionierten anfangen, Rattenfängern nachzulaufen, ist selbst ein Schön-Wetter-Trottel. Stoff für etliche neue “Shakespeare-Dramen.”

  • Hartwig - 1. Januar 2016

    Durchaus kann ich mich der Idee des Artikels anschließen. Durchaus. Dennoch finde ich den Zeitpunkt zu dem der Artikel erscheint überraschend.

    Ich verstehe nicht mehr, wie man auch nur moderat harmlos von der EU denken kann. Schon zur Einführung der Euro/EU (UND DAS WAR VOR 2000) wurde in Vorwegnahme der Osterweiterung der EU/NATO gegen die vitalen Interessen der russischen Föderation den Russen ihre Zukunft am Beispiel Jugoslawiens vorgeführt.

    Wer das übersieht, der hat noch nicht verstanden, das über den Spin “Europa” ein kriminelles EU/NATO Regime eingeführt wurde und es sich selbst innerhalb Europas auch um das nackte Überleben handelt. Zur Erinnerung einige Fakten .. und es geht mit Jugoslawien bis in die hochaktuellen Entwicklungen der Neuzeit…

    —-
    Die EU/NATO hatte Jugoslawien aufteilen wollen und die Verwendung der DM in Jugoslawien beenden wollen. Tatsächlich gelang dies. Mehr aber nicht. Die Forderung der EU/NATO vor ihrem rechtswidrigen Krieg war die vollständige Besetzung Jugoslawiens durch die NATO Armeen. Das Ziel wurde nämlich nicht erreicht. Aha.

    Die EU/NATO hat da aber etwas erreicht, was eine Sichtung herausfordert.

    Kosovo ist das ärmste Land in Europa
    Kosovo ist das isolierteste Land in Europa
    Kosovo heißt, dass die Politiker in organisierte Kriminalität verwickelt sind
    Kosovo heißt Arbeitslosigkeit
    Kosovo heißt Korruption
    Kosovo heißt Perspektivenlosigkeit für die Jugend des Kosovo
    Von Dezember 2014 bis zum Februar 2015, verließen ca. 5% der Bevölkerung das Land.

    Dieses Ergebnis erreichte ausdrücklich und vorsätzlich die EU/NATO, denn sie hat der KLA tatkräftig geholfen, mittels diversen Massakern den Kosovo ethnisch zu säubern. Die gleiche Perspektive bietet die EU/NATO heute für Syrien an. Der Name der Bodentruppen ist dort halt Daesh, aber das spielt gar keine Rolle. In der Ukraine heißen sie wieder anders und in Lybien wieder anders.

    —Das muss man sich einmal reinziehen. Und selbst in der EU, ist das untersucht worden und durchaus festgestellt worden —–

    Die offiziellen Berichte der EU nennen die früheren KLA Führer, insbesondere Hashim Thaci, heute Premierminister, also den Mafia Boss der Drenica Gruppe und der “Regierung” im Kosovo; sie bezeichnen sie als top 10 Daesh Führer. Der Kosovo ist also der IS in Europa. Dank EU / NATO.

    Das ist abgelaufen. Das ist “Europa” heute. Es ist aber noch schlimmer.

    Insbesondere Nieren (serbische Nieren) erhält man im Kosovo frisch und preiswert, allerdings von unfreiwilligen Spendern , die anschließend auch ermordet werden. Carla del Ponte (int. Gerichtshof) wurde explizit daran gehindert, diese Mafia (die kosovarische Regierung) strafrechtlich zu verfolgen: sie wird von der EU/NATO beschützt. Ein Bericht der EULEX nennt keine Namen der Verbrecher. Stellt aber die Zusammenhänge zu Verbrechen her. Der Schutz der Organ und Mördermafia durch die EU/NATO ist sehr umfassend. Eine Analyse dazu liegt seit November 2014 durch Andrea Capussela vor.

    All das hat der int. Gerichtshof in DenHag und die EU also auch recherchiert. Die sind aber alle naiv, weil die nicht begreifen, was da für eine kriminelle Vereinigung geschaffen wurde.

    Die EU / NATO hat die Gelegenheit genutzt, die Finanzierung der Ausbildung ihrer Mörder für den Daesh den Arabern zu überlassen. Die Araber finanzierten die erste Generation extrem militanter Wahabiten, die an ihren “Schulen” im Kosovo ausgebildet wurden, und die nun in Syrien und der Ukraine frohsinnig massakriert, was vor ihre Messer kommt.

    Was die NATO da treibt und die EU da zulässt, das passt in kein Schema mehr. Das ist psychisch krank. Und Krieg ist das ohnehin.

    Die EU/ NATO nennt das einen Erfolg: ein Land zerlegt, seine Ressourcen geplündert auf Kosten einer verarmten und klein gehaltenen Bevölkerung, ein Kosovo das Terrortruppen liefert, die für jeden beliebigen “Regime Change” einsetzbar sind und ein blühender Handel mit Heroin und Organen, der jeden x-beliebigen Verbrechen reich macht.

    Die EU ist auch im Ansatz keine Institution. Sie war es auch nie. Hier gibt es nicht die Werte und auch nicht eine Spur eines Rechtsstandards. Das ist keine politische Organisation. Das ist ein Haufen Verbrecher, die sich an ihrer Peripherie einen Haufen Mörder hält und die jederzeit woanders einzusetzen bereit ist.

    All das steht auch wörtlich so in TTIP. Oder kann mir irgendjemand plausible erklären, wozu man eine Legislative braucht oder Wahlen, wenn “externe Organisationen/ bodies” die Gesetze machen, die dann nicht mehr abgelehnt werden dürfen? Das stellt doch jede Ordnung auf den Kopf. Naiv, wie man hier ist, gibt es Diskussionen, statt kategorisch TTIP im Ansatz einzustampfen. Die EU ist keine legale Organisation. Sie ist das eben nicht.

    Die EU ist eine zivilisatorische Katastrophe und total krank. Das Juncker ein kranker Säufer ist, darüber wird geschwiegen. Ja Menschenskinder, so etwas gibt es doch auf der Welt nicht. Ein Alkoholiker als Anführer. In der EU, da übersieht man das. Eine Schnapsnase und vollkranker Alkoholiker ist Juncker. Und das als oberster Chef der EU.

    Springen wir mal in das klitzekleine hochaktuelle Flüchtlingsproblem – das hat Polen nicht geschaffen. Wir schaffen das. Was wir schaffen, sind gesellschaftliche Verwerfungen. Wir? Gefragt worden sind wir nicht. Kurzum hieß es: „Ich“ bestimme, dass „wir“ es schaffen. Sonst ist es nicht mehr „mein Land“. Aber ist es nicht immer noch auch „unser Land“? Unsere Gesellschaft? Unsere Prägung und unsere Tradition? Und unsere Freiwilligen, die den ganzen Wahnsinn schultern? Nein – jetzt ist es das Land der Kanzlerin. Sie setzt verbindliche europäische Abkommen außer Kraft. Sie bestimmt, dass wir die Kontrolle darüber in den Wind schießen, wer ins Land kommt.

    So etwas ist in der jüngeren Geschichte der Nationalstaaten noch nie da gewesen und wird von allen Nachbarn als krasse Souveränitätspreisgabe bewertet. Natürlich wäre es verboten, Tabu bewehrt, wenn man mit aller Vorsicht hier eine dezente „Ermächtigung“ herauslesen würde. Das übersieht der Deutsche total. Die EU war und ist ein autoritäres Regime. Da ist nix mit “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit”. Das ist doch naiv.

    Die Lockrufe, die Deutschland an ausnahmslos alle Geplagten sendet, tönen laut um den ganzen gut vernetzten Globus. Da ist er wieder, der deutsche Sonderweg? Autoritäres Regime! Das kleine Mazedonien kann das: Flüchtlinge, die nicht aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak kommen, werden konsequent abgewiesen. Warum können wir das nicht? Autoritäres Regime.

    Stattdessen lese ich über Polen. Ah ja. Und das alles ist neu? Da ist nix frisch. Seit spätestens Jugoslawien ist die EU/NATO auf dem Kriegspfad. Was die in der Ukraine übersehen ist an Verbrechen schwer zu überbieten. Und das war seit 1999 bekannt, das die EU/NATO dieses Programm hat, von Riga bis Odessa einen Block aufzustellen.

    Die EU war Kriegsgeschäft und sie blieb Kriegsgeschäft. Die Politik spielt in der EU keine Rolle, sondern die Rolle der EU ist die Ausführung der NATO Strategien Washingtons. Wirtschaftlich ist des TTIP/TISA. Ganz analog. Wirtschaftliche Unterwerfung.

    Europa ist ein Narrativ. Ein Narrativ für Narren: Organe aus dem Balkan; einen Wegstecken für 5 Euro in Athen und Heroin ganz legal. Uran liegt tonnenweise in ex Jugoslawien rum und verstrahlt Bevölkerungen: der Feldversuch geht weiter. Keinen kümmert das.

    In der EU ist doch wirklich alles jenseits jedes Normals und die EU hat mit den Ideen von der EU, die vor 20 Jahren verbreitet wurden rein gar nichts mehr zu tun. Bei der EU ist der Lack ab. Und die nicht ganz so unterbelichteten Länder wenden sich zuerst ab.

    All das rollte seit Langem auf die EU zu. Dieser Verbrecherverein kriegt endlich ihr Fett weg erst dann, wenn es an die Versorgungsansprüche der Angestellten und Beamten dieser Landplage geht.

    • SLE - 1. Januar 2016

      Hallo Hartwig,

      das sind schwere Vorwürfe und es ist auch eine spezielle Interpretation. Ich denke, es dürfte schwer sein, das von A-Z zu belegen. Deswegen muss es nicht falsch sein und das wird es in vielen Punkten auch nicht sein. Aber dennoch möchte ich etwas richtig stellen, denn die EU als den “Übeltäter” auszumachen, ist genau genommen nur eine Verschleierung der Tatsache, dass es die Regierungen der Mitgliedstaaten sind, die aus der EU das gemacht haben, als was sie uns heute erscheint. Es ist immer so gewesen, dass nicht das Europäische Parlament und auch nicht die Kommission sagen, wo es mit und in der Eu lang geht, sondern der Ministerrat (auf Fachebene) und der Europäische Rat bei den grundlegenden Entscheidungen wie eben auch bei der Krisenpolitik.

      Die nationalen Regierungen haben das Bild geprägt und im Denken der Öffentlichkeit verankert, dass “Brüssel”, die Kommission, verantwortlich ist. Aber so ist es eben nicht. Und deswegen ist ihre harsche Ablehnung der EU als etwas zum Scheitern Verurteiltes, etwas, was wir los werden müssen, ebenso irreführend. Denn damit bedienen Sie das von den nationalen Regierungen gepflegte Klischee. Verurteilen sie die Staats- und Regierungschefs oder genauer gesagt jene, die dem Ganzen ihren Stempel aufzudrücken verstehen für das, was die EU ist. Aber erwecken Sie nicht den Eindruck, als könne die EU nicht auch etwas ganz anderes sein, sondern müsse abgeschafft werden. Das ist genauso wenig sinnvoll, wie die Abschaffung der Marktwirtschaft zu fordern, weil sie sich uns heute als “Raubtierkapitalismus” darstellt. Die Politik hat zugelassen und sogar dazu beigetragen, dass sie das wurde – genauso wie bei der EU. Es geht ums Verändern, nicht ums Abschaffen.

      Viele Grüße
      SLE

      • Basisdemokrat - 2. Januar 2016

        Im Januar erscheint bei german-foreign-policy.com die Flugschrift
        Zwei Wege – Eine Katastrophe
        Alternativen der deutschen Europa-Politik
        Am Tag nach dem Diktat von Brüssel, mit dem Griechenland dem Zentrum der EU unterworfen wurde, prangerte Jürgen Habermas die Drohungen des deutschen Finanzministers an.
        Dem “schamlosen” Verhalten von Wolfgang Schäuble stellte Habermas das “in einem halben Jahrhundert angehäufte Kapital des besseren Deutschland” gegenüber –
        “und mit ‘besser’ meine ich ein Deutschland, das von größerer politischer Sensibilität und einer post-nationalen Mentalität geprägt ist.” (theguardian)
        Wolfgang Schäuble (CDU-CSU) und Jürgen Habermas (SPD-Bündnis 90/Die Grünen) treten als Antagonisten der deutschen Europa-Politik vor die internationale Öffentlichkeit.
        In der Flugschrift
        Zwei Wege – Eine Katastrophe
        sucht Hans-Rüdiger Minow, Publizist und Regisseur, nach Übereinstimmungen und Unterschieden der Europa-Konzepte,
        für die Schäuble und Habermas mit ihren prominenten Namen stehen.
        http://www.german-foreign-policy.com/de/news/

      • Hartwig - 3. Januar 2016

        Ob die EU Kommission und ihre Mitglieder die richtigen “Ratgeber” sind, muss doch stark bezweifelt werden.

        Wer so viele Rechts- und Vertragsbrüche wie die EU und ihre Kommission in den letzten Jahren – beim Maastrichtvertrag (no-bail-out) bis zu den Rechtsbrüchen der EZB – begangen hat, ist ein schlechter Ratgeber für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie.

        Diesen Widerspruch der handelnden europäischen Politiker und der EU Kommission sollten vor allem die Medien viel häufiger herausstellen und aufgreifen. Vielleicht hätte dann eine Demokratisierung der EU im Sinne einer rechtstaatlichen Institution wieder eine Zukunft und Angriffe gegen solche Verstöße wie jetzt in Polen wären glaubwürdig!

        Die Ironie an Oettinger’s aktuellem Auftritt zum Thema Polen ist EU typisch und Medien stehen dem wenig nach. Kaum setzt eine demokratisch gewählte Regierung etwas um, was aus EU-Sicht nicht “konform” ist, so haut man auf diese “Unbotmäßigen” drauf.

        Was ist denn das für ein Demokratieverständnis?

        Es ist doch ganz einfach so, dass man seitens der Kritiker nur auf die nächste Wahl warten muss in der Hoffnung auf Abwahl, wenn das polnische Wahlvolk mehrheitlich mit der jetzigen Regierung unzufrieden ist. Bei uns sind mit der GroKo offenbar auch viele unzufrieden, wenn es die Mehrheit ist/wird, zeigt sich das spätestens 2017. Bis dahin gilt unbeeindruckt weiterhin “Wir schaffen das”, und die GroKo setzt sogar noch einen drauf mit Gestapomethoden in Form der lexAfD.

        Die von mir zitierten Beweise zum Heroinhandel und Organgeschäften sind von der EU selber eruiert. Die Namen und Institutionen hatte ich genannt. Die Uranverseuchung ist Allgemeinbildung. Eine Beweispflicht bin ich nicht einmal schuldig, gäbe es sie denn. (In die deutsche Medienlandschaft würde sie wohl passen, denn deren Berufsethos ist das Verschließen der Augen vor der Wirklichkeit.).

        • SLE - 3. Januar 2016

          Hallo Hartwig,

          ich stelle Ihr Wissen nicht in Frage. Ich persönlich kenne mich in den von Ihnen aufgeführten Zusammenhängen nicht so gut aus und das wird bei vielen anderen auch der Fall sein. Wenn ich mich nicht auskenne, bin ich stets vorsichtig.

          Das Problem mit der EU-Kommission ist m.E., dass sie eigentlich ihrem vertraglich fixierten Auftrag und ihrer historischen Rolle nur noch sehr bedingt gerecht wird. Sie sollte unabhängig von nationalen Interessen eigenständige Vorschläge und Lösungen erarbeiten. Aber genau das darf heute zumindest teilweise bezweifelt werden.

          Viele Grüße
          SLE

  • Georg Trappe - 2. Januar 2016

    In diesen Tagen wird den offiziellen Betreibern des Projekt Europa ja gleich reihenweise und aus allen Ecken das Versagen attestiert.

    http://www.nzz.ch/international/europa-im-bann-der-fluechtlingsfrage-1.18670139

    Als jemand der fast drei Jahrzehnte in Unternehmen gearbeitet hat, in denen realtiv erfolgreich Management by Objectives and Judgement by Results praktiziert wurde, frage ich angesichts eines derart verheerenden Judgements, was waren denn die klar messbaren Ziele? Oder wurde dieses Projekt als ergebnissoffene Veranstaltung auf die Schienen gesetzt?

    Worin besteht denn das Versagen gemessen an welchen Zielen?

    Und wenn man die Bereiche Wirtschaftspolitik und Aussenpolitik herausgreift, dann muss man doch zunaechst einmal fragen, was waren denn die vereinbarten wirtschaftspolitischen und aussenpolitsischen Ziele?
    Mir faellt es ehrlich gesagt schwer einigermassen konsistente und nachvollziehbare Antworten auf diese Fragen zu finden. Und wenn ich da nicht der einzige bin, der auf der Leitung steht, dann wundere ich micht nicht ueber die “Ergebnisse”. Denn ein Projekt ohne klar messbare Ziele oder gar mit einer hidden agenda kann dann niemals oder nur im Sinne der hidden stake-/shareholders erfolgreich sein.

    Weiterhin kommt es mir mehr als spanisch vor, dass der Ausloeser all dieser seit 2007/08 eskalierenden Probleme meistens nicht nur ungenannt bleibt sondern durch infame Umetekettierungen verborgen wird. Wieso wird aus einer Finanzkrise die ihren Ausgangspunkt und ihre Ursachen in den USA hat eine europaeische Staatsschuldenkrise und eine Eurokrise? Warum wird aus einer verheerenden US Macht- und Aussenpolitik eine europaeische Fluechtlingskrise?
    Warum wagt keiner den Verursachern und Ausloesern auf die Finger zu klopfen. Warum wird Feuer mit Benzin geloescht?

    • Georg Trappe - 2. Januar 2016

      Und hier noch zwei artikel von Norbert Haering, die von mir abgeschrieben sein koennten, aber nicht sind, weil er sie viel besser geschrieben hat, als ich das jemals koennte:

      http://norberthaering.de/de/27-german/news/516-merkel-neujahrsansprache-afd

      http://norberthaering.de/de/27-german/news/517-soros-merkel-fluechtlinge#weiterlesen

      • Basisdemokrat - 2. Januar 2016

        Das sind die letzten Konsequenzen “schöpferischer Zerstörung” bei denen Krieg ganz real zum “Vater aller Dinge” geworden ist. Und die internationale Arbeitsteilung läuft auf vollen Touren. Wir stehen längst schon in den Startlöchern, um federführend bei einem Neuaufbau der zerstörten Gesellschaften zu Potte zu kommen.
        http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59276
        Sobald die EU zerbrochen ist, werden sich feuchten Träume der die Politik bestimmenden Exportwirtschaft in Luft -besser gesagt in heulen und Zähne knirschen auflösen. Allerdings nicht für das scheue Reh, sondern für die Schwäbische Hausfrau. Der Beamtenstaat BW wird dann über Nacht zum Almosenempfänger des Länderfinanzausgleichs, wenn es den dann noch gibt.
        Wie lange es dauert ein so zerstörtes Land wieder aufzubauen ist in dieser geopolitischen Lage ohnehin unklar. Härings Konstrukt des besseren Lebens entspricht ja nicht der sich zu stellenden Realität. Der Staat sollte m.E. sehr viel Geld in die Hand nehmen und zweigleisig fahren. Sowohl Integration, als auch massive Investitionen in die Fähigkeit der Flüchtlinge tatkräftig beim Wiederaufbau helfen zu können.
        Gruß BD

        • Georg Trappe - 2. Januar 2016

          Ich sehe darin die Folgen eines Verhaltens, das auf der einen Seite fuer Menschen existentiell ist und auf der andren Seite, wenn exzessiv betrieben und Dank einer vollkommen versagenden sog. Wirtschaftswissenschaft unverstanden, extrem destruktive Folgen zeitigt.

          Aber wer interessiert sich schon dafuer welches Verhalten rechtsschiefe Verteilungen generiert und wer versteht schon was ein stochastisch multiplikativer Prozess ist. Eine Wirtschaftswissenschaft, die den Namen verdient, sollte das wissen und die Politik entsprechend beraten. Tut sie aber nicht. Vielmehr dient sie den Psychopathen, die den Hals nicht vollkriegen, in der Spitze unserer Gesellschaft zur Durchsetzung derer kranken Vorstellungen und treibt so mit einer fatalen Verdrehung der Tatsachen die Menschheit in eine gigantische Katastrophe.

          “Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug”

          Epikur

    • Georg Trappe - 2. Januar 2016

      Und die, die mehr Zeit zum Lesen haben, finden hier Killing Hope, William Blum
      https://t.co/ffz1lXQo3y

      • Basisdemokrat - 2. Januar 2016

        near future
        Killing Hope with Killary Clinton?
        Da merkt man erst, was man im Laufe der Jahre schon wieder vergessen hat.
        Danke für den Link
        Gruß BD

    • SLE - 2. Januar 2016

      Hallo Herr Trappe,

      die wirtschaftspolitischen Ziele sind schon recht klar gewesen. Da gab es beispielsweise die Lissabon-Strategie (siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Lissabon-Strategie), aber die ist gescheitert. Und dann gibt es da die Strategie “Europa 2020 Eine Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum” (siehe: http://ec.europa.eu/europe2020/documents/related-document-type/index_de.htm), bei der es u.a. um die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung geht (mit konkreten Zielvorgaben), aber auch diese Strategie geht bisher nicht auf. Im Gegenteil,Armut und soziale Ausgrenzung in der EU sind größer geworden.

      Kurzum, es gibt sehr wohl konkrete Ziele, festgehalten in entsprechenden Kommission-Dokumenten. Aber die werden nicht an die große Glocke gehängt, was bei der kläglichen Bilanz, sie zu erfüllen, nicht verwundern kann.

      Viele Grüße
      SLE

      • Georg Trappe - 2. Januar 2016

        Hallo Herr Dr. Eichner,

        ich denke das Prinzip Mgmt by Objectives, Judgement by Results ist ausgezeichnet. Es lehrt Demut und Accountability. Allerdings habe ich auch die Erfahrung machen muessen, dass hoehere Mgmt Level ein Talent dafuer entwickeln sich der Schaerfe des Prinzips zu entziehen, indem die klare Messbarkeit der Ziele untergraben wurde. Diesen Sport nennt man dann auch Zielbeugen. Mgmt by Zielbeugen oder Helikopter Mgmt = Einfliegen, Staub aufwirbeln und verschwinden ala Carly Fiorina=eine ex HP CEOse und aktuelle US Praesidentschaftskandidatin.

        Das Ergebnis ist die Zucht von Hybris, das Gegenteil von Demut und Accountability.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Hybris

        Ich ueberlasse es Ihnen und den Mitlesern zu beurteilen, in welchem Zustand unser gesellschaftliches Oberstuebchen sich befindet, wenn Lidl / Aldi Mitarbeiter wegen unterschlagener Pfandbons ihren Job verlieren und Regierungschefinen in Zusammenarbeit mit Bankstern und den kluegsten Professoren Deutschlands ihren Amtseid, der ja auch ein Ziel beinhaltet, sowie reihenweise Gesetze, wie z.B. das Stabilitaetsgesetz, um nur eines zu nennen, zur Befriedigung der Interessen von Aliens beugen.

        Viele Gruesse

        Georg Trappe

      • Georg Trappe - 2. Januar 2016

        Und um noch auf Ihre Hinweise einzugehen Lissabon Strategie und Europa 2020. Das sind Dokumente des Unverstaendnis. Wettbewerb und Wachstum also das Streben in der sozialen und zeitlichen Dimension nach “Mehr”, ist immer begleitet von Konzentrationsprozessen, weil der Erfolg dieses Strebens ueber Zeit und die Population der Wettbewerbsteilnehmer streut. Je groesser die Streuung, umso schneller steigt die Ungleichheit, die Konzentration an und wird zum Killer aller moeglicherweise ehrlich und gut gemeinter Ziele. So geht das nicht. So wie die Loanable Funds Theorie bezueglich der Banken Bull Shit ist, so ist die General Equilibrium Theorie Bull Shit. Die Grundannahme, bei Wirtschaft, so betrieben wie betrieben, handle es sich um eine gleichgewichtsnahes von sich auf Gleichgewichte zustrebendes System ist falsch.
        Das Gegenteil ist der Fall.
        In einem aus sich heraus auf Gleichgewichte zustrebenden System laufen Diffusionsprozesse ab, die das, um was es geht=materiellen Wohlstand gleichmaessig im Raum verteilen.
        https://youtu.be/kk_-CXHVygM
        Konzentrationsgradienten werden von selbst abgebaut.
        Beobachtbar ist aber das genaue Gegenteil:
        https://youtu.be/p1rK34Hbj_g
        Das ist typisch fuer Systeme, die durch einen Energiestrom angetrieben aus dem Gleichgewicht gebracht sind, lokal Entropie senken und so Strukturen, Hierachien und Ordnungen entwickeln. Die Konzentrationsgradienten richten sich auf. Segregation und die Bildung von Aglomerationen. Und das so lange, bis der Prozess auf einem Niveau angehalten wird oder die Sache instabil wird.
        Mathematik und Naturwissenschaften kennen und arbeiten mit dem ersten Fall aus dem ff.
        Der zweite Fall ist bekannt aber extrem schwer mathematisch zu fassen. Die Vorhersage auf welchen Punkt im Raum sich die “Tinte” zurueckzieht unmoeglich. Aber das ist kein Grund die Sache zu ignorieren oder gar zu negieren. Wenn das nicht verstanden wird, dann kracht es. Dann fliegt uns der ganze Krempel um die Ohren. EU Strategie Bull Shit Bingo hin oder her.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Buzzword-Bingo

        Viele Gruesse

        Georg Trappe

        • SLE - 2. Januar 2016

          Hallo Herr Trappe,

          klar, wir wissen das. Aber die in Brüssel, die ihre schönen Strategiepapiere entwickeln, aber die reale Entwicklung nicht wahrhaben wollen, die haben das nicht begriffen. Und natürlich haben Sie vollkommen recht, der Prozess läuft so lange bis die ganze Sache instabil wird – nur dass wir den Punkt, an dem es “kracht” nicht exakt vorhersagen können. Und auch hier haben Sie recht, das ist kein Grund das bekannte Verlaufsmuster und das Endergebnis dieser Konzentrationsprozesse zu ignorieren oder zu negieren. Ich werde das Thema auch bald wieder in einem Aufsatz aufgreifen.

          Viele Grüße
          SLE

          • Georg Trappe - 3. Januar 2016

            “nur dass wir den Punkt, an dem es “kracht” nicht exakt vorhersagen können.”

            Es kracht doch schon. Das staendig wiederholte, gleiche Verhalten, wirtschaftspolitische Programm, das in einer Aufbauphase, wenn zuvor alles in Truemmern liegt, so wundbar funktioniert, entwickelt doch schon unuebersehbar die Zentrifugalkraefte und die Aufloesung der Kohesion, wie Sie das so unmissverstaendlich in Ihrem Artikel beschrieben haben. Und es gibt ein Beispiel, wo diese Probleme seit fast 25 Jahren am lebenden Objekt zu studieren sind. Japan! Und die einzige Loesung dort ist Geldschoepfung und Staatsverschuldung bis zum Abwinken, was aber nur eine Milderung bewirkt, weil der realwirtschaftliche Knoten sich immer weiter zuzieht. Daher bin auch der Meinung, dass die QE Vorschlaege (M. Stoecker und andere) die man auch als Keynes 2.0 beschreiben kann nur dazu fuehren werden in eine Verlaengerung zu gehen aber nicht den Knoten wirklich loesen. Dieses bubble up for ever in der einen oder anderen Form kauft Zeit und mildert die Symptome, loest das Problem aber nicht wirklich. Vielmehr wird sich in der gekauften Zeit das ursaechliche Problem verschaerfen, wenn sonst nichts passiert. Die Monopole, Kartelle und engen Oligopole werden noch groesser und noch maechtiger und die Konzentrationsprozesse werden auf allen Ebenen weiter voranschreiten. So wie sie trotz keynesianischer Wirtschaftspolitik, trotz Abloesung des Dollars vom Goldstandard und trotz eskalierender Staatsverschuldung nicht nur in Japan immer weiter voran geschritten sind und uns in diese inzwischen mehr als bedrohlich gewordene Erstarrung gefuehrt haben. Aber wem sage ich das. Sie wissen das. Ich schreibe es also nur zum xtenmal auf, in der Hoffnung, dass evtl. Mitleser es verstehen und weiter tragen und sich nicht in sehr verfuehrerische “Loesungen” wie “QE for the people” locken lassen, nur um dann enttaeuscht zu werden. Und d.h. nicht, dass das Geldsystem nicht reform beduerftig ist. Viele Vorschlaege die da gemacht werden sind sehr gut und dringend notwendig. Aber sie werden alleine nicht ausreichen, da sie die Wurzel des Problems, tief verwurzeltes, existentielles menschliches Verhalten exzessiv und ohne Sinn und Verstand endlos wiederholt, nicht adressieren.
            -
            Wie man soetwas begreiflich macht, wenn jede Evidenz ignoriert wird, weiss ich nicht. Der stete Tropfen hoelt den Stein, hoffentlich. Mir kommt es oft so vor als seien wir im tiefsten Mittelalter stecken geblieben. Da verschiebt einer den imaginierten Standpunkt von der Erde zur Sonne und kommt dadurch zu einer Einsicht, die vieles bis dahin Unerklaerliche erklaert und vereinfacht.
            https://de.wikipedia.org/wiki/Kopernikanische_Wende
            Der Machtkampf, der um diese “Wahrheit” entbrannte und unzaehlige Tote und unendliches Leid ausgeloest hat, ist aber nur als absurd zu bezeichnen. Insbesondere dann, wenn man weiss, dass das heliozentrische Weltbild auch nicht der Weisheit letzter Schluss war und ist, wie ein DJ aus Gronningen, ohne Anspruch auf wissenschaftliche Exaktheit, in einer Videoanimation sehr schoen verdeutlicht.
            Denn wenn man den imaginierten Standpunkt ein weiteres mal verlegt, von der Sonne hin zum Zentrum der Galaxie, dann sieht die Sache so aus:
            https://youtu.be/0jHsq36_NTU
            Dann werden aus Kreisbahnen Korkenziehertrajektorien

            Darueber sollten neoklassisch gepraegte Wirtschaftswissenschaftler, die nicht nur bei ihrer Loanable Funds Theorie sondern auch bei der General Equilibrium Theorie auf verlorenem weil unhaltbarem Posten kaempfen und dabei ganz nebenbei die Menschheit mit ihrer Politikberatung an den Abgrund gefuehrt haben, gruendlich nachdenken.

            Viele Gruesse

            Georg Trappe

            • SLE - 3. Januar 2016

              Hallo Herr Trappe,

              vielen Dank, dass Sie das noch einmla so schön herausstellen. Ich versuche, das Gesagte noch auf den Punkt zu bringen:

              1. Die Konzentrationsprozesse bzw. die enorm hohe Konzentration (in der Wirtschaft, bei Einkommen und Vermögen sowie regional (wirtschaftliche Ungleichgewichte)) sind, wenn man eine Prioritätenliste der diversen Probleme erstellen würde, das wichtigste anzugehende Problem; unglücklicherweise wird diese Problem durch die aktive Wirtschafts- und Geldpolitik jedoch sogar immer noch weiter vergrößert (ich sagte hier in der Diskussion bereits, dass ich das Thema demnächst hier in einem Aufsatz wieder ansprechen werde).

              2. Weder auf der Basis der neoklassischen noch auf der Basis der keynesianischen Lehre – Japan ist in der Tat ein gutes Beispiel – lassen sich geeignete Lösungen finden; ungleichgewichtstheoretische Ansätze sind definitiv vielversprechender; aber sie sind – soweit es sie gibt – weit weniger geschlossen als die Neoklassik und sie sind – gezwungenermaßen – auch weit weniger exakt; allerdings suggerieren die führenden Lehren eine Exaktheit, die es nicht gibt bzw. die, wenn man sich darauf verlässt, in der Anwendung durch die Politik über die Jahrzehnte zielsicher in eine große Krise führt.

              Es ist das besondere Problem heute, dass beides von den politischen Entscheidungsträgern in den Industrieländern (inkl. der Notenbanken) nicht realisiert und vor allem auch nicht der Endpunkt erkannt wird, an den eine Politik führen muss, die dies nicht realisiert oder eben ignoriert.

              Viele Grüße
              SLE

              • Georg Trappe - 4. Januar 2016

                So ist das. Leider. Und wuerde man Mgmt. by Objectives konsequent betreiben, dann wuerde sich die “Exakheit” der vorherrschenden Lehre sehr schnell in Luft aufloesen. Denn dann wuerde die eklatante Diskrepanz zwischen den Zielen/Vorhersagen und der sich einstellenden Realitaet sichtbar werden und Lernfaehikeit vorausgesetzt, zum Ueberdenken/Revidieren der Theorien, Strategie, Taktiken fuehren. Mgmt. by Objectives kann nicht falsche Ziele verhindern. Aber es kann einen Lernprozess in Gang setzen. Und das, was es so schwierig macht, scheint mir zu sein, dass Wirtschaft als eine Sache betrachtet wird, in der ein Erfolgsrezept immer ein Erfolgsrezept bleibt. Das ist aber nicht so. Das Erfolgsrezept der Aufbauphase versagt vollkommen in der Phase, in der sich Ausreifung eingestellt hat, und fuehrt direkt in den Niedergang. Wenn man es mal verstanden hat, ist es einleuchtend und klar. Aber wie traegt man das an Menschen heran, die sich offensichtlich in einem sich selbstimmunisierenden Gedankengebaeude verrannt haben?

                • SLE - 4. Januar 2016

                  Hallo Herr Trappe,

                  völlig korrekt. Das “Erfolgsrezept” “Agenda 2010″ beispielsweise war angesichts der schon damals (2003) überwiegend ausgereiften Märkte genau das falsche Konzept, das – da es auf Kostensenkung setzte – den Übergang in die Stagnation nur noch beschleunigte. Sie sollte Wachstum und Beschäftigung fördern, aber das konnte gar nicht funktionieren.

                  Grüße
                  SLE

                • Georg Trappe - 6. Januar 2016

                  Und hier noch ein Bild, welches verdeutlicht, wie es um die Vorhersagefaehigkeit und Lernfaehigkeit von sog. Analysten bestellt ist bzw. wie diese einzuordnen sind in einer Welt, in der sog. Wirtschaftswissenschaftler angeblich nicht wissen wie eine Bank funktioniert und ein offensichtliches Out of Equilibrium System mit General Equilibrium Theorien erklaeren.

                  https://pbs.twimg.com/media/CX8lZnwWQAAVk1o.png

                  Die Analysten wissen das natuerlich auch und die haben auch das amerikanische Geschaeftsmodell verstanden, das auf langfristig stetig sinkenden Zinsen von triple A rated US Exportschlagern beruht.
                  Da muss man sich fragen, was soll das und fuer welche Zielgruppe ist das bestimmt?
                  Die Vermutung, dass es sich dabei um die Muppets von Greg Smith (Ex Goldman Sachs Mitarbeiter) handelt, erscheint mir nahe zu liegen.

  • Euro? Nein Danke! Aufkleber - 2. Januar 2016

    Die EU zertrümmert ein starkes Europa, nicht die Polen!

  • Jürgen Forbriger - 2. Januar 2016

    Eine Gemeinschaft die sich nur noch rettet, ist zwar eine Gemeinschaft, aber nicht lebensfähig!
    Übrigens war die EU 1942 schon eine Erfindung der Nazis(Wehrwirtschaftsminister Funk)!

  • Holly01 - 2. Januar 2016

    Hallo,
    also Polen ist ja der eigentliche Inhalt und es ist ein interessantes Thema, denn Polen ist exemplarisch und beispielhaft.
    Polen wollte bereits zwei mal in den Euro eintreten und es gab sogar Termine. In beiden Fällen gab es “Krisen”, die es für Polen zum unkalkulierbaren Risiko gemacht hätte einzutreten.
    Polen war bei den 2+4 Gesprächen die zur Wiedervereinigung Deutschlands geführt haben als Beobachter anwesend.
    Das muss man erst einmal sacken lassen. Sie waren Beobachter, keine Entscheider.
    Sie waren dabei, aber die polnische Frage stand nicht als Thema zur Debatte.
    Die zentrale Frage der europäischen Nachkriegsordnung wurde entschieden und Polen war … Beobachter.
    Nach dem zweiten Weltkrieg haben die Alleirrten Europa aufgeteilt. Ländergrenzen definiert und neu gezogen.
    Polen war Gegenstand dieser Entscheidungen. Polen wurde um hunderte Kilometer nach Westen “verschoben”.
    Keine Abstimmung und keine rechtliche Absicherung, nur das magere Bündniss und die Garantie durch die Russen und später durch die USA.
    Polen hatte nach dem ersten Weltkrieg das selbe Erlebniss der Grenzneufassung. Polen hat zwischen den Weltkriegen mit praktisch jeden Nachbarn Krieg geführt, um seine Grenzen zu definieren, weil die Alleirrten des ersten Weltkriegs das nicht zu leisten bereit waren.

    Polen sitzt neben Deutschland “fest”. Das ist ein geographischer Fakt. Mental und inhaltlich könnten die Gesellschaften nicht unterschiedlicher sein.
    Die Nachbarn sind sich traditionell fremd.
    Die Nachbarn mögen sich traditionell nicht.
    Die Besatzungen, Kriege und die gekauften Königstitel die eine faktische Herrschaft über die Polen und inhaltlich eine Bereicherung der deutschen Adelsfamilien die diesen Titel in Absprache mit Moskau und Wien verschachert haben.

    Polen belastet Europa und droht es zu spalten?
    Nein, das tut es nicht.
    Polen macht exakt das, was Polen aus seine Sicht tun muss.
    1.) Partner suchen, dei Polens Bestand garantieren, denn dei Nachbarn tun es nicht.
    2.) Kolaborateure ausschalten, die den polnischen Interessen schaden, weil lsie die zu verkaufen bereit sind.
    3.) Eigenständige Politik mit eigenen Positionen definieren, weil die in den nächsten 2-3 Jahrzehnten noch sehr wichtig sein werden.
    4. Regional eine Situation der inneren Stabilität herstellen, indem Polen den Nachbarn (mit denen das erfolgversprechend ist) klar definierte und in der polnischen Politik tief verankerte Positionen als Gesprächsgrundlage anbietet.

    Polen ist einer der Bauern auf den europäischen Schachbrett. Da ist es primär wichtig eine Position zu beziehen, wo man nicht geopfert wird.
    Genau dies tut Polen.

    Polen hat in einer wenig beachteten Aktion den Russen die Hand hingestreckt. Die creme de la creme des Landes war auf dem Weg nach Moskau, um einen historischen Schritt zur Zusammenarbeit zu leisten.
    Russland wäre ins Zentrum Europas zurück gekommen. Polen wäre eine Drehscheibe zwischen Russland, Skandinavien, dem Balkan und Deutschland gewesen.

    Niemand hat auch nur eine Nanosekunde nachdeenken müssen, wer den Flieger runter geholt hat. Es gab nur eine Nation, die das nicht wollte und dazu fähig war, das zu tun.
    Polen hat diese Lektion gelernt: Schuster bleib bei deinen Leisten.

    Polen wird für Deutschland gar nichts tun, denn Deutschland hat gezeigt, daß es zwischen 1871 und heute überhaupt keine inhaltliche Veränderung gegeben hat.
    Polen ist für Deutschland ein Transitland seiner deutschen Interessen. Geduldet wenn benötigt, ignoriert im Normalfall und verachtet, wenn es nicht spurt.

    Polen ist das größte der slawischen Länder. Es ist das was man als Machtzentrum bezeichen könnte.
    Die Anderen waren nicht einmal Beobachter.
    Was für Polen gilt, gilt genau so für den gesamten Staatengürtel zwischen Schland und Russland, nur noch ausgeprägter.

    • Holly01 - 2. Januar 2016

      Das größte inhaltliche Problem Europas läßt sich nach wie vor mit einem Wort zusammen fassen:
      “Deutschland”

      Denn deutschland ist seit 600 Jahren ein fremdkörper, eine Schnittfläche, eine wild um sich schlagende hin und her pendelnde Menge an Bundesstaaten, die keine Position findet, die stabil wäre.
      Luther mit seinen Thesen war nicht der Anfang, es war ein Ausdruck dieses Problem, das schon damals bestand.
      Auf Andere zu zeigen war schon immer deutsches Hobby.
      Die eigene Nase zu fassen gelang zum letzten Mal im Oktober 1648.

      Merkel, Schäuble und Gauck sind Deutschland seit 600 Jahren. SO sind wir. SO waren wir.
      Berechenbar bösartig durch unsere eigenwillige und herrschsüchtige Gesellschaft, die immer wieder Eliten hervorbringt, die dann genau das tun, was wir gerade tun.

      Der Beste kann nicht in frieden leben, wenn es der Nachbar nicht will.
      Ich würde nicht meinen das unsere Nachbar die Besten wären, die haben selbst eine Menge Dreck am Stecken.
      Aber der “Nachbar” das ist, war und wird sein : Deutschland.

      Der Hegemon nutzt das nur geschickt aus.

      • Holly01 - 2. Januar 2016

        …. und der nächste vorhersehbare Schritt wird die Aufrüstung Deutschlands sein. Deutschland gewinnt neben der industriellen Macht, dann seine militärische Macht zurück.

        Niemand in Europa zweifelt daran, daß Deutschland diese Macht Rücksichtslos und kompromissunfähig einsetzen WIRD (im Gegensatz zu einsetzen könnte).

        Deutschland marschiert wieder, Deutschland ist wieder im Krieg, Deutschland macht seine alten Rechnungen wieder auf … und der deutsche Blick richtet sich wieder gen Osten …..

        • Traumschau - 2. Januar 2016

          Ja, offensichtlich wiederholt sich die Geschichte …

          „Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt.“

          Mahatma Gandhi

          • Holly01 - 2. Januar 2016

            ….. das deutsche Repressionssystem wird das schlimmste in ganz Europa sein, geniessen wir die letzten Tage, an denen man das noch sagen kann rsp darf …….
            lg und frohes Neues Traumschau

            • Traumschau - 2. Januar 2016

              Und zu meiner tiefen Bestürzung hoffen die jetzt “kritischen” Menschen darauf, dass die AfD uns alle rettet!
              Die Führungsrolle in Europa wurde aber auch von unseren Partnern an Deutschland heran getragen. “Deutschland müsse endlich mehr Verantwortung übernehmen”. Jetzt haben wir unsere Partner nieder konkurriert, die Karre steckt tief im Dreck. Alle sind mehr oder weniger Deutschland gefolgt und widersetzen sich jetzt – zum ersten mal – offen der deutschen Flüchtlingspolitik. Frankreich glaubte, auf der Siegerseite neben Deutschland zu stehen und realisiert wohl so langsam, dass das ein großer Irrtum war: “Es kann nur einen geben!”
              Die USA sprachen immer wieder von Deutschland als “partner in leadership” oder “Strategischer Partner”. Aber was heißt das? Aus meiner Sicht bedeutet das, dass Deutschland der 1st Class- Vasall der USA in Europa ist. Joe Biden hat in einer Rede gesagt, dass man die EU gezwungen habe, Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Was sind denn eigentlich die Instrumente, die Hebel, mit denen die USA arbeiten, mit denen sie den Europäern ihren Willen aufzwingen können? Mir fehlen da wirklich die konkreten Antworten …
              Aber klar ist, dass die Politik der Spaltung fortgesetzt wird. Die Ausführungen von STRATFOR-Chef Friedmann sind mehr als eindeutig. Die USA werden mit allen Mitteln eine Annäherung bzw. enge Kooperation mit Russland auf dem eurasischen Kontinent zu verhindern suchen. Ich habe keine Ahnung, welchen Spielraum unsere Regierung hat. Ich weiß auch nicht, ob Merkel wußte was sie tat, als sie auf der PK in Moskau von einer “verbrecherischen Annektion” der Krim sprach! Ist nur Opfer oder tatsächlich williger Erfüllungsgehilfe amerikanischer Interessen- und Machtpolitik? Minsk I und II dürften dagegen kaum im amerikanischen Interesse gelegen haben …
              Fragen über Fragen … Hat jemand ein paar Antworten für mich?
              LG

              • Holly01 - 2. Januar 2016

                Ich dreh das mal etwas.
                Die Franzosen verlieren an der wirtschaftlichen Front massiv an Boden und die USA sehen den “deutschen Aufstieg” als NIIP Inhaber nur sehr ungerne.
                Ja natürlich trägt man diese “Führungsrolle gerne an Deutschland heran.
                Ja natürlich nimmt die deutsche Poltik diese gerne an.
                Aber das ist doch nur selbsterfüllende Beschleunigung.
                Es geschieht doch nur, worauf viele warten und keinen erstaunt.
                Der Deutsche zeigt doch nur das, was sowieso alle erwarten und die Bereitwilligkeit mit der er das tut, spricht aus der Sicht Aller für sich.

                http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59274
                Die Folgen der Anbindung an die EU gepaart mit den Erfolgen der (deutschen?) Wertegemeinschaft in Griechenland spült alle Staaten zwischen Russland und Deutschland gerade zu in die amerikanischen Arme.
                Es geht noch weiter, gurgeln Sie einmal Dreikaisertreffen.
                Der deutsche Aufstieg wirkt über den Balkan bis zur Türkei pro amerikanisch.
                Wer sonst sollte die Deutschen in Europa jetzt noch bremsen?
                Selbst die Niederländer haben die Durchmärsche von 1870, 1914 und 1940 offensichtlich satt uns setzen zunächst auf Kooperation, denn wehren kann man sich ja eh nicht:
                http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59275
                Gleichzeitig steigt Wilders aber auf und wird niederländischer man of the year.

                Der Kreise dreht sich, dei Fliehkräfte bauen sich auf ..

              • zykliker - 3. Januar 2016

                Opfer? Erfüllungsgehilfe? Täter? Interessante Fragestellung, die mich auch beschäftigt.

                Ich vermute, von allem etwas: Wenn wir von den Tatbeständen Staatsterrorismus und Regierungskriminalität seitens des angemaßten Welt-Kolonialherren ausgehen (lassen wir mal aus Gründen der Vereinfachung außer acht, dass auch im Oval Office nur eine Marionette sitzt), dann können wir die Führungsmethoden in der Welt der Organisierten Kriminalität als Anschauungsmaterial nehmen:

                Druck; wer nicht spurt… Kennedy 1 + 2, Saddam, Gaddafi, Moro, Herrhausen…., aber bei weniger wichtigen Figuren auch harmloser, z.B. Wulff, Köhler…manchmal frage ich mich auch, ob Westerwelles Leukämie etwas mit seiner “obszönen” Stimmenthaltung im Sicherheitsrat in Sachen Libyen zu tun haben könnte.
                Belohnung: wer “loyal zur Familie steht,” bekommt was von der Beute ab: warum fällt mir da immer die wunderbare Vermögensentwicklung von Tony Blair ein?
                Gestaltungsspielraum: damit die dumm gehaltene Aussenwelt keinen Verdacht schöpft, muß die Illusion von Eigenständigkeit gepflegt werden. Zu diesen Theateraufführungen gehören auch Minsk 1 + 2 und sonstiges Pinscher-Kläffen.

                Soweit ohne Anspruch auf Vollständigkeit die Machtmittel des oberen Feudalherren-Kreises. Hinzu kommen nun die Bedürfnisse des Vasallen:
                Man möchte zum Oberen Kreis dazugehören, die Illusion von der eigenen Bedeutung wächst mit Größe der übertragen bekommenen Aufgaben.
                Man kann nicht mehr aussteigen; mitgehangen…
                Man rationalisiert seine Taten als segensreich für die Menschheit; so funktioniert die Ideologiefalle selbst noch beim sich intellektuell überlegen dünkenden mittleren Führungspersonal.
                Was macht ein Verdeckter Ermittler im Inneren Zirkel der Mafia, wenn er einen Auftragsmord ausführen soll? Wird er zu seiner Tarnung im Interesse des höheren Ziels…..

                Aber es geht auch noch viel schlichter: “Max Frisch: Biedermann und die Brandstifter.” Er hat keine Werte, keine Moral. Er weiß, es sind Verbrecher, aber er hat kein Rückgrat, er biedert sich an, tarnt seine Angst, indem er sogar mithilft beim Feuerlegen. Ein großartiges Psychogramm des geborenen Untertans, Technokraten…. Eichmann war auch so einer.

                Auch wir alle sind selbst mehr oder weniger “Biedermänner,” wir haben nur das Glück, daß unser machtgeiler Ehrgeiz nicht groß genug ist, in das Blickfeld der Feudalherren aufsteigen zu wollen. Wir tarnen uns in subalterner Kleinheit.

  • Holly01 - 2. Januar 2016

    Europa befindet sich am Ende dessen was man vor dem WKII als peacement-Politik bezeichnet hat.
    Die deutschen Interessen waren mit nachgeben wieder nicht zu erfüllen.
    Die weiteren Zugeständnisse dienen nicht mehr der Befriedung.
    Die Ungerechtigkeiten dienen der Spaltung.
    …. und so wird es auch sein ….
    Ich habe bereits vor jahren gewarnt, daß eine deutsche Führungsposition den deutschen Interessen völlig zu wider läuft, weil deutsche Interessen dadurch misskreditiert werden.
    Aber die deutsche Politik muss ja wieder merkantilistisch ausfallen und erzwingt wieder die militärische Absicherung, gegen alle äussere Interessen und bei gleichzeitiger Verschuldung der Handelspartner.
    (Selbst) Leben und (andere) sterben lassen ist keine politische Grundlage, mit der man sich Freunde macht.
    So gehen ehemalige Partner und Freunde vermehrt zum Selbstschutz über und Deutschland ist (wieder) isoliert, weil es sich selbst isoliert hat.
    Es gab kein deutsches Europa, es wird kein deutsches Europa geben, das halte ich für sicher.
    Ob es Deutschland in dieser Form in 30 Jahren noch geben wird ist fraglich.
    Das ist keine Frage der Flüchtlinge.
    Der Bruch geht mitten durch (Alt-)Deutschland und gleich 2 Bruchkanten.
    Eine erste am Rhein entlang definiert durch die ehemalige Ostgrenze der späten römischen Reiches.
    Die zweite an den Alpen entlang definiert durch den ehemaligen Limes.

    Wir kommen an den Punkt an dem man akzeptieren müsste, daß Deutschland in der jetzigen Form ein Elitenprojekt ist.
    Definiert auf dem Wiener Kongress 1815, garantiert durch alle Nachbarn und beschlossen durch alle Machtinhaber Deutschlands.
    Ein Völkerrechtsakt also, der das Heilige römische Reich deutscher Nation, welches kein Staat sondern ein Bund war, zusammengeführt hat.
    Bereits 1848 durch die deutschen Unruhen aufgekündigt, dann 1871 mit Gewalt und Krieg wieder hergestellt und dann durch den Doppel-WK gefestigt.
    Aber die Ordnung der 2 Schwerter (Adel/Kirche) das sich in der Wahl des deutschen Kaisers und der Salbung durch den Papst ausgedrückt hat, wurde nur mässig übertüncht.

    Im Westen haben die Briten die Gebiets- und Gemeindereformen jeweils nach den WK durchgeführt.
    Badenwürtemberg und Nordrheinwestfalen sind Alleirrten Gebilde.
    Die Fliehkräfte in Deutschland haben noch garnicht angefangen zu wirken und es gibt in Europa einige die meinen Schland “ist so schön, daß man es auch öfter als einmal lieben kann”, sprich die Wiedervereinigung wäre ein historischer Fehler gewesen, den man revidieren müsste.

    Ich würde imo auf die deutsche Karte keinen Cent setzen …..

    • SLE - 2. Januar 2016

      Hallo Holly01,

      das geht jetzt aber schon ein bisschen arg weit weg vom Aufsatzthema, finden Sie nicht?

      Grüße
      SLE

      • Holly01 - 3. Januar 2016

        Schade, aber ok, es ist Ihr thread und ich möchte Sie unterstützen, nicht stören.
        Ich hatte das als Übergang zu der Bayerisch-Steierischen Bankengeschichte geplant, um zu belegen, wie Teile Deutschlands eine monetäre Kolonialpolitik Österreichs in seinen alten Einflußgebieten unterstützt.
        Auch das ein Aspekt der für Polen das Bild eher bestätigt als relativiert.
        Ok, lass ich das und belasse es dabei, was ich geschriebenhabe, ich denke man kann auch so erkennen, daß die Märchen der “antieuropäischen Politik von Polen und Ungarn ff” eventuell völig andere Gründe hat.
        lg Holly

    • Peel - 2. Januar 2016

      Hallo Holy01
      Ich lese immer wieder gerne Ihre Beiträge und finde die aktuelle Beschreibung der europäischen Verhältnisse ziemlich zutreffend – der Kohl, man kann von ihm halten, was man will, hat ein feines Gespür für die Befindlichkeiten der europäischen Nachbarn gehabt; dann kam Schröder – der Genosse der Bosse – und hat in einer Art, die ein wenig an Wilhelm I. erinnerte, den Elefant im europäischen Porzellanladen gegeben.
      Und dann kam Murksel, die offenbar von Politik und Diplomatie so wenig Ahnung hat wie von Außenpolitik – dieses stoffelige, sture, eigensinnige Subjekt, von dem man nicht weiß, ob es an Kommunikationsgeschick fehlt, die einsamen Entscheidungen zu begründen, oder ob es an mangelnder gedanklicher Klarheit fehlt gepaart mit Diskursfeindlichkeit (alternativlos) überhaupt rational begründbare politsche Entscheidungen herbeiführen zu können. Murksel ist der Totengräber Europas – mit der einsamen Energiewende, dem repressiven Vorgehen gegen andere Mitgliedsstaaten (Erpressung, Drohung, Vergewaltigung s. Griechenland, aber auch Irland) im Verbund mit der EZB und der Torpedierung europäischer und deutscher Rechte im Stil einer Alleinherrscherin. Das erschreckt nicht nur viele Deutsche, sondern zu Recht auch viele europäische Nachbarn, die den neuen deutschen Sonderweg argwöhnisch beäugen.
      Nicht ganz teilen mag ich die 600 Jahre deutsche Dominanz, denn einen deutschen Nationalstaat gibt es ja erst seit 1871. Von dem Römischen Reich deutscher Nation ging für die Nachbarn wenig Gefahr aus; es war vielmehr ein Tummelplatz anderer europäischer Herrscherhäuser, wie man am 30jährigen Krieg sehen kann.
      Und nicht vergessen sollte man die 100 Gründer der privaten englischen Zentralbank im Jahre 1695; ich vermute, viele Nachkommen dieser Gründer ziehen auch heute noch die Strippen in London und Washington und verfügen über Vermögen, die sicher bei weitem das derjenigen übersteigt, die auf der FORBES Liste auftauchen.

      Was mir auffällt, ist, dass bei den Euromantikern geradezu ein Hass auf den Nationalstaat besteht – der Nationalstaat wird für alles Schlechte der Welt verantwortlich gemacht; und Murksel teilt diese Auffassung offenbar voll und ganz, ohne dass sie erklären könnte, was ihr an Stelle des Nationalstaates (Territorium, Grenze, Volk, Kultur, Sprache, Rechtsordnung und Demokratie sind ja an das Gebilde Nationalstaat gebunden) treten soll. Die Zerschlagung der Staaten Irak, Lybien, Jugoslawien, und der Versuch andere Staaten wie Syrien zu zerstören, passen zu dieser Ideologie. Vor dem 1.WK wurde den Vielvölkerstaaten Österreich-Ungarn und dem Osmanischen Reich ja ein ähnlicher Hass (von Seiten der Angeln&Sachsen) entgegen gebracht, und man hat diese Gebilde dann ja auch zerstört.
      Was also schwebt Murksel und den VSA Thinktanks mit der offenen Kampagne gegen die Nationalstaaten vor? Eine neue Feudalstruktur mit den internationalen Finanzoligarchen als neue Königskaste? Es erschließt sich mir nicht.

      • Eurelios - 2. Januar 2016

        Was also schwebt Murksel und den VSA Thinktanks mit der offenen Kampagne gegen die Nationalstaaten vor? Eine neue Feudalstruktur mit den internationalen Finanzoligarchen als neue Königskaste? Es erschließt sich mir nicht.

        Mir auch nicht. Ich bin mir aber ziemlich sicher das den politischen “Entscheidern`´
        gar nichts vorschwebt sonder das diese nur die Handlanger sind von den ganz
        Wenigen die denen sagen was zu tun und was zu lassen ist. um ein Ziel zu ereichen.
        Ziel: Zukünftiger Machterhalt dieser “Geldeliten“ auf Kosten der Massen der Menschen
        nach einem Zusammenbruch des Geld/Wertesystems auf den wir zusteuern.

        • SLE - 3. Januar 2016

          @ Eurelios und Peel

          In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal an die Anfangsphase der Finanzmarktkrise in den Monaten nach der Lehman-Pleite erinnern! Weder in den USA noch in Großbritannien oder den anderen führenden und betroffenen Industriestaaten gab es ein klare Vorstellung davon, was man angesichts der gefährlich wackelnden Großbanken tun sollte. Großbritannien hat damals den ersten Schritt getan, wenn ich mich recht erinnere, und die wackelnden Großbanken verstaatlicht. Danach haben dann auch die USA ihre Großbanken finanziell aufgepolstert, ob sie wollten oder nicht. Mit anderen Worten hat in dieser Krise – vereinfacht ausgedrückt – der eine beim anderen abgeguckt und wenn alle dasselbe tun und sich dabei auf die Schulter klopfen, dann glauben sie, nichts falsch zu machen.

          Ich denke, dieses “Abgucken” bzw. der Versuch, immer schön im gerade angesagten Mainstream mitzuschwimmen, um nicht angreifbar zu werden, spielt heute in der Politik eine große Rolle. Dadurch wird die Frage, wohin dies letztlich führt, irrelevant. Es geht gar nicht darum, das Richtige zu tun in Bezug auf etwas, das es zu erreichen gilt. Ich glaube nicht, dass es im angesprochenen Zusammenhang eine solche Zielvorstellung bei Frau Merkel gibt. Vielmehr es geht nur darum, etwas zu tun, dass einen/sie (voraussichtlich) nicht angreifbar macht.

          Doch genau da liegt das Problem. Frau Merkel hat in Bezug auf die Flüchtlingskrise niemanden, den sie kopieren oder an dem sie sich orientieren könnte. Sie muss vorangehen. Dieses Problem hatte sie bei allen anderen vorherigen Krisen nicht. Da gab es immer andere, die zuerst Flagge gezeigt haben.

          Viele Grüße
          SLE

      • Holly01 - 3. Januar 2016

        Die 600 Jahre beziehen sich nicht auf deutsche Dominanz, sondern auf die Ursprünge des Calvinismus, der Reformation usw usf, also die Urdeutsche Zerrissenheit zwischen den Moralvorstellungen (die auch rechtsvorstellungen sind) des frühen/späten Mittelalters und der Neuzeit.
        Ansonsten, Danke.

  • JL - 2. Januar 2016

    Europa hat sich seit 2009 zu einer Region entwickelt, welche von einem innereuropäisch Krisenherd zum nächsten hetzt. Dabei wurden- scheinbar- alle möglichen Probleme verortet und zugeordnet. Nachfolgend gab es dann Auflagen die bis zu staatlichen Entmündigungen reichten. Hat es geholfen? Nein!

    Interessant ist nun der Aufbau einer europäischen Gläubigerschaft, wonach man sich gegenseitig stützt und Retten soll. Sieht das nach Zukunft in positiven Sinne aus…?

    Nun kann man aber natürlich zu einem Politiker gehen und ihn befragen. Man wird dort leider nicht hören was man bis in 10 Jahren erschaffen möchte, sondern was es bis dorthin zu „optimieren“ gilt. Die Wortwahl erinnert dabei an Großkonzernen, welche in Schieflage geraten sind.

    In diesem Umfeld haben sich die Polen offenbar gegen die EU und für eine stärkere Anlehnung an Amerika entschieden. Die EU hat also deutlich an Anziehungskraft verloren, zu offensichtlich sind die Schwächen auf der einen Seite und bestimmende Einflußnahmen auf der anderen. Und spätestens in diesem Hier und Heute stellt sich dann sicher auch die Frage nach einem Neustart oder einer Neuorientierung oder auch „Besinnung“ auf bestehende Werte. Und schon stellt sich dann die nächste Frage welche Werte bestand haben sollten, wenn noch nicht mal gültige Verträge einen Wert haben.

    Nein, auch Änderungen werden wohl nur diesem Namen dienen und diese „Gemeinschaft von Unterschieden“ nicht retten können- es bleibt eine Totgeburt.

    Die gedankliche Gründung der EU fand im Übrigen am 17.10. 1944 im damals noch deutsch besetzten Straßburg statt. Motto damals: „Das neue Europa der Solidarität und Zusammenarbeit unter all seinen Menschen wird einen rasch zunehmenden Wohlstand erfahren, wenn die nationalen Bindungen erst beseitigt worden sind.“.

    Aha, zum Glück gibt es keine Parallelen zur Gegenwart, oder?

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

    • Holly01 - 3. Januar 2016

      Hallo JL,
      zu “In diesem Umfeld haben sich die Polen offenbar gegen die EU und für eine stärkere Anlehnung an Amerika entschieden. Die EU hat also deutlich an Anziehungskraft verloren, ……”

      Ich denke so einfach ist es nicht. Die story würde ich eher so eindampfen:
      2008: Der Punkt an dem die Finanzwelt erkennt, das der Dollar überdehnt und die Dollarhegemonie nicht mehr aufrecht zu erhalten ist.
      Spannungsbogen zwischen Militärhegemon der keine Alternativplanungen duldet und Währungshegemon der dringent eine Entlastung braucht, weil sonst eine gesellschaftliche Katastrophe in den USA droht.
      Also zunächst ein inner USA Problem, das aber durch die Eurodynamik von 2004ff zum EU Problem wurde.
      Es gibt 2 Signale aus den USA, die sich komplett widersprechen und einige Einzelakteure wie Soros die im Windschatten der “Entwicklung” persönliche Macht maximieren.
      Wir haben also die Schiene “Obama” die stelle ich für die Einsicht, daß der Dollar ausgebrannt ist.
      Wir haben die Schiene NATO die ich als pure Gewaltandrohung und Kolonialmittel sehe.

      Nun zur EU:
      Was haben wir gesehen?
      Der Euro war nicht betroffen, statt ihn zu schützen werden immense Anstrengungen unternommen den Dollar zu stützen. Man versucht den unkontrollierten Zusammenbruch zu verhindern.
      Der Renmimbi hat sich exakt genau so verhalten und übernimmt sogar die Rolle der Stütze durch Entlastung des (für den Dollar teuren) IMF, BIZ und Weltbanksystems.
      Japan zieht mit.
      Britanien zieht mit.
      Kann man aus den Reaktionen auf die Wirkrichtung schliessen?
      Die Notenbanken “retten” das exponierte Bankensystem.
      Die Investitionen gehen weltweit zurück.
      Der Konsum wird weltweit (China?) zurück.
      Die Notenbanken blasen ihre Bilanzen auf ohne Geld an die realen Märkte zu geben, es werden ausschliesslich Banken gepimpt indem man ihnen papiere aus den Bilanzen nimmt.
      Die Derivateblase wächst nur noch sehr verhalten, denn die Zinsen sind nahe Null, was real bedeutet sie sind negativ.
      Tatsächlich ziehen die Notenbanken Giralgeld aus dem System. Es findet ja nur ein Tausch statt, dei Bilanzverlängerung der Notenbanken entspricht 1:1 der Bilanzverkürzung der Geschäftsbanken (nicht nominal aber in der Wirkung).
      Die Notenbanken tun alles um die Grenzwirkung des Geldsytems zu mildern.
      Es ist ein “Luft anhalten” des Finanzsystems, ein Spiel auf Zeit, das den Status Quo erhält.

      So zweite Schiene: der militärische Hegemon. Zeitschiene ab etwa 2008?
      Es gab keinen militärischen Sieg.
      Es wurde kein neuer Krieg angefangen. Androhungen gab es genug, aber passiert ist nichts.
      Es gibt einen offensichtlichen Einflussverlust in allen Regionen, der sich strickt am gerade noch erträglichen bewegt.
      Der Hegemon wird weltweit gedemütigt, meist durch lokale Mittelmächte. Eine Situation der Nadelstiche.
      Zu wenig für Krieg aber zu viel, um es lange ertragen zu können.

      Nun zu Polen:
      Polen hat als einziges Land im Ostblock eine Revolution durchgeführt, die auch erfolgreich war.
      Polen hat sich der EU angeschlossen und einen erstklassigen Aufschwung hingelegt.
      Im ersten Irakkrieg hat man sich “militärisch engagiert”. Die USA waren voll des Lobes, aber das Kontingent war so gewählt, das niemand in den USA auf die Idee käme noch einmal nach Hilfe zu fragen. Das war extrem geschickt.
      Afghanistan? Kein Thema.
      Zweiter Irakkrieg? Kein Thema.
      Man war Papst wenig beachtet aber es war enorm Prestige fördernt und in Ost- und Südosteuropa wurde das sehr beachtet.
      Man hat eine eigene Position gesucht und gefunden.
      Bei den 4+2 Gesprächen hat Polen unterschrieben, nachdem die entscheidende Frage gestellt war: Ist dies ein Friedensvertrag?
      Die Antwort “Nein” war an Polen gerichtet, aber gehört, hat sie ganz Europa … und es war Polen das sie gestellt hat!!
      Mit der Finanzkrise hat sich die Priorität geändert. Vollkommen ohne Tamtam hat Polen Verhandlungen mit Russland geführt. Putin hat im deutschen Bundestag schön auf deutsch gesprochen, aber gehandelt hat Polen.
      Das Flugzeug ist abgestürzt……..
      Polen steht geographisch neben Deutschland ist ist politisch gegenüber Russland isoliert.
      Wenig zukunfträchtig, nicht profitabel, nichtg tragfähig.
      Die USA sind kein Wunschpartner, es ist Mittel zum Zweck. Das ist wei früher im Warschauer Pakt mit Russland: so viel wie nötig, so wenig wie möglich.

      Polen ist EU Mitglied und die EU ist ein hegemoniales Projekt der USA (nicht nur aber auch).
      Die US-Schwäche hat die EU völlig unvorbereitet getroffen.
      Zum Einen waren die hegemonialen US Kräfte mit einem mal schwächer und das Eigenleben hat zugenommen.
      Zum Anderen sind viele Regeln darauf aufgebaut, neben den USA der Juniorpartner zu sein, nicht selbstständig und eigenverantwortlich.
      Polen hat den EU-Umbau aktiv unterstützt.
      Tusk ist in hoher Position aktiv und er arbeitet für eine Zukunft der EU, nicht dagegen.
      Die Polen werden die “Flüchtlingskrise” in Deutschland auf zwei Arten lesen:
      Deutschland macht sich auf Jahre vielleicht sogar Jahrzehnte kriegunfähig und entlastet gleichzeitig Israel mit dem leeren der seit Jahrzehnten schwelenden “Flüchtlingskrise” im nahen Osten.
      Deutschland hat mit Minsk 1+2 den offenen Krieg der Ukraine mit Russland zumindest unwahrscheinlicher gemacht.
      Jasenuk konnte mit Klitschko nicht verhindert werden, aber er ist gebremst.
      Deutschland keilt gegen Russland mit den Sanktionen und unterstützt Polen bei seiner Eiinflussnahme in der Ukraine.

      Zusammenfassung:
      Vieles ist im Fluß und Polen hat sich nicht entschieden. Polen sichert sich ab, in alle Richtungen, denn im Gegensatz zur deutschen Politik ist die polnische auf jahrzehnte ausgelegt, nicht auf Wochen.
      Das Spiel ist für Polen so offen wie die Situation offen ist.
      Eigene Währung einerseits, fast 80% Handelsvolumen mit dem Euro andererseits.
      NATO ja und Raketenschirm ja, aber Kontrolle über die Medien und die Justiz andererseits.
      Polen verschliesst die Kanäle des regimechange strategisch, das ist kein Rechtsruck, das ist Absicherung, man hat aus der Ukraine gelernt.

      Polen hat seine “Westverschiebung” völkerrechtlich zu keinem Zeitpunkt akzeptiert, weder zu Zeiten des Warschauer Pakts, noch zu Eu Zeiten.
      Polen lehnt auch die Sicht ab, die OSZE wäre berechtigt den 2+4 Vertrag abzunicken. Polen hält sich trotzdem an den Vertrag.
      Im Zweifelsfall würden sich die Tschechen und Slowaken genauso eher hinter Polen versammeln, wei die Rumänen oder Bulgaren.
      Polen ist nicht isoliert.
      Polen ist nicht schwach.
      Polen spielt sehr aktiv aber eben auch sehr unauffällig, mit sehr wenig Angriffsfläche.
      Von daher ist Polen immer einen kurzen Blick wert.

      • Holly01 - 3. Januar 2016

        Mittelfristig wird die Ukraine in zwei Regionen zerfallen, der Staat Ukraine wird minimiert und der Osten wird mit spielen, währen der Westen mit der EU spielt, tatsächlich aber wird Polen den Haupteinfluss dort haben.
        So bekommt Polen eine Brücke nach Russland.
        Man ist über Bande noch mehr Nachbar als jetzt schon mit dieser Enklave, die um Kaliningrad völlig unaufgeregt und problemlos existiert.
        So sieht polnische Politik aus, wenn sie erfolgreich ist.
        Da kann man nur traurig nach Berlin schauen, auf dieses großmäulige Geschreie…..

      • JL - 3. Januar 2016

        Hallo Holly

        Der europäische Club hat sein Zenit überschritten, zumindest für mich.

        Es ist erkennbar, daß eine Währung unmöglich unterschiedliche Wirtschaftsentwicklungen reflektieren kann. Während Deutschland, Österreich oder Holland ihre Euros aufwerten müßten, sieht es in der Südschiene Europas genau andersherum aus, dort würde man den Euro also abwerten.

        Diese Option gibt es nun bekanntlich nicht, also hat man Austerität verordnet um die wirtschaftlichen Ungleichgewichte zu minimieren.

        Die Folgen dieser Politik sind dramatisch und nachhaltig desaströs. Das bleibt natürlich nicht ungesehen, genauso wie die Entmündigung vormals souveräner Staaten.

        Wer also sollte unter diesen Umständen der EU beitreten wollen, wo ist der erkennbare Mehrwert?

        Mit freundlichen Grüßen

        JL

        • SLE - 3. Januar 2016

          Hallo JL,

          wenn in der EU – ich sage es mal zynisch – nicht auf “Harmonisierung” und “Kostensenkung” gesetzt worden wäre bzw. wenn eben nicht alle dasselbe täten und forcierten, sondern auf wirtschaftliche (und regionale) Differenzierung gesetzt hätten, dann hätte sich der Euro sehr wahrscheinlich auch nicht als so problematisch erwiesen. Die Austeritätspolitik hat die Euro-Problematik noch weiter verschärft, weil sie die Ungleichgewichte vergrößert hat. Und natürlich trägt auch die hohe Unternehmenskonzentration erheblich zu den Ungleichgewichten innerhalb des Euro-Raums bei.

          Viele Grüße
          SLE

          • JL - 4. Januar 2016

            Hallo SLE

            Natürlich wäre eine Differenzierung von Märkten in angeschlagenen Staaten hilfreich. Hier stellt sich aber nachfolgend die Frage: Wie kann ich dies, wenn es einen einheitlichen Binnenmarkt gibt?

            Dies ist also keine mögliche Option.

            Die wohl sinnvollste Variante ist der Teilrücktritt vom Euro, indem die Staaten wieder nationale Währungen einführen, diese jedoch vorerst und nicht konvertibel an den Euro gebunden bleiben.

            Mit freundlichen Grüßen

            JL

            • SLE - 4. Januar 2016

              … oder eine Vertragsänderung.

              Grüße
              SLE

        • Holly01 - 4. Januar 2016

          Hallo JL,
          die DDR war wirtschaflich sehr viel schwächer als die BRD und wurde dann noch regelrecht geschliffen.
          Die neuen Bundesländer sind im Lebenstandart trotzdem ziemlich nah an die alten Bundesländer herangekommen.
          Das war eine Transferleistung. Dies entsprach dem politischen Willen. Es war innerhalb der Bevölkerung nicht beleibt, aber zumindest akzeptiert.
          Die Politik hat das norwendige Klima für diesen Prozess geschaffen.

          Die EU hat so gut wie nichts davon getan.

          Daszu kommt, das man in einem so großen Wirtschaftsraum noch ganz andere Möglichkeiten der asynchronen Steuerung und Entwicklung gehabt hätte.
          Auch das wurde nicht genutzt.

          Statt dessen hat man nach dem Giesskannen Prinzip hunderte und über die Jahrzehnte tausende Milliarden verplempert.
          Es gab nie ein ganzheitliches Konzept. Zu keinem Zeitpunkt gab es Kosten-/Nutzenanalysen.
          Jeder der Geld wollte (oder loswerden wollte) hat mit mehr oder weniger hypotetischen Zahlenwerken und Prognosen um sich geworfen.
          Das Meiste kam von Brüssel ungeprüft.

          Das Beste aber ist die Kreditvergabe der EZB. Querschuesse dokumentiert das fortlaufend akribisch genau.
          Seit 2008 ist die Kreditvergabe in Summe nicht mehr vorhanden und da muss man auch noch dazu nehmen, wie das auf die Staaten noch verteilt wird.

          Diese ganze Krise ist künstlich, das ist meine ganz klare Meinung. Die EU wird krachend vor die Wand gefahren.
          Ob es daran liegt, daß die verantwortlichen Staatschefs sind nicht selbst schwächen wollten und darum die EU ins Leere laufen liessen oder ob der Hegemon das so angeordnet hat weiss ich nicht.
          Die Absicht spricht für mich jedenfalls aus jedem chart. Die EU wird abgekocht.
          Keine Investitionen
          Konsumreduktion
          Infrastrukturverfall
          Wissenschafts- und Hochschuldbetrieb auf Drittmittel gesetzt
          Grundlagenforschung radikal runter gefahren
          Schulbetrieb kommerzialisiert
          Arbeitswelt prekarisiert
          Renten gekürzt bei länger Lebensarbeitszeit
          Energie massiv verteuert
          Gesellschaft zerrüttet
          Einkommenschere geöffnet

          .. alles mehr oder weniger Europa weit. Wenn das kein Erfolgsrezept ist … na was dann?
          Dummheit? Vielleicht im Einzelfall, aber doch nicht im Gesamtbild und über Jahrzente!
          das kann doch nun wirklich keiner mehr glauben

          • Georg Trappe - 4. Januar 2016

            Es ist das Ergebnis eines staendig wiederholten und seit Anfang der 80er verschaerften “Erfolgrezepts”.
            Denn die sehr gute Liste, die Sie fuer die EU anfuehren, koennen Sie auch auf die USA und einen sehr grossen Teil der westlichen / westlich orientierten Wirtschaftswelt anwenden. Es ist schon fast egal wo sie hinschauen, Ihre Liste beschreibt die Situation. Und zwar nahezu unabhaengig davon, wie gross der vielbeschworene Staatsschuldenstand der jeweils betroffenen Volkswirtschaft ist. Vielmehr spielt der Gesamtschuldenstand ueber alle volkswirtschaftlichen Sektoren eine Rolle. Denn wenn der sich dem 4fachen des BIP annaehert oder diese Grenze sogar ueberschreitet, faengt das grosse Nachdenken an. Da fragt sich dann jeder, wie sollen diese Schulden jemals wieder zurueck gezahlt werden koennen. Denn dann hat sich nicht nur das Realvermoegen sondern auch das Geldvermoegen, also das Geld das zur Schuldentilgung bei den Schuldnern benoetigt wird, ueberwiegend in den Haenden ganz weniger versammelt. Eine vollkommen bizarre Situation. Denn sowohl das Geld als auch die realwirtschaftlichen Mittel, die notwendig sind um Geld zu verdienen sind in einer Hand und nicht bei denen, die diese zur Tilgung ihrer Schulden benoetigen. Die Summe aller Bankbilanxzen dieser Welt ist die Summe der wirtschaftlichen Ungleichgewichte. Denn es ist die Summe aller Ausleihungen von Geld, fuer die jemand eine realwirtschaftliche Leistung erworben hat und bisher nicht in der Lage war durch eine realwirtschaftliche Leistung seinerseits wieder an das Geld zu kommen, was er zur Schuldentilgung benoetigt.

            Willkommen im Reich der grenzenlosen Unmoeglichkeiten!

            Das, was hinter diesem Irrsinn steckt, ist 2007/08 entgueltig aufgeflogen. Und jetzt geht der Streit los. Keiner will schuld sein aber das Problem ist gigantisch und unloesbar aka alternativlos. Verzweiflung macht sich breit. Wie beim Nikotinsuechtigen vor dem versagenden Zigarettenautomaten. Das muessen sie mal beobachten, was da abgeht. Dann wissen Sie warum Zigarettenautomaten aus 3mm dickem Stahl gebaut sind. Nur die Wirtschaft ist kein Zigarettenautomat, sondern aus Menschen gebaut, die darin ihre Existenzgrundlage haben.
            Und ob die schlauen Polen, die sich in alle Richtungen absichern, das begriffen haben, wage ich zu bezweifeln. Was die Polen aber immer wieder erleben mussten ist, was passiert, wenn die Nikotinsuechtigen deren Gluecksgefuehlautomat aka perpetuum mobile nicht mehr funktioniert aufeinander losgehen, weil jeder glaubt der andere haette ihn kaputt gemacht beim “letzten” Zigaretten ziehen. Aber wirklich gelernt haben die Polen daraus auch nichts. Oder ist Polen eine Zigarettenautomaten freie Zone? Nein! Das Bankgeschaeft und das “Erfolgsrezept”, das bei staendiger Wiederholung zum Untergangsrezept wird (s.o.), wird auch in Polen “erfolgreich” praktiziert. Intensiver und radikaler als jemals zuvor. Sieht gut aus, wenn man was nachzuholen hat, wie in China und anderen ehemals kommunistisch regierten Laendern. Fuehrt aber bei Licht betrachtet, wenn die Nachholung abgeschlossen ist, zwangslaeufig in die gleichen Probleme, wie sie bei den ganz fleissigen Japanern bereits seit 25 jahren ueberdeutlich zu beobachten sind.

            • Holly01 - 4. Januar 2016

              Hallo Hr.Trappe,
              interessant, diese Betrachtung und ich würde durchaus zustimmen. Aber:
              “Oder ist Polen eine Zigarettenautomaten freie Zone?”

              Da haben Sie einen nagel auf den Kopf getroffen. Die slawischen Völker haben mit Reichtum per se wenig im Sinn. Sie finden weder protzige Hauptstädte noch Landsitze.
              Die Menschen leben gerne und leben gerne gut, aber wenn das Leben gut ist, dann ist es auch mit dem Arbeiten gut.
              In Russland musste man diese Oligarchen installieren, die seit Gorbi das Land drangsalieren. Auch da das selbe Bild.
              Reich sein um noch reicher zu werden ist im Allgemeinen in diesen Gesellschaften nicht verankert.
              Die Mentalität und das moralische Korsett sind tatsächlich anders. Was man nicht akut braucht wird tatsächlich in der Tendenz eher verplempert, um heute gut zu leben, nicht gehortet, um übermorgen richtig reich zu sein.
              Das Leben im Takt des Zineszinses ist diesen Menschen eher fremd. Die Überschuldung führe da zur Einstellung des Schuldendienstes, weil es halt keinen Sinn macht, das Leben zu minimieren für … naja nur Geld.
              Diese Gesellschaften wurden nicht 70 Jahre lang kommerzialisiert wie unsere, da ist Kapitalismus eher noch nicht so ausgeprägt.
              Von daher ist der Aufschwung in Polen zwar von Krediten getragen und die Polen haben bei den privaten Schulden auch gut hingelangt, aber das hält sich insgesamt im Rahmen.
              redmoe hatte dazu mal ein paar interesante threads.
              Ja die haben “Zigarettenautomaten”, aber wenn dei kaputt sind, dann “drehen die halt wieder von Hand”…… denn dei haben noch ein Packet Tabak in der Tasche.

              • Holly01 - 4. Januar 2016

                Es ist für Polen vollkommen normal einen Garten zu betreiben und das Gemüse selbst zu ziehen ….

                • Georg Trappe - 4. Januar 2016

                  Das ist der Ansatz auf der Ebene der Individuen. Bei Firmen und Staat geht es im gleichen Stil weiter. Lesen Sie mal, wenn Sie es noch nicht getan haben, John Perkins Economic Hitmen. Da finden Sie dann auch ein paar Beispiele fuer Grossprojekte.
                  Und das was ein Jeffrey Sachs in Russland geleistet hat, ist ganze Arbeit.
                  https://de.wikipedia.org/wiki/Jeffrey_Sachs
                  Und nun nochmal Prof. R. Werner zu diesem Thema:
                  https://www.youtube.com/watch?v=6288YPnqPhE

                  Und dann wissen Sie warum das Verhaeltnis zwischen den USA und Russland etwas angespannt ist. Die Russen haben den Haken fast geschluckt und versuchen ihn wieder auszuspucken. Deswegen haengt der Haussegen u.a. schief. Und China hat es auch gespannt. Und deswegen faehrt man gerade Achterbahn mit den BRICS.
                  https://pbs.twimg.com/media/CXzKEYNWEAI54Ew.jpg
                  Erinnern Sie sich noch wann in aehnlichen Qualitaetsmedien Deutschland als der Kranke Mann Europas durch den Ring gepruegelt wurde. Was war die Folge? Genau! Schroeder Blair dritter Weg usw. usf. Bin gespannt, wie das in Russland ausgeht.

                  Viele Gruesse

                  Georg Trappe

              • Georg Trappe - 4. Januar 2016

                Hallo Holly01,

                ich kenne weder Polen noch Russland. Aber ich kenne das was Sie beschreiben. Das gibt es in Suedost Asien auch. Und zwar in Gesellschaften, in denen nie eine Revolution das Feudalsystem wirklich abgeschafft haette. Dort herrscht das von Ihnen beschrieben Verhalten in den unteren Gesellschaftsschichten und die sog. Eliten verzweifeln daran. Die Menschen weigern sich einfach hartnaeckig bei diesem Stuss mit zu machen und lassen die, die das aendern wollen eiskalt auflaufen, so wie Sie das beschrieben haben. Was aber passiert, ist das ueber Medien, Werbung etc. also den ganzen Gehirnwaesche Apparat, den Menschen die USA, Japan und Deutschland als Hochglanzbeispiele vorgehalten werden. Und es verfaengt. Das geht zwar langsam aber Schritt fuer Schritt.
                https://pbs.twimg.com/media/CXz0-O9WQAAiNw7.jpg
                Eines der haertesten Beispiele, das ich aus eigenem Erleben anfuehren kann ist folgendes:
                Vor ein paar Jahren wollte ich ein Moped kaufen. Also ab in die Stadt und sich mal umgesehen und gefragt was so ein Honda 125 cm^3 Ding kostet. Auf der Fahrt in die Stadt komme ich an einem dieser Mopedhandlungen vorbei, wo die Dinger zigweise in allen Farben die man sich denken kann ausgestellt sind. Und an jedem Moped prangt ein Schild. 800 Baht oder1000 Baht oder1200 Baht. 40 baht=1Euro. Ich reib mir die Augen und gehe in den Laden um dort zu erfahren, dass das die Rueckzahlungsraten sind fuer den Kredit mit dem die Mopeds verkauft werden. Ich frage dann, was so ein Moped denn am Stueck kostet und erklaere dem Verkaeufer ich wolle bar und sofort alles auf einmal zahlen. Da sagt der mir, das macht er nicht. Daran sei nichts verdient. Ich denk ich traeume. Und bin der Sache dann nachgegangen. Dieser Haendler verkaufte Honda Mopeds und Citibank Konsumerkredite im Bundel. Und wie ich aus dem Laden rauslaufe sehe ich auch an wen. Denn gegenuber auf der anderen Strassenseite ist eine College, eine techn. Fachhochschule. Und wenn sie da zur richtigen Zeit vorbeifahren kommen da die Studenten/Schuelerscharen enmass raus. Und zwar zu Fuss oder auf dem Moped. Ich denke ich brauche nicht weiter zu erzaehlen. Sie verstehen wie das funktioniert. Die Zahl der Studenten, die ihre Ausbildung abbrechen muessen, weil das Geld das sich die Eltern z.T. vom Mund absparen, nicht mehr reicht, weil sie in diese Falle gelaufen sind, ist nicht bekannt. BTW so ein Moped kostete zur der Zeit etwa 30000 baht am Stueck. Die Raten, die ich oben genannt habe, sind Monatsraten fuer Kreditvertraege ueber 3, 4 oder 5 Jahre. Und wohlgemerkt Citibank!
                -

                • Holly01 - 4. Januar 2016

                  Jo,
                  ich erinnere gerne an den Hype, als die “Finanzdienstleister” die Ex-DDR abgekocht haben.
                  Ich war mal als gast auf einem Seminar.
                  Da wurde heiss gemacht und eingepeitscht, Motto:
                  “das sind keine Kunden, die haben IHRE Provision und die MÜSSEN sie sich nur holen”
                  Da haben Idioten hunderte Verträge pro Woche abgeschlossen.
                  Klar verfängt das. Aber nur einmal.
                  Die Ex-DDR´ler haben zumeist ihre Lektion gelernt.
                  Jetzt wird die Generation Praktikum abgekocht.
                  Erst kein Geld.
                  Dann freie Mitarbeiter mir eventuelle Zeitarbeit, Werksverträgen, Teilzeit.
                  Dann Scheinselbstständige mit Firmenwagen und Firmenwohnungen, bei “flexiblem” Wohnsitz und Lebensführung.
                  Die bekommen nix und das ist die am besten ausgebildete Generation die Deutschland (zumindest nominel) hervorgebracht hat.
                  In Bildung investieren pffffffffff ……….

                  Ja klar funktioniert das. Aber die Wunden die das alles hinterläßt zerstört ganze Gesellschaften.
                  Schland ist doch nur ein Vorbild für kurzatmiges Gezerre und Gereisse, wo mehr Schaden als Nutzen entsteht, wirklichen Zugewinn gibt es gar nicht.

                  Ich bin gespannt, was die Reichen tun, wenn die feststellen, daß ihre Vermögen nicht nur offshore sind, sondern auch offline.
                  Die Idioten denken immer noch die Banken würden auch auszahlen ……
                  Was haben die irischen Banker gesungen? “Schland, Schland über alles, war schwer zu verstehen weil die so gelacht haben ……….”

  • wolfgang - 3. Januar 2016

    Polen hat völlig andere Interessen als die anderen Länder Europas. Polen setzt auf die USA. Letztlich geht es um den Anschluss der Westukraine an Polen, um die Schmach der Vertreibung nach dem 2. Weltkrieg zu tilgen. Die USA brauch Polen, um Deutschland von Russland dauerhaft zu trennen. Da ist kein Platz für Europa mehr, wenn Europa seine Interessen nicht gegenüber den USA durchsetzt.

    Vgl-
    https://www.youtube.com/watch?v=9fNnZaTyk3M

  • wolfgang - 3. Januar 2016

    Die deutsche Politik, die auf Europa setzt und gleichzeitig den USA Untertan sein will, musste letztlich scheitern. Die USA – Frau Nuland – hat die Bedeutung der EU und der deutschen Außenpolitik in der Ukraine eindrücklich dargestellt.

    https://www.youtube.com/watch?v=fk6SvNzRDL8

  • wolfgang - 3. Januar 2016

    Da passt auch folgendes gut ins Bild:
    “Janusz Korwin-Mikke, a Polish presidential candidate alleged that Maidan snipers were trained in Poland.”

    Quelle: The “Snipers’ Massacre” on the Maidan in Ukraine1
    Ivan Katchanovski, Ph.D.
    School of Political Studies University of Ottawa Ottawa, ON K1N 6N5, Canada ikatchan@uottawa.ca , S. 7.

  • Benedikt - 3. Januar 2016

    Die DE Politik Elite will die € oder Migrationskrise dazu nutzen um einen Super Staat EU nach Vorbild der USA mit von der DE Politik Elite definierten Einheitlichen Moralischen, Gesellschaflichen oder Wirtschaftlichen Vorstellungen zu schaffen. Die anderen sollen sich an den DE Vorstellungen unter Druck und Zwang anpassen. Bis auf Österreich will sich keiner Anpassen. Die eine Gruppe der Gegner wie Frankreich oder Italien blockieren leise, indem man Beschlüsse oder Umsetzungen hierfür blockiert oder nicht umsetzt. Die Zweite Gruppe wie Polen oder Ungarn machen Praktisch auch nicht mehr wie die erste Gruppe, aber vermarkten ihren Wiederstand sehr laut. Der Lagerkampf der drei Gruppen legt die EU Politisch komplett lahm.

    Länder wie Polen oder Ungarn haben sehr begrenzt von der EU Profitiert. Dort gab es eine Transformation zu reinen billig verlängerten Deutschen Werkbänken. Wer ein wenig besser verdienen wollte, musste gleich Osteuropa verlassen und nach Westeuropa ziehen. Die von der EU Enttäuschten wählen jetzt Orban oder PiS. Diese Wahrheit will man bloß in der West EU nicht wahr haben und träumt sich statt dessen seine eigenen Erklärungen zu recht.

  • wolfgang - 3. Januar 2016

    “Die Alternativen für die nächsten ein, zwei Jahrzehnte sind entweder ein immer größeres und geeinteres Europa, das – wenn auch zögerlich und schubweise – das Ziel kontinentaler Einheit verfolgt; ein Europa in der Sackgasse, das über den gegenwärtigen Stand der Integration und geographischen Ausdehnung nicht hinauskommt neben einem Mitteleuropa,
    das ein geopolitisches Niemandsland bleibt; oder, als wahrscheinliche Folge des Stillstands, ein nach und nach zerfallendes Europa, das seine alten Machtkämpfe wieder
    aufnimmt. Bei einer Stagnation der europäischen Einigung wird Deutschlands Selbstidentifikation mit Europa nahezu zwangsläufig schwinden und das deutsche Staatsinteresse folglich eine nationalere Handschrift tragen.”
    Quelle: http://www.dragaonordestino.net/Drachenwut_Blog_DragaoNordestino/Freies-Konsensforum/Freies-Konsensforum_arquivos/Die-einzige-Weltmacht.pdf, S. 114

    Ein starkes Europa ist nicht im Interesse der USA. Es wäre ein zu starker Konkurrent. Insbesondere auch bei intensiver Zusammenarbeit mit Russland. Dann wären die USA sogar als Energielieferant außen vor.

    Es stellt sich also die deutsche Frage. Diese Problem soll anscheinend durch Abschaffung oder doch mindestens starke Schwächung von Deutschland durch Masseneinwanderung gelöst werden.

    Putin sieht das und versucht, diesen Trend aufzuhalten.

    • SLE - 3. Januar 2016

      Hallo Wolfgang,

      ich denke, die EU krankt auch an der Schwäche der politischen Führung in Deutschland und Frankreich. Beide Länder haben in der Vergangenheit die europäische Integration vorangetrieben. Was jetzt geschieht, ist praktisch eine Umkehrung dieses Prozesses aufgrund der Schwäche und Konzeptionslosigkeit von Präsident Hollande und unserer Bundeskanzlerin. Zwar ist die Kanzlerin auf europäischer Ebene durchaus dominant und tonangebend. Aber sie hat eben kein Konzept und sie kann auch keine zukunftsfähige Entwicklungsrichtung für die EU vorgeben.

      Viele Grüße
      SLE

  • wolfgang - 3. Januar 2016

    Zum Thema Hollande stimme ich gerne zu. Es ist aber alles noch viel schlimmer, wenn man das hier liest: http://www.voltairenet.org/article187829.html
    Sarkozy war auch nicht besser: http://www.voltairenet.org/article157870.html

    Wenn die Bundeskanzlerin sich an Recht und Gesetz halten würde, würde alles heute schon viel besser aussehen. Aber Eurorettung, Atomkraftstlillegung, freier Zugang der Flüchtlinge……

    und schließlich fehlt Europa ein eigener Willenbildungsprozess. Putin sagte im Interview ungefähr: Wenn Europa weiterhin seine Interessen gegenüber den USA nicht vertritt, wird Russland mit den USA über die europäischen Verhältnisse reden müssen.

  • wolfgang - 3. Januar 2016

    putin: https://www.youtube.com/watch?v=AePmkBVtPNE

  • Holly01 - 4. Januar 2016

    OT aber es betrifft halt auch die Möglichkeit Realität über die Medien überhaupt nach erfassen zu können, die offizielle Version der USA und:
    https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/36147-usa-haben-syrien-frieden-und/
    der Verriss auf RT ….

  • Holly01 - 4. Januar 2016

    Polen live:
    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/nach-umstrittenen-gesetzen-polens-regierung-fordert-von-deutschland-mehr-solidaritaet-13995974.html

    Gibt Deutschland nach, ist Russland nicht begeistert.
    Gibt Deutschland nicht nach, hat Polen freie Hand.
    Der Ami lacht in jedem Fall.
    Duckt sich Deutschland weg und ist nicht Amerikas Liebling, wird die Reaktion unerfreulich.

    Das haben wir ja schon mal gut hinbekommen, damit es Allen recht tun zu wollen, sitzen wir zwischen allen Stühlen.

  • paernu - 4. Januar 2016

    @Holly01

    Hallo Holly
    mag Ihre Kommentare eigentlich immer ganz gerne, weil ich sie großenteils teile.

    Zu den Polen kann ich allerdings nur soweit zu stimmen, dass die tatsächlich eine an nationalen Interessen ausgerichteten Politik durchführen. Nur das Polen-Lob, das kann ich nicht teilen. Alle Nationen haben sich in der Zeit vor dem WKII nicht gerade mit Ruhm bekleckert, die Polen gehören aber zu denjenigen, die mit am fleissigsten gezündelt haben.

    Die Polen sind in der Zeit zwischen den Weltkriegen eine super agressive Nation gewesen, die mit Minderheitenschutz bzw. anderen Nationen nichts aber auch garnichts am Hut hatten. Da ist es den Polen nur gut gelungen, den Schwarzen Peter anderen zu zuschieben. Mal abgesehen von den Kriegen, die es mit seinen Nachbarn geführt hat.

    Auch wenn das dem einen oder anderen nicht schmeckt, als deutsches Staatsoberhaupt, ist ein wachsames Auge auf den Partner Polen angeraten.

    Mal so einige geschichtliche Tatsachen zu Polen:

    1.) Verweigerung der Volksabstimmung die im Versailler Vertrag zugesagt waren.
    2.) Beschuss von zivilen Lufthansamaschinen auf dem Weg nach Ostpreussen
    3.) Besetzung vom Teschener Land, im Gefolge von Hitlers Einmarsch in der Tschechoslowakei
    4.) Kriege gegen Russland, Litauen, Oberschlesien
    5.) Mobilmachung gegen Deutschland im Frühjahr 1939, ohne Anlaß durch Deutschland
    6.) Progrome gegen Juden, bei denen tausende Juden ins nationalsozialistische Deutschland geflohen sind
    ….. etc. etc…. etc.

    Ich weiss, dass man damit schnell in eine Ecke gestellt wird, aber soviel Wahrheit sollte endlich mal zur Sprache kommen. Diese Europa hat immer noch die Folgen von Versailler zu tragen. Das heisst nicht, das ich die deutsche Seite sauber waschen will. Es wird nur mal Zeit, die “Scheisse etwas gleichmäßiger” zu verteilen.

    Wenn WIR alle, das nicht raffen, das es weder so wie die Polen es machen, noch so wie die Deutschen, es nicht weitergehen kann, dann wird es sehr sehr schwierig.

    Der Gegner der europäischen Nationen liegt nicht auf dem europäischen Festland. Die Nationen sind nichtaltmodisch, sie sind ein Teil der geschichtlichen Entwicklung, sie definieren uns alle. Einer Nation anzugehören und deren Interessen zu vertreten, ist nicht falsch, sondern führt dazu das andere Nationen einen ernstnehmen.

    Dieses Europa hat keine Zukunft, ein anderes schon.

    Als

    • Holly01 - 4. Januar 2016

      Hallo paernu,
      ja auch das war/ist Polen.
      Viele Polen haben den Deutschen das Leben nach dem DoppelWK auch zur Hölle gemacht.
      Ja, auch das war Polen.
      Die Geschichte mit und um die Juden in Polen ist ebenfalls kein Ruhmesblatt.
      Der Maidan ist wahscheinlich eine Geschichte in der Polen tief drin steckt.

      Keine Frage, man könnte auch mit guten Gründen anders argumentieren.
      Mein Ansatz erklärt sich aus dem von SLE und da geht es um das Polen das in der EU ist, der NATO beigetreten ist und um dei Frage nach der Rolle von diesem Polen.
      Diese Rolle wollte ich nicht mit historischen Lasten aufrechnen, nicht nur weil es Wechselwirkungen gibt/gab die die irrationalen Reaktionen Deutschlands auch teilweise erklären, sondern weil ich als Deutscher froh bin einige historische Dinge abgestreift zu haben.
      Ich akzeptiere die Verantwortung dafür das Deutschland vernünftig ist, auch aus der Vergangenheit heraus, aber ich lehne eine persönliche Schuld ab.
      In den letzten 20 jahren ist Polen mit seiner Verantwortung beser umgegangen als Deutschland. daraus resultiert meine Sicht.

      • Holly01 - 4. Januar 2016

        Deutschland hat Angst vor den Amis und den Briten und Angst ist ein schlechter Ratgeber ……

        • paernu - 4. Januar 2016

          fein, so sehe ich das auch!!!

          • Holly01 - 5. Januar 2016

            Teile ich so inhaltlich nicht, zumindest nicht auf diese Art, aber ich kenne das auch:
            https://www.youtube.com/watch?v=3ptV0AxE_mo
            aber auch das ist inhaltlich Polen von damals und PiS steht vielleicht auch in dieser Historie.

            • paernu - 5. Januar 2016

              kenne das Buch und habe es gelesen.

              Da muss man nicht alles teilen, aber Geschichte ist nicht schwarz oder weiß.

              Persönlich ist der Herr Schultze Rohnhoff eine einwandfreie Person. Sein Vorwort im Buch erklärt, warum er die Arbeit auf sich nahm, dieses Buch zu schreiben. Weit weit entfernt von irgendeiner Geschichtsrevision. Kann man nur empfehlen.

              Genauso wie ich mir selber in den letzten Jahren mal die Lektüre von Wirtschaftswissenschaftlicher Literatur empfohlen habe, die ich vor zwanzig Jahren noch selber politisch verteufelt habe.

              Es wäre schön für unser Land, wenn wir und unsere Kinder eines Tages nicht mehr in rechts/links Kategorien denken würden, sondern jeweils versuchen die Handlungen, Theorien und Lösungsansätze von Personen und Gruppen in ihrem historischen Kontext zu begreifen.

              Leute die sich im Besitz der alleinigen Wahrheit meinen zu befinden, sollten wir alle den Laufpass geben.

  • Georg Trappe - 5. Januar 2016

    http://www.ksta.de/koeln/polizei-setzt-nun-auf-abschreckung-koelner-hbf-sote,15187530,33059470.html

    Das wars. Merkels List funktioniert. Wenn soetwas noch ein paarmal passiert, in Muenchen, Frankfurt, Hamburg, dann hat die “Willkommenskultur” ihr Ziel erreicht. Dann gibt es keine Diskussionen mehr in Deutschland ueber Auslandseinsaetze zum Kampf gegen den Terror etc. . Dann wird nicht nur am Hindukusch sondern auch in Syrien usw. usf. die Freiheit und die Sicherheit deutscher Menschen in deutschen Innenstaedten verteidigt.

    So bewegt man kriegsunwillige Schlaffis nach amerikanischem Vorbild und im amerikanischen Interesse (mit Ansage in der Springerpresse):

    http://georgtsapereaude.blogspot.com/2013/01/neoliberale-kriegstreiber-ergreifen-das.html

    http://news.clashdaily.com/2016/01/muslim-refugees-walk-up-to-christmas-tree-seconds-later-the-unthinkable-happens/

    • Holly01 - 5. Januar 2016

      Hallo Hr. Trappe,
      sehr schwer zu sagen, wer da was warum macht. Ich selbst habe mit den 2 Mio. in 2015 vielleicht recht vielleicht auch nicht.
      Es gab aber weder einen “Zusammenbruch” der Hilfsleistungen, noch ein völlig unreguliertes verewahrlosen hunderttausender in deutschen Innenstädten.
      Wir haben in unmittelbarer Nähe so eine “Zeltstadt” mit großer Fluktation, also ständig wechselnde Belegung.
      Die Leute sind nett, grüßen und bemühen sich darum, nicht negativ wahr genommen zu werden.
      Diese 10% die sich anders verhalten …. ja die sehe ich bei meinen Landsleuten aber leider auch.
      Da muss man hüben wie drüben ganz klar das Gesetz anwenden.
      Ja die dürften nicht hier sein.
      Nein die sollten auch nicht hier sein.
      Aber die Menschen die nun mal da sind, dei kann man auch nicht wegzaubern und es sind Menschen die durch unser GG geschützt sind.
      Klar müssen wir nun noch viel mehr darauf achten, daß die prekären und gesellschaftlich/finanziell abgehangenen von den Neolibs nicht noch mehr geschliffen werden.

      Gibt es eigentlich schon eröffnete Verfahren des Staatsanwalts in der Strafsache “Kriegseinsatz in Syrien”, dem Vernehmen nach sind ja hunderte Anzeigen eingegangen …?
      lg Holly

      [der deutsche Teil der eine Willkommenskultur lebt, erweist sich als weitaus zäher, als ich gedacht hätte, RESPEKT]

      • Georg Trappe - 6. Januar 2016

        Doppelbindungstheorie
        https://de.wikipedia.org/wiki/Doppelbindungstheorie

        Damit koennen Sie Menschen in den Wahnsinn treiben. Krieg ist Wahnsinn.
        Und die Geschichte zeigt, dass die 1% es immer verstanden haben spaetestens dann, wenn es fuer sie eng wurde, dieses “Spiel” der Doppelbindung fuer sich einzusetzen:

        Die betroffene Person muss sich an das Gebot oder Verbot X halten.
        Die betroffene Person muss sich an das Gebot oder Verbot Y halten.
        Y widerspricht X.
        Die Person darf weder X noch Y ignorieren.
        Jeder Kommentar bezüglich der Absurdität der Situation ist streng verboten.
        Ein Verlassen der Situation ist oder erscheint unmöglich.

        Und:

        “Menschen, die in ihrer Kindheit häufig Doppelbindungen ausgesetzt waren, haben in der Regel eine labile Persönlichkeit und können durch Suggestionen und Hypnose ungewöhnlich stark beeinflusst werden. Besonders gegenüber Autoritäts­personen verhalten sich solche Menschen sehr unterwürfig, sofern sie deren Überlegenheit anerkannt haben.

        Durch Doppelbindungen Geschädigte können auf Befehl außerordentlich grausame Handlungen ausführen, auch wenn die Befehle deren ethischen und moralischen Überzeugungen grundlegend widersprechen. Die Angst um das eigene Ego ist aufgrund der labilen Persönlichkeit und des schwachen Selbstwertgefühls sehr groß. Außerdem können deren moralische Prinzipien durch Autoritätspersonen relativ leicht in Frage gestellt werden. Dies konnte durch das wegweisende Milgram-Experiment gezeigt werden.

        In der heutigen Stress- und Leistungsgesellschaft sind die meisten Menschen mehr oder weniger durch Doppelbindungen geschädigt. Eine strenge Abgrenzung zwischen psychisch gesund und psychisch krank ist aus der Doppelbindungsperspektive nicht erwünscht und auch nicht möglich.”

    • Holly01 - 5. Januar 2016

      …. wenn die GenderInnen auch für sonst nichts gut sind, an der Stelle können die nun richtig Gas geben ihrer Aufkläungsarbeit und die Welt ein Stück besser machen …..

  • wolfgang - 5. Januar 2016

    Hier noch ein paar Quellen dafür, dass die USA nicht nur kein Interesse an einer starken EU hat, sondern auch konkrete Maßnahmen zur Schwächung plant bzw. durchführt:
    US Strategy Plan Calls For Insuring No Rivals Develop » and « Excerpts from Pentagon’s Plan : “Prevent the Re-Emergence of a New Rival » », Patrick E. Tyler, New York Times, March 8, 1992. « Keeping the US First, Pentagon Would preclude a Rival Superpower », Barton Gellman, The Washington Post, March 11, 1992.

  • Holly01 - 5. Januar 2016

    OT, aber wohl wichtig:
    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/in-der-silvesternacht-uebergriffe-auf-frauen-auch-in-hamburg-13997842.html

    In mehreren Städten in etwa zeitgleich sieht ebenso wenig spontan aus, wie der junge Mann, in dem Weihnachtsbaum vid, mit seinem hellen Kaputzenpulli und den auffallend neuen weissen Turnschuhen.
    Also ist das nun wieder ein Medienhype, eine false flag, eine Meinungsmache oder ist das eine spontane Handy gestützte Action?

    Na? NSA + BND, seit ihr auch mal für etwas zu gebrauchen? Gab es Verbindungen der Funkzellen in den betroffenen Städten, dei auf Absprachen hindeuten?
    Wenn ja: wer hat da was abgesprochen?
    Wenn nein: wie kommt es an (mindestens) drei Stellen in Schland zu anscheinend koordinierten Rechtsbrüchen?

    Ich wette meinen zu dicken Popo die Vorratsdatenspeicherung schafft es heute wieder in die Medien…..

    • Holly01 - 5. Januar 2016

      …. und welche Kreise haben da letztens noch gefordert man sollte gegen jede Rechtslage Handys und Konten für Flüchtlinge ohne Registrierung sofort ermöglichen?
      Leute mobil und erreichbar machen durch Geld und Kommunikation? Neee ist zu einfach oder?
      .. bestimmt VT ….

    • paernu - 5. Januar 2016

      @Holly, @Trappe

      Ich weiss nicht ob die Vorgänge in Köln/HH initiiert sind. Das ist mir schon ein bisschen viel FalseFlag.

      Mal ganz ehrlich, die Warnungen von Pegida, AFD haben einfach gestimmt. Das passt vielen einfach nicht.

      In unserem Ort (mittelgrosse Stadt) sind 80% der sogenannten Flüchtlinge alleinstehende Männer im Alter zwischen 18 und 30. Das hat der Bürgermeister zugegeben und kann von jedem in den belegten Turnhallen gesehen werden.

      In dem Alter, einem Umfeld mit wenig Beschäftigung, limitierten finanziellen Ressourcen und eingeschränktem Zugang zur Damenwelt, ist so etwas doch nicht völlig neu.

      Das erinnert mich schon stark an weisse Eroberer in den letzten Jahrhunderten. Plündern und Vergewaltigen unter Alkoholeinfluss ist doch nichts Neues.

      Die Gefahr geht doch von der Gutmenschen ala Claudia Roth, EKD, SPD und von Mutti aus.

      Natürlich ist nicht jeder Schwarzer ein Vergewaltiger, aber wahrscheinlich waren alle die dort mitmachten mit Migrationshintergrund. Unser Problem ist doch, das das hier keiner anspricht.

      Unkontrollierter Import von Waren und Personen ohne Regeln bzw. unter brechen von Regeln, enden im Chaos. Vor nichts anderem haben die Leute gewarnt, die seit Monaten friedlich in Dresden auf die Strasse gehen und demonstrieren. Aber klar, die Anti-Fa im Verein mit Gewerkschaften und anderen machts Rabattz und zündet Autos an und bekommen von Herrn Maas noch einen Freibrief.

      Ein Idiot bei der Pegida schleppt einen Galgen und dann ist Betroffenheit und der Verfassungsschutz angesagt.

      Wenn am Kölner Hauptbahnhof 5 Skins einer farbigen Frau an die Titten gegriffen hätten und dabei “Heil Hitler” gerufen hätten, dann wäre die ganze Woche Lichterkette von Flensburg bis nach Garmisch angesagt.

      …. und dann wundern sich die Systemmedien das sie Lügenpresse gerufen werden.

      Es wird Zeit mal wieder klar zu denken

      • paernu - 5. Januar 2016

        https://www.youtube.com/watch?v=zhzthrcmkBM

        auch das muss nicht alles teilen.

        Allerdings ist das Buch von ihm: “Söhne und Weltmacht” für mich die erste schlüssige Erklärung von dem was gerade passiert. Das heisst nicht, das die Amis nicht mit daran rumköcheln.

        Ich denke man nutzt die Entwicklung wie eine Art natürliche Waffe, das Hochwasser ist da und man sorgt halt dafür das der Deich an der richtigen Stelle bricht.

        • Holly01 - 5. Januar 2016

          Meine (und nicht nur meine) Hoffnung in Bezug auf die EU war ziemlich einfach:
          Meine Hoffnung war ein Verfall der Grenzen und der historischen Teilungen. Zum Teil sind diese Übergänge fliessend, zum Teil wie mit dem Linieal gezogen, selten sind sie gerecht.
          Der Verfall der Grenzen hätte mit dem erklärten und dem gelebten Recht Hand in Hand gehen müssen, daß JEDER DA und SO leben SOLL und DARF wie er/sie/es möchte und daß das von der örtlichen Politik so gelebt und geschützt wird.
          Es ist mir völlig egal ob mein Nachbar einen Ausweis hat wo Franzose, Pole oder Deutscher drinsteht, mich interessiert sowieso nur, wie der Mensch ist.
          Das Gleiche gilt auch Arbeitskollegen (als ich noch welche hätte).

          Bleibt die Sprachbarriere. Da war ich der Meinung man müßte die Mehrsprachigkeit viel mehr fördern. Zweisprachigkeit sollte heute der Normallfall sein.
          In Grenzgebieten sollte man dreisprachig sein, also Nationalsprache, Nachbarsprache und von mir aus Gebärdensprache.
          Warum Gebärdensprache?
          Sie ist integral und international.
          Die Lebensverhältnisse hatte ich nie im Blick, für mich war der natürliche Ausgleich und die Anpassung der Normalfall.
          Natürlich ist der Bundestag dann weniger wichtig und natürlich ist die Ländervertretung schwächer.
          Na und?
          Für mich als Bürger ändert sich nichts, ausser daß meine Gemeinde selbstständiger sein muss, also eigene Einnahmen und eigene Ausgaben die Alles abdecken was ich als Bürger benötige.
          Den Rechtsrahmen setzt weitgehend die Gemeinde, also Bebauungsplan und Infrastrukturentwicklung.
          Was braucht man darüber?
          Man muss Infrastruktur überregional koordinieren, finanzieren und entwickeln. Was macht das aus, 30%?
          Was ist die EU dann?
          Die EU ist der Ort wo das Militär und die globale Zusammenarbeit angeordnet sind. Man setzt koordinierende Rahmen für Vertragsrecht und damit auch für Eigentum.
          Die Währung gehört zur EU.
          Der Schutz der Regionen und der Ausgleich zwischen den Regionen gehört zur EU.
          Die Individualität zu ERHALTEN ist der Inhalt der EU.

          … und wenn ich mich umschau könnte ich (entschuldigen Sie, aber ich finde kein anderes passendes Wort) kotzen ….

          • Holly01 - 5. Januar 2016

            Stellen Sie sich einmal vor, Politiker würden ihre Reden grunssätzlich in Gebärdensprache halten und weltweit würde das jeder 1:1 verstehen …… nur so als Gedanke mal sacken lassen …

            • Holly01 - 5. Januar 2016

              Gemeinde -> Stadt/Kreis -> Bundesland? -> Staat -> EU

              Es gäbe keine Abgaben auf Arbeit. Es gäbe Abgaben auf Geld. Wer Geld bekommt muss Abgaben entrichten.
              Ist egal ob das Einkommen aus Arbeit oder aus Zinsen ist, aus Geldschöpfung oder aus Warenhandel.
              Der Geldtransfer als solcher wird besteuert. Dann hört der Hochfrequenzhandel ganz von alleine auf.
              Geldschöpfung macht die Gemeinde und gibt das an örtliche Geldinstitute, funktional wie heute die Notenbank.
              Alles Andere baut darauf auf.
              Der Euro als EU-Währung wäre mit dem Regionalgeld nicht einmal tauschbar.
              Die Regionalbanken müßten das Geld konvertieren, als wäre es ein Auslandstransfer.
              Der Euro wäre regional auch kein Zahlungsmittel, wozu auch.
              Langlebige Konsumgüter wie PKW würden tatsächlich in Regionalgeld gehandelt.
              Die EZB würde auch Regionalgeld als Sicherheit aufnehmen und hätte Regionalkonten, die ausgewiesen werden.
              Die Eigentumsrechte würden dei Region zu keinem Zeitpunkt verlassen.

              Man könnte einiges tun …… wenn der Wille vorhanden wäre.
              Geld ist geil, wenn man es richtig einsetzt…… Geld ist ein Wachstumsmotor, mit dem man Regionen angleichen und danach die Geldmenge abschreiben kann. Die Infrastruktur bleibt bestehen.
              Es ginge so vieles, wenn man nur wollte.

              Die wollen aber nicht.

          • paernu - 5. Januar 2016

            …. mehr wäre auch garnicht notwendig gewesen.

            Leider wird man in dieser und der nächsten Generation, wenn das hier alles kollabiert, keinen neuen Ansatz finden.

            Das funktioniert alles nur im kleinen Rahmen und schon garnicht mit so einem Monster.

            • Holly01 - 5. Januar 2016

              Sie müssen dem Monster die Krallen (Eigentum) und die Zähne (Geldschöpfung) wegnehmen, dann ist es Kuscheltier …..

      • Holly01 - 6. Januar 2016

        Hallo paernu,
        ich habe ja nun lange überlegt und ich habe versucht mir ein Bild von dem zu machen was da nun tatsächlich passiert ist.
        Es ist schlicht unmöglich sich ein Bild zu machen. Weder zu Köln, noch zu Hamburg oder zu Stuttgart kann man so etwas wie Informationen in der Sache und zur Sache finden.
        Das ist viel hätte. könnte, vielleicht, aber nichts effektives was genau passiert ist.

        Also grundsätzlich:
        Ich habe selbst über 30 Jahre in einem “Männerjob” gearbeitet und hatte durchgehend auch Deutsche mit Migrationshintergrund als Kollegen.
        Es ist ein breites Feld und es gibt genau wie bei meinen ehemaligen deutschen Kollegen eine breite Streuung von Ansichten und Meinungen.
        Ich selbst habe ein Problem bei den eher Jüngeren gesehen und diese Sicht haben viele der Älteren geteilt.
        Es ist aber eine Tatsache, daß wie in Deutschland etwa 6 Millionen Deutsche mit türkischem Migrationshintergrund haben und seit 40 Jahren ist mit kein Fall von Massenvergewaltigung oder massiven sexuellen Übergriffen gegen Frauen bekannt, der auf diesem Hintergrund beruht.
        Das sind überwiegend Mohammedaner, es kann also auch nicht an der Religion per se liegen.

        Mir hat ein Kollege vor etwa 3 Jahren gesagt, daß es als Deutscher der in der 2. Generation mit türkischem Migrationshintergrund hier lebt, ein enormes Problem mit seinen Kindern hat.
        Die arabischen Medien bezeichnen europäische Frauen als Huren ohne Scham und Ehre und jeder könnte die jederzeit f***en, denn diese Frauen sagen nur “nein”, sie meinen aber tatsächlich ja.
        Das Problem sei, daß dies so massiv propagiert wird, das sich das in den Köpfen der jungen Leute fest setzt.
        Junge deutsche Kollegen berichten von regelrechten Treibjagden auf deutsche Mädchen, um die “rum zu kriegen” und anschliessendes “durchreichen” der Mädchen, wenn sie “geschossen” wurden.
        Fies ja. Gewalttätig? Nein. Nur menschlich abgrundtief verachtenswert. Die Verachtung kommt übrigens auch aus dem Migrationsmilieu, auch gegenüber diesen jungen “Kerlen”.
        Es gibt diese Jagd übrigens auch umgekehrt, also Deutsche, die gezielt auf Türkinnen gehen und auch das ist nicht immer nur Liebe.
        Es ist aber beidseitig ein absolutes Randproblem und es ärgert alle Seiten gleicher maßen.
        Die gleichen jungen deutschen Kollegen berichten aber eben auch von den extremen Problemen in dieser Generation miteinander. Alles was sich um Partnerschaft, Selbstfindung und Selbstbestimmung dreht, sind massive Probleme. Diese Generation findet nicht mehr in das selbstständige, selbstbestimmte Leben (und damit nicht in Partnerschaften).

        Die H4 Gesetze und die Prekarisierung haben weite Teile unserer Gesellschaft zerrüttet. Unsere Gesellschaft ist gerade bei den Themen “Gender” und “Selbstverwirklichung” komplett abgedriftet (für die Einen) und auf halbem Weg stehen geblieben (für die anderen).

        Den Opfern hilft das gar nichts. Es wäre billig, unfair und absolut falsch den Opfern auch noch eine Mitverantwortung zuzuschustern.
        Das ist auch nicht der Punkt.
        Aber der Punkt ist, daß es eben nicht risikolos ist, wenn eine Frau sich frei und ungezwungen bewegt.
        Und bevor das Geschrei nun los geht, die meisten sexuellen Übergriffe in Deutschland geschehen innerhalb der Familie und dem engsten Bekannten-/Verwandtenkreis.

        Das soll keine Entschuldigung für irgendetwas sein, sondern eine mögliche Erklärung dafür was passiert wenn zwei völlig inkompatible Verhaltensweisen (frei, ungezwungen, spass vs. geil, enthemmt) aufeinander treffen.
        Das ist aber kein Problem das sich nun auf die Migranten, Zuzügler, Newcomer, Flüchtlinge beschränkt.
        Ich gebe auch noch einmal zu bedenken: drei Städte zeitgleich. Das riecht böse. Das Polizeiversagen war anscheinend auch dreifach. Die Presse hat das erst in den ” alternativen” Medien hochkochen lassen, um es dann breit (und unvollständig) zu bringen.

        “Es wird Zeit mal wieder klar zu denken”
        Ja, aber denken Sie nicht in dem Gatter das man ihnen vorgibt. Wenn man sich kein Bild machen kann und nicht weiss was los ist, kann man nur gucken was zumindest nicht sein kann.
        Und das was uns gerade präsentiert wird, das kann nun mal nicht sein, zumindest nicht so.

  • wolfgang - 5. Januar 2016

    Nach der Ukraine nun das gleiche Szenario in Georgien. Da zeigt sich, dass die EU keine eigenständige Willenbildung hat, sondern ganz Vasall der USA sind.

    Europa ist nützlich für die USA. Es hilft beim Destabilisieren der Russland-Anrainerstaaten. Bald ist es aber nur noch Nahrung, denn wenn Deutschland erledigt ist, erübrigt sich die EU. Was bleibt ist Polen, denn es ist nützlich.

    http://antikrieg.com/aktuell/2016_01_05_naechster.htm

    • Georg Trappe - 6. Januar 2016

      http://genius.com/General-wesley-clark-seven-countries-in-five-years-annotated

      “And he said, “This is a memo that describes how we’re going to take out seven countries in five years, starting with Iraq, and then Syria, Lebanon, Libya, Somalia, Sudan and, finishing off, Iran.” I said, “Is it classified?” He said, “Yes, sir.” I said, “Well, don’t show it to me.” And I saw him a year or so ago, and I said, “You remember that?” He said, “Sir, I didn’t show you that memo! I didn’t show it to you!””

  • sadoma - 6. Januar 2016

    @Holly01

    “Die gleichen jungen deutschen Kollegen berichten aber eben auch von den extremen Problemen in dieser Generation miteinander. Alles was sich um Partnerschaft, Selbstfindung und Selbstbestimmung dreht, sind massive Probleme. Diese Generation findet nicht mehr in das selbstständige, selbstbestimmte Leben (und damit nicht in Partnerschaften).”

    Gratulation zu Ihrer Analyse. Ich gehe noch einen Schritt weiter und glaube dass die heutige “verlorene” Immigrationsjugend durch den Zuzug der “verlorenen” Flüchtlingsjugend in ein noch größeres Selbstfindungsproblem geraten wird.

    Wenn wir nicht sehr schnell massive Mittel in unsere kulturellen Erziehungsapparat (Kitas, Schulen, Vereine, Jugendzentren, Ausbildungs-Initiativen) investieren wird uns diese “verlorene Jugend” die nächsten 30 Jahre einen derartigen kulturellen Schaden anrichten dass wir uns Fragen werden wie es so weit kommen konnte.

    Ich versteh nicht warum die Konservativen in dieser Frage immer noch auf der Vollbremse stehen. Ich höre von denen seit 50 Jahren “Eine gute Bildungspolitik ist die beste Investition in die Zukunft unseres …..bla bla bla”

    Dan investiert doch jetz mal ordendlich Ihr Arschl……, sorry…. Ihr Armleuchten*.

    * Das Deutsche Wörterbuch von Büntig gibt als Bedeutung „Blödmann, Dummkopf“ an. Es handelt sich dabei um einen Euphemismus aus der Soldatensprache, um das ähnlich anlautende obszöne Arschloch zu vermeiden.

    • Holly01 - 6. Januar 2016

      Hallo sadoma,
      europaweit züchtet man diese desorientirte, kommerzialisierte und lebensunfähige Generation.
      Ganz und gar systematisch werden diesen Menschen die Möglichkeiten genommen ein halbwegs erfolgreiches und eigenständiges Leben aufzubauen.
      Die nominalen Bildungsabschlüsse werden/wurden so abgewertet, daß Abitur für Alle gilt und wer keins hat, der kann Suizid begehen.
      Dieses Dreckpack enteignet und, zerstört unsere Gesellschaften und beraubt uns unserer Zukunftfähigkeit und das systrematisch.
      lh Holly

    • paernu - 6. Januar 2016

      @Sadoma

      Eigentlich wollte ich nichts mehr zu dem Thema schreiben, da es ja ein Wirtschaftsblog ist, aber das kann so nicht unwidersprochen bleiben.

      Die Gesellschaft ist doch nicht als erstes dafür zuständig, dass hier jedem ein umfassendes Angebot an Erziehung angedeiht.

      Da bin ich nunmal schon einer von den Konservativen, das ist als erstes Mal die Aufgabe des Elternhauses. Menschen/Eltern, die in unserem Land leben und arbeiten wollen sind herzlich eingeladen, aber dazu gehört auch dann die Annahme dieser Kultur und das heisst auch der Erziehungskultur.
      In vielen (islamisch/arabisch/türkisch etc..) Elternhäuser wird nur ein Erziehungsstil gelebt, der einerseits Frau als minderwertig ansieht und Männern eine dominante Rolle zusteht. Körperliche Gewalt gegenüber Jungen inklusive. Das gilt nicht für alle, aber doch in einem stärkern Maße als in (christlich/westlich etc..)
      Es gibt immer Ausnahmen auch bei Deutschen. Aber ich persönlich kenne auch aus meinem Leben im Grossraum Frankfurt überwiegend die Erfahrung, der sogenannten verlorenen Jugend in der 2. oder 3. Generation. Ich nenne Sie nur nicht verloren, sondern unwillig und nichtintegrationsfähig. Und das fängt schon beim Familienoberhaupt an, wenn seine Frau mit zwei Meter Abstand, Kopftuch und langem Mantel folgt.

      Ulkligerweise kommt das mit Europäern deutlich seltener vor. Es ist auch ein Fakt, der sich in der Polizeistatistik wiederfindet, dass die oben beschriebene Kategorie deutlich häufiger straffälliger benimmt. Die Details, die ich von ekannten Polizeibeamten höre, sind noch drastischer.

      Zum Thema Vereine, Fakt ist außer Fussball und eventuell Boxen, besteht bei dieser Jugend relativ wenig Interesse. Wo sind denn die muslimischen Mädchen im Schwimm- und Turnverein?? Sorry ich bin vielen Vereinen tätig und aktiv, aber an den Vereien liegt es ganz sicher nicht.

      Zum Thema Ausbildungsinitiatven, als Mitglied in IHK und einigen Unternehmerorganisationen, kann ich Ihnen sagen, da hat es ganz sicher nicht daran gemangelt. Das Problem, das diese Jugend ein grundsätzliches Problem mit der Einordnung in unserem Kulturkreis hat. Glauben Sie nicht??? Gehen Sie doch mal zu einigen Handwerksunternehmen und reden Sie mit dem Meister.

      Die “Armleuchten” von denen Sie reden, sitzen dort, wo man immer noch glaubt, wir können hier jeden aufnehmen in unbegrenzter Zahl. Die “Armleuchten” sitzen auch dort, wo man immer noch nicht wahrnimmt, das ein Einwandern in unsere Gesellschaft letztlich ein Aufgehen ist. Wer hier leben will, muss sich ändern oder er kann hier nicht bleiben.

      Die “Armleuchten” sitzen auch dort, wo man mit diesem ganzen Integrationsbusiness ganz fantastisch verdient.

      Das was ich jetzt gesagt, hört sich schon verdammt rechts an, ist mir klar, aber als Familienvater, der ein bisschen mehr dazu beigetragen als nur ein Quotenkind, kann ich damit ganz gut leben. Warum? Weil ich mir Sorgen um unser Land und unsere Gesellschaft mache.

      Allerdings sehe ich es auch so, dass unsere Gesellschaft an einem wirklich krankt. Die Ausrichtung an Profit, Kommerzialisierung und der Verfügbarkeit des Menschen als Arbeiter/Konsument/Kreditnehmer ist andere negative Seite. Wenn wir keinen Zusammenhalt und kein übergeordnetes Ideal mehr finden, dann wird es langfristig ganz ganz schwierig. Sie können sich vorstellen, dass ich daher mit der CDU nix am Hut habe.

      Und ich sehe auch, dass die Konflikte auf dieser Welt vom Hegemon und seinen Helfershelfer angezettelt worden sind, Gründe sind bekannt. Auch daher kein Milimeter Toleranz für die CDU.

      Gehen Sie mal davon aus, das ich nicht deutschtümelnd bin bzw. nicht weiss das Einwanderung auch positive Seiten hat. Ich habe sehr viele Ausländer als Freunde (Franzosen, Italiener, Türken, Polen etc.), und noch besser ich bin mit einer Ausländerin verheiratet. Unser Land hat immer Ausländer (z.B. Hugenotten) aufgenommen, wie fast jedes Land auf dieser Welt. Aber alles in Maßen, mit einem gewissen Basisbildungsniveau und der Maßgabe wenn Du Dich nicht benimmst, dann kannst Du nicht bleiben. Und wenn ich dafür sorgst, dass die Angehörigen Deiner Familie sich nicht benehmen, dann haben alle zu gehen. Ist übrigens in vielen Ländern in denen ich gearbeitet habe so.

      Wenn das rechts ist? Kein Problem.

      Unsere Poltik war falsch zu sagen, kommt alle her. Es war auch falsch den Unternehmerverbänden mit Ihrer Forderung nach biligen Arbeitskräften hinterherzurennen.
      Dann hätten wir halt mal ein bisschen auf Wirtschaftswachstum verzichtet, aber da sind wir dann wohl eher wieder beim Geld-/ und Zinssystem. Es ist zu einfach, nach mehr Geld zu rufen bzw. mehr zu investieren, das mehr an Geld ist genau das Problem.

      Der Grundkonsens muss sein, die Regel die hier gelten zu akzeptieren und zu leben.

      Für alle, insbesondere auch für unsere Politiker und daher gehören, die als erste abgeschoben.

      Beste Grüsse
      Paernu

      • Basisdemokrat - 7. Januar 2016

        Erziehung ist zwecklos -sie machen euch eh’ alles nach!

        • Holly01 - 7. Januar 2016

          Karl Valentin wird das zugeschrieben …… ^^

  • Holly01 - 6. Januar 2016

    Eins habe ich aber recherchiert:
    überall wo im arabischen Raum dieses koordinierte Vorgehen gegen Frauen aufgetreten ist, saß dahinter die CIA mit ihren Instrukteuren.
    Die CIA würde für mich auch in Deutschland glänzend ins Bild passen.
    Das würde auch das Abtauchen der Medien in den ersten 72h erklären und diese diffusen Reaktionen der Politik.
    … und sollte das so sein (ich vermute ja nur) dann müssen wir nun wirklich mal ganz vorsichtig sein und SELBER zu DENKEN anfangen !!

    • Holly01 - 7. Januar 2016

      http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/01/07/polizei-berichte-aus-koeln-es-war-viel-schlimmer-als-bisher-bekannt/

      “Die Polizei sei machtlos gewesen, die Bürger zu schützen, sagte ein anderer Beamter: „Ich habe junge Frauen weinend neben mir gehabt, die keinen Slip mehr trugen, nachdem die Meute sie ausgespuckt hatte. Das waren Bilder, die mich schockiert haben und die wir erstmal verarbeiten mussten. Abgesehen davon, dass wir damit beschäftigt waren, uns selbst zu schützen, da wir massiv angegriffen wurden.“”

      und

      “Die Polizei, die durch die Kritik von Bundesinnenminister Thomas de Maizière unter Druck geraten ist, wehrt sich gegen den Vorwurf des Ministers, nicht professionell vorgegangen zu sein. Man habe Verstärkung angefordert, aber keine bekommen, weil alle anderen Polizisten in anderen Städten eingesetzt waren.

      Die Polizei argwöhnt, dass „im Hintergrund Politik gemacht werde“, und stellt fest: „Aber bitte nicht auf unserem Rücken.“ Die Polizisten wollen nun laut Express prüfen, ob sie Aufklärung über die Ereignisse mit Hilfe der Gewerkschaft fordern sollen. Auch „die Rolle des Polizeipräsidenten“ soll überprüft werden.”

      aber auch:
      http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/01/06/gewalt-gegen-frauen-vorfaelle-aus-ganz-deutschland-gemeldet/

      Wobei wohl niemand in Frage stellt, daß es nicht zur Disposition stehen darf, daß Menschen in ihrer Freizeit in Deutschland unabhängig von Geschlecht und Alter Spaß haben dürfen/sollen ohne Angst dabei haben zu müssen.
      Noch einmal zur Betonung: die Frauen haben NICHTS falsch gemacht…..

      • Holly01 - 7. Januar 2016

        Die “Gegenseite”, Hr. Albers (Polizeipräsident Köln, ein politischer Wahlbeamter):
        “Die Polizei verteidigt sich damit, dass es in der Silvesternacht extrem unübersichtlich gewesen sei. „Aufgrund des großen Gedränges, der Dunkelheit und der Menschenmassen war ein Großteil der Vorfälle für die eingesetzten Beamten nicht erkennbar und trat erst am Folgetag durch die Vielzahl der Strafanzeigen in der nun bekannten Deutlichkeit zutage“, sagte der in die Kritik geratene Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers der „Kölner Rundschau“. Einen Rücktritt schließt er weiter aus. Er selbst habe im Verlauf des Neujahrsmorgens von den Vorgängen Kenntnis erhalten.”
        kopiert aus:
        http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/sexuelle-uebergriffe-was-wir-ueber-die-attacken-in-der-silvesternacht-wissen-14001466.html

  • Holly01 - 7. Januar 2016

    Ich finde es ein sehr gutes Beispiel für die “veröffentlichte” Meinung, die öffentliche Meinung und das was am Ende offensichtlich auf der Strecke bleibt: die Fakten … und damit die Möglichkeit der Analyse und der Reaktion.

    [ und das war der letzte Beitrag zu dem Thema, danke SLE für diese ausgesprochen großzügige und tollertante (tollerant kommt von "ertragen" nicht von toll finden) Handhabung in Ihrem thread ]

    • Holly01 - 7. Januar 2016

      Vielleicht noch:
      schauen Sie sich die polnische Politik nach diesen letzten Beiträgen und Ereignissen noch einmal in Ruhe an …….

  • sadoma - 7. Januar 2016

    @paernu

    Hallo Konservativen ;-)

    “Da bin ich nunmal schon einer von den Konservativen, das ist als erstes Mal die Aufgabe des Elternhauses.”

    100% Zustimmung. Was das Elternhaus nicht leistet kann nur schwerlich durch staatliche Institutionen aufgefangen werden. Aber was tun wir wenn kein Elternhaus mehr existiert oder dieses für die Anforderungen unserer Gesellschaft versagt.

    NICHTS?

    Natürlich kannst du rein konservativ die Anzahl von Gefängnissen erhöhen und das Strafmaß verschärfen. Mal schaun wo wir da landen (upppsss, jetzt hab ich doch glatt an die USA gedacht).

    Wir könnten jedoch auch den Mut haben das Vermitteln der gesellschaftlichen Spielregeln (nichts anderes wünsche ich mir) bei Versagen des Elternhauses durch gesellschaftliche Kulturleistung aufzufangen. Wozu schimpfen wir uns sonst als Kulturnation, doch nicht wegen der Anzahl der Theather/Orchester?

    “Zum Thema Vereine, Fakt ist außer Fussball und eventuell Boxen, besteht bei dieser Jugend relativ wenig Interesse.”

    Das ist doch schon ein sehr guter Ansatz, im Fussbalverein habe ich als Mann viel gelernt und Boxen ist in meiner Stadt ein hervorragender Integrator bei dem Vielvölkergemisch. Natürlich genügt dass bei weitem NICHT. Gerade das Rollenverständnis zwischen MANN und FRAU kann nur über die gemeinsame Sozialisation BEIDER Geschlechter erlernt werden. Das dies wesentlich schwerer ist und sicherlich auch für Deutschstämmige interessant sein könnte ist ebenso selbstverständlich. Das Frauenbild ist in den letzten 15 Jahren aus meiner Sicht eh wieder stark nach Rechts verrutscht (Frauen als Objekt des Mannes).

    @paernu

    damit wir hier keine Frontlinien aufbauen wo kein sind, ALLE obigen Aussagen von Dir kann ich teilen. Wir sollten jedoch nach Lösungen suchen welche das Vermitteln UNSERER Spielregeln an die neuen Mitbürger ermöglicht, dass die ein oder andere Spielregel sich dennoch ändert ist geschenkt, ich will aber wie du kein neues Spiel, dazu reicht in meinem ALTER meine Intergrationsfähigkeit nicht mehr aus ;-)

  • sadoma - 7. Januar 2016

    @paernu

    P.S.

    Verallgemeinerungen sind natürlich immer schlecht.
    Armleuchten gibt es (in grosser Zahl) auch bei den Nicht-Konservativen.
    Ich bezug diese Bezeichung vor allem auf die aktuellen Regierungs-Verantwortlichen!

    • Paernu - 11. Januar 2016

      @sadoma

      alles fein, das schätze ich hier in diesem Blog die offene Diskussion

  • Holly01 - 8. Januar 2016

    In diese Richtung gehen auch meine Vermutungen, denn die Polizei hat (soweit man den Berichten trauen kann) um Hilfe “gefleht” und keine bekommen, weil alle Polizisten auf Einsätze verteilt wurden.
    Wohlgemerkt, wir hatten immer noch Terrorwarnstufe und Hinweise auf mögliche Planungen, aber keinerlei Reserven, um die Vorgänge zu regulieren? Über Stunden?

    http://friedensblick.de/19089/koelner-sexterror-importiert-vom-tahrir-platz-aegypten/

    Es würde mich nicht wundern, wenn die politische Polizieleitung wieder Politik auf dem Rücken der Polizisten vor Ort macht, dazu passen auch die gemeinhin bekannten Polizeiführungen: Hamburg, Stuttgart und Köln, da fehlt nur gerade Frankfurt und München hatte seinen Auftritt ja schon.

  • Klosettsurfer - 9. Januar 2016

    Komischerweise ist die Lügenpresse keine Lügenpresse mehr, sondern ernstzunehmende Informationsquelle, wenn es darum geht Andersartige (damit meine, in einer Ausprägung nach Wahl anders) zu verleumden und zu hetzen und Angst und Haß zu verbreiten.

    Außerdem ist es sehr interessant, daß dieses Thema derartig hochgekocht wird und gerade eine Gruppe von Menschen in Angst und Schrecken versetzen soll, die einen sehr guten Rechtfertigungsgrund für erhöhte “Sicherheit” und “Ordnung” abgibt, nämlich das schwache Geschlecht, die Frauen (es wäre noch medienwirksamer und aufregender gewesen, wenn man noch ein paar Kinder als Opfer dargestellt hätte oder noch besser behinderte Kinder am besten mit strahlend blauen Augen und bravem Brandt Zwieback Gesicht unter einem blonden Hitlerschteitel)
    Wenn UNSERE Frauen von dahergelaufenen Horden wildgewordener Muselmänner begrapscht und möglicherweise sogar ein Eigentumsdelikt vorliegt, na dann kann man einfach nicht umhin diesen Möchtegern-Machos mal zu zeigen wo der Ordnungshammer hängt. Feuer frei!
    Denselben Aufschrei und dieselbe “Opferliebe” hätte ich gerne mal wenn das 700 te Flüchtlingsheim oder der xte Flüchtling angeschossen oder niedergeknüppelt wird von einer wildgewordenen Horde Bürger (darunter Beamte,Lehrer und Pfarrer (!)), die sich als Retter der Nation und Kultur stilisieren.

    UNSERE Frauen können jetzt auf jeden Fall keinen “arabisch oder afrikanisch aussehenden” und wahrscheinlich auch keinen anderen Mann, der nicht dem medial und propagandistisch verbreiteten, idealtypischen arisch-europäischen Typ entspricht, ansehen, ohne vor Angst in die Hose zu pieseln und an eine drohende Vergewaltigung oder einen Diebstahl zu denken.
    Problem der “Rassenvermischung” elegant gelöst. Problem der “erhöhten Wachsamkeit” ebenfalls elegant gelöst.
    Ebenfalls elegant gelöst ist durch dieses inszenierte Drama auch die irrationale Aufladung eines künstlich erzeugten Patriotismus und eines künstlich erzeugten und geplanten “Clash of Cultures”, der, man sieht es ja jetzt ganz klar, niemand kann noch leugnen, daß diese Araber und das andere Ausländergedöns einfach keine Kultur besitzen und noch im finsteren Mittelalter leben, nicht so wie WIR, die wie die ganze Welt höchst richterlich genehmigt und mit göttlicher Unterstützung in Schutt und Asche legen und zu Tode verwerten (Wertschöpfung ist das Zauberwort), schon begonnen hat und uns leider dazu zwingt uns in Afrika, Asien, Syrien usw. zu verteidigen und hier zuhause sowieso.

    Also Kameraden im Kampfe gegen Alles, Jeden und sich selbst, folgt eurem Schicksal, zieht in den Krieg und lasst uns kämpfen bis zum letzten Mann, um unsere holden Weiber zu rächen und die Welt sicherer zu machen….

    • Klosettsurfer - 9. Januar 2016

      Ergänzung: Denselben Aufschrei würde ich auch gerne sehen wenn (wie ich selbst schon erlebt habe) eine johlende, besoffene und randalierende Gruppe nicht”arabisch oder nordafrikanisch” aussehender Männer (Deutsche) nach einem Fußballspiel in deutschen Bahnhöfen herumpöbelt und alles was nicht nach gutdeutsch aussieht aggressiv angemacht wird oder Frauen ist mit dummen Sprüchen überhäuft und auch begrapscht und sexuell erniedrigt werden.
      Komischerweise werden solche “sexuellen Avancen” als “lustig”, “harmlos”, “entschuldbar”, “Ausnahme” usw. entschuldigt und, wie ebenfalls von mir selbst beobachtet, von deutschen Frauen lachend und wie eine Art Kompliment zur Kenntnis genommen.

      Ich will asoziaes Verhalten nicht entschuldigen, sondern mir fällt der große Unterschied in der Bewertung und im Umgang mit denselben Verhaltensweisen auf, die nur aufgrund des unterschiedlichen Täterprofils verschiedene Reaktionen auslöst und manipulativ verwendet wird.

      • Klosettsurfer - 9. Januar 2016

        Guter Journalismus schreibt nicht “arabisch oder nordafrikanisch” aussehend, genausowenig wie er schreibt “deutsch” aussehend oder “blond” usw.
        Alleine die Tatsache, daß in den Medien das Aussehen thematisiert wird, ist ein Indiz auf die Intention der Meinungsmache gegen Ausländer.
        Mit anderen Worten: Es wird auch nirgends geschrieben: “Der deutsche Täter” oder “Der deutsch aussehende Täter”, “der europäisch aussehende Täter”, der “deutsch” aussehende Täter.

        Sobald aber ein Ausländer oder ein “nicht deutsch aussehender” beteiligt ist, wird in der Beschreibung, die man immer wieder (in der Regel) bei Beiträgen in allen Medien sieht und hört, ein äußerliches Merkmal verwendet und es wird von “arabisch aussehenden” usw. gesprochen.
        Warum das kann sich jeder selbst überlegen.

        In Deutschland bzw. in Europa, und da habe ich wieder Rückendeckung von Noam Chomsky, der die gleiche Meinung vertritt, herrscht ein unterschwelliger Rassismus (und dieser bereits seit vielen hundert Jahren), der immer offener zu Tage tritt und der sich von Mächten instrumentalisieren lässt, die sicherlich nicht das Beste für die Welt und die Menschen wollen. Dieser Rassismus wird nur leider nicht wahrgenommen, bzw. wird, wie es für “Charakterperversionen” üblich ist, auf die Opfer zurückgespiegelt bzw. die Wahrheit wird “pervertiert”, verdreht, also die Realität genau entgegengesetzt wahrgenommen, wie sie tatsächlich ist. Die Lüge wird zur Wahrheit und umgekehrt, Orwellsche Sprache sozusagen.

        Wegen dieser Charakterperversion und seinen damit verbundenen Persönlichkeitsstörungen hat die Welt schon viel leiden müssen und diese Störung wird meiner Meinung nach auch der Grund für die nächste unfassbare Katastrophe sein, die die Welt sehen wird, nämlich die seit einigen hundert Jahren anhaltende Vernichtung der natürlichen Lebensgrundlagen bis zum bitteren Ende und die durch diese Perversion ausgelösten Reaktionsbildungen, die bereits in den letzten hundert Jahren, zu unglaublichen menschlichen und tierischen Todesopfern geführt haben und noch vielen weiteren Opfern führen wird.
        Wer mit diesen Aussichten in Ordnung ist und entschuldigen kann, der soll es bitte tun, die Charakterperversion wird es schon so umdeuten, daß er sich in seiner Haut wohl fühlt und es irgendwie rechtfertigt und für gut befindet.
        Ich selbst bin über diesen Zustand Gott sei Dank hinaus…

  • Klosettsurfer - 9. Januar 2016

    America kann mit Deutschland vertauscht werden.
    Ich gehe davon aus, daß ein rudimentäres Verständnis der englischen Sprache und ein ansatzweises Denkvermögen vorhanden ist, um die folgenden Videos verstehen zu können:

    https://www.youtube.com/watch?v=G7DdWmWUa_8
    https://www.youtube.com/watch?v=hqDnCWlww30
    https://www.youtube.com/watch?v=GaO0llZBin8
    https://www.youtube.com/watch?v=qw4mjTDx77w

  • Klosettsurfer - 10. Januar 2016

    Auszug auf Deutsch mit tiefen Einblicken die für die rassistische Problematik ebenfalls sehr wichtig sind:

    https://www.youtube.com/watch?v=sVd4dKH3vng&t=26m12s bis mind. 28m

    auch interessant im selben Interview:

    https://www.youtube.com/watch?v=sVd4dKH3vng&t=22m45s

  • Heiner Hannappel - 12. Januar 2016

    Sehr geehrter Herr Eichner.
    Vielen Dank für ihre sehr guten informativen Artikel.
    Danke auch Querschüsse.

    Ich wünsche Ihnen ein gutes neues Jahr 2016.
    Heiner Hannappel.
    heiner.hannappel@gmx.de

    PS: In den nächsten Tagen startet Fortunanetz neu.

    • SLE - 12. Januar 2016

      Hallo Herr Hannappel,

      vielen Dank, das wünsche ich Ihnen auch.

      Viele Grüße
      SLE

2 Trackbacks

  • News 01.01.2015 | Krisenfrei - […] Das war 2015: Polens neue Regierung zertrümmert die letzten Fantasien vom einigen und starken Euro… […]
  • News 01.01.2016 | Krisenfrei - […] Das war 2015: Polens neue Regierung zertrümmert die letzten Fantasien vom einigen und starken Euro… […]