Daten zum deutschen BIP

von am 24. November 2011 in Allgemein

Heute berichtete das Statistische Bundesamt (Destatis) in der 2. Schätzung die Daten zum BIP in Q3 2011 und damit auch die detaillierten Daten zur Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR). Zunächst wurde das Wachstum des realen (preis-, saison- und kalenderbereinigten) Bruttoinlandsprodukts (BIP) von +0,5% zum Vorquartal aus der ersten Schnellschätzung bestätigt, zum Vorjahresquartal ging es unbereinigt noch um real +2,5% aufwärts. Die detaillierten Daten lassen auch einen Blick auf die Dimension des “Aufschwungs getragen vom privaten Konsum” zu. Zwar stiegen die privaten Konsumausgaben bereinigt um +0,8% zum Vorquartal, nur wenn man die lange Reihe betrachtet und die Tatsache, das angesichts des Euro-Desasters durchaus Anschaffungen und Konsum vorgezogen bzw. ungeplant getätigt wurden, sind die Daten weiter schwach. Ein gewichtiger Teil des Anstiegs beim privaten Konsum ging direkt auf die gesunkene Sparrate in Q3 2011 von noch 9,4% zurück, nach 10,6% in Q2 2011.

Die realen saison- und kalenderbereinigte Konsumausgaben der privaten Haushalte seit Q1 2000 bis Q3 2011 (2005=100) im Chart. In Q3 2011 stiegen die realen Konsumausgaben um +0,8% zum Vorquartal. Was zeigen diese Daten aber wirklich, seit dem Jahr 2000 bis Q3 2011, ist der reale private Konsum um “sagenhafte” +5,4% gestiegen. Dies nach Lesart der Bereinigung um die geschönten offiziellen Preissteigerungen!

Ganz klar der reale private Konsum und seine Entwicklung sind seit dem Jahr 2000 schwach und spiegeln die schwache reale Einkommensentwicklung bei den Arbeitnehmerentgelten wider, welche Folge der fehlenden Partizipation der Arbeitnehmer in Deutschland am Produktivitätsfortschritt, an der enormen Wettbewerbsfähigkeit und am Exporterfolg  sind. Wie schief das deutsche Wirtschaftsmodell weiter grundsätzlich aufgestellen ist, zeigt nicht der Vergleich zum Vorquartal oder zum Vorjahresquartal, sondern die lange Datenreihe, wie in diesem Chart:

Die Entwicklung der realen Arbeitnehmerentgelte (grün), des realen Exportvolumens (rot) und der realen privaten Konsumausgaben der privaten Haushalte (blau) von Q1 2000 bis Q3 2011, alle Daten saisonbereinigt (Jahr 2000=100). Während die realen Exporte (Waren, Güter und Dienstleistungen) seit 2000 bis Q2 2011 um +83,92% stiegen, gab es bei den realen privaten Konsumausgaben einen lauen Anstieg von +5,40% und die realen Arbeitnehmerentgelten lagen sogar immer noch um -1,03% unter dem Niveau von 2000!

Die letzten beiden erbärmlichen Entwicklungen beim realen Konsum und bei den realen Arbeitnehmerentgelten seit 2000 sind Teil eines Wirtschaftsaufschwunges in Deutschland, der gleichzeitig den Totengräber der Eurozone Deutschland dokumentiert, als Gegenstück zu den Defizitländern, mit satten Überschüsse aus dem Handel, erarbeitet aus einer Wettbewerbsfähigkeit deren Bestandteil auch Lohnverzicht und ein schwacher Binnenkonsum war.

Die getätigten Aussagen unterstreichen die Entwicklung der Arbeitnehmerentgelte und die der Unternehmens- und Vermögenseinkommen:

Die Entwicklung der saisonbereinigten Summe aller nominalen Arbeitnehmerentgelte in Deutschland und der Summe der saisonbereinigten nominalen Unternehmens- und Vermögenseinkommen von Q1 2000 bis Q3 2011 (Jahr 1991=100). In Q3 2011 stiegen die nominalen Unternehmens- und Vermögenseinkommen auf 164,6 Mrd. Euro. Die nominalen Arbeitnehmerentgelte stiegen in Q3 2011 leicht auf 329,30 Mrd. Euro. Während die nominalen Unternehmens- und Vermögenseinkommen seit 1991 um +84,92% stiegen, zogen die nominalen Arbeitnehmerentgelte um +53,2% an. Seit 2000 stiegen die nominalen Unternehmens- und Vermögenseinkommen um +52,96% an und die nominalen Arbeitnehmerentgelte nur um +18,54%. Diese lagen mit ihrem Anstieg seit 2000 unterhalb der offiziellen Preissteigerungen, mit-1,03% bei den realen (preisbereinigten) Arbeitnehmerentgelten seit 2000.

Die Entwicklung beim saisonbereinigten nominalen Exportvolumen und den nominalen Unternehmens- und Vermögenseinkommen verlief in der Vergangenheit relativ synchron. Blau (linke vertikale Achse) das Exportvolumen, rot (rechte vertikale Achse) die Entwicklung der Unternehmens- und Vermögenseinkommen, jeweils in Mrd. Euro auf Quartalsbasis von Q1 1991 bis Q3 2011. Die saisonbereinigten nominalen Unternehmens- und Vermögenseinkommen stiegen in Q3 2011 auf 164,6 Mrd. Euro, während das nominale Exportvolumen von Waren, Gütern und Dienstleistungen auch in Q3 2011, ein neues Allzeithoch mit 328,74 Mrd. Euro markierte!

Die Entwicklung der realen unbereinigten Arbeitnehmerentgelte jeweils im Vergleich zum Vorjahresquartal seit Q1 2000 bis Q3 2011 im Chart. In Q3 2011 ging es bei den Arbeitnehmerentgelten nach Abzug der Verbraucherpreise, real um +1,52% zum Vorjahresquartal aufwärts. Trotz der insgesamt schwachen Entwicklung seit 2000 bis Q3 2011 mit -1,03% bei den realen Arbeitnehmerentgelten, muss man zu mindestens in den letzten Quartalen eine kleine Verbesserung der Entwicklung konstatieren.

Die Arbeitnehmerentgelte sind die Gesamtbruttosumme aller Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer, Angestellten, Beamten, inkl. aller in einem Arbeits- oder Dienstverhältnis stehenden, inklusive der Sozialbeiträge der Arbeitgeber.

Während die Summe aller Arbeitnehmerentgelte saisonbereinigt nominal um +0,65% zum Vorquartal anstieg, sanken die realen saisonbereinigten Arbeitnehmerentgelte um -0,39% zum Vorquartal. Zieht man die Sozialbeiträge der Arbeitnehmer ab, erhält man die Summe aller Bruttolöhne und -gehälter und bricht man diese Summe dann auf die Anzahl der Beschäftigten im 3. Quartal 2011 und je Monat herunter, erhält man die durchschnittlichen Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer und je Monat. Diese betrug dann Brutto (nominal) 2’448 Euro und sank zum Vorquartal um -0,37% bzw. um -9 Euro je Arbeitnehmer und je Monat zum Vorquartal. Real (preisbereinigt) sanken die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer und je Monat im 3. Quartal 2011 um -0,82% bzw. um -18,12 Euro!

Zieht man weiter den Arbeitnehmeranteil für die Sozialbeiträge und die Lohnsteuer ab, erhält man dann die durchschnittlichen Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer und je Monat. Preisbereinigt, nach offizieller Lesart um den Anstieg der Verbraucherpreise, offenbaren die Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer und je Monat nach Steuern und Abgaben als lange Datenreihe seit Q1 1991, die miese Partizipation der Arbeitnehmer am “Erfolgsmodell” Deutschland und dass das Beschäftigungswunder vor allem eines von mies bezahlten Jobs ist:

Die realen (preis-, saison- und kalenderbereinigten) durchschnittlichen Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer und je Monat seit Q1 1991 bis Q3 2011 (2005=100). In Q3 2011 ging es abwärts, um -7,52 Euro, auf preisbereinigte durchschnittliche 1’461 Euro (2005=100), dies ist aber immer noch -5,5% unter dem Niveau des Jahres 1991 und -4,07% unter dem Niveau des Jahres 2000!

Diese Entwicklung war Teil der aufgebauten Ungleichgewichte in der Eurozone, denn mit dieser miesen Performance der Löhne ließ sich unter anderem trefflich die deutsche Wettbewerbsfähigkeit einseitig ausbauen.

Die Entwicklung der saisonbereinigten nominalen Arbeitnehmerentgelte im Verhältnis zum saisonbereinigten nominalen BIP seit Q1 1991 bis Q3 2011. In Q3 2011 sank der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am BIP auf 51,02%.

Quelle Daten: Destatis.de/Pressemitteilung: Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 3. Quartal 2011, Genesis.destatis.de/Datenbank VGR

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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31 KommentareKommentieren

  • bauagent - 24. November 2011

    Hervorragend aufbereitete Charts, tolle Schlussfolgerungen. Mehr kann man einfach nicht dazu sagen. Danke!

  • titoslavija - 25. November 2011

    http://www.welt.de/wirtschaft/article13733253/Halbe-Million-Griechen-ohne-eigenes-Einkommen.html

    unglaublich eine halbe million menschen in griechenland ohne jedes einkommen!!!!

    EU wir danken dir für deine solidarität!!!

    ich hab bereits als siebzehnjähriger gesagt: sobald diese instabile und unorganisierte union ihre erste krise erfasst, bricht sie auseinander!!!

    wir werden ihr nicht nachtrauern, da können sich schmidt undCo. sicher sein!!!

  • Catweazle - 25. November 2011

    Den vorletzten Chart hätte ich gerne noch ohne die obersten 20% Einkommensbezieher, könnte sehr interessant aussehen.

  • flo - 25. November 2011

    Naja, wenn der dämliche Euro nicht eingeführt worden wäre, hätte eine solche Strategie, die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, durchaus aufgehen können. Die Alternative dazu ist doch bloß, wie UK und USA riesige Defizite und ne Immoblase aufzublasen, um angesichts des Drucks aus Asien (und für uns hier Osteuropa!!) den Wohlstand zumindest zeitweise zu sichern. Deutschland hatte nun einmal gewisse strukturelle Probleme in den späten 90ern und frühen 2000ern, Massenarbeitlosigkeit, aufgeblähter Sozialstaat etc. Der Euro hat dem ganzen dann leider die Turbozündung gegeben, man ist weit über das Ziel hinausgeschossen.

    Allerdings glaube ich nicht so recht, dass Deutschlands Überschüsse die Krise jetzt maßgebend verursacht haben. Wenn dem so ist, wieso sind dann die französischen Banken genauso oder noch schlimmer mit drin? Frankreich hat doch eine ausgeglichene Handelsbilanz? Die Südschiene wäre immer noch unkompetitiv, hätte Handelsbilanzdefizite mit China et al. gefahren und dafür die Finanzierung aus Core Europa bekommen. Die Kohle wäre dann nach Asien geflossen und von Chinesen in europäische Bonds recycelt worden. Das Problem bleibt.

    • Tourist - 25. November 2011

      Moin, flo, warum denkst du, gibt es den Sozialstaat und wer ist an seiner Archtitektur beteiligt? hm…!!??

  • M.E. - 25. November 2011

    Hallo flo,
    Frankreich hat im Verhältnis zum BIP eines der größten Handelsbilanzdefizite überhaupt. Sogar relativ größer als das der USA.

    @ Steffen,
    wieder eine großartige und gründliche Analyse. Kompliment!

  • philipp johannes - 25. November 2011

    danke steffen !!!

    ____________

    flo, die massenarbeitslosigkeit ist zum großteil verlagert worden in den niedriglohnsektor.
    ist das das erstrebenswerte ziel ?
    nein !
    22 % der arbeitnehmer arbeiten im niedriglohnsektor, oft weit unter den in den medien genannten löhnen von eur 7.

    exportüberschüsse eines landes sind immer defizite von anderen.
    es gibt kein vermehrung von geld, nur eine verlagerung.
    die summe unterm strich ist NULL.

    • gilga - 25. November 2011

      Wenn man die Exportdefizite und -überschüsse aller Länder addiert kommt man aber auf eine positive Summe (vor einigen Jahren waren die übrigens mal negativ). Das ist bemerkenswert… wahrscheinlich sind doch Aliens unter uns und gehen heimlich shoppen. Wahrscheinlicher ist aber, dass der typische Lehrsatz zur Statistik und deren zugrundeliegenden Zahlen gilt.

      • Tourist - 25. November 2011

        aller Länder Überschüsse und Defizite?

        Kopier die Rechnung mal hierein oder nennst du bitte die Quelle! Das würde mich sehr interessieren! Danke!

        • philipp johannes - 25. November 2011

          d. h. du denkst geld fällt wie manna vom himmel ?

          • Tourist - 26. November 2011

            Nö, denke ich nicht! Trotzdem hätte ich gern die Quelle!

        • gilga - 25. November 2011

          Man liest immer mal was darüber. Beispielsweise in dem Artikel bei zerohedge: “Are Aliens Buying Louis Vuitton Handbags? – World Exports $338Bn More Than It Imports” (http://www.zerohedge.com/news/are-aliens-buying-louis-vuitton-handbags-world-exports-338bn-more-it-imports), der ursprünglich im Economist erschien.

          In dem Fall gehts um Vorhersagen des IMF. Gabs aber in meiner Erinnerung auch schon für auf anderen “Daten” basierenden Zahlen.

  • MagnaBavaria - 25. November 2011

    Danke Steffen, wie immer vortreffliche Charts!

  • M.E. - 25. November 2011

    Die Commerzbank bietet Wette auf den eigenen Untergang an:

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/zertifikate/nachrichten/commerzbank-bietet-wette-auf-den-eigenen-untergang/5885692.html

    Eine TODsichere Wette, behaupte ich mal.

    Die EU-Länder-Bonds sind ja wieder auf Rekordkurs:
    Italien 7,65% für fünfjährige und mittlerweile deutlich inverse Zinskurve
    Spanien nicht weit von 7% entfernt, Belgien nicht weit von 6%, Frankreich und Österreich nicht weit von 4%,
    das nicht-EU-Land Ungarn befindet sich in der zinstechnischen Todeszone…

    Nichts deutet auf einen Trendwechsel hin.

    • micdinger - 25. November 2011

      So funktionieren eben die heutigen “Finanzmärkte”. Ich gebe dir 200 € und wenn du nächte Woche Insolvenz anmeldest, dann gibst du mir 1000 € zurück.

  • Hallowach - 25. November 2011

    wenn ich vom “aufgeblähten Sozialstaat ” lese, krieg ich immer Pickel. Leider erklärt flo nicht, wie er das meint.

  • Jo - 25. November 2011

    Krank, nur noch krank. Wenn die Commerzbank untergeht kann sie auch die Wettscheine nicht einlösen. Wie krank muss man dafür sein? Das es mit ehrlichem Geldverdienen bei den Bankern nicht weit her ist war bekannt, aber wie kann man so krank sein auf den eigenen Untergang Geschäfte anzubieten, wohlwissend dass man dann nicht leisten kann…

    Der Derivate Handel gehört wieder auf vernünftige Umfänge zurückgeführt.

  • Lazarus09 - 25. November 2011

    micdinger Jo

    Krank, nur noch krank. Wenn die Commerzbank untergeht kann sie auch die Wettscheine nicht einlösen…ehrlichem Geldverdienen bei den Bankern. Muhahahaha

    Da “Garantiert” doch jemand …Leute der Investor investiert doch nicht bei Verlustrisiko ..tzetzetze

    Ich gebe dir 200 € und wenn du nächte Woche Insolvenz anmeldest, dann gibst du mir 1000 € zurück.

    Ich gebe dir 200 € und wenn du nächte Woche Insolvenz anmeldest, dann garantiert mir die EU meinen Einsatz mit Gewinn von 1000 € und gibt ihn an mich zurück.!!

    So passt’s ;-)

    • micdinger - 25. November 2011

      Hast schon recht!

      Da die “EU” das Geld auch nicht hat, sammelt sie erstmal 1 € für jeweils 1000 € bei 99% der “EU-Bürger” ein.

    • Tourist - 25. November 2011

      “Ich gebe dir 200 € und wenn du nächte Woche Insolvenz anmeldest, dann garantiert mir die EU meinen Einsatz mit Gewinn von 1000 € und gibt ihn an mich zurück.!!”

      Hast den promarktwirtschaftlichen IWF vergessen^^..

      Was kommt als nächstes? Weltbonds?

      • Lazarus09 - 25. November 2011

        Solar System Bonds ;-p

        ..also wer zeichnen will .. ich kann da was machen Muhahahahahahaa natürlich nur wenn die große Garantöse und Dr. Seltsam mein Projekt unter den Rettungsschirm …

        *duckunwech*

      • micdinger - 25. November 2011

        Deswegen sind Krisen bestehender Systeme so wichtig für die Entwicklung der Welt. Erst in einer Krise kommt der Weltbürger auf die Welt verändernde Ideen.

        Weltbonds oder SZR-Anleihen, des IFSF ( Internationale Finanzstabilisierungsfazilität) eine geniale Idee!

    • KD - 25. November 2011

      WELTBONDS!
      Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

      JA, die Lösung ist nahe:

      One world – one bond.
      Genial!

      Kann nicht einer schnell and die Christine ähm also die Frau Lagarde eine Mail schicken?
      Und schon sind alle Probleme gelöst und es kann weiter gehen wie bisher.

      • Tourist - 25. November 2011

        Ja, was der “Pinky und der Brain” nicht hingekreigt haben, die Weltherrschaft ansich zu reißen,
        http://www.youtube.com/watch?v=U4Rl83wK1VE – offenbart die in alle Richtungen hin extremistische Marktwirtschaft. Extremistisch in Bezug auf Armuts und Reichtumsproduktion. Extremistisch in Bezug auf Verschuldungen und Vermögenseinkommen. Extremistisch in Bezug zu nicht mehr zu steigender moralischer Empörung bei gleichzeitiger nicht mehr zu steigender Gleichgültigkeit und Tatenlosigkeit bspw. gegenüber der Umweltvernichtung!

  • Kranich05 - 25. November 2011

    Danke für die immer wieder überzeugende und erhellende Aufbereitung der Daten. Was täte ich ohne die Querschüsse?
    Ich provoziere: Die Langfristbetrachtung zeigt (scheint zu beweisen), daß im deutschlandmaßstab die rasante Entwicklung der Ausbeutereinkommen auf Kosten der Einkommen der Ausgebeuteten funktioniert. Wenn ich Merkel wäre als Beauftragte der tonangebenden Ausbeuterfraktion, würde ich genau diese Politik fortsetzen. Warum sollte das Spiel im europamaßstab nicht funktionieren? Wegen ein paar krakeelender Griechen?

  • titoslavija - 25. November 2011

    7,8% für zweijährige italienische staatsanleihen, das kannn nicht mehr lange gutgehen ,
    am wochenende kommen die eurobonds.

  • bauagent - 25. November 2011

    @titoslavija

    “7,8% für zweijährige italienische staatsanleihen, das kannn nicht mehr lange gutgehen ,
    am wochenende kommen die eurobonds.”

    Die Eurobonds, auch wenn es die Medien anders kommunizieren, gehen ohne das Risiko einer
    Eilverfügung durch das BVerfG gar nicht auf die Schnelle.

    Das ist unserer extremen Spezialisierung der Berufe geschuldet, dass kein Volkswirt im TV offen zugibt, dass es nur noch die EZB gibt, weil hier ein juristisches möglichst kompliziertes Konstrukt zunächst langatmig beim BVerfG beraten werden müsste.

    So könnte man unumkehrbare Fakten schaffen.

    Mit Eurobonds, die nicht nur in Deutschland ein juristisches Problem darstellen, ließe sich das wohl nach Auskunft eines mir bekannten Juristen kaum machen, ohne eine völlig neue Qualität des Rechtsbruch zu beschreiten.

    Meine These ist ohnehin, dass die Bundesregierung momentan das Chaos mit Kalkül schürt, um in einer möglichst aufgeregten Situation die von der Hochfinanz präferierte und für uns alle wohl schlimmste Lösung zu präsentieren.

    Mein Bargeld liegt jedenfalls nicht mehr auf der Bank und ist teilweise auch in Realwerte getauscht.

    Warten wir´s ab, es dauert sicher nicht mehr lange.

    Ungarn geht ja auch gerade durch die Decke. Der gesamte Osten wurde bisher ebenfalls vernachlässigt.

  • hunsrückbäuerlein - 25. November 2011

    mein Name ist Bond, world – bonds, im Auftrag ihrer NWO

  • M.E. - 25. November 2011

    Hallo hunsrückbäuerlein,
    world-bonds geht überhaupt nicht bei zig unterschiedlichen Zentralbanken und Währungen. Und unterschiedlichsten Interessen zwischen den Staaten und Regionen.

  • dank - 26. November 2011

    Eigentlich so einfach:
    Löst endlich mal die CDS aus und dann gut.

    Die wollten doch einen freien unregulierten Markt ohne Staatseingriff – also dann sollten die Damen und Herren gewählten (und auch die nicht gewählten) TopTausend dem ganzen endlich seinen Lauf lassen.
    Wie soll denn sonst eine Lehre aus dem Ganzen entstehen?
    Die lachen sich doch alle eins, über die Gegenbewegung und alle die noch an das System glauben, und dafür blechen. Die Tops bringen alle ihre Schäfchen ins Trockene – taktisch auf Zeit spielen, damit sie ihren Schaden minimieren und für alle anderen: maximieren.
    Sollen sie doch fallen, die Banken und Länder, die Spekulatius und Schuldner, samt allen Schuldigen!
    Desto früher, desto schneller können wir anfangen ein Sinnvolles danach mit den Lehren daraus zu stricken. Früher oder so später muss doch alles was riesig wächst wieder zusammenbrechen/zurückgehen. Staaten, Reiche, Religionen, Populationen, Blasen, Geldmengen, Schulden …
    War und ist das denn nicht immer so?
    OO-Wachstum geht nicht.
    Wir haben Angst vor den Folgen – aber macht es einen Unterschied, ob wir sie morgen oder erst in 5 Jahren spüren?
    EJECT JETZT!
    Desto größer die Blase – desto lauter das BLUBB!

    Sic semper tyrannis!

  • bauagent - 26. November 2011

    Man kann ihnen Untätigkeit wohl nicht vorwerfen, der Groupe de Francfort.

    Man sieht, dass ich offenbar richtig lag mit meiner Einschätzung, dass jetzt der Chaosweg mit Druck auf alle Bevölkerungen und Staaten eingeschlagen wurde.

    Das Rätsel, wie man kurzfristig an allen Parlamenten vorbei, Verträge ändern will scheint sich tatsächlich zu lösen.

    Man macht einfach bilaterale Vereinbarungen, zur Not sogar an der EU-Kommission vorbei.

    Diktatur vom Feinsten!

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,800102,00.html

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