Daten zum S&P/Case-Shiller Home Price Index
Wie Standard & Poor’s (S&P) heute mitteilte, waren die S&P/Case-Shiller Home Price Indices, mit die wichtigsten Preisindizes zur Messung der Preisentwicklung am US-Wohnimmobilienmarkt, in den 10 größten Städten der USA im Juni 2011 um -3,84% zum Vorjahresmonat gesunken und der 20-City Composite war um -4,52% zum Vorjahresmonat gesunken. Damit bleiben die Immobilienpreise weiter schwach, saisonbereinigt ging es beim 10-City Composite um +0,04% zum Vormonat aufwärts und beim 20-City Composite ging es um -0,06% zum Vormonat abwärts.
Im Chart die prozentuale Veränderung der Häuserpreise in den 10- und 20 größten Städten, im Vergleich zum Vorjahresmonat. Zum Vergrößern bitte die Charts 1x anklicken.
Die saisonbereinigten Indizes zu den Großraum-Regionen beim 10-City Composite seit Januar 1987 (blau) und beim 20-City Composite seit Januar 2000 (rot) im Chart.
Der saisonbereinigte 10-City Composite stieg im Juni 2011 leicht auf 154,50 Indexpunkte, nach 154,44 Indexpunkten im Vormonat und notiert damit weiter in der Nähe des Tiefstandes seit dem Platzen der Immobilienblase, aus Mai 2009 mit 152,23 Indexpunkten. Der 20-City Composite fiel leicht auf 140,76 Indexpunkte, nach 140,84 Indexpunkten. Das Tief im Zuge der Korrektur wurde im März 2011 mit 140,30 Indexpunkten markiert. Seit dem Hoch im April 2006 sind die Preise beim 10-City Composite um -31,9% eingebrochen und beim 20-City Composite, seit dem Hoch im April 2006 um -31,87%. Die Indizes liegen nominal aktuell auf dem Preisniveau von Mitte 2003.
Wenn man unbedingt den Daten etwas Positives abgewinnen möchte, bei den unbereinigten Daten stieg der 10-City Index um +1,05% zum Vormonat und beim 20-City Composite um +1,11%. Sehr wahrscheinlich dürfte sich dieses positive Rauchzeichen vom Wohnimmobilienmarkt bereits im Juli, August 2011 wieder in der Luft auflösen.
Noch etwas beeindruckender sind die Charts der Großraumregionen mit den größten Preiseinbrüchen:
Die saisonbereinigten Immobilienpreise im Großraum Las Vegas (blau) fielen seit dem Hoch im April 2006 um unglaubliche -59,16%. Phoenix (rot) folgt mit einem Einbruch von -55,73% seit Mai 2006 und Miami (grün) mit -49,81% seit Mai 2006! In Las Vegas war der Preisrückgang am ausgeprägtesten, dort notieren aktuell die Immobilienpreise auf einem Niveau von Mitte 1999.
Das der Immobilienmarkt weiter am Boden liegt und dies weiter auf unabsehbarer Zeit, zeigen auch die Daten des Census-Bureau zu den Neubauverkäufen von Wohnimmobilien in den USA. Zuletzt im Juli 2011 ging es wieder etwas abwärts auf 298’000 verkauften Wohneinheiten auf das Jahr hochgerechnet (SAAR):
Die Entwicklung der New Home Sales (SAAR) seit Januar 1963 im Langfristchart. Zum Allzeithoch im Juli 2005 mit 1,389 Millionen verkauften Wohneinheiten brachen die Verkäufe bis Juli 2011 um -78,55% ein!
Besonders brachial erscheint dieser Kollaps bei den Neubauverkäufen am US-Immobilienmarkt vor dem Hintergrund der Bevölkerungsentwicklung:
Die Entwicklung der Neubauverkäufe in der Relation zu je 10’000 Einwohnern seit Januar 1963 im Chart. Im Juli 2011 wurden je 10’000 Einwohnern nur 9,53 Wohneinheiten (SAAR) verkauft, beim Hoch im Juli 2005 waren es 46,87 Wohneinheiten und im langfristigen Durchschnitt von 1963 bis 2007 immerhin 28,55!
Quelle Daten: Standardandpoors.com/Press Release S&P/Case-Shiller Home Price Indices, Census.gov/NEW RESIDENTIAL SALES IN JULY 2011, Census.gov/New Home Sales/Portal, Research.stlouisfed.org/fred2/Population: Mid-Month (POPTHM)
Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

Ex600 - 30. August 2011
Lieber Steffen, ich bin gerade im Urlaub in Fr und habe nur eine begrenzte MB-Rate an Downloads zur Verfügung. Ich sehe täglich hier vorbei, um das wirklich Wesentliche zu erfahren. Vielleicht kannst Du daraus ermessen, wie wichtig Dein Blog inzwischen geworden ist. Ich danke Dir von Herzen für Deine nicht zu hoch einschätzbare Arbeit!
Marcito - 31. August 2011
Thx
Solange es hier keine wirklich dauerhafte Erholung gibt sehe ich keine Chance fur eine Stabilisierung.
Ich sehe aber leider das da noch Platz nach unten ist. Die Übertreibung nach oben war einfach zu ausgeprägt.
dinero - 31. August 2011
Bin total begeistert von den Infos, deswegen habe ich heute spontan gespendet.
M.E. - 31. August 2011
Auch hier gilt wie in der gesamten Finanzwirtschaft: man hat mit allerlei Mitteln wie staatlichen Hauskaufzuschüssen und Rückstellung von Zwangversteigerungen die Bereinigung nicht in vollem Ausmaß zugelassen und hat somit verhindert, dass sich ein stabiler Boden bilden konnte – freilich nach einem drastischeren Einbruch.
Dadurch hat man für sehr lange Zeit für eine quälende Dauerkrise gesorgt.
Und wenn man bei der Stagnation der Häuserpreise die allgemeine Inflationsrate mit in die Betrachtung einbezieht, handelt es sich bei den Immobilienpreisen immer noch um einen realen Preisrückgang.
micdinger - 31. August 2011
Auch von mir nochmals ein herzliches Dankeschön an dich Steffen. Wie Ex600 so geht es auch mir. Ich habe überhaupt nur überlebt, weil es Anfang der 80er Jahre in Berlin mal die Sendung Journal in 3, vom damaligen SFB gab. Nur dort gab es für mich nachvollziehbare Nachrichten und Interpretationen von den Geschehnissen in der Welt, von H.J. Friedrichs und seinen Tagesthemen mal abgesehen. Bei vielen anderen Nachrichten hatte ich immer dieses ungute Gefühl, “da stimmt doch irgend etwas nicht”.
Wie dem auch sei, ich werde mein sporadisches Spendenaufkommen jetzt mal mittels Dauerauftrag linearisieren.
PS: Die Redaktion des Journal in 3 wurde dann irgendwann mal “gezähmt” und letztendlich wurde die Sendung ganz eingestellt. Ich hoffe deinem Blog bleibt dieser Lauf der Dinge erspart, es sei denn die Welt würde sich so verändern dass deinem Blog quasi die Grundlagen entzogen werden.
Martin - 8. September 2011
Gratulation und besten Dank für die ausgezeichnete Arbeit. Einsamer Klartext in der Wüste der Fehlinformationen und allgegenwärtigen politischen Lügen.
Bitte dran bleiben !