Der “Konsumboom” geht weiter!

von am 28. Februar 2012 in Allgemein

Der deutsche “Konsumboom” geht weiter und weil er so “grandios” ist, wird er hier weiter penetrant und ausführlich begleitet. Auch für den Monat März 2012 berichtete heute die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (Gfk) eine leicht steigende Stimmung der Konsumenten. Der Gfk-Konsumklimaindex stieg auf 6,0 Punkte, nach 5,9 Punkten im Vormonat. Eine richtige Dynamik nach oben verzeichnete die Einkommenserwartung, dieser Indikator stieg um signifikante 7,2 Punkte auf ein hohes Niveau von nun 41,3 Punkten.

Die Entwicklung des GfK Konsumklimaindex seit Januar 2006 im Chart. Der GfK Konsumklimaindex ist ein Stimmungsindikator und basiert auf einer Befragung von 2000 Konsumenten.

Besonders erwähnenswert aus der Pressemitteilung der Gfk: “Die überaus positive Situation auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland hat von Seiten der Verbraucher hohe Erwartungen an die Tarifparteien geweckt. Die Beschäftigten hoffen, dass bei den anstehenden Tarifverhandlungen die Lohn- und Gehaltszuwächse besser ausfallen werden als in der Vergangenheit, so dass auch nach Abzug der Inflation noch ein Plus verbleibt.” …..Niedlich dieser Zweckoptimismus, soll dies wirklich die Antworten der befragten Konsumenten widerspiegeln – kaum zu glauben! Immerhin folgt noch der Zusatz: “Hinzu kommt, dass die Steigerung der Lebenshaltungskosten nach den bisherigen Prognosen im Durchschnitt unter 2 Prozent liegen wird. Im vergangenen Jahr waren es 2,3 Prozent. Dafür stiegen die Reallöhne nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts durchschnittlich lediglich um 1 Prozent.” … Ein korrekter Zusatz, der aber noch zu ergänzen wäre, dass zwar im Gesamtjahr 2011 die Reallöhne um +1% zum Vorjahr gestiegen sind, nur das im 4. Quartal 2011 der Reallohnindex bereits um -0,2% zum Vorjahresquartal schrumpfte und sich damit die erste negative Rate seit Q4 2009 dokumentierte. Auch der Hinweis, dass es sich beim Reallohnindex nur um einen “idealisierten” Index handelt fehlt, denn dieser Index spiegelt nur die Bruttomonatsverdienste einschließlich der Sonderzahlungen nach Abzug des Anstiegs beim Verbraucherpreisindex (VPI) von Vollzeitbeschäftigten wider. Alle relevanten Problemfelder des Arbeitsmarktes bleiben bei der Verdiensterhebung und damit beim Reallohnindex ausgespart und damit relativiert sich auch die Aussagekraft des Reallohnindex kräftig. Nicht einbezogen bei der Verdiensterhebung deren Daten sich im Reallohnindex widerspiegeln werden alle Teilzeitbeschäftigten, geringfügig Beschäftigen, Auszubildende, Praktikanten, Personen, die keinen Verdienst für ihre Leistung erhalten, tätige Inhaber, Mitinhaber und Familienangehörige ohne Arbeitsvertrag, ausschließlich auf Honorarbasis bezahlte Personen und Personen in so genannten 1-Euro-Jobs.

Die Entwicklung des Reallohnindex seit Q1 2008 im Vergleich zum Vorjahresquartal im Chart. In Q4 2011 sanken die Reallöhne vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich um -0,2%. Die Datenreihe des Reallohnindex von Destatis reicht nur bis Q1 2007 zurück, denn seit dem gilt erst das neue Verdienststatistikgesetz vom 1. Januar 2007, was die Basis der vierteljährlichen Verdiensterhebung für Destatis darstellt.

Die Nominallöhne stiegen in Q4 2011 um +2,1% zum Vorjahresquartal und die offiziellen Verbraucherpreise erhöhten sich um +2,3%. Der Reallohnindex ist zweierlei geschönt, einmal da Teilzeitbeschäftigte, geringfügig Beschäftigte und damit der gesamte Niedriglohnsektor ausgeblendet werden und zweitens, weil der Anstieg der Verbraucherpreise nicht nur durch die ständige Veränderung des Warenkorbes, sondern vor allem durch hedonische Leistungs- und Qualitätsbereinigung relevant getunt wird.

Auch sonst ist der Reallohnindex basierend auf der Verdiensterhebung sehr “realitätsnah”, denn er zeigt die durchschnittliche Verdienstentwicklung bei konstanter Zusammensetzung der Arbeitnehmerschaft an. Der Index zeigt also nur den durchschnittlichen Bruttoverdienste der Arbeitnehmer an, wie er sich verändert hätte, wenn im jeweiligen Vergleichszeitraum die gleiche Struktur der Arbeitnehmerschaft bestanden hätte, wie im Basiszeitraum. Ein zutiefst unrealistische Vorgabe, denn die Struktur der Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt ist einem kräftigen Strukturwandel unterzogen.

Auch andere harte belastbare Daten weichen vom Optimismus, den die GfK-Daten suggerieren deutlich ab, so sanken zuletzt für Dezember 2011, laut dem Statistischen Bundesamt, die saisonbereinigten realen Einzelhandelsumsätze um -1,4% zum Vormonat. Bei den unbereinigten Daten war der Dezember 2011 mit 115,9 Indexpunkten sogar der zweitschwächste Dezember seit 1994, nur der Dezember 2007 war mit 115,3 Indexpunkten noch marginal schlechter!

Die Entwicklung des Gfk-Konsumklimaindex (blau) seit Januar 2009 bis März 2012 und die Saison- und kalenderbereinigten realen Einzelhandelsumsätze (ohne KFZ-Handel) (rot) seit Januar 2009 bis Dezember 2011 im Chart.

Die Entwicklung der Saison- und kalenderbereinigten realen Einzelhandelsumsätze (ohne KFZ-Handel) seit Januar 1994 bis Dezember 2011 im Chart. Die bereinigten realen Einzelhandelsumsätze sanken im Dezember 2011, den dritten Monat in Folge, um -1,4% zum Vormonat, auf 96,7 Indexpunkten, nach 98,1 Punkten im November 2011.

Weiterhin dokumentieren diese Daten für Deutschland eindeutig eine langanhaltende Konsumschwäche der privaten Haushalte, nach jahrelangem leicht abwärts gerichteten Dümpeln liegen im Dezember 2011, die saisonbereinigten realen Einzelhandelsumsätze um -3,7% unter dem Niveau von 2000 und um -3,9% unter dem Jahr 1994, dem Beginn der Datenreihe. Ein klarer Widerspruch zur gemessenen positiven Stimmung!

Die Entwicklung der monatlichen nominalen Einnahmen des Staates aus der Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) seit Januar 2007 bis Dezember 2011 im Chart. Im Dezember 2011 stiegen die Einnahmen nominal marginal um +0,67% zum Vorjahresmonat, auf 11,891 Mrd. Euro, nach 11,811 Mrd. Euro im Dezember 2010. Real ging es sogar um -1,39% abwärts zum Vorjahresmonat und der Dezember 2011 war real der schwächste Dezember seit Dezember 2007. Mit den Jahren davor sind die Umsatzsteuereinnahmen schwer vergleichbar, da zum 1. Januar 2007 der Mehrwertsteuersatz von 16% auf 19% erhöht wurde.

Und die Belege für den schwachen deutschen Konsum gehen noch nicht aus, es folgen die aus der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR):

Die realen saison- und kalenderbereinigte Konsumausgaben der privaten Haushalte seit Q1 2000 bis Q4 2011 (Kettenindex 2005=100) im Chart. In Q4 2011 sanken die realen Konsumausgaben um -0,2% zum Vorquartal. Was zeigen diese Daten, seit dem Jahr 2000 bis Q4 2011 ist der reale private Konsum um “sagenhafte” +5,5% gestiegen. Dies nach Lesart der Bereinigung um die geschönten offiziellen Preissteigerungen!

Die Entwicklung der realen Arbeitnehmerentgelte (grün), des realen Exportvolumens (rot) und der realen privaten Konsumausgaben der privaten Haushalte (blau) von Q1 2000 bis Q4 2011, alle Daten saisonbereinigt (Jahr 2000=100). Während die realen Exporte (Waren, Güter und Dienstleistungen) seit 2000 bis Q4 2011 um +82,5% stiegen, erstmals auch leicht rückläufig zum Vorquartal, gab es bei den realen privaten Konsumausgaben einen lauen Anstieg von +5,5% und die realen Arbeitnehmerentgelten lagen sogar immer noch um -0,27% unter dem Niveau von 2000!

Apropos Einkommenserwartungen und deren Erfüllung in der Vergangenheit:

Die realen (preis-, saison- und kalenderbereinigten) durchschnittlichen Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer und je Monat seit Q1 1991 bis Q4 2011 (2005=100). In Q4 2011 ging es leicht aufwärts, um +12,20 Euro, auf preisbereinigte durchschnittliche 1’476 Euro, dies ist aber immer noch -4,52% unter dem Niveau des Jahres 1991 und um -3,08% unter dem Niveau des Jahres 2000!

Warum nun gerade angesichts der realen BIP-Schrumpfung im 4. Quartal 2011 von -0,2% zum Vorquartal, weltweit nachlassender wirtschaftlicher Aktivität und einer sich weiter zuspitzenden Eurokrise deutsche Konsumenten ihre Einkommenserwartungen hochschrauben, bleibt das Rätsel der Befragten bzw. der Gfk, gerade angesichts der miesen Partizipation der Arbeitnehmer am wirtschaftlichen Erfolg in der Vergangenheit. Diese zugegeben sehr kritische Sicht, allerdings mit harten Daten unterlegt, mag etwas überzogen wirken, ist aber angesichts des allgemein verordneten Optimismus nötig, denn der Mainstream kann sich dem angeblichen Konsumboom nicht entziehen und wartet mit völlig unkritischen Berichten auf: Zeit.de/Verbraucher sind trotz Krise kauffreudig, Welt.de/Konsumklima so gut wie seit einem Jahr nicht mehr, Handelsblatt.com/Deutsche – konsumiert noch mehr!, Focus.de/Deutschlands Verbraucher sind in Hochstimmung, Faz.net/Die Verbraucherlaune steigt, Stern.de/Lieber kaufen als sparen

Quelle Daten: Gfk.com/group/Pressemitteiling: Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Deutschland für Februar 2012

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

Print article

31 KommentareKommentieren

  • dank - 28. Februar 2012

    Minifluss veröffentlichte heute Zahlen, dass die Erzeugung von Gebrauchsgütern und Lebensmitteln in den ersten beiden Monaten 2012 um 43% angestiegen ist, liebe Brüder und Schwestern. Dies beinhaltete eine Mehrbeschäftigung von 134% in den Fabriken der Fleischherstellung. Wir sind damit der Vollbeschäftigung in unseren Fabriken nahe. Dank des unermüdlichen und ausdauernden Produzierens unserer Mitbrüder und Mitschwestern im Nahrungsmittelszeig unserer erfolgreichen Industrie rückt ein hungern immer ferner, sodass wir stolz ein weiteres Wort aus Neusprech 10.2 entfernen dürfen und es fort ab “Unsatt” anstatt “Hunger” heißt.
    Des weiteren erfolgt ein Ersatz von “arm” durch “unreich”.
    Damit begegnen im großen Krieg gegen den finanziellen Raubbau an unseren Arbeitern mit erhobenen Haupt.
    Weitere Zahlen:
    Produktion Automobilbau +24%
    Produktion Panzer + 47%
    Unser Sieg ist Nahe. 2 + 2 = 5
    Abschließend darf ich Euch ebenso ein Plus von 109% bei der Produktion von heißer Luft bekannt geben.

    **
    Danke fürs relativieren, Steffen!
    Is ja a Schand, dass solche Daten aus Nürnberch kommen…

  • Argonaut - 28. Februar 2012

    Danke Steffen für die Aufbereitung, habe gehofft dass Du heute auf die GfK-Meldung
    reagieren würdest ;-)
    Ich habe vor ein paar Jahren den Handelsfachwirt abgebrochen zumal die dort mit
    Skripten arbeiten die teilweise völlig veraltet und an der Realität vorbei sind und auch die
    Zahlen überhaupt nie annähernd aktuell sind/waren.
    Es machte für mich keinen Sinn eine Theorie zu pauken welche mit meiner alltäglichen
    Praxis überhaupt nicht konform ist bzw. der Realität entspricht nur damit ich ein Zertifikat in der Hand halte.

    Dann bleibe ich eben nur Kaufmann und Autodidakt bezgl. BWL und VWL, es gibt ja gute
    Seiten – wie disen Blog hier – und nicht die typische Propaganda die politisch “verzapft” wird.

    Danke und Gruß,
    Achja und stell doch mal Deine Bankverbindung ins Impressum – Paypal ist bestimmt
    vielen anderen auch ein Dorn im Auge und so würden 100% bei Dir ankommen.
    Oder brauchst Du evtl. Bio-Kartoffeln, Bio-Fleisch, etc…. ?
    :-)))

  • Argonaut - 28. Februar 2012

    “diesen”

  • Argonaut - 28. Februar 2012

    @danke,

    “Abschließend darf ich Euch ebenso ein Plus von 109% bei der Produktion von heißer Luft bekannt geben”

    woher denn, etwa aus dem deutschen Darmtrakt ? :-)

  • Christian - 28. Februar 2012

    Vielen Dank für die Aufbereitung Steffen, vor allem für den Link zur hedonischen Leistungs- und Qualitätsbereinigung.

    Seit ich vor inzwischen fast 2 Jahren den Crash Course von Chris Martenson schaute, fragte Ich mich inwieweit, diese Methoden auch in Deutschland angewendet werden. Ich hatte aber leider keine Quellen für die Berechnugnsgrundlagen gefunden.

    In den USA scheinen “Hedonic Adjustments” ja nicht nur zum drücken der Inflationsrate verwendet zu werden, sondern auch um das BIP aufzublähen. Desweiteren Substitutionseffekte (wenn Lachs zu teuer wird essen alle Pommes) und Wichtung (Krankenversicherung wird nur zu 6% statt 14,6% eingerechnet) zum senken der Inflationsrate.

    Crash Course: Chapter 16 – Fuzzy Numbers (1 of 2) by Chris Martenson
    http://www.youtube.com/watch?v=zsNgJVD8KgY
    http://www.youtube.com/watch?v=01KIOjTe2CM

    Meine Frage dazu: gibt es vllt für Deutschland Daten der “Realen” Inflation und Infos zur genauen Berechnung unseren BIPs?

    gruß
    Christian

    • Querschuss - 28. Februar 2012

      Hallo Christian,
      hedonischen Leistungs- und Qualitätsbereinigung senkt auch in Deutschland die Preissteigerungen und über die Preisbereinigung des nominalen BIP, per BIP-Deflator, entsteht somit auch ein aufgeblasenes reales BIP. Leider kann ich zur Höhe dieses Effektes weder Daten angeben, nicht mal spekulative Angaben meinerseits machen.

      Gruß Steffen

      • Christian - 28. Februar 2012

        Und zum BIP selber? Also nicht BIP Wachstum in % nach BIP Deflator sondern Imputations, welche in den USA angeblich 35% des BIPs ausmachen sollen.

        • Querschuss - 28. Februar 2012

          Hallo Christian,
          meines Wissens nutzt das Statistische Bundesamt nur hedonische Preisindizes, welche die Preisbereinigung des BIP beeinflussen. In den USA scheint es auch so zu sein: http://www.bls.gov/cpi/cpidryer.htm , also die hedonische Preisberechnung, als Folge ein niedrigerer VPI/CPI hebt das reale BIP. Wobei ich auch schon von direkter hedonischer BIP Berechnung gelesen habe, was aber eine Fehlinterpretaion sein dürfte. Müsste ich genauer recherchieren.

          Gruß Steffen

          • Christian - 29. Februar 2012

            Vielen dank für die Info.

    • micdinger - 29. Februar 2012

      Hier mit Text und auf deutsch:

      http://www.chrismartenson.com/crashcourse/deutsch/kapitel-16-unscharfe-zahlen

    • MagnaBavaria - 29. Februar 2012

      Zum Thema “Lustzugewinn” gabs mal nen ganz brauchbaren Artikel in der SZ:
      http://www.sueddeutsche.de/geld/crashkurs-inflation-die-nebelkerze-1.372484

  • hko - 28. Februar 2012

    Danke Steffen für Verfolgung dieser Thematik, ich drücke diese Einzelhandelsberichte jedes Mal meinem Boss aufs Auge
    und endlich konnte ich mal wieder auf den Spenden knopf drücken, der war ja in letzter Zeit nicht da. Apropo Spende, kann ich diese von der Steuer absetzen? Versuchen werde ichs mal, heisst ja Spende!

    • Querschuss - 28. Februar 2012

      Hallo hko,
      erst mal herzlichen Dank für die eingegangene Unterstützung, das Ding heißt bei PayPal zwar Spende Button, ist aber keiner, da Querschuesse kein förderungswürdig anerkannter gemeinnütziger Vereins ist und sein kann. Deshalb kann ich auch keine Spende-Bescheinigung ausstellen und muss die Einnahmen selbst versteuern. Versuchen beim Finanzamt kannst du es ja trotzdem, vielleicht zeigen die Einsicht. :-)

      Gruß Steffen

  • Lazarus09 - 28. Februar 2012

    woher denn, etwa aus dem deutschen Darmtrakt ?

    …… oder aus dem Hals der sattrülpsenden sich am Arsch kratzenden theutschen Oberschicht ..?

    Anyway … Mit einer Realitätsverweigerung die es mit jeder gefestigten Diktatur aufnehmen kann bläst man weiterhin dem tumben Michel die Schalmein des Aufschwungs und Wohlstands … Hosianna …

  • Andres Müller - 28. Februar 2012

    Kann ja sein dass die Anzahl der willigen Auskunftskonsumenten abgenommen hat und die 2000 Stück Umfrageergebnisse deshalb positiver sind -wer weiss. Oder es ist möglich dass die Fragen durch die ständige Spar-Konditionierung von Tante Merkel und Griechenschicksal durch angstvolle Bescheidenheit optimiert wurde.

    Auf jeden Fall zeigt die Gegenüberstellung der Arbeitnehmerentgelte (grün) und des realen Exportvolumens (rot) dass die Deutschen ihren Wohlstand lieber exportieren und seit dem Jahr 2000 nichts mehr für sich behalten wollen. Muss schon sagen, ein bescheidenes Volk.

  • Ert - 28. Februar 2012

    Endlich mal ne tolle Begründungsführung warum GR nicht pleite gehen wird – von Fefe!: http://blog.fefe.de/?ts=b1b3fa93

    Aus dem Text: ……

    Wie versichert man sich denn als Bank gegen einen Griechenlandausfall? Na? Mit CDS!

    Soweit mit mir?

    Und wer hat unglaublich viele ungedeckte CDS verteilt?

    So viele, dass sie zwangsverstaatlicht werden mussten?

    AIG!

    Wer besitzt die jetzt und haftet im Falle eines Griechenland-Ausfalls in unschätzbarem, geradezu biblischen Ausmaß? Der US-Steuerzahler.

    Obama.

    So wird dann auch plötzlich klar, wieso Obama so ein Interesse an der Griechenland-Situation hatte. Der wird mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verhindern, dass Griechenland pleite anmeldet.

    Und wie das so ist bei uns, wenn Obama “hüpf” sagt, fragt die EU “wie hoch?”

    Insofern: Kein Wort glauben von diesem Griechenland-Ausfall-Gefasel. Das ist so unwahrscheinlich wie dass wir hier fähige, ehrliche und integre Politiker kriegen.

  • snozin - 28. Februar 2012

    Hallo Querschusssteffen

    ich meine, wir sind in einer Situation, da man Ironie nicht mehr von Ironie unterscheiden kann, da es Ernsthaftigkeit (außer bei Querschüsse) nicht mehr gibt. Ich meine das ernst.

  • gelegenheitsleser - 28. Februar 2012

    Begriffe wie “Erwartungen”, “Klima”, “Stimmungen” stehen für Gedankengebilde, nicht für Realitäten. Gedanken und Meinungen sind beeinflussbar, Realitäten weniger.

    Zahlenspielereien für die Allgemeinheit, auch wenn sie Tendenzen aufzeigen. Letzten Endes sind sie Ausdruck eines künstlichen Konstruktes, dass uns alle knechtet.

    Wer die KUNST über Zahlen und Statistiken hat, hat die GUNST der Responder.

    Die Spiritualität holt uns alle ein und zeigt die Wirren des Materialismuses auf.
    Wir leben im Materialismus, sind aber nicht Materialistisch.
    Im Ursprünglichen.

    Was Merkel sagt, was Regierungen sagen, SIND Steuerinstrumente!
    Keine Wahrhaftigkeiten.

    Beiträge wie diese zeigen es uns auf, lernen wir sie zu deuten und verstehen.

    Weiter so!

  • Frank Bell - 29. Februar 2012

    Hallo, es geht aufwärts! ;-)

    Seht her: Das Comeback der US-Aktien – Die Konjunktur der größten Volkswirtschaft der Welt springt an.

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/geldanlage-das-comeback-der-us-aktien/6260888.html

    Wow.

  • Guenni7 - 29. Februar 2012

    Ihr macht hier aus jeder Fliege nen Totalzusammenbruch.
    Kommt mir vor, wie der Daytrader der zwanghaft short geht, obwohl seit Tagen alles nach oben läuft…

    So wird das nichts mit einem SERIÖSEN Blog….

    • MagnaBavaria - 29. Februar 2012

      Hier, dein Fisch >

    • Querschuss - 29. Februar 2012

      Hallo Guenni7,
      hier wird auf die Diskrepanz zwischen der ermittelten Konsumerwartung und den verfügbaren harten belastbaren Daten zum deutschen Konsum hingewiesen, wenn du aus dieser anhaltenden und festhaltenswerten Entwicklung eine Beschreibung eines Totalzusammenbruch erkennst, hast du einfach nur ein Wahrnehmungsproblem. Zum Thema SERIÖSEN BLOG, niemand zwingt dich hier mitzulesen! Also beklag dich nicht über dein selbst gewähltes Schicksal. Der Blog ist kein Anlageblog und soll ausdrücklich keiner sein! Hier werden auch keine Fliegen präsentiert, sondern vor allem realwirtschaftliche Daten, in diesem Fall VGR-Daten zum deutschen Konsum, reale Einzelhandelsumätze und der Reallohnindex, alles von Destatis. Das aus dem schwachen deutschen Konsum ein Totalzusammenbruch resultiert ist deine Fehlinterpretation, eine Interpretation die der Artikel sicher nicht hergibt.

      Gerade hier wird anhand von Fakten, Daten und Langfristcharts argumentiert, auch wenn sie manchem natürlich nicht gefallen!

      Gruß Steffen

      • Lazarus09 - 29. Februar 2012

        Vielleicht bezieht sich die 7 hinter Guenni auf sein Alter ..?

  • M.E. - 29. Februar 2012

    Hallo Guenni,
    wenn hier von einigen im Kommentarbereich (auch von mir) auf die Unvermeidlichlkeit eines KOMMENDEN Finanzmarktkollapses hingewiesen wird, dann aus der Tatsache heraus, dass es Exponentialwachstum auf lange Zeit nun mal nicht geben kann.
    Und das Zinssystem erfordert zwigend Exponentialwachstum,
    Dass nun schon seit 6 Jahrzehnten dieses Exponentialwachstum des Finanzsystems andauert (also die Summe aller Schulden auf der einen und Guthaben/Forderungen auf der anderen Seite) , mit gelegentlichen nur sehr geringen Kontraktionen in einzelnen Teilbereichen des Systems, die den Exponentialtrend nicht brechen konnten, ist gerade die Bestätigung der These, dass wir auf einen Systemkollaps zusteuern.
    Gerade die Billionenbailouts und die Verlagerung der immer größeren Schuldengebirge der insolventen Teilbereiche des Finanzsystems hin zu den noch solventen Teilen zeigt nicht, dass die Expansion des Schuldensystems lange weiter aufrecht erhalten werden kann, sondern zeigt, dass immer größere Teile des Systems in Überschuldung und Insolvenz rutschen werden.
    Bei gleichzeitigem blutleerem Wachstum oder in immer mehr Ländern einer rezessiven Entwicklung der Realwirtschaft, die ja normalerweise die wertschöpfende Basis des Finanzsystems sein sollte.

  • Kranich05 - 29. Februar 2012

    “hedonistische Preisberechnung”
    Wenn ich mich recht erinnere, wurden solche/ähnliche Methoden bereits in der DDR-Wirtschaft angewandt. Es war ja immer erklärtes Ziel, Produkte hoher wissenschaftlich-technischer Qualität herzustellen. In der Realität war aber die Produktion einfacher Massenwaren leichter (“Tonnenideologie”). Um die hochqualitativen Produkte zu fördern bei gleichzeitig vorgegebener Preisstabilität, wurden sie quasi hedonisch bewertet. Ihre hohe Qualität rechtfertigte höheren Preis, somit höhere Warenproduktion, also Planerfüllung. Die Hersteller erwiesen sich als sehr erfinderisch beim Nachweis der gestiegenen Qualität. Der Kunde mußte den höheren Preis bezahlen. Er hatte ja meist keine Alternative. Nur die höhere Qualität suchte er ganz oder zumindest teilweise vergeblich.

  • M.E. - 29. Februar 2012

    Ja, Kranich,
    deshalb wurde die DDR-Wirtschaft von der DDR-Presse auch als neuntleistungsfähigste Volkswirtschaft der Welt gefeiert.
    Ein Blick auf Dächer/Regenrinnen, Straßen oder das Angebot des Baustoffhandels reichte, um diese Aussage Lügen zu strafen.
    So, wie heute der Blick auf die US-Infrastruktur, die Obdachlosen in Zeltstädten und Stadtparks, die Industriebrachen in weiten Landesteilen und die Millionen heruntergekommenen, verlassenen Häuser des ehemaligen Mittelstandes ausreichen, um die statistische Realität als Trugbild zu entlarven.

  • jessica - 29. Februar 2012

    Seit wann existiert ihr überhaupt? Denke, von mir selbst aus behaupten zu können, dass ich definitiv seit mehr als 5 Jahren…., ne, wenn nicht sogar noch länger Eure Seite kenne. Glaube sogar von der Uni her. Und Ihr seid einfach spitze! Tolles Expertenwissen, das zusammen getragen wird! Ich bin Euch immer wieder dankbar, dass ich und viele andere “mitlesen” dürfen.

    Apropos GfK, hat ihre eigene interne Gesellschaft für ihre Konsumforschungen. Was da auch teilweise in anderen Studien gefälscht wird, unfassbar. Und was dort auch immer für alle MA wichtig ist, ist die objektive Wahrnehmung verschiedener Dinge…Was viele Mystery Shopper und Interviewer partout nicht umsetzen wollen und können, es wird alles subjektiv bewertet. Ich denke mal, dass sich fast jeder vorstellen kann, wie solche Umfragen ablaufen (allgemein) und das die Ergebnisse niemals eindeutig sind. NIEMALS. Und auch gerne geschwärzt werden. Hinzu kommen noch unendliche psychologische Verhaltensmuster der Befragten.

  • Andres Müller - 29. Februar 2012

    Nach dem Konsumboom nun der Arbeitsboom.

    Das Ministerium für Wahrheit(fälschung) teilt mit:

    “Arbeitslosenzahl fällt auf 21-Jahres-Tief”
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,818294,00.html

    Die offiziellen Zahlen blenden bestimmte Arbeitslosen-Gruppen einfach aus. Der Staat versucht immer mehr Arbeitslose in andere soziale Gruppen umzuschichten. Das tut sie mit ständig neuen Gesetzen 2004 § 16 SGB III , 428 SGB III, § 126 SGB III
    Im Verlauf der Umsetzung dieser Gesetze verschwinden immer mehr Menschen aus der Arbeitslosenstatistik. Kommt noch hinzu dass der Niedriglohnsektor seither explodiert ist, verbunden mit dem zunehmenden Zwang selbst dann Arbeit anzunehmen wenn die Existenz über den Arbeitslohn nicht gesichert ist. Der Statistik-Betrug wird immer dreister.

  • schnauzevoll - 29. Februar 2012

    Das der DAX in absehbarer Zeit auf einen historischen Tiefstand fallen wird, dürfte klar sein. Das wird spätestens dann klar, wenn alle begriffen haben, das die Milliarden und Billionen, von denen immer die Rede ist, reine Computer/Luftbuchungen sind, die dem realwirtschaftlichen Geldfluss gar nicht zur Verfügung stehen. Selbst WENN man das ganze Luftkapital mit einem Schlag terminieren würde, würde ich morgen meine Brötchen beim Bäcker kaufen. Sind die Banken pleite, kann das nur gut sein. Eine staatliche Kreditanstalt, die der REALWIRTSCHAFT Kredite zur Verfügung stellt, wäre sowieso die beste Lösung. Insbesondere für die Unternehmen, könnte der Zins doch der Konjunktur jederzeit angepasst werden und man bräuchte keine Liquiditätsängste zu haben. Der Druck würde weichen und heile Welt, Gesox wie die Akkermanns und Merkels würde in der Gosse landen, wo diese Parasiten auch einst herkamen.

  • der Bauer vom Hunsrück meldet sich mal wieder zu Wort... - 29. Februar 2012

    @schnauzevoll:
    …ComputerLuftnummern, die mit deinen Renten-/Pensionsansprüchen hinterlegt sind, die mit Löhnen und Gehältern hinterlegt sind, denen Immobilienwerte hinterlegt sind….
    In 2011 gab es den Mikrozensus, ziemlich ausführliche Fragen über Immobilieneigentum, etc….
    Nachtigall ick trapps dir hör – wa?

    das mögen bei den Banken alles nur Buchungsposten sein Soll an Haben, aber hintenrum wird es irgentwann heißen: hätte sollen, haben sollen, hätte haben sollen, hat sollen, soll haben…und wehe du hast nicht!