Desaster-Arbeitsmarktdaten für Februar aus Spanien

von am 2. März 2012 in Allgemein

Das spanische Arbeitsministerium berichtete heute für den Monat Februar 2012 von einem weiteren stürmischen Anstieg der offiziell registrierten Arbeitslosen in den öffentlichen spanischen Arbeitsverwaltungen. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen stieg zum Vormonat um +112’269 bzw. um +2,44%, auf 4,712098 Millionen Spanier ohne Job. In allen Wirtschaftsbereichen stieg die Arbeitslosigkeit, in der Landwirtschaft um +11’219 neue Arbeitslose zum Vormonat, im Dienstleistungsbereich, um kräftige +59’230, in der spanischen Industrie um +10’269 und beim Bau um +15’656. Zum Vorjahresmonat stiegen insgesamt die registrierten Arbeitslosen um relevante +412’835 bzw. um +9,6%.

Die Entwicklung der offiziell registrierten Arbeitslosen in Spanien seit Januar 1965 bis Februar 2012 im Chart. Im Februar 2012 stieg die Zahl der registrierten Arbeitslosen auf 4,712098 Millionen, ein neues Allzeithoch.

Dieser Chart dokumentiert das Scheitern des neoliberalen Feldversuches, die Probleme wirtschaftlich unterentwickelte Volkswirtschaften und die chronisch aufgestauten Defizite, die in Schuldenpyramiden mündeten mit undifferenzierter Austerität auflösen zu wollen. Statt Wertschöpfung, Jobs und Einkommen organisiert man eine Schrumpfung der Wirtschaft, Einkommensschwund und Arbeitslosigkeit und in Folge soziale Verwerfungen. Auch das eigentliche Ziel, dass Schließen der Schere zwischen wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und Schulden wird damit konterkariert. Spanien hat aber nicht nur ein Problem mit einer unterentwickelten industriellen Wertschöpfung, sondern auch mit dem brachialen Einbruch im Bausektor in Folge der geplatzten Immobilienblase. Aber nicht nur dort gingen und gehen Jobs verloren, im Zuge der Sparmaßnahmen auch mit Brachialgewalt im Dienstleistungssektor:

Denn 807’931 Arbeitnehmer aus dem Baugewerbe waren im Februar 2012 arbeitslos und 534’844 Arbeitnehmer aus der Industrie, dem stehen aber 2,804340 Millionen Arbeitslose gegenüber, die einen Job im Dienstleistungssektor hatten! Allein in den letzten 7 Monaten waren es knapp 500’000 die ihren Job im Dienstleistungssektor verloren!

Noch schlimmer, auch die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen unter 25 Jahre stieg im Februar 2012 weiter kräftig an, auf ein neues Allzeithoch. Zum Vormonat stieg die Jugendarbeitslosigkeit um +24’885 auf 501’842 registrierte Jugendliche ohne Job!

Saisonbereinigt nach den letzten Daten von Eurostat für den Januar 2011 von gestern, betrug die gesamte Arbeitslosenquote in Spanien desaströse 23,3%! Die Jugendarbeitslosigkeit schoss bereits im Januar auf ein Rekordniveau von 49,9% und dürfte im Februar erstmals über 50% liegen:

Die Entwicklung der offiziellen saisonbereinigten Quote der Jugendarbeitslosigkeit in Spanien von Januar 2000 bis Januar 2012 im Chart. Im Januar 2012 stieg die Jugendarbeitslosigkeit um +0,6 Prozentpunkte zum Vormonat, auf 49,9% und markiert damit ebenfalls ein neues Allzeithoch.

Wahnsinn pur, zugleich Daten aus der Finsternis und dies mitten aus der Eurozone. Passend zu diesen Daten vom Arbeitsmarkt lieferte das European Anti Poverty Network (EAPN) am 31.01.2012 in einer jährlichen Studie seit 2004 die Zahl der Spanier die von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht sind. Im Jahr 2010 stieg die Zahl der von Armut bedrohten auf 11,666827 Millionen, nach 10,665615 Millionen 2009, ein Anstieg von +1,001212 Millionen und zugleich Rekordstand seit 2004. Für das Jahr 2011 dürften die Zahlen noch düsterer aussehen. Erschreckende 25,5% der spanischen Bevölkerung waren bereits 2010 von Armut bedroht, 4% litten an schweren materiellen Entbehrungen und zeitweisen Hunger! Die Daten werden für Eurostat erhoben und beinhalten alle Spanier mit weniger als 60% des medianen pro Kopf Haushalts-Äquivalenzeinkommens.

Die Daten vom spanischen Arbeitsmarkt belegen, dass sich das Land mit dem bisher eingeschlagenen Weg immer weiter in den Abgrund wirtschaftet und ein heißer Folgekandidat von Griechenland und Portugal bleibt!

Quellen Daten: Tt.mtin.es/Pressemitteilung Arbeitslosigkeit im Februar 2012,  Tt.mtin.es/dataillierter Arbeitsmarktbericht Februar 2012, Eapn.es/IMPACTOS DE LA CRISIS Seguimiento del indicador de riesgo de pobreza y exclusión social en España 2009-2010, Eurostat.ec.europa.eu/Datenbank

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25 KommentareKommentieren

  • Roand - 2. März 2012

    Hoppla, was ist das denn ?
    Was will uns die Graphik über die spanische Jugendarbeitslosigkeit sagen:
    Endlich mal Zeit zum Sonnenbaden am Meer ?

  • MagnaBavaria - 2. März 2012

    Die 50 % Jugendarbeitslosigkeit werden in ein paar Jahren zu einem richtigen Problem werden.
    Keine Ausbildung, kein Job, keine Perspektive.

  • Eric B. - 2. März 2012

    Tja, in der Tat, ein gescheiterter neoliberaler Feldversuch. Doch das ist erst der Anfang. Denn nun muss Spanien auch noch die Vorgaben aus Merkels “Fiskalpakt” einhalten – und noch massiver auf die Sparbremse treten. Rajoy wollte zwar eine Ausnahme erwirken, setzte sich beim EU-Gipfel aber nicht durch. Demgegenüber hat Merkel keine einzige Konzession gemacht – dass sie Spanien und den anderen Südländern wirklich helfen würde, war nur ein Bluff. http://lostineurope.posterous.com/sarko-trade-und-merkel-bluff

  • Andres Müller - 2. März 2012

    Ich bin zwar kein Spanier, aber mich macht die Sache immer nervöser. Wer kann diesen neoliberalen Wahnsinn stoppen. Wenn das so weiter geht wird sich diese Arbeitslosigkeit quer durch Europa hochfressen. Mir kann niemand weis machen dass man in Spanien und Griechenland nur den ganzen Tag Fiesta feiert und deshalb nun der Pleitegeier kreist. Das Geld welche in den Banken versickert spukt auf der anderen Seite im Sekundentakt der Umverteilung einen neuen Arbeitslosen aus, einen Niedriglohnsklaven und 0,0001% Neureiche. Das ist das Rad rückwärts der Französischen Revolution und die Reinkarantion der Brüning Politik im 21. Jahrhundert. In diesem Tempo weiter gezogen haben wir in weniger als fünf Jahren den Totalitarismus -welcher auch immer.

  • leslie - 3. März 2012

    Die Krise überwuchern… ;-)

    Ein ganzes Dorf will Hanf anbauen:
    http://www.hanfjournal.de/hajo-website/artikel/2012/142_maerz/s28_0212_cannabis_gegen_die_krise.php

    Mfg

  • aristo - 3. März 2012

    Die Jugendarbeitslosigkeit und die damit verbundene Perspektivlosigkeit einer ganzen Generation war ein Auslöser für den “arabischen Frühling” in Tunesien. In Portugal, Spanien und Griechenland droht ein “europäischer Frühling”. Ich prophezeie für Griechenland die Machtübernahme durch das Militär bis spätestens Jahresende.

    • Lothar - 3. März 2012

      ” Ich prophezeie für Griechenland die Machtübernahme durch das Militär bis spätestens Jahresende.”

      Das ist keine wirklich waghalsige Prognose – aber die Frage ist: Auf welcher Seite wird sich das Militaer positionieren. Wenn die auf die Seite der Neocons stehen, dann gibts Buergerkrieg vom feinsten. Stellen sie sich auf die linke Seite irgendwo zwischen PASOK und Kommunisten muessen sie die Elite angreifen und dazu gehoeren auch viele des obersten Militaers. Glaub ja nicht das das Militaer einheitlich ist, sie haben eine Wehrpflichtarmee mit all den (potentiellen) arbeitlosen Jugendlichen und einer Militaerdiktatur als Vergangenheit und jeder Grieche hat Waffen zuhause, vermutlich mehr als die Amis.

      • Weltenbrand - 3. März 2012

        @ Lothar

        Eine nicht weniger interessante Frage ist: Was bedeutet ein solch bürgerkriegsartiges Ereignis für die NATO-Partner – denn schließlich ist Griechenland ja ebenfalls NATO-Mitglied. Wird etwa der “Bündnisfall” ausgerufen. Dummerweise gilt ja die “Beistandspflicht” – nur dass man diesmal in einem NATO-Staat intervenieren müsste, gegen ein eigenes Mitglied.

        • dank - 3. März 2012

          Griechenland ist Erdölland, wenn man den inoffiziellen Berichten glauben darf… Einfach mal Google bemühen. Damit wäre das doch eigentlich Nato-Einsatzland… ;-)

          Geregelt ists in Wirklichkeit so: http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCndnisfall#Text_des_Artikel_5

          Also wenn sich da nicht gerade ein anderer Kamikazestaat findet, der in ein Land am Boden hochoffiziell einmarschiert oder dieses angreift (Cyberattacken sind nicht geregelt) wirds wohl nichts. Historisch gesehen würde eher das Land am Boden selbst versuchen, woanders die Reichtümer abzustauben…

          Gut ists – ist schwer OT.

    • Frank Bell - 4. März 2012

      Der “arabische Frühling” ist eine verrückte Fata Morgana. Tatsächlich handelt es sich um das schlimmste, was passieren konnte: Radikalster islamischer Fundamentalismus. Man sieht es an den niederträchtigen Morden in Lybien. Hier zeigt der Islam sein wahres, hässliches Gesicht.

  • Jan - 3. März 2012

    Plakative Aussagen wie “gescheiterter Neoliberaler Feldversuch” finde ich nicht besonders überzeugend. Den Sparkurs für das Dilemma verantwortlich zu machen halte ich für gefährlich. Denn trotz Sparkurs fährt Spanien weiter massive Defizite ein. Wäre der Sparkurs also tatsächlich die Ursache, dann müsste man zur Rettung der Wirtschaft ja noch höhere Defizite einfahren und voll Kurs auf den Staatsbankrott nehmen. Das wäre doch absurd!

    Ich halte die aktuelle Misere eher für ein generelles Problem der Eurozone. Der Euro als Gemeinschaftswährung ist für die Südländer zu stark und für die Nordländer zu schwach. Der fehlende Wechselkursmechanismus kann innerhalb der Eurozone so die Produktivitätsunterschiede nicht ausgleichen und eine Konvergenz hat ja bekanntlich auch nie stattgefunden. Dieses Problem wird sich bei Fortbestand der Eurozone nicht beheben lassen, außer man etabliert eine echte Transferunion.

    • Querschuss - 3. März 2012

      Hallo Jan,
      brauchst du auch nicht überzeugend finden, denn sie sind ein Fakt. Unterentwickelte Volkswirtschaften innerhalb eines Währungskosettes zusammen mit starken Volkswirtschaften durch verordnete Sparmaßnahmen zu ausgeglichenen Leistungsbilanzen und Staatshaushalten bringen zu wollen wird Scheitern, führt aber direkt in die Rezession und am Problem vorbei. Denn das Problem zu niedriger Leistungsfähigkeit lässt sich nur mit Investitionen und einer Ankurbelung der Wertschöpfung lösen. Im Falle von Griechenland, Portugal und auch Spanien wahrscheinlich auch nur noch über das Aufgeben des Währungskorsettes und einer kräftigen Abwertung der dann nationalen Währung. Es ist hier im Blog seit Jahren dokumentiert das innerhalb der Eurozone die schwachen Volkswirtschaften dazu tendierten immer weiter an Boden zu verlieren und sich die Schere der Leistingsfähigkeit zu den starken Volkswirtschaften immer weiter öffnete. Diese Problem löst sich niemals mittels Austerität. So wie die Mittel der Austerität gewählt wurden, führen sie zum Schrumpfen der wirtschaftlichen Aktivität, damit zu Steuerausfällen und selbst zu ausgelösten Mehrbelastungen des Staatshaushaltes. Insofern fährt man nicht trotz Sparkurs, sondern wegen des undifferenzierten Sparkurses der die Wirtschaft abwürgt, weiter massive Defizite ein!

      Das Staatsschuldenproblem löst sich auch nicht durch Massenarbeitslosigkeit und Armut, im Gegenteil, dies erschwert die Sanierung der Staatsfinanzen ungemein. Insofern sind alle Maßnahmen die die wirtschaftlichliche Aktivität unnötig abwürgen kontraproduktiv. Ganz klar die Strategie der Troika ist eine neoliberale Versagerstrategie, die Millionen Menschen mit drastisch absinkenden Lebensstandard bezahlen müssen. Die Rückkopplungen dieses Wahnsinns werden auch in Deutschland ankommen.

      Gruß Steffen

  • flo - 3. März 2012

    Das ganze “neoliberal” hier ist völlig fehl am Platze und eher dümmlich, sorry Querschuss. Spanien hat eine epische Kreditblase gehabt, ist nicht wettbewerbsfähig im Euro und hatte schon immer hohe Arbeitlosigkeit. Nur in Zeiten krankhafter Über(Fehl)investition in den Häuserbau ging diese etwas herunter. Die Kürzungen haben grade erstmal angefangen, die Defizite seit der Krise sind enorm.

    Das ist nicht links oder rechts oder neoliberal sondern wirtschaftliches Naturgesetz. Sowas passiert halt bei asymetrischen Schocks in Währungsräumen. Merkels “Sparen” ist auch nicht neoliberal sondern nur dämlich und ihren Wählern geschuldet. Nach Keynes zu handeln ist aber ähnlich vergeblich, was für Defizite stellst du dir vor für Spanien? 15% BIP, 25% BIP? Wer soll das bezahlen? Wird Spanien dadurch wettbewerbsfähig. Die jungen Spanier besser ausgebildet?

    Es gibt keine guten Lösungen mehr, von hier an wird alles richtig schmerzhaft. Auflösung des Euro ist vermutlich am besten, aber sehr sehr schmerzhaft. Wiederaufblasen der Kreditblase (der Keynes Ansatz) wird nicht gehen, die Insolvenz einiger Staaten ist zu offensichtlich geworden.

    • Querschuss - 3. März 2012

      Hallo Flo,
      du bestätigst doch selber das Spanien keine leistungs- und wettbewerbsfähige Wirtschaft hat. Macht man unterentwickelte Volkswirtschaften mit Austerität und undifferenzierten Sparmaßnahmen zu Lasten der Masseneinkommen wieder fit oder gar leistungsfähig, wohl eher nicht! Die Kredittürme sind so hoch das sie aus Sparen nicht abgetragen werden können, erst recht nicht aus sinkenden Einkommen. Die Schere zwischen Leistungsfähigkeit und Schuldentürmen lässt sich nur mittels Investitionen, Wertschöpfung, Jobs und Einkommen schliessen. Mit jedem Prozent noch höherer Arbeitslosigkeit steigt die Wahrscheinlichkeit weiterer Kredit- (insbesondere Hypotheken)ausfälle, sinkender Steuereinnahmen und gesellschaftlichen und sozialen Verfalls. Sorry Flo, dies trägt nicht zu einer besseren Schuldentragfähigkeit bei, sondern zum Gegenteil. Dümmlich ist eine Wirtschafts- und Finanzpolitik welche das Grundproblem der Eurozone die enorme unterschiedliche Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaften mit noch weniger Leistung der unterentwickelten Länder beantwortet, in Folge der gewählten Maßnahmen und dabei irreparable soziale Verwerfungen in Kauf nimmt. Du möchtest dies nun nicht mit neoliberal betitelt haben, sondern meinst dies sei Merkels Wählern geschuldet, sorry dies ist eine peinliche Ausrede, da der eingeschlagene Kurs in den Volkswirtschaften der Südperipherie nachweislich schwere Schäden verursacht (alles hier ausgiebig dokumentiert) und da diese Maximierung der Schäden auch auf die deutschen Wähler negativ zurückkoppeln wird.

      “Spanien hat eine epische Kreditblase gehabt.” …Richtig aber für was stand und steht denn der Neoliberalismus u.a., für eine Deregulierung des Finanzmarktes und des Kapitalverkehrs, also u.a. für eine der Ursachen der entstandenen Spekulationsblasen. Womit wird die Krise nun bekämpft, mit dem neoliberalen Dogma, mittels Lohnabsenkung die Volkswirtschaften wettbewerbsfähig zu machen. Die destruktiven wirtschaftlichen Folgen dieser Maßnahmen kann man in Griechenland, Portugal und auch Spanien deutlich sehen, denn die Abwertung nach innen, primär eben Lohnsenkungen, lösen das Problem nicht, lösen aber eine Abwärtsspirale aus Einkommens-, Konsum-, Investitions- und Wertschöpfungsschrumpfung aus.

      Gruß Steffen

  • Rainer - 3. März 2012

    Das alles sind für mich deutliche Beweise für die Unfähigkeit der Verantwortlichen der europäischen Staaten. Man meint doch tatsächlich, überall wirken die selben Rezepte. Und über allem thront der Euro als das Alles-Seelig-Machende. Genau diese Klammer ist es, in Verbindung mit dem dadurch entstandenen “deutschen Zinsniveau für alle”, die diese Katastrophe verursacht hat.

    So wird Europa eben gesamteuropäisch vor die Wand gefahren. Was wir erleben ist nichts anderes als eine einzige, gigantische Insolvenzverschleppung, mit deren Folgen wir noch lange Zeit zu tun haben werden.

  • Michael - 3. März 2012

    Als “Deutschland” als letzter Waggon hinter den “Konjunkturlokomotiven” Spanien und Irland die “Rote Laterne” trug, gab es eine “Agenda2010″. Da Spanien kein Einzelfall ist, darf man getrost davon ausgehen, dass einige glauben, an deutschen Steuerzahlern noch mehr partizipieren zu dürfen. Das ist ein Irrtum. Diese Nummer ist nicht mehr mit “Agendas” zu lösen. Auch mit Target2 – Falschmünzerei ist die Party vorbei. Es war klar, dass der Euro nichts anderes, als das Schleifen der europäischen Sozialsysteme zum Ziel hatte. Ab auf den Müllhaufen der Geschichte damit.

  • Weltenbrand - 3. März 2012

    @ Michael

    “Es war klar, dass der Euro nichts anderes, als das Schleifen der europäischen Sozialsysteme zum Ziel hatte. Ab auf den Müllhaufen der Geschichte damit.” – Dumm nur, dass besagte “Sozialsysteme”, selbst schon bei deren Einführung, eine Reaktion der “Mächtigen” auf quer durch Europa aufflammende Aufstände und bürgerkriegsähnliche Verhältnisse, ähnlich der seit Jahren in China sich immer mehr forcierenden, war. Damalige Größen wie Bismarck waren ganz gewiss nicht “Barmherzige Samariter”, die das Leid der Menschen sonderlich berührte. Es ging schlicht um die immer tiefer reichende Dysfunktionalität und somit um Stabilität und Kontrollierbarkeit. Wenn dies jetzt alles geschleift wird, kann mensch sich, angesichts des doch heute enorm umfangreicheren “Leistungskatalogs”, ja mal ausmalen, welch “soziale Unruhe” dies auslösen wird.

  • Frank Bell - 3. März 2012

    Wie kommt es, dass die Jugend stillhält? Keine Proteste, keine Unruhen, nichts…

  • Frank Bell - 3. März 2012

    Tut mir leid für den zweiten Post, aber noch schnell eine Frage:

    Wo liegt (in Euro) das mediane pro Kopf Haushalts-Äquivalenzeinkommen in Deutschland?

    Und eine Verständnisfrage: Bedeutet das in der Praxis, dass ich den Wert mit der Anzahl der Personen im Haushalt multiplizieren muss?

  • Querschuss - 4. März 2012

    Hallo Frank Bell,
    60% des medianen Äquivalenzeinkommens in Deutschland waren 2010 für eine alleinstehende Person 11’278 Euro im Jahr, in Spanien 7’818 Euro im Jahr.

    Bei einer vierköpfigen Familie (2 Erwachsene und 2 Kinder jünger als 14 Jahre) Deutschland: 23’684 Euro im Jahr und in Spanien 16’418 Euro im Jahr.

    Gruß Steffen

    • Frank Bell - 4. März 2012

      Hallo Steffen, danke für die Auskunft.

      Bei solchen Zahlen muss ich sagen: Da kenne ich aber einige Rentner und Rentnerehepaare, die da locker drunterliegen…

      • Querschuss - 4. März 2012

        Hallo Frank Bell,
        wieso sollte ein Rentner mit 700 Euro im Monat, bei vielleicht 400 Euro Miete auch nicht von Armut bedroht sein?

        Gruß Steffen

        • Frank Bell - 4. März 2012

          Na ja, 11278 durch 12 sind ca. 940 EUR pro Monat für eine alleinstehende Person. Wenn ich mit Leuten diskutiere und so eine Zahl in die Runde werfe und von Armut rede, gibt es stets allgemeine Empörung, weil das doch SO VIEL ist – im Vergleich zu Schwarzafrika oder Indien. Dann vergeht mir die Lust, noch weiter zu argumentieren und ich frage mich immer, wer denn jetzt einen falschen Bezug zur Realität hat.
          (Manchmal glaube ich, die Gehirnwäsche der Neuen Sozialen Marktwirtschaft und der Neocons war erfolgreich. Warum nur?)