Deutsche Außenhandelsdaten für Januar 2012
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute Morgen mitteilte stiegen die unbereinigten deutschen Exporte von Waren und Güter im Januar 2012 um +1,05% zum Vormonat und um +9,3% zum Vorjahresmonat. Damit verfestigten sich die Ermüdungserscheinungen der letzten Monate und wie bei der Industrieproduktion scheint der kräftige Aufwärtstrend gebrochen. Beim deutschen Export handelt es sich trotz dieses Befundes grundsätzlich immer noch um ein sehr solide Volumen.
Die prozentuale Entwicklung des deutschen Exportvolumens bei Waren und Gütern im Vergleich zum Vorjahresmonat (an Hand der original unbereinigte Werte) seit Januar 2000.
Im Januar 2012 wurden Waren und Güter in einem unbereinigten Volumen von 85,9 Mrd. Euro ausgeführt, nach 85,0 Mrd. Euro im Dezember und nach 78,6 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Im Chart die monatlichen Exportdaten seit Januar 1991 mit damals 29,2 Mrd. Euro an Exportvolumen. Das Allzeithoch beim Export wurde im März 2011 mit 98,2 Mrd. Euro erzielt.
Kalender- und saisonbereinigt (gemäß X-12 ARIMA Verfahren) stiegen die Exporte im Januar 2012 um +2,3% zum Vormonat, nach -4,4% im Dezember.
Der Schwerpunkt beim deutschen Exportvolumen (unbereinigt) lag auch im Januar 2012 weiter in Europa, denn 50,9 Mrd. Euro bzw. 59,3% aller Exporte von Waren und Gütern gingen in die Länder der EU27. In die Eurozone (EU17, mit dem Euro als gemeinsamer Währung) ging ein Volumen von 34,2 Mrd. Euro bzw. von 39,8% aller deutschen Exporte. In Drittländer (alle Länder außerhalb der EU 27) wurden Waren und Güter in Höhe von 35,5 Mrd. Euro geliefert, der Anteil lag bei 40,7%.
Die Entwicklung der unbereinigten Originaldaten bei den Exporten (rot) und Importen (blau) von Waren und Gütern in Mrd. Euro seit Januar 1991 bis Januar 2012 im Chart.
Die gesamten deutschen Importe stiegen im Januar 2012 um unbereinigte +6,3% zum Vorjahresmonat, auf 72,8 Mrd. Euro, nach 72,1 Mrd. Euro im Vormonat und nach 68,5 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Vormonat stieg das Importvolumen unbereinigt um +0,97% und damit nur marginal schwächer als bei den Exporte mit +1,05%. Auch Kalender- und saisonbereinigt (X-12 ARIMA Verfahren) stiegen im Januar 2012 die Importe zum Vormonat, um +2,4%, nach -3,9% im Dezember.
Die Entwicklung der unbereinigten monatlichen deutschen Handelsbilanz bei Waren und Gütern seit Januar 1971 im Chart. Der deutsche Handelsbilanzüberschuss stieg im Januar 2012 auf 13,1 Mrd. Euro, nach 12,9 Mrd. Euro im Vormonat und nach 10,1 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Diese Daten sind weiter Beleg für die enormen fundamentalen Ungleichgewichte im Handel Deutschlands mit der Welt.
Im Gesamtjahr 2011 wurde ein Handelsüberschuss von +158,1 Mrd. Euro erzielt, nach +154,9 Mrd. Euro 2010 und nach +138,7 Mrd. Euro 2009.
Die Entwicklung der monatlichen deutschen Leistungsbilanz seit Januar 1971 bis Dezember 2011 im Chart. Im Januar 2012 sank der Leistungsbilanzüberschuss auf +8,0 Mrd. Euro, nach +21,2 Mrd. Euro im Vormonat und nach +8,6 Mrd. Euro im Vorjahresmonat.
Die Leistungsbilanzüberschüsse sanken im Jahr 2011 leicht auf +137,763 Mrd. Euro, nach +141,5 Mrd. Euro 2010. Die Leistungsbilanz bildet die Teilbilanzen aus Handelsbilanz, Dienstleistungsbilanz und Übertragungsbilanz ab.
Quelle Daten: Destatis.de/Pressemitteilung Außenhandel Januar 2012, Genesis.destatis.de/Datenbank
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Roland - 9. März 2012
Schwächezeichen:
Der Automobil-Zulieferer Mahle beginnt ab kommender Woche mit Kurzarbeit.
Französische Autohersteller flächendeckend in Kurzarbeit.
Roland - 9. März 2012
Autoverkäufe in China im kombinierten Jan/Febr.-Vergleich zur Vorjahres-Periode: – 4,4 %.
Da Chinas Behörden und Staatsfirmen ab Monatsmitte nur noch inländische Marken beschaffen dürfen, könnte die Party für ausländischen Marken erstmal vorbei sein.
Auswirkungen auf den deutschen Auto-(Teile)Export dürften bald zu sehen sein.
Andres Müller - 9. März 2012
Am Auseinanderdriften zwischen Import und Exportvolumen seit den 90er Jahren kann man schön die seitdem stagnierenden Nettolöhne trotz zunehmendem Export erkennen.
Holly01 - 9. März 2012
Eine sehr gute Zusammenfassung der Situation und ihrer Ursachen :
http://www.heise.de/tp/artikel/36/36539/1.html
Man kann auch abschätzen, wohin das deutsche Exportmodell führen wird. Ich meine das im politischen Sinne, nicht im wirtschaftlichen, denn wer keine Kunden hat exportiert nicht. Dazu muss man kein Einstein sein.
Roland - 9. März 2012
Ein erster Indikator für den Februar:
Das Frachtaufkommen von Lufthansa verringerte sich gegenüber dem Vorjahres-Monat um 2,3 %.