Deutsche Industrieproduktion im Dezember mit -2,9% zum Vormonat

von am 7. Februar 2012 in Allgemein

Heute berichtete das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI) die Daten zum Output des Produzierenden Gewerbes für Dezember 2011. Der Output der breit gefassten Industrieproduktion (inkl. Bauhauptgewerbe) sank preis-, arbeitstäglich- und saisonbereinigt (nach dem X12-Arima Verfahren) um -2,9% zum Vormonat und sank bei den unbereinigten Daten sogar um -12,48% zum Vormonat und stieg noch um schlappe +0,85% zum Vorjahresmonat. Damit präsentieren sich die Daten zum Output der Industrieproduktion deutlich negativer als die Daten zum Auftragseingang von gestern.

Ohne Baugewerbe sank die saisonbereinigte breitgefasste Industrieproduktion ebenfalls deutlich um -2,68% zum Vormonat:

Die Entwicklung beim saisonbereinigten Output der breit gefassten Industrieproduktion (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe) ohne Bauhauptgewerbe seit Januar 1991 im Chart. Der Produktionsindex sank im Dezember 2011, preis-, arbeitstäglich- und saisonbereinigte um -2,68% zum Vormonat auf 108,8 Punkte, nach 111,8 Punkten im Vormonat. Dies markiert den größten Einbruch seit April 2009! Das Hoch wurde im April 2008 markiert mit 115,7 Indexpunkten, ein Einbruch seit dem von -5,96%. Die steile Aufwärtsbewegung scheint beendet, bestenfalls Seitwärtsbewegung oder anscheinend gar eine Trendumkehr steht an.

Einen gewichtigen Anteil an der dynamischen Entwicklung des Outputs der Industrieproduktion hatte der deutsche Fahrzeugbau. Gegen den schwachen Trend bei den Absatzzahlen von Fahrzeugen in Teilen der Welt, gelang es den deutschen Herstellern noch ihre Absätze zu steigern, und damit auch den Produktionsausstoß. Nun auch hier, den zweiten Monat in Folge eine  deutliche Abkühlung der dynamischen Entwicklung:

Die Entwicklung des saisonbereinigten Outputs im deutschen Fahrzeugbau seit Januar 1991 im Chart. Im Dezember 2011 sank der Output saisonbereinigt um -3,04% zum Vormonat, auf +114,7 Indexpunkte, nach 118,3 Indexpunkten im Vormonat. Das Hoch wurde im August 2011 mit 130,4 Indexpunkten markiert. Ein Einbruch seit dem von -12,04%.

Unbereinigt bei den Originaldaten lag der Output beim Fahrzeugbau um -0,78% unter dem Niveau des Vorjahresmonats und zum Vormonat ging es sogar um kräftige -23,15% abwärts. Sicher ist beim Fahrzeugbau der Einbruch der Originaldaten vor allem saisonal bedingt, nur im Dezember 2010 ging es mit einer niedrigeren Rate von -16,20% zum Vormonat abwärts.

Der Output der Industrieproduktion neigt zur Schwäche, im 4. Quartal 2011 sank der saisonbereinigte Output ohne Baugewerbe um -2,2% zum Vorquartal, zusammen mit dem sinkenden Einzelhandelsumsätzen zum Vorquartal verdichten sich damit die handfesten Hinweise aus der Flüsterschätzung von Destatis eines geschrumpften realen BIP in Q4 2011 von -0,2% zum Vorquartal und damit eines beendeten deutschen Aufschwungs!

Das BMWI verziert die heute veröffentlichten Daten zur Industrieproduktion allerdings mit einem etwas positiveren Fazit: “Zwar bleiben die Aussichten für die Industrieproduktion vorerst verhalten. Die Stabilisierung der Auftragseingänge sowie die sich aufhellenden Klimaindikatoren sind erste Anzeichen für eine Überwindung der Schwächephase.”

Quelle Daten: Destatis.de/Pressemitteilung BMWI Produktion Produzierendes Gewerbe Dezember 2011, Genesis.destatis.de/Datenbank

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de 

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11 KommentareKommentieren

  • Benedikt - 7. Februar 2012

    Wenn man sich die PKW Verkaufszahlen für Januar ansieht, besteht eigentlich kein Grund für ein positives Fazit. Deutschland soll sich nur so gut gehalten haben, da die Zahlen mit Eigenzulassungen aufgehübscht wurden. Ansonsten sind die Verkaufszahlen überall kräftig eingebrochen, oder sind noch am Boden. Ich kann auch keinen Grund erkennen, warum sich das kurzfristig noch ändert.

    • Holly01 - 7. Februar 2012

      Der PKW-Markt wird weitgehend von institutionellen Käufern bestimmt. VW hat schon vor Jahren 55% seiner Fahrzeuge an UNternehmen veräussert und nur 45% an p´Privatkunden.
      So weit ich mich erinnere waren die Tages- und Kurzzulassungen da schon herausgerechnet und VW war nicht die Kernmarke, sondern der Konzern.

  • Bernd Klehn - 7. Februar 2012

    O.T.

    Griechisches Target2 Defizit ist im Dezember leicht von 109,315Mrd. Euro auf 104,750Mrd. gesunken.

    http://www.bankofgreece.gr/BogDocumentEn/Balance_sheet_BoG.xls

    • Roland - 7. Februar 2012

      Die Korrelation von Leistungsbilanz-Defizit und target2 ist in etwa vergleichbar mit dem Zusammenhang von Neugeborenen und dem Auftauchen von Störchen.

      Dies wurde im “discussion paper” von Bindseil und König sehr schön gezeigt.
      Für die Freunde von Schaubildern: S. 22 (Griechenland) und S. 23 (Irland)

      Insbesonders das Schaubild zu Irland müsste jeden Anhänger der Irrlehre von Prof. Sinn ins Grübeln bringen.

      • Querschuss - 7. Februar 2012

        Hallo Roland,
        das ist kein Widerspruch und kein Beleg für deine Irrlehre!

        Griechenlands negativer Target2 und Irlands zugleich ist nicht Beleg das Leistungsbilanzdefizite sich nicht in Target2 Salden widerspiegeln, du hast immer noch nicht begriffen was Target2 Salden anzeigen bzw. willst es nicht verstehen, die Zahlungsbilanz=Leistungsbilanz+Kapitalbilanz
        Ein negativer Target2 Saldo ist die Differenz der Leistungsbilanzdefizite abzüglich der geringeren privaten Nettokapitalzuflüsse oder eben die Summe der Leistungsbilanzdefizite zuzüglich der privaten Nettokapitalabflüsse (Kapitalflucht), der positive Target2 Saldo ist das Pendant dazu, die Differenz der Leistungsbilanzüberschüsse abzüglich der geringeren privaten Nettokapitalabflüsse oder eben als Summe der Leistungsbilanzüberschüsse zuzüglich der privaten Nettokapitalzuflüsse.

        Wenn Irlands Nettokapitalabflüsse größer sind als die Leistungsbilanzüberschüsse, dann hat auch Irland einen negativen Target2 Saldo. Nur über viele Quartale hatte auch Irland Leistungsbilanzdefizite, auch wenn sie nicht aus der Handelsbilanz herführten.

        Gruß Steffen

  • Werner - 7. Februar 2012

    “…Deutsche Industrieproduktion im Dezember mit -2,9% zum Vormonat…”
    Naja, dafür haben wir eins Staatsverschuldung WEIT über 80% GDP.
    (Aber Schulden interessieren ja Sozialisten nicht.)

    mfg. Werner

    • peterb - 7. Februar 2012

      “Aber Schulden interessieren ja Sozialisten nicht”

      Richtig. Und Konservative auch nicht.
      Geld (heutiges Geld) entsteht nämlich ausschließlich durch Verschuldung.
      Das fängt bei der Zentralbank an und hört bei der privaten Geldschöpfung per Kredit nicht auf.

      • Roland - 7. Februar 2012

        Um genau zu sein: Der Schöpfendende selber kann sich nicht verschulden, der bedachte Kreditnehmer dann sehr wohl. Alles im Umlauf befindliche Geld ist über Kreditierung dorthin gekommen, das ist sicher richtig.

        Die weltweit größten “Sozialisten” sind übrigens Bush, Obama und der aktuelle Japaner.

  • khaproperty - 7. Februar 2012

    Natürlich wird auch in Deutschalnd frisiert, was Kamm und Bürste hergeben. Daß auch die aktuellen Zahlen – so bös sie schon aussehen – noch positiv geföhnt sind, kann als gesichert gelten.
    So heißt es mal wieder: vom großen Bruder (USA, aber auch China) lernen, heißt siegen lernen für den großen und kleinen Politfunktionär zum eigenen Besten und stets zum Schaden des Wählervolkes, welches davon nichts bemerken soll.
    Meist klappts ja auch.

  • Roland - 7. Februar 2012

    Ein “Absturz” sieht zwar anders aus und ist aufgrund der Auftrags-Eingänge auch nicht zu erwarten.
    Es ist aber ein kleiner Rücksetzer, der auch beim Blick heute über den Großen Teich seine Entsprechungen findet:

    - Rückgang der Passagierzahlen im Januar beim Billigflieger Southwest Airlines (USA), der 2. größten Airline der Welt
    - Deflation bei den Erzeugerpreisen in den Philippinen

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