Deutschland: Arbeitsmarktbericht Dezember

von am 8. Januar 2014 in Allgemein

Gestern veröffentlichte die Bundesagentur für Arbeit den Arbeitsmarktbericht für den Monat Dezember 2013. Die Zahl der offiziellen Arbeitslosen (registriert bei den Arbeitsämtern und auf aktiver Arbeitssuche) sank in Deutschland saisonbereinigt um -15’000 zum Vormonat und zum Vorjahresmonat stieg sie um unbereinigte +32’962. Laut den unbereinigten Originaldaten betrug die Zahl der registrierten Arbeitslosen im Dezember 2013 2,872783 Millionen, dies entsprach einer Arbeitslosenquote von 6,7%. Die wirtschaftliche Dynamik bleibt zu schwach, als das diese Impulse für einen weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit liefern könnte. Unabhängig davon, dass die Lage am deutschen Arbeitsmarkt vergleichsweise solide aussieht, verbirgt sich hinter diesen Daten auch vielfach eine miese Qualität von Jobs und fragwürdige statistische Beschönigungen.

1aDie Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vorjahresmonat anhand der unbereinigten Originaldaten der Bundesagentur für Arbeit seit Januar 1992 bis Dezember 2013 im Chart. Im Dezember 2013 stieg die Zahl der registrierten Arbeitslosen um +32’962 zum Vorjahresmonat, auf 2,872783 Millionen. Dies ist nun bereits der fünfzehnte Anstieg in Folge im Vergleich zum Vorjahresmonat.

2aDie Entwicklung der offiziellen Arbeitslosenzahlen (unbereinigte Daten) seit Januar 1955 bis November 2013 im Chart. Im Dezember 2013 stieg die unbereinigte Zahl der Arbeitslosen in Deutschland um 66’640 zum Vormonat und stieg um +32’962 zum Vorjahresmonat, auf 2,872783 Millionen. Immerhin 1,042875 Millionen und damit 36,9% aller Arbeitslosen galten im Dezember 2013 als Langzeitarbeitslose.

4aDie Entwicklung der offiziellen unbereinigten Arbeitslosenquote seit Januar 1969 bis Dezember 2013 im Chart. Im Dezember 2013 stieg die Quote auf 6,7%, nach 6,5% im Vormonat und lag unverändert zum Vorjahresmonat.

3aDie Entwicklung der offiziellen saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen seit Januar 1955 bis Dezember 2013 im Chart. Im Dezember 2013 sank die saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen in Deutschland um -15’000 zum Vormonat, auf 2,965000 Millionen. Dies entsprach einer unveränderten saisonbereinigten Quote von 6,9%.

Die aktuelle Zahl der Arbeitslosen zeigt zwar vordergründig betrachtet immer noch einen durchaus soliden deutschen Arbeitsmarkt. Nur die lange Datenreihe ist nicht wirklich aussagekräftig, denn die offizielle Definition von Arbeitslosigkeit hat sich permanent geändert, immer weiter in Richtung einer geschönten Statistik und dies trübt die Daten der Arbeitslosenzahlen und deren Vergleichbarkeit stark ein. Die Qualität hinter diesen statistischen Zahlen ist ernüchternd.

So machen die offiziell Arbeitslosen nur einen Teil der leistungsberechtigten Personen aus:

1aVon 6,937634 Millionen „hilfsbedürftigen“ Leistungsempfängern im Dezember 2013 erhielten nur 887’801 Millionen ALG 1, alle anderen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten 4,358362 Millionen mussten sich mit ALG 2 begnügen, so wie die 1,691471 Millionen Nicht-Erwerbsfähigen mit Sozialgeld.

NICHT enthalten bei diesen Leistungsempfänger-Gruppen in der Tabelle aus SGB II und III, sind noch diejenigen die nach SGB XII Sozialhilfe beziehen, u.a. als Hilfe zum Lebensunterhalt (für ein physisches Existenzminimum/ soziokulturellen Mindeststandard), als Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, als Hilfen zur Gesundheit und zur Pflege usw. Dies waren Ende 2012, laut der Pressemitteilung von Destatis vom 28.10.2013 immerhin 343’000 Personen!

Des Weiteren gilt es noch die Stille Reserve zu berücksichtigen, am 05.09.2013 berichtete das Statistische Bundesamt zuletzt auf der Basis von Ergebnissen der Arbeitskräfteerhebung für 2012 noch 1,070 Millionen Personen in Stiller Reserve. Zur Stillen Reserve gehören u.a. Arbeitskräfte, die beschäftigungslos, aber verfügbar und auf Arbeitssuche sind, ohne als Arbeitslose gemeldet zu sein; Personen, die die Arbeitssuche entmutigt aufgegeben haben, aber bei guter Arbeitsmarktlage Arbeitsplätze nachfragen würden; Personen, die aus Arbeitsmarktgründen vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind und aus Personen in Warteschleifen des Bildungs- und Ausbildungssystems. Laut dieser Pressemitteilung von Destatis betrug 2012 das ungenutzte Arbeitskräftepotential in Deutschland 6,7 Millionen Menschen.

Mit Hilfe der Arbeitsmarktreformen wurde das Raster der Erfassung der Arbeitslosen in den letzten Jahren immer enger gesetzt und somit ein positiver Trend statistisch verstärkt. Nur 54,8% der 5,246163 Millionen Leistungsempfänger von ALG 1 und ALG 2 waren im Dezember 2013 auch als Arbeitslose registriert. Noch vor Jahren sah dies deutlich anders aus:

1aDie Entwicklung der offiziellen Arbeitslosen im Verhältnis zu den Arbeitslosengeldempfängern (Erwerbsfähige mit ALG 1 und ALG 2). Diesen Chart seit Januar 2002 kann man 1:1 auch als Gradmesser der vollzogenen statistischen Beschönigungen mittels der “Arbeitsmarktreformen” nehmen. Noch im Januar 2005 betrug das Ratio über 77,4%, also 5,086847 Arbeitslose bei insgesamt 6,571226 Leistungsempfängern. Im Dezember 2013 wurden 2,872783 Millionen Arbeitslose, bei 5,246163 Millionen Leistungsempfängern verbucht, ein Ratio von 54,8%.

Den gleichen Sachverhalt zeigt dieser Chart:

1aDie Entwicklung der Arbeitslosenzahlen (blau) und der Zahl der Leistungsempfänger aus Alg1 und Alg2 (rot) seit Januar 2002 bis Dezember 2013 im Chart. Die Zahl der Arbeitslosen sank wesentlich stärker als die Zahl der Leistungsempfänger, was wie bereits im Chart darüber, die statistische Beschönigung zeigt.

Die offiziellen Arbeitslosenzahlen enthalten nicht jene Arbeitslose, die an geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit (BA) nach dem SGB II teilnehmen, die Unterbeschäftigung zeigt das viel größere Dilemma, ohne die Rausgerechneten der entlastenden Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik. 3,818974 Millionen waren im Dezember 2013 in der Unterbeschäftigung ohne Kurzarbeit des Arbeitsmarktberichts verbucht, wenn man die offiziell Arbeitslosen mit denen addiert, die sich in Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes befanden, wie 1 Euro-Jobber, ABM-Jobs, Bürgerarbeit, Jobs mit Beschäftigungszuschüssen, sowie den Arbeitslosen in beruflicher Weiterbildung, Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen, Maßnahmen zur Aktivierung und beruflicher Eingliederung, vorruhestandsähnlichen Regelungen, geförderter Altersteilzeit, geförderter Selbstständigkeit und Gründungszuschuss. All diese zahlreichen arbeitsmarktpolitischen Instrumente der BA wurden u.a. auch deswegen geschaffen, um die offiziellen Arbeitslosenzahlen zu schönen.

Im Dezember 2013 zählten 863’583 Personen als nicht arbeitslos, weil sie an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen. Davon galten 159’694 offiziell als nicht arbeitslos, weil sie einen Kurs zur Förderung der Berufswahl besuchten. Unwürdige statistische Spielchen zeichnen sich hier, um die offiziellen Arbeitslosenzahlen zu drücken!

Die Qualität des deutschen Arbeitsmarktes ist in Teilen mies und dahinter verbirgt sich auch prekäre Beschäftigung, Zeitarbeit, befristete Jobs, unfreiwillige Teilzeitjobs und damit vor allem schlecht bezahlte Jobs. Diese Einschätzung geht weitgehend konform mit der schwachen Entwicklung der durchschnittlichen Reallöhne und des schwachen privaten Konsums in Deutschland. Einen bezeichnenden Blick auf die Qualität des Arbeitsmarktes werfen auch die Daten von Destatis vom 17.12.2013, auf die von Armut und sozialer Ausgrenzung Betroffenen. Im Jahr 2012 waren dies 19,6% der Bevölkerung bzw. 15,909 Millionen! Am 16. November 2013 titelte Destatis sogar in einer Pressemitteilung: “Mehr Jobs, aber auch mehr Armut”, laut dieser lag der Anteil der armutsgefährdeten Personen in Deutschland 2011 bei 16,1 % (2007: 15,2 %). Als arm galt 2011, wer weniger als 980 Euro im Monat zur Verfügung hatte. Bei den 55- bis 64-Jährigen stieg das Armutsrisiko innerhalb von vier Jahren sogar noch deutlicher an: von 17,7% im Jahr 2007 auf 20,5%! Laut Destatis vom 14.11.2013 bezogen Ende 2012 7,25 Millionen bzw. 9,0% der Bevölkerung soziale Mindestsicherung, die zur Sicherung des grundlegenden Lebensunterhalts dient. Insgesamt summierten sich diese gezahlten Leistungen zur Armutsminderung auf 39 Mrd. Euro!

Obwohl die Zahl der Erwerbstätigen zuletzt im Januar 2014 auf 42,229 Millionen anstieg, die darin versteckte Qualität bleibt schwach. Zwar stiegen auch die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, nach den zuletzt verfügbaren Daten auf  29,829000 Millionen, nur im langfristigen Kontext sind diese Daten nicht berauschend, denn bereits 1992 lag die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Deutschland fast auf demselben Niveau wie heute:

1aDie Entwicklung der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Deutschland seit Q1 1992 bis Q3 2013 im Chart und die letzten Daten für Monat Oktober 2013. Die miese Qualität des deutschen Arbeitsmarktes lässt sich relativ schwer entlarven, da in den Teilbereichen wo dieser Beleg gelingt, es schwierig ist entsprechende Datenreihen zu erhalten.

1aDie Entwicklung der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Vollzeit in Deutschland seit 1992 bis 2012 im Chart und die letzten Daten für Monat Oktober 2013. Zuletzt im Oktober 2013 waren 22,228900 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in Vollzeit (siehe PDF Seite 15). Im Jahr 1992 waren es noch 25,807 Millionen, siehe PDF Seite 26.

1aDie Entwicklung der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Vollzeit (blau) und in Teilzeit (rot) seit 1992 bis 2012 im Chart und die letzten Daten für den Monat Oktober 2013. Seit 1992 bis Oktober 2013 ging es bei der Vollzeit um -13,9% abwärts, auf 22,228900 Millionen und die Teilzeit bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten stieg dagegen um +116,0%, auf 7,600100 Millionen.

Nichts anderes offenbart sich auch, wenn man das in Deutschland geleistete Arbeitsvolumen betrachtet:

1aDie Entwicklung der saisonbereinigten Zahl der Erwerbstätigen (blau) und der von ihnen insgesamt geleisteten Arbeitsstunden (rot), laut der Erwerbstätigenrechnung (ETR) im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Seit 1991 (=100) mit 38,712 Millionen Erwerbstätigen stieg bis Q3 2013 die Zahl der Erwerbstätigen um +8,2%, auf 42,032 Millionen Erwerbstätige. Währenddessen sank trotz deutlich höherer Erwerbstätigenzahl, die Zahl aller geleisteten Arbeitsstunden um -2,6% seit 1991 (15,048 Mrd.), auf 14,938 Mrd. Arbeitsstunden in Q3 2013.

2aDie Entwicklung der saisonbereinigten, geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen und je Quartal im Chart. In Q3 2013 lagen die saisonbereinigten geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen bei 349,79 Stunden. Zum Hoch in Q1 1992 waren es noch 392,95 Stunden.

Die Daten aus der VGR zeigen, mehr Erwerbstätigen stehen deutlich weniger geleistete Arbeitsstunden je Erwerbstätigen gegenüber, was klar eine kritische Sicht auf die Qualität des deutschen Arbeitsmarktes stärkt. Primär zeichnet der Erfolg am Arbeitsmarkt prekäre und atypische Beschäftigung, Millionen von Unterbeschäftigten, Teilzeit, Befristung, Leiharbeit oder geringfügiger Beschäftigung. Selbst in der Metallindustrie, primär Exportsektor, malochen bereits ein Drittel aller Arbeitnehmer via Leiharbeiterbuden oder Werksverträgen, im erfolgreichsten Segment der deutschen Industrie, dem Fahrzeugbau sogar jeder Zweite!

Es gibt wenig Grund in Deutschland auf das Erreichte selbstgefällig stolz zu sein, denn hinter den Headlines zum Arbeitsmarktbericht, die in die breite Öffentlichkeit gelangen, verbirgt sich viel Beschämendes.

Quelle Daten: Statistik.arbeitsagentur.de/PDF: Arbeitsmarktbericht Novemberf

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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9 KommentareKommentieren

  • Norbert - 8. Januar 2014

    Selbst in der Metallindustrie, primär Exportsektor, malochen bereits ein Drittel aller Arbeitnehmer via Leiharbeiterbuden oder Werksverträgen, im erfolgreichsten Segment der deutschen Industrie, dem Fahrzeugbau sogar jeder Zweite!
    In dem Artikel der IGM heißt es
    Demnach stehen in der Automobilindustrie den 763 000 Stammbeschäftigten 100 000 Leiharbeitskräfte und 250 000 Werkvertragsbeschäftigte gegenüber. Das entspricht einem Verhältnis von fast 2:1.
    Das bedeutet auch in der Automobilindustrie sind es ca. 1/3.
    Ein Armutszeugnis für unsere Gewerkschaften

    • dank - 8. Januar 2014

      Ja, die lieben Gewerkschaften – die unter dem Mantel des “es ist nur für Eure Jobs gut”, dann doch eher die Stiefelknechte der Arbeitgeberverbände stellen… Schade, dass hier die Verstrickungen der Institutionen und Verbände (samt Drehtüreffekte) nicht so einfach auf den Tisch zu bringen sind, wie bei Politik und Industrie…
      Zweischneidig – beklagen sich die Gewerkschaften ob der Mitgliedsverluste, was sie sicherlich Durchsetzungskraft kostet, aber was die die letzten 15 Jahre von ihnen geboten und vor allem zugelassen wurde, legitimiert wohl eher zum Austritt, als zu neuen Rekordmitgliederzahlen. Dazu ist im Industriesektor eine Schrumpfung der Vollzeit-& Festangestelltenarbeitnehmeranzahl auch nicht gerade förderlich…

  • klaus - 8. Januar 2014

    Am besten Wandern deutsche Arbeitslose mit etwas Bildung aus.
    Frankreich,England,…

    Renten gibt es sowieso keine und
    der Mindestlohn ist nur ein schwacher Grund zum bleiben.
    Nach der Euro-Wahl gibt es keinen Mindestlohn.

    Dann müssen erst die sozial integrativen Unternehmen aufgewertet
    werden.

    Was soll in den nächsten 10 Jahren schon groß
    passieren?

    Griechenland braucht einen Schuldenschnitt
    und den gibt man an die sozial Schwachen in Deutschland
    weiter.

    Die SPD wird uns wieder verraten.
    Diesmal um Europa zu retten.

    Grüße klaus

    • Frank Bell - 9. Januar 2014

      @ klaus

      Auswandern nach England oder Frankreich: Klar doch, dort gibt es Arbeitsplätze bis zum abwinken. In England vor allem bei den Banken…

      Ernsthaft: Von den drei Staaten GB, F und D ist Deutschland wirtschaftlich am stärksten. Ein Arzt kann am Wochenende nach England jetten, aber für einen Naturwisschenschaftler wird es da schon schwieriger.

      Was mich übrigens wundert, ist dass die Menschen in Deutschland diese ganzen Manipulationen so einfach schlucken. Denn was in der eigenen Umgebung los ist, muss man doch wahrnehmen, oder?

  • klaus - 9. Januar 2014

    @Frank Bell

    Die Leute sind mittlerweile gleichgültig.
    Die Besserverdiener raffen und glauben es geht weiter.
    Und die sozial schwachen hängen so voll Probleme,
    das Existenzielles ansteht.
    Bildung ist ein knappes Gut.
    Das Bildungswesen liegt.Die Fortbildung dient nur
    der Rettung der Bildungsinstitute und deren Personal.
    Es gibt keine Zielrichtung.
    Und sollte jemand uns verstehen, so ist er sich des
    unsichtbaren Maulkorbs schon fast bewusst.
    Satire-Sendungen verschwinden.
    Und Draghi hat Angst um sein OMT-Programm
    und fürchtet das Bundesdeutsche Verfassungsgericht.
    Es ist nur die Ruhe bis zur Euro-Wahl.
    Danach bricht der Sturm los.
    Man wird versuchen die Konten zu plündern.
    Dieselboom wird schon Gedanken geführt haben.
    Auch der Mindestlohn ist nur ein hohles Versprechen.
    Die Lebensversicherung und die private Vorsorge
    sind für die Altersvorsorge wohl mittlerweile
    als schlecht bekannt.

    Es muß Geld ins System.Da LV und Riester nix
    bringen, wird es wohl der Kontengriff sein.
    Erst dann wird man Vermögenssachen als
    Besteuerungsziel nehmen.

    Und jetzt kommt das Sozialsystem schon ins Schleudern,
    weil die ganzen Kirchenaustritte Wirkung zeigen.
    Die Träger wanken und die Finanzierung muß
    steuerlich teurer erfolgen. Zum Ärger der Politiker.
    Viele Singles machen sich hier aus der Abkassierfalle.
    Mit Kirchensteuer,Gewerkschaftsbeitrag, Vereinsbeitrag
    und dem Wissen, das das Ehrenamt nicht halbwegs
    einträglich ist bleibt vieles an Leistung auf dem Sofa
    vor dem DVD-Player.
    Tja, der Egoismus der Politik/Wirtschaft ist beim
    Klein-Verbraucher angekommen.
    Dazu wenig Kaufkraft beim Klein/und Mittelstand
    und dann noch Internet-Konkurrenz.
    Tja, Globalisierung frisst den Klein-und Mittelstand,
    denn nicht jeder ist Spezialmaschinenbauer.
    Und dann sind die ganzen 1Euro-GmbHs jetzt wohl
    zu Recht runtergekürzt worden, nachdem die
    Insolvenzen überlaufen mit Betriebspleiten zwischen
    10 und 100.000 Miesen.
    All das soll der Steuerzahler zahlen.
    Die großen in der Wirtschaft und im Bankentum
    wollen da natürlich keine Miesen machen.
    Meist werden die Lieferungen schon sofort
    vor-versichert. Diese teuren “Waren-Dispos”
    halten keinen konkurrenzfähig.
    Und dann hat man den Boom mit kaputten Häusern.
    Unsere Bankkonten von Sparkassen und Genossenschaftsbanken
    werden hier mit herangezogen um die 10 Prozent noch
    schnell zu finanzieren.
    Selbst der VDK gab schon Gelder für Strassenbau frei.
    Heisst ohne Vereinskasse,Sparbuch,… ist der lokale
    Unternehmer von Krediten abgeschnitten.
    Harzer sollten schnell ihr Geld holen, sonst fördern
    Sie noch Betriebe, die keinen Mindestlohn zahlen wollen. ;)

    Es wird kälter nach der Wahl.

    Gut, das die meisten mal gesehen haben,
    das alles mit Groko gemacht wird.
    Es wäre die totale Katastrophe, wenn
    die kleinen Parteien bei der EU-Wahl gut abschneiden.

    Mit 3 Prozent hat jedenfalls ein ehrenhafter Professor
    die Möglichkeit einzuziehen.
    Das ist jedenfalls besser als ein Politprofi,
    dessen Dr-Titel schon mal in Zweifel war.
    Ob anerkannt oder nicht !
    Selbst wenn der Dr. “gerettet” werden konnte.
    Es bleiben Pseudo-Intellektuelle denen ich
    keine Vertrauen entgegenbringe.
    Zum Teil sind es sogar Verbal-Totschläger.
    Basta.

    Gruß klaus

    • dank - 9. Januar 2014

      Nur gut das klaus wieder aufgetaucht ist,
      fast hätte mich mein alter Zweckoptimismus wieder überwältigt… ;-)

      Aber da steckt viel Wahres drin, was im Umfeld passiert.
      Der Pflege-Bahr hat der kaputten Branche auch nicht geholfen.
      “Zu arm zum Sterben” aka wer rechnen kann, lässt auch ne Strebegeldversicherung links liegen.

      Gruß&
      dank

  • Frank Bell - 9. Januar 2014

    @ Klaus:

    Dieser Professor vertritt leider eine Politik, die der der INSM genau entspricht. Das ist grundsätzlich von Übel, denn die INSM will den Sozialabbau zugunsten des Kapitals weiter vorantreiben.

  • Frank Bell - 9. Januar 2014

    Ergänzung:

    Die Zahl der Insolvenzen ist in 2013 aber auf das Niveau vor der sogenannten Krise 2008 gefallen.

    Also auch diese Zahl sieht gut aus. Ein Bekannter, der in der Industrie arbeitet, sagte mir, dass es dort gut läuft. Kein Vergleich mit 2008/2009.

  • klaus - 9. Januar 2014

    @Frank Bell

    “Die Zahl der Insolvenzen ist in 2013 aber auf das Niveau vor der sogenannten Krise 2008 gefallen.”

    Jo. Dafür sind ja auch kaum noch Firmen da !
    Leeeeere Schaufenster in der Stadt sind die Regel.
    Vom ländlichen Raum ganz zu schweigen.
    Wenn 2017 die Schnapssubventionen wegbleiben,
    wird auch das Land nüchtern werden.
    Alles Mutmachparolen.
    Wenn 200 Euro in eine Dorfkasse gespendet werden,
    sind 3 Zeitungen voll des Lobes darüber. Erbärmlicher geht es nicht.
    Kitas werden auf dem Land gebaut. Dank der Globalisierung
    sind junge Leute in 4 Jahren wohl so selten wie die Bären
    in Deutschland. Bis dahin ist alles mit Möchtegerntourismus-Denkmälern,
    wie Boule-Plätzen, Brunnen und ähnlichem angeblichen Dorfbereicherndem
    Unfug teuerst geschmückt worden.
    Nur damit der ortsansässige Bauunternehmer nicht klagt.
    Er kennt ja den Bürgermeister. Und der hatte ja früher auch
    private Baustellen, die evtl. günstig mitgelaufen sind.
    Busse sind evtl. in 4 Jahren selbstorganisiert, weils Geld verpulvert ist.
    Die Linie gibts nicht mehr.

    Und selbst das AA ist wohl zur Selbstzweckorganisation verkommen.
    Von 8 Mrd Hartz4 gehen 5 Mrd in die eigene Bürokratie.

    http://www.neues-deutschland.de/artikel/920278.einfach-umschichten.html

    Gar nix ist. Keiner gibt einen Kommentar dazu.
    Die Lebenshaltungskosten gehen hoch.
    Es gibt keine Steuern. ( Wie dumm muß man sein, das zu sagen? )
    Dafür sind die neuen Steuern Oberflächenwasser, Abwasser,Strom,
    EEG,Friedhof, usw.

    Die Steuern sind da. Sie heißen nur anders. Und höher sind die Steuern auch.
    Für Kleinbetriebe kommt noch die BG,GEZ,Gema und der Rest der Rasselbande.
    Auflagen von Gewerbeamt, IHK,HWK,…
    Und damit der Kleingewerbler Ruhe hält, hat man das Internetabsatzgesetz
    etwas geändert. Damit er 2 Jahre länger zu den Grenzbetrieben zählt.
    Die Zeitung ist voll. “Dieser Selbständige verdient weniger als 8 Euro, *Aufschrei*”.

    Wobei man mittlerweile die Schuldnerlisten über die IHK jetzt bekommt..
    Zumindest hier.
    Damit man nicht noch an nicht bezahlten Rechnungen kaputtgeht.

    Nein, nur weil über Weihnachten Ruhe war und die Wahl bevorsteht,
    wird trotzdem im Hintergrund weiter zwangsversteigert um Überschüssiges
    Geld reinzubekommen. 3 Monate nicht zahlen und es geht los.
    So einfach ist es.
    Die Welt bleibt ernst. Auch im Karneval.

    Und wenn es überall angeblich soo gut läuft, warum hat Draghi 0.25 als Leitzins
    gelassen?
    Warum macht man Bankenstresstests um Vertrauen unter den
    Banken zu fördern?

    Nenenee, besser Vorsicht, als Nachsicht.

    Evtl heißt Asmussen im Arbeitsministerium nicht unbedingt Weiterqualifizieren,
    sondern eher das McKinsey die Effizienz der Instrumente prüft und
    dementsprechend streicht.

    Daten sind ja genug da.

    Gruß klaus