Deutschland: BuBa: Target2 Saldo Februar 2017

von am 7. März 2017 in Allgemein

DeutschlandDie Deutsche Bundesbank (BuBa) berichtete heute für den Monat Februar 2017 von einem Anstieg der Target2 Forderung in Höhe von +18,754 Mrd. Euro zum Vormonat, auf 814,375 Mrd. Euro. Zum Vorjahresmonat stieg der Target2 Saldo um +209,369 Mrd. Euro an. Auch der Target2 Saldo im Februar 2017 entspricht einem neuen Allzeithoch, dieser reflektiert die enormen wirtschaftlichen Ungleichgewichte in der Eurozone.

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N1005Die Forderungen aus Target2 der Deutschen Bundesbank auf Monatsbasis in Mrd. Euro seit Januar 1999 im Chart. Von 1999 bis 2006, d.h. vor Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise, lagen die Forderungen der Deutschen Bundesbank im Durchschnitt monatlich bei nur +1,6 Mrd. Euro. Im Februar 2017 lag der Target2 Saldo  bei +814,375 Mrd. Euro.

Target2 Salden sind Ausdruck der Zahlungsbilanz, sie entstehen im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr innerhalb der Eurozone, via dem Target2 Zahlungssytem und beinhalten Leistungsbilanz (Waren, Güter, Dienstleistungen) und Kapitalbilanz (Finanztransaktionen). Überweisungen mittels dem Target2 Zahlungssystem werden nur über Zentralbankgeld (ZBG) abgewickelt. Fließt einem Bankensystem einer Volkswirtschaft der Eurozone mehr ZBG über das Target2 Zahlungssystem zu als ab, entsteht ein positiver Target2 Saldo, fließt mehr ZBG ab als zu, ein negativer Target2 Saldo.

Während während der Wirtschafts- und Finanzkrise der Anstieg der BuBa-Forderung primär dem Versiegen der privaten Kapitalflüsse in die Südperipherie der Eurozone geschuldet war und privater Kapitalflucht aus diesen Ländern nach Deutschland, geht vom gegenwärtigen Anstieg der Target2 Forderung die Initialzündung von der EZB selbst aus, denn ursächlich ist das Wertpapieraufkaufprogramm. Kauft z.B. die spanische oder die italienische NZB Staatsanleihen am Sekundärmarkt deutschen oder auch ausländischen Investoren ab, wird dies direkt über das Target2-Zahlungssystem abgewickelt und der Erlös aus dem Verkauf wird den Investoren auf dem Zentralbankgeldkonto bei der BuBa gut geschrieben, welches dort auch ausländische Investoren oftmals unterhalten oder bei einer deutschen Bank, wo der Investor Kunde ist, die bei der BuBa ein ZBG-Konto unterhält.

Dieses Argument verwendet auch Draghi, um die Implikationen aus den aktuell ausufernden Target2 Salden abzumildern, nur genau dieser Kapitalfluss, der Kauf von Staatsanleihen der Südperipherie der Eurozone, durch deutsche und auch ausländische Investoren über ein ZBG-Konto bei der BuBa, waren ja ursprünglich die Nettokapitalexporte dorthin und sorgten für ausgeglichene Target2 Salden, brachten Zentralbankgeld zurück in die Südperipherie.

Die Target2 Salden sind mitnichten irgendwelche belanglose Verrechnungssalden, sondern sie zeigen die Ungleichgewichte in der Eurozone an, die Verbringung von Zentralbankgeld und Draghi selbst schrieb in einem Brief an zwei italienische Abgeordnete des Europaparlaments, dass ein Land, was die Eurozone verlassen will, zuvor seine Target2 Verbindlichkeiten bei der EZB begleichen muss. Verbindlichkeiten und Forderungen aus Target2 bestehen gegenüber der EZB und in der Jahresbilanz der EZB von 2016 sind diese auch ausgewiesen:

s1886Von den 1058,484 Mrd. Euro an Verbindlichkeiten der EZB aus Target2 gegenüber den NZBen sind alleine 754,263 Mrd. Euro Forderungen der BuBa gegenüber der EZB, Stand Dezember 2016. Quelle Tabelle: Ecb.europa.eu/PDF Erweiterter Jahresabschluss der EZB 2016

Das Schöpfen von immer mehr Zentralbankgeld, ohne das es realwirtschaftliche Verwendung in dieser Dimension erfährt, muss zwangsläufig auch Kapitalflucht und Verbringung von Zentralbankgeld fördern.

Wie auch immer, die Target2 Forderungen der BuBa und damit große Teile des deutschen Nettoauslandsvermögens sind bei einem Bruch des Euroraumes uneinbringbar. Die Länder der Südperipherie können bei einem Austritt ihre Verbindlichkeiten aus Target2 gar nicht nachkommen, selbst wenn sie wollten und niemand wird sie dazu zwingen können.

Quelle: Bundesbank.de/Portal Target2 Saldo

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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62 KommentareKommentieren

  • Georg Trappe - 8. März 2017 Antworten

    “…..geht vom gegenwärtigen Anstieg der Target2 Forderung die Initialzündung von der EZB selbst aus, denn ursächlich ist das Wertpapieraufkaufprogramm.”

    Ich denke, den nach wie vor bestehenden, wenn auch gemilderten, Ungleichgewichten in den Leistungsbilanzen ueberlagern sich die Effekte des Wertpapieraufkaufprogramms, wenn es wirklich so ist, dass z.B. die italienische ZB fuer die EZB Anleihen aus Deutschland aufkauft.
    Dann kommt es nich nur zu einem netto ZBG Abfluss aus Italien Richtung Deutschland fuer die Zahlung des Leistungsbilanzdefizits sondern on Top noch zu einem ZBG Abfluss fuer den Ankauf der Anleihen. Die Frage ist nur, warum sollte die EZB mit Sitz in Frankfurt das so machen?
    -
    Und die Antwort hat Draghi auch gleich geliefert: Um sein Druckmittel auf die Politik zu verstaerken und so den Tendenzen den Austritt aus dem Euro als “populistische” Loesung mehrheitsfaehig zu machen, entgegen zu wirken.

    Den Staaten wurde durch “Experten” nahe gelegt, dass sie die Banken retten muessen. Das ist nicht nur sachlich falsch, denn die EZB haette die Banken auch retten koennen, sondern hat die Staaten extrem geschwaecht. Gleichzeitig wurde eine Gegenbewegung ausgeloest, die die Souveraenitaet der Nationalstaaten durch Austritt aus dem Euro wiederherstellen will. Die Antwort der EZB ist, die Verschuldung der Staaten weiter zu erhoehen und daran zu erinnern, das bei einem Austritt diese Schulden direkt faellig werden. Eine Politik, die sich davon beeindrucken / erpressen laesst, stellt dann entgueltig die Banken ueber den Staat.

    • WDB - 8. März 2017 Antworten

      Die EZB ist der drittgrößte TARGET2-Schuldner (nach Spanien und ITalien).

    • Querschuss - 8. März 2017 Antworten

      Hallo Georg,
      die italienische NZB kauft italienische Staatsanleihen auf, u.a. auch von ausländischen Investoren, deutschen Banken und deutschen Versicherungen. Soweit die alle bei der BuBa ein Zentralbankkonto unterhalten, kauft die ital. NZB, aber die BuBa schöpft und schreibt den Verkaufserlös dem ZBG-Konto der jeweiligen Verkäufer gut. Dadurch steigt die Target2 Forderung der BuBa und die Verbindlichkeit der ital. NZB.

      Die BuBa kauft deutsche Staatsanleihen, jede NZB kauft nach Verteilungsschlüssel die Staatsanleihen des eigenen Landes, nur die EZB kauft nach Verteilungsschlüssel Staatsanleihen von allen Ländern der Eurozone.

      Gruß Steffen

    • WDB - 8. März 2017 Antworten

      Wenn die italienische ZB fuer die EZB Anlehen aus Deutschland kauft, dann wird der Gegenwert dem Konto des Verkäufers bei der Bundesbank gutgeschrieben. Die Bundesbank wird Schuldner..

      • Querschuss - 8. März 2017 Antworten

        Halloi WDB,
        die italienische NZB kauft keine deutschen Staatsanleihen nur italienische Anleihen. Ist der Verkäufer der italienischen Staatsanleihe aus Deutschland oder ein Investor mit einem ZBG-Konto bei der BuBa, schreibt die BuBa den Verkaufserlös dem ZBG-Konto gut und hält dann selbst eine Forderung gegenüber der EZB (Aktiva-Seite der BuBa-Bilanz), ist dann Gläubiger! Auf der Passiva-Seite der Bilanz hält die BuBa eine Verbindlichkeit, die der Einlage auf dem ZBG-Konto des Verkäufers.

        Die italienische NZB hat auf der Aktiva-Seite nun die italienische Staatsanleihe und auf der Passivaseite die Verbindlichkeit gegenüber der EZB.

        Gruß Steffen

  • Stefan Vogel - 8. März 2017 Antworten

    Hallo zusammen,

    ich versuche nochmals meine Idee zu beschreiben. Die Buba oder die KFW kauft sich in den jeweiligen Staaten (Italien, Spanien …) usw. Firmen und Immobilien. Das Geld leiht sie sich bei den deutschen Geschäftsbanken. Damit stehen wirkliche Werte (vielleicht überbewertet) gegenüber und keine Staatsanleihen. Das sollte doch machbar sein und dem Süden helfen.

    Gruß

    Stefan

    • Querschuss - 8. März 2017 Antworten

      Hallo Stefan,
      ich denke, dafür hat die BuBa kein Mandat. Wenn dann müsste man die Höhe von Target2 Salden limitieren und/oder ab einem bestimmten Punkt einen Ausgleich vorschreiben. Oder von Hause aus Sicherheiten von einer NZB auf die andere mit übertragen.

      Ohne unlimitierte Target2 Salden wären einige, wie Italien oder Spanien gar nicht mehr zahlungsfähig, ihnen würde es an Zentralbankgeld fehlen, wenn im Zahlungsverkehr mit der Nicht-Eurozone, die Währungsreserven verbraucht sind und mittels Kapitalimporte keine Devisen reinkommen ist auch Schicht im Schacht.

      Gegen dieses Argument könnte man nur ins Felde räumen, gäbe es nur eine zentrale Zentralbank in der Eurozone und keine NZBs, würde man die Verbringung von ZBG auch nicht sehen/ messen können, ….aber trotzdem gäbe es sie.

      Gruß Steffen

    • Marja - 10. März 2017 Antworten

      Hallo Stefan,

      Wenn die BuBa hingehen würde und sagen würde: “Nee eure Staatsanleihen wollen wir nicht, da nehmen wir lieber das Colosseum in Rom”, dann wäre Italien pleite.. Denn das würde bedeuten, dass auch die BuBa italienischen Anleihen nur Papierwert zuschreibt.

      Grüße Marja

  • WDB - 8. März 2017 Antworten

    Die Frage ist, wer die Risiken für das Kaufprogramm trägt (Bundesbank oder Geschäftsbanken).Außerdem stellt sich die Frage, ob die EZB der Bundesbank erlauben würde, Realgüter (Immobilien und Unternehmensbeteiligungen) in den Südländern zu kaufen.

    • Querschuss - 8. März 2017 Antworten

      das Risiko trägt die Bundesbank, für den Kauf von Realgütern in der Südperipherie gibt es kein Mandat.

  • WDB - 8. März 2017 Antworten

    Der Target2-Saldo ist ein Konglomerat aus Funktionen:

    - buchmäßige Abbildung der Zusage der Bundesbank Euro der übrigen Euroraumländer 1:1 umzutauschen
    - Girokonto zum Finanzieren von Importüberschüssen
    - Medium für die tägliche Abrechnung von grenzüberschreitendem Zahlungsverkehr

  • Oliver - 8. März 2017 Antworten

    Hallo

    Dass hier irgendetwas nicht richtig läuft, leuchtet natürlich auch mir ein. Aber irgendwie bekomme ich nicht wirklich die Kurve:

    Deshalb stelle ich mal die naive Frage, was passieren würde, sofern ein Land den Euro verlassen würde und den neg. Saldo nicht begegleichen würde ? Der deutsche Exporteur hat ja sein Geld erhalten, die Forderungen liegen ja alle schön kumuliert in den Büchern der Buba. Nun veranschiedet sich z. B. Italien aus dem Euro und alle werden dann alternativlos einsehen, dass ein bankrottes Land nichts mehr begleichen kann. Ebenso alternativlos wird dann die Position sauber ausgebucht und dann ? Wer sitzt dann auf dem Trockenen ? Waren und Dienstleistungen wurden ja bereits aus der Druckerpresse bezahlt.

    • Querschuss - 8. März 2017 Antworten

      wenn ein Land die Eurozone verlässt, z.B. Italien und Italien seine Target2 Verbindlichkeiten nicht begleichen kann, will, wird der Verlust nach Verteilungsschlüssel von den übrigen NZBs getragen, was sicher noch tragbar wäre, die BuBa würde ihren Anteil abschreiben, die BuBa würde ein paar Jahre keine Gewinne an den Staat ausschütten, erledigt. Aber ein isolierter Austritt Italiens ist unrealistisch, dies würde massive Reaktionen an den Finanzmärkten auslösen und eine Kettenreaktion, wahrscheinlich den Bruch des Euroraumes herbeiführen und dann ist es Essig mit dem Verteilungsschlüssel für die Verluste, die Aktiva-Position der BuBa von 814 Mrd. Euro wäre nackig!

  • WDB - 8. März 2017 Antworten

    Wenn Italien aus dem Euro ausscheidet und den Target2-Saldo nicht zurückzahlt, dann müssen die übrigen Euroländer die Verluste unter sich nach dem Kapitalanteilschlüssel aufteilen.

  • Oliver - 8. März 2017 Antworten

    Hallo WDB

    Deine doch sehr theoretische Antwort leuchtet auch mir ein, deshalb oben meine naive Frage was passieren würde, wenn diese Positionen einfach ausgebucht werden. Wir leben in verrückten Zeiten und deshalb sehe ich eher mein Szenario bzw. man läßt sich wieder was neues einfallen (z.B. eine Bad Bank der EZB, die dann in 200 Jahren aktiv handeln wird). Dass hier irgendjemand die Verluste begleichen wird, ist meiner Meinung nach politisch nicht machbar.

    Nochmals: welche Konsequenzen sind zu erwarten, wenn ein Land mit neg. Salden die Eurozone verläßt und diese Salden nicht begleicht. Mal abgesehen davon dürften dann auch andere Trigger anspringen, die den Laden dann sowieso hochgehen lassen.

    • Querschuss - 8. März 2017 Antworten

      die Target2 Forderung der BuBa ist Nettoauslandsvermögen, also eine Forderung, ein Anspruch auf Leistung, auf gelieferte Waren und Güter und/ oder auf Vermögenswerte der Länder mit Target2 Verbindlichkeiten. Die BuBa kann auch leben mit negativen Eigenkapital, würde keine Gewinne an den Staat abführen, man könnte sie schließen und eine neue ZB gründen, die BuBa könnte eine Bad Bank gründen, was auch immer, aber am Ende des Tages sind die Forderungen trotzdem unerfüllt, Deutschland hat jahrelang Nettoexporte für lau geliefert, Südländer konnten deutsche Vermögenswerte erwerben, alles finanziert von der BuBa und damit von der deutschen Volkswirtschaft.

      Mit dem Nettoexport hat Deutschland auch einen Teil seines Wohlstandes exportiert, ohne entsprechende Gegenleistung!

      Gruß Steffen

  • Marja - 8. März 2017 Antworten

    Geld ist nur ein Tauschmittel. Und getauscht werden Waren. Target 2 Salden zeigen nur an, dass mehr Geld als Waren nach Schland importiert wurden, dass also den Warenwerten kein realer Gegenwert entgegensteht, also Menschen Güter erarbeitet haben, ohne dass ein realer Gegenwert wieder ankommt. Die Target 2 Salden sind bei den Notenbanken gebucht, die unendlich liquide sind. Man kann den Betrag also folgenlos ausbuchen. Auch wenn der Betrag ausgebucht wird, erhält Schland wie zuvor keinen realen Gegenwert für seine Arbeit. Man kann den Saldo auch bis zum Sanktnimmerleinstag verfristen lassen. Das ändert auch nichts: der deutsche Michel freut sich über den Titelgewinn als Exportweltmeister und arbeitet ohne realen Gegenwert. Im subjektiven Empfinden sind daran die Flüchtlinge und die Ausländer schuld. So ist alles schön verschleiert.

    • Querschuss - 8. März 2017 Antworten

      Hallo Marja,
      mit allem einverstanden, nur nicht mit: “Man kann den Betrag also folgenlos ausbuchen.” Eine Folge führst du selbst richtig an: “Auch wenn der Betrag ausgebucht wird, erhält Schland wie zuvor keinen realen Gegenwert für seine Arbeit.”

      Gruß Steffen

  • Marja - 8. März 2017 Antworten

    @ Stefan Vogel

    Natürlich kann die BUBA Immobilien kaufen. Immobilien sind ein langfristige Verbrauchsgüter, die sich abnutzen. Immobilien sind somit keine Geldanlage an sich. Wenn die BUBA Immobilien in Italien kauft, für die Italiener keinen realen Gegenwert erwirtschaften können, dann ändert sich nichts am Waren glücklich, nur das Tauschmittel ist ein anderes. Im Gegensatz zum Irrglauben, das Geld seinen Wert behält, wird bei Immobilien als Tauschwert offensichtlich, dass das Tauschmittel selbst immer mehr Wert verliert.

    Natürlich könnte die BUBA Immobilien an Ferienorten kaufen und dann benachteiligten Familien für drei Monate kostenfrei zur Verfügung stellen. Dann würde der Gegenwert in Form erholter und zufriedener Menschen zurückfließen. Dadurch würden sich auch Target-Salden ausgleichen. Davon habe ich heute Nacht geträumt und bin gerade wieder aufgewacht.

  • Marja - 8. März 2017 Antworten

    Nicht waren glücklich sondern Warentransfer

  • Oliver - 8. März 2017 Antworten

    @Marja

    Sofern ich heute einen VW exportiere und die Buba mir das Geld auf mein Konto überweist, dann ist doch gegenwärtig die Welt vollkommen in Ordnung. Ich habe mein Geld erhalten (also die Gegenleistung) und kann damit alles mögliche kaufen. Dass irgendjemand in diesem System später dann der Verlierer sein wird, ist leider Schicksal. Wer aber sind die Verlierer ? Deutsche (Buba) oder doch alle Länder im Euroraum ? Repräsentiert TARGET nicht letztendlich auch nur eine Form der Geldmengenausweitung ? Sind die Verlierer nicht die Menschen, die das Unausweichliche (signifikante Inflation) zu spät erkennen ?

  • Querschuss - 8. März 2017 Antworten

    Hallo Oliver,
    ja du kannst kaufen, aber auf der Makro-Ebene hat Deutschland mehr geleistet, als erhalten, sprich mehr Waren und Güter exportiert, als selbst gekauft und selbst deutsche Vermögenswerte sind per Saldo von anderen Ländern der Eurozone mehr gekauft worden oder nach Deutschland transferiert worden als andersrum. Sprich die deutsche Volkswirtschaft hat deutlich mehr geleistet, als wir als Ganzes als Gegenleistung empfangen, um dies zu verstehen, muss man den Mikro-Blick auf sich oder deutsche Exporteure ablegen, die natürlich Geld erhalten, nur eben aus der Druckerpresse, aus der Geldschöpfung der BuBa, soweit sich diese Vorgänge über Target2 abbilden.

    Aktuell sehen wir die Spitze der Verwerfungen, bzw. was Target2 ermöglicht, die BuBa bezahlt faktisch, den Erlös eines Verkaufes von z.B. italienischen Staatsanleihen eines ausländischen Investors, die italienische NZB erhält den Vermögenswert und erhält eine entsprechende Verbindlichkeit gegen die EZB, die Buba eine Luftbuchung (Forderung) gegen die EZB. “Grandios”…

    Gruß Steffen

    • Oliver - 8. März 2017 Antworten

      @Steffen
      Unsere Beiträge haben sich überschnitten

  • Oliver - 8. März 2017 Antworten

    @Steffen

    “die Target2 Forderung der BuBa ist Nettoauslandsvermögen, also eine Forderung, ein Anspruch auf Leistung”

    da ich ein kleiner naiver IT Mensch bin erlaube ich mir einfach mal, hier weiter nachzuhaken :) Ich konstruiere mal ein Beispiel, in dem die kompletten deutschen Leistungsbilanzüberschüsse mit “Target2″ bezahlt werden, d.h. Waren und Dienstleistungen (also der Gegenwert) wurden auf den Konten der Exporteuere brav gebucht (von der Buba). Mit diesem Geld könnten dann die Unternehmen munter einkaufen. Die Frage, die sich mir hier nun stellt ist, wer hier nun was fordert ? Die Buba sitzt auf Forderungen in Höhe von 800 Milliarden Euro, Gläubiger ist die allmächtige EZB (an der die Buba ja auch beteiligt ist). Solange also die Unternehmen bezahlt werden und wir alle weiterhin dem Geldsystem vertrauen, ist doch die Welt in Ordnung. Wo liegt mein Denkfehler ?

    • Oliver - 8. März 2017 Antworten

      –> also beantwortet :)

    • Querschuss - 8. März 2017 Antworten

      Hallo Oliver,
      vielleicht noch soviel, wenn über Target2 alle deutschen Nettoexporte bezahlt werden und über Target2 entsprechend deutsche Nettokapitalexporte fließen, sprich, z.B. italienische Staatsanleihen und andere Wertpapiere gekauft werden, Beteiligungen und Finanztransfers vollzogen werden, Kredite vergeben werden, gibt es keinen Target2 Saldo, der wäre dann, wie von 1999 bis 2006 nahe Null. Wenn also privates deutsches Kapital, primär deutsche Banken die Nettoexporte bezahlen sind die Salden Null. Oder anders, schöpft die BuBa für Gutschrift eines Nettoexportes von VW ZBG und gleichzeitig vergibt die VW-Bank an italienische Autohändler einen Kredit in selber Höhe, wird ja von der BuBa das ZBG wieder vernichtet, sprich dem ZBG-Konto von der VW-Bank abgezogen. Nettoexporte und private Nettokapitalexporte in selber Höhe führen zu keiner Target2 Forderung bei der BuBa.

      Gruß Steffen

  • Querschuss - 8. März 2017 Antworten

    off topic, nicht wirklich überraschend, aber so schwarz auf weiß, orwellsche Welten pur:
    http://www.zerohedge.com/news/2017-03-07/wikileaks-hold-press-conference-vault-7-release-8am-eastern

  • WDB - 8. März 2017 Antworten

    Eine Alternative zum Target2-Saldo wäre, dass die Salden ausgeglichen werden, indem die Schuldner Zentralbanken jeweils ihre besten Assets an die Gläubiger-Zentralbanken geben und damit für einen Ausgleich der Target2-Salden sorgen.

    • Querschuss - 8. März 2017 Antworten

      Ja, das wäre ein Weg! Aber das wird nicht stattfinden.

      • Kairo - 9. März 2017 Antworten

        @WDB @ Steffen:
        Wenn ich die Gesamtmechanik richtig verstanden habe, dann weist die Geschäftsbank des Importeurs z.B. in Italien die B d`Italia an, per Target (also EZB und BuBa) die Forderung an die deutsche Kontrahentenbank des Exporteurs auszugleichen. Die B d´Italia nimmt dafür aber “Wertpapiere” (nennen wir sie mal so) der Geschäftsbank in ihre Bücher als “Sicherheit”. Das ist die Voraussetzung dafür, dass die EZB diesen Auftrag annimmt.

        Die zu erwartende Unmöglichkeit, dass die austehenden Forderungen der BuBa bei Austritt z.B. Italiens aus dem € durch die B d´Italia ausgeglichen würden, dürfte daher ja vor allem der mangelnden Werthaltigkeit der “Sicherheiten” geschuldet sein, denn vor dem laufenden QE gabs ja schon mal ein QE der EZB, das aber ein qualitatives “Easing” war und quasi Junkbonds geadelt hat.

        Hinzu kommt noch ein Umstand, dessen völlig Abwesenheit in der Diskussion mich schon seit 2 Jahren wundert. Die B d´Italia (wie auch die Banque de France) sind nach dem Maastrichtvertrag privatisiert worden und haben – im Unterschied zur BuBa keine Staatsgarantie.

        Es wäre also vorstellbar, dass im äußersten Fall die ZB abgewickelt wird und kurz darauf in den gleichen Räumlichkeiten ein Nachfolgeinstitut gegründet wird . . .

        • Querschuss - 9. März 2017 Antworten

          Hallo Kairo,
          die Geschäftsbank kann den grenzüberschreitenden Zahlungsauftrag nur aus einem Guthaben auf dem Zentralbankgeldkonto erfüllen, ist kein Guthaben da, muss die Bank einen Kredit, reguläre Refinanzierungsgeschäfte, bei ihrer NZB machen und dabei Sicherheiten hinterlegen. Die Bank kann aber auch an Zentralbankgeld kommen über das Wertpapieraufkaufprogramm oder über Notfallliquiditätshilfen (ELAs). Wird die Überweisung des Kunden von der Bank ausgeführt, zieht z.B. die italienische NZB vom Zentralbankgeldkonto der Geschäftsbank, die entsprechende Zentralbankgeldsumme ein. Auf der Passiva-Seite der ital. NZB sinkt die Einlage der Banken, in selber Höhe steigt die Target2 Verbindlichhkeit. Von der italienischen NZB fließt kein Geld, es werden auch keine Sicherheiten übertragen, sondern z.B. die BuBa schöpft ZBG und schreibt dieses dem ZBG-Konto der Empfängerbank gut, wo es dann für den Empfängerkunden bei der Geschäftsbank auf seinem Girokonto als Giralgeld oder Bargeld verfügbar ist. Die BuBa hält in entsprechender Summe der Überweisung eine Target2 Forderung auf der Aktiva-Seite und eine Verbindlichkeit aus der entsprechenden Einlage der Bank auf dem ZBG-Konto.

          Das Problem der nicht werthaltigen Sicherheiten hat die ital. NZB, die BuBa hat dieses “Luxusprolem” nicht, ihre Target2 Forderung ist unbesichert, nur im Vertrauen auf die EZB und den Bestand des Euroraumes.

          “Es wäre also vorstellbar, dass im äußersten Fall die ZB abgewickelt wird und kurz darauf in den gleichen Räumlichkeiten ein Nachfolgeinstitut gegründet wird . . .” …Ja.

          Gruß Steffen

  • Jeha - 8. März 2017 Antworten

    Moin!

    Das die Target2 Forderungen der Buba nicht nur heisse Luft sind kann man sich durch den Gedankengang vorstellen, die Buba hätte Geld aus dem Nichts geschöpft und damit Wirtschaftsgüter in Deutschland produzieren lassen und diese anschliessend an deutsche Bürger verschenkt.

    In Deutschland wäre produziert und bezahlt worden und alle Bürger hätten z.B ein Auto für lau bekommen. Und die Buba hätte eine Forderung gegen Luft.

    Diese “Autos” haben in der realen Welt jetzt die Bürger im Süden und wir ihre Arbeitsplätze und deutsche Mickerlöhne.

    Sozusagen eine loose loose Situation für den Süden und Deutschland.

    Das einzige was der Gedankengang und die reale Welt gemeinsam haben, ist IMHO dass die Buba eine Forderungen gegen Luft hat. Kaum vorstellbar dass sie die Gelder alle wiedersieht.

    Gruss in die Runde

  • Erino - 8. März 2017 Antworten

    Naja, man kann das einfach auch als das gegenwärtig von unseren Oberen bevorzugtes Mittel der jährlichen dreistelligen Mrd Transfers sehen, die benötigt werden, um den Euro zu erhalten. Eine Sozialunion etwa für Arbeitslosigkeit, Krankenversicherung und Renten würde sicher auch nicht weniger kosten, aber man stelle sich mal vor, was bei uns los wäre, wenn unsere Sozialversicherungsbeiträge von jetzt etwa 40% auf 60 bis 80% steigen würden. Oder hätte jemand Lust auf eine Verdoppelung der MWSt.?

    Der “Wahlpöbel” schluckt halt eher so etwas abstraktes wie Target2, wo die Folgen erst mal nicht so offensichtlich sind, obwohl sie im Endergebnis doch auf das gleiche hinauslaufen.

  • Georg Trappe - 9. März 2017 Antworten

    OT oder auch nicht: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/china-milliardaere-101.html

    Steffen hat mich vor einiger Zeit an anderer Stelle ganz zu recht darauf hingewiesen sich das Nettoergebnis anzusehen, anstatt sich in techn. Details zu verstricken.

    Und wie das Nettoergebnis verteilt ist, ist Dank der Arbeit des Kollegen Vilfredo Pareto seit 120 Jahren bekannt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Pareto-Verteilung

    Die Frage, welcher Prozess derartige rechtsschiefe Verteilungen, die ja nicht ganz unproblematisch sind und offenbar die Tendenz haben immer rechtsschiefer zu werden, entstehen laesst und welche Rolle Banken, Geld und Politik dabei spielen, scheint der zustaendigen sog. Wirtschaftswissenschaft ja von eher untergeordneter Bedeutung zu sein.

  • Holly01 - 9. März 2017 Antworten

    Hallo,
    ich will gar nicht erst versuchen den Eindruck zu erwecken ich wüste mehr als Ihr.
    Ich zähle einfach auf, was ich für gesichert halte:
    - Geld hat keinen eigenen inneren Wert.
    - Die Gesamtsumme ist (buchungstechnisch) immer Null.
    - Geld wird aus dem Nichts geschöpft und verschwindet auch dort wieder, im Nichts.

    Ihr sitzt nach meinem Eindruck in einem gedanklichen Gefängniss. Ihr haltet Geldschöpfung für einen Vorgang der einen eigenen Wert schafft.
    Geld ist ein universelles Tauschmittel und für den Normalbürger existenziell.
    Diese Ebene deckt nach meinem Eindruck Target2 ab.
    Alle Wirtschaftsteilnehmer haben ihre Buchungen abgeschlossen.
    Du, Ich, Sie, Die, alle haben ihre Konten so, wie es sein soll.
    Probleme?
    Keine ……

    So, es gibt aber diese Salden.
    Die Ebene ist die Notenbank.
    Die Notenbank agiert NUR mit sich selbst, anderen Notenbanken und der übergeordneten EZB.
    Target2 tauchen nur auf der Euroebene auf.
    Weder Polen, noch Dänemark kennen das nur im Ansatz.
    Wir haben etwa 160 Länder die offiziell keinen Euro haben, keins davon hat Euro-Salden in Form von Target2, aber etliche davon haben Handelsdefizite. Die lieben Anglikaner in GB und den USA z.B..

    Target2 ist folglich KEIN Problem von Handel. Denn wir haben 160 Beispiele die jede Form von Zustand, Handel und Vermögens-/Schuldsituationen abbilden.

    Was wir sehen ist eine Wirkung der Euroregeln, wie sie aufgestellt wurden. Die Euroländer haben sich gegenseitig andere Regeln gegeben, als der Rest der Welt.

    Bis hier her halte ich das für Fakten, also harten Inhalt, den ich nicht diskutiere. Das ist sehr linear und klar übersehbar.

    Die Diskussion läuft aber in eine andere Richtung, bzw zwei Richtungen die man nicht vermengen darf.
    Top1:
    Warenhandel aus Geldschöpfung finanziert. Ist das geschöpfte Geld “werthaltig”? Nein ist es nicht, war es nie und wird es nie sein.
    Seit Anfang der 70er Jahre, als die letzten plakativen Goldbindungen aufgehoben wurden, steht jede NAtion für ihre Schulden gesamtschuldnerisch ein. Das ist Vertragsrecht und was Verträge wert sind, zeigt sich im Rechtswesen.
    Das war so, das ist so und das ändert sich nicht.
    Jeder mag sich selbst fragen für wie Rechttreu er die handelspartner Deutschlands hält, aber das ist keine Eurofrage.
    Top2:
    Produktion aus Geldschöpfung. Wenn ein Produkt mit geschöpftem Geld hergestellt und mit geschöpften Geld gehandelt und mit geschöpftem Geld abgeschrieben wird, ist das moralisch/inhaltlich überhaupt darstellbar?
    Nein ist es natürlich nicht. Das funktioniert nur, weil die Natur keine Rechnung schreibt.
    Deutschland das target-Opfer hat ja tausende Leichen im Keller.
    Wir zahlen die Rohstoffe und Halbzeuge ja mit dem gleichen Prinzip, also geschöpftem Geld.
    Will hier jemand erzählen das Deutsche in Saudi-Arabien arbeiten, um eine Gegenleistung für Öl zu erbringen?
    Nein.
    Die Natur und damit die Rohstoffhändler am Ende der Kette, die beissen die Hunde.
    Rohstoffe weg. Geld wertlos. PUNKT

    Auch das würde ich als hart bezeichnen.

    Target2 ist nur ein Problem bei dem die Krähen auf dem Zaun nacheinander hacken. Aber es sind alles Krähen.

    So nun meine Einschätzung, also meine Meinung:
    Als H4 ist keine Target2 Folge. Das ist politischer Willen.
    Reichtumsungleichheit ist keine Target2 Folge, das ist politischer Willen.
    Steuerflucht und Steuerungerechtigkeit sind keine Target2 Folgen, das ist politischer Willen.
    Altersarmut ist keine target2 Folge, das ist politischer Willen.
    …..

    Eine Notenbank kann keine Gewinne oder Verluste machen. Eine Notenbank hat keinen Handelspartner, der fällig stellen kann.
    Eine Notenbank hat die absolute Macht.
    Die einzige Kontrolle über eine Notenbank ist das Vertrauen in das Geld. Wenn sich alle mit den Lappen den Hintern abwischen, ist die macht weg.

    Damit ist Target2 eine Zersetzung des Vertrauens und damit ein Zersetzen der Währung, gesteuert durch die Notenbanken und die Geldpolitiker.
    Da alle mehr oder weniger Geld für einen Wert halten, ist das auch leicht möglich.
    Fakt ist aber das wir alle Bestandteile eines SCHULDGELDSYTEMS sind.
    Das wir vorfinanzieren und es große Geldteile nur als Luftbuchung gibt, das Banken keine Leistungen erbringen, aber Zinsen für Geldschöpfungen verlangen, das ist NORMAL.

    Das es an Target2 thematisiert wird ist ungewöhnlich. Aber die verwirrenden und widersprüchlichen Informationen zum Thema sagenmir, das es ein Propagandamittel ist.
    lg Holly

    • Holly01 - 9. März 2017 Antworten

      Extra abgesetzt:
      Der Euro war nach meinem Eindruck, immer nur eine Zwischenlösung, die nie Bestand haben sollte.

    • Eurelios - 9. März 2017 Antworten

      ich will gar nicht erst versuchen den Eindruck zu erwecken ich wüste mehr als Ihr.

      Guter Gedanke. :-)

      Ich sags mal so. Jeder denkt anders darüber. Das ist auch ganz normal und gut so.
      Deswegen posten wir ja unsere Meinungen über das jeweilige Thema zwecks
      “geistiger Erweiterung“ unseres Gedankengutes.

      Grüße
      Eurelios

      • Holly01 - 9. März 2017 Antworten

        Ja schon. Wir können gerne darüber debattieren ob die Schwerkraft einen Gegenstand direkt zum Zentrum der Schwerkraft fallen lässt oder ob die Erdrotation eine Bogenform herbeiführt, die vom Luftwiderstand gebremst ist.
        Fakt ist aber, das es für die Beule die man vom gefallen Apfel davon trägt egal ist.
        Also eine exakte Betrachtung oder eine (interessante) Teilsicht ohne größere Relevanz?

        Wir werden permanent gedanklich beschäftigt. Meist mit irrelevanten Inhalten.
        Sind Target2 Salden relevant? Wenn “ja” in welcher Form?
        Steffen versucht es zu klären und die Summen sind auf jeden Fall relevant.

        https://www.youtube.com/watch?v=ItCrtvndnhw

        Schmidt meinte “Deutschland” wird zahlen müssen. Das ist aber Politik, keine Frage vom Geldwesen.
        lg Holly

    • Querschuss - 9. März 2017 Antworten

      Hallo Holly,
      dein Einsatz mit dem großen Quirl verursacht mehr Nebel als Sicht. Der Target2 Saldo ist Teil der Zahlungsbilanz, soweit es das Target2 Zahlungssystem abbildet. Dies ist Bestandteil der großen/ gesamten Zahlungsbilanz, was in Bezug auf Nicht-Euroländern die Währungsreserven sind, sind innerhalb der Eurozone die Target2 Salden. Es besteht nur ein Unterschied, wenn Netto importiert wird und netto privates Kapital nicht, schwinden beim Defiziteur die Währungsreserven, bis der Defiziteur irgendwann zahlungsunfähig ist. Der Defiziteur ist also darauf angewiesen das Nettokapital ihm zufließt, Devisen, um mit diesen die Nettoimporte zu bezahlen oder seinen Verpflichtungen mit dem Ausland aus Finanztransaktionen in Devisen nachzukommen. Innerhalb der Eurozone gibt es keine Limitierung in dem Sinne, Dank Target2, auch wenn wenn nicht genügend Zentralbankgeld zufließt, bleibt man zahlungsfähig, es steigt einfach die Target2 Verbindlichkeit, im weitesten Sinne, wie ein unlimitierter Dispokredit mit aktuell Nullzins. Die mit den Target2-Forderungen erwerben im Gegenzug Ansprüche, an Waren, Gütern und Vermögenswerten, welche aber nur erfüllt werden können, wenn sich die Zahlungsströme, darunter auch der Warenstrom umkehrt. Nur dies ist eben aus heutiger Sicht unwahrscheinlich, eher wird weiter aufgetürmt.

      Target2 wird in den Mainstreammedien kaum thematisiert, wenn es ein Propagandamittel ist, dann benutzt es demnach Querschuesse und andere alternative Medien, eine Sicht die ich so überhaupt nicht teile, denn hier wird aufgeklärt, zumindest ernsthaft der Versuch unternommen, was ich in großen Teilen den Mainstreammedien absprechen würde.

      Gruß Steffen

      • Holly01 - 9. März 2017 Antworten

        Hallo Steffen,
        es ist nicht dein Propagandamittel. Ja, Du möchtest Dich und uns informieren und das machst Du gut.
        Inhaltlich bleibt es aber dabei (übrigens auch bei Dir):
        Alle schöpfen Geld aus dem Nichts und tun so, als wäre es etwas Werthaltiges.
        “Dank Target2, auch wenn wenn nicht genügend Zentralbankgeld zufließt, bleibt man zahlungsfähig, es steigt einfach die Target2 Verbindlichkeit, im weitesten Sinne, wie ein unlimitierter Dispokredit mit aktuell Nullzins.”
        Das ist ein eindeutiger und entlarvender Satz.
        Target2 ist nur ein weiterer Wurmfortsatz der Geldschöpfung.

        Hat hier jemand ein Auto? Vielleicht auch noch ein Haus? Essen, Trinken, Kleidung und eventuell auch noch geringer Konsum zum Zeitvertreib?

        Glaubst Du das das ein angemessener Anteil am WeltBIP ist?
        Könnte auch nur einer von uns in seiner Lebenszeit die Ressourcen für dieses Leben besorgen?
        Glaubt auch nur einer von Euch wirklich, er “erarbeitet” mit der Automatisierung diese Werte?
        Target2 lenkt nur davon ab.
        Es ist eine Möglichkeit davon abzulenken, dass Deutschland als “Exportweltmeister”, exorbitante Ressourcenmengen verbrennt.
        Übrigens im Gegensatz zu den Geldmitteln, die haben gar keinen Wert, weder einen inneren noch einen nominellen.
        Wir alle existieren in diesem System und denken, Geld sei wirklich existenziell, wie atmen oder Nahrung.
        Ist es natürlich nicht.
        Was die Bundesbank da ausweist ist eine Teilbilanz.
        Mit Teilbilanzen kann man alles ausweisen, buchstäblich (Wortwitz) alles Mögliche und Unmögliche.
        Target2 ist nach meiner Einschätzung nach wie vor der Ausdruck eines Geldverbrauchs durch importlastigen Staaten, ohne das diese Staaten dafür eine Geldschöpfung innerhalb des Eurosystems betreiben können.
        Ich denke die Staaten haben gar keine Sicherheiten mehr, um Geld zu schöpfen.
        Also Zentralbankgeld und das wäre nötig, um das Konto bei der EZB auszugleichen.
        Die Amis brauchen das nicht, die schöpfen Dollar.
        Alle anderen schöpfen das Geld einfach, tauschen in Dollar und machen weiter.
        Nur die Eurostaaten stecken ja innerhalb des Systems.
        Die Wärungsreserven sind ja bei der EZB, abgetreten.
        Wenn Italien mehr Dollar verraucht, als es hinterlegen kann, reisst eine Lücke auf.
        Wenn Deutschland mehr Dollar einnimmt.als es ausgibt, dann sammelt sich das bei der EZB.
        Wenn beide beides tun, dann entstehen Salden, dei man ausweisen kann.

        Kann ich das im Detail belegen? Nein kann ich natürlich nicht.
        Es gibt Formulierungen wie “Die BuBA gewährt zinslose Darlehen, ein netting ist zeitlich weder verlangt noch eine Verzinsung vorgesehen”
        So what?

        Wir sind innerhalb der Geldschöpfung.
        Die Summe ist Null.
        Die Verwendung ist frei.

        Wer wie Deutschland exportiert wie eine Irrer muss damit leben:
        “mal verliert man, mal gewinnen die anderen”

        Das wissen wir doch alle. Aber die Herrschaften machen es trotzdem.
        So, sind die doof?
        Nein sind die nicht. Die haben unendlich mehr Informationen als wir und Blick auf das ganze Blatt.
        Wir sehen nur diese Teilbilanz und natürlich ist diese beruhigend.
        Ja.
        Aber es ist bullshit.
        Zentralbanken haben absolute Geldmacht.
        Was möchtest Du von der BuBa haben? 1 Billion, 2 Trillionen 100 Fantastilliarden?
        Alles ein Tastendruck.
        Im Hintergrund laufen 500Billionen (also 500.000 Milliarden Dollar) Amok im Derivatemarkt.
        Das sind nur Zahlen. Das ist Giralgeld, also gar nichts.

        Du redest von Kaufkraft und Verbrauch. Das ist Größen der Endverbraucher. das basiert auf Jahreseinkommen und Lebenseinkommen.
        Ein Mensch arbeitet 50 jahre für 100k€/pa das sind bei mir 5 Mio Euro.
        2000 Mrd. Bundesschulden geteilt durch 5 Mio Menschenleben sind eine Menge Menschenleben.
        Aber das ist nur Giralgeld mit Inflationierung.
        Geld hat keinerlei inneren Wert. Menschenleben schon.

        Target2 ist für mich ein klarer fake. Nicht das es ihn nicht gäbe. Nicht das es eine unrichtige Angabe wäre.
        Aber es ist ein Ausdruck von Zusammenhängen die es zu hunderten gibt.
        Das wird kommentarlos hingenommen.
        Es inhaltlich bedeutungslos.
        Was da ausgewiesen wird, ist das selbe wie Bremen zu München oder Berlin zu Brandenburg.
        Defizite.
        Ressourcendefizite. Gelddefizite. Ungleichgewichte.
        Werden sie ausgewiesen. Nein. Jeder hat sie, jeder lebt damit.

        Im Euro werden sie explizit thematisiert und problematisiert. DAS ist der eigentliche Inhalt.
        Darum ist es Propaganda.
        Teilbetrachtung ohne Herstellung des Konsenses ist … Propaganda.
        Darum der Ausdruck.
        Entschuldige, das es einen Moment so wirken konnte, als hätte ich Dich im Verdacht, Propaganda zu betreiben.
        Du folgst nur dem Gedankengang.
        Aber, wenn ich im “Ballparadies” bin, mach ich mir keine Sorgen, weil ich in der vorhanden Menge an Bällen “ertrinken” könnte.
        Ich geniesse die show und habe Spass.
        Wir haben Industrie, arbeiten und sind erfolgreiche Marktteilnehmer, die Staatsform von “wir geniessen die show und haben Spass”.
        lg Holly

        • Querschuss - 9. März 2017 Antworten

          Hallo Holly,
          “Target2 ist nur ein weiterer Wurmfortsatz der Geldschöpfung.” ..Sicher im erweiterten Sinne sind steigende Target2 Salden auch Spiegelbild der Bilanzausweitungen der EZB und der NZBen, habe nie etwas gegenteiliges behauptet. Nur die Target2 Salden haben zusätzlich eine wichtige Information, nämlich wo die dezentrale Geldschöpfung in der Eurozone landet, wohin das Zentralbankgeld wandert, welche Volkswirtschaft Forderungen anhäuft und welche Verbindlichkeiten und damit zeigen sie perfekt die wirtschaftlichen Ungleichgewichte innerhalb der Eurozone an.

          Gruß Steffen

  • Marja - 9. März 2017 Antworten

    Der entscheidende Satz kommt von Steffen: Vielleicht noch soviel, wenn über Target2 alle deutschen Nettoexporte bezahlt werden und über Target2 entsprechend deutsche Nettokapitalexporte fließen, sprich, z.B. italienische Staatsanleihen und andere Wertpapiere gekauft werden, Beteiligungen und Finanztransfers vollzogen werden, Kredite vergeben werden, gibt es keinen Target2 Saldo, der wäre dann, wie von 1999 bis 2006 nahe Null.

    Der “normale” Handel produziert keine TARGET2-Salden. Also müssen es Eingriffe der EZB sein. Die TARGET2-Salden spiegeln, die Ausweitung der EZB-Bilanz. Nur die EZB bzw. die Notenbanken können einseitige Geschäfte machen.

    Das ist natürlich erst nur eine Behauptung. Da werde ich mal drüber nachdenken.

  • Marja - 9. März 2017 Antworten

    Also nun meine These: Target2-Salden entstehen aufgrund der Staatsfinanzierung durch die EZB.

    Zunächst der Normalzustand. Die Volkswirtschaft A exportiert innerhalb der Euro-Zone mehr als sie konsumiert. Die Volkswirtschaft B konsumiert innerhalb der Euro-Zone mehr als sie exportiert. Deshalb muss dem Warenstrom ein Kapitalstrom entgegenstehen. Da die Konsumenten nur Kredit bei den Geschäftsbanken aufnehmen können, müssen letztlich die Geschäftsbanken A den Geschäftsbanken B Kredit geben. Dann sind die TARGET2-Salden ausgeglichen. Wenn die Ungleichgewichte auf Dauer sind blutet die Volkswirtschaft B aufgrund der Zinsschuld gegenüber A immer schneller aus, bis sie Pleite ist.

    Dann beginnt der Unnormalzustand. Nun springt die EZB ein, indem sie die Schuldscheine von B durch die NNB B aufkauft. Dadurch fließt das Geld ohne Gegenbuchung im Target-System an A zurück, so dass die Target-Salden entstehen. Die Gegenbuchung erfolgt in der EZB-Bilanz. Die TARGET2-Salden spiegeln also das Ausmaß der Staatsfinanzierung durch die EZB. Die TARGET2-Salden sind die Forderung der NNB A an die EZB, bzw die Forderungen der EZB an die NNB B.

    Ist es so richtig?

    • Querschuss - 9. März 2017 Antworten

      Hallo Marja,
      “Also nun meine These: Target2-Salden entstehen aufgrund der Staatsfinanzierung durch die EZB.”, …kann man so nicht sagen, erstens kauft man ja am Sekundärmarkt bestehende Anleihen, nicht auf dem Primärmarkt neu emittierte, aber das Wertpapieraufkaufprogramm fördert Target2 Salden dort, wo NZBen nicht von den heimischen Banken aufkaufen, sondern von Banken oder Investoren aus anderen Eurozonenländern oder ausländischen Nicht-Eurozonen Investoren, die ein ZBG-Konto bei einer anderen NZB haben bzw. einen Anschluss an das Target2 Zahlungssystem. Im weitesten Sinne sind die Wertpapieraufkäufe, primär Staatsanleihen, wie eine Rückabwicklung, der ursprünglichen Staatsanleihen-Verkäufe, die ja einen Zentralbankgeldzufluß darstellten, jetzt wird es ein ZBG-Abfluß, also ein Nettokapitalexport.

      Der “Normalzustand” ist gut beschrieben.

      Der “Unnormalzustand” nur im Kern, die EZB und die NZBen springen ein. Beim Kauf von Schuldscheinen von B durch die NZB B entsteht kein Target2 Saldo, sondern durch den Kauf von Staatsanleihen bei A von der NZB B, siehe oben.

      Gruß Steffen

  • Marja - 9. März 2017 Antworten

    Oder auf Neudeutsch. TARGET2-Salden spiegeln die Zahlungsströme durch Fake-Money.

    • Holly01 - 9. März 2017 Antworten

      Ja, so sehe ich das.
      Ernsthafter schöpfen Geschäftsbanken Geld aus Sicherheiten und machen es über die Zentralbank zu internationalen Zahlungsmitteln.
      Den Staaten mit den Target2 ist diese Möglichkeit offensichtlich ausgegangen.
      Das ist tatsächlich ein erhebliches Problem.
      Die Folge wäre eine Auslandsverschuldung, gefolgt von einem Ausverkauf, bis alle beweglichen Werte weg sind.
      Target2 ist der Ausdruck, der dafür steht, das der innere und äussere Währungswert in Euro lautet.
      Target2 verhindert die Austauschbarkeit im Handel mit den äusseren nicht Euroländern.
      Aber dieser Zusammenhang ist nicht dokumentiert bzw. ich habe es nicht gefunden.
      Grob nimmt die EZB die Währungsreserven von x und gibt sie für Auslandsgeschäfte von Y aus.
      Das “netting” hinterlässt Gesamtsummen.
      Es ist aber wahrscheinlich auch ein Ausdruck der Geldabflüsse aus Italien.
      Niemand mit Verstand läßt sein Geld in einem Geldsystem, bei dem alle Kontoinhaber für die Bank haftet, welche das Konto führt.
      Die DB hätte von mir persönlich auch keinen einzigen Cent. Wegen dem Haftungsrisiko, als Anleger nach EU Recht.
      Beides kann, aber beides ist nur Logik. Beweise? Mangelware, darum mein Beitrag etwas höher zu Steffen.
      Es ist aber egal WARUM sie entstehen. Abstrahiert sind die bedeutungslos.
      lg Holly

      • Marja - 9. März 2017 Antworten

        Hallo Holly,

        die Finanzierung des Konsums duch die Zentralbank führt zur gallopierenden Inflation, wenn nämlich deutlich wird, dass der Summe des Geldwertes kein ausreichender Warenwert gegenübersteht. Dann kann man sich volkswirtschaftlich von seinem Geld halt nicht mehr alles kaufen und dann setzt der Run ein.

        Am 16.03.1920 finanzierte die Reichsbank den Lebensunterhalt der streikenden Bergarbeiter im Ruhrgebiet (gegen die Franzosen) aus ZBG. Das führte zur Inflation und zur Währungsreform.

        Target2-Forderungen sind keine “Auslandsverschuldung” sondern Ungleichgewichte innerhalb eines Währungsraums. Im Sinne des Euro sind die Schulden alles Binnenschulden.

        Nicht die Target2-Salden sind das Problem, denn es handelt sich nur um eine Buchung, sondern die Finanzierung des Konsums durch neu erstelltes ZBG, das sich in den Target2-Salden spiegelt.

        Wir haben mit QE nämlich eine doppelte Staatsfinanzierung. Einerseits kauft die EZB alte und neue Staatsanleihen der PIIGS-Länder, hält die Zinsen zunächst bei Null = reduziert die Zinslast und andererseits finanziert die EZB so unmittelbar einen Pleitestaat, der sich sonstwo kein Geld mehr leihen kann. Zudem finanziert die EZB dadurch die Exportüberschüsse von Schland, so dass dort der Eindruck einer weiter bestehenden Nachfrage entsteht.

        Ist doch schlau, solange es keiner merkt.

        Und wenn man es merkt, muss man schnell genug sein, aus dem eigenen “Geldvermögen” auszusteigen und im Sachvermögen investiert zu sein. Blöd ist es nur, wenn man aus seiner kapitalgebundenen Rentenversicherung nicht mehr rauskommt.

        Deshalb auch die Assett-Inflation. Da ist eine schon heute völlig kranke Preisblase. Dort ist es also schon jetzt zu spät. Anderseits ist es besser, heute mit Abschlägen etwas zu kaufen, als morgen für ein Brötchen 1 Mill Euronen zu zahlen.

        Das macht auch das FED mit den USA-Schulden, damit das debt ceiling auch bei negativen TIC-Data nicht wirksam wird. Wenn man schlau ist und auf einer Menge Dollars sitzt, kauft man dann nochmal – wie die Chinesen – schnell lagerfähige Rohstoffe ein.

        Grüße Marja

        • Marja - 9. März 2017 Antworten

          Im Link von Georg Trappe (http://www.wiwi.uni-wuerzburg.de/fileadmin/12010100/Diplomarbeiten/Herget_Bachelorthesis.pdf) findet sich auf Seite 16 der Absatz: “Die Banken der Krisen-Länder konnten sich folglich nur noch Geld von ihren nationalen Zentralbanken leihen um die Leistungsbilanzdefizite zu finanzieren. Durch den einseitigen Strom dieser monetären Mittel aus den Krisen-Ländern wuchsen die Target2-Salden an. Sinn folgerte daraus, dass die Target2-Salden der reinen Finanzierung der Leistungsbilanzen dienten”.

          • Querschuss - 9. März 2017 Antworten

            Hallo Marja,
            “Die Banken der Krisen-Länder konnten sich folglich nur noch Geld von ihren nationalen Zentralbanken leihen um die Leistungsbilanzdefizite zu finanzieren.” Das ist grundsätzlich richtig, aber “..dass die Target2-Salden der reinen Finanzierung der Leistungsbilanzen dienten”, ich glaube nicht, das Sinn das heute noch so sagen würde, Target2 Salden zeigen immer Leistungsbilanz und Kapitalbilanz und damit die Salden aus den Strömen von Waren und Gütern und von Finanztransaktionen. Die deutsche Forderung steigt eben auch an, wenn die italienische NZB, im Rahmen des Wertpapieraufkaufsprogrammes, einer deutschen Bank italienische Staatsanleihen abkauft. Dagegen würde die deutsche Target2 Forderung sinken, wenn deutsche Banken italienische Anleihen und andere Wertpapiere kaufen würden und diese in Summe das italienische Leistungsbilanzdefizit gegenüber Deutschland übertreffen würden. Bei einem italienischen Leistungsbilanzdefizit und Nettokapitalexport in der Kombi, wird die maximal schnelle/ hohe deutsche Target2 Forderung generiert.

            Gruß Steffen

            • Marja - 10. März 2017 Antworten

              Hallo Steffen,

              Wie soll denn ein hohes Leistungsbilanzdefizit gemeinsam mit Kapitalexporten funktionieren? Das geht allenfalls kurzfristig und nur dann, wenn die Defizite akut sind. Bei chronischen Leistungsbilanzdefiziten kann es kaum einen dauerhaften gleichgerichteten Kapitalstrom geben, denn die laufen immer entgegengesetzt.Das Land B mit Leistungsbilanzdefiziten gibt Staats- oder Unternehmensanleihen heraus, die von Land A mit den Leistungsbilanzüberschüssen gekauft werden müssen. Die NNB aus B kann also nur oder überwiegend aus Land A Anleihen kaufen. Und erst wenn der Kapital/Warenstrom einseitig wird, entsteht überhaupt ein Saldo.

              Natürlich wäre es auch denkbar, dass die Italiener auf einem riesigen Berg Geld aus früheren Zeiten sitzen und aus diesem Berg sowohl ihre Importe bezahlen und gleichzeitig ihre Verbindlichkeiten abtragen. Nur, wie soll dieser Berg entstanden sein?

              Der größte Teil des TARGET2-Saldos spiegelt m. E. die Staatsfinanzierung durch QE.

              Grüße Marja

              • Marja - 10. März 2017 Antworten

                PS: Ich weiß dass die Leistungsbilanz von Italien seit kurzem positiv ist. Das Bild also nicht ganz aktuell ist.

              • Querschuss - 10. März 2017 Antworten

                Hallo Marja,
                “Der größte Teil des TARGET2-Saldos spiegelt m. E. die Staatsfinanzierung durch QE.”
                ….jaein, nur dort wo z.B. die italienische Zentralbank, deutschen oder ausländischen Investoren mit einem ZBG-Konto bei der BuBa italienische Staatsanleihen abkauft. Kauft die italienische NZB italienischen Banken, Versicherungen oder anderen Italienern die Staatsanleihen ab, passiert zunächst beim Target2 Saldo gar nichts, nur die ZBG-Einlage der ital. Bank bei der ital. NZB wächst (Gutschrift auf dem ZBG-Konto der Bank bei der NZB). Aus Sicht der Bank ein Assettausch, Staatsanleihe gegen Barreserve (Cash-Assets). Aus Sicht der ital. NZB, eine Bilanzausweitung, ital. Staatsanleihe der Bank rein, Aktiva, ZBG Einlage der Bank steigt entsprechend auf der Passiva-Seite.

                Entschließt sich im Nachklapp die italienische Bank vom Erlös des Verkaufes italienischer Staatsanleihen nun deutsche Staatsanleihen oder andere deutsche Wertpapiere zu kaufen, dann klettert der ital. Target2 Saldo, denn dies wird über das Target2 Zahlungsystem angewickelt. Auf der Passiva Seite der ital. NZB findet dann faktisch ein Liabilities-Tausch statt, die ZBG-Einlage der Bank sinkt, entsprechend steigt die Target2 Verbindlichkeit. Bei der Bank wieder nur ein Asset-Tausch Barrerve runter, entsprechend deutsche Staatsanleihen auf der Aktiva-Seite der Bilanz rein.

                Eigentlich alles ganz einfach, wenn man einmal richtig durchgestiegen ist :)

                Gruß Steffen

        • Holly01 - 9. März 2017 Antworten

          Ich denke wir sind uns einig, das etwas vorbereitet wird.
          Lt Prof. Mausfelder ist die einfachste und billigste Art die Massen zu blockieren sie mental zu blocken.
          Der einfachste Block besteht aus Angst, Frust und Hass, am besten kombiniert mit Reibungsverlusten durch Beschäftigung der (Menschen)Massen mit anderen (Menschen)Massen.
          Zur Verschuldung der Staaten nur eins:
          Es geistert eine Billion Steuerverluste durch politische Fehlentscheidungen.
          Die Agenda2010 wandelt Gewinne in Staatsschuld, durch “Entlastung”.
          Völlig egal.
          Wir werden es nicht vorhersehen. Dafür sorgen Massen von hoch qualifizierten Informationsmanagern und Wissenschaftlern.
          lg Holly

          • Holly01 - 9. März 2017 Antworten

            Sinn folgert … na da verlass ich mich lieber auf Steffen, der ist auf Fakten bezogen und benennt seine Informationsquellen.
            Sinn ist so ein “Agent” in eigener Sache … nach meinem Eindruck.

            • Querschuss - 9. März 2017 Antworten

              so betrachtet bin ich auch ein Agent, einer der Fakten, wobei es bei mir auch nur nach besten Wissen und Gewissen läuft, auch ich kann Fehleinschätzungen oder Fehlinterpretationen unterliegen, nicht nur bei Target2 ist es extrem komplex und schwer in einfache Worte zu fassen und zu beschreiben.

              Gruß Steffen

              • Holly01 - 10. März 2017 Antworten

                Ich denke genau so soll es auch sein …. :)
                Ich wünsche Euch allen einen tollen Tag.
                lg Holly

  • Holly01 - 10. März 2017 Antworten

    Hallo, ich wieder,
    zum Abschluss, noch eine ganz grundsätzliche Bemerkung:
    Geldpolitik ist Machtpolitik.
    Geldpolitik folgt primär nicht den ökonomischen, logischen und gesellschaftlichen Aspekten.
    Geldpolitik ist gelebte und unauffällige Machtausübung.

    Nach meinen (bescheidenen) Erfahrungen aus Recherchen, ist der Gros der Entscheiden langfristige Gestaltungspolitik mit politisch motiviertem Hintergrund.
    Politisch aber nicht im Sinne von Regierungen oder Tagespolitik, die Geldpolitik ist höher angesiedelt.

    Aus diesem Grund macht es keinen Sinn, die logische nahe liegende Begründung als gegeben zu nehmen. In den meisten Fällen muss man tatsächlich schauen, was ist die Folge und darüber dann spekulieren, was tatsächlich gewollt ist.
    ALLE Veröffentlichungen zum Thema sind Vernebelungen und Propaganda.
    Je euphorischer die Presse und je sicherer die Berichterstatter, desto größer der Verfälschungsanteil.
    Zu denken es ginge denen um geld ist der Irrweg überhaupt.
    Geldinstitute (also die großen internationalen) unterstehen ausschliesslich den Notenbanken und Notenbanken SIND das Geld.
    Das bekommen wir nicht mit, das wird vollständig ausgeblendet und auf der Ebene findet dann auch die Hegemonialpolitik statt.
    Theoretisch kann jede Notenbank unbegrenzt Geld schöpfen.
    Tatsächlich ist das das FED System mit den entsprechenden Internationalisierungen vor.
    Swift, Weltbank, Währungsfond und einige andere dienen ausschliesslich der Kontrolle, damit keiner ein Stück Kuchen abbeisst, ohne das der Ami als Hegemon das auch erlaubt hat und davon profitiert hat.
    Der Euro hat das nur marginal geändert. Die Einzelwährungen mit ihrer Angreifbarkeit sind erst einmal weg. Aber der Euro als solches wird genauso angegriffen und gegängelt.

    Also wer welche Schuldpapiere aufkaufen darf oder emittieren darf, das bestimmen die Amis. Die Griechen sind immer flott mit Fremdwährung dabei, obwohl es inhaltlich gar keinen Sinn macht.
    Die Deutschen “wollen” den IWF drin haben (kicher), obwohl das null Sinn macht.

    Geld = Machtausübung

    Also Geld verstehen schön und gut, aber die Geldpolitik ist vollständig durch Machtpolitik überlagert.
    Das sollte sich auch jeder immer wieder klar machen, der sich über Alternativsysteme Gedanken macht. Änderungen gibt es nur mit Zustimmung vom Hegemon und der Hegemon stimmt nur zu, wenn es in seinem Sinne und zu seinem Nutzen ist.
    lg Holly

    • Holly01 - 10. März 2017 Antworten

      Ganz popolistisch:
      In GB mit der CoL kann keiner furzen ohne, dass die Amis das auch abgenickt haben. Damit kontrollieren die Amis in GB direkt 17% vom BIP und die Briten machen was der Ami will.
      Der Brexit ist weder Zufall noch Versehen. Der Ami hat es angeordnet und die britische Politik hat vollzogen.
      So läuft der Hase. Und er läuft so in ganz Europa und dem Gros der Welt.
      lg Holly

  • Alex - 11. März 2017 Antworten

    Einerseits ist es in meinen Augen schon fast sträfliche Dummheit diese Ungleichgewichte so weiterlaufen zu lassen und andererseits wirkt es wie eine zweckdienliche Abhängigkeit. Gelebte Krise würde ich meinen. Nur wie lange. Bis die deprivativen Effekte so stark sind das extreme Tendenzen Normalität sind?

    Die Frage für Deutschland (eher die BuBa) wäre es wie schaffe ich es diese Forderungen geltend zu machen. Herr Weidmann piekt ja schon mit seinem kaputten Zahnstocher. Hans-Werner-Sinn träumt weiter von der realitätsfernen Wettbewerbsfähigkeit oder Sicherheiten (hat nicht eigentlich Finnland Sicherheiten von Griechenland erhalten). Herr Flassbeck will Löhne und scheitert damit im Inland (quasi umgekehrt wie Herr Sinn im Ausland).

    Was mir jetzt in Bezug zu 2017/18 mit den Neuwahlen in Italien/Frankreich, der schwachen Regierung in Spanien, der linken Regierung in Portugal/Griechenland interessiert.

    Ist tatsächlich alles Futsch oder kann die BuBa Forderungen geltend machen?
    Muss der deutsche Staat eingreifen?
    Sind z.B. Goldreserven der EZB oder anderer NZB relevant?
    Da im Zuge des EWU NZBs privatisiert wurden, hat Herr Sinn geäußert das es uneinbringlich weg ist. Also keine “2. Argentinienkrise” mit Forderungen an den Schuldner-Staat/NZB?

    Ist der Gedanke, falls der Gläubiger (BuBa) abschreibt die Entbehrungen/Investitionslücken durch die politischen Entscheidungen seit der Wiedervereinigung (grob seit 1995) für die Katz waren, richtig? Den zuvor wurde ja durch die Target2-Salden den innerdeutschen Gläubigern (Private, Unternehmen) die Anleihen/Kredite/Schuldscheine (was auch immer) abgekauft (laut Herr Sinn). Gibt es vllt. noch mehr zu beachten. Leider finde ich zurzeit wenig Plan B Lösungen für ein solches Krisenszenario.

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