Deutschland: Dreiklang bei Löhnen, Renten und medianen Nettovermögen

von am 23. April 2013 in Allgemein

Die jährliche Rentenbestandsstatistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) offenbart Finsternis für Millionen Rentner der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland. 6,117903 Millionen Rentner in Deutschland erhalten eine Rente von unter 500 Euro, beachtliche 13,456166 Millionen Rentner von unter 1000 Euro im Monat. Dabei hatte doch gerade die deutsche Bundeskanzlerin, in Hinblick auf die unangenehme Vermögensstudie der EZB, mit dem Verweis auf die starken staatlichen und betrieblichen Rentensysteme in Deutschland zu punkten versucht: “Aber Vorsicht: Die Statistik ist verzerrt.”

Pikant, dass die Daten des BMAS in der Auswertung des Rentenbestandes der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung diese These der Bundeskanzlerin zur starken staatlichen Rente überhaupt nicht stützen. Dies zeigt erneut, in der Realität besteht ein konsistenter Dreiklang, mehr als zwei Jahrzehnte konnten die Arbeitnehmer in Deutschland keine Reallohnsteigerungen realisieren, im Umkehrschluss weisen die Daten der EZB auch auf äußerst schwache mediane Nettovermögen bei den privaten Haushalten in Deutschland hin und die Rentenbestandsstatistik eben auf miese Renten, welche nur Spiegelbild der schwachen Löhne sind. Dies passt schlüssig zusammen, denn diese Entwicklung war eine der Grundlagen für die deutsche Wettbewerbsfähigkeit und die massiven Exporterfolge. Die realisierten Pfründe des einseitigen Exportmodells wiederum häufen sich in den Händen weniger an, weswegen zwischen dem Median-Nettovermögen der privaten Haushalte und den Mean- (durchschnittlichen) Nettovermögen der privaten Haushalte Welten klaffen.

1aDie medianen Nettovermögen der privaten Haushalte laut der EZB-Studie: “The Eurosystem Household Finance and Consumption Survey” in den Ländern der Eurozone. Deutschland ist mit 51,400 Euro medianen Nettovermögen je Haushalt Schlusslicht, sogar hinter der Slowakei, Slowenien und den Ländern der Südperipherie.

Der Median teilt alle Haushalte und ihre Vermögen in zwei Hälften, genau in der Mitte zeichnet sich ein medianes Nettovermögen von nur 51’400 Euro je Haushalt in Deutschland. Wenn der Median (51’400 Euro) stark zum Mean (Durchschnitt 195’200 Euro) abfällt, ist dies ein deutlicher Befund für eine enorme Ungleichheit bei der Verteilung der Vermögen.

1aDie Mean- (durchschnittlichen) Nettovermögen der privaten Haushalte laut der EZB-Studie: The Eurosystem Household Finance and Consumption Survey in den Ländern der Eurozone. Deutschland ist mit 195’200 Euro durchschnittlichen Nettovermögen je Haushalt wenigstens, wie es auch zu erwarten war, vor der Slowakei, Slowenien, Griechenland und Portugal.

Gerade der miese Stand, im Vergleich zu anderen Ländern in der Eurozone, beim medianen Nettovermögen der deutschen Haushalte ist nicht erstaunlich, sondern zwangsläufig, denn hinter den Exporterfolgen und der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands steht eben auch die Nichtteilhabe von Millionen deutschen Arbeitnehmern, die so mies partizipieren, dass ein Vermögensaufbau nahezu unmöglich ist! Über zwei Jahrzehnte Stillstand bei den Reallöhnen hinterlassen Spuren und Millionen prekär Beschäftigte und Niedriglöhner können von einem Vermögensaufbau nur träumen.

Auch der Blickwinkel des schwachen Immobilienanteils der privaten Haushalte in Deutschland mit nur 44,2% und z.B. in Spanien mit einem Immobilienanteil von 82,7%, erklärt alleine kaum die heftigen Diskrepanzen beim privaten Vermögen, gerade unter Berücksichtigung der Betrachtung der Leistungsfähigkeit der entsprechenden Volkswirtschaften. Die Frage bleibt, wo floss die vermutete, gefühlte, höhere deutsche private Ersparnis hin, wenn es sie dann in der Breite der privaten Haushalte überhaupt gab und warum entwickelte sich das darauf aufbauende Vermögen so mies? Auch die unterschiedlichen Zeitpunkte bei der Haushaltsumfrage der EZB, erklären die Diskrepanz zu den deutschen Vermögen nur bedingt. So wurden in Spanien die Daten in 2008 ermittelt und für Deutschland im Jahr 2010. Selbst wenn man den Einbruch bei den spanischen Immobilienpreisen mit -30% ansetzt, liegt das Mean-Vermögen immer noch über dem deutschen Level und beim Median-Vermögen klaffen auch bei einem -30% Abzug in Spanien noch Welten zum schwachen deutschen Median.

Abseits der Meinungsmacher in den Mainstreammedien und den Versuchen der deutschen Politik die Ergebnisse des The Eurosystem Household Finance and Consumption Survey zu relativieren, viel wahrscheinlicher ist, dass diese Daten wirklich einen Teil der Realität widerspiegeln. Der Exportmeister ermöglicht eben keinen breiten Vermögensaufbau in der Bevölkerung, denn Grundlage der Siege ist die miese Partizipation (Lohnentwicklung) der Arbeitnehmer in Deutschland.

Die Wirtschafts- und Finanzpolitik, die Agenda 2010, die Exportorientiertheit der Wirtschaft und die Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaft als Ganzes kamen primär nur den obersten 10% der Haushalte zu Gute.

Teilt man die Nettovermögen der deutschen privaten Haushalte nach Quantilen auf, mit dem jeweiligen Mittelwert für die Quantile, zeigt sich eine enorme Asymmetrie in der Verteilung der Nettovermögen:

1aDie Verteilung der Nettovermögen nach Quantilen in Euro, laut Deutscher Bundesbank (PHF-Studie-als Teil der EZB-Vermögens-Studie). Während die untersten 20% der Haushalte eine Nettoverschuldung von -4’640 Euro im Mittel auswiesen, die darauffolgenden 20% ein Nettovermögen von nur 13’070 Euro, weisen die obersten 10% der Haushalte im Mittel ein Nettovermögen von 1,157250 Millionen Euro aus! Die untersten 40% der deutschen Haushalte haben nie partizipiert am Erfolg der deutschen Volkswirtschaft.

Nachvollziehbar wird dieser miese Stand in der Breite der Privathaushalte bei den Nettovermögen auch mit dem Blick auf die Entwicklung der Reallöhne:

1aDie Entwicklung der Reallöhne, als Index (Nominallöhne/VPI 2010=100) seit Q1 1991 bis Q4 2012, laut der Datenreihe von Destatis im Chart. In Q4 2012 stieg der Reallohnindex um +0,7% zum Vorjahresquartal auf 110,0 Indexpunkte. Die durchschnittlichen Reallöhne liegen damit immer noch unter dem Hoch aus Q4 1992 mit 116,9 Indexpunkten!

1aDie Entwicklung der Reallöhne als Index auf Jahresbasis seit 1991 im Chart. Im Jahr 2012 stieg der Reallohnindex um +0,5% zum Vorjahr auf 101,7 Indexpunkte, nach 101,2 Indexpunkten im Jahr 2011. Das bisherige Hoch auf Jahresbasis wurde 1995 mit 103,7 Indexpunkten markiert (-1,93%).

Die Nominallöhne stiegen zuletzt im Jahr 2012 um +2,5% zum Vorjahr und die offiziellen Verbraucherpreise erhöhten sich um +2,0%. Der Reallohnindex impliziert Beschönigungen, weil der Anstieg der Verbraucherpreise nicht nur durch die ständige Veränderung des Warenkorbes, sondern vor allem durch hedonische Leistungs- und Qualitätsbereinigung relevant getunt wird. Bei niedrigen Einkommensgruppen mit einem höheren Anteil an Ausgaben für Energie und Lebensmitteln liegen die Preissteigerungen wesentlich höher, als der VPI es vermeintlich ausweist.

In der Realität offenbart sich in Deutschland ein ernüchterndes Bild zu den Löhnen und Vermögen der durchschnittlichen Malocher. Diese Fehlentwicklung, im Widerspruch zu einer sozialen Marktwirtschaft, lässt sich aber noch weiter belegen, anhand von offiziellen Daten:

1aDie Entwicklung der atypisch Beschäftigten seit 1996 mit 4,861 Millionen auf 7,918 Millionen 2011 im Chart. 2011 betrug der Anstieg der atypischen Beschäftigung zum Vorjahr +83’000, nach +243’000 im Jahr 2010. Für 2012 liegen noch keine Daten vor.

Unter atypischer Beschäftigung werden nach Definition des Statistischen Bundesamtes alle abhängigen Beschäftigten verstanden, die eines oder mehrere der folgenden Merkmale aufweisen: Befristung, Teilzeitbeschäftigung unter 21 Stunden Wochenarbeitszeit, Zeitarbeitsverhältnisse und geringfügige Beschäftigung.

1aDie Entwicklung des Anteils der atypischen Beschäftigung in Prozent zu allen Arbeitnehmern seit 1996 mit 16,5% bis 2011 mit 25,1% im Chart.

Nicht zufällig korrespondieren diese Daten fast 1:1 mit den Daten von Eurostat zu den Niedriglohnempfängern in der EU27. Als Niedriglohnempfänger gelten diejenigen Arbeitnehmer, deren Bruttostundenverdienst zwei Drittel oder weniger des nationalen medianen Bruttostundenlohnes beträgt.

1aDer Anteil der Niedriglohnempfänger westeuropäischer Länder, der EU27 und der Eurozone (EU17) und in Deutschland. Deutschland beschämt mit einem Anteil der Niedriglohnempfänger an allen Arbeitnehmern von 22,2%!

Die Niedriglohnschwelle (zwei Drittel des medianen Bruttostundenlohnes) in Deutschland mit nur 10,20 Euro brutto spiegelt nicht ansatzweise die Leistungsfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland wieder. Gerade zu übel, Deutschlands Stand bei den Frauen mit Niedriglohn! Fast ein Drittel, 28,7% aller weiblichen Arbeitnehmerinnen erhalten einen Bruttostundenlohn von unter 10,20 Euro!

Auch Deutschlands Beschäftigungs-Wunder ist primär ein Wunder atypischer Beschäftigung (prekär) und damit von mieser Qualität und mit schlechten Löhnen. 2010 gingen 75,5% des abhängigen Beschäftigtenzuwachses auf atypische Beschäftigung, im Jahr 2011 waren es noch 12,1%.

Der folgende Chart zu den unbefristeten und sozialversicherungspflichtigen Voll- und Teilzeitverträgen (Normalarbeitsverhältnisse), definiert laut Destatis ab 21 Stunden Wochenarbeitszeit, seit 1996 verrät, auch dies ist alles andere als ein Ruhmesblatt.

1aDie Entwicklung der Normalarbeitsverhältnisse seit 1996 im Chart. Im Jahr 2011 stiegen die Normalarbeitsverhältnisse, laut Destatis unbefristete und sozialversicherungspflichtige Voll- und Teilzeitverträge mit mehr als 21 h Wochenarbeitszeit auf 23,674 Millionen. Zehn Jahre vorher 2001 waren es allerdings mehr, immerhin 23,740 Millionen Normalarbeitsverhältnisse, 1996 24,663 Millionen und 1991 sogar noch 26,830 Millionen. Würde man eine höhere Mindest-Wochenarbeitszeit ansetzen, sähen diese Daten noch mieser aus.

Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit, sein erfolgreiches und einseitiges Exportmodell finden seinen Ausdruck eben auch in einem sehr schwachen Zuwachs bei den Lohnstückkosten:

1dDie Entwicklung der nominalen Lohnstückkosten in den DFPIIGS und in der EU17 im Chart seit Q1 2000 bis Q4 2012. Trotz kräftiger Korrektur in Griechenland, Irland Spanien und Portugal, haben sich die deutschen Lohnstückkosten immer noch viel schwächer entwickelt, obwohl sie sichtbar anziehen. Aber die Entwicklung der deutschen Lohnstückkosten hinkt immer noch deutlich den anderen hinterher. Geradezu erschreckend die immer noch bestehende Divergenz zu Italien und Frankreich. Seit 2000 (=100) bis Q4 2012 stiegen die nominalen Lohnstückkosten in Deutschland (blau) um +10,3%, in Frankreich (rot) um +29,0%, in Portugal (grün) um +20,2%, in Italien (lila) um +35,7%, in Irland (türkis) um +22,2%, in Griechenland (orange) um +22,2%, in Spanien (hellblau) um +20,2% und in der Eurozone insgesamt (rosa) um +22,8%.

Nun noch zur “starken” staatlichen Rente in Deutschland, die Realität ist eine andere, schwachen Löhnen folgen letztlich auch schwache Renten, die Erhöhung des Renteneintrittsalters und die Senkung des Rentenniveaus sorgen noch zusätzlich für immer mehr Altersarmut. Aus der gesetzlichen Rentenversicherung bezogen laut der Rentenbestandsstatistik 2012 (Personenkonzept) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) 6,666971 Millionen Rentner in Deutschland eine Rente von unter 600 Euro.

2aDie Renten in Euro mit der entsprechenden Anzahl der Rentner, je Person laut Rentenbestandstatistik 2012. Bereits bei Renten über 800 Euro fällt die Zahl der Bezieher kontinuierlich ab. 3,211936 Millionen Rentner beziehen eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung von unter 300 Euro im Monat. 6,666971 Millionen Rentner erhalten eine Rente von unter 600 Euro und 11,320463 Millionen Rentner und damit 54,9% aller Rentner erhalten aus der gesetzlichen Rentenversicherung weniger als 900 Euro im Monat.

1aDie Renten in Euro mit der entsprechenden Anzahl der Rentner, je Person laut Rentenbestandsstatistik 2012 unter oder über definierter Schwellen zusammengefasst. Auch ein Blick auf gute Renten ist interessant, nur 1,908135 Millionen Rentner beziehen eine Rente von über 1’500 Euro im Monat, nur 389’603 Rentner eine Rente von über 1’800 Euro und gerade mal 59’021 Rentner eine Rente von über 2’100 Euro im Monat. Zum Vergrößern bitte die Charts 1x anklicken.

Mehr als die Hälfte (54,9%) aller Bezieher der gesetzlichen Rente bezogen 2012 weniger als 900 Euro im Monat. Mit den starken deutschen gesetzlichen Renten ist es also nicht so weit her, anders als es die Bundeskanzlerin meint, denn die Daten aus ihrem Bundesministerium BMAS belegen das Gegenteil. Die Renten sind Spiegelbild der schwachen Löhne und die Erhöhung des Renteneintrittsalters und die Senkung des Rentenniveaus verschärfen für eine Vielzahl der Rentner die Einkommenssituation und führen zu latenter Altersarmut.

Damit ist der Dreiklang aus Löhnen, Renten und Vermögen in Deutschland dokumentiert. Eine beschämende Bilanz und dramatisch bzw. bezeichnend ist es, dass verantwortliche Politik und Mainstream weder zu einer ordentlichen Bestandsaufnahme noch Analyse willens oder fähig sind, sondern sich meist nur im Relativieren der Verhältnisse verausgaben.

Deshalb in Bezug auf die ach so tollen staatlichen Renten in Deutschland, auch noch ein Paukenschlag von der OECD, aus dem Retirement-Income Systems Bericht “Pensions at a Glance 2011″ Part2.

1aDie Nettolohnersatzquote 2011 der gesetzlichen Rentensysteme im Vergleich bei nur halbem Arbeits-Durchschnittseinkommen. Deutschland ist Schlusslicht, gerade Arbeitnehmer mit miesen Löhnen, haben in Deutschland gemessen an den Arbeitseinkommen eine besonders schlechte Nettolohnersatzquote von nur 55,6% im Jahr 2011.

Während bei anderen Ländern die Quote bei halbem Arbeits-Durchschnittseinkommen wesentlich höher ist, als bei einem ganzen Durchschnittseinkommen oder gar dem 1,5-fachen des Durchschnittseinkommens, also eine soziale Komponente implementiert ist, wird der deutsche Arbeitnehmer mit niedrigem Lohn auch als Rentner gnadenlos kurz gehalten.

Bei halbem Arbeits-Durchschnittseinkommen beträgt in Deutschland die Nettolohnersatzquote 55,6% bei einem Durchschnittseinkommen 57,9% und beim 1,5 fachen des Durchschnittseinkommen 57,2%! Ganz anders in Dänemark, wo nicht nur die Nettolohnersatzquote generell glänzt, sondern auch die enthaltene soziale Komponente. Beim halbem Arbeits-Durchschnittseinkommen betrug die Nettolohnersatzquote in Dänemark 131,9%, beim Durchschnittseinkommen 89,8% und beim 1,5 fachen des Durchschnittseinkommens 80,8%.

Betrachtet man die deutsche Nettolohnersatzquote beim Durchschnittseinkommen klettert bei 26 betrachteten Ländern Deutschland, vom Schlusslicht beim halbem Arbeits-Durchschnittseinkommen, um 8 Plätze nach oben und beim 1,5 fachen des Durchschnittseinkommen um 14 Plätze nach oben!

1aDie Nettolohnersatzquote 2011 der gesetzlichen Rentensysteme im Vergleich bei nur halbem Arbeits-Durchschnittseinkommen, beim Durchschnittseinkommen, dem 1,5-fachen der Durchschnittseinkommen und dem medianen Durchschnittseinkommen. Die Nettolohnersatzquote beschreibt die Netto-Rente im Verhältnis zum Nettoeinkommen (nach Steuern und Abgaben). Die Daten sind in aufsteigender Rangfolge sortiert, nach dem halbem Arbeits-Durchschnittseinkommen.

Quellen: Ecb.int/The Eurosystem Household Finance and Consumption Survey/Statistical Tables, Destatis.de/Pressemitteilung Nr. 114 vom 22.03.2013: Real­löhne im 4. Quar­tal 2012 zum Vor­jahres­quar­tal um 0,7 % ge­stie­gen, Destatis.de/Tabellen/Atypische Beschaeftigung, Arbeitsagentur.de/Arbeitsmarkt-Monatsberichte, Bmas.de/PDF: Rentenbestandsstatistik 2012, Oecd-ilibrary.org/PDF: Pensions at a Glance 2011 – RETIREMENT-INCOME SYSTEMS IN OECD AND G20 COUNTRIES

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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68 KommentareKommentieren

  • Daniel2012 - 23. April 2013

    applaus steffen – gilt fuer deine arbeit,
    die zahlen haben leider keinen verdient.

    nochmals angela merkel:

    “Rein statistisch sind Länder wie Spanien, Zypern oder Griechenland pro Haushalt reicher als wir. Aber Vorsicht, die Statistik ist verzerrt: In diesen Ländern besitzen viel mehr Menschen Häuser und Wohnungen, meist als Altersvorsorge. In Deutschland dagegen gibt es starke gesetzliche und betriebliche Rentensysteme. Die hohen Rentenansprüche der Deutschen aber sind in dieser Vermögensstatistik nicht enthalten, ebenso wenig Immobilien oder Vermögen, das Deutsche im Ausland haben. Deshalb sehen die Durchschnittsvermögen der Deutschen kleiner aus als sie sind.“

    …ich mach dann mal los, so eine auslandsimmobilie macht arbeit. :)

    • topperhopper - 24. April 2013

      Jedem Rentenanspruch steht auch eine Rentenverbindlichkeit gegenüber. Rentenansprüche ändern am Gesamtvermögen der Bevölkerung nichts.

      VG

  • Huthmann - 23. April 2013

    Hallo Querschüsse,

    ein sehr guter Artikel!!!

    Mfg

  • Nordic Talking - 23. April 2013

    Hallo Steffen, ein wieder mal beeindruckender – wenn auch nicht unbedingt prickelnder -Datenreigen ! Die nächste Spende macht sich in Kürze auf den Weg nach Berlin…

  • markus - 23. April 2013

    komplimente für diese webseite, welche ich immer gerne lese … interessant an diesen zahlen wäre auch das vermögen je person anstatt je haushalt, da mit der ausgabe je haushalt diese zahlen durch die verschiedenen grössen je haushalt verzerrt werden. ein haushalt in deutschland hat eine andere grössenordnung als in spanien. dadurch würden die vermögenswerte in ein rechteres licht gerückt … es ist einfach nicht glaubwürdig dass das median vermögen in deutschland hinter länder wie griechenland, slowakei oder slowenien liegt … schöne gruesse und danke für die immer sehr guten beiträge

    • Querschuss - 23. April 2013

      Hallo Markus,
      habe ich anhand von Spanien und Deutschland schnell durchgerechnet, vom spanischen Median mal “großzügig” -30% wegen gesunkener Immobilienvermögen (Nettovermögen besteht ja nicht nur aus Immobilien) abgezogen und durch 2,68 für die Größe des spanischen Durchschnittshaushaltes, verbleiben immer noch ca. 68’200 Euro an medianen Nettovermögen pro Kopf, während Deutschland dann 25’200 Euro pro Kopf anzeigt.

      Aber ob die Gleichung so simpel ist bzw. 1:1 anwendbar, größerer Haushalt = jeweils mehr Vermögen, da habe ich meine Zweifel. Als Beispiel, mehr Kinder in einem Haushalt dürften wegen höherer Ausgaben und geringerer Sparrate wohl nicht zu mehr Vermögen im Haushalt führen, tendenziell eher zu weniger.

      Aber keine Frage jede Statistik ist immer nur bedingt aussagekräftig und hat seine Schwächen, aber der deutsche Dreiklang bei Löhnen, Renten und Nettovermögen bleibt trotzdem konsistent und die Daten sind in der Summe erdrückend.

      Gruß Steffen

  • Chotschen - 23. April 2013

    Besonders bemerkenswert ist, dass Schweden, eines der wenigen Länder, das besser als Deutschland aus der Krise gekommen ist, den niedrigsten Niedriglohnanteil aller Beschäftigten ausweist.

    Hier die Daten von Eurostat:
    http://epp.eurostat.ec.europa.eu/tgm/table.do?tab=table&init=1&plugin=1&language=de&pcode=tec00115

    • Daniel2012 - 23. April 2013

      sie muessen da was falsch verstanden haben:

      vor allem zu hohe loehne sind verantwortlich fuer verwerfungen und arbeitslosigkeit.
      die schweden-sache wird zufall oder sowas sein – die kanzlerette erklaert ihnen das mal:

      http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-04/merkel-euro-krise-mindestlohn-amtszeit
      http://www.bild.de/politik/inland/angela-merkel/ich-will-bis-ins-jahr-2017-regieren-30047432.bild.html

      (sorry fuer die bild.de-links, aber merkel spricht scheinbar nicht mit jedem)

      “Unsere wirtschaftliche Entwicklung ist nicht so robust, wie manche meinen, sie würde dadurch nur gefährdet. Soziale Politik heißt für mich auch, für Lohnuntergrenzen einzutreten, und zwar solche, die regionale und Branchenunterschiede berücksichtigen und nicht etwa einen von Politikern festgelegten Einheits-Mindestlohn. Viele Länder in Europa haben doch genau deshalb eine viel höhere Arbeitslosigkeit als wir, weil Löhne und Leistung bei ihnen zu weit auseinander klaffen.”

      zusammenhaenge zwischen “beschaeftigungswunder” hier und verlorenen arbeitsplaetzen dort kennt sie nicht, stoert sie nicht, versteht sie nicht…

      Dumpinglöhne in Deutschland
      Belgien beschwert sich bei EU

      http://www.hinzundkunzt.de/belgien-beschwert-sich-bei-eu/

  • Gilga - 23. April 2013

    Ein hervorragender Artikel mit gut aufbereiteten (neuen) Zahlen!

    Vielen Dank dafür!

    PS: Wo kann man spenden?!

    • Querschuss - 23. April 2013

      Hallo Gilga,
      per Paypal an: sb234@aol.com

      oder via Überweisung an das Geschäftskonto von Querschuesse.de:

      Querschuesse
      Kto: 0190112859
      Blz: 10050000
      Berliner Sparkasse

      IBAN: DE71100500000190112859
      BIC-/SWIFT-Code: BELADEBE

      Herzlichen Dank! Geldeingänge sind inkl. Mehrwertsteuer. Je 5 Euro Geldeingang kommt für einen Monat ein Login per Mail für den geschlossenen Bereich. Bitte bei Überweisung eine Mailadresse als Verwendungszweck angeben. Statt @, at

      Steffen

      • Gilga - 23. April 2013

        Ok, da kümmere ich mich in Bälde (noch heute)!

        PS: Gibt es eigentlich die Möglichkeit eine Spendenquittung zu bekommen?

        • Querschuss - 23. April 2013

          Hallo Gilga,
          leider nein, Querschuesse ist nicht gemeinnützig, kann demzufolge keine Spendenquittungen ausstellen, Einnahmen werden versteuert inkl. Mehrwertsteuer, du kannst eine Rechnung für die überwiesene Summe bekommen.

          Gruß Steffen

  • RedMoe - 23. April 2013

    Wieder mal ein ausgezeichneter Artikel.

    Nur eine kleine Anmerkung: Bei der Grafik über die Entwicklung der Lohnstückkosten ist nicht wirklich leicht zu erkennen, welche Linie welches Land darstellt. Vielleicht könnte man die Darstellung hier in Zukunft etwas übersichtlicher gestalten. :)

    Inhaltlich aber wieder TOP Arbeit.

  • Querschuss - 23. April 2013

    Hallo RedMoe,
    also Deutschland erkennt man sehr gut :)

    Ansonsten ist es schwierig, je mehr Länder man in den Chart aufnimmt und je mehr sich auf einen Punkt zubewegen, wie in diesem Chart, dies einigermaßen erkennbar darzustellen. Aber 1x den Chart anklicken und vergrößern hilft.

    Gruß Steffen

    • Gilga - 23. April 2013

      Vielleicht würde es ausreichen die Ländernamen in der jeweiligen Farbe im Chart auszuzeichnen. Sprich: “Italien” lila, “Frankreich” rot, usw.

      • Querschuss - 23. April 2013

        Hallo Gilga,
        habe ich probiert, bringt nichts, da teilweise Mischfarben aus Excel und es kostet zuviel Zeit genau diese Mischtöne zu treffen, abweichende Farbtöne verwirren noch mehr.

        Gruß Steffen

        • Gilga - 23. April 2013

          Dann bliebe als einzige Alternative noch eine Legende… macht die Grafik aber auch nicht wirklich schöner (rein von den ästhetischen Aspekten her)

          PS: Ich finde auch das der Zusammenhang Ländername/Graph nicht ganz eindeutig ist. An der Grundaussage des Charts besteht aber kein Zweifel.

  • M.C. - 23. April 2013

    Irgendwas kann an diesen Zahlen nicht stimmen.

    Wenn jedem Vermögen auch entsprechende Schulden entgegenstehen – wie kann es dann sein, dass der Median der Haushaltsvermögen im Plus ist und außerdem angeblich nur das unterste Quantil knapp im Minus liegt?

    Wer sind die Schuldner dieser Vermögen?

    • Gilga - 23. April 2013

      Soweit wie ich dies verstehe handelt es sich lediglich um privater Geld- und anderer Vermögenswerte (z.B. Immobilien)

      Implizite Schulden (wie z.B. die Schulden des Staates, der Unternehmen, …) werden hierbei nicht berücksichtigt.

      • Gilga - 23. April 2013

        Dann bliebe als einzige Alternative noch eine Legende… macht die Grafik aber auch nicht wirklich schöner (rein von den ästhetischen Aspekten her) :-)

        PS: Ich finde auch das der Zusammenhang Ländername/Graph nicht ganz eindeutig ist. An der Grundaussage des Charts besteht aber kein Zweifel.

    • Querschuss - 23. April 2013

      Hallo M.C.
      die Nettovermögen der privaten Haushalte sind die vorhandenen Assets minus die Schulden, die untersten 20% der deutschen privaten Haushalte haben eben mehr Schulden als Assets. Assets können Immobilien, Schmuck Edelmetalle, Fahrzeuge usw. sein, bzw. auch Bankeinlagen, Bausparer, Fonds, Aktien, private Lebensversicherungen usw.

      Vermögen der privaten Haushalte müssen nicht Schulden der privaten Haushalte gegenüberstehen, es gibt noch mehr volkswirtschaftliche Sektoren als private Haushalte, z.B. den Staat. Außerdem stehen in der gesamten Volkswirtschaft nur Geldforderungen, den Geldschulden gegenüber. Nach Auslöschung aller Geldforderungen und Geldschulden bleiben immer noch die Sachwerte übrig :)

      Gruß Steffen

  • Paul - 23. April 2013

    Deutschland liegt bei den gesetzlichen Rentenleistungen unter den 31 OECD-Staaten an letzter Stelle.
    Durch die Abkopplung von der Produktivitätsentwicklung hätten Arbeitnehmer bei einem Einkommen von 1000 Euro später eine Rente von gerade einmal 400 Euro. Das OECD-Niveau liege dagegen bei 730 Euro, die Dänen bekämen 1200 Euro.

  • Werner - 23. April 2013

    Hallo Steffen,

    wieder mal absolute Spitze. Das Abo ist wirklich sinnvoll investiertes Geld. Warum liest man solche knallharten Fakten nicht in den MSM!?!?

    Ich weiß, das hört sich nach Neiddebatte an, aber haben Sie vergleichbare Zahlen für Pensionen?

    Gruß

    Werner

    • Querschuss - 23. April 2013

      Hallo Werner,
      zu den Pensionen habe ich keine Daten parat, müsste ich mich auf die Suche machen, aber sicher sieht es dort besser aus, als bei der gesetzlichen Rente.

      Gruß Steffen

  • Martina - 23. April 2013

    Vielen Dank, Steffen, für diesen Artikel.
    Den hab ich grad meiner 25-jährigen geschickt. Wird aber alles nix helfen, das Gör will einfach nicht aus Berlin raus…

    Ich bestell mir jetzt ein paar Pullen guten Portwein und unterstütze die portugiesische Wirtschaft.
    Unsere muss man sich ja schönsaufen…

    Gruß
    Tina

  • Horst Horstmann - 23. April 2013

    Das Balkendiagramm zu den Nettovermögen ist beschönigend, da nur die obersten 20% in 10%-Blöcken dargestellt werden.
    Optisch wird dadurch ja die Hälfte des Flachlands versteckt und dann auch noch der Anstieg verschliffen.^^

    • Gilga - 23. April 2013

      Wobei der Unterschied zwischen den 80-90% und den 90-100% schon von Interesse ist (selbst dort schlägt die Verteilung noch zu). Die 80-90% Werte mit etwas über 330.000 sind z.B. schon für (echte) Eigenheimbesitzer (also nicht mit Bank im Grundbuch) in den meisten Regionen Deutschlands m.W. nach problemlos “machbar”.

      Oftmals liest man ja die Kritik das die Darstellung der obersten 1% dann nochmal interessant wären. Insofern finde ich es schön, das die Daten im Chart noch enthalten sind. Man muss halt auch mal auf die Achsenbeschriftung achten können (empfiehlt sich übrigens sehr oft; Querschüsse ist hier m.E. nach immer sehr exakt; oft fehlen solche Angaben nämlich oder sind ungenau).

    • Querschuss - 23. April 2013

      Hallo Horst Horstmann,
      das ist zwar durchaus richtig, aber ich kann nur die Daten so darstellen wie sie zur Verfügung gestellt werden, indem Fall 1:1 von der Bundesbank aus der PHF Studie:

      http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Presse/Publikationen/2013_03_21_phf_tabellen.pdf?__blob=publicationFile
      Tabelle 1_A_3

      Gruß Steffen

      • Horst Horstmann - 30. April 2013

        Machste halt die ersten vier Balken doppelt so breit. ;)
        Geht ja nur darum, daß die Proportionalität optisch erhalten bleibt.^^

  • Holly01 - 23. April 2013

    Eine sehr gute Übersicht. Es stellen sich tatsächlich einige Fragen.
    Da DE als einziges Land seit dem WKII bzw. kurz danach ein erhebliches Plus bei der Leistungsbilanz aufweist, müßte das Vermögen in DE sehr hoch sein.
    Ist es aber nicht.
    Selbst Länder deren Karriere viel kürzer ist/war weisen massiv höhere Beträge (Erträge) aus (zB. China, Korea, Japan).
    Also wo ist denn nun das ganze Geld? 1 Bill. Auslandsvermögen ist um den Faktor 4-6 zu niedrig, wenn man den Vergleich mit China oder Japan wählt.
    Im Übrigen ist Merkel mit sicher keine Sozialpolitikerin, aber der Kohl hat diese Politik geprägt. Der hat die Löhne von der Produktivität abgekoppel und die Gewerkschaften wirtschaftlich zerbrochen.
    Kann sich noch jemand daran erinnern wie die Gewerkschaftsvermögen (Neue Heimat) für 1 Mark verschleudert wurden. Es gab ja auch andere Beispiele.

    Die Beitragsbemessungsgrenzen müssen eindeutig weg.
    Die staatliche Rente darf nicht Sammelbecken der Geringverdiener sein, es müssen alle Einkommen erfaßt und für die Rente genutzt werden.
    Der staatliche Rentenbeitrag aus dem Bundeshaushalt ist pure Propaganda, um den sozialen Staat rauszuhängen und um über “Kosten” jammern zu können.

  • EURO NEIN DANKE AUFKLEBER - 23. April 2013

    Wahnsinn, wie sehr die Deutschen vom Euro profitiert haben! Das ist fast schon unanständig!

  • M.C. - 23. April 2013

    Wenn hier immer die Rede von “Haushaltsvermögen” ist – gibt es denn auch die Zahlen dazu, wie viele Köpfe jeweils pro Haushalt und Land versorgt werden müssen? In Deutschland sind das im Schnitt ja kaum 3. Ich kann mir vorstellen, dass das in den Ländern auf der linken Seite der Grafik deutlich mehr sind, was die Zahlen etwas relativieren dürfte.

    Da bei diesem Zahlenwekr wie oben geschrieben die impliziten Schulden von den angeblichen “Netto”-Vermögen nicht abgezogen werden, ist es ja wenig verwunderlich, dass die Haushalte in den Staaten mit den höchsten Staatsschulden/Kopf eher am linken Ende der Grafik zu finden sind. Man tut dann wohl so, als ob die Staaten diese Schulden (also z.B. Staatsanleihen) irgendwann begleichen könnten (ohne noch mehr neue aufzunehmen).

    • Querschuss - 23. April 2013

      Hallo M.C.,
      Vermögen wird üblicherweise je Haushalt angegeben, was auch einen Sinn ergibt, auch die USA u.a. machen es so. Warum soll man bei privaten Vermögen die Staatsschulden abziehen (?), erschließt sich mir nicht, außer man möchte so die Staatsschuldenmisere beenden.

      Personen je Haushalt:

      Belgien 2,31
      Deutschland 2,04
      Griechenland 2,64
      Spanien 2,68
      Frankreich 2,24
      Italien 2,53
      Zypern 2,76
      Luxemburg 2,48
      Malta 2,85
      Niederlande 2,22
      Österreich 2,13
      Portugal 2,71
      Slowenien 2,57
      Slowakei 2,83
      Finnland 2,08

      mediane Nettovermögen pro Kopf in tausend Euro:

      Slowakei 21,6
      Deutschland 25,2
      Portugal 27,7
      Österreich 35,9
      Griechenland 38,6
      Slowenien 39,2
      Finnland 41,3
      Niederlande 46,7
      Frankreich 51,7
      Spanien 68,2
      Italien 68,6
      Malta 75,8
      Belgien 89,3
      Zypern 96,7
      Luxemburg 160,4

      Auch geteilt durch die Anzahl der Personen je Haushalt bleibt Deutschland hinten, wenn auch nicht mehr Schlusslicht, sondern eine Lampe davor.

      Gruß Steffen

  • Roland - 23. April 2013

    Eine Arbeitslosenquote in Spanien jenseits von Gut und Böse – und angeblich im Median ein deutlich höheres Nettovermögen als in D ?
    Irgendwas stimmt da nicht. Die Löhne/Gehälter im Median waren doch immer deutlich unter den deutschen.
    Und aus eigener Erfahrung weiss ich, dass viele Spanier in den “guten alten Zeiten” einen Großteil ihres Monatseinkommens gleich am Monatsanfang in die Restaurants gebracht und verschlemmt hatten. Sparen war nie groß angesagt.

    Das alles kommt mir spanisch vor.

    • Querschuss - 23. April 2013

      Hallo Roland,
      die Methodik der Datenerhebung war in allen Ländern gleich, insofern besteht Vergleichbarkeit. Sicher kann man argumentieren das die Methodik nicht ausreichend alle Formen von Vermögen abbildet bzw. länderspezifische Besonderheiten nicht ausreichend berücksichtigt oder überbetont. Allerdings so einfach beim Relativieren wie die Kanzlerin sollte man es sich nicht machen, denn die “tollen” deutschen staatlichen Renten verbessern das Bild eben nicht, sondern sind ein Armutszeugnis. Und weil bereits die Immobilienquote der deutschen privaten Haushalte in Deutschland bei vergleichsweisen niedrigen 44,2% liegt, lässt sich schon gar nicht mit den Immobilien von Deutschen im Ausland im Promillebereich argumentieren, wie es die Kanzlerin tut.

      Um Nettovermögen zu ermitteln, stellt sich immer die Frage nach der Bewertung und nach dem Zeitpunkt. In Spanien war der Zeitpunkt 2008, in Deutschland 2010, keine Frage im Frühjahr 2013 sieht das Nettovermögen der spanischen Haushalte anders aus, …weit schlechter.

      Nicht spanisch ist, nur 44,2% der deutschen Haushalte besitzen eine Immobilie, in Spanien sind es 82,7%. Immerhin 55,9% der spanischen Haushalte besitzen eine abbezahlte Immobilie (also reines Nettovermögen in Form einer Immobilie). In Deutschland sind dies nur 26,2% der Haushalte.

      Gruß Steffen

      • Roland - 24. April 2013

        In meinen Augen muss -Spanien betreffend- das “gefühlte” statistische Wohlergehen mit dem aufgeblasenen Immobilienvermögen zu tun haben.
        Beispiel: Ein guter Bekannter von mir hatte vor etwa 10 Jahren in der Innenstadt von Bilbao eine Wohnung für 50.000 EUR gekauft, nach drei Jahren und Pinselrenovierung dann für das fünffache (250.000 EUR) wieder verkauft. Die Bank des Käufers hatte diesem fast 100% seiner Spekulation finanziert.
        Wenn die heisse Luft aus dem Immobilienmarkt raus ist, sehen wir wieder realere Verhältnisse.

        p.s.
        Dass in D brutale Ausbeutung herrscht und Armut organisiert wird, ist selbstredend und ist durch Deine Untersuchungungen ausgezeichnet dokumentiert.

  • Frank Bell - 23. April 2013

    Suuuper-Artikel. Vielen, vielen Dank!

    Zu den Gewerkschaften:

    Da diese sich immer nur als Wahlhilfeverein für die SPD verstehen, kann für die Mitglieder (und alle anderen Arbeitnehmer) auch nichts herauaskommen!

  • Sebschu - 23. April 2013

    @Roland
    Naja das Bruttogehalt war niedriger, nicht das Nettoeinkommen. Mit hohen Steuerabgaben lässt sich halt keine Vermögen aufbauen.

    @Querschüsse
    Hallo Steffen,
    super Artikel mit sehr Viel Daten und Fakten.
    Bei Punkten Rente sowie Vermögen stimme ich deiner Analyse zu, nur bei den Löhnen und Lohnstückkosten komme ich auf ein anders Ergebnis.

    Als Maschinebauer sehr einige Dinge aus einem anderen Blickwinkel. Ich studiere an der Uni Stuttgart und wir haben sehr viele Asiatische Studenten, manchmal kommt man ins Gespräch und ich habe diese mal gefragt was sie so im Heimatland so verdienen werden. Der voraussichtliche Lohn ist um etwa 60 -70 % niedriger als meiner. Das bedeutet folglich, um mit ihnen auf dem Weltmarkt zu konkurrieren, muss ich etwa dreimal leistungsfähiger sein. Was völlig unrealistisch ist, da wir die gleiche Ausbildung genossen haben, würde ich sagen unsere Leistungsfähigkeit ist grob gleich groß.

    Daraus folg, dass Deutschland seine Löhne eben nicht inflationsbereinig und mit den Produktivitätszuwächsen ändern kann, sondern diese auf den Weltmarkt anpassen muss, um nicht substituiert zu werden. Seit 1990 strömen nun mal viele neue Länder auf den Westlichen Markt, deren Lohnkosten und Lohnstückkosten für Massenprodukte viel niedriger sind. In manchen Teilen haben diese Länder z.B. Korea, China, Taiwan teile unsere Industrie schon fast vollständig substituiert z.B. Schiffsbau. Für die deutschen Firmen ist es also notwendig ihre Löhne und Lohnstückkosten diesen Industrie/Produktionsländern anzupassen.

    Ich formuliere dies nun absichtlich etwas spitz.
    Deutschland muss seine Lohnkosten den weltweiten Industrieländern (Mexico, China, Korea, Taiwan, Thailand etc.) anpassen und nicht den sogenannten Erstweltländern oder ehemaligen Industrieländern (Frankreich, Großbritannien, Spanien, etc.) um weiterhin ein Industrie/Produktionsland sein zu können.

    Noch haben viele ehemalige Industrieländer den oberen Teil der Wertschöpfungskette, das Vertriebsnetz, die Verbindungen und können damit noch große Gewinne erwirtschaften. Das wird sich über Jahrzehnte ändern. Somit muss das Lohnniveau in den Erstweltländern stark sinken, ich würde sagen Kaufkraftbezogen so ca. 60 – 70%.

    In der Zukunft, werde ich mit meinen derzeitigen Kommilitonen auf dem Weltmarkt konkurrieren müssen und das werde ich nur auf Augenhöhe mit vergleichbar hohen Löhnen schaffen können. Somit sind die deutschen Löhne jetzt und in der Zukunft nicht zu niedrig, sondern zu hoch im Vergleich zu den Produktionsländern. Welche Lohnverhältnis sich zwischen Deutschland und z.B. Südeuropa einstellt kann uns eigentlich egal sein, den diese Länder werden in den nächsten Jahrzehnten uns keine Produkte oder Rohstoffe liefern, wir werden mit Ihnen also immer weniger Handeln.

    • Eurelios - 23. April 2013

      @ Schebschu

      Sklavenwillig? Du schreibst:

      In der Zukunft, werde ich mit meinen derzeitigen Kommilitonen auf dem Weltmarkt konkurrieren müssen und das werde ich nur auf Augenhöhe mit vergleichbar hohen Löhnen schaffen können. Somit sind die deutschen Löhne jetzt und in der Zukunft nicht zu niedrig, sondern zu hoch im Vergleich zu den Produktionsländern.

      Es gab mal eine Zeit da standen zig Arbeitslose an den Werkstoren und boten Ihre Arbeitskraft
      den damaligen Besitzern der Fabriken an.

      Der erste schrie ich arbeite für Dich für 10 Reichsmark in der Stunde. Er wurde unteboten
      von einem Anderem der verzweifelt rief ich machs für 5 Mark in der Stunde. Der wurde
      auch noch unterboten in dem einer ich habe Hunger rief: Ich arbeite für Dich wenn ich täglich
      mit meiener Familie satt werde.

      Weitere Sätze will ich nicht mehr schreiben.

    • MartinR - 23. April 2013

      @ Sebschu

      An Ihren ueberspitzten Ausfuehrungen zu den Lohnstueckkosten im globalen Vergeich ist wohl leider zumindest etwas Wahres dran.

      Die Schlussfolgerungen zieht man nicht mit Freude. Noch ist Deutscland ja Mitglied einer Waehrungsgemeinschaft. Wenn das sich mal aendern sollte, in welchem Zeitraum soll dann eine notwendige globale Angleichung der Lohnstueckkosten mit heutigen Entwicklungslaendern erfolgen? Da reicht eine Agenda 2020 wohl nicht.
      Wie soll das sozialvertraeglich bewerkstelligt werden und um Deutschland herum in Europa nur noch hoffnungsloses Elend?

    • Milo Minderbinder - 24. April 2013

      Schebschu,
      Angenommen, die ganze Welt hat Arbeitskosten auf dem Niveau von Burma oder Somalia. Alles gut?
      Wer soll denn dann das Zeug noch kaufen können? Wie viele Rikschas kann die BRD exportieren?

      Da ziehen wir uns im Moment den Teppich unter unseren Füssen Weg -unser bester, gut gepflegter Absatzmarkt WAR (wie du selber schreibst) Europa – das wir durch unsere Wirtschaftspolitik so erfolgreich ruinieren (wen du hier mitgelesen hast, scheint jetzt auch Holland in die Knie zu gehen).
      Klar, Die USA boomen, Indien und Brasilien können nicht genug kriegen und China lernt deutsch.

      Es ist interessant, das die VR China die Binnenkonjunktur durch bessere Löhne (was Vietnam usf. scheinbar Wettbewerbsvorteile gibt) die Binnenkonjunktur anheben will. Höhere Löhne – mehr Absatz.
      Henry Ford, bei Leibe kein Sozialist, hat seinen Arbeitern überdurchschnittlich hohe Löhne bezahlt. Sein Argument: Irgendjemand muss meine Autos ja kaufen.

      Nebenbei, es geht auch um Kaufkraft im jeweiligen Land – und da kann man z. B. die VR Vietnam schlecht mit der EU vergleichen.

      Und letztlich – würde man einen Wirtschaftskrieg auf Lohnkosten beginnen, wären Währungsabwertungen eine Antwort.

      Wir hier stecken in einer sich täglich verschlimmernden selbstgebauten Krise – uns wenn es denn kracht, bist du als Maschinenbauer vermutlich als einer der ersten betroffen – lass uns hoffen, das Hirn vom Himmel fällt und wir noch die Kurve kratzen

      lg

      stp

    • Vandermonde - 24. April 2013

      Ihre Argumentation ershcließt sich mir nicht. Produktivität lässt sich nicht nur an der Ausbildung und Leistung Einzelner festmachen. Produktivität ergibt sich aus einem sehr komplexen Zusammenspiel. Um bei Ihrem Beispiel mit Asien zu bleiben: die Akademikerquote ist z.B. in China (noch) lächerlich gering. Dazu kommen noch eine Summe von Faktoren, wie z.B. allgemeines Ausbildungssystem, Gesundheitsversorgung, Umweltschutz, Infrastruktur und natürlich das Rechtssystem, die Rechtssicherheit, der Anteil der Korruption usw.

      Die Frage ist auch, inwiefern mehr oder weniger repressive politische Systeme die mit starker Zensur funktionieren, sich auf die Innovation auswirken.

      Die beobachtenden Lohnunterschiede ergeben sich auch aus all diesen begleitenden Faktoren, die die Produktivität maßgeblich mitbestimmen.

      Abgesehen davon sind Handelsbeziehungen zwischen Ländern eine Frage der politischen Gestaltung ist und keine Naturgewalt und der europäische Binnemarkt hat trotzdem immer noch den größten Anteil an den Exporten der EU Länder.

  • Delta120 - 23. April 2013

    Sehr schöne Arbeit.

    Die immer weiter auseinandergehende Scherre der Löhne und Gehälter muss dringend gestopt werden, damit auch die unteren Einkommensschichten wieder am Nationaleinkommen beteiligt werden.

    Geht praktisch am schnellsten, wenn man die Sozialversicherungsgrenzen aufhebt und unbegrenzt in die Sozialkassen einzahlen läßt. Nebeneffekt wäre, dass die Beitragssätze auch noch sinken und somit mehr Nettolohn im unterem Segment zur Verfügung steht.

    Allerdings zweifele ich stark an der Stichhaltigkeit von diesen Vermögensschätzungen.
    Da wird halt viel in der blauen Dunst geschätzt. Ich erinnere nur an unsere Arbeitslosenstatistik, wo am Ende aus 2 bezahlten Arbeitslosen ein gezählter Arbeitsloser wird. Hier kommt es zu sehr auf die Zähler an. Ein Vergleich aus Haushaltsgeldvermögen bzw. besser pro Kopf ist sicher weniger Schätzer abhängig.

    Eine Gegenüberstellung von Rente und Pensionen zu dem Thema, wie Werner es vorgeschlagen hat wäre sicher noch interessant, wenn wir auch alle glauben zu wissen, wie dies ausgehen wird.

  • klaus - 23. April 2013

    @Querschuss:Erst ein mal Danke für die super Aufarbeitung.

    Ich fürchte, es wird auch weiter bei diesem Trend
    des Abschöpfens der Liquidität bleiben.

    Schäuble sagt, es ist zuviel Geld im Euro-System.

    http://www.telegraph.co.uk/finance/financialcrisis/10006065/ECB-should-limit-amount-of-liquidity-in-the-eurozone-says-Wolfgang-Schaeuble.html

    http://www.reuters.com/article/2013/04/19/eurozone-ecb-schaeuble-idUSB4N0CP01520130419

    Mutti meint, Austerität sei ein böses Wort.
    “Haushaltsausgleich” wird somit das Unwort des
    Jahres 2014. Frei nach Mutti.
    http://www.telegraph.co.uk/finance/financialcrisis/10013814/Angela-Merkel-Austerity-makes-it-sound-evil-I-call-it-balancing-the-budget.html

    Ein Hoeneß war beratend für Mutti und Steinbrück
    unterwegs lt. Bild.

    So sieht unsere Politik aus. Wie das Schaffensende
    des Herrn Hoeneß.

    Vertrauen ist ein hohes Gut, sagen die Banken.
    Ein Hoeneß ist nicht mehr als Werbeträger für die
    Hypo Vereinsbank diskutabel. Der Vertrag ist
    gekündigt.

    Bayern ist das Land, mit den wenigsten
    Steuerprüfungen, lt. Frontal21, heute.

    Steuerdumping von Zypern und Irland war unerträglich.
    Jetzt ist es mitten in Deutschland.
    Man macht es um die Unternehmen zu locken.

    Mittlerweile haben wir in Deutschland nur
    noch Steuerdumping,Lohndumping und Sozialkostendumping.
    Auch die die Public Private Partnerships dienen
    anscheinend nur noch der Aushöhlung der öffentlichen
    Kassen oder deren Vermögen.
    Immer mehr oder in anderen Augen, nur noch, kommt
    es zum finanziellen Squeeze-Out der öffentlichen
    Hand und die Privaten schöpfen den Profit ab.

    Da die Groß-Projekte einfach dank guten Ratgebern und
    z.T. Falschberatung,geplatzter Teilhaberei ( Nürburgring ),
    Lügen,usw.in das finazielle Nirvana gehen.
    Das Land verliert dadurch wertvolle Immobilien.
    Und wenn man dann nach dem Parteibuch der Profiteuere
    fragt ? Aber nein, das darf man nicht!

    Doch wohin gehen wir mit der stetigen Abwertung
    der Lohnstückkosten,Steuer- und Sozialkostendumping.
    Sehen wir die Arbeit in Hartz4 mal als Subvention
    (Konstrukt zum Lohndumping,Steuerdumping und Sozialkostendumping )
    für neoliberale Abschöpfer am System, so merkt man
    schnell, das Alles in Gefahr ist.
    Das System als Ganze blutet aus und dank den Offshore-Geschäften
    geht das Geld auch noch aus dem System.

    Wir exportieren Dank Hartz4,Insolvenzen und Target2 systematisch
    unser bischen Wohlstand.
    Auch der Mittelstand ist kaputt oder so stark in der Kreditfalle,
    das er noch vielleicht 20 Prozent im Falle der Insolvenz übrig
    hat.

    Für jeden gedruckten Euro im Süden Europas wird in Deutschland
    versteigert.Es wird Liquidität i. Sinne von Kopfkissen
    und Schwarzgeld abgepumpt.
    Erleichtert wird dies mit Hypothekendarlehen mit 0 – 10 Prozent
    Eigenkapital.Es heizt eine Insolvenzmaschinerie von Bankbediensteten,
    Sozial-Beratung,Rechtsanwälten und Gerichtsbediensteten an.
    Zum Schluß stellt man ein mangels Masse fest und die Werte rauschen
    in die HypoRealEstate(FMS). Dort stellt man falls(!, das muß nicht sein)
    die Verkäufe ordentlich ablaufen fest, das man evtl. wieder mal
    50 Mrd Euro mehr hat, als alles angeblich wert war.
    Ein Hoch dem objektiven Schätzer, andere könnten auf Enteignung kommen.
    Achso, vor den 50 Mrd mehr, hat der Steuerzahler bereits das
    Defizit in der Bad Bank ausgeglichen. ;)

    Und zum Schluß stellen wir fest, das über 10 Mio. Einwohner
    ohne Mindestlohn,keine Lebensversicherung mehr zahlen,
    keinen Bausparvertrag,kein Riester, keine Pflege-Bahr usw.
    Die Refinanzierung der Banken-Systeme bleibt aus.

    Also wie gesagt, eine Planung, die wie das Schaffensende
    von Herrn Hoeneß aussieht ( mit Hoffnung auf Wunder ).

    Und damit nicht genug.
    Nächste Woche kommt wohl die gewaltmäßige Zinssenkung
    der Euro-Zentralbank.
    Auch diese Wachstumsspritze kostet Geld.
    Wachstum auf Drogen, sagte einst Prof. Walter.
    Wo geht dieses Geld hin? Wartet Blessing?

    Wird dieser QE dann zum Kunstgriff in die Kleinsparerkonten führen?
    Es war klar, das die Ruhe nicht bis zur Wahl dauern kann.
    Bisher traten die Ereignisse etwa 3 Monate früher ein.

    Sollte es diesmal schon ab Juni scheppern?

    Man darf gespannt sein.

    So sieht meine, wohl sehr schwarzmalerische
    Meinung zur Entwicklung von Löhnen und deren
    Wirkung im Ganzen aus.

    Ich hoffe, die Spirale dreht sich nicht so schlimm,
    aber wenn man die italienische Entwicklung nur mal
    betrachtet, sieht man, das im ganzen Euro-System
    die kleinen Waldfeuer lodern und der Sommer steht bevor.

    Achso, Private Rentenvorsorge ist sicher vor Hartz4?
    Nach Hartz4 wird sehr oft das Geld mit seltsamen
    Strafen der BA gekürzt, danach geht es in die Insolvenz
    und hier darf man an die Privatrente(Riester).
    Nach der Insolvenz hat man Geld übrig und kann laut
    BA davon leben.
    Zu einem Satz von Hartz4. Also nicht zu schnell ausgeben !

    Es gibt kein Recht auf Rente, es sei denn,
    man hat eine gesetzliche Rente.
    Aber mit einem Gesetz könnte man auch diese auszahlbar
    machen ! Mit einer 2/3tel Mehrheit Schwarz/Rot also
    kein Problem.

    Das Versprechen der Rente dient doch nur dem
    Verhindern der Abwanderung der Leute.
    Wer wartet auf eine Rente mit 70? Muahaha.
    Die nächste Generation verliert nämlich genauso
    Ihr Häuschen. ;)

    Es sieht aus, als ob in allen Ländern Versteigerungen
    und die Nivellierung einer Minderentlohnung europaweit
    bevorstehen.

    Weil, fällt der Euro, fall auch ich !

    Die Euro-Rettungspolitik rettet nur die GANZ Großen
    und führt am Ende auch zur Vernichtung des Euro.
    Der Kleine unter 500TD, darf dann wie nach dem Krieg
    beim Aufbau helfen.

    Traurige Grüsse klaus

    P.S. Gerne dürft Ihr mich mit Kritik überziehen,
    als Schwarzmaler bezeichnen, aber die
    Zeichen und die Art und Weise der Kommunikation
    wird immer rauher.

    Hoeneß ist jetzt Reichen-Bashing.
    Er mußte ein paar Milliönchen für die Kaution
    zahlen.

    Ein Hartz4ler, der 500 Euro geschenkt bekommt
    und Sie verheimlicht, wird von der Bild/Welt öffentlich
    gehängt !

    Hätten wir die Verhältnisse aus dem Jahre 1. v. Schröder,
    wäre der Zorn des Volkes auch wahrscheinlich in einem
    normalen Rahmen. Zu der Zeit war die Entlohnung
    auch etwas gerechter. Also warum kein Mindestlohn?

    Und gerade sagt Rossmann bei Lanz, wir sollten bei
    einer Steuerhinterziehung im Millionhöhe nicht nachtreten?
    Dabei dachte ich immer, die bekommen nur Mineralwasser bei
    Lanz im Studio.

    ==============

    Ich entschuldige mich für den ewig langen Beitrag.

  • Frank Bell - 24. April 2013

    @ Steffen

    Die Renten werden in Zukunft noch viel geringer ausfallen!

    Und zwar wegen der Besteuerung, die seit 2005 gilt. Ab 2040 werden Renten zu 100 % versteuert, ab 2015 bereits zu 70 %.

    Da können die Politiker ruhig von toller Rente reden, es hilft nichts.

  • Georg Trappe - 24. April 2013

    Hallo Steffen,

    Hut ab. Erst dem Draghi stichhaltig und mit Fakten belegt das manipulative Verdrehen der Tatsachen nachweisen und nun der Kanzlerin. Dass macht Dir aus den Mainstream Medien so schnell keiner nach.

    Viele Gruesse
    GT

  • Frank Schröppel - 24. April 2013

    Es kommt einfach daher dass in Deutschland viel zu viele Leute studieren und im Gegensatz zu Spanien und Italien nicht zu Hause wohnen, sondern es schick ist, einen eigenen Haushalt zu gründen. Dieser ist naturgegebener Maßen erst einmal ohne Vermögen, und zehrt durch die Kosten noch den Vermögensstatus des Elternhaushaltes auf.

    Dazu noch die extrem hohe Quote an mittellosen Einwanderern, die ich in Summe auf 10 Mio. Leute schätze. Selbst in 2. und 3. Generation sind viele Einwandererhaushalte noch ohne nennenswertes Vermögen: niedrige Löhne, dann Miete zahlen, zum Schluss noch was abdrücken für die Heimat.

    Zum Schluss kommt noch die Angliederung der DDR und deren völlige Ausplünderung hinzu, d. h. nochmal mind. 10 Mio. Leute ohne Vermögen.

    Zählt man die 3 Kategorien zusammen, sind zusammen mit den Kleinrentnern die unteren 40% (= 33 Millionen Leute ohne Vermögen) fast abgedeckt. In Spanien, Italien und Portugal, auch den Ostblockstaaten, gibt es das alles nicht. Deshalb schaut es dort von der Statistik her besser aus. Umgekehrt: wer nicht zu diesen Gruppen gehört, dem geht es relativ und absolut gesehen in Deutschland deutlich besser als in den gesagten Ländern.

    • Frank Bell - 24. April 2013

      DDR: 10 Mio. Leute ohne Vermögen? Schon den Umtausch 1 : 1 vergessen?

      • Querschuss - 24. April 2013

        Hallo Frank Bell,
        4000 DDR-Mark 1:1 zur DM, pro Person und alles darüber dann 2:1

        Riesig können die umgetauschten Geldvermögen nicht gewesen sein, Immobilienvermögen gab es noch weniger, nicht umsonst lagen die medianen Nettovermögen der privaten Haushalte in den neuen Bundesländern auch noch 2010 bei nur 21’400 Euro und damit deutlich unter dem medianen Nettovermögen der alten Bundesländer mit 78’900 Euro (Gesamtdeutschland 51’400 Euro)

        Gruß Steffen

  • Hansi - 24. April 2013

    Ganz unrecht hat der Maschinenbau-Vorredner leider nicht, was die Löhne betrifft.
    Warum kommen alle Motorroller aus Asien? Weil da die Löhne in den Fabriken so schön niedrig sind. Wir im Westen haben eigentlich nur noch etwas intellektuellen Patente-Vorsprung, aber welche Halbwertzeit hat der? Fünfzehn Jahre?

    http://www.businessinsider.com/jon-moynihan-decline-of-the-west-2012-8?op=1

    Moynihan, Decline of the West
    Einer der besten ökonomischen Vorträge, die ich kenne.

    Kernthese, abseits von Schuldenspirale, wage disparity und Sozialsystemen:
    der Widerspruch, dass ein Arbeiter im Westen grob 100 Dollar am Tag kostet aber in Asien unter 40 Dollar, ist in einem kapitalistischen System auf Dauer nicht darstellbar und wird sich zwangsläufig auf Kosten der Westler ändern.
    Moynihan meint, wir treffen uns in zwanzig Jahren bie 60 Dollar.

    • Harald E - 24. April 2013

      Von 100 auf 60.
      Nedd schlecht. 40% weniger. Das freut den abhängig Beschäftigten

      Nun denn…
      wenn sich unsere Lebenshaltungskosten und -standards auf “asiatisches” Niveau reduzieren geht’s ja.

      Lassen wir unsere Infra- und Sozialstrukturen auf diesen Niveau sedimentieren….
      und alles wird gut.

      Ich hab da so meine Zweifel (ob das wirklich gut geht).

      Querschüsse analysieren/dokumentieren recht gut den (von der EU und Politik systematisch betriebenen) Zerfall unserer gesellschaftlichen Werte zugunsten einer handvoll Profiteure.

      Und der Michel zuckt mit den Schultern.
      Zumindest mein subjektiver Eindruck ist, dass sich -nicht nur in meinem Umfeld- eine gewisse Schicksalergebenheit/Resignation eingestellt hat.

      Ist das alles was wir können und/oder haben wir’s nicht besser verdient ?

      Schließlich gehören immer 2 dazu.
      Einer der’s macht und einer der es mit sich machen läßt.

      Und Oma Hildegard (2 Kriege überlebt) sagte immer: “Die Leut’ wehrten sich erst, wenn’s ihnen im Knast besser geht als draussen.”

      Soweit ich weiß liegt die aktuelle Mindestvergütung für Häftlinge in einer JVA unter 7,-€/Tag
      Draussen ist es also noch besser. ;-)

  • Rolmag d. ÄJ. - 24. April 2013

    “Gerade der miese Stand, im Vergleich zu anderen Ländern in der Eurozone, beim medianen Nettovermögen der deutschen Haushalte ist nicht erstaunlich, sondern zwangsläufig, denn hinter den Exporterfolgen und der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands steht eben auch die Nichtteilhabe von Millionen deutschen Arbeitnehmern, die so mies partizipieren, dass ein Vermögensaufbau nahezu unmöglich ist!”

    Das geht nicht mehr lange gut und am Ende den Weg der DDR. Leistungsverweigerung. Die Guten fliehen, die Idioten bleiben, die Guten die nicht fliehen gammeln beim Staat rum oder machen nur das Allernötigste und sind dennoch mangels Alternativen unkündbar. Das neue Deutschland des Geldadels mit der Politik als willigem Fußlecker. Wie der Geldadel mit dem Geld umgeht, zeigt mir, dass die das Prinzip Geld nicht verstanden haben und es scheint mir, dass die alles geben, dass sich der Wert des Geldes bald nur noch an seinem Brennwert bemisst. Denn die sehen nicht ein, dass deren Milliarden nur dann etwas wert sind, wenn sie hier auch etwas wert sind und das sind sie nicht, wenn man sie dem Bürger vorenthält. So simpel ist das und doch zu hoch für dieses Gierpack. Solln se doch versuchen, die Euros in Gold oder Immobilien oder Grund zu tauschen, nachdem sie Deutschland ruiniert haben, irgendwann geht das schwerst ins Auge, nicht alle Völker sind so träge und fast schon stumpfsinnig wie wir.

    Der Geldadel denkt, die Bürger gehören ihm und existieren von des Geldadels Gnaden. Die Politik schaufelt die Bürger dem Geldadel mit all ihrer Macht ins Maul. Das ist es, was ich Neofeudalismus heiße.

    Und warum die Situation eine hoffnungslose ist? Weil die Mehrheit der Deutschen auf die Frage hin, wer der beste und vorbildhafteste Deutsche sei mit G. Jauch geantwortet hat. Das Gefühl des Schockes, der Beklemmung, ja der Panik welches sich bei mir daraufhin einfand, mag seitdem nicht mehr verfliegen.

  • Frankenfurter - 24. April 2013

    Lohnstückkosten = Arbeitnehmerentgelt ÷ Bruttoinlandsprodukt (BIP)

    Wird als Divisor das reale BIP eingesetzt, erhält man als Ergebnis die nominalen Lohnstückkosten. Bei Verwendung des nominalen BIP hingegen erreicht man die realen Lohnstückkosten, d.h. die tatsächliche Belastung der Arbeitgeber. Finanzlexikon.

    Hi Steffen, warum hast du die nominalen und nicht die realen Lohnstückkosten berechnet? Und noch eine Frage, die ich Flassbeck auch schon gestellt habe: Was ist mit den Lohnnebenkosten? Das sind doch reale Arbeitskosten, die neben den Bruttolöhnen zusätzlich gezahlt werden müssen. Destatis hat dies für 2011 einmal im EU-Ländervergleich getan. Ist ein ganz schöner zusätzlicher Kostenblock, wenn die Berechnungen der Behörde stimmen…..

    ” Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen. Betrachtet man das Verhältnis der Lohnnebenkosten zu den Bruttoverdiensten ist es möglich, die Lohnnebenkosten unabhängig vom Verdienstniveau der einzelnen Mitgliedstaaten zu vergleichen. Im Jahr 2011 zahlten die Arbeitgeber in Deutschland in der Privatwirtschaft auf 100 Euro Bruttoverdienst zusätzlich 28 Euro Lohnnebenkosten. Damit lag Deutschland unter dem EU-Durchschnitt von 32 Euro und nahm mit Rang 16 einen Mittelplatz innerhalb der Europäischen Union ein. Auf 100 Euro Lohn wurden in Schweden (52 Euro) und Frankreich (50 Euro) die höchsten und in Malta (10 Euro) die niedrigsten Lohnnebenkosten gezahlt. Hauptbestandteil der Lohnnebenkosten sind die Sozialbeiträge der Arbeitgeber, also vor allem die gesetzlichen Arbeitgeberbeiträge zu den Sozialversicherungen, die Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung sowie die Aufwendungen für die Lohn- und Gehaltsfortzahlungen im Krankheitsfall.”

    https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2012/04/PD12_144_624.html

    • Querschuss - 24. April 2013

      Hallo Frankenfurter,
      warum nominale Lohnstückkosten, darüber habe ich in dem Fall nicht nachgedacht, es werden fast überall, wenn dann die nominalen Lohnstückkosten dargestellt. Die realen sehe ich mir mal an. Die Definitionen von dir aus dem Wirtschaftslexikon sind richtig.

      Das Arbeitnehmerentgelt, beinhaltet doch auch die Lohnnebenkosten der Arbeitgeber und die Bruttolöhne und -gehälter, also alles in den Lohnstückosten mit abgebildet.

      Gruß Steffen

      • Frankenfurter - 24. April 2013

        1. Begriff: Zu den Lohnnebenkosten gehören in Deutschland die gesetzlichen Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung.

        2. Beitragssätze: Die Beitragssätze des Arbeitgebers belaufen sich auf 9,45 Prozent für die Rentenversicherung, 7,3 Prozent für die Krankenversicherung, 1,6 Prozent für die Unfallversicherung, 1,5 Prozent für die Arbeitslosenversicherung, 1,025 Prozent für die Pflegeversicherung und 0,04 Prozent an Umlage für das Insolvenzgeld.

        3. Ausmass: Der gesetzliche Arbeitgeberbeitrag zur Sozialversicherung liegt damit bei über 21 Prozent des Bruttolohns des Arbeitnehmers, diese Regelung gilt bis zur Höhe von zwei jährlich neu bestimmten Beitragsbemessungsgrenzen. Lohn- und Gehaltsanteile oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze sind beitragsfrei.
        Gabler Wirtschaftslexikon

        • Querschuss - 24. April 2013

          Hallo Frankenfurter,
          ja die gesetzlichen Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung sind in den Arbeitnehmerentgelten enthalten.

          Gruß Steffen

          • Frankenfurter - 25. April 2013

            Nein. sind sie nicht. Der Unternehmer zahlt Bruttolohn+seinen Beitrag zur Sozialversicherung. Ich habe schon 2 Zitate dazu gebracht. Am Besten du fragst mal deinen Boss, ob er neben deinem Lohnbrutto extra Lohnnebenkosten zahlen muss zb, an die Krankenkasse für dich….

            • Querschuss - 25. April 2013

              Hallo Frankenfurter,
              das ist doch klar das im Bruttolohn noch nicht der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung (Lohnnebenkosten) enthalten sind, habe ich auch nie behauptet (ich habe immer vom Arbeitnehmerentgelt geredet, geschrieben). In der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung werden nun mal im Arbeitnehmerentgelt der Bruttolohn und die Lohnnebenkosten abgebildet.

              Und Arbeitnehmerentgelt und Unternehmens- und Vermögenseinkommen bilden in der VGR das Volkseinkommen, + Produktions- und Importabgaben – Subventionen + Abschreibungen − Saldo der Primäreinkommen aus der übrigen Welt = BIP aus der Verteilungsrechnung

              Bruttolohn und Arbeitnehmerentgelte sind nicht gleiche, identische Dinge, sondern der Bruttolohn und die Sozialbeiträge der Arbeitgeber bilden zusammen das Arbeitnehmerentgelt in der VGR.

              Und da die nominalen Lohnstückkosten aus der Summe aller nominalen Arbeitnehmerentgelte durch das reale BIP errechnet werden, reflektieren die Lohnstückkosten auch die Sozialbeiträge der Arbeitgeber. Nichts anderes habe ich auch bisher geschrieben.

              Gruß Steffen

          • Frankenfurter - 25. April 2013

            Okay, die babylonische Sprachverwirrung hat ein Ende. Was in den Statistiken unscharf als Bruttolohn oder Arbeitnehmerentgelte bezeichnet wird, sind die statistisch erfassten Arbeitskosten.

            “In jedem Jahr des Zeitraums 2001 bis 2010 lag das Wachstum der Arbeitskosten in der
            deutschen Privatwirtschaft unterhalb des EU-Durchschnitts. In den Jahren 2011 und
            2012 kehrte sich diese langfristige Entwicklung um: Die Arbeitskosten in Deutschland
            erhöhten sich stärker als in der EU. Dies zeigt sich auch bei einem Vergleich mit
            Frankreich: 2001 bis 2010 sind die Arbeitskosten in Frankreich mit knapp 35 % mehr als
            doppelt so stark gestiegen wie in Deutschland (+ 16 %). In den Jahren 2011 und 2012
            war der Anstieg in Deutschland (+ 5,9 %) leicht über dem Wachstum in Frankreich
            (+ 5,4 %).”

            siehe: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2013/03/PD13_116_624pdf.pdf?__blob=publicationFile

        • Frankenfurter - 25. April 2013

          Bruttolohn ist nicht gleich Arbeitskosten, soviel steht schon mal fest. Meine Irritation kommt daher, dass ich bei Aussagen über Lohnstückkosten erwarte, dass ich über die im Produkt enthaltenen Arbeitskosten Informationen bekomme und mir damit ein Urteil über die Produktivität der Arbeit bzw. des Arbeiters bilden kann. Es geht nicht um Handlungskosten allgemein, von denen Fritzcaraldo geschrieben hat. Ist vielleicht eine allzu akademische Diskussion. Denn in der Realität geht es um die faktischen Arbeitskosten und nicht um Bruttolöhne alleine, wenn ich den Kostenfaktor Arbeit berechne oder Ländervergleiche anstelle, meine ich.

          • Querschuss - 25. April 2013

            Hallo Frankenfurter,
            “Bruttolohn ist nicht gleich Arbeitskosten”….hat ja auch niemand behauptet. Arbeitskosten sind die Bruttolöhne und -gehälter inkl. die Lohnnebenkosten der Arbeitgeber, inkl. Berufsbildungskosten und sonstige Ausgaben wie Einstellungskosten, Ausgaben für Arbeitskleidung sowie als Arbeitskosten angesehene Besteuerung der Beschäftigung abzüglich erhaltener Zuschüsse.

            Arbeitnehmerentgelte sind nur Bruttolöhne und- gehälter sowie die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber.

            In den Lohnstückkosten sind mit den nominalen Arbeitnehmerentgelten alle wirklich relevanten Arbeitskosten enthalten. Lohnstückkosten für die Gesamtvolkswirtschaft werden immer als Quotient von Arbeitnehmerentgelt und BIP dargestellt.

            Gruß Steffen

  • Fitzcaraldo - 24. April 2013

    @ Frankenfurter,

    in einer simplen Vorwärtskalkulation sind auch die Lohnnebenkosten in der Rubrik Handlungskosten enthalten! Zusammen mit dem Bezugspreis ergeben sie die Selbstkosten!
    Ein Vergleich der Wettbewerbsfähigkeit aller Länder, bzw. einzelner Branchen macht meiner Meinung nach nur Sinn unter Berücksichtigung dieser Selbstkosten und der entsprechenden Wechselkurse.
    Dabei hat man jedoch 2 Dinge im Auge zu behalten:

    a) der Wechselkurs ist immer ein Spiegelbild der Spekulation (Stichwort carry trades)
    b) der Bezugspreis wird zumindest im primären und sekundären Sektor einer Volkswirtschaft
    gravierend von den Rohstoffpreisen geprägt! Ist also auch maßgeblich von der Spekulation an
    den Warenterminbörsen bestimmt! (Siehe Kufper, das sich in den letzten Jahren im US $ -Preis
    je Tonne deutlichst verminderte)

    a und b zusammen werden wiederum von billigem/teurem Zentralbankgeld befeuert bzw. gehemmt!

    Mfg Fitzcaraldo

    • Holly01 - 24. April 2013

      @ Fitzcaraldo :
      “a und b zusammen werden wiederum von billigem/teurem Zentralbankgeld befeuert bzw. gehemmt!”

      Das ist bei Licht betrachtet das Wirtschaftsmodell des Bankensystems. Und genau das ist unser aller Hauptproblem.
      Den Mittelmann zu killen und weiten Teilen der (weitgehend) anglikanischen Bankenwelt die Grundlage zu entziehen, wird von Tag zu Tag leichter. Genau genommen, wird genau das vorbereitet.
      Der “Westen” steht mit seiner lächerlichen Industriebasis vor einem massivem Problem. Das wird nur durch den Luxuskonsum kaschiert, der ist aber weitgehend Schuldengetrieben und Zinseszinsfinanziert.

  • Harald S - 24. April 2013

    “Korrektur -30% wegen Platzen der Immobilienblase in Spanien”:

    Beim berücksichtigen fallender Immobilienpreise, muss berücksichtigt werden, dass
    die Immobilien gehebelt (mit Kredit) im Vermögen der Haushalte stehen.
    Damit meine ich, dass wenn ein Haushalt ein Haus um 1 Mio Euro mit 100000 Euro gekauft
    hat, so verändert sich sein Vermögen mit einem Hebel 10 auf den Immobilienpreisverfall.
    Das bedeutet, dass sich die spanischen Vermögen (falls wirklich das meisste als Immobilienwert-
    Kredit in den Büchern steht) bei einer angenommen durchschnittlichen Belehnung von 50%
    eher um 60% als um 30% verändert hat.
    Das gilt für alle Länder mit platzenden Immobilienblasen und gehebelten Assets.
    Viele Wohneigentümer werden schon lange “under water” sein und negative equity
    in Ihren Häusern haben.

    Gruss
    Harald

  • Holly01 - 24. April 2013

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/wegen-rezession-kreditnachfrage-im-euroraum-faellt-kraeftig-12160401.html

    Die Kreditbremse der EZB kommt an, das war es dann mit Beschäftigungszuwachs, egal welcher Qualität.
    Damit ist das was über den Konsum hier steht, noch die bessere Vergangenheit.
    Nun kommt erst einmal Deflation bei den Kapitalerträgen und Inflation, bei den Kosten, denen der Bürger nicht ausweichen kann.
    Die nachvollziehnaren Folgen des Anlagenotstands.
    Mal sehen, wie lange die Assekuranzen das durchhalten …… sind ja nur 90 Mio Verträge von denen die Babyboomer eine nicht unerhebliche Menge innerhalb der nächsten 5 jahre ausgezahlt haben möchte.
    Gibt es VAG §89 noch ?

    • Frankenfurter - 24. April 2013

      Ist kompletter Nonsens Holly……

      • Holly01 - 24. April 2013

        Werden die nächsten 12 Monate zeigen ……

  • Andres Müller - 24. April 2013

    Sollte der Euro doch noch zerbrechen, so verbliebe vor allem die Deutsche Bevölkerung auf dem Trockenen zurück. Es würde zu einer kräftigen Aufwertung der deutschen Nachfolgewährung kommen, was für das an Export orientierte Land eine Katastrophe wäre -die Regierung hätte umsonst bei der breiten Masse Hungerlöhne und niedrige Vermögen durchgesetzt um Wettbewerbsvorteile zu erhaschen.

    Wer zu früh und am falschen Ort spart, den bestraft das Leben.