Deutschland: Industrieproduktion Dezember 2015

von am 9. Februar 2016 in Allgemein

Das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtete heute die Daten zum Output des Produzierenden Gewerbes für den Monat Dezember 2015. Der Output des Produzierenden Gewerbes (breit gefasste Industrieproduktion inklusive Baugewerbe) sank im Dezember 2015 saisonbereinigt um -1,2% zum Vormonat. Bei den unbereinigten Originaldaten ging es im Dezember 2015 um -0,1% zum Vorjahresmonat abwärts und bereinigt um die Anzahl der Arbeitstage sank der Output um -2,1% zum Vorjahresmonat.

Hier wieder der isolierte Fokus auf die Industrieproduktion, ohne den Bau:

S1120Die Entwicklung beim saisonbereinigten Output der breit gefassten Industrieproduktion (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe) ohne Baugewerbe seit Januar 1991 im Chart. Im Dezember 2015 sank der saisonbereinigte Output um -1,3% zum Vormonat, auf 106,9 Indexpunkte. Immer noch liegt der Output unter den alten Hochs, von vor der Wirtschafts- und Finanzkrise. Am äußeren Rand zeigt sich sogar Schwäche.

Im Gesamtjahr 2015 stieg der unbereinigte Output (Originaldaten) der Industrieproduktion noch um +1,4% zum Vorjahr.

Die Indizes messen die Menge, das Volumen, die Stückzahl der hergestellten Waren und Güter und hierbei tut sich wenig (seitwärts seit 2011).

Zum Kernsegment der deutschen Industrie, dem Fahrzeugbau:

S1121Die Entwicklung beim saisonbereinigten Output im Fahrzeugbau seit Januar 1991 im Chart. Im Dezember 2015 sank der saisonbereinigte Output um -3,8% zum Vormonat, auf 116,9Indexpunkte. 

Im Gesamtjahr 2015 stieg der unbereinigte Output (Originaldaten) im Fahrzeugbau um +3,1% zum Vorjahr. Die gesamte Industrieproduktion in Deutschland wird weiter primär getragen von einer alten Industrie, dem Fahrzeugbau. Am äußeren Rand zeigt sich auch hier erste Schwäche.

Der Output im Baugewerbe sank im Dezember 2015 saisonbereinigt um -0,2% zum Vormonat. Unbereinigt bei den Originaldaten ging es nur um +1,0% zum Vorjahresmonat aufwärts, arbeitstäglich bereinigt um die Anzahl der Arbeitstage um -1,6% zum Vorjahresmonat abwärts. Im Gesamtjahr 2015 sank der unbereinigte Output im Baugewerbe um -1,4% zum Vorjahr.

Leider gibt es nur eine lange Reihe zum Bauhauptgewerbe, dieses umfasst den Rohbau im Hoch- und Tiefbaugewerbe inkl. Strassen- und Schienenbau. Das gesamte Baugewerbe (Bauhauptgewerbe + Baunebengewerbe) wird noch erweitert durch das Baunebengewerbe, auch als Ausbaugewerbe bezeichnet, mit den Außendämmungen, der Elektroinstallation, Gas-, Wasser-, Heizungs- sowie Lüftungs- und Klimainstallation. Die Datenreihe für das gesamte Baugewerbe existiert erst seit Januar 2010.

Der Blick auf das Bauhauptgewerbe:

S1122Die Entwicklung beim saisonbereinigten Output im Bauhauptgewerbe seit Januar 1962 bis Dezember 1990 für die alten Bundesländer und ab Januar 1991 für Gesamtdeutschland bis Dezember 2015 im Chart. Im Dezember 2015 stieg der saisonbereinigte Output im Bauhauptgewerbe um +0,1% zum Vormonat, auf 122,3 Punkte. Zum Hoch im Februar 1995 waren es 154,1 Punkte, immer noch ein Einbruch von -20,6%. Auch Mitte der 70er und Anfang der 80er nur in der alten Bundesrepublik wurde ein ähnlich hoher Output erzielt, wie aktuell. Die Spitze resultierte aus dem Bauboom nach der Wiedervereinigung.

Die deutsche Industrie lässt langsam nach, was die weltweit schwindenden Wachstumskräfte reflektiert.

Quelle Daten: Destatis.de/Pressemitteilung Nr. 038 vom 09.02.2016: Produktion im Dezember 2015: – 1,2 % saisonbereinigt zum Vormonat, Genesis.destatis.de/Datenbank

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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7 KommentareKommentieren

  • Georg Trappe - 9. Februar 2016

    Wenn die Emission von Weltleitwaehrung stagniert, dann wird es fuer Exportweltmeister schwierig. Reale Werte fliessen immer der Geldquelle entgegen. Wenn die Geldquelle versiegt, bricht die Realwirtschaft deflationaer zusammen. Warum? Hier>
    http://georgtsapereaude.blogspot.com/2016/01/disequilibrium-economics-101-part1.html

    Fed Balance Sheet in Charts:

    http://greshams-law.com/wp-content/uploads/2012/02/Screen-shot-2012-02-12-at-21.26.49.png

    http://greshams-law.com/2012/02/13/charting-the-federal-reserves-assets-from-1915-to-2012/

  • MartinR - 10. Februar 2016

    Off Topic:

    Liest Dr. Niessen hier mit?

    http://www.media-spider.com/buecher/sachbuecher/entmachtet-die-oekonomen.html

    • Stepe - 11. Februar 2016

      Hallo,
      da meine ich das es nichts mit den Akteuren zu tun hat sondern mit den Gesetzmäßigkeiten. Gut bei Rottmeyer nachzulesen.
      http://www.rottmeyer.de/alaaarm-statt-china-und-dem-euro-wanken-nun-die-banken/

      Gruß Stepe

      • Stepe - 11. Februar 2016

        Noch mal,
        der DAX beispielsweise hat ja wohl seit Jahreswechsel schon 20% verloren. Die Deutsche Bank ist schwer am Schleudern. Die gescholtene Macht des Finanzkapitals macht Kapriolen. Versteht das Finanzkapital nicht, seine Macht zu nutzen? Oder gehört auch der Verlust zu den Zielen des Finanzkapitals? Besteht sein Zweck auch darin aus Geld weniger Geld zu machen?
        Die Kommentatoren machen sich sorgen. Zum Beispiel hier:

        http://www.fr-online.de/wirtschaft/dax–an-den-boersen-bricht-die-panik-aus-,1472780,33752364.html

        Die Börse zeigt im Unterschied zum Buchwert der Unternehmen, ihren Marktwert an. Die Differenz beider – mit Blick auf das Gesamtkapital – bezeichnet man als “Tobin’s Q”.
        Eine der grundlegenden Formen, in denen die Verselbständigung des Finanzkapitals sich ausdrückt, ist die traumhafte “Abkopplung” dieses Marktwertes vom Buchwert der Unternehmen (letzterer wird gebildet aus den tatsächlichen Vermögen der Unternehmen, Maschinen, Anlagen,
        Beteiligungen etc.)
        Piketty hat mit Blick auf die 2007 einsetzende Krise gezeigt, das in der Krise für den Moment ein Verhältnis von 1 zu 1 zwischen Marktwert und Buchwert hergestellt wird. Das Wertgesetz lässt grüßen!
        Auf eine sehr vermittelte Weise, “reflektiert” (Marx) verschafft sich das Gesetz des Wertes Geltung. (Der Buchwert drückt annähernd den Wert des angelegten “wirklichen Kapitals” aus, der Marktwert, die Aktienkurse den verselbständigten Tauschwert.)
        Die Kunst und Macht des Finanzkapitals, wie aus Geld weniger Geld wird,
        zeigt sich auch auch auf andere Weise, zum Beispiel am Markt für Unternehmensanleihen. Siehe dazu den angehängten Beitrag von Wal Buchenberg mit der interessanten Grafik.Offensichtlich ist auch hier die Macht des Finanzkapitals, die angeblich die Verwertung des Kapitals kraft seines zur Verfügung gestellten Leihkapitals bestimmt, einigermaßen begrenzt. Das zur Vergügung gestellt
        Leihkapital nimmt zwar weiter zu, aber das Ausfallrisiko wird spürbar größer.

        Gruß

        • Querschuss - 11. Februar 2016

          Hallo Stepe,
          in der Vergangenheit habe ich hin und wieder darauf hingewiesen, die hohe Liquidität kann sich auch gegen den Markt und damit das bestehende System wenden, indem sie nicht auf steigende Vermögenswerte gerichtet wird, sonders mittels diverser Instrument brachial auf sinkende Kurse und auch damit, kann man aus Geld noch mehr Geld machen!!

          Gruß Steffen

          • Stepe - 11. Februar 2016

            Hallo Steffen,
            ohne Frage.
            Aber was es nicht ändert ist die Dramatik bzw. die verzweifelte suche in wie weit der (westliche) Markt (der alles regeln soll) noch Möglichkeiten der Kapitalakkumulation sucht. Da gibt es dann, siehe deinen Artikel zu Londons Betongold, noch bereiche in denen Geld zu machen ist. Genau wie du es eher (verwunderlich) Beschreibst werden die Blasen kräftig gepumpt. Beim platzen ist dann wohl der Markt am regulieren.
            Heute mal einen Blick durch das http://www.handelsblatt.com/
            Gruß Stepe