Die Krim-Krise und die wirtschaftliche und politische Schwäche des kriselnden Westens

von am 3. März 2014 in Allgemein

Seit Russland seine Truppen in Marsch setzte und seine Militärpräsenz auf der Krim massiv ausgebaut hat, ist das, was als Protestbewegung und Konfrontation politischer Lager in der Ukraine begann, zu einem Kräftemessen zwischen Russland und den G7-Staaten geworden.

Der Dax ist deswegen heute Morgen auf Tauchstation gegangen. Das ist begründet. Denn die Wirtschaft eines Landes, die so sehr vom Export abhängig ist wie die deutsche, kann bei einer Krise, die den Handel mit einem wichtigen Handelspartner wie Russland zu beeinträchtigen droht, viel verlieren. Einmal mehr zeigt also gerade die Krim-Krise, dass die Exportstärke Deutschlands zugleich auch unsere Achillesferse ist.

Die von den westlichen Medien in schrillsten Tönen an die Wand gemalte Gefahr einer militärischen Eskalation erscheint indes maßlos übertrieben. Die Interimsregierung der Ukraine ist nach den Protesten und Umwälzungen, die das Land wochenlang in Aufruhr versetzt haben und angesichts der desaströsen Finanzlage der Ukraine alles andere als ein Fels in der Brandung, der allen Herausforderungen gewachsen ist und politische Stabilität und Frieden sicherstellen kann. Sie muss sich, was in der allzu aufgeheizten internationalen Debatte und der hysterischen Berichterstattung unter den Tisch fällt, erst noch als professionell und fähig erweisen. Nur zur Erinnerung: Vor allem deswegen ist die Frage internationaler finanzieller Hilfen für das von der Pleite bedrohte Land bisher noch gar nicht geklärt.

Jetzt ist die Krim-Krise hinzugekommen und auch dabei geht es – zwar nicht nur, aber eben auch nicht zuletzt – um die verbreitet existierenden Zweifel an der Fähigkeit und Professionalität der Interimsregierung in Kiew. Genau diese Zweifel müssen ausgeräumt werden, um die Ukraine finanziell und politisch wieder zu stabilisieren. Das, so sollte man meinen, müsste jetzt das vorrangige und gemeinsame Interesse aller involvierten Parteien sein.

Mit einer „Alarmstufe Rot“-Rhetorik tut sich in der ohnehin aufgeheizten Atmosphäre niemand einen Gefallen und der Ukraine nützt sie erst recht nicht. Das gilt schon deswegen, weil einen militärischen Konflikt niemand will und wollen kann und es, wenn man es einmal ganz nüchtern betrachtet, praktisch keine anderen effektiven Mittel gibt Russland dazu zu bewegen, die Position und die Forderungen des Westens uneingeschränkt anzuerkennen und die eigene Bewertung der Krise sowie die eigenen Interessen in der Region aufzugeben.

Doch inzwischen haben die G7-Staaten und die Medien – im Westen wie auch in Russland – die Krim-Krise längst zu etwas anderem gemacht, nämlich zu einer geopolitischen Auseinandersetzung zwischen Ost und West. Damit ist die Situation noch verfahrener geworden als sie ohnehin schon war. Denn jetzt geht es in der Tat einmal mehr, nämlich genau so wie schon im Syrienkonflikt beim Streit um die Frage der richtigen Antwort auf den Giftgaseinsatz, um ein Kräftemessen zwischen Russland und den G7 sowie insbesondere zwischen Russland und den USA.

Wer ernsthaft annimmt, Präsident Putin werde die mediale und verbale politische Dauerbefeuerung durch den Westen als objektiv und legitim anerkennen und klein beigeben, der hat aus dem Syrien-Streit der G7 mit Russland nichts gelernt und auch etwas anderes offensichtlich noch nicht realisiert.

Das neue Selbstbewusstsein Russlands – und das gilt im Übrigen ebenso auch für China – resultiert aus der anhaltenden wirtschaftlichen Schwäche des „kapitalistischen“ Westens, die sich nicht zuletzt in der steigenden Verschuldung äußert, und aus dessen Unfähigkeit, sie zu überwinden. Ferner leben die erfolgreichen westlichen Konzerne davon, dass andere Schulden machen und sie sind darüber hinaus heute nicht selten in hohem Maße abhängig von den Märkten in Schwellenländern, insbesondere China.

Wer also jetzt Russland mit Handelsbeschränkungen und dem Ausschluss aus der G8 droht, gefährdet die Basis des ohnehin längst wieder fragil gewordenen wirtschaftlichen Erfolges der heimischen, exportorientierten Konzerne.

Das gilt vor allem auch deswegen, weil die Krise in Europa und in anderen westlichen Industriestaaten längst nicht überwunden ist. Die zwischenzeitliche eingetretene Beruhigung ist fragil. Die wechselseitigen Abhängigkeiten sind groß, wegen der hohen Unternehmenskonzentration und der Dominanz großer Konzerne sowie den umfangreichen Verflechtungen auf den globalen Märkten. Beides zusammen bewirkt, dass ein erneuter abrupter und tiefer Einbruch auf den Finanzmärkten und in der Wirtschaft von niemandem ausgeschlossen werden kann.

Das wiederum deutet unmissverständlich darauf hin, dass wir es nach wie vor mit einer Krise unseres Wirtschaftsmodells, mehr noch des westlichen Wirtschaftssystems zu tun haben. Denn wirtschaftlicher Erfolg, der anhaltend auf niedrigem Niveau bleibt und zudem immer stärker zu Lasten größerer Teile der Gesellschaft geht, höhlt auf Dauer nicht nur die durch die Liquiditätsschwemme der Notenbanken mühsam erkaufte Stabilität der Märkte aus, sondern auch die eines jeden politischen Systems, das auf die Marktwirtschaft baut.

Die Stärke des Westens ist seine wirtschaftliche Stärke und anhaltende wirtschaftliche Schwäche macht ihn schwach.

Das gilt ganz besonders auch für die Europäische Union. Denn die Generierung wirtschaftlicher Vorteile, eines wirtschaftlichen Mehrwertes und Wirtschaftswachstums ist seit den 50er Jahren der Antrieb der Europäischen Integration. Alle wesentlichen Integrationsschritte wurden primär aus diesem Grund getan. Der Zusammenhalt Europas hängt am wirtschaftlichen Erfolg der Europäischen Union als Ganzes.

Der russische Präsident weiß all das genauso gut wie die politisch Verantwortlichen im Westen. Er wird dieses Wissen um die wirtschaftliche Schwäche und Verwundbarkeit des Westens nutzen. Ganz sicher wird er es jetzt auch im Zusammenhang mit der Krim-Krise tun. Die Medien und die G7-Staaten haben ihm dafür eine Steilvorlage geliefert. Die G7-Chefs haben angesichts der breiten Medienresonanz der Krim-Krise und der erzeugten Stimmung der Verlockung offenbar nicht widerstehen können, der Weltöffentlichkeit eine selbstbeweihräuchernde symbolische Demonstration von der eigenen wirtschaftlichen und politischen Stärke zu geben, die der Realität nicht mehr entspricht.

Die Krim-Krise ist definitiv ernst im Hinblick auf den Zusammenhalt der Ukraine, aber sie ist auch und vor allem eine Folge der viel ernsteren politischen und finanziellen Krise Kiews. Das sie jetzt als geopolitischer Showdown zwischen West und Ost inszeniert wird, wird aus den angesprochenen Gründen am Ende vielleicht in erster Linie für die G7 ein Problem darstellen. Die Chancen, dass es für Präsident Putin und seinen Außenminister Lawrow eine Art Syrien-II-Erfolg werden könnten, stehen nicht so schlecht.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: info.sle@web.de

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27 KommentareKommentieren

  • Bubblegum - 3. März 2014

    @SLE,

    sie beschreiben ja dankenswerter Weise die wichtigsten Ursachen für die aktuelle Krisensituation. Aber wir sollten uns nichts vormachen: Die Krise in der Ukraine ist nur eine weitere Station im Krisenmodus…….

    Viele Grüße Bubblegum

    • thewisemansfear - 3. März 2014

      Kannst Du mir mal verraten, was die Religionszugehörigkeit einzelner Akteure mit deren Handlungen zu tun hat?

      • Querschuss - 3. März 2014

        wenig bis nichts, deshalb habe ich mal Bubblegums Kommentar auf das Wesentliche eingekürzt.

        Für den Rest darf er sich eine andere Plattform suchen, diese hier soll möglichst stressfrei im Netz bleiben und das leisten, wofür sie da ist, nämlich im wesentlichen Daten und Charts präsentieren.

        Gruß Steffen

  • Holly01 - 3. März 2014

    Tja, der böse Russe. Gewalttätig. kurzsichtig und nur auf seinen Vorteil aus.
    Der gute Westen hat im Rahmen der Afghanistanoffensive die gesamte Region destabilisiert und Militärstützpunkte rund um Afghanistan angelegt, das ist aber auch die Südgrenze Russlands.
    Von Pakistan bis zur kaspischen See hat sich der Westen (insbesondere die USA, aber immer mit Kostenverteilung via NATO) den Einfluß auf das Öl und Gas reiche kaspische Becken gesichert.
    Nun geht die Reise weiter und vereint sich mit dem anderen Handlungsstrang.
    Am Bosporus treffen die von osten kommenden “demokratischen” Umstürze auf die vom arabischen Frühling ausstrahlenden Regimewechsel.
    Die Türkei ist ein “Mittelstein” ein “Meisterstein”, aber die Türken haben offensichtlich keine Perspektive: entweder mit ud für den Westen (USA) oder Regimechange.
    Man könnte die Kette auch nach Osten erweitern.
    Die Amis kreisen auch China ein.
    Es ist eine Destabilisierung der eurasischen Landmasse.
    Es werden Keile getrieben, die sich durch unorganisierte und kriminalisierte landflächen auszeichnen.
    Es gibt ja einige die meinen die Amis gewännen keine Kriege mehr, die Sache ist aber einfacher, dei Amis wollen gar nicht “gewinnen”.
    Die Amis destabilisieren. Das ist ein Garant für die gehemmte wirtschaftliche Entwicklung und die Ressourccenverschwendung für Sicherheitsapparate.
    Zufällig sind die USA auch der Toplieferant für Sicherheitstechnik.
    Es ist ein immer gleiches Spiel mit Versprechungen und Warnungen, mit Abhängigkeiten und Bestechung, mit Medienbeeinflussung und globaler Spionage.

    Nur der blöde Russe, der will einfach seinen einzigen verbliebenen Zugang vom schwarzen Meer zur offenen See nicht einfach aufgeben.
    Man hat ihm doch sonst schon alles weggenommen. Kommt es da auf diesen Punkt noch an?
    Der letzte verbliebene Militärhafen im Mittelmeer ist ein nackter Anleger in Syrien.
    Russland wäre der große Gewinner der Klimaengeneering Aktivitäten der USA.
    Die USA machen das aber nicht, um Russland einen Gefallen zu tun, die machen das für ihren Gewinn.
    Island will nicht mehr in die EU, das hat nicht zufällig mit der massiven diplomatischen Offensive der USA und der rettung des isländischen Bankensystems durch die Investmentbanken der USA zu tun?
    Die Grönländer wollen wegvon Dänemark. Es gibt dort seit Jahren Beschwerden der Dänen wegen der Einflussnahme der USA.
    Die Kanadier rüsten ihre Flotte auf, die wollen ihre Nordost Passage schützen. Der USA bestreiten nämlich die kanadischen Rechte.

    Es gibt nur eine Nation, die unberechenbar und wild um sich schlägt, dabei weder Freund noch Feind kennt und sich mehr und mehr in ein tierähnliches Verhalten begiebt.
    Keine Regierung der Welt kann sicher sein, ob die Opposition national oder von der CIA stammt.
    Keine Regierung der Welt kann sich sicher sein, welcher Stratege der CIA gerade einen guten Einfall hat, dem sie im Wege steht.
    Es gibt keine Sicherheit, denn es gibt kein Recht, es gibt nur USA Interessen und die werden durchgesetzt.
    Die Börse in Russland zahlt den ersten Preis, die Rubelabwertung ist Schritt 2 und der Krieg ist damit voll im Gange.
    Man muss keine Bomben werfen, man vernichtet wirtschaftlich und rechtlich.
    Die Russen haben alle Rechte offensichtlich schon lange verloren.

    Aber wir Deutschen sind ja Verbündete, Natopartner und UN-Mitglied, trotz Feindklausel.
    Was kann uns schon passieren, ausser dem bissel Überwachung und die tut ja nicht weh.

  • Holly01 - 3. März 2014

    Mir tut der Amerikaner ansich leid. Die Bevölkerung der USA das sind die jenigen die am meisten betrogen sind und die werden den höchsten Preis zahlen müssen.
    Das ist quasi die Partei in dem “Spiel” die nicht gewinnen kann.

    • Eurelios - 3. März 2014

      Das ist quasi die Partei in dem “Spiel” die nicht gewinnen kann.
      ?????
      Wo es Verlierer gibt es auch Gewinner.

      Bei diesem “Spiel“ wird es nur Verlierer geben. Egal ob West oder Ost oder sonst wer.
      Wenns “dumm“ läuft werden wir Alle vor einem Scherbenhaufen stehen der größer ist
      alls das was wir uns vorstellen können und das alles hat auch was mit unserem
      Geldsystem zu tun das immer mehr Arme produziert.
      Was macht dann der von den wenigen Geldeliten gesteuert “Oberbootsmann“
      für seine Armen?
      Wie im altem Rom im Kolosseum nur halt etwas größer.

      • Holly01 - 4. März 2014

        Die US-Bevölkerug zahlt einen hohen Preis.
        Blutgeld als Soldaten.
        Steuergeld als Bürger.
        Armut als Normalfall.
        Schlechte Bildung um die Leute gefügig zu erhalten.
        Die Nahrung ist bei denen noch schlechter als bei uns. Die können wirklich den Inhalt wegschmeissen und die gesündere Verpackung essen.
        Die Infrastruktur ist erbärmlich, quasi 3. Weltniveau.
        Die Einkommensschere steht noch weiter offen als bei und und öffnet sich auch noch schneller.
        Was die Industrie dem Land antut ist so erbärmlich, daß man es kaum ausdrücken kann.
        Die Äcker sind biologisch tot. Der ganze Weizengürtel produziert auf Stickstoff, Kalium und Phosphor, die Ernten sehen ganz normal aus, aber da ist nur drin, was der Boden hergeben konnte. Das ist alles minderwertig. Dazu kommen die großflächigen Aluminiumverseuchungen der Böden (haben wir in Europa auch).
        Als Gipfel werden die Leute Opfer der Politik, denn man treibt die in den Wahn die Welt hasse sie und darum seit diese Politik notwendig. Der Krieg gegen den Terror hat eine ganz böse inner US-Perspektive.
        Wirklich zu bedauern die Leute. Ich denke nur die Israelis (also die normalen Leute dort) zahlen einen höheren Preis, zumindest wenn man die Opfer in den von dieser “Politik” betroffenen Länder ausblendet ……

        • Querschuss - 4. März 2014

          Hallo Holly01,
          man muss im Kommentarbereich nichts ausloten, es bringt niemand weiter, den Schluss habe ich mit …..ersetzt.

          Danke fürs Verständnis.

          Gruß Steffen

          • Holly01 - 4. März 2014

            Danke für deine Aufmerksamkeit.
            Gruß Holly

  • Frankenfurter - 3. März 2014

    “Der Dax ist deswegen heute Morgen auf Tauchstation gegangen”. Btw. Börsenkurse sind nie ein Indiz für irgendetwas. Das sollten Sie eigentlich wissen, Herr Eichner.

  • Roland - 3. März 2014

    Der Westteil der Krim erhofft sich von der “wohlhabenden EU” die Rettung, der Ostteil der Krim vom “reichen Russland”.
    Das Volk ist nun mal einfältig und damit geopolitischen Spielen verschiednener Oligarchien ausgesetzt. Und so wird die Ukraine eben auseinanderbrechen.
    Dabei hätte die Ukraine ein derart hohes wirtschaftliches Potential – eine soziale Revolution vorausgesetzt.

  • klaus - 3. März 2014

    Fakt ist, die Ukraine braucht GELD.
    3 Mrd sind blitzschnell abgehoben worden und
    die Banken haben kein Wechselgeld.

    Die Amis geben 1 Mrd, da Mehr durch ObamaCare nicht möglich ist.
    Die EU gibt 10 Mrd nach Griechenland ??
    Wieviel fehlt sonstwo noch?
    Arbeitsförderung,Energiewende und Wohnungsbau kosten ???

    Tja, mal sehen wieviel für die Ukraine übrigbleibt.
    Und nach der Wahl dürfte jedem klar sein,
    wo das Geld her kommt.
    Dieselbloom lässt grüßen.

    Entweder wir machen in Diplomatie und rudern zurück,
    oder die Waage wird gegen Russland zeigen.
    Tja, Demokratische Sprüche ohne das nötige Geld in der
    Tasche sind sehr suboptimal.

    Es wird wohl kaum jemand die nächste Gesundheitsreform
    oder die Mär von den überlaufenden Sozialkassen mehr
    hinnehmen wollen.
    Sowas kommt vor der Wahl nicht mehr.
    Und nach der Wahl wird wohl der Letzte kapiert haben.

    Ich glaub nicht, das nach der Wahl 50.000 Euro noch geschützt
    sind.
    Ich gehe fest von einer Zersplitterung der Ukraine aus.
    Oder jemand muß unsere EU-Wachstumprogrnose mal senken.

    Gruss klaus

  • Frank - 3. März 2014

    ein hoch interessantes Interview:

    Willy Wimmer (CDU) – USA wollen Europa in den Krieg ziehen

    Veröffentlicht am 27.02.2014
    Der andere Link ist ein erstaunliches Interview mit einem ehemaligen MdB der CDU, einem Herrn Willy Wimmer. Ehemaliger Staatsekretär im Verteidigungsministerium. Er findet ebenfalls erstaunlich deutliche Worte zum “angelsächsischen Faustrecht” in der Weltpolitik und scheut nicht den Vergleich mit 1914. Er meint: “Die Vereinigten Staaten haben sich entschieden den Krieg nach Europa zurück zu bringen”

    http://www.youtube.com/watch?v=O3fNWgefjz0

    • Holly01 - 4. März 2014

      Ist der link abgesichert? Kann man irgendwo die Auhenzität verifizieren?
      Das ein CDU Mann solche Dinge in das Mikro der Deutschen Welle Theheran sagen soll klingt mir etwas zu ….. weit hergeholt.
      Obwohl Hr. von Bülow sich ja unlängst auch recht eindeutig äussert.
      Ein Versuchsbaloon der CDU, wie solche Inhalte aufgenommen werden wäre nicht vollkommen unlogisch.
      Beide sind aber Urgestein und ausser Amt.

        • Holly01 - 5. März 2014

          Danke Frank,
          hier das Gegenstück :
          http://www.youtube.com/watch?v=tP5c4KJ9ncs

          Nun ist das ja nach Seehofers, “Die gewählt sind haben nichts zu entscheiden und die entscheiden sind nicht gewählt” ja sauber eingerahmt.
          Ist die NSA Affäre möglicherweise doch ein Anlass, mit dem die Politiker in Deutschland Frakmente von Unrechtsbewusstsein bei sich entdecken?

          • Markt - 5. März 2014

            Wie man mit Menschen wie Herrn Bülow umgeht, wenn Sie es wagen vom Mainstream und der
            “erlaubten MEinung” abweichende Meinungen zu äußern deuten bereits der erste Satz seines Wikipediaeintrages an.

            Andreas von Bülow (* 17. Juli 1937 in Dresden) ist ein ehemaliger deutscher Politiker (SPD) und Autor mehrerer politischer Sachbücher. Auf Grund seiner Publikationen, insbesondere zu den Terroranschlägen am 11. September 2001, wird ihm vorgeworfen, Verschwörungstheorien zu verbreiten

            Schade, kann man da nur sagen. Aber für Otto Normalbürger genügt das vollkommen um diese Aussagen als unglaubwürdig darzustellen. Denn es kann nicht sein was nicht sein darf.

          • Holly01 - 5. März 2014

            @ Markt:
            “the church of german wiki” , dazu gab es letztens einen Bericht auf heise.de/tp.
            Da ging es um den 9/11 Eintrag und die abolute Wahrheit der wikianer.

  • JL - 3. März 2014

    Seit den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts versucht der „Westen“ (Großbritanien, später USA) Russland b. z. w. vormals die UdSSR kaputt zu spielen. Dies begann mit einer Wirtschaftsblockade, dessen Umgehung (bilateraler Sondervertrag) den damaligen Reichsaußenminister Walther Rathenau 1922 das Leben kostete, wurde mit der indirekten Aufmunterung Hitlers doch mal bitte bei diesen „bolschewistischen Untermenschen“ einzumarschieren intensiviert, führte nach dem zweiten Weltkrieg zu einer Reihe von Stellvertreterkriegen und mündete schließlich in einer beispiellosen Rüstungsspirale, an dessen Ende die UdSSR zusammenbrach.
    Die Freude westlicher Investoren, Wirtschaftkapitäne und Politiker zu Zeiten der Jelzin- Ära verflog mit dem Machtantritt von Putin 1999 über Nacht. Er schraubte schließlich umgehend die westliche Öffnung und geduldete Einflussnahme des „Westens“ radikal zurück.
    Daraufhin versuchte man über die autonomen Teilrepubliken der ehemaligen UdSSR den russischen Einfluß zurückzudrängen und zusätzliche Unruheherde zu schaffen. Tja, und jetzt ist halt die Ukraine noch mal dran (vorher orange Revolution).

    Russland, aber auch China entziehen sich der „westlichen Hemisphäre“ was Politik, Wirtschaft und Einflussnahme betrifft. Der Eurasische Raum ist also für die westlichen Akteure, gleich welcher Couleur, ein „weißer Fleck“. Das betrifft natürlich auch dessen Markt, schließlich leben in diesen eurasischen Großraum etwa 2 milliarden- nein nicht Menschen- Konsumenten!

    Für den Westen erschwerend sind auch die erkennbaren Machtzugewinne in diesem eurasischen Block- Siehe Syrien. Während man zu Zeiten des Sozialismus noch eine „freundschaftliche Feindschaft“ miteinander pflegte, ergänzt und unterstützt man sich zusehends in wirtschaftlichen Dingen, aber eben auch auf dem internationalen politischen Parkett.

    Um diese „Nuß“ zu knacken, versucht man es über die Ukraine. Die Kontrolle dieses Landes würde Russland strategisch entscheidend schwächen. Deshalb setzt Putin auf Entschlossenheit und Zeit, denn schließlich hat der Westen- vertreten durch den IWF- die Ukraine erst jüngst am ausgestreckten Arm verhungern lassen. Von den zugesagten 15,3 Milliarden Dollar an Krediten wurden nur 3,4 Milliarden Dollar ausgezahlt. Grund hierfür waren fehlende Reformen dort, welche vom IWF vorab eingefordert wurden.

    http://www.goldseiten.de/artikel/article.php?storyid=198460&redirect=1

    Sollten diese Reformen nun umgesetzt werden, ist in der Ukraine wohl mit einer echten Revolution zu rechnen. Und genau darauf wartet vermutlich Putin.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

    • Holly01 - 4. März 2014

      Hallo JL,
      alles richtig, sollte ich Lotto spielen und tippen, dann würde ich Polen ankreuzen.
      Ich warte quasi täglich darauf, daß die Polen aus der Westukraine um Hilfe gebeten werden.
      Die Polen können dann ja nicht anders, als ihren Landsleuten (ehemalige polnische Gebiete deren Abtrennung nie akzeptiert wurde) zur Hilfe zu eilen.
      Für die Westukraine bedeutet das die EU Karte und die Angliederung.
      Das 2. Kreuz ist einfach: Die Russen können einen Gegner auf der Krim und in der Ostukraine nicht zulassen. Also wird die Ostukraine an Russland gehen. Dieses mal geht Putin sicher kein Risiko ein und macht aus denen direkt Russisches Staatsgebiet.

      Damit bleibt der Mittelteil isoliert und wirtschaftlich derartig geschwächt, daß dort mehr oder weniger jeder von aussen reinregiert. Die werden jeweils das tun, was der jeweilige Geldgeber verlangt.
      Aus die Maus.

      • JL - 4. März 2014

        Hallo Holly01

        Die Sachlage bei den Ukrainern ist wohl folgende:

        Die Westukraine ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt.
        Die Ostukraine- ohne die Halbinsel Krim- also das Donezkbecken ist stark industrialisiert und mit den GUS- Staaten wirtschaftlich erheblich verwoben.
        Die Halbinsel Krim ist ein militärisch- strategischer Standort für Russland.

        Die Polen werden sich sicher keine zusätzliche landwirtschaftliche Region einverleiben wollen um einen Konflikt mit den Russen, aber auch mit ihren eigenen Wirtschaftshaushalt riskieren zu wollen. Das ist unwahrscheinlich.

        Wahrscheinlicher ist, dass die Landeswährung der Ukraine implodiert, damit hätten bisherige westliche Gläubiger ein plötzliches Problem- und die Übergangsregierung gleich mit. Dieser monetäre Druck, aber auch die „Alternative“ IWF bleibt sicher ein positiver Faktor für die Russen- zeitlich betrachtet.

        Denn: Der Westen steckt in einer „Zwickmühle“.

        Warum?

        Unterstützt der Westen die Ukraine nicht, ist die Ukraine pleite.
        Unterstützt der Westen die Ukraine entsprechend den Vorgaben des IWF, wird die Ukraine dauerhaft pleite gehen.

        Fazit: Beides führt zur Revolte.
        Und darauf wartet Putin vermutlich.

        Mit freundlichen Grüßen

        JL

        • aquadraht - 4. März 2014

          Hallo JL,

          Du hast ja Recht mit dem, was Du schreibst. Es ist aber sogar noch komplexer.
          Die Westukraine und Litauen wurden 1921 von den Polen in einem Angriffskrieg erobert. Die dortige Bevölkerung war schon immer gemischt, der ethnisch polnische Teil eine Minderheit. Pilsudski und die auf ihn folgenden Sanacja-Regierungen, autoritäre rechtsgerichtete Regime allesamt, haben seither Polen in den eroberten Gebieten anzusiedeln versucht.

          Nach dem Einmarsch der Roten Armee in dieses Gebiet als Folge des Hitler-Stalinpakts kam es zu zahlreichen Ausschreitungen und Massakern gegen die ethnisch polnische Bevölkerung, vor allem die Neusiedlerhöfe wurden niedergebrannt. Es dauerte Wochen, bis Truppen und NKWD das unterbunden hatten (ungeachtet der wenig feinen Methoden).

          Insofern sind ukrainische Rechte und polnische Rechte nicht automatisch Freunde. Nur eine Minderheit auch der Westukrainer ist katholisch oder spricht polnisch, das Ukrainische ist dem Russischen deutlich näher als das Elsässische oder gar das Niederländische dem Deutschen (vielleicht so wie Deutsch-Schwyzerdütsch). Die Polen wollen sicher keine Banderowkas, und die Svoboda-OUN-Leute wollen nicht nach Polen.

          Die Menschen in der Westukraine erhoffen sich leichtere Einreise ins Schengenland, wohl eine eher vergebliche Hoffnung. Die in der Ost- und Südukraine haben teilweise schon russische Pässe und Millionen arbeiten in Russland.

          a^2

          a^2

  • Basisdemokrat - 4. März 2014

    Wenn die USA die effektive Kontrolle über die Ukraine haben, können sie eigene oder verbündete Truppen direkt an der russischen Westgrenze stationieren und die russische Schwarzmeerflotte auf der Krim bedrohen, Moskaus einzige Wasserverbindung zum östlichen Mittelmeer, dem Balkan und dem Nahen Osten. Dies wäre der Ausgangspunkt, auch Georgien zum Eintritt in die Nato zu drängen und separatistische Bewegungen unter den zahlreichen ethnischen und religiösen Minderheiten in Russland weiter anzustacheln.
    http://www.wsws.org/de/articles/2014/03/04/pers-m04.html

    Gruß BD

  • Rolmag - 4. März 2014

    “erst noch als professionell und fähig erweisen”

    Die doppelte Staatsbürgerschaft mit Blick auf die vielen Russen unter Strafe zu stellen wirkt weder souverän noch ansatzweise intelligent.

  • klaus - 5. März 2014

    Endlich können wir Ukraine und Griechenland helfen.

    http://www.welt.de/wirtschaft/article125454636/Schaeuble-will-Zuschuss-an-Krankenkassen-kuerzen.html

    Wir sind auf einem guten Weg.
    Wer käme da auf die Idee Europa als Last zu empfinden?

    Grüsse klaus