Die Target2 Forderung ist Hauptbestandteil des Nettoauslandsvermögens Deutschlands

von am 7. April 2012 in Allgemein

In Anbetracht der Explosion des italienischen Target2 Saldos im März 2012 auf -270,408 Mrd. Euro, darf man davon ausgehen, dass der Target2 Saldo der Deutschen Bundesbank (BUBA), der am kommenden Dienstag veröffentlicht wird, im März deutlich über die +600 Mrd. Euro schnellen wird, selbst ein weiterer Anstieg in den nächsten Monaten in Richtung +1000 Mrd. Euro scheint möglich, denn bisher gab es noch nicht mal eine offensichtliche Panik im Euroraum, die sich dann auch in einem kräftigen Anstieg der Transaktionen im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr auswirken wird. 

Schon jetzt sind die Forderungen der BUBA aus Target2 abenteuerlich und es ist eben leider nicht nur ein rein statistischer Verrechnungsposten. Die Forderung aus Target2 ist der größte Vermögenswert in der Bilanz der BUBA und wird demzufolge auf Aktiva-Seite der Bilanz geführt. Die Target2 Forderung ist auch der größte Posten im Auslandsvermögen der BUBA. Das Nettoauslandsvermögen der BUBA fließt folgerichtig auch in den Vermögensstatus der Bundesrepublik Deutschland ein, der Net International Investment Position (NIIP), die sich im Falle Deutschlands als Nettoauslandsvermögen darstellt.

Die Auslandsposition der BUBA in der Tabelle aus dem Monatsbericht März 2012 (PDF Seite 125). Rot markiert die Forderung innerhalb des Eurosystems (Netto) mit +559,678 Mrd. Euro mit dem Hauptbestandteil aus Target2 (von +547,047 Mrd. Euro) und ganz rechts unten die gesamte Nettoauslandsposition der BUBA mit +800,593 Mrd. Euro im Februar 2012.

Die Target2 Forderungen der BUBA ersetzen nicht nur zum Großteil den Interbankenmarkt, dass bedeutet die Auslandsforderungen (Vermögensposition) der deutschen Banken gehen zurück, sondern der Anstieg dürfte in Q1 2012 sogar darüber hinaus gehen.  

Die Entwicklung des Vermögensstatus (NIIP) von Deutschland (aller Subjekte der Volkswirtschaft) gegenüber dem Rest der Welt, seit Q4 2003 mit einem Nettoauslandsvermögen von +141,889 Mrd. Euro bis Q4 2011 mit +933,670 Mrd. Euro.

Das NIIP ist die Saldierung aller Auslandsforderungen und Auslandsverbindlichkeiten, der Vermögensstatus eines Landes und spiegelt die Nettoauslandsverschuldung oder eben das Nettoauslandsvermögen wider.

Zuletzt im Dezember 2011 betrug die Nettoauslandposition der BUBA, die in das NIIP (Vermögensstatus für Q4 2011) einfloß +668,106 Mrd. Euro (blau in der Tabelle oben), im Februar 2012 betrug die Nettoauslandsposition der BUBA bereits +800,593 Mrd. Euro (rot markiert in der Tabelle oben).

In der Gesamtübersicht der Zeitreihen aus der Datenbank der BUBA zum NIIP, wird selbstverständlich das Nettovermögen der BUBA mit verbucht, die beiden enthaltenen Zeitreihen Saldo Bundesbank Währungsreserven und Saldo Bundesbank Sonstige Anlagen (darunter die eingeflossene Target2 Forderung) für Q4 2011 ergeben addiert genau die Nettoauslandsposition der BUBA von 668,106 Mrd. Euro (oben in der Tabelle für Dezember 2011 blau markiert) und genau diese Nettoauslandsposition der BUBA floss, wie sonst immer auch, auch in Q4 2011 in das NIIP von Deutschland ein. Damit fließt auch die Target2 Forderung der BUBA direkt in das NIIP ein und nicht mal die verruchtesten Relativierer können daraus einen rein statistischen Verrechnungsposten konstruieren. Eine gefährdete Target2 Forderung durch ein Austritt eines Landes mit einer Target2 Verbindlichkeit, gar ein Auseinanderbrechen der Währungsunion würde spätestens in einer Post-Euro-Ära unweigerlich zu einem rabiaten Einbruch beim NIIP führen und damit eine endgültige Wohlstandsminderung dokumentieren. Bis dahin zeigen die Target2 Salden die Dimension der Zahlungsbilanzkrise in der Eurozone an und die Anhäufung uneinbringbarer Forderungen der BUBA. Den Forderungen Deutschlands gegenüber der Südperipherie könnten nur mit wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit der Südperipherie und durch einen Abbau der Ungleichgewichte noch ein Wert eingehaucht werden. Aber die Kombination aus Austerität und Liquiditätsflutung der Bankensysteme der Südperipherie per EZB führt zum Gegenteil, einer Schrumpfung des BIPs in der Südperipherie und zur beschleunigten Kapitalflucht mittels Target2 im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr aus der Südperipherie inklusive Frankreichs.

Quelle Daten: Bundesbank.de/Datenbank BUBA/ Zeitreihe NIIP

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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35 KommentareKommentieren

  • SLGramann - 7. April 2012

    Sehr richtig, Steffen. Die Grundtatsache ist die, dass die deutsche Volkswirtschaft reale Werte gegen kaum verzinste, nicht fällig zu stellende und letztlich wohl ganz uneinbringliche Forderungen eintauscht.

    Soweit über T2 Leistungsbilanzungleichgewichte finanziert werden, geben wir reale Konsum- und Investitionsgüter weg und erhalten dafür Forderungs”rechte”, die ökonomisch weitgehend wertlos sind (da nicht fällig zu stellen und real negativ verzinst).

    Soweit T2 zur Finanzierung der Kapitalflucht aus dem Süden dient – was mittlerweile das viel wichtigere Thema ist – geben wir marktgängige deutsche Vermögenswerte weg (Wertpapiere, Immobilien, Unternehmensanteile) und erhalten dafür diese wertlosen Forderungen.

    In jedem Fall wird mit T2 organisiert, dass reale Güter und marktgängige Vermögenswerte ihre Eigentümer wechseln.
    Zum “Ausgleich” sammeln sich beim deutschen Staat in Form der BuBa Forderungen gegen die EZB, die man getrost als Luftbuchungen bezeichnen kann.

    Die Weggabe dieser Güter und Vermögenswerte ist eine Tatsache der Realwirtschaft. Die Relativierer gehen auf diese einfache Tatsache aber nicht ein. Vielmehr verliert man sich in Spitzfindigkeiten der Bilanzanalyse von Notenbanken.
    (Am “besten” auf dem Niveau des Blödsinns-Arguments, dass, gäbe es nur keine nationalen ZBs in der Eurozone, man die T2-Salden ja gar nicht messen könnte, sie also dann nicht existieren würden und sie daher bedeutungslos sein müssen. Denn siehe, was ich nicht messen kann, das beißt mich nicht? Vogel Strauß? Immer voll am wesentlichen Fakt vorbei: Dass nämlich reale Vermögenswerte gegen wertlose Forderungen gegen die EZB getauscht werden – die hier nun zufällig Target2 heißen und so gemessen werden können.)

    • Querschuss - 7. April 2012

      Hallo SLGramann,
      schöner Kommentar, ergänzt und erweitert den Artikel.

      Schöne Ostern
      Steffen

      • Holly01 - 7. April 2012

        Hallo slgraham und querschuesse,
        schöner aber ungenauer Kommentar.
        Wir liefern Waren an insolvente Kunden. Privatgeschäfte sind das, nicht Geschäfte des Staates Deutschland. Wie dumm so etwas ist mag jeder selbst beurteilen.
        Target2 ist sehr flappsig ausgedrückt, die monetäre Antwort auf den Bankenrun in den insolventen Staten.
        Die Verteilung von Buchgeld zu Papiergeld verschiebt sich durch die Krise. Die normalen 10% Papiergeld werden aufgebläht, weil viele Leute Bargeld zu Hause vorhalten, bzw. als Papiergeld ins Ausland bringen.
        Geht einer betroffenen National Bank das Bargeld aus, fordert sie Mittel zum Schalterverkehr von einer anderen NZB.
        Die fordernde NZB gibt dafür Sicherheiten.
        Eine NZB die keine Sicherheiten mehr anbieten kann. greift zum Mittel der ELA, sie schöpft/druckt das Geld.
        Es gibt also zwei Probleme :
        Sicherheiten und Geldmenge (hier M3).
        Da wir beim Buchgeld inzwischen ein Verhältniss von grob geschätzt 1Sicherheit pro 10Geld haben, bewegen wir uns mit und ohne target2 schon lange im Niemandsland.
        Eine Sicherheitenkrise führt immer zum Kapitalschnitt. Das geschöpfte Geld wird im Verhältniss zu den realen Sicherheiten zurückgesetzt.
        Target 2 ist nur das Blähen der Krise. Nicht schön für das Klima aber notwendig. Das reale Geld liegt ja tatsächlich auf den Konten der target-positiven Staaten und xient den Banken hier als Eigenkapital, welches den Banken in den insolventen Krisenländern fehlt.
        Wie dumm das alles ist, kann man unschwer ahnen, wenn man bedenkt, daß sich die relevanten Vermögensverhältnisse der 2% die den Kapitalstock halten praktisch NICHT verändert haben.
        Eingestellt wurden Sozialtransfer, Privatwirtschaft und staatliche Wirtschaftstätigkeit.
        Dieses Schema wird nun auf alle sogenannten Krisenländer angewendet.
        Großkapital (zumeist ohne reale Sicherheiten und somit geschöpftes Buchgeld) bestimmt etwas,daß wir als Existenzkrise wahrnehmen.

        • Roland - 8. April 2012

          Komme gerade aus Spanien zurück.
          Die Lage dort ist nicht schön und deshalb auch politisch einiges in Bewegung.

          Aber: Zu unterstellen, die dortigen Banken würden weiterhin munter Kredite an insolvente Kunden ausreichen, die sich dann bei uns in wertlosen target2-Forderungen niederschlagen, ist jenseits der Realität. Wer dort einen Kredit will, muss echte Sicherheiten vorweisen können.

          Die target2-Forderungen sind nicht so wertlos, wie hier im Überschwang der Kommentare übers Ziel hinausgeschossen wird.

          • Andres Müller - 8. April 2012

            hallo Roland, die Beobachtung der Realität ist sehr wichtig, direkte Erfahrung kann durch keine Statistik ersetzt werden. Holly sagte , dass Target-2 den Banken der Krisenstaaten nun fehlt, daher ist ihre Beobachtung dass diese keine Kredite mehr geben wollen nicht unpassend zu den Schilderungen hier. Umgekehrt dürften die Staaten mit positivem Target-2, bzw. deren Banken, dringend vertrauenswürdige Kreditnehmer am suchen sein. Aber bei Überproduktion und Konsumklemme im Süden dürfte das Geld einfach mal die Nachtanlagen auf der EZB beglücken oder den Weg nach Brasilien und andere emerging markets finden.
            Das grosse Desaster ist ja, das Kapital geht wenn posiitves Target-2 als Eigenkapital gedeutet werden darf, 1:10 gehebelt aus der Eurozone raus oder in die Spekulationsmärkte und erhöht bloss das Vermögenssaldo der Superreichen, sowie die Schulden der mit diesen Hebeln beglückten Märkten. Es wird zum Kollaps kommen, denn ich glaube nicht dass das was wir in Brasilien zum Beispiel erleben, nachhaltig ist .aus meiner Sicht unterscheidet sich Brasilien nicht unbedingt gross von Griechenland, es kommt zu vom Ausland finanziertem Konsum, während die Produktion dort einen eher tiefen Wertschöpfungsfaktor hat. Solange die Werschöpfung der Finanzwirtschaft unnatürlich überhöht ist, wandert die Krisenblase einfach weiter und hinterlässt wenn die Zockerei zusammenbricht eine finanzielle Wüste.

          • Querschuss - 23. April 2012

            Hallo Roland,
            anscheinend mißverstehst du die Target2 Problematik immer noch. Die spanischen Banken müssen keine Kredite an spanische Private oder Unternehmen ausreichen, damit die Target-Verbindlichkeit der spanischen Zentralbank steigt. Sondern via Target2 Zahlungssystem werden in Auftrag der Bankkunden deren Bankeinlagen z.B. nach Deutschland verbracht. Der negative Target2 Saldo ersetzt die schwindenden Bankeinlagen der spanischen Banken bei der spanischen Zentralbank und die Kreditgewährung der spanischen Zentralbank an die Geschäftsbanken, als eine Verbindlichkeit der Banken gegenüber der Zentralbank, die Bankeinlagen der Kunden (Private und Unternehmen), ebenfalls eine Verbindlichkeit.

            Die Kreditgewährung der nationalen Zentralbanken der PIIGSBF-Zentralbanken in Zentralbankgeld an die heimischen Banken beschleunigt bzw. ermöglicht erst die Verbringung des Zentralbankgeldes in das DNLF-Bankensystem, mittels den dortigen DNLF-Zentralbanken bei denen positive Target2 Forderungen entstehen, in dem sie die Zahlungsaufträge an die DNLF Banken ausführen ohne das im Gegenzug Geld der PIIGSBF-Zentralbanken an die DNLF-Zentralbanken fließt.

  • niemand - 7. April 2012

    HI Steffen, soo vielen Dank für Deine ständige Aufbereitung von Daten. Ist es nicht möglich noch eine andere Zahlungsmöglichkeit einzubauen? Irgendwie dauert das immer so lang mit dem Geld vom Konto zu Paypal. Und naja.. man vergisst halt dann ständig mal wieder eine Spende zu verabreichen..

    Wäre echt schön, wenn Du noch andere Möglichkeiten der Direktzahlung anzubieten ;)

    Frohe Ostern…

  • Erich - 7. April 2012

    Die Frage ist doch, was kann man dagegen tun, ohne die Defizitländer noch weiter ins Chaos zu stürzen. Eine Einstellung dieser Finanzierung würde die Insolvenz dieser Länder doch sofort klar stellen, und sie dazu zwingen, aus dem Euroverbund auszusteigen. Vielleicht wäre Griechenland heute schon in einer besseren Lage, wäre man dem vorletztes Jahr dem Vorschlag von Issing gefolgt, Griechenland aus dem Euro zu zwingen. So wie es gelaufen ist, hat an doch nur sehr vielen Gläubigern (die damals noch überwiegend privat waren) ermöglicht, auf Kosten der Steuerzahler davon zu kommen.

    Natürlich hätte uns das auch etwas gekostet, man konnte Griechenland nicht alleine lassen, aber eine direkte Hilfe (Lebensmittel, Geld für Benzin etc.) wäre am Ende sicher billiger gewesen. Ebenfalls frisches Kapital für die eine oder andere Bank (wie bei der HRE oder Commerzbank).

    So ist das Kapital jetzt weg aus Griechenland, und eine Besserung ist so gut wie nicht in Sicht.

    • Holly01 - 7. April 2012

      Die Frage ist : was kann man dagegen tun?
      Um diese Frage beantworten zu können, müßte man die wahren Ursachen der Krise kennen. Im Moment kann man im besten Fall erkennen wer zur Zeit nicht oder nur wenig verliert.
      Die Wähler in den Krisenländern werden sich am stärksten verändern.
      Wem das nutzt, der steckt hinter der Krise.

  • bauagent - 7. April 2012

    Es wird immer wieder angedeutet, dass die Mainstream-Volkswirte die Problematik der Target2 Salden innerhalb des Währungsverbundes nicht verstehen würden. Wahrscheinlicher ist doch, dass diejenigen, die in unserer Systempresse zu Wort kommen, eher das ” wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe “, Spiel spielen.

    Hier geht es doch längst um politische Ziele, die ein paar Billionen, die man glaubt per Inflation ” entsorgen ” zu können, zur ” False flag ” machen.

    Kaum einer merkt mit der Diskussion um Milliarden für dieses Land und Billionen für jenes, dass man gerade einen Putsch über die Verfassungen der EU-Länder hinaus versucht.

    Stellvertretend für die vielen Hinweise seien die Äußerungen unseres Finanzministers noch einmal in Erinnerung gerufen, dessen Auftritt vor dem Frankfurter Bankenkongress bei Youtube zu finden ist und der in der New York Times einen offenen Verfassungsbruch proklamiert.

    Wie sagte er in einem Interview mit der New York Times im Dezember?

    “Was wir mit der Fiskalunion bezwecken, ist ein kurzfristiger Schritt für die Währung. Längerfristig benötigen wir die politische Union und weiter: Wir können eine politische Union nur durch eine Krise erreichen.”

    MANN MUSS JA NICHT EINMAL ZWISCHEN DEN ZEILEN LESEN UM ZU VERSTEHEN, DAS HIER POLITISCHE HANDLANGER DER INTERNATIONALEN INDUSTRIE- / UND FINANZMAFIA EINEN PUTSCH AUF DIE EUROPÄISCHEN DEMOKRATIEN AUSÜBEN.

    JEDER KANN DIE SCHLEICHENDE UND MITTLERWEILE OFFENE ENTDEMOKRATISIERUNG INNERHALB EUROPAS UND DEUTSCHLANDS SEHEN, JEDOCH NUR WENIGE UNTERNEHMEN ETWAS UND WERDEN DABEI VON DER VEREINNAHMTEN PRESSE GEKREUZIGT ODER IGNORIERT.

    In welchem Verhältnis zur politischen Dimension, die diese Volksvertreter sehen, kann man da 3 oder 4 Billionen Euro sehen, wenn alleine die Deutschen Barvermögen größer 4 Billionen halten?

    Auch nach dem Erreichen eines Target2 Saldos von einer Billion in Deutschland, wird die Einheitspartei CDU/CSU/SPD/GRÜNE/LINKE mit DDR 2.0 verdächtigen 99 % dafür stimmen, dass die Redezeit derer im Bundestag, die nicht mit der Fraktion übereinstimmen auf weniger als 3 Minuten beschränkt wird ( Vorlage wurde in den Ausschüssen bereits erarbeitet ). Und die Medien berichten über den Gewinner von Deutschland sucht den Superstar. Eben:

    “Wesen Brot ich esse, dessen Lied ich singe”.

  • fonda pepe - 8. April 2012

    Stimme bauagent zu. Auch Merkel äußerst sich so, allerdings nicht im deutschen Parlament.

    http://www.euractiv.de/europa-2020-und-reformen/artikel/merkel-schritt-fr-schritt-kompetenzen-vergemeinschaften-006165

    “Ich glaube, wir werden Schritt für Schritt Kompetenzen vergemeinschaften”, sagteAngela Merkel am Dienstag in einer Europa-Rede an der Karls-Universität in Prag. Als Zieldatum nannte sie die kommenden 20 bis 30 Jahre. Die EU-Kommission werde so etwas wie eine europäische Regierung. Die Staats- und Regierungschefs würden dann wie eine zweite Kammer handeln, die über die Nationalstaaten wache.

    Die Rolle der europäischen Kommission werde sich unvermeidlich verstärken, so die Bundeskanzlerin Deutschlands Angela Merkel. Indem sie am Donnerstag von den Studenten der Karls-Universität Prag auftrat, sagte sie, dass die europäischen Staaten ihre Machtbefugnisse zum Teil an Brüssel übergeben müssten.
    „Ich bin der Meinung, dass es Schritt für Schritt dazu kommen sollte. Die Übergabe von Machtbefugnissen an ein einheitliches europäisches Organ erfolgt innerhalb von 20-30 Jahren“, sagte Frau Merkel. Ihr zufolge verwandle sich in dieser Zeit die europäische Kommission in eine Art von einheitlicher EU-Regierung und die Staatschefs würden eine Struktur darstellen, die die Regierung national ausübe.
    http://german.ruvr.ru/2012_04_03/70555696/

  • die Simpsons - 8. April 2012

    @bauagent: stimme ebenfalls zu und ergänze, dass man sich mehr auf den den Plan konzentrieren sollte, der die Menschheit in die Verarmung und in das Elend treiben soll. Es widerspricht jeglicher ökonomischer und menschlicher Vernunft, dass Menschen in europäischen Ländern Selbstmord begehen, gerade weil man sie in die Verarmung mit ökonomischen Rettungsversuchen treibt, die einzig und allein das Ziel haben eine Weltregierung zu installieren. Wer das nicht glaubt sollte doch einfach mal anfangen seinen gesunden Menschenverstand zu benutzen, falls dieser nicht auf Diät gesetzt ist, und sich die Realitäten bei Tageslicht etwas genauer anzuschauen:

    ► Zerstörung der Nationalstaaten um jeden Preis und gegen jede ökonomische Vernunft.
    ► ESM = Ermächtigungsgesetz und gleichzeitig Brandbeschleuniger der Zerstörung der Nationalstaaten.
    ► Auf der Agenda stehen Punkte wie: Überwachung, Umerziehung, der “Chip”, Abschaffung des Bargeldes, Lüge ist Wahrheit und Frieden ist Krieg, “Impfprogramme”, Einschränkungen von natürlichen Lebensmitteln sowie Heilpflanzen, der Mensch soll das essen was ihm schadet und nicht was ihn gesund macht usw.

    Zum Geld nur die kurze Bemerkung, dass in der Natur dem Wachstum natürliche Grenzen gesetzt sind. Mit einer Ausnahme von Krebs- oder Tumorzellen. Diese kann man sehr gut mit der Verzinsung des Kapital vergleichen. Diese breiten sich solange in ihrem Wirt aus, bis sie diesen getötet haben, um dann auch selbst zu sterben.
    Dieses Beispiel kann man meiner Meinung nach sehr gut auf die Zerstörung der Nationalstaaten übertragen.

    Es wird ein Krieg von kranken Hirnen gegen die Natürlichkeit des Lebens geführt!

    • Aber - 8. April 2012

      @die Simpsons

      “Es wird ein Krieg von kranken Hirnen gegen die Natürlichkeit des Lebens geführt!”

      Auch Kultur, Zivilisation, Fortschritt genannt.

  • Mark - 8. April 2012

    Saubere Analyse, und interessante Kommentare.

    Allmählich sehen wir das wahre Ausmaß der Katastrophe, und zwar nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern vor allem: in politischer Hinsicht. Das alles ist unseren “Volksvertretern” natürlich überaus unangenehm, und so wird das Thema “Target” und seine wahren Hintergründe (die “Wohlstands-Illusion” der nördlichen Länder, wie Tyler Durden es so treffend nennt) auch weiter totgeschwiegen. Die heutigen Politiker wollen 1. nicht die Hosen herunterlassen, und 2. idealerweise irgendwann mal die Schuld auf die EU schieben.

    Denn sobald klar ist, dass der deutsche Wohlstand weg ist, wird es eine Revolution geben. Unsere heutigen “Führer” sollten sich besser mit Horden von Wachleuten umgeben, oder besser: gleich in das befreundete Ausland fliehen (Tipp: nicht nach Griechenland), um ihren Lebensabend in Frieden genießen zu können. Das Fatale an Deutschland ist, dass es lange dauert, bis der “Tipping Point” in unserer Gesellschaft erreicht wird, aber wenn er dann erreicht ist, geht es mit verblüffender Schnelligkeit und Vehemenz. Da sind wir halt deutsch effizient. :-)

    • Holly01 - 8. April 2012

      Kann ich selbst als Zyniker nicht lustig finden.
      Die politische Macht hat sich massiv abgesichert. Die monetäre Macht war schon immer massiv abgesichert.
      Hungerrevolten treiben arme Staatsbüttel gegen arme Verzweifelte, auf den Straßen liegen nur Opfer, aber nie Täter.
      Okkupay ist da weiter, Widerstand in Form kollektiven Ungehorsams.
      Heben alle ihr Geld ab, kommt durch die Masse etwas in Bewegung. Kündigen alle ihre pseudo Absicherung durch Kapitalbildung kommt noch einiges mehr in Bewegung.
      Money makes the world go around, ist nicht nur Lizas hörenswertes Lied.

  • Aber - 8. April 2012

    Hab gerade bei Zerohedge hier:

    http://www.zerohedge.com/news/spain-ultimate-doomsday-presentation

    einen Kommentar gelesen der hierhin führt:

    http://strayingfromtheflock.org/2012/04/07/normalcy-bias/

    Das hier steht bei Wiki:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Normalcy_bias

    Passt zur Diskussion und zu dem Thema vor ein paar Tagen mit “dank” über Opfer/Täter, Menschen werden aufstehen usw.

    Hab leider noch keine adäquate deutsche Übersetzung dafür, werde weiter forschen.
    Wünscht mir Glück :)

  • wolfswurt - 8. April 2012

    @Mark

    “Krieg ist ein Vorgang bei dem sich Leute einander umbringen die sich nicht kennen, um Ruhm und Vorteil für Leute, die sich kennen aber nie einander umbringen würden”

    Spruch von einem Franzosen dessen Name mir nicht einfällt.

  • bauagent - 8. April 2012

    @Aber

    Den Zerohedge-Artikel habe ich mir gerade durchgelesen. Tyler Durden, den ich als
    hellen Kopf schätze kommt zu dem Schluss, dass wir im Rahmen der nach unten gerichteten Spirale, explodierende CDS und/oder abstürzende Anleihen in Kürze sehen werden.

    Das wird so sein, haben wir bei Griechenland und Portugal aber auch schon gesehen..

    Die zentrale Frage aber wird sein, ob seine 5 nachfolgenden Thesen, insbesondere der Punkt 5. eintreffen.

    Man muss kein Prophet sein, um sich den Punkten 1-4 anzuschliessen.

    Am Punkt 5 wird sich erkennen lassen, ob die ” Feuerkraft ” bzw. der politische Wille tatsächlich nicht vorhanden sein wird.

    Ich habe da große Zweifel und glaube eher, dass man uns mit weiteren Lügen versucht in die nächste, dann ultimative Rettung versucht zu steuern. Lange ist es nicht mehr hin, bei dem Tempo, dass die spanische Wirtschaft vorgibt. 2. Hälfte 2012 werden wir sehen wie es weitergeht.

    Warum wird wohl gerade jetzt in den Bundestagsausschüssen versucht, das Rederecht der Parlamentarier zu beschränken, die nicht mit ihrer Fraktion übereinstimmen. Nach heutigem Stand ist die Einheitspartei CDU/CSU/SPD/FDP/GRÜNE/LINKE komplett dafür Fraktionsabweichler nicht mehr reden zu lassen. Ein Skandal!

    Tyler Durdens Thesen zum Untergang des Euros:

    1. Spaniens Staatsverschuldung ist 50 % höher als die Schlagzeilen der Presse

    2. Spaniens Immobilienpreise fallen um zusätzliche 35 %

    3.Spanien hat “Zombie” Banken mit massiven Krediten an Bau – Entwicklern und an Haus-und Wohnungseigentümer

    4. Spaniens Wirtschaft hat sich nicht stabilisiert und wird sich weiter verschlechtern

    5. Die EU wird nicht die Feuerkraft oder den politischen Willen zur Rettung von Spanien haben

    Es lohnt sich den Artikel den @Aber eingestellt hat einmal zu lesen.

    • Aber - 10. April 2012

      Und wenn man annimmt, daß die Immopreise in Spanien, wie auch anderswo, eine Blase waren, dann heißt das Preisverfall bis zum ANfangspunkt der Blase und sogar noch weiter.
      Nur eine Frage bis wann das passiert.
      Na dann aber mal Hallo!

  • die Simpsons - 8. April 2012

    @bauagent: Wenn der ESM erstmal in Kraft ist, kann man Spanien retten, eigentlich wird nicht Spanien gerettet, sondern die EU-Diktatur und die dahinterstehende NWO mit ihren Absichten, uns, die Bevölkerung zu Zombies zu machen. Und rate mal wer bezahlt; nicht die Klingonen sondern selbstverständlich die Deutschen. Aber das ist alles geplant.
    Und die Internetzensur wird auch schon in Angriff genommen: http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=252592

  • dank - 8. April 2012

    @Aber & allg
    Unvorstellbares wird negiert – bis hin nur noch Normalität und Bekanntes zurückbleibt.
    Bestes Beispiel aktuell ist die Target2-Problematik (und deren Bedeutung) bis hin zur Möglichkeit des
    Zerbrechens von Euroland.
    Selbst das Elend mit dem Leiden der Menschen in GR können wir uns nicht vorstellen. Das ändert sich,
    wenn wir Reportagen, Berichte,…oder Texte sehen, hören oder lesen. Dann wird das Abstrakte
    in Bilder im Kopf umgewandelt und trifft uns meist unvorbereitet, wie ein Hammerschlag. Doch im Moment
    wird eher das Gegenteil durch die Medien gemacht – Hauptsache keine Bilder vom sozialen Abbau.
    Das heißt nicht: Es sollte nicht hinterfragt werden und als gegeben genommen, wenn doch mal was
    durchrutscht. Sind die Darstellungen richtig? Was bedeutet dies? Warum könnte es so sein oder wem nutzt es?
    Nur durch Informationen kann die Normalitätsbias durchbrochen werden.

    Drastische und dramatische Ereignisse (medial umgesetzt) machen gefügig oder aufsässig, ganz wie jeder
    konditioniert wurde und welche Erfahrungen prägten. Auch wenn wir viel auf den Deutschen Michel schimpfen –
    kann er denn ernsthaft etwas dafür oder wurde in Wirklichkeit nicht jede Möglichkeit genutzt, um ihn schleichend
    zu einem willigen Werkzeug zu machen, dass sich lieber das Leben anderer im TV vorführen lässt und daraus
    auf seine Intelligenz schließt und so freut nicht genauso dumm zu sein, wie die vorgeführten Personen.
    Eine Unterscheidung zwischen Schauspiel (und das noch meist grottenschlecht) und realen Personen findet
    ab dieser Grenze nicht mehr statt.
    Wurde er (nein, wir alle) nicht gezwungen, dieses Leben im Hamsterrad zu führen – werden wir es nicht immer noch?
    Es wurde die Wahl genommen. Bevor nun ein “Du kannst jederzeit aussteigen” kommt: Nein, so einfach nicht. Und
    jeder Realist weiß das. In dieser Machine geboren und erzogen ist ein Ausscheren ohne den nötigen Schubs
    nicht möglich. Ganz bewusst gesteuert werden beim Ausstieg alle Sicherungsleinen und -netze mit dem System
    selbst zu Staub und gerade diese Sicherungen halten (noch?) viele im System.

    Wird nicht ständig versucht, uns in eine Art Lethargie zu versetzten und Hoffnungen zu schüren, die bar jeder
    Begründung sind. Da die Grenze der medialen Verdummung längst überschritten wurde, kann diese in Richtung
    selbstständiges Denken nur mit höchstem Gegensteuern und -stemmen vom eigenen Ego vollzogen werden.
    Die Berieselung gegen die jeder jeden Tag auf das Neue ankämpft, oder sich der Gleichschaltung hingibt – das
    wäre doch viel einfacher. Die Alternative ist die komplette Differenzierung von medialem Einheitsbrei und
    Qualität/Informationen oder die Komplettabschaltung der Einheitsmedien.

    Die Globalisierung – wesentlich durch das Internet vorangetrieben und unterstützt – bietet auch genau durch sich
    selbst das gleichgewichtige Werkzeug um die Kontrolle und Selbstständigkeit zum Verständnis für viele
    Vorgänge zu verlieren.
    Fehlte hier nicht jahrzehntelang ein Gegenpol, der durchs Web möglich wurde?
    Der Übergang von: “Das Kapital regiert!” ist schon zu einem “Die Information regiert!” oder besser
    “Wer die Informationen und deren Fluss steuert, regiert!” geworden.
    Neben den konventionellen Krieg, gibt es einen finanziellen. Doch der monitäre ist lächerlich
    (im Sinne der Ausmaße) zu dem, der sich elektronisch im Netz wegen Informationen
    (Zugriffe, Rechte, Konten, Patente, Kopien, Zahlen, Aktualität…) abspielt. Im Bezug auf Informationen und
    deren Verwertung stehen wir noch am Anfang – was alles in 5 oder 10 Jahren möglich sein wird – bestimmen
    wir selbst mit.

    Das verleitet zur Weltenformel:
    Macht = Geld = Information

    Die beiden ersteren scheinen für die meisten im Sinne der freien Steuerung und Verfügbarkeit verloren –
    und an der “neuen” (elektronischen) Freiheit der Information, wird seit geraumer Zeit gesägt.
    Ja, das wurde lange belächelt: Internet – Informationen – 1000 Möglichkeiten, für was; wen denn?!
    Und dann glitt es den Betreffenden an den Hebeln der Macht und des Geldes aus den Händen und
    jetzt merken sie erst, was sie da an die Menschen abgaben. Das Gegensteuern läuft mit allen Mitteln und
    Gesetzte sollen verhindern, dass unliebsame Inhalte (nach Ermessen der Zensoren) bis zum Webuser vordringen.
    “Erst wenn Rechte genommen, wird auch der Letzte erkennen, was diese wert.”
    Nachhaltiger Widerstand in Form kollektiven Ungehorsames ist nur möglich, wenn Informationen
    grundsätzlichen den Weg bereiten und die Flanken sichern können.

    Was uns seit geraumer Zeit alleine im Falle des Euro präsentiert wird, wäre vor 15 Jahren noch als
    wahnsinnige und wahnwitzige Karikatur oder Verschwörungstheorie (VT) abgetan worden. Insgesamt
    scheinen einige VTs nicht nur Hirngespinste zu sein – damit sollen viele abgespacte Theorien sicher
    nicht rein gewaschen werden. Aber nach den letzten Jahren heißt es nun eher: Das Mögliche und Einfache wird
    Wirklichkeit, das Unmögliche und Komplizierte muss warten. Wobei eine Anteil “self-fulfilling prophecy” sicher
    nicht immer von der Hand zu weisen ist. Die Phantasie der Basis beflügelt die Ideen der Herrschenden oder
    deren Ratgeber zu einem guten Teil – davon gehe ich aus.

    Zur Verweigerung der Annahme des Unvorstellbaren:
    http://www.investorwissen24.de/boersenlexikon/n/news/normalitaetsbias/

    Es kann nicht sein, was nicht sein darf?!

    Weder Normalitätsbias noch blinde Panik macht Sinn – weder weiß noch schwarz. Wie immer.

    In diesem Sinne:

    Nicht unterkriegen lassen & Frohes Rest-Osterfest!
    dank

  • klaus - 8. April 2012

    @Aber

    Stimmt.
    Das Normalcy_Bias, also die Schockstarre des Kaninchens vor der Schlange,
    ist nichts als das Dümpeln der Bürger in Ihrem Optimistischen und auch
    noch meist kirchlich geförderten Leidenwollens.
    Es wird in Spanien wohl weiter verbreitet sein als in Deutschland,
    weil die Obrigkeitshörigkeit und Kultur wesentlich stärker sind.

    Heißt, wenn der Schuldenüberhang von 50 Prozent auf die Zwangsversteigerungen
    im ImmoMarkt drückt der bis dahin heftig unterbewertet ist, wird der spanische
    Mittelstand es nicht mehr wahrhaben wollen, das er geplündert wurde.
    Die Zombie-Banken zwischen dem eigentlichen Kreditwesen lösen sich auf
    und das Vermögen ist vergesellschafftet unter den Reichsten in Europa.

    Die Paralyse die in Tyler Durdens Artikel angesprochen wird, wird
    wohl am meisten von unseren supererfolgreichen Bücherschreibern verbreitet,
    den Ihnen nutzt es nur, wenn die Kälber zum Schlachttermin optimistisch kommen.

    Tja, es wird nichts mehr hinterfragt.
    Wie früher. Ein Hoch auf die Moral.
    Denn Sie schützt das Vermögen Derer, die es sich
    per Unrecht geholt haben.
    Es wird Zeit alles zu hinterfragen.
    Es ist halt nix selbstverständlich.
    Und man kann auch mit Hintergrundwissen eher
    Danke sagen, als wenn man es einfach als gegeben sieht.

    Einfach nur vom Lehrer etwas übernehmen, macht
    keinen vollständigen Menschen !

    Happy Easter to All

    klaus

    • ö.ä. - 9. April 2012

      Hallo Klaus,

      zu einem großen Teil stimme ich Ihnen zu. Aber ich glaube, bei folgender Passage : “Es wird in Spanien wohl weiter verbreitet sein als in Deutschland, weil die Obrigkeitshörigkeit und Kultur wesentlich stärker sind.” sitzen Sie der medialen Propaganda auf.

      Mit Kultur lässt sich alles erklären, dem “fleißigen Deutschen” geht es gut, “die Südländer” geben “den Schlendrian”. Diese Argumentation lenkt davon ab, dass es wirtschaftliche Ursachen hat, warum es den einen gut, den anderen schlecht geht. Ich bin davon überzeugt, dass Menschen auf ähnliche Verhältnisse weltweit ähnlich reagieren. Wenn “der Deutsche” Hunger leidet, geht dieser genauso auf die Barrikaden, wie irgend ein anderer Mensch in einem anderen Land.
      Diese Argumentation hat doch nur einen Zweck: die wahren Umstände zu verschleiern und das geringste Maß an Solidarität zwischen den Menschen im Keim zu ersticken.

      Auch ich wünsche allen hier Frohe Ostern

      • ö.ä. - 9. April 2012

        Weil es gerade so gut passt zu dem was ich oben gesagt habe, ein Auszug aus dem Handelsblattartikel “Ein Graben zieht sich durch Europa”:

        “Dann passiert Unfassbares: Die EU-Kommission selbst schlägt eine Steuer auf fast alle Finanztransaktionen vor und zeigt, wie auch nur einige Länder allein die Steuer einführen könnten. Der Fall von Griechenland konsolidiert die Verstörten: Endlich ein Staat, der schuldig ist an der Krise, noch dazu einer, der geschummelt hat und dessen Bewohner nach Südländerart wenig arbeiten. Aus der Finanzmarkt-Krise wird die Griechenland-Krise und aus dieser die generelle Staatsschulden-Krise.”

  • der Bauer vom Hunsrück - 9. April 2012

    da inzwischen nahezu mehr Länder €-Lands negative Target2-Salden aufweisen, wäre es doch nur konsequent, denen die Chance einer einheitlichen Währung zu lassen, mit der sie dann abwerten könnten. Warum ziehen sich die Länder mit positiven Target2-Salden nicht zurück und kehren zu einem eigenen Währungsverbund oder eigenen Währungen zurück?

    Warum plündert der deutsche Michel nicht seine Konten? Warum empört sich der deutsche Michel nicht über die schleichende Entdemokratisierung? Weil der deutsche Michel bequem ist! Er läßt andere für sich machen, was ja auch bisher gut geklappt hat. Lediglich für das allgemeine Lebensrisiko hat sich noch keine Versicherung finden lassen.

    Für mich läuft das historisch gesehen auf Weimar II hinaus. Uns wird eine Feindbild projiziert, die korupte EU, die faulen GR, die Bankster, wer auch immer, um die aufgestaute Wut zu kanalisieren. Der gemeine Pöbel wird sich wohl kaum gegen seine Herren erheben.

    Es ist Zeit, über das Auswandern nachzudenken, aber da droht dann mehr friehit und Eigenverantwortung, gefährlich, gefährlich..

  • klaus - 9. April 2012

    @ o.ä

    Das mit der Kultur war anders von mir gemeint.
    Glaube in der Erziehung grundsätzlich wird für das Heraufsetzen der
    Schmerzgrenze verwendet. Das ist in Deutschland länger schon vergessen.

    Natürlich ist mir bewußt, das unter dem Decknamen Kultur und Nationalismus
    reinste wirtschaftliche Ziele eisern verfolgt werden.
    Selbst dann, wenn Sie unmöglich sind. Und früher gabs noch ein
    Liedchen dazu.

    Ich glaube, das die heutige Wertschöpfungskette am Ende ist.
    So das des einen Vorteil mit dem sofortigen Nachteil des Anderen
    verknüpft ist.

    Spanier verdient 6 Euro als Bauer / Deutscher verdient 30 Euro bei EADS .

    Auf kurz oder lang wird der Spanier in einer Fiskalunion sein gesamtes
    Vermögen verlieren und der Deutsche gewinnen.

    Da kann der Bildungsstand gleich sein und auch die Arbeitskraft.
    Sozialproduktmäßig wird die Arbeit des Spaniers kaum bemerkt.

    Grundsätzlich wird also immer Maschinenbau/Technik gegenüber
    Landwirtschaft und selbst der Forschung triumphieren.
    Output-Steigerung im technischen Bereich halt.

    Die Verwerfungen werden heftig sein.
    Schwach/Schwächer industrialisierte Nationen werden hier
    verlieren.

    Und letztendlich werden Wirtschaftszweige, wenn Sie keinen
    Klein-Investor aus Vertrauensmangel mehr abzocken können,
    auf den sich nicht wehrenden Steuerzahler zurückgreifen.

    Natürlich langsam, es will ja keiner Strohfeuer oder Hyper-Inflation.
    Also lieber eine geschickte Deflation im Immo-Markt und gut ist.
    Kleinanleger können sich kein Warten leisten.

    Bisher war das Verhältnis immer 1 Bailoutsumme/ 10 Targetsumme.
    Wer weiß, man spricht bereits über Frankreich im “langsamen” Europa.

    Da kommt noch was heftiges.

    Falls der pöse Bürger Links/Pirat wählt steht die 2/3 tel Mehrheit
    zum EU-Pakt in Frage. Denn es wird eine große Koalition versucht,
    ob wir wollen oder nicht.

    Die Wahlkampfmethoden lassen auf das Schlimmste schließen.

    Und zwar hat Hunsrückbauer Recht, wenn er sagt -> Zurück zur Altwährung,
    aber es würde das Ende des Superreichtums einläuten.
    Denn nur durch Globalisierung kann man von UNTEN nach OBEN
    umverteilen.Aus finanziellen Gründen spielt da kein Mittelständler mit.

    Ich erwarte jedenfalls die DERBEN Methoden der Fast Drei Prozent-Partei.

    Die nächste Wahl wird gelogen, das sich die Balken biegen.
    Da stehen die Seelenhändler an jedem Eck.

    Happy Easter.

    • ö.ä. - 10. April 2012

      Schön, dass ich Sie falsch verstanden habe Klaus. Trotzdem bin ich nicht ganz überzeugt. Schauen Sie beispielsweise mal nach Polen. Auch dort spielt Religiösität eine größere Rolle als hier.
      Trotzdem gehen die Menschen aktuell auf die Straße, um gegen ein höheres Renteneintrittsalter zu protestieren. Und ich glaube auch zukünftig, werden sich die Menschen dort nicht die Butter vom Brot nehmen lassen.
      Ansonsten teile ich Ihre Meinung. Unter Zwang wird wahrscheinlich noch viel Unschönes durchgesetzt werden. Und hier muss dann wahrscheinlich nachgezogen werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

  • vom Hunsrückbauer noch ziemlich müde und schon genervt... - 10. April 2012

    @ Klaus
    ja!
    noch ist der Pöbel, der in D genauso wie der in GR, S, P, IRL, etc. sehr egozentrisch und kämpft nur im eigenen Land den Konkurenzkampf um Arbeit. Doch der Kampf ist bereits international und er wird es immer mehr. In 5 – 10 Jahren wir es drei große wirtschaftliche Machtzentren geben mit drei Währungsäquivalenten, die 99% des Welthandels abdecken. Die drei werden gegeneinander konkurrieren, der Rest der Welt wird kolonialisieren. Bis die homo sapiens s. kappiert dass der Konkurenzkampf auch den Letzten seiner Art umbringen wird, ist er ausgestorben. Ich bin inzwischen fatalistisch: nach mir die Sintflut und bis dahin wird´s noch a wng dauern.

  • Bernd Klehn - 10. April 2012

    Lieber Steffen,
    jetzt haben wir den Salat:

    “Forderungen der Bundesbank aus TARGET2
    Betrag: 615.591.527.782,23 Euro (Stand: 31. März 2012)”

    http://www.bundesbank.de/target2/target2_saldo.php

    Lebe Grüße

    Bernd

  • Aber - 10. April 2012

    @dank et. al.
    Danke für die konstruktiven und interessanten Kommentare.

    Ja, es ist eine wirklich eine Zeit des Umbruchs und der Neuausrichtung.

    Ich habe selbst einmal an das System geglaubt, an all die Lügen und die Versprechungen.
    Du kannst was aus Dir machen, Du MUSST was aus Dir machen. Jeder ist seines Glückes Schmied. Wer rastet der rostet und wie sie alle heißen die Floskeln, die wir eingetrichtert bekommen und die wir willig wiedergeben und glauben.
    Vor ein paar Jahren hab ich dann auf einmal gemerkt, daß das alles irgendwie gar nicht so wirklich stimmt. Arbeitslos, selbständig, arbeitslos. Zeit. Zeit zum Nachdenken und Bilden, das Internet, und auf einmal hat sich etwas in mir verändert.
    Ich habe gemerkt, daß ich nur belogen wurde und mir alle ihre SIchtweise des Lebens usw. aufzwängen wollten. Jeder wollte unbedingt, daß ich weiter der Sklave und Doofkopf bin, der ich war. Warum? Freunde, Bekannte haben sich abgewendet. Sogar meine Freundin hat mich verlassen, weil ich meinen eigenen Weg gehen wollte und aufwachen wollte.
    Das hat es erst recht “Klick” gemacht!
    Ich habe weitergesurft, Bücher gelesen, habe meine materiellen Besitztümer verloren, wurde arbeitslos (obwohl ich noch nie ein großer Freund der Arbeit war :) ).
    Und dabei habe ich gemerkt, daß ich auf dem völlig falschen Dampfer war.
    Der Verlust und die Arbeitslosigkeit waren ein weiterer Schritt beim Aufwachen.
    Ich habe gemerkt, daß ich nur als Arbeitsmaschine für andere einen Wert darstelle.
    Freunde, Bekannte, Familie, Arbeitsamt, Staatsbedienstete usw. respektieren mich nur wenn ich konform gehe mit dem System, wenn ich mich versklaven lasse, wenn ich einem destruktiven Zweck diene und ihn nicht hinterfrage. Dann werde ich belohnt.
    Wenn ich hinterfrage, meine eigenen Gedanken mache, etwas ändern will, etwas “Gutes” tun will, nicht zerstören will, werde ich verachtet und bin kein Mensch, nicht einmal ein Tier sondern ein “Nichts”, etwas das nicht unterstützendswert ist.
    Und wieder hats “Klick” gemacht”. Und jeden Tag macht es mehr “Klick”, seitdem ich mir bewusst mache, was in unserer Welt vor sich geht, was wir als Europäer der Welt angetan haben und antun und mit welcher Arroganz und Überheblichkeit wir nicht nur mit den Menschen sondern auch der Natur und den Tieren umgehen, öffnet sich eine komplett neue Welt und ich sehe die Welt mit völlig anderen Augen.
    Du brauchst nichts aus Dir machen, Du musst nicht erfolgreich sein, Du musst nicht so leben wie es die Anderen tun, all das gehört für mich zum falschen Weg, zur Lüge, zu der “menschlichen” Matrix. Zur Matrix, die uns übergestülpt wird und wurde und die uns voneinander und von der Natur trennen soll, uns dazu bringen soll etwas anderes zu sein als was wir wirklich sind. Ich sehe nur noch Wahnsinnig um nich herum und kann eigentlich nur noch über sie lachen, na ja manchmal auch weinen, aber doch eher lachen. Weil sie überhaupt nicht mehr merken, was sie tun und anrichten und wie verrückt sie sind.

    Eigentlich müsste man eine Paralellwelt erschaffen, eine Art Disneypark in der man alles anders macht als in der derzeitigen Realität. Sollen die anderen machen was sie wollen, alles zerstören, vergiften, sich belügen und kaputt machen, in der Paralellwelt würde man anders leben. Aber das würden die Anderen nicht zulassen, weil sie ALLES kontrollieren wollen.

    Ich frage mich auch manchmal, warum nicht mal ein Milliardär, ein Spekulant, oder Greenpesace oder WWF oder irgendein guter Grüner mal einen riesigen Landstrich kauft
    und darauf alles wieder in die andere Realität zurückverwandeln lässt.
    Warum legen die Menschen ihr Geld in zerstörerischen und “falschen” Zwecken, nur um ein paar Zinsen zu bekommen, anstatt einfach etwas Gutes zu tun .
    Wenn das Geld sowieso kaputt geht ist es doch sowieso egal oder? Aber Nein, es wird weiter spekuliert, Immos gekauft, Gold, SIlber was weiß ich und dadurch die falsche Realität unterstützt.

    Weiß auch nicht so genau was ich hier eigentlich schreibe und wieso aber ich hoffe ihr verzeiht mir .)

  • Montagsdichter - 12. April 2012

    Game over
    Ein Begriff, der uns ohne finanztechnische Umschweife sagen möchte, wie weit es die Gier der einen und die Unverschämtheit der anderen mit dem geduldigen Volk getrieben hat – nun, da werden wir sozusagen durch einen langen schwarzen Tunnel fahren, und das Licht am Ende, welches wir hoffnungsvoll sehen, wird ein Schnellzug sein.
    GO /Montagsdichter