Druckerpressen mit Sonderschichten

von am 15. September 2011 in Allgemein

Weitere Liquiditätsspritzen als konzertierte Aktion der führenden Zentralbanken der Welt für die europäischen Kreditinstitute, sollen deren Solvenzprobleme lösen? Ein netter Versuch, aber in der Sache nur ein weiterer Zeitgewinn und ein Freudenfest für die spekulativen Akteure an den Finanzmärkten, die auf steigende Kurse setzten und den dritten Tag in Folge ordentliche Kursgewinne an den Aktienmärkten verzeichnen können. Mit 3 zusätzlichen Dollar-Liquiditätsspritzen wollen EZB, FED, Bank of England, Bank of Japan und die Schweizer Nationalbank bis ins Frühjahr 2012 die Banken mit US-Dollar versorgen.

Die von der EZB veröffentlichte Tabelle mit den Daten zu den Auktionen und den Laufzeiten. Es soll sich um normale Repo- Geschäfte handeln und die Liquidität wird angeblich nur gegen notenbankfähige Sicherheiten zur Verfügung gestellt?! Teilnahmeberechtigt bei den Auktionen der Zentralbanken sind alle Banken im jeweiligen In- und Ausland. Die beschlossenen Auktionen werden zusätzlich zu den üblichen Auktionen für 7-tägige Dollar-Liquidität durchgeführt werden.

Diese angekündigten Auktionen der Notenbanken verdeutlichen nochmal, dass die europäischen Banken ein akutes Refinanzierungsproblem haben und vom US-Geldmarkt praktisch bereits abgeschnitten sind. Nun können sie über die Notenbanken zu einem Zinssatz von knapp über 1% Zins, die benötigte Liquidität zur kurzfristigen Refinanzierung ziehen. Dies haucht dem Wert der “Vermögenswerte” in den Bilanzen der Banken aber nur bedingt mehr Leben ein. Nun denn, die Schlacht der hochgehebelten europäischen Banken geht in die Verlängerung, aber kein Problem wird gelöst.

Die Aktienmärkte quotierten die angekündigten Liquiditätsspritzen mit steigenden Kursen, besonders den bereits fast toten Pferden (Banken) wurden noch mal kräftig die Sporen gegeben:

Die Entwicklung des europäischen Bankenindex, Euro Stoxx Banks seit Januar 1990 im Dailychart. Heute schloss der Bankenindex Europas mit +6,27% zum Vortag bei 101,41 Indexpunkte. Der Euro Stoxx Banks spiegelt die größten 32 europäischen Banken gemäß Marktkapitalisierung wider und die enthaltenen Banken sind nach der Marktkapitalisierung vom 31.12.1991 gewichtet. Damit löste sich der Bankenindex von seinem Tief vom Montag mit nur 89,57 Indexpunkten. Allerdings seit dem Hoch am 18.05.2007 mit 491,23 Indexpunkten hat der Euro Stoxx Banks noch -79,36% verloren!

Auch die gerade von der Ratingagentur Moody’s herabgestuften französischen Banken, Societe Generale und Credit Agricole erholten sich:

Die Entwicklung des Aktienkurses der französischen Societe Generale seit Januar 1988 im Dailychart. Heute schloss die Aktie mit +5,44% bei 18,33 Euro, im Tageshoch wurde sie sogar auf 20,33 Euro gepeitscht. Das Tief wurde ebenfalls am Montag mit einem Schlusskurs von 15,57 Euro markiert. Die Marktkapitalisierung liegt nun bei 14,226 Mrd. Euro, zum Hoch am 04.05.2007 mit einem Aktienkurs von 158,42 Euro betrug der Börsenwert 122,942 Mrd. Euro.

Die Entwicklung des Aktienkurses der Credit Agricole seit Januar 2002 im Dailychart. Heute stieg die Aktie um +5,88% zum Vortag auf 5,52 Euro. Im Tageshoch wurde die Aktie auf 5,90 Euro getrieben. Die Marktkapitalisierung liegt nun bei 13,796 Mrd. Euro, zum Hoch am 05.10.2006 mit einem Aktienkurs von 36,04 Euro betrug der Börsenwert 90,1 Mrd. Euro.

Die Entwicklung des Aktienkurses der französischen BNP Paribas seit Januar 1994 im Dailychart. Heute stieg die Aktie um +13,38% auf 30,50 Euro. Im Tageshoch schoss die BNP auf 32,85 Euro (+22,11%)! Die Marktkapitalisierung liegt nun bei 36,836 Mrd. Euro, zum Hoch am 23.05.2007 mit einem Aktienkurs von 94,25 Euro betrug der Börsenwert 113,84 Mrd. Euro.

Die Total Assets (Vermögenswerte) der aufgeblasenen Bilanzen der 3 französischen Banken betrugen Ende Juni 2011 zusammen 4,857 Billionen Euro! Alle französischen Banken zusammen, weisen eine Bilanzsumme von 8,0 Billionen Euro aus, das 4-fache des französischen BIPs von 2010!

Die Entwicklung des Aktienkurses der Deutschen Bank seit Januar 1992 im Dailychart. Heute stieg die Aktie um +5,82% zum Vortagauf 24,89 Euro . Im Tageshoch ging es bis auf 26,23 Euro (+11,5%). Die Marktkapitalisierung liegt nun bei 22,67 Mrd. Euro, zum Hoch am 11.05.2007 mit einem Aktienkurs von 101,95 Euro betrug der Börsenwert 111,92 Mrd. Euro.

Die Total Assets der Deutschen Bank betrugen per Ende Juni 2011 gewaltige 1,85 Billionen Euro. Ende Juli 2011 belief sich die Bilanzsumme aller deutschen Kreditinstitute und Banken auf 8,052 Billionen Euro und lag damit beim 3,3-fachen des nominalen BIPs Deutschlands von 2,477 Billionen Euro 2010.

Nachdem nun nochmals, auch von den Notenbanken verdeutlicht wurde, alle systemrelevanten Akteure des Banken- und Finanzsystems zu erhalten und zu stützen, könnte die Erholung der Aktienkurse durchaus weiter laufen, bis wieder deutlich auf das Tableau kommt, dass die Liquiditätsflutung kein Problem gelöst hat.´

Die Entwicklung des deutschen Aktienleitindex DAX im Dailychart seit Januar 1980. Heute stieg der DAX um +3,15% zum Vortag auf 5’508,24 Indexpunkte. Das vorläufige Tief wurde am Montag mit einem Schlusskurs von 5’072,33 Indexpunkten markiert.

Quelle: Ecb.int/Pressemitteilung

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