ECRI: US-Rezession unvermeidbar

von am 30. September 2011 in Allgemein

Der US-Weekly Leading Index des Economic Cycle Research Institute (ECRI), als ein Frühindikator für die Wendepunkte von Konjunkturzyklen, sank nach den Daten von heute für die Woche zum 23.09.2011 auf 121,9 Indexpunkte, nach 122,2 Punkten in der Vorwoche. Die um die Volatilität abgemilderte geglättete 12-Monatswachstumsrate (US-WLI Growth) lag die sechste Woche in Folge im Minus und sank mit einer Rate von -7,2%, nach -6,7% in der Vorwoche. ECRI-Mitbegründer und Chief Operations Officer Lakshman Achutan rief im Finance Blog von Yahoo “Daily Ticker” eine Rezession für die USA aus, da die Schwäche der führenden Wirtschaftsindikatoren mittlerweile  allgegenwärtig ist.

 

Der ECRI-Rezessions-Ruf ist nicht unbedeutend, schließlich hatten sich ECRIs bisherige offizielle Rezessionstatements in der Vergangenheit noch nie als ein Fehlalarm entpuppt. Der Weekly Leading Index bildet als ein gewichteter Durchschnitt sieben Schlüsselindikatoren der Wirtschaft ab, wie die Entwicklung der Geldmenge, die Preise für industrielle Märkte, die Spreads und die Erträge von Anleihen, die Erstanträge auf Arbeitslosigkeit, die Hypothekenanträge und die Entwicklung der Aktienkurse.

Für die Stichhaltigkeit des Growth-Rate, in Hinblick auf potentielle Wendepunkte, muss die Entwicklung des Indikators anhaltend, ausgeprägt und nachhaltig (pronounced, pervasive and persistent) sein.

Die Growth-Rate im Chart seit Januar 1968, aktuell liegt sie bei -7,2% und damit auf dem tiefsten Stand seit dem 24.09.2010.

Die Entwicklung des Weekly Leading Index (WLI) seit dem 06.01.1967 im Chart. In der Woche zum 23.09.2011 sank der Index auf 121,9 Indexpunkte, auch das Chartbild des WLIs sieht alles andere als gut aus.

Quelle Daten: Businesscycle.com

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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22 KommentareKommentieren

  • Russe - 30. September 2011

    http://www.youtube.com/watch?v=8rfuvDr2wJQ&feature=player_embedded

    Ab 55 sec. LOL Die Lachen immer noch.

  • Schörner - 1. Oktober 2011

    Ich kann mich noch an September 2010 erinnern. Da hat der ECRI auf ZeroHedge auch die Runde gemacht. Zumindest damals war es ein Fehlsignal. Daß es diesmal auch eines ist, ist nicht ganz auszuschließen (doch nur Abkühlung statt Rezession). Durch die Eurokrise wg. Griechenland dürften die Märkte die Entwicklungen negativer sehen, als sie wirklich ist, was wiederum zu schlechteren Kursen führt und somit wiederum zu einer schlechteren Stimmung. Vor allem die Amis stellen den Euro schon als so gut wie tot dar – ein Beigeschmack, den siechen Dollar als unangefochtenes Bollwerk erscheinen zu lassen, ist da durchaus vorhanden.
    Will damit nicht sagen, daß alles in Butter ist, aber es könnte auch sein, daß sich ab nächster Woche bereits gute Einstiegschancen eröffnen, wenn die Hysterie wg. Griechenland abebbt.
    Wobei Asien (China, Korea, Phillipinen) aber zunehmend zu einem Fragezeichen wird, weil dort sind in den letzten Tagen die CDS-Spreads erstaunlich stark gestiegen. Und auch Dr. Kupfer ist enorm schwach.

  • Systemfrager - 1. Oktober 2011

    >>> die Preise für industrielle Märkte

    Habe ich das richtig verstanden, nicht die PREISE FÜR DIE KONSUMGÜTER ???

    PS
    Das interessiert mich sehr, weil in dem Kreislaufmodell die Preise für Konsumgüter makroökonomisch bzw. gleichgewichtstheoretisch völlig irrelevant sind

  • SLGramann - 1. Oktober 2011

    Hallo Schörner,

    die Lage ist aber wirklich deutlich schlechter als 2010, würde ich sagen. Damals war der Stimulus der Geld- und Fiskalpolitik noch frisch. Jetzt kommen die strukturellen Probleme zurück und die Trickkiste ist ziemlich leer. Sehr wesentlich ist auch die Entwicklung in China. Auch dieses Land kann nicht mehr einfach so weiter machen wie bisher, sondern braucht ein “Rebalacing”. Auch von dort wird diesmal nicht die Rettung kommen. Ich kann dazu den Blog von Michael Pettis sehr empfehlen. Für mich sieht es so aus, als würde sich der Westen endgültig japanischen Verhältnissen nähern, das heißt, Stagnation und Deflation, aufgrund einer Bilanzrezession. Und das geht wohl so lange, bis uns die Geldpolitik da durch eine radikale Monetarisierung der Schulden rausholt. Diese Rettung wird ein lustiges Event werden. :-)

  • killing fields - 1. Oktober 2011

    Hallo,
    richtig SL Graham.
    Das ganze läuft aufs Finale zu.

    Ein klein wenig off Topic.
    Troika wird in Athen ausgebremst.
    Nicht nur Termine platzen, sondern auch Daten stehen den Prüfern nicht zur Verfügung.
    Nächste Tranche wird trodzdem gezahlt. Wetten?

    http://www.mainpost.de/ueberregional/politik/zeitgeschehen/Troika-wird-in-Athen-ausgebremst;art16698,6354033

  • windstill - 1. Oktober 2011

    killing fields – ja, es wird bezahlt. Bis zum Schluss. Dann bekommen der BÜRGER aka BÜRGE seine Schlussabrechnung.

    Und dies ist klar, seit der ersten HRE Tranche und dem Studium dieser damaligen Bilanz, wo Politik die erste große Ansprache hielt – über einen Showmaster Namen Steinbrück! – diese 35 Milliarden aufgeteilt wären voraussichtlich einmalig, der damalige Tenor!

    Das war schon eine klare Lüge! Wie damals weissgarnix – ein “einfacher” Blogger gepostet hat: “HRE – da kommt noch viel mehr” war der damalige Titel.

    Nur ein versierter Blick in die Bilanz genügte ihm.

    Leider nicht mehr online. Aber hier ein Zeit Artikel fürs Archiv.

    http://www.zeit.de/online/2009/34/die-verschleier-affaere

    SL Gramann: Ein deflationäres Szenario unter dieser globalen Gesamtschuldenlast hält D und Resteuropa kein Jahr aus!

    Ich erinnere 2009 – knapp 5 % Abschwung – was dies bewirkt hat. Die miserablen EK Quoten in Verbindung mit einer sehr schwachen Gesamtliquidität der Unternehmen hätte hier beinahe einem geschätzten Drittel das Licht ausgedreht – WENN die damalige Situation noch 6 Monate angehalten hätte.

    Heute jedoch haben wir hier etliches nochmals drauf gepackt. Sprich, die Aufklärung der Märkte und somit, die Angst der Märkte. Kein Vergleich zu vor 2 Jahren. Heute wissen alle Finanzmarktteilnehmer und Bürgen per Bauch oder Verstand oder beidem zusammen, dass die Show zu Ende geht.

    Deflation, sprich eine Kontraktion der Kreditmärkte wird auf Teufel komm raus, mit allen Mitteln, legal oder nicht, versucht unterbunden zu werden. Bis eben zum totalen Vertrauensverlust im Herdenverhalten, weil die Pferde nicht zum saufen gezwungen werden können, dem mathematischen Ende, oder einem schwarzem Schwan. Diese Rettung – als lustiger Event, nein dies kann ich nicht empfinden. Das wird zwangsläufig ein großer Schmerz für alle. Ich denke dies ist Konsens im Blog.

  • Systemfrager - 1. Oktober 2011

    @ windstill
    >>> Kein Vergleich zu vor 2 Jahren. Heute wissen alle Finanzmarktteilnehmer und Bürger per Bauch oder Verstand oder beidem zusammen, dass die Show zu Ende geht.

    Ja, man has sich ein süßes Märchen ausgedacht: Ein paar Tausend Häuslebauer haben sich übernommen. Man könnte genauso auch Schmeterlingeffekt als Grund vorlegen – wäre genauso blöd. Was kracht ist nicht das Finanzsystem, sondern es ist die FREIE MARKTWIRTSCHAFT – im Volksmund Kapitalismus.

    4. Phase des ökonomischen Zyklus: Der Abschwung (Rezession)
    Der obere Wendepunkt des ökonomischen Zyklus und der Absturz in die Tiefe
    weiter >>>

  • Querschuss - 1. Oktober 2011

    Hallo Schörner,
    2010 war das WLI Growth auch im Minus, das stimmt, am Tief sogar etwas stärker noch als jetzt, allerdings hatte ECRI 2010 keine Rezession ausgerufen bzw. daraufhingewiesen, dass auch wenn ihr Indikator im Minus ist, ECRI nicht davon ausgeht, dass die USA in eine Rezession geraten, siehe: http://www.businesscycle.com/aboutecri/trackrecord. Insofern wurde 2010 offiziell keine Rezession ausgerufen und es gab kein Fehlsignal. Nicht jeder negative Indexstand von ECRI wird vom Institut automatisch als Trendwende und Eintritt in die Rezession gewertet.

    Die gestrige Warnung dürfte durchaus Relevanz haben und erstmal nicht mit einem Fehlsignal gleichzusetzen sein. Um dies festzustellen muss man noch ein paar Monate warten.

    Gruß Steffen

  • Andreas - 1. Oktober 2011

    Hallo,

    an dieser Stelle mal ein kurzes Dankeschön an den / die Macher dieses Blogs! Ich bin kein Wirtschaftsfachmann und bin deshalb auf fachkundige Einschätzungen und Analysen angewiesen, wenn es darum geht, die wirtschaftspolitische und mediale Propagandamaschinerie zumindest ein wenig zu durchschauen. Neben den Nachdenkseiten ist dieses Blog eines der wichtigsten.

    Gruß,
    Andreas

  • Ert - 1. Oktober 2011

    @Windstill

    Sehr schön zusammengefasst & ein guter Ausblick.

    Viele haben es im Bauch das etwas nicht stimmt – aber ehrlich gesagt keine Ahnung was das für ein Beben wird.

    Ein guter Freund von mir, der sich endlich mal Martensons Crash Course anschaut, hat mich dann auch gefragt ob das mit der Berechnung der Inlationsrate (Hedonismus, Gewichtung, SUbstitution) wirklich so ist….. ja – bei allem Mistrauen und Bauchgefühl ist den meisten, auch Intelligenten Leuten, einfach nicht klar was für ein großer Kelch gerade rumgereicht wird. Leider wird der Kelch immer größer und die Henkel immer kleiner….

    Thyssen und Salzgitter hat bereits die Drosselung der Stahlproduktion angekündigt – wer das Spiel kennt sollte wissen was das heisst! Aber immer noch jubel-trubel-heiterkeit in den Nachrichten. Unsere Autobauer verkünden ja immer noch die Expansion, wobei es schon wieder beim Absatz krieselt – nun auch in Südameriaka… in Europa ja sowieso.

    Die Probleme in China sind wohl auch heftiger als wir alle hier ahnen. Ich lese hier verstärkt Artikel bei denen die Glaubwürdigkeit und Substanz drastisch zunimmt. Die Indizes (u.a. Shenzen) sehen nicht gut aus…. hier nur einer, und nicht mal der beste Link.

    Stratfors schreibt das eine GR Pleite insg. 2 Billionen Kosten würde… das im Hinblick mit den Sauereien um den ESFS….

    Das sieht für mich alles nach einer ziemlichen Scheisse aus, die uns spätestens in 2012 erwartet. An ein Schieben – noch mal 2 bis 3 Jahre in die Zukunft glaube ich immer weniger.

  • Systemfrager - 1. Oktober 2011

    @ Ert
    >>> Thyssen und Salzgitter hat bereits die Drosselung der Stahlproduktion angekündigt

    und dann werden die Preise fallen …

    Man erinnert sich an den Statistiker Arthur Spiethof, sog. “Spiethof-Barometer”, dann die empirische Konjunkutrforschung von Tugan-Baranovski …

    Querschuss könnte uns dazu etwas sagen
    ;-)

  • windstill - 1. Oktober 2011

    Systemfrager – “Was kracht ist nicht das Finanzsystem, sondern es ist die FREIE MARKTWIRTSCHAFT – im Volksmund Kapitalismus.”

    ==> Was keinen Unterschied macht, denn alles ist eins. So what ;-)

    Wenn ich mir Deine Seite anschauen überkommt mir ehrlich Schauer, man arbeitet sich durch und durch und denkt – muss es denn wirklich so kompliziert sein der Herr. So über die diversen Aufsätze bin ich hinweg Systemfrager und gerne benenne ich Dir auch den Grund:

    Der Homo Ökonomikus in Verbindung mit der HERR-schaft Politik versus Staat, ob klein oder groß zu Beginn (er wird sich immer ausdehnen, Gesetz der Macht) – nie wird es gut gehen. Es ist schlussendlich eine reine Maschinerie der fortwährenden Verdummung!

    ==> http://dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=194691

    Und eines noch vorweg, meinen tiefen Respekt für Deine Arbeit in “Deinem” Blog an sich. Dies zusammen zu erarbeiten ist schon eine große Leistung, gar keine Frage.

    Trotz allem, egal welches Kreislaufmodell Du Dir weiter ausdenken magst – immer vergisst es einen Parameter – wie ein jedes Modell von Smith bis Marx, bis zu den Exoten aka Kunz und Co.

    Sei es den Menschen selbst in seiner Diversifikation, seinen Schwächen, seinen Wünschen. Oder noch gravierender die fehlende Komponente, sprich der billigen Umwandlungsenergie! All die Modelle sind im Grund eine blanke, zeitverschwendende Illusion. Alle – auch Du selbst in Deinem Link – picken sich ein Theorem heraus. Hoch komplex – einzig dienend einen was weiss immer status quo aufrecht zu erhalten! So, ich bin für mich dieser Studien diverser Theorien einfach müde. Die Natur hat einfachere Gesetze, dies nicht ohne Grund. Nur der Mensch unternimmt den aberwitzigen Versuch sich darüber fortwährend erheben zu wollen – was eine Zeit lang auch immer wieder funktioniert. Dies der Grund warum die eine Seite die andere Seite auch fortwährend vor den Karren spannen kann. Einmal die Seite ganz weit links, dann zurück nach ultra rechts und die längere Zeit mal in der groben Mitte.

    Hier läuft ein ganz anderes Spiel Systemfrager. Es wird keine natürliche Wirtschaftsordnung, kein Kreislaufmodell geben. Die Strippenzieher und deren Erfüllungsgehilfen wollen das nicht, die Allgemeineinheit steigt eh vollkommen aus. Ein Beispiel hier:

    Dirk Müller erklärt den Unterschied Zins /ZInseszins – nicht das ich den Kameraden hier besonders herausstellen mag – nein, nur Veranschaulichung wie weit wir im Denken und Erkennen denn nun schon sind!

    ==> http://www.youtube.com/watch?NR=1&v=HhIbuoBGcTA

    Die Schätzungen rein über den Zins der Teilnehmer in der illustren Runde Lanz (falls Du es Dir angeschaut hast) ist für mich der repräsentative Durchschnitt. Wie sollen diese Bürger ein wie auch immer VWL Modell – auch das Deinige – überhaupt verstehen. Und ab hier greift der Experte der uns fortwähren erklärt wie es funktionieren soll, mit einfachen Worten, pah, nein mit Volksverdummung und wir vertrauen den Politexperten also solch hellen Köpfen wie diesen hier:

    http://www.youtube.com/watch?v=rwbP–ZK12g

    sorry keine Absicht dass hier die FDP herhalten muss, trifft für den Rest der zweiten Reihe aus allen politischen Farben exakt gleich zu. Wohlgemerkt dies die obersten Repräsentanten der Bürger im Parlament. Hand aufs Herz – von denen würde ich wohl nicht einmal ein Fahrrad kaufen. Aber es ist “unsere” politische Entscheidungskaste für unser aller Pseudo-Wohl! Die haben wir gewählt! So schaut´s aus. Auch die Nichtwähler. Die verstehen nicht einmal die Grundregeln des ESFS siehe dokumentiert auf Panorama – M.E. brachte dankenswerter weise schon den Link.

    Nein, diese Kaste erhält sich wie jede Kaste nur selbst. Darum wird zugestimmt.

    Wir denke viel zu kompliziert, besser lassen uns dies fortwährend verkaufen. Dies weil die Mehrheit nicht im Ansatz bereit ist abzugeben vom erreichten status quo! Politik setzt sich immer durch, wenn sie verteilen kann. Immer. Nur diese hat ein Chance auf die Wiederwahl. Politik verteilt weltweit Geld, IN WIRKLICHKEIT jedoch sind es Teile eines über Jahrmillionen, einmalig aufgebauten Sonderakkus billige Umwandlungsenergie, Öl, Kohle, Gas, Uran erweitert. Dies wird verteilt, nichts anderes. Diese wird verschwendet – in Rekordzeit – und der Rest ist Ablenkung und Heuchelei.

    Must see: Terra X – Element Feuer – (meine Ergänzung: das Ende des Kohlenstoffkapitalismus?)

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/beitrag/video/1450114/Die-Macht-der-Elemente:-Feuer

    wie hast Du mir mal geschrieben Systemfrager: Denken!

    ==> Eben.

  • Systemfrager - 1. Oktober 2011

    @ windstill
    >>> Wir denke viel zu kompliziert, …

    Du aber nicht! Ja, der Glückliche.

    >>> Die Natur hat einfachere Gesetze, dies nicht ohne Grund. Nur der Mensch unternimmt den aberwitzigen Versuch sich darüber fortwährend erheben zu wollen.

    Verstehe. Und so handelst du auch. Wenn dein Zahn weg muss, gehst du nicht zum “komplizierten” Zahnarzt. Nein. Um die Ecke wohnt dein Schlosser, der kennt sich mit Zangen genauso gut aus

    >>> Die Natur hat einfachere Gesetze, dies nicht ohne Grund. Nur der Mensch unternimmt den aberwitzigen Versuch sich darüber fortwährend erheben zu wollen.

    Verstehe. Und so handelst du auch. Wenn dein Blinddarm weg muss, gehst du nicht zum “komplizierten” Chirurgen. Nein. Um die Ecke wohnt dein Metzger, der kennt sich mit Ausschneiden von Organen genauso gut aus

    Ich bin beeindruckt!

    ;-)

    Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: durch Nachdenken ist der edelste, durch Nachahmen der einfachste, durch Erfahrung der bitterste.

    Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben.

    Konfuzius

  • windstill - 1. Oktober 2011

    “Du aber nicht! Ja, der Glückliche.”

    Das ist ja das Problem. Von Dir und mir. Da hilft auch kein Konfuzius der Herr. Dieser beschreibt das Optimum, derweil wir das nunmal nicht sind = unsere gesamte Geschichte in Aufzeichung. So nun schreibe ich Dir vom guten Albert:

    “Man Probleme nie lösen…..etc.

    Du versuchst es nun in Deiner komplexen Seite, ich liefere ein Statement dagegen und so dreht sich der Kreis. Natur diskutiert hier nicht.

    Ganz banal, eine Zahnarztleistung hat erstmal rein gar nichts mit einem Geldsystem zu tun. Es hat einzig und alleine mit einer Fähigkeit zu tun UND HINZUKOMMEND DANN, aber erst DANN, dem Wunsch für diese Fähigkeit eine bestimmte Geldeinheit, eine Entlohnung zu erhalten, welche dem Wunsch folgt den der Chirurg HABEN WILL aufgrund seiner Fähigkeit. Er könnte dieses Fähigkeit auch im Tausch abliefern für eine andere – was wir geschichtliche auch schon hatten.

    Das Geld, das Finanzsystem ist Ursache des Menschen und nicht anders herum. Schau, Du kannst bellen – doch dann höre ich nicht mehr zu. Bitte so sachlich bleiben Systemfrager.

    Vor allem fasziniert mich immer wieder, man schreibt und versucht in Diskussion zu gehen, gibt Impulse über Links, welche dann nicht gelesen wurden, da in dieser kurzen Zeit nicht zu Gänze möglich. Man gibt Links über Filme welche wichtig wären, um sein Gegenüber auch zu verstehen – was ebenfalls nicht stattgefunden hat aufgrund der schnellen Gegenreaktion Deinerseits. So bleibt es das Aufdrücken der Meinung, was ebenfalls nicht funktionieren kann. Auch hierbei nehme ich gar nicht aus.

    Nie habe ich in Frage gestellt ich selbst würde nicht kompliziert denken. Meine Aussage war, WIR lassen uns kompliziertes Denken aufdoktrinieren – fortwährend und blind – weil wir alle unterschiedliche Fähigkeiten haben UND diese in Wünsche wandeln wollen weil es uns erlaubt wird. Nicht durch Geld und ein System welches nur die Beschleunigung bringt. Meiner Ansicht nach durch den verschwenderischen Verbrauch des Sonderakkus wie beschrieben. Ich werde Dir dies sicher nicht vermitteln können. Diese Illusion habe ich nicht. Erkenne kann man nur für sich selbst und da haben wir beide doch noch viele Bretter vorm Kopf. Sarkasmus bringt uns hier jedoch nicht weiter.

    Es wird der Weg über den Schmerz – diese meine Sicht der Dinge – zumindest zeigt mir dies unsere Vergangenheit . Es bräuchte ein radikaleres Umdenken, eine neue Übergangsgeneration. Es braucht eine sehr tiefgehende Krise um hier überhaupt Verständnis zu erwirken in den Menschen. Um Gewohntes abzulegen. So gesehene hat diese Krise ihren tiefen, vielleicht auch spirituellen Sinn! Vielleicht braucht es gar einen neuen Menschen – einen evolutionären Sprung . Wir sind hier auf dem Blog auch nur die Summe von allem. 7 Milliarden spezieller Spezies Mensch in ihren Gedanke und Erkenntnissen. Sag Du es mir. Nun, mehr hab ich nicht drauf, darum nun WE. Eine schönes selbiges Dir ebenso. Gruß ws

  • Michael - 1. Oktober 2011

    Das ECRI wird sicher richtig liegen. Schon die US-Juli-BIP-Zahlen mit Rückwärts-Abwärtskorrektur haben die “Märkte” (zu Recht) ins Koma fallen lassen. Auch HeliBen äußerte sich zunehmend deutlicher. Er kann auch nur Hilfe zur Selbsthilfe offerieren. Ebenso das Euro-Problem. Es ist nicht mit Rettungstöpfen lösbar, wenn die zu Rettenden das nicht als Ansporn zur Lösung ihrer Probleme, wie z.B. die Griechen und Italiener, sondern als “soziale Hängematte” interpretieren. Dann fliegt der Euro eben auseinander. Das Geschrei wird riesig, aber in geschichtlichen Maßstäbenn unbedeutend. Wenn dann der EZB – Chef Dhragi und der deutsche Vertreter Asmussen heißen, dürfte das Vertrauen in den Euro in ein paar Monaten Totalschaden erleiden. Es ist die “japanische Krankheit”, wie oben schon angemerkt. Der Zins muß, HeliBen macht das aus meiner Sicht richtig, auf Null und die Rohstoffpreise müssen runtergeprügelt werden. Bei Aktien ist ein gewisser Realitätssinn auch nicht verkehrt.

    Deshalb muß man noch lange keinen Welt- oder Gelduntergang postulieren.

  • aquadraht - 1. Oktober 2011

    @SLGramann: Also Pettis kann ich nur dem empfehlen, der in Beijing Bands und Schuppen der Hardrockszene sucht. Das ist schon das einzige, wovon der “Professor für Management” (Business Bachelor) wirklich viel Ahnung hat. Den Crash in China prophezeit er nun fast seit einem Jahrzehnt und verkauft sich allen, die keine chinesischen Quellen lesen können oder wollen, als Experte für die chinesische Wirtschaft. Genau genommen steckt da wenig hinter. Die chinesische Akademie für Sozialwissenschaften publiziert fortlaufend fundierte Analysen der Wirtschaft des Landes und ihrer Probleme. Sich damit zu beschäftigen taugt erheblich mehr als sensationelle Crashprophezeihungen.

    Sicher ist die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft immer noch weder gleichgewichtig noch nachhaltig. Das ist seit Jahrzehnten nicht unbedingt etwas Neues. Aber es sind deutliche Veränderungen sichtbar, nicht nur ein nach wie vor eindrucksvolles Wachstum, sondern auch entschiedene Schritte in Richtung zu besserer Balance und Nachhaltigkeit.

    Ob das reicht, weiss ich nicht, vor allem angesichts der weltweiten Entwicklung bei den Rohstoffen (nicht nur Öl). Aber darauf gibt ein Pettis gewiss keine Antwort.

    a^2

  • bauagent - 1. Oktober 2011

    Bisher habe ich an Kommentaren die Deflationstheorie so gelesen, dass ein externer Leser annehmen müsste, dass die in Überstunden laufenden Pressen der Notenbanken gar keinen Einfluß auf die reale Wirtschaft haben.

    Ich denke, man sollte darauf hinweisen, dass unser Geldsystem grundsätzlich systembedingt inflatorisch wirkt; NICHT ZULETZT AUFGRUND DES ZINSESZINSSYSTEMS.

    Ich habe einmal für alle interessierten nicht VWL und BWLer einen Link angefügt der meines Erachtens die Problemstellung gut beschreibt und auf die Frage ob wir Deflation oder Inflation
    bekommen, diese Frage m.E. richtigerweise mit JA beantwortet.

    Mit JA deshalb, weil das Eine das Andere nicht ausschließt. Es folgt nur in einer aneiandergereihten Szenerie.

    Vorausgesetzt man erkennt die entsprechenden Signale, kann man sich während der deflatorischen Phase durchaus positionieren, um bei der folgenden Inflation als Zuschauer Platz zu nehmen. Vorausgesetzt man hat Vermögen, dass es zu verteidigen gilt.

    Vor ein paar Wochen hatte ich Gelegenheit einer meiner alten Dozenten zu konsultieren, der den Zusammenbruch zwar ebenfalls sieht aber zugibt, dass die Gemengelage Politik und Wissenschaft eine Situation herbeigeführt hat, die eine verlrässliche Prognose überhaupt nicht mehr zuläßt.

    Insofern stammt, die auch von mir vertretene These des Eintritts einer vorangehenden Deflation,
    der klassischen Lehrmeinung, was absolut nicht eintreten muss.

    Zuviele Variablen, die hier quasi als x gesetzt werden müssten spielen im Gegesatz zu früheren Krisen eine Rolle.

    Dieser Michael Winkler beschreibt auf seiner Seite das ganz gut, wiech finde.

    http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2011/01/27/michael-winkler-inflation-oder-deflation/

  • Michael - 1. Oktober 2011

    @bauagent
    Winkler schmeißt wohl einiges durcheinander. Wenn der “US-Konsument” sieht, wie seine beliehenen Immobilien jetzt gegenüber 2007 30 % weniger “wert” sind, aber seine Zinsen auf bestehende Schulden (Geld = Kredit = verzinste Schulden) wird er sparen (müssen). Angezahlt waren 48%, der betroffene “Konsumen” hat einen Verlust von 2/3 seiner Ersparnisse erlitten. Sparen wirkt mit Sicherheit nicht inflationär. Wenn dieser “Konsument” dann noch mit steigenden Spritkosten zum Konsum gezwungen wird, ist er platt.

    Noch eine Kritik an Winkler: die Zahlen zu den z.B. deutschen Schulden/Krediten sind bekannt. Die BuBa veröffent sie monatlich. Die Summe der Schulden ex. Bankenrettung sinkt seit geraumer Zeit. Wenn “Geld” = Kredit = verzinste Schulden, muß “Geld” mindestens um den Betrag der Zinsen sinken, falls die Schuldensumme insgesamt konstant wäre. Aber ex “Bankenrettung” sinkt sie seit ca.Oktober 2008 steil ab. Die Gesamtschuldensumme der Deutschen (OHNE “Rettungen”) ist von 8 Bill. € Okt. 08. auf 7,3 Bill. gesunken, im Niveau von ca. Mitte 2005. Das Problem sind die “Rettungen”. Die sind Abzocke.

  • Benedikt - 1. Oktober 2011

    @aquadraht
    Klar gab es in der Chinesischen Fortschritte in Sachen Balance. Der Export und der Konsum sind relativ gesunken, dagegen ist der Anteil die Investitionen gestiegen. Ob die Investitionen in x Geisterstädte allerdings Nachhaltig sind, darf man gewiss bezweifeln. Genauso, wie der massive Aufbau von Fertigungskapazität. Die haben z.B. nach Lehmann mal eben die Weltgrößte Werft gebaut, obwohl in der Schiffsindustrie eh schon massive Überkapazitäten gibt. Letztlich steigert China sein BIP nur noch durch massive Kreditsteigerungen.

    Ich schätze, wir werden Anfang 2012 sehen, wie nachhaltig die Chinesische Wirtschaft wirklich ist. Da lohnen sich jetzt keine Endlos Diskussionen.

  • bauagent - 1. Oktober 2011

    @Michael

    Winkler ist Physiker und Techniker, wenn ich mich recht erinnere.

    Mir ging es nicht um die stets korrekte Darstellung von Zahlen, sondern um die einfache Erklrärung
    des Zusammenhangs von Deflation und Inflation, weil die meisten Leser annehmen werden, dass das Eine das Andere ausschließt.

    Als ” nicht verseuchter ” hat er aber den Vorteil, die aktuelle Situation durchaus realistätsnah zu beschreiben, in dem er Zusammenhänge mit Metaphern verbindet, die sich jeder vorstellen kann.
    So gerät man nicht ständig in Versuchung, ausschließlich volkswirtschaftliche Erklärungen für menschliche Vorgänge zu suchen ( Blutdruck und Alkoholiker ).

    Dass er Zusammenhänge nicht immer richtig wiedergibt, ist dabei m.E. eher unerheblich.

    Wenn ich heute nach einer Erklärung dafür suche, wie es möglich wurde das Zehnfache des weltweiten BIP´s in Swaps, CDS und Derivaten etc. wiederzufinden, dann dürften 95 % der Bevölkerung schon deshalb ausgeschlossen sein, weil sie gar nicht wissen, was CDS und Swaps sind.

    Insofern halte ich daran fest, dass die grundsätzliche Erklärung, die er sich als Physiker und Ingenieur möglicherweise angelesen hat geignet ist, es dem “normalen” Interessierten näher zu bringen.

    Der Sinn solcher Blogs wie Querschuesse kann nur sein, einem breiten Publikum deutlich zu machen, dass sie derzeit Zeuge des größten Betrugs der Menschheit werden und wenigstens die grundlegenden Zusammenhänge vorgetragen werden sollten, damit auch Bundestagsabgeordnete wissen, dass sie beim nächsten mal nicht über den Krümmungsgrad von Gurken abstimmen .

    Lass mich abschließend hierzu ein Beispiel formulieren:

    Wenn hier gespickt mit Fachargumenten die Behauptung aufgestellt wird, dass eine Griechenland.Pleite etwa 2.5 Billionen Euro kostet, dann dürften hier viele sofort zustimmend aufgrund ihrer Ausbildung die Auswirkungen über die GR – Staatsschulden hinaus erkennen
    ( Derivate, CDS, EZB, BIZ etc. ).

    Die meisten wissen ja nicht mal was ein ( CDS ) credit default swap ist und welche Funktion dieses Instrument hat. Primitiv ausgedrückt: Im Erfolgsfall ( je nach Sichtweise Verlustfall ) bezahlt ja Irgendwer und dieses Geld ist dann nicht mehr virtuell.

    Es ist mir wichtig festzustellen, dass jeder Korrelationskoeffizient in einer Statistik davon lebt, dass der durchschnittliche Leser es noch verstehen kann. Selbstverständlich nur in alternativen, aufklärenden Blogs; der Mainstream nutzt es um die Massen zu belügen.

  • windstill - 1. Oktober 2011

    Tom – Zarlenga, ja, sollte man gelesen haben. Schon ein paar mal hier verlinkt. Hoffe es findet ein paar Leser. Zum Verständnis der Machtgeschichte ist es ein Juwel.

    bauagent – Defla / Infla beides läuft auf parallelen Autobahnen. War aber hier auch schon Thema, gut dass Du es nochmals aufgreifst. So kann es weiter vertieft werden. Ich glaube ich lese hier zuviel ;)

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