Einkaufsmanagerindex für die Eurozone

von am 2. Januar 2012 in Allgemein

Der Purchasing Managers Index (PMI), der Einkaufsmanger des Verarbeitenden Gewerbes der Eurozone stieg im Dezember 2011 leicht auf 46,9 Indexpunkte, nach 46,4 Punkten im November, liegt nun aber bereits schon den 5. Monat in Folge unter 50 Punkte und damit auf Kontraktionskurs. Der Subindex des gesamten Auftragseingangs liegt in der Eurozone nun schon sogar den 7. Monat in Folge unter 50 Punkte. Zum zweiten Male in Folge lagen Produktions- und Auftragseingangssubindizes in allen Eurozonen-Ländern unter 50 Indexpunkte.

Die Entwicklung des Einkaufmanagerindex (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe in der Eurozone von Januar 2007 bis Dezember 2011 im Chart.

Der Eurozone-Einkaufsmanagerindex basiert auf einer Umfrage von Markit Economics bei rund 3000 Industrieunternehmen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Österreich, Irland und Griechenland.

Die PMI Daten für Dezember 2011:
Österreich 49,0
Frankreich 48,9
Deutschland 48,4
Niederlande 46,2
Italien 44,3
Spanien 43,7
Griechenland 42,0

“Trotz der leicht abgeschwächten Talfahrt steckt der Eurozone-Industriesektor weiter in der Rezession. Unseren Berechnungen zufolge dürfte die Produktion im Schlussquartal 2011 um ungefähr 1.5% gesunken sein…..Besorgnis erregend ist zudem, dass die derzeitigen Produktionslevels den Auftragseingang deutlich übersteigen und vor allem durch die Abarbeitung der Auftragsbestände aufrechterhalten werden. Dies gilt vor allem für Deutschland, wo es in den nächsten Monaten wahrscheinlich zu einem Kapazitätsabbau kommen dürfte, sofern die Nachfrage nach Industrieerzeugnissen ‘Made in Germany’ nicht wieder anzieht”, meint Rob Dobson, Senior-Ökonom bei Markit.

Die Entwicklung des Einkaufmanagerindex (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe (blau) in Deutschland von Januar 1998 bis Dezember 2011 und der Output der deutschen Industrieproduktion zum Vorjahresmonat (orange) von Januar 1996 bis November 2011 im Chart. PMI und Produktionsoutput zeigen für Deutschland eine hohe Korrelation. Quelle Chart: Markiteconomics.com/PDF Markit / BME Einkaufsmanager Index Dezember

Festhaltenswert, der Subindex des deutschen Auftragseingangs ist bereits den 6. Monat auf Kontraktionskurs. Die PMI-Daten für Deutschland resultieren ebenfalls auf einer Umfrage bei repräsentativen 500 Industrieunternehmen und der Index setzt sich aus 5 Subindizes mit folgender Gewichtung zusammen: Subindex Neuaufträge 30%, Subindex Leistung 25%, Subindex Beschäftigung 20%, Subindex Lieferzeiten 15% und Subindex Vormateriallager 10%.

Quelle Daten: Markiteconomics.com/Press Release Markit Einkaufsmanager Index Industrie Eurozone – Finaldaten Dezember, Markiteconomics.com/Press Release Markit / BME Einkaufsmanager Index – Finaldaten Dezember

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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4 KommentareKommentieren

  • Roland - 3. Januar 2012

    Stimmungsindikatoren im UK von heute:

    Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession wurde im Oktober noch mit 25 % geschätzt, im November lag der Wert schon bei 44 % und im Dezember ist er jetzt bei 74 %.

    Die sich verdichtenden Anzeichen einer Rezession in Europa werden jetzt auch in Asien verspürt.
    Die Produktion im extrem exportabhängigen Singapur mit starkem Rückgang im Dezember gegenüber dem Vormonat. (bloomberg)

  • M.E. - 3. Januar 2012

    Ja, Roland,
    Singapur ist bereits in einem sehr reifen Entwicklungsstadium seiner Volkswirtschaft und hat kein bedeutendes inneres Wachstumspotenzial mehr, das es etwas unabhängiger von der Weltkonjunktur machen würde.
    Darin unterscheidet es sich von anderen Schwellenländern wie Vietnam, China (Festland) oder Brasilien. Wobei natürlich niemand völlig unabhängig von der Weltkonjunktur ist. Aber es gibt unterschiedliche Abhängigkeitsgrade. Deutschland hat übrigens einen der höchsten Abhängigkeitsgrade von der Weltkonjunktur. Das ist der Preis unserer Exportstärke, die sich in guten Zeiten positiv auswirkt (zu Lasten Anderer), in Zeiten einer Rezession in wichtigen Handelspartnerländern aber extrem negativ.

    Etliche OECD-Staaten sind oder kommen mittlerweile in ein rezessives Stadium. Die neue Zauberformel heißt ja bei den Wirtschaftsmedien “milde Rezession”. “Mild” klingt so schön kuschelig und liegt somit im Trend der Wohlfühlgesellschaft.
    Das Problem ist nur, dass die total überdehnten Finanzmärkte keine Rezession mehr vertragen. Das Schuldengebirge ist nur mit spürbarem Wachstum noch halbwegs stabil zu halten.
    So ist zu erwarten, dass aus der zunächst “milden Rezession” doch etwas Graviernderes erwächst durch die Rückkopplung auf die Finanzmärkte und deren erneute Rückkopplung auf die Realwirtschaft. Eine Spirale, aus der es kein Entkommen hin zu erneutem kräftigerem Wachstum mehr gibt.
    Vergleichbar mit einem Privathaushalt, der überschuldet ist und seine Überschuldungssituation nur durch kräftige Einkommenszuwächse managen könnte, dessen Einkommen aber allmählich abschmilzt.

  • CrisisMaven - 3. Januar 2012

    Aber, aber, wie koennen denn die Einkaufsmanager die Konjunktur abbilden? Habe ich nicht gelesen, das einzig entscheidende sei der Waehrungskurs. Haben ja nicht erst die Schwyzer erfunden. Vielleicht uebersehen ja die Einkaeufer nzr, dass man jetzt statt Notizzettel zu kaufen diese wieder selber schneidet. Gibt ja soooviele Praktikanten.

    • Querschuss - 3. Januar 2012

      Hallo Chrisis Maven,
      die Korrelation zwischen dem deutschen PMI von Markit und dem Wachstum der Industrieproduktion ist doch ziemlich gut, dies spricht eindeutig für den PMI von Markiteconomics, wenig spricht aber für die These das beim PMI der Währungskurs eine relevantere Rolle spielt, als bei der Industrieproduktion oder anderen Wirtschaftsdaten auch. Wo sich die Korrelation zu Notizzetteln, diese selber schneiden und den Praktikanten ergibt, erkenne ich nicht, dies kann aber auch an mir liegen.

      Gruß Steffen

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