Einlagefazilität bei 803,064 Mrd. Euro

von am 3. Mai 2012 in Allgemein

Wie die EZB heute Morgen berichtete, stieg die Einlagefazilität (Übernachtanlage) zum 02.05.2012 erstmals wieder über 800 Mrd. Euro, auf genau 803,064 Mrd. Euro. Diese Daten stehen für die sich zuspitzende Lage in der Eurozone, die Banken der Eurozone bunkern unverdrossen das ihnen zur Verfügung stehende Zentralbankgeld bei den NZBs im Eurosystem. Die historisch einmaligen LTRO-Injektionen sind verpufft, sie dienten primär der Kapitalflucht via Target2 und weder die Kreditvergabe im Interbankenmarkt noch die Kreditvergabe an die Realwirtschaft wurde mit diesen geldpolitischen Maßnahmen angekurbelt.  

 Die Entwicklung der Einlagefazilität der Geschäftsbanken bei den nationalen Zentralbanken im Eurosystem seit Januar 1999 bis gestern im Dailychart. Die Übernachtanlage stieg zum 02.05.2012 auf 803,064 Mrd. Euro. Der Langfristchart mit den täglichen Daten zur Einlagefazilität zeigt, dass in normalen Zeiten über viele Jahre die Einlagefazilität kaum eine Rolle spielte.

Wenn eine Bank am Tagesende Habensalden auf den ESZB-Konten hat, werden diese automatisch zu Einlagefazilitäten. Die Einlagefazilität wird mit einem Zinssatz von aktuell 0,25% versehen. Die Einlagefazilität wird seitens des Eurosystems ständig und in einem unbegrenzten Volumen angeboten.

Noch ein kurzer Blick zum Vergewissern, ob sich die bisherige Geldpolitik in den Krisenländern positiv auf die Kreditvergabe der Banken an die Unternehmen und privaten Haushalte ausgewirkt hat, am Beispiel von Spanien und Griechenland:

Die Entwicklung des ausstehenden Kreditvolumens der spanischen Banken an private Haushalte und Unternehmen in Prozent zum Vorjahresmonat seit Januar 1963 im Chart. Über Jahrzehnte verlief die Kreditexpansion bei 15-25% zum Vorjahr, unterbrochen von 2 Einbrüchen, die relativ zügig von einer weiteren Kreditexpansion abgelöst wurde. Diesmal kommt es zu einer Kreditkontraktion, bereits den 13. Monat in Folge schrumpft das ausstehende Kreditvolumen zum Vorjahresmonat, im Februar 2012 mit -2,95%.

Die Entwicklung des ausstehenden Kreditvolumens der griechischen Banken an private Haushalte und Unternehmen in Prozent zum Vorjahresmonat seit Januar 1981 im Chart. Fast 3 Jahrzehnte verlief die Kreditexpansion mit hohen Raten zum Vorjahr. Seit nun 10 Monaten in Folge kommt es zu einer Kreditkontraktion, im März 2012 mit -3,95%.

Quelle Daten: Ecb.int/Daten Einlagefazilität

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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12 KommentareKommentieren

  • bauagent - 3. Mai 2012

    Da machen die Banken ja ein tolles Geschäft, wenn sie ihre Liquidität, man könnte auch sagen, ihr zu 1 % luftgeschöpftes Geld, postwendend zu 0,25 % zurückgehen lassen. Einen Teil der Bazooka haben ja die Spanier bzw. Italiener mittels Anleihentausch erhalten.

    Uups. Jetzt habe ich doch vergessen, dass ich für die Differenz nur ein kleines bischen schneller im Hamsterrad laufen muss.

    Und wenn die sogenannten Krisenländer vor Erschöpfung Pause machen, weil sie den Zinseszins trotz Turbo nicht mehr auf ” die Kette ” kriegen, dann laufen wir halt noch ein kleines, kleines bischen schneller, bis auch wir es nicht mehr auf ” die Kette ” kriegen.

    Dann produzieren wir Ware, die wir schnell wieder zerstören können. Z.B. Waffen, genial. Natürlich mit luftgeschöpftem Kredit, damit die Zinseszins – Spirale weiterläuft, das Blut des Systems.

    Sind wir nicht eine göttliche Spezies?

  • Querschuss - 3. Mai 2012

    Hallo titoslavija,
    sorry habe ich gelöscht, was soll das, sehe keinen Zusammenhang zu irgendeinem Thema hier?

    Gruß Steffen

    • titoslavija - 4. Mai 2012

      alles klar, sollte nur den horizont erweitern, passte nicht zum thema, hab ich befürchtet

      gruß titoslavija

  • klaus - 3. Mai 2012

    Arbeiten bis über 70 sollt IHR für die FREIHEIT.

    http://www.n-tv.de/politik/Gauck-will-flexiblen-Renteneintritt-article6175431.html

    Toll, was man uns da wieder vorgesetzt hat.

    Diese Leute sprechen über Demographie und meinen damit die Reproduktion
    biliger Arbeitskräfte, damit ausreichend Champagner für die Obrigkeit da ist.
    Dann kommt noch mehr Creativität.

    Warum sollte man Kindern nicht die Hand zerdrücken, wenn Sie
    im Sommer ein Eis wollen? Den Alten die Operation verweigern und
    stattdessen Voltaren für den Boom verkaufen.

    Die Alternativlosigkeit geht wieder um.

    Wenn der Gauck so weitermacht, kriegt er noch Bundesverdienstkreuz
    und Dr.hc. Was für ein Freiheitskämpfer.

    Wahrhaft ein Mann des Volkes.
    Und die paar Prozent, denen es nicht schmeckt, sollten jetzt aber
    schleunigst Deutschland verlassen.

    *kopfschüttel*

    • Andres Müller - 4. Mai 2012

      Im Alter arbeitet es kaum besser um die Überproduktion abzuabeiten. das war mit Gauk nichts anders zu erwarten, jetzt lichten sich die Nebel langsam um seine wahre Persönlichkeit. Wieder einmal haben die “Nachdenkseiten” den richtigen Riecher gezeigt-

      Einziger Zweck ist es den Menschen mehr Geld wegzunehmen, nämlich jenes Geld dass sie sich nur als Rentner “erarbeiten” könnten. Die Arbeitslosen Alten werden billigst mit Sozialhilfe durchgefüttert. Im Übrigen, falls Gauk damit durchkommt, dann gibt es in Europa keine Zukunft mehr für Normalsterbliche, oder nur noch eine Prekäre.

  • hunsrückbauer - 4. Mai 2012

    Die Kirchen hatten außer “Tue Buße” und “Fegefeuer” noch nie etwas für den kleinen Mann. Ihnen ging es stets um Macht, -erhalt und -ausbau. Ihr Marketing ist in 2000 Jahren phänomenal gut geworden, dass es schon eine pränatale Prägung erzeugt, die postnatal durch gewisse Indoktrinationen inzwischen gesellschaftlich konventioniert sind ohne noch zu überlegen.
    Gauck und Merkel, ebenso viel anderer unserer sog. christlichen Politiker haben postnatale Prägungen dieser Art. Warum sollte ausgerechnet von denen etwas Positives im Sinne von gesellschaftlicher Erneuerung kommen. Dies würde doch dem, was sie als postnatale Prägung erhalten und inzwischen kaum jemand infragestellt, zutiefst zuwider laufen. Dieses Ansinnen ist utopisch.

  • Andres Müller - 4. Mai 2012

    Die Entwicklung der Einlagefazilität der Geschäftsbanken sieht in der Entwicklung dramatisch aus, der Effekt wäre gerade für Draghi voraussehbar gewesen, kaum Kredite an die Realwirtschaft. Aber möglicherweise war das ja auch der Zweck der Übung gewesen, einzig um die Vermögen der Eliten zu schützen. Ich sehe keinen anderen Zweck dahinter.

  • G. - 4. Mai 2012

    Hi Steffen,

    Du schreibst mehrfach in Deinen Artikeln, dass LTRO die Kapitalflucht aus der Peripherie verstärkt hat.
    Könntest Du uns diesen Wirkungszusammenhang erläutern. Leuchtet mir nicht ganz ein.

    Ich dachte, es bringen primär Private (und ggf. Firmen) ihre Schäfchen in die Sicherheit der künftigen DMark-Zone. Diese sind aber unabhängig von LTRO.

    Oder meinst Du, dass die deutschen Geschäftsbanken mit LTRO ihre Gelder erleichtert abziehen können (weil Peripherie-Collaterals in unbegrenztem Umfang gegen Cash getauscht werden und das Cash dann nach DE verschoben).

    Gibt es Daten dazu, wer hier seine Schäfchen in Sicherheit bringt?

    Thx,
    G.

    • Querschuss - 4. Mai 2012

      Hallo G.,
      der Zusammenhang ist ganz einfach, wenn Private und Unternehmen ihre Schäfchen per grenzüberschreitenden Target2-Zahlungsauftrag ins Trockene bringen wollen, muss ihre Bank diese Transaktion mit Zentralbankgeld aus einem Guthaben bei der heimischen NZB erfüllen. Ohne ausreichendes Zentralbankgeld der Bank keine Kapitalflucht. Die LTROs sind Zentralbankgeld, wurden von den heimischen NZBs ausgereicht und den jeweiligen PIIGSBF Banken auf ihrem Konto bei der jeweiligen NZB gutgeschrieben. Durch die unlimitierte LTRO-Vergabe wurden die PIIGSBF Banken überhaupt erst in die Lage versetzt die grenzüberschreitenden Zahlungsaufträge ihrer Kunden auszuführen.

      Hat eine Bank einen permanenten Abfluß seiner Einlagen via grenzüberschreitenden Grenzverkehr und keine Kapital-Rückflüsse ist sie in Ermangelung von Zentralbankgeld schnell hinüber. Dies haben die LTROs verhindert bzw. sie haben die Kapitalflucht erst ermöglicht. Die DNLF-Banken erhalten aus Target2 enorm viel Zentralbankgeld auf ihren Konten bei der jeweiligen NZB gutgeschrieben, da aber der Interbankenmarkt tot ist, sprich die DNLF Banken den PIIGSBF Banken keine adäquaten Kredite geben und auch an die Realwirtschaft (Private und Unternehmen) in den DNLF Ländern von den Banken keine adäquaten Kredite vergeben werden, bunkern die DNLF-Banken das Zentrabankgeld in Ermangelung von Aktivitäten in der Einlagefazilität.

      Gruß Steffen

  • frank_meck - 4. Mai 2012

    Wenn sich keine Anlagemöglichkeiten finden, dann ist dieses Geld praktisch wertlos. Aber jetzt kommt wohl die “Rettung” – der Wachstumspakt für Europa mit privaten Kapitalgebern. Der Staat wird dann die investierten Gelder (und Renditen?) garantieren. Das (Entwertungs)-Risiko wird sozialisiert. Also alle mehr und länger für weniger arbeiten, um die Schulden abzutragen.

  • Duke van Hudde - 4. Mai 2012

    @G.

    Ich hoffe Steffan antwortet noch hier drauf sonst versuche ich das mal aus meiner immer sehr bösen Sicht.

    Die Banken aus der Südschiene hatten kein Geld mehr was sie hätten in dne Norden überwiesen können.Sie haben weder von den Nordbanken einen Kredit bekommen noch haben sie irgendwelche Sicherheiten die noch was Wert sind und nicht shcon verpfändet sind.Eine Kapitalfplucht war daher nicht mehr Möglich und die Länder hätten bald die Kapitalfplucht per Gesetz verhindenr müssen.

    Nur LTRO hat es ermöglich das die Banken wie Geld in der Tasche gegne Drecks Sichehriten hatten und die KApitalpflucht weiter gehen kann.

    Das ganze wurde gemacht damit Nordbanken ihr Geld auf Kosten der Deutschen Bürger aus den Land bringen konnten.Den wir werdne die Verluste bei Target2 dann bezahlen oder die bei LTRO oder bei beiden.
    Dazu hat natürlich die Elite im Süden ihr Geld auch in Sicherheit gebrahct.Im PRinzip ging es um eine riesige Nordbanken/Südeliterettung auf Kosten der Steuerzahler im Norden aber diesmal ganz kur bevor die Verluste offensichtlich wurden und wenn sie eintreten wird man es der Südschiene in die Schuhe schieben und die eigentlichen Profiteure werden unbescholten davon mkommen.

    Kurz ohne LTRO hätten die Banken im Süden nicht mehr das Geld für die Kapitalpflucht gehabt.

  • Space - 6. Mai 2012

    Das Stichwort für das geschehen heißt Zahlungsbilanzkrise!
    Normal strömt soviel Cash ins Land wie rausfließt(Zentralbankgeldtransaktionen)
    Früher hat man diese Zustände durch Ab/Aufwertung relativieren müssen über ein realignment!
    Vor dem Euro kam die Kapitalflucht wegen der effektiven Wechselkurserveränderung,heute wegen dem sinkenden Preisniveau im Binnenmarkt, asset Wertverluste zB Immobilien,Wertpapiere!