Einlagefazilität wieder über 500 Mrd. Euro
Wie zu erwarten war, schießt die kurzfristige Einlagefazilität (Übernachtanlage) bei der EZB durch die europäischen Geschäftsbanken wieder über die 500 Mrd. Euro-Marke. Die Banken der Eurozone bunkerten zum 05.02.2012 wieder 511,438 Mrd. Euro, bei den nationalen Notenbanken im Eurosystem zu einem niedrigen Zinssatz von 0,25%.
Die Entwicklung der Einlagefazilität der Geschäftsbanken bei den nationalen Notenbanken im Eurosystem seit Januar 1999 im Dailychart. Die Übernachtanlage stieg zum 05.02.2012 auf 511,438 Mrd. Euro. Der Chart verdeutlicht, dass in normalen Zeiten die Einlagefazilität kaum eine Rolle spielt!
Wenn eine Bank am Tagesende Habensalden auf den ESZB-Konten hat, werden diese automatisch zu Einlagefazilitäten. Die Einlagefazilität wird mit einem Einlagezinssatz von aktuell 0,25% versehen. Die Einlagefazilität wird ständig und in einem unbegrenzten Volumen angeboten.
Schon vor der zweiten LTRO-Injektion Ende Februar 2012 strebt die Einlagefazilität nach dem Hoch und wird nach der zweiten Liquititätsflut in ungeahnte Höhen schnellen. Weiter hin zeigt die Einlagefazilität den gestörten Interbankenhandel an, dass Misstrauen der Banken untereinander, eine Kontraktion der Kreditvergabe an die Realwirtschaft in der Eurozone und letztlich auch die Hilflosigkeit der Geldpolitik.
Quelle Daten: Ecb.int/Daten Einlagefazilität
Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

Roland - 6. Februar 2012
Hier haben wir den Grund, warum die zwischenstaatlichen Zahlungsverkehre über target2 abgewickelt werden.
p.s.
Nochmals: Die BuBa läuft nur ins Risiko über Papiere, die die EZB KAUFT, deren Eigentümer die EZB also wird.
Risiken natürlich nicht (bzw. vernachlässigenswert) über die Abwicklung von Zahlungsverkehren, die im Auftrag und auf Rechnung ANDERER via target2 abgewickelt werden.
Roland - 6. Februar 2012
Nachtrag:
Wer nachweisen will, dass die EZB bzw. BuBa über die Zahlungsabwicklungen über target2, bei denen Zentralbankgeld das Medium darstellt, ins Risiko läuft, muß zeigen, dass die EZB Sicherheiten in Höhe der kummulierten negativen target2-Salden in ihre Bücher genommen hat.
dank - 6. Februar 2012
Sehr komisch, dass in USA der erforderliche goldgedeckten Ausgleich negativer Interdistrict Settlement Account Salden (Taget-Salden der FEDs untereinander) gemacht wird, wenn denn das alles so harmlos ist.
Das die EZB keine Sicherheiten dafür zu nehmen hat, stellt ja das Problem dar – sonst hätte sich kaum ein Land diese Neagtiv-Salden leisten können bzw. hier nie so weit überzogen geschöpft.
Roland - 7. Februar 2012
@ dank
Wie bitte, die EZB verlangt keine Sicherheiten mehr ?
Bitte keine haltlosen Gerüchte in die Welt setzen.
Sicherheitenstellung durch Pool-Bildung wird im schon öfter zitierten “discussion paper” von Bindseil und König ab S. 22 erklärt.
Es wird dort im weiteren sehr gut nachgewiesen, dass die EZB natürlich NICHT die Leistungsbilanz-Defizite finanziert.
Prof. Sinn hat sich durch seine Blamage im Wissenschafts-Betrieb vermutlich die lang erhoffte Upgradung seines Ifo-Institutes auf absehbare Zeit verspielt.
Querschuss - 7. Februar 2012
Hallo Roland,
selbstverständlich wird die Leistungbilanz in Target2 Salden abgebildet, so wie der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr die Zahlungsbilanz abbildet, die Leistungsbilanz ist Teil davon. Und selbstverständlich, wenn ein Land ein Leistungsbilanzdefizit hat und dieses nicht per Kapitalbilanz und dem privaten Kapitalzufluss ausgeglichen wird und die nationale Notenbank mit Zentralbankgeld die Funktion des privaten Kapitalzufluss ersetzt, also z.B. über den Nettokapitalabfluss der BUBA, der positive Target2 Saldo = Nettokapitalexport finanziert die BUBA auch das Leistungsbilanzdefizit zusätzllich auch noch die Kapitalflucht. Ohne Target2 gäbe es die Kapitalflucht reicher Griechen gar nicht, die griechischen Banken wären wegen dem Kapitalabzug zahlungsunfähig, ebenso hätten sich Leistungsbilanzdefizite erledigt, da nicht mehr vom privaten Kapitalmarkt finanziert..
Professor Sinn hat sich zwar anfangs in Details verzettelt, aber grunsätzlich liegt er richtig, auch wenn du das anders siehst.
@dank,
selbstverständlich haftet die BUBA gemäß des Kapitalschlüssels an der EZB bei einem Ausfall Griechenlands an den ausfallenden Forderungen aus Target2, sie erhöht sich um jedes Land was ausfällt zusätzlich, denn die Ausgefallenen haften natürlich nicht mehr mit.
Die EZB könnte natürlich auch abschreiben und keine Kapitalerhöhung vornehmen, dann allerdings mit negativen Eigenkapital in der Bilanz und dies würde dem Euro und dem Vertrauen in die Währung nicht bekommen.
Gruß Steffen
dank - 7. Februar 2012
“Das die EZB keine Sicherheiten dafür zu nehmen hat,”
setze
“Das die EZB keine echten Sicherheiten dafür zu nehmen hat,”
Gedacht und nicht geschrieben – “keine” ist hier natürlich ein wenig untertrieben – sollte ein “keine echten” heißen, wobei es sich zeigen wird, ob der Unterschied im Fall des Eintretens der Sicherheitshaftung so groß sein wird.
Fußballspieler, tausendjährige Anleihen und griechische Staatsanleihen (Rating: unterirdisch) sehe ich nicht als Sicherheiten und dass es sich dabei um Einzelfälle handelt, bezweifele ich sehr.
und zum Schluss muss dann die Bank die Gebühren und Zinsen für Ihre verbliebenen Kunden erhöhen um den Verlust wieder irgendwie rein zubekommen.
Das ist heiße Luft zu Papier gebracht. Das mag ja alles vor Jahren noch schön und gut gewesen sein und da waren es (wahrscheinlich) noch richtige Sicherheiten.
*
Wenn ich Nachbars Misthaufen (der hat wahrscheinlich immerhin noch Düngewert) und meine alte Karre bei meiner Bank zur Sicherheit für mein Häuschen anbiete, weil ich doch noch eine Finanzspritze brauche, fliege ich hochkant raus?! Warum nur – das ist doch AAA-Stalldung?
**
Bekomme ich nun doch Geld dafür, dann miete ich die Haufen aller Landwirte an und kaufe die Schrottplätze im Ort – ach was, von ganz D – leer und (richtig!) gebe diese wieder als Sicherheit an meine Bank um noch mehr Geld zu erhalten. Davon baue ich viele schöne teure Häuser, die ich dann auch gleich verkaufe – das Geld ins Ausland transferiere und mich absetzte.
Was habe ich am Schluss? Einen Haufen Geld aus einem Haufen Mist und Schrott gemacht.
Was haben die reichen Käufer? Schöne teure Häuschen.
Und was dann die Bank als Sicherheiten in Ihrer Bilanz hat, kann jetzt jeder selbst benennen…
In der kleinen persönlichen Mikrowelt scheint es nicht zu funktionieren im Makrokosmos Euroland sehr wohl…
dank - 7. Februar 2012
@Steffen
“selbstverständlich haftet die BUBA gemäß des Kapitalschlüssels … in die Währung nicht bekommen.”
Soweit klar, das war auch das, wovon ich ausgegangen bin.
@Roland
Hier wird der Eindruck hinterlassen, als wäre alles kein Problem mit Target2. Es wird sich meiner Ansicht lieber Traktorhaarspaltereien hingegeben, anstatt das Kind beim Namen zu nennen.
Ob Target2 sofort oder bei der Haftungsfrage (Ausstieg oder Pleite z. B. GR aus Euroland) ein geldverschlingendes Loch ist/wird, scheint mehr zur Debatte zu stehen, als die Feststellung, dass Target2 generell ein (zusätzliches) Problem ist. Mit der Erbsenzählerei wird eigentlich nur davon abgelenkt…
Indem Teilaspekte als falsch aufgetan werden (HW Sinn) muss nicht die ganze Aussage falsch sein – aber das versuchen uns die Mainstreams so zu verkaufen und genügend schlucken es. Traurig.
Ein Problem ist ein Problem – dieses Problem kann bei richtig Geld kosten –>
wären die Salden ausgeglichen – dann würde das Problem nicht existieren –>
sollte Target2 vor der Haftungsfrage ein Problem sein – ja – das macht es doch nicht besser
==>
Also ist Target2 ein Problem und zwar eines das mit sehr viel Geld verbunden ist!
Roland - 7. Februar 2012
Hallo Steffen,
mit jedem Monat, der ins Land geht, wird Deine Theorie unlogischer.
Nach Deiner Theorie müßte jetzt schon das dreifache Vermögen ganz Griechenlands bei der EZB verpfändet und das vierfache Kapitaleigentum der Griechen außer Landes gebracht worden sein.
Wann bricht Deine Theorie zusammen?
Beim Zehnfachen ?
Querschuss - 7. Februar 2012
Hallo Roland,
gähn, irgendwann werde ich müde, ich hatte ja schon vor Tagen geschrieben, das ich kein Problem mit deiner Meinung habe, nur wenn du täglich 2 bis 5 Kommentare zu deiner Irrlehre absendest, zwingst du mich dazu zu antworten, nur jetzt habe ich x-mal geschrieben was Target2 Salden anzeigen, es reicht. Griechenlands negativer Target2 Saldo liegt bei 104 Mrd. Euro und ist das Spiegelbild der Kreditvergabe an die griechischen Banken und der aufgekauften Assets, als Remaining Assets oder auch als Sundry Assets benannt, unter Aktiva in der Bilanz der griechischen Notenbank. Wieso Griechenland dafür das dreifache Vermögen oder ganz Griechenlands bei der EZB verpfänden muss erschließt sich mir nicht, es reichen doch “werthaltige” griechische Staatsanleihen und davon hat Griechenland genug. Außerdem ist der negative Target2 Saldo im Dezember um -4,6 Mrd. Euro gesunken.
Gruß Steffen
dank - 6. Februar 2012
Ergänzend noch zwei Links zu Für und Wider und den Risiken:
http://wirtschaftsphilosoph.wordpress.com/2011/06/07/was-ist-wichtig-das-beispiel-von-storbecks-sinn-kritik/
http://wirtschaftsphilosoph.wordpress.com/2011/07/02/nochmals-zu-den-target-salden/
…vielleicht auch verlorene Liebesmüh – aber wenn es zum Haftungsfall kommt, wissen wir eh alle Bescheid, wie der Hase läuft und brauchen solche Diskussionen nicht mehr zu führen…
Vandermonde - 6. Februar 2012
Ist das Problem nicht eher, dass das Zentralbankgeld teilweise mit schlechten Sicherheiten “unterlegt” ist ? Das würde dann bedeuten, dass die Ungleichgewichte, die sich im Target 2 äußern, eben nicht neutral zu betrachten sind, sondern auch Ausdruck dieser Risikoumschichtung sind.
Roland - 7. Februar 2012
Nein, sie sind sogar sehr gut (mit eingerechnetem haircut) unterlegt – und falls sie im Verlaufe der Hinterlegung unsicherer werden, kann ein sog. “margin call” verlangt werden.
Mark - 6. Februar 2012
Nachdem Sie ja offenbar eine ganz andere Meinung zu dem Thema “Target2″ haben als z.B. Prof. Sinn, erklären Sie mir doch bitte zwei Fakten:
1. Weshalb wurden VOR dem Sommer 2007 bei der Bundesbank keine Forderungen gegenüber dem EZB-System angehäuft? Bis zum Sommer 2007 schien das System des zügigen Ausgleiches ja leidlich zu funktionieren. Was hat sich also im Sommer 2007 geändert, dass die Bundesbank seither Target-Forderungen in immer größer werdendem Umfang ausweist?
2. Da ja nun die Bundesbank ganz unbestritten die Forderungen gegenüber der EZB in Ihren Büchern hat, so würde mich interessieren, wie denn Ihrer Meinung nach diese Forderungen abgebaut werden sollen? Schließlich steckt ja hinter dem Target-Guthaben der Umstand, dass die Bundesbank im ausländischen Auftrag Geld generiert hat und dieses Geld im Rahmen einer aus dem Ausland kommenden Überweisung deutschen Banken “ausgezahlt” (gutgeschrieben) hat. Dieses Geld diente in nicht wenigen Fällen zur Bezahlung von echten Vermögenswerten (Immobilien, Autos, Aktien) in Deutschland, die den Besitzer wechselten. Damit hat Deutschland reale Werte geliefert gegen Forderungen an die EZB, die nun in den Büchern der Bundesbank schlummern. – Wie also sollen diese Schulden zurückgeführt werden?
U.A.w.g.
P.S.: Haben Sie sich eigentlich schon mit Prof. Sinn darüber ausgetauscht?
dank - 7. Februar 2012
@Mark
Roland äußert sich anscheinend nicht – zu dererlei allgemeinverständlichen Fragen ohne Umwege. Schade.
Solange GR in Euroland verbleibt, wird der Ausgleich nicht fällig sein, wenn BuBa und EZB still halten. Seis drum, deshalb hab ich zu Target2 eigentlich nur die eine Frage und eine Antwort darauf fegt jede andere Diskussionsgrundlage vom Schirm:
Wer bezahlt zum Beispiel die offenen Salden der GR NZB (bei der EZB), wenn GR aus Euroland aussteigt und GR (bzw. die GR NZB) diesen Ausgleich nicht selbst vornimmt, weil pleite oder unwillig auszugleichen?
Roland - 7. Februar 2012
@ Mark
ad 1: Weil das Interbanken-System funktionierte
ad 2: Im Target2- Verschiebebahnhof generiert die Bundesbank kein Geld
zu Ihrem p.s.
Nicht nötig: Die Sachlage ist im “discussion paper” abschließend geklärt.
dank - 7. Februar 2012
@Roland
Wer bezahlt die offenen Salden der GR NZB (bei der EZB), wenn GR aus Euroland aussteigt und GR (bzw. die GR NZB) diesen Ausgleich nicht selbst vornimmt, weil pleite oder unwillig auszugleichen?
Vivlos - 6. Februar 2012
Um die Target-Kredite zu verstehen, ist es nützlich, das Beispiel des irischen Bauern zu Ende zu denken, der einen Traktor in Deutschland kauft (F.A.Z. vom 19. April). Nehmen wir an, der Bauer leiht sich das Geld bei seiner Bank. Da die Bank selbst kaum noch kreditwürdig ist, borgt sie sich Geld bei der irischen Notenbank, die es dazu neu schöpft. Das neu geschöpfte Geld überweist der Bauer über seine Bank und das Zentralbankensystem nach Deutschland. Die Menge an Zentralbankgeld in Irland schrumpft dadurch wieder, und statt der irischen Notenbank schöpft nun die Bundesbank neues Geld. Sie überweist es an die Bank des Lieferanten, die es ihm auf seinem Konto gutschreibt. Da nach der Überweisung in Deutschland zu viel Zentralbankgeld im Umlauf ist, kann die Bundesbank nur entsprechend weniger an die deutschen Banken verleihen. Die Bundesbank verzichtet also auf eine innerdeutsche Kreditvergabe zugunsten einer Kreditvergabe über die irische Notenbank. Zum Ausgleich für diesen Verzicht erhält sie eine verzinsliche Target-Forderung gegen die EZB und die EZB gegen die irische Notenbank. Letztere hat eine Forderung gegen die irische Geschäftsbank und die Geschäftsbank eine solche gegen den Bauern. Per saldo hat sich weder in Irland noch in Deutschland die Zentralbankgeldmenge verändert, doch ist der Traktor gegen einen erzwungenen, kontokorrentähnlichen Kredit der Bundesbank an den irischen Bauern geliefert worden, der zu Lasten der Kreditvergabe an deutsche Kreditkunden geht. Der Traktor ackert in Irland statt in Deutschland.
Roland - 6. Februar 2012
Die irische Bank braucht sich das Geld nicht bei der Notenbank leihen.
Sie schöpft es selbst im Akt der Kreditgewährung.
SteffenB - 6. Februar 2012
Es geht hier aber eigentlich weniger um Geldschöpfung, als darum, dass die privaten Geldgeber (Banken, die die Einlagen ihrer Kunden recyclen) nicht mehr bereit sind, das regionale Defaultrisiko zu tragen. Die Leute geben ihre Sparguthaben dorthin, wo sie glauben das es sicher ist. Und die Banken leihen es nicht zurück in die Region, sondern parken es sicher bei der EZB. Und diese muss es dann zurück befördern. Damit übernimmt sie aber auch das volle Risiko.
Eigentlich heisst das, dass das normale private Bankensystem tot ist, da es Sparer und Kreditnehmer nicht mehr direkt verbindet.
Michael S. - 6. Februar 2012
@Vivlos@Sinn@Roland
“Da nach der Überweisung in Deutschland zu viel Zentralbankgeld im Umlauf ist, kann die Bundesbank nur entsprechend weniger an die deutschen Banken verleihen”
Falsch! Das kann die Bundesbank gar nicht entscheiden
“Per saldo hat sich weder in Irland noch in Deutschland die Zentralbankgeldmenge verändert”
Falsch! Sie hat sich erhöht
“Die irische Bank braucht sich das Geld nicht bei der Notenbank leihen.
Sie schöpft es selbst im Akt der Kreditgewährung.”
Falsch! Für die Überweisung von der irischen Bank zur deutschen Bank ist Zentralbankgeld erforderlich und nicht Giralgeld
Roland - 6. Februar 2012
@ Michael S.
Schritt 1: Die irische Bank leiht dem irischen Bauer das Geld für den Traktor und schöpft in diesem Augenblick (mit Gutschrift auf Einlagenkonto) eigenes Geld. Bilanzverlängerung.
Schritt 2: Die irische Bank überweist nach D – und braucht als Medium Zentralbankgeld. Rein buchungstechnische Gründe.
Querschuss - 6. Februar 2012
Hallo Roland,
ständiges wiederholen macht es nicht richtiger, der grenzüberschreitende Zahlungverkehr ist nur über die nationalen Zentralbanken möglich und jede am Target2 Zahlungsverkehr teilnehmende Bank muss dies mit Zentralbankgeld tun.
Auch die irischen Banken müssen ihre Überweisung nach Deutschland in Zentralbankgeld leisten. Da den irischen Banken mehr Zentralbankgelder abfließen als zufließen muss sie sich bei der irischen Zentralbank per Refinanzierungsgeschäft Zentralbankgeld besorgen. Da deutsche Kreditinstitute im Gegenzug unter Zentralbankgeldzufluss “leiden” können sie ihrerseuts ihre Refinanzierungegeschäfte bei der BUBA zurückfahren, was ja auch passiert.
Nochmal die EZB Monatsbericht Oktober 2011: “Infolge der Finanzkrise fließen den Bankensektoren dieser Länder nun nicht mehr genügend private Mittel zu, um ihre Zahlungsabflüsse auszugleichen. Ihr Zugang zum Interbankengeldmarkt ist eingeschränkt, und die grenzüberschreitenden Kreditströme in diese Länder sind ausgetrocknet, während gleichzeitig zuvor aufgenommene Kredite zurückgezahlt werden müssen. Darüber hinaus werden die Finanzierungsengpässe der Banken durch Kapitalentnahmen des privaten Sektors verschärft. Die daraus resultierenden, in Zentralbankgeld abgewickelten Nettozahlungsabflüsse aus diesen Bankensektoren führen dazu, dass die jeweiligen NZBen per saldo Verbindlichkeiten in TARGET2 verbuchen. Zugleich weisen die NZBen der Länder, die Nettoempfänger dieser Zahlungen sind, Forderungen in TARGET2 aus.” ….”Bankensektoren, die Nettoabflüsse von Zahlungen verzeichnen, welche in Zentralbankgeld abgewickelt werden, benötigen mehr Zentralbankliquidität als gewöhnlich. Ihre jeweiligen NZBen stellen mehr Liquidität zur Verfügung, als normalerweise notwendig wäre, um den Bedarf der Banken zu decken. Dies geschieht entweder in Form von Kreditgeschäften oder durch den Ankauf von Wertpapieren. Die Bilanzen der betreffenden NZBen weisen auf der Aktivseite eine höhere Liquiditätsbereitstellung über Kreditgeschäfte des Eurosystems und auf der Passivseite Verbindlichkeiten gegenüber der EZB in TARGET2 aus.”
Das ist mitnichten ein rein technischer Buchungsvorgang, sondern im Falle eines negativen Target2 Saldos Irlands, Zentralbankgeld der BUBA ersetzt private Kapitalzuflüsse nach Irland, letztlich nichts anderes als den Interbankenhandel und seine Kredite an die PIIGSFB. Das Risiko aus der Refinanzierung irischer Banken trägt nun aber nicht mehr privates Kapital z.B. deutsche Banken, sondern die BUBA.
Gruß Steffen
Roland - 7. Februar 2012
Hallo Steffen,
Bindseil und König weisen in ihrem “discussion paper” der HU -es ist unter dem Spanien-target2-Artikel verlinkt- schlüssig folgendes nach (S.17):
1. “…as long as the interbank market functions smoothly, this does NOT affect the central bank balance sheet length ”
So und was passiert, wenn der Interbanken-Markt nicht mehr funktioniert und die Geschäftsbanken ihre Liquidität bei der EZB bunkern ?
2. “… the bank in area 2 only needed to borrow additional funds from the central bank to INITIATE the transaction via the payment system and NOT because it decided on INCREASING its credit operations.”
Jetzt darfst Du erst mal wieder.
Querschuss - 7. Februar 2012
Hallo Roland,
“1. “…as long as the interbank market functions smoothly, this does NOT affect the central bank balance sheet length ”
So und was passiert, wenn der Interbanken-Markt nicht mehr funktioniert und die Geschäftsbanken ihre Liquidität bei der EZB bunkern ?
2. “… the bank in area 2 only needed to borrow additional funds from the central bank to INITIATE the transaction via the payment system and NOT because it decided on INCREASING its credit operations.””
Zu 1. hat hier niemand das Gegenteil behauptet.
zu 2. sinngemäß übersetzt: “Die Bank benötigt nur zusätzliche Mittel von der Zentralbank um die grenzüberschreitende Zahlung über das Target2 System zu leisten und nicht weil sie sich zur Steigerung der Kreditgeschäfte entschieden hat.” Erstens, auch hier hat niemand etwas anderes behauptet, trotzdem bestätigt diese Aussage eher meine Sichtweise. Was steckt denn hinter den grenzüberschreitenden Zahlungen, Käufe von Waren, Güter, Dienstleistungen und Vermögenswerten oder auch pure Transaktionen auf ausländische Konten, kann u.a. Kapitalflucht sein. Diese Überweisungen muss die Bank im Auftrag von Unternehmen oder Privaten tätigen, denn sie haben Guthaben oder Kredit auf ihrem Konto bei der Bank, was zugleich die Einlage der Bank ist. Entstehen bei einem nationalen Bankensystem per Saldo mehr Überweisungen für Käufe oder Finanztransaktionen als Zufluss stattfindet, ist dies Ausdruck einer Zahlungsbilanzkrise, die mit Zentralbankgeld gepuffert werden muss. Bis 2007 übernahm dies der private Kapitalfluss hauptsächlich der Interbankenmarkt.
Also Leistungsbilanz, Ausdruck grenzüberschreitender Tranaktionen zum Kauf von Waren und Güter und Kapitalbilanz Finanztransaktionen bilden zusammen die Zahlungsbilanz und die steht nicht im Ausgleich durch privates Kapital, sondern jetzt durch Zentralbankgeld. Die Forderung der BUBA mündet bei einer anderen nationalen Notenbank in eine Verbindlichkeit und an das dortige Bankensystem (Kreditvergabe der nationalen Notenbank an die Banken) Forderung der nationalen Notenbank mit negativen Target2 Saldo an sein Bankensystem.
Alles mehrfach durchgekaut.
Gruß Steffen
Vivlos - 6. Februar 2012
Zu früh abgeschickt.
Ich denke, das ist hier drin zu finden, aus dem Hause Sinn.
[url]http://www.cesifo-group.de/portal/pls/portal/docs/1/1209833.PDF[/url]
Und auch dieses:
Der betroffene Bilanzposten
5 (Forderungen in Euro aus geldpolitischen Operationen
an Kreditinstitute) ist beispielsweise in der Abschlussbilanz
der Bank of Greece von 4,8 Mrd. Euro (2006)
auf 49,7 Mrd. Euro (2009) und schließlich 97,7 Mrd. Euro
(2010) hochgeschossen (vgl. Bank of Greece 2011, englische
Zusammenfassung, 58; 2007, englische Zusammenfassung,
54). In diesen Summen spiegeln sich die Target-
Forderungen der »Target-Gläubigerländer« wider. Ob die Target-
Forderungen erfüllt werden können, hängt von der Solidität
der Forderungen der griechischen Zentralbank, also
der Solvenz ihrer Schuldner und den hereingenommenen
Kollateralen ab, da die Potenz der griechischen Zentralbank,
Verluste auszugleichen, ihre Rückstellungen und ihr Eigenkapital,
nicht mit dem Aufblähen der Gesamtbilanz schritthalten
konnte. Während sich die Bilanzsumme von 34,9 Mrd.
Euro (2006) auf 138,6 Mrd. Euro (2010) erhöhte, konnten
zwar auch gestiegene Rückstellungen von nun insgesamt
2,4 Mrd. Euro verzeichnet werden. Zieht man aber Rückstellungen
für das Personal ab, bleiben nur 921 Mill. Euro
übrig. Mit dieser Summe und ihren 815 Mill. Euro Eigenkapital
(vgl. Bank of Greece 2011, englische Zusammenfassung,
59) steht die griechische Zentralbank für mögliche Verluste
aus der angeführten Kreditvergabe von 97 Mrd. Euro
und mögliche Verluste aus ihren gehaltenen Wertpapieren
(immerhin 23,9 Mrd. Euro (vgl. Bank of Greece 2011, englische
Zusammenfassung, 58)) gerade. Weil auch der griechische
Staat bekanntermaßen selbst keine Defizite ausgleichen
ausgleichen
könnte, übertragen sich Verluste der griechischen Zentralbank
unweigerlich an die Zentralbanken des Eurosystems,
die 87 Mrd. Target-Forderungen gegen die Bank of
Greece halten. Das erklärt die Angst der Notenbänker vor
einem Ausfall des griechischen Staates und damit wahrscheinlich
auch einem Großteil des griechischen Bankensystems
samt seiner Zentralbank.
Die Target-Forderungen gegen
die GIPS-Länder, die sich Ende 2010 schon auf 340 Mrd.
Euro beliefen, sind also mitnichten nur ein technischer Vorgang,
sondern ein massives, kaum mehr zu beherrschendes
Risiko für die Eigentumsbesicherung des Euro.”
Dort steht auch, ich hoffe, ich habe es noch richtig im Gedächnis, dass die Targetforderungen
der EZB eben nicht nach oben offen sein können, weil die im Gegensatz zu den USA eben
nicht mit echten Werten hinterlegt werden, beispielsweise Gold oder echten Krediten.
Deswegen musste jetzt der ESM vorgezogen werden, dort damals so angekündigt.
SLGramann - 6. Februar 2012
Hallo Steffen, mal was Ketzerisches: Die Franzosen haben recht mit ihrer Forderung nach einer Banklizenz für den EFSF (oder ESM oder was auch immer).
Oder anders: Gründet eine KfW für Südeuropa. Die soll (langlaufende) Schuldscheine generieren, die von der EZB diskontiert werden müssen. Das Geld soll dann im Süden investiert werden.
Es hat doch keinen Sinn, die Geschäftsbanken mit Liquidität zu fluten, wenn diese im Bankensystem verbleibt, weil die – nicht unberechtigt – Angst davor haben, das Geld in den Süden zu verleihen.
So verfahren, wie die Kiste nun mal ist, plädiere ich für ein Mehr an Inflation. Nur dafür muss es jemanden geben, der das Geld unter die Leute (und nicht unter die Spekulanten) bringt. Das können die privaten Geschäftsbanken ja nun mal nicht sein, so mies wie die Kreditwürdigkeit von Staaten und Konsumenten nun mal ist.
Also müssen staatliche Institutionen ran und das neu gedruckte Geld endlich unter die Leute bringen, damit das mal einen Effekt hat!
Andres Müller - 6. Februar 2012
Aus aktuellem Anlass zu Deutschland noch dies: “Trotz hoher Inflationsrate konnten die Deutschen 2011 über mehr Geld verfügen. Experten erwarten für das Jahr 2012 einen weiteren Zuwachs der Reallöhne.”
Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-02/realloehne-anstieg-inflation
Gegenüber:
“Im Schlussquartal 2011 stiegen zwar die Nominallöhne in Deutschland – allerdings nicht so stark wie die Verbraucherpreise. Damit sinken die Reallöhne zum ersten Mal seit zwei Jahren.”
Quelle: http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:sinkende-realloehne-inflation-frisst-lohnplus-auf/60164761.html#utm_source=rss&utm_medium=rss_feed&utm_campaign=/
Die konträre Interpretation von statistischen Daten erreicht aus meiner Sicht das Niveau krimineller Machenschaften. Und über die seit Jahren stagnierende Entwicklung der inflationsbereinigten Nettolöhne schweigt man sich sowiso aus.
Was die Einlagefazilität anbetrifft, das reflektiert aus meiner Sicht nichts anderes als eine massive Wachstumskrise infolge Produktionsauslagerung aus Europa weg, da fliesst immer weniger Geld in die Realwirtschaft, aber die Bankemanager dürften sich damit wiederholt eine goldene Nase verdienen.
Andres Müller - 6. Februar 2012
Zum Verhalten der EZB bezüglich Einlagen habe ich noch folgende Bemerkung hinzufügen. Die Notenbank wäre aus meiner Sicht dazu da die Kreditvergabe an die Realwirtschaft sicher zu stellen. Mit diesem System der Bunkerverzinsung bewirken sie aber das Gegenteil, nämlich den Erhalt maroder Banken welche es nicht mehr rentabel schaffen Kredite in die Realwirtschaft zu bringen. Mir scheint die Realwirtschaft sitzt bereits selbst auf gigantischen Vermögensbergen fest, man hört nämlich erstaunlich wenig Kritik der realwirtschaftlichen Konzerne an der Kreditklemme. Aus den USA ist bekannt dass einige Konzerne Hände ringend nach Investitionsgrundlagen suchen um ihre Gewinne in die Zukunft einzupflegen. Summa summarum ergibt sich ein Bild von überflüssigen Banken und überflüssigen realwirtschaftlichen Konzernen
Also: Überproduktion infolge sozialem Raubbau an der Mittelschicht und den unteren Schichten,noch verstärkt durch Rationalisierung, Miniaturisierung und Automatisierung. Ohne neues globales Produktionssystem dass die Kapazitäten über den Globus besser verteilt wird der Westen (mit Ausnahme der Exportweltmweister) regelrecht industriell demontiert.
Frank Bell - 6. Februar 2012
So sehr ich diesen Blog schätze und auch froh bin, dass jemand die vielen Zahlen der Presse kritisch unter die Lupe nimmt, so vermisse ich doch einen kritischen Blick auf die “vermeintliche” Krise.
“Vermeintlich” ist hier bewusst verwendet worden.
Werfen wir doch mal einen Blick zurück. Bernanke hatte bereits angekündigt, mit hoher Liquidität die Krise beenden zu wollen. Das ist ab der Lehman-Pleite 2008 geschehen.
In der Folge haben wir nicht die grösste Krise seit 1929 erlebt, sondern ab Frühjahr 2009 einen sagenhaften Aufschwung an der Börse und natürlich in der Realwirtschaft, da beides korreliert.
Für das letzte Jahr werden Rekorddividenden ausgeschüttet, also machen die Firmen TATSÄCHLICH Gewinne. Auch ist die Arbeitslosigkeit zurückgegangen. Man schaue sich nur einmal die Stellenanzeigen in der FAZ an, es wird kaum noch gesucht, ganz im Gegensatz zu der Situation vor einem Jahr.
Jetzt steht noch der Facebook-Börsengang an. Man stelle sich einmal vor, dass mit “nichts” jetzt ein Milliardengewinn gemacht wird!
Daimler, Thyssen-Krupp, Barrick, Cleveland-Cliffs usw. müssen hart arbeiten, explorieren, forschen – und stehen auch nicht besser da als Facebook.
Wenn das kein Zeichen für das Ende der Krise ist, was dann?
Vandermonde - 6. Februar 2012
Ich würde vermuten, dass ein beträchtlicher Teil der Gewinne und damit der relativ guten wirtschaftlichen Situation auf die Interventionen der Notenbanken zurückzuführen ist.
Dabei stellen sich aber die Frage: Wie lange hält der Effekt an und vor allem wie tragfähig ist er? Ich würde meinen, es ist noch zu früh, dass wirklich zu beantworten.
Witok - 6. Februar 2012
Nun ja, für die oberen Managerschichten und noch Beschäftigte mit höherem Einkommen mag es bis jetzt eine vermeintliche Krise sein. Man muss aber schauen wo diese Überschüsse in der Industrie erwirtschaftet werden. Die meisten globalen Konzerne bieten mittlerweil per eigener Bank die Absatzfinanzierung und sonstige Finanzklimmzüge. Oft werden dort – und nicht originär mit dem Produkt – die Ergebnisse erzielt. Auch gehe ich davon aus, dass nur ein geringer Anteil der Dividenden-Ausschüttung im Einzelhandelsumsatz sich niederschlägt, sondern vielmehr wieder in Zinsgenerierung geht und die “vermeintliche” Krise nur beschleunigt.
So gesehen wären die Überschüsse besser an arbeitende Menschen ausgeschüttet worden !
Appaloosa - 6. Februar 2012
@Frank:
Die Symptome der Krise wurde mit viel Geld bekämpft. Die Ursachen der Krise sind allerdings noch ad.
Die Banken und großen Firmen sitzen auf viel Geld. Auch betreiben manche Firmen selber eine Bank…
Ich gebe dir Recht… Solche Zustände (außer in GR/P/E) wie 1929 haben wir noch lange nicht.
Wobei ich anmerken muss… Auch während der Weltwirtschaftskrise gab es IMHO eine “Boom”-Phase.
Appaloosa - 6. Februar 2012
Edith:
“Solche Zustände (außer in GR/P/E) wie 1929 haben wir noch(!) nicht…”
frank_meck - 6. Februar 2012
@ Frank Bell
“Für das letzte Jahr werden Rekorddividenden ausgeschüttet, also machen die Firmen TATSÄCHLICH Gewinne.”
Bitte drucken Sie sich den Chart aus diesem Beitrag aus und aus dem Beitrag “Zur Jobqualität in den USA” und legen Sie diese untereinander, sodass die Jahreszahlen zusammenfallen.
Sie sehen doch wohl, dass diese Zahlen seit 2008 aus dem Ruder laufen und vom Ende der Krise keine Rede sein kann. Bernanke und die EZB (und einige andere) haben die Druckerpresse angeworfen, aber es ist eine Blasenökonomie (Kreditökonomie) ohne TATSÄCHLICHEN Absatz/Gewinn. GR sind nur die ersten, die die Kredite nicht zurückzahlen können.
Andres Müller - 6. Februar 2012
“sagenhaften Aufschwung an der Börse” Der wird im ersten Halbjahr 2012 voraussichtlich wieder fortgesetzt, demnächst folgt wohl QE3 und die FED hat bis 2014 Tiefzins verkündet. Allerdings handelt es sich um einen “crash up boom” im globalen Ausmass. Schlagen Sie unter diesem Begriff in der Wiki nach, dort wird Ihnen erklärt warum vor dem finalen inflationären Kollaps eines Währungssystem die Aktienmärkte meistens stark steigen.
Frank Bell - 6. Februar 2012
Hallo, ich bin deshalb so kritisch, was diese “Krise” angeht, weil es immer wieder solche Meldungen gibt (Beispiel):
“Caterpillar revealed Jan. 26 it had record-high sales and a profit of nearly $5 billion US last year, up 83 per cent from $2.7 billion US in 2010. Profit per share was $7.40 US, up 78 per cent.”
DAS verträgt sich einfach nicht mit dem, was man ansonsten so über die “Krise” hört. Und Caterpillar handelt nicht einfach mit heisser Luft!
kurzdump - 6. Februar 2012
Caterpillar hat einen Großteil seiner Kunden in Übersee. Außerdem profitiert diese Firma von Investitionen im Bergbau, der zunehmend aufwändiger wird.
Aus den Gewinnen und der Auftragslage dieser Firma auf die wirtschaftliche Lage in den industrialisierten Ländern zu schließen wäre etwas unüberlegt.
M.E. - 6. Februar 2012
Es ist richtig. Der wirtschaftliche Absturz wurde durch massives Eingreifen der Staaten und Notenbanken 2009/2010 beendet und es wurden für einige Billionen Dollar/Euro/Yen schnuckelige Aufschwünge gekauft. An denen noch nicht einmal alle Länder partizipierten.
Wie schon seit Längerem: schmerzhafte Korrekturen, die zu einer Kontraktion der historisch einmaligen Vermögens-/Schuldenblase geführt hätten, wurden nicht zugelassen.
UND GENAU DAS IST DAS PROBLEM!!! Für einen Zeitpunkt x in der Zukunft. Wenn die völlig überdehnte Finanzwirtschaft dann grundhaft zusammenstürzt.
Ein Zinseszins-Finanzsystem benötigt notwendigerweise von Zeit zu Zeit eine Kontraktion der Vermögen und Schulden.
Der Zeitpunkt, an dem das mit noch vertretbaren, wenngleich schmerzlichen Konsequenzen hätte erfolgen können, ist längst überschritten. Die Wohlfühlgesellschaft mag keine bereinigenden Krisen. Und muss deshalb mit einem Komplettabsturz in der Zukunft zurecht kommen.
M.E. - 6. Februar 2012
Ergänzung: und dieser kommende Kollaps des hoffnungslos überdehnten und virtualisierten Finanzsystems wird gerade zu Unzeit kommen. Weil er nähmlich genau in die Phase reinbrettern wird, in der es um nicht Geringeres als einen Komplettumbau der energetischen Wertschöpfungsbasis geht. Dieser historische, notwendige Umbau ist zwingend auf eine funktionstüchtige Finanzwirtschaft angewiesen.
M.E. - 6. Februar 2012
Ich weiß: wer nämlich mit “h” schreibt, ist dämlich….
alt-shift-x - 6. Februar 2012
@Frank Bell “einen sagenhaften Aufschwung an der Börse und natürlich in der Realwirtschaft, da beides korreliert”
… also in meiner kleinen Welt korreliert da schon lange nichts mehr und dass der BDI schon so weit unten ist, dass man mittlerweile dafür bezahlt wird, wenn man sich ein Containerschiff mietet (http://www.zerohedge.com/news/shipping-rates-go-negative) liegt ganz bestimmt an der super boomenden Realwirtschaft und daran, dass Caterpillar so viele Maschinen in alle Welt liefert. /sarkasm off
Das ist jetzt echt nicht böse gemeint aber es gab die ganzen letzten 3 Jahre immer wieder Stimmen, die lauthals schrien, die Krise sei vorbei es geht wieder aufwärts etc etc.. Sie hatten fast ausnahmslos Unrecht und so sehr wir uns hier auch alle wünschen, dass es wieder besser wird, so glaube ich persönlich nicht, dass das durch Wachstum und Aufschwung bzw. Geld drucken geschehen kann und sollte. Wenn dich die Gründe interessieren empfehle ich dir mal den limits to growth report des Club of rome durch zu lesen oder mal die Alternativlosfolge von Fefe und Rop Gonggrijp an zu hören in der sie über peak oil, peak population und peak everyfuckingthing diskutieren. Dann ist man evtl auch gar nicht mehr so scharf drauf, das Caterpillar jedes Jahr mehr und noch mehr herstellt, so es denn wirklich so ist und nicht wieder eine Geld induzierte Blase aus nichts.
Andres Müller - 6. Februar 2012
Zum Thema “Aufschwung” an den Börsen und der in der aber von Hinz und Kunz verpassten Partizipation an diesem “Aufschwung”
Was als »Aufschwung« an den Finanzmärkten im Frühjahr 2009 begann, hätte von einem Aufschwung bei den Einkommen der Menschen unterlegt sein müssen, um dauerhaft Werte zu schaffen.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=12137#more-12137
schön gesagt und…
wie gesagt … ein moderner crash up boom der Eliten auf Kosten der sozialen Sicherheit. Wird böse enden…der Abbau des Sozialen hat langfristig noch nie Blüten getragen.