Enorme Zuspitzung der Lage Griechenlands

von am 13. September 2011 in Allgemein

Während sich die FDP in Richtung Öffentlichkeit, über ihren Parteivorsitzenden, mit einer Portion Realismus in Bezug auf Griechenland übt, verharrt der Rest, insbesondere die “linke” Opposition aus SPD, Grüne und Linke im TINA Modus (There Is No Alternative) und mutiert damit zu Systembewahrern, obwohl das Verfallsdatum des Systems nun bereits offensichtlich von den Finanzmärkten gekennzeichnet wird. Die Finanzmärkte beschleunigen die Prozesse, die eigentlich die Politik hätte gestaltend übernehmen müssen. Die mit niedrigen Zinsen, lockerer Geldpolitik und Bailouts gehätschelten Finanzmarktakteure bedanken sich und tragen rabiat zur Beschleunigung der Krise bei und erzwingen damit auch eine längst überfällige Bereinigung, nicht nur in Blick auf die Schuldenkrise in der Eurozone.

Die potentielle Pleite Griechenlands ins Spiel zu bringen und Denkverbote abzulehnen, hat nichts mit einer Insolvenz herbeireden zu tun, wie der EU-Parlamentarier Elmar Brok von der CDU meint oder mit einem Verschärfen der Euro-Krise, wie SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier orakelt, mit verantwortungslos, wie Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin meint oder gar das diese Gedankenspiele über eine Griechenland-Pleite als “Brandbeschleuniger“ für die Euro-Krise fungieren, wie Linke-Chefin Gesine Lötzsch fabuliert, sondern damit, dass auf Grund der fehlenden Leistungsfähigkeit der Wirtschaft Griechenlands, das Land nicht in der Lage ist, die aufgebauten Kredittürme zu Tragen und dies ist ein Fakt, hier im Blog bereits ausführlich seit Anfang 2010 dargelegt. Wie man angesichts dieser Faktenlage sich im polemischen Kleinkrieg verzetteln kann, statt umgehend Szenarien zur Begrenzung des bereits immensen Schadens zu erarbeiten, bleibt das Rätsel der deutschen Volksvertreter.

Der Markt sendet ganz deutliche Signale und hat den Zahlungsausfall Griechenlands bereits eingearbeitet, die Renditen der griechischen Staatsanleihen schießen nach oben, insbesondere jene mit kurzen Laufzeiten. Die Rendite der 1-jährige Staatsanleihe notiert aktuell bei 120,137% (10:30 Uhr). Zum Vergleich die Rendite deutscher 1-jährige Staatsanleihen notiert bei 0,361%!

Sehenswert und erhellend, der Chart mit der Rendite 2-jähriger griechischer Staatsanleihen:

Die Entwicklung der Rendite 2-jähriger griechischer Staatsanleihen seit Januar 2002 im Dailychart. Gestern per Schlusskurs notierte die Rendite der 2-jährigen Staatsanleihe 69,551%, aktuell um 10:30 Uhr notiert sie bei 74,019%. 

Die Entwicklung der Rendite 10-jähriger griechischer Staatsanleihen seit April 1998 im Dailychart. Gestern per Schlusskurs notierte die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe bei 23,544%, heute Morgen (10:30 Uhr) klettert die Rendite weiter auf 23,962%.

Auch die Kreditausfallversicherungsprämie der Credit Default Swaps (CDS) auf griechische Staatsschulden spricht Bände:

Die Versicherungsprämien für Protection Buyer von CDS auf griechische Staatsschulden mit 5-jähriger Laufzeit notierte gestern auf Allzeithoch mit 4.821.480 Basispunkten. Die Basispunkte entsprechen der Versicherungsprämie pro Jahr, um ein Volumen von 10 Millionen Dollar am OTC-Derivatemarkt zu versichern. Quelle Chart: Bloomberg.com

Die Prämie für einen 5-Jahres Credit Default Swaps auf griechische Staatsanleihen ist die höchste in der Welt und es ist festhaltenswert, sie ist 4-mal so hoch wie der vergleichbare portugiesische CDS mit gestern 1.215.675 Basispunkten!

 Die Entwicklung des FTSE ATHEX Banks seit Januar 2006 im Chart. Der Bankenindex, der die 9 größten griechischen Banken abbildet, sank gestern per Schlusskurs auf 505,4 Indexpunkte. Zum letzten Hoch am  06.11.2007  mit 7758,07 Indexpunkten betrug der Einbruch bereits satte -93,49%. Die gemeinsame Marktkapitalisierung der neun größten im FTSE ATHEX Banks notierten Banken betrug gestern nur noch schlappe 6,503 Mrd. Euro!

Die Entwicklung des griechischen Aktienleitindex seit Januar 1987 im Dailychart. Gestern sank der griechische Aktienleitindex ATHEX, der die 42 größten Unternehmen Griechenlands abbildet, um weitere -4,43%, auf 847,48 Indexpunkten und damit auf den tiefsten Stand seit dem 28.04.1995! Zum Hoch am 17.09.1999 mit 6’355,04 Indexpunkten ist der ATHEX um -86,66% eingebrochen.

Die Marktkapitalisierung aller im Leitindex gelisteten 42 Unternehmen ist auf nur noch 26,278 Mrd. Euro abgeschmolzen. Zum Hoch am 17.09.1999 betrug sie noch 197,105 Mrd. Euro.

Griechenland ist unter dem Euro unrettbar und ganz klar pleite, es gilt die Realität zu akzeptieren und endlich Ausstiegsszenarien zur Abwendung eines Maximalschadens von den Verantwortlichen zu erarbeiten, statt Griechenland mit einer weiteren Kontraktion der Wirtschaft durch neue unsägliche Austeritätsmaßnahmen zu “beglücken”! Nur Narren, glauben angesichts der Realität, dass der Status Quo zu halten wäre.

Eine umfangreiche Dokumentation auch der realwirtschaftlichen Kontraktion Griechenlands befindet sich hier: Griechenland-Artikel

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75 KommentareKommentieren

  • sunwalker - 13. September 2011

    Die Arbeitskollegin eines Freundes ist Griechin und sagt, dass der Austritt Greichenlands zu diesem oder nächsten Wochenende wohl schon seit einiger Zeit in Greichenland durchgesickert ist und man dort schon offen drüber spricht. Nur hier in Deutschland spielt man uns immer noch mediales Theater vor.
    Ich bin mal gespannt ob das jetzt tatsächlich so kommt.

  • sunwalker - 13. September 2011

    …soll natürlich Griechenland heißen…,

  • MagnaBavaria - 13. September 2011

    Wenn das stimmen sollte, stehen den Finanzmärkten turbulente Zeiten bevor…

  • Mönckeberg - 13. September 2011

    In der FAZ ( http://www.faz.net/artikel/C30638/griechenland-nach-euro-austritt-wuerden-lebensmittel-knapp-30685374.html ) sind einige kuriose Winkelzüge von “Bankanalysten” zu lesen, die angeblich GRs Aufgabe des Euro aus rechtssystematischen Gründen nur zusammen mit dem kompletten Aus- (und Wiedereintritt) aus der EU rechtskonform erscheinen lassen…

    Ein guter Witz, eigentlich. Denn Trichets (Rumpf)EZB oder die Regierungen scheren sich schon seit Ausbruch der Finanzkrise einen Dreck um Gesetze und machen gerade was sie wollen.

    Ich warte schon auf den Tag, wo sich Diebe und Mörder auf Trichet und Merkel berufen und fragen, warum sie für Verbrechen bestraft werden und die beiden nicht.

    Der FAZ Artikel sagt aber auch auch einiges, lesenswertes Wahres über die “Nebenfolgen” eines Euroaustritts GRs (massiver Abschreibungsbedarf der EZB, Versorgungsprobleme in GR, Gefahr des Zusammenbruchs der öffentlichen Ordnung, Anarchie).

    Und über allem droht die Gefahr der blitzartigen Ansteckung bis “hinauf” nach Frankreich oder auch die Nicht Euro EU-Länder…

  • windstill - 13. September 2011

    sunwalker – hartgeld spricht ebenfalls seit 2 Tagen davon, was immer man von der Seite halten mag. Die Möglichkeit für ein Umbruch ist mehr als deutlich an den Charts abzulesen. Die Folgen unabsehbar. Vermutlich, besser mit Sicherheit kommt ein Austritt über Nacht, über das Wochenende in enger Zusammenarbeit mit den Weltbörsen und den Banken, um eine Kettenreaktion zu vermeiden.

    TINA Merkel und all ihre Technokratenkollegen im eruopäischen Verbund werden in die Geschichte eingehen. Nicht zum besten wohlgemerkt.

    Eine Rückabwicklung im Zeitraffer von einer jahrezehntelangen Fehlentwicklug – politisch verantwortet – ist nicht mehr aufzuhalten.

  • MagnaBavaria - 13. September 2011

    Paul Krugman ist in einem Artikel ner NYT der Meinung, das ganze könnte uns schon in wenigen Tagen um die Ohren fliegen:

    http://www.nytimes.com/2011/09/12/opinion/an-impeccable-disaster.html?_r=2&scp=2&sq=krugman&st=cse

    Fiktion oder baldige Wirklichkeit?

  • windstill - 13. September 2011

    http://www.infokriegernews.de/wordpress/2011/09/13/paul-krugman-eurokollaps-in-wenigen-tagen-moglich/

    Tja der Krugman, mir immer noch ein Rätsel für was der den Nobelpreis überhaupt bekommen hat. Aber nicht vergessen, ER ist Teil des Systems. Darum auch der Preis.

    Nun, was soll uns seine Warnung nun vermitteln….

    Man lernt im Studium der politischen Geschichte: Hier wird nichts aus Zufall gesagt.

  • windstill - 13. September 2011

    da waren zwei gleich schnell, sorry.

  • Hotzenplotz - 13. September 2011

    Ein sehr guter Querschuss – vielen Dank & weiter so!
    Das dies nicht mehr lange „gut gehen“ kann, müsste eigentlich jedem klar denkenden Mitbürger bewusst sein. Die aktuellen Zinssätze der griechischen Staatsanleihen zeigen ganz klar, dass hier „das Ende der Fahnenstange“ erreicht ist. Pleite!
    Die Situation erinnert mich irgendwie an ´89. Die Fakten liegen glasklar auf der Hand und die „Führungsriege“ will es nicht wahrhaben, weil „nicht sein kann was nicht sein darf“. Dies wird jedoch eine „Explosion mit Ansage“ und deren Druckwelle (nicht die der Druckerpressen) wird vieles und viele hinwegfegen – dessen bin ich mir sicher. Wohl dem der einigermaßen vorbereitet ist.

  • Nepumuk - 13. September 2011

    Tagchen allerseits,

    ich denke das alle Beteiligten jetzt schon dem nächsten Wochenende entgegen zittern.

    Das System als solches ist bereits in einer Phase in der sich die zerstörerischen Kräfte gegenseitig immer weiter aufschaukeln.
    Hier möchte ich auf Eurolibor, ES+IT+GR Anleihe Renditen, EZB Deposits verweisen.

    Welche meiner Meinung nach das System auch alleine zum Einsturz bringen werden. Allerdings hängen noch einige Damoklesschwerter über dem System die jederzeit eine Initialzündung der Zerstörung auslösen können.

    Die Herabstufung der französischen Banken, und eine sehr schnelle Herabstufung Frankreichs wenn diese Banken verstaatlicht werden.
    Der Ausstieg Griechenlands trotz der verbreiteten Propaganda von Fr Merkel und Herrn Papandreu ( niemand hat vor aus dem Euro auszusteigen )
    Und noch einige andere.

    Es wird also ( meiner Meinung nach ) so oder so zuende gehen mit dieser übergestülpten Währung die die Völker Europas so entzweit und viele nun ins Elend stürzen wird oder schon hat.

    Ich möchte mich auf diesem Wege auch vielmanls bedanken für die vielen deutlichen Artikel die die vielen Stellen beleuchten die in dem System morsch und vermodert sind.

    Nepumuk

  • POPPER - 13. September 2011

    Wenn Sie so sicher sind, dass Rösler etwas geliefert hat, was Sinn macht, sollten Sie dann nicht die andere Seite der Medaille mit bedenken. Mal abgesehen davon, dass Rösler diese Äußerung nicht mit Sachverstand, sondern mit Blick auf die Berlinwahl gemacht hat. Was passiert denn, wenn sich Griechenland völlig zahlungsunfähig, also insolvent erklärt. Saldenmechanisch verlieren doch dann die Gläubiger ihre Forderungen. Und die sitzen auch in Deutschland oder besser in Europa, Asien und Amerika. Und wie soll das gehen, ein Land insolvent. Da ist doch keine Person, sondern eine Anzahl von Menschen. Diese haben, wenn man den Berechnungen glauben darf, riesige Vermögen. Zum Beispiel sollen in der Schweiz 600 Milliarden liegen. Also ist das griechische Volk, also Griechenland doch überhaupt nicht insolvent. Die wären doch bescheuert, wenn sie aus dem Euro austreten würden. Im Übrigen haben gerade Länder wie Deutschland durch ihr Herumgeeiere wesentlich zu dem beigetragen, was wir jetzt vorfinden. Die Troika hat Griechenland durch eine unsinnige Austeritätspolitik in diese Lage gebracht. Anstatt eine Euroanleihe aufzulegen, die Griechenland in die Lage versetzt hätte, seine Schulden und Zinsen zu bedienen, hat man Griechenland den Spekulanten überlassen. Das ist nicht das Ergebnis eines ökonomischen Naturgesetzes, sondern durch unsinniges Handeln auf seiten der “Starken”. Durch ihr Gerede vom Sparen und Haushalten. Einer Ideologie von Vorgestern. Der besonders die deutsche Politik anhängt, weil Erfahrungen aus der Vergangenheit diese angeblich bestätige. Tatsache ist, dass wir in einer anderen Zeit leben und andere Lösungen gefragt sind. Denn noch so viele Erfahrungen aus der Vergangenheit geben Aufschluss für die Zukunft. Ein System, das schuldenbasiert ist kann nicht durch Insovenzen und Sparprogramme gerettet werden. Insoweit hat Rösler nicht geliefert, sondern seine Inkompetenz in makroökonomischen Fragen bewiesen.

  • M.E. - 13. September 2011

    Die französischen Banken stehen einmal mehr im Zentrum der Turbulenzen:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,785945,00.html

    Sollte der französische Staat bei weiterer Zuspitzung der Bankenkrise gezwungen sein, die einheimischen Großbanken zu retten, würde das den französischen Staat in die Spitzengruppe bezüglich des staatlichen Verschuldungsgrades katapultieren.

  • MagnaBavaria - 13. September 2011

    Noch eine Meldung, D steht nahe der Rezession:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,785988,00.html

  • Lothar - 13. September 2011

    Wenn ich dann aber sowas lese, weiss ich auch nicht mehr weiter:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,785825,00.html

    Klar das Problem mit den Wohnungen ist das man sie nicht wirklich zu Geld machen kann und erst recht nicht in grossem Ausmass, im Endeffekt ein Papierwert.

    Aber ernsthaft ein 57 jähriger Frührenter mit 230 qm? Und eine Strassencafebetreiberin mit 6 Wohnungen über 500qm? Eine Familie die von 4000 Euro netto nicht auskommt? Das sind eigentlich genau die Leute die bluten müssen (von den 2000 Familien da ganz oben gar nicht zu reden, die sollten nicht bluten sondern den Kopf verlieren).

    Selbst wenn ich davon nichts hätte, denen gönne ich es nicht das die so weiterleben können, dann sollen die halt gezwungen werden das zu verkaufen und wenn es an eine griechische StudiWG ist nur nicht an ausländische Banken oder Griechen die bereits über Eigentum verfügen. Denn die Eigentumsverhältnisse in Griechenland sind völlig für den Arsch und so asozial deformiert das nur eine revolutionäre Umverteilung der Sachvermögen unter den Griechen eine Lösung darstellt.

    Aber das würde zehntausende von Toten kosten, noch ist nicht die Zeit dafür.

  • mitwisser - 13. September 2011

    Dem Rösler muss ich ausnahmsweise mal Recht geben. Immerhin traut sich mal einen ganz oben uns nicht mehr anzulügen. Den TINA Begriff muss ich mir übrigens merken.
    Was mich auch erschüttert, dass sowohl ROT als GRÜN noch in ihrem europäischen Wolkenkuckucksheim zuhause sind und überhaupt nicht verstehen wollen, dass die griechischen Institutionen völlig verrottet sind. Da wird nur noch auf Zeit gespielt und durch die Hintertür abgegriffen was geht.
    Die Griechen wären noch nicht mal dann zu einem ausgeglichenen Haushalt fähig, wenn die Schulden auf Null gesetzt würden. Das Spiel ginge sofort wieder von vorne los. In gewisser Weise ein “Failed State”, aber eben nicht wegen Drogen oder den sonst bekannten Gründen, sondern wegen den speziellen Gegebenheiten vor Ort. DAbei war ich lange JAhre gerne ein Europäer, fühle mich aber nun zunehmend und nachhaltig getäuscht.

  • macsoja - 13. September 2011

    Gerade weil medial Griechenland immer mehr in die Sünderecke geschubst und isoliert wird, glaube ich nicht, dass der Austritt (oder Rauswurf) von GR zum EUR-Kollaps führt.

    Der Deal wird evtl. so sein.
    - GR führt die Drachme wieder ein und bekommt dafür dann einen Teil der Schulden erlassen
    - Aber ich denke, dass vor einer EUR-Pleite noch der ESM kommt

    Aber die Dinge auf Hartgeld braucht man nicht glauben, er hat Hochkonjunktur, wenn die Unsicherheit hoch ist und die Leute wie wild auf seine Goldbanner klicken nur um seine kollportierten Maximalgrenzen für den privaten Haircut zu unterbieten und noch ein paar Tausender in Goldunzen zu tauschen. Wenn es nach ihm ginge, wäre der EUR schon 3-4 mal eingegangen – aber mehr als Panik schüren ist bei ihm und seinen dubiosen Quellen nicht drin.

  • MagnaBavaria - 13. September 2011

    Heute soll noch eine gemeinsame Erklärung von Sarkozy und Merkel anstehen:
    http://www.manager-magazin.de/finanzen/boerse/0,2828,785896,00.html

    Wir dürfen neugierig sein…

  • Appaloosa - 13. September 2011

    @Magna: Da wird ein neues Kaninchen aus dem Hut gezaubert?
    Die Börse freut sich schon darauf.

  • anon - 13. September 2011

    Und wenn Griechenland denn raus ist, wie geht es dann weiter? Das bedeutet doch nicht anderes als Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland, Abwanderung der jungen Leute etc..
    Glaubt den hier einer nachdem Griechenland raus ist, wird alles gut? Wenn die Märkte ein Land aus der Eurozone rausdrängen können, dann auch jedes andere Land. Jeder Spekulant der über CDS darauf wettet, verdient sich dumm und dämlich. Als nähstes dann Spanien, Portugal, Irland, Italien und die Abschlussparty mit Frankreich. Das war es dann, Eurozone und EU vorbei, übrig bleiben Bürgeraufstände in ganz Europa, da war London nichts im Vergleich.

  • mitwisser - 13. September 2011

    @anon…..wenn die griechen draussen sind, dann wirds den anderen zumindest ein gutes Anschaungsbeispiel sein, sich nachhaltig zusammen zu reissen und den eigenen Laden ernsthaft in Ordnung zu bringen. Wenn ich sehe wie uns die Griechen mit ihren völlig unfähigen und verkommenen Institutionen fortwährend zum Narren halten, dann werde ich immer zorniger, ich gebs zu.
    Kapitalverkehrskontrollen? Hahaha………das ist schon lange zu spät. Die haben doch alles bewegliche schon aus dem Land geschafft….und da gehört das Geld der wohlhabenden (Betrüger, Diebe, Schmiergeldempfänger etc) auch dazu.

  • Lothar - 13. September 2011

    @anon: Ja über Kapitalverkehrskontrollen und 60% Zoll wird öffentlich schon geredet, sogar in der konservativen FAZ, das ist klar das das kommt. Aber wo sollen die Griechen denn hin abwandern? Die haben dann kein Aufenthaltsrecht mehr in der Rest EU und in Türkei wollen die sicher nicht. Wird auch ein Problem mit den hier lebenden Griechen werden, da muss Mama Merkel gleich eine Ausnahme ins Ausländergesetz reinschreiben.

    Und ja, natürlich wissen alle das das aus für GR defacto das aus für die EU ist sonst hätten wir schon längst eine Lösung, das ist der einzige Hinderungsgrund so rumzueiern.

  • Bernd Klehn - 13. September 2011

    @ anon

    Was tun? Im August sind die Dämme gebrochen. Massive Kapitalflucht aus den Eurokrisenländern. Siehe Target2-Anstieg + Rettungsschirme + EZB-Anleihenkäufe. Im Augenblick wird mit Deutschem Geld weiter noch massiv dagegengehalten. Diese Mittel gehen zu Ende. Bei der Bundesbank haben sich fast alle Deutschen Nettoauslandsguthaben versammelt und sind via EZB aus der gemeinsamen Kasse, für die Krisenländer entnommen worden. Bei massiver Kapitalflucht keine Chance langfristig gegenzuhalten. Dass Endergebnis ist nur, dass die deutschen Nettoauslandsguthaben aufgebraucht sind und in zusätzliche deutsche Staatsschulden umgerubelt werden müssen. Zur vorübergehender Verschleierung der Tatsache wird dann ein Sondervermögen Fond europäische Einheit (in Anlehnung an das „Sondervermögen“ Fond deutscher Einheit) gegründet

  • Practik Lincks - 13. September 2011

    UNglaublich das sich die Griechen doch tatsächlich dazu erdreistet haben ihr eigenes korruptes System innerhalb der induzierten Scheinwirtschaft Europas zu etablieren.

    Werden die Griechen nach dem Austritt aus der Eurozone eigentlich wieder ein souveränder Staat oder bleiben sie weiterhin unter der Knute von IWF und co?

    Klar, das Land wird dann vollständig ausgebluetet sein aber solange die erwähnten Erzengel dort keinen Einfluss mehr haben handelt es sich imo bei dem neuen Griechenland um einen sicheren Hafen verglichen mit dem was die mit uns noch vorhaben.

  • Hermann Keske - 13. September 2011

    Geordnete Insolvenz? Noch gibt es kein Insolvenzrecht für Staaten, und bis sich allein die europäischen Staaten auf ein für alle akzeptables Insolvenzrecht geeinigt haben, werden meine Nachfahren vergessen haben, wo ich begraben worden bin. Das ist alles surreales Wortgedröhn. Rösler weiß ganz offensichtlich nicht, wovon er redet.

    Wollen wir die Insolvenz Griechenlands nach dem Muster der privaten Insolvenz durchspielen?

    Also, Griechenland stellt die Zahlungen ein, und von irgendwo kommt ein Insolvenzverwalter, der Griechenland wie ein Unternehmen weiterführt. Aus den laufenden Steuereinnahmen werden immer nur die unvermeidlichen Kosten für die Weiterführung des Betriebes bezahlt, ganz ohne Schuldzinsen und Schuldtilgung. Dazu beginnt der Verwalter mit der Einziehung und Verwertung des Vermögens. Das sind dann erst einmal die griechischen Schwarzgelder in der Schweiz, den anderen europäischen Steueroasen und vor allem auf Zypern. Selbst bei vorsichtiger Schätzung werden das ungefähr 100 Milliarden sein, round about.

    Dann muß der Verwalter die offenen Forderungen einziehen, ebenfalls vor allem im Steuerbereich. Die Zahlen kenne ich nicht, aber die griechischen Finanzbehörden sollten eine Vorstellung davon haben, welche Summe ihre Schäfchen schon lange schuldig geblieben sind. Soweit noch keine vollstreckbaren Titel vorliegen, wird der Verwalter Steuerbescheide gegebenenfalls auf Schätzungsgrundlage erlassen und die Vollstreckung gegen die Schuldner aufnehmen. Falls es das in Griechenland noch nicht gibt, sollte vorsätzliche Steuerhinterziehung als Straftatsbestand formuliert werden, damit säumige Schuldner mit einem gewissen Nachdruck zur Zahlung veranlaßt werden können.

    Parallel dazu kann der Verwalter schon einmal damit beginnen, die Staatskosten per Steuererhebung auf die Bürger das Landes umzulegen, nach der gerechten Methode der Besteuerung nach persönlicher Leistungsfähigkeit. Nehmen wir ruhig an, daß die Vermögensverteilung in Griechenland ähnlich aus dem Ruder gelaufen ist wie in Deutschland, dann gibt es einen überschaubaren Bestand an Superreichen (rund 20 Familien sollen es sein), die zuerst herangezogen werden können. Mit einem passenden Bescheid zur Vermögensabgabe ließe sich die griechische Insolvenz vermutlich schon erfolgreich beenden – der Insolvenzverwalter bezahlt die offenen Staatsschulden und hebt das Insolvenzverfahren auf.

    Das Problem besteht darin, daß die Nutznießer unserer Plutokratie genau diesen Ablauf eines geordneten Insolvenzverfahrens gut kennen und unter allen Umständen verhindern wollen – ich fürchte sogar, verhindern werden. Die angesammelten Privatvermögen sollen erhalten bleiben, die Schulden sollen die Nicht-Vermögensbesitzer abstottern.

    Eines wird nämlich regelmäßig übersehen: Eine GmbH wird nach abgewickelter Insolvenz gelöscht und hört auf zu existieren, wie wenn jemand erbenlos stirbt. Griechenland kann man nicht löschen, es wird weiterbestehen. Wie es erreicht werden soll, daß jemand, der eine Forderung gegen Griechenland hat, auf diese Forderung verzichtet, hat mir noch niemand erklärt. Wollen alle Staaten, deren Bürger oder Unternehmen Forderungen gegen Griechenland haben, die Forderungen durch Enteignung beseitigen?

    Viel Spaß damit. Es ist spannend. Die wahren Machtverhältnisse in den europäischen Staaten werden erkennbar – offenbar sind es nicht die gewählten Regierungen, die darüber bestimmen, was mit uns geschieht.

  • anon - 13. September 2011

    @mitwisser
    Zitat: “nachhaltig zusammen zu reissen und den eigenen Laden ernsthaft in Ordnung zu bringen”
    Das ist doch lächerlich, wenn die ganze Welt gegen einen wettet und dran verdient wenn man scheitert, dann wird doch jeder Stein ins Getriebe geworfen um jenes Scheitern damit den eigenen Gewinn sicherzustellen.

    Ich bin ja bei ihnen bzgl. der griechischen Verwaltung etc., aber die kann man eben auch nicht von heute auf morgen umstellen, wenn jeder Beamte nur noch seine eigene Zukunft retten will und jede Veränderung sabotiert. Da unterscheiden sich unsere Beamten doch nicht von den Griechischen.

    @Bernd Klehn
    Wie können den Mittel zu Ende gehen? Ich nehme an, sie meinen Geldmittel, aber wir leben doch nicht mehr im Goldstandard, wo neues Geld aus der Erde gegraben werden musste.
    Die EZB kann ohne Probleme die Altschulden am Sekundärmarkt zum Marktpreis mit frischem Zentralbankgeld aufkaufen und ihre Bilanz vergrößern.
    Die FED hat mit QE1+2 gezeigt, dass die von den Rechten viel beschworene Hyperinflation eben nicht Eintritt. Was auch logisch ist, schließlich hat man als Halter einer Staatsanleihe nicht plötzlich mehr Geld als ihren Marktwert in der Hand, wenn sie eine Zentralbank ankauft.

  • Bernd Klehn - 13. September 2011

    @ anon

    Ich sage es sehr hart. Sie haben Nichts verstanden. Leistungsbilanzdefizite müssen immer von ausländischen Kapitalgebern beglichen werden. Gelddrucken nützt ihnen hier gar nichts. UK und USA sind nur deswegen in keiner Zahlungsbilanzkrise, weil ihnen die Ausländer weiterhin das Geld förmlich aufdrängen. Bei Kapitalflucht wären diese Länder, wie alle anderen auch, erledigt. Es gibt keine Geldpolitik mit der man sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zeihen kann. Diese Annahme kann nur auf einem Missverständnis des Monetarismus beruhen.

  • Zopolan - 13. September 2011

    @Lothar:
    “Aber wo sollen die Griechen denn hin abwandern? Die haben dann kein Aufenthaltsrecht mehr in der Rest EU und in Türkei wollen die sicher nicht. Wird auch ein Problem mit den hier lebenden Griechen werden, da muss Mama Merkel gleich eine Ausnahme ins Ausländergesetz reinschreiben.”

    Da bin ich jetzt aber mal auf den Zusammenhang zwischen Euro-Ausstieg und EU-Mitgliedsschafts-Ausstieg gespannt.

  • hunsrückbäuerlein - 13. September 2011

    erschreckend, wie viele sich inzwischen auch hier gegen GR, den Euro und Europa stellen! GR ist nicht Europa, der Euro ist nicht Europa, Europa ist mehr als die Summe aller Staaten * Euro, Europa ist ein Modell, das viel Geld, Schweiß, Tränen, Fleiß und Engagement gekostet hat, dafür gab es 60 Jahre soziale Entspannung, Frieden, Freiheit, Freunde. Ihr verkennt, dass die Finanzwirtschaft samt ihrer Hintermänner hier etwas Bedeutendes kaputt zu machen trachtet und GR ist erst das Loch in der Mauer, durch das dann die Bomben geworfen werden. Ich will Europa, ich will Europa zu Bedingungen, die den Menschen in Europa dienen, nicht nur einigen Klüngeln. Es wird Zeit, dass wir uns solidarisch mit GR zeigen und unseren Politikern zeigen, wo es lang gehen soll – ohne uns von der Finanzmafia und ihren Hintermännern ständig das Schild EXIT / Emergency Exit zeigen zu lassen. Wir müsen schon selbe erkennen, was uns wichtig ist und was wir wollen und uns dafür erheben. Andernfalls macht uns die Finanzmafia tot!

  • der-oekonomiker - 13. September 2011

    Ich finde diese Seite hier wirklich sehr interessant, verglichen mit so vielen anderen, die ich regelmäßig besuche. Nur bin ich nicht immer mit den Schlüssen einig, die der Autor aus seinen Zahlen zieht. Klar gehe ich auch davon aus, dass GR bankrott “gegangen” wird. Geht es gut mit der anschliessenden Abwicklung, dann wird das Land die Blaupause für alle folgenden Kandidaten. Klappt es nicht, dann ist das Land klein genug, um die folgende Verschärfung der Euro-Krise noch beherrschen zu können. Daran ändern auch die vielen tollen Erklärungen nichts, warum GR nicht zu retten ist usw. Alles auch nur graue Theorie. Da halte ich es lieber mit einem Zitat von Hjalmar Schacht: „Man muss sich von dem Gedanken frei machen, dass unsere wirtschaftlichen Probleme mit Theorien, Regeln und Formeln angefasst werden können.“ Ich bin und bleibe Euro-Befürworter und halte nach wie vor die Rettung GR für die bessere Antwort auf die USD-interessierten Angriffe gegen den Euro. Ich bin nun einmal nicht davon abzubringen, dass wir hier einen astreinen Währungskrieg USD vs Euro erleben. Da ist es ein MUSS, das schwächste Glied in der Kette gegen diese Angriffe zu schützen. Nur so kann das Ganze dauerhaft überleben, wieder Weltreservewährung werden und nach dem Großen Knall als Wirtschaftsraum besser dastehen als im Fall von Nord-Süd-Euro, Austritt, Nationalwährungen. Stürzt Euch jetzt nicht auf mich, es ist ja nur meine unmaßgebliche Meinung, die ich aber für Interessierte in meinem Blog – neben anderen Dingen – begründe. Möchte nur Gedanken anstossen. Und sogar werbefrei.

  • Bernd Klehn - 13. September 2011

    @ der-oekonomiker

    “„Man muss sich von dem Gedanken frei machen, dass unsere wirtschaftlichen Probleme mit Theorien, Regeln und Formeln angefasst werden können.”

    aber man kann sich bei Nettoauslandsguthaben und Leistungsbilanzüberschüssen dagegen wehren, dass man unter die Räder kommt. Und hier sieht es für die Eurozone bei insgesamt 13% Nettoauslandsschulden und insbesondere bei den Krisenländern mit enormen Nettoauslandsschulden, riesigen Leistungsbilanzdefiziten und Kapitalflucht besonders schlecht aus. Selbstverständlich wollen UK und USA das Privileg erhalten via Finanzkasino teilweise ihren Lebensstandard finanziert zu bekommen. Wir sollten uns hier keine Illusion machen dieses auch tun zu können und es auch nicht wollen. Nochmals das beste Mittel gegen das Finanzkasino sind Nettoauslandsguthaben und Leistungsbilanzüberschüsse.

  • Bernd Klehn - 13. September 2011

    @ der-oekonomiker

    “Man muss sich von dem Gedanken frei machen, dass unsere wirtschaftlichen Probleme mit Theorien, Regeln und Formeln angefasst werden können.”

    aber man kann sich bei Nettoauslandsguthaben und Leistungsbilanzüberschüssen dagegen wehren, dass man unter die Räder kommt. Und hier sieht es für die Eurozone bei insgesamt 13% Nettoauslandsschulden und insbesondere bei den Krisenländern mit enormen Nettoauslandsschulden, riesigen Leistungsbilanzdefiziten und Kapitalflucht besonders schlecht aus. Selbstverständlich wollen UK und USA das Privileg erhalten via Finanzkasino teilweise ihren Lebensstandard finanziert zu bekommen. Wir sollten uns hier keine Illusion machen dieses auch tun zu können und es auch nicht wollen. Nochmals das beste Mittel gegen das Finanzkasino sind Nettoauslandsguthaben und Leistungsbilanzüberschüsse.

  • M.E. - 13. September 2011

    Hallo Hunsrückbäuerlein, Oekonomiker,
    voll gegen den Mainstream gebürstet. Bin prinzipiell einer Meinung mit Euch. Auch mir ist die europäische Integration wichtig. Und der Euro könnte eine sinnvolle Sache sein als Gegengewicht zur Dollar-Hegemonie und als europäisches Identifikationsprojekt.
    Nur sehe ich – völlig unabhängig von der Verfahrensweise mit Griechenland – leider keine Erfolgsaussicht für das Euro-Projekt. Weil auch dieses lobenswerte multinationale Projekt auf der Logik der heutigen Finanzmärkte aufgebaut ist. Einer Logik, die keine Zukunft hat. Einer Logik, die auf Wachstumszwang und einer ölbasierten Wertschöpfungsblase beruht.
    Ich hoffe nur, die Völker Europas werden das mittelfristige Scheitern des Euro nicht zum Anlass nehemen, in alte Verhaltensmuster zurückzufallen, die ja glücklicherweise seit über 60 Jahren überwunden sind.

  • mitwisser - 13. September 2011

    @oekoniker……das heisst wir lassen uns bis auf weiteres von den griechen für dumm verkaufen und von jeder milliarde da runter versickert ein erheblicher teil auf die bekannte weise oder wird durch die hintertür im ausland gebunkert?
    den anderen angezählten pigs dürfte das bestimmt nicht entgehen…..

    GR ist derart verlottert, die kämen noch nicht mal ohne Defizit aus, wenn die Schulden auf 0% BIP gesetzt würden. Der Karren steckt dafür schon viel zu fest im Dreck….und keiner, absolut keiner dort scheint einsehen zu wollen, dass die Party vorbei ist und eine Bescheidenheit angesagt ist, die der Leistungsfähigkeit der eigenen Volkswirtschaft entspricht. Und die liegt nun mal auf dem Niveau von den balkansichen Nachbarn, ganz nüchtern betrachtet.

  • bauagent - 13. September 2011

    @ anon

    Natürlich muss heute kein Geld mehr in Form von ausgegrabenem Gold erschaffen werden, um es verwenden zu können.

    Mit der Feststellung, dass die EZB folgenlos mit diesem Geld am Sekundärmarkt alle Altschulden aufkaufen kann, liegst Du de facto allerdings richtig daneben.

    Ich würde mir schnell Gedanken darüber machen, warum einige Entscheidungsträger gegen jede weitere Bilanzverlängerung der EZB sind, bevor Deine zukünftige Rente futsch ist.

    Dass das auf die Zukubnft projiziert kaum Auswirkung auf die Inflationsrate hat ist klar, weil das Geld ja vorlä#ufig keine Realwirtschaftr sieht.
    Allerdings ist hier eine Betrachtung auf dem Zeitstrahl erforderlich.

    Die am Sekundärmarkt aufgenommenen Titel sind bereits einmal verfrühstückt worden und Insofern hat diese Geldmenge zur Anheizung der Inflation in vorherigen Zeiträumen geführt, denn hiervon ist beispielsweise der überbezahlte griechische Beamte in ´s Geschäft gelaufen und hat Nachfrage erzeugt.

    Dies nachträglich zu legalisieren, in dem man diese Schulden vergesellschaftet und die EZB Bilanz zu Lasten aller verlängert, hat mit Solidarität nun wirklich nichts mehr zu tun.

    Immerhin haben wir bereits rund 341 Mrd. bei der Bundesbank und 160 – 200 Mrd. bei der EZB, die im Prinzip zu etwa 40 % wertlos unterlegt sind. Dazu kommen individuelle Staatsgarantien HRE, Coba etc,
    die noch einmal 3stellig zur Abrechnung kommen werden.

    Zukünftige Generationen müssen die bereits “verfrühstückten” Werte erarbeiten, denn eine verlängerte Bilanz, egal ob BuBa, EZB oder Banken verkürzt sich nicht von selbst.

    Das gilt selbstverständlich auch für den unwahrscheinlichen Fall, dass sich die sogenannte Elite besinnt und zumindest das Banken-Modell dahingehend ändert, dass Gechäfts-/ und Investmentbereiche getrennt werden, um unter staatl. Transparenz zu agieren. Nun hat der Chef von Goldman Gesocks ja bereits signalisiert, dass so etwas nicht einmal andenkenswert wäre.

    So werden wir wohl ein Reset bekommen und all´diejenigen die nicht aufpassen ihr Erspartes und Rentenanwartschaften verlieren, damit wir die nächsten 50 Jahre verwirtschaften.

  • windstill - 13. September 2011

    @anon

    nichts wird hier gut – wirtschaftlich und gesellschaftlich – wa hier abläuft ist eine Rückabwicklung von Buchungen. Jedes erzeugte, geschöpfte Geld hat eine Buchung, jeder Kontrakt, jedes “Kaufgeschäft” ist ein quasi Kontrakt eines Nachschuldners auf den verschiedensten Zeitebenen. Milliarden von tagtäglich ausgeführten Buchungen und Kauf- / Verkaufsaktionen finden statt. Nun ist das weltweite aufschulden an seinem vermuteten Ende angelangt. Dies muss einfach verstanden werden, sonst kommt man nicht zu einer weiteren Erkenntnis. Es ist eine systemisch bedingte weltweite Überschuldungskrise was wir hier haben. Zigmal beschrieben. Ohne Schuld, kein Geld. Kein Markt in unserem Geldsystem.

    Parallel läuft der Währungskrieg. Dabei ist der US Dollar dem Euro insofern überlgen weil tatsächlich der Dollar das perverse Mehrvertrauen hat, da Weltleitwährung, Petrodollar UND schlußendlich wenn man den ganzen Mist mal runter bricht die stärkste WAFFENGEWALT. Denn diese – so schwer die Erkenntnis denn sein mag – definiert den Staat nunmal auch.

    Die Rückabwicklung der Schulden geht nun einher mit der Vernichtung von der Gegenseite der Bilanz, den Geldvermögen in diversen Bereichen. Zu Beginn langsam, dann exponentiell in einer Dominokette immer schneller. Bis zum Game Over – dem ungeliebten Wort – des ganzen Finanzsystems. Niemand weiss wo, welche Schuld und Verfelchtung liegt.DAS ist ein Kernproblem. So, wo findet der Default Griechenlands statt? Wird alles aufgefangen von der Eurozone. Das wäre machbar. Aber was kommt danach… DAS ist die entscheidende Frage. Schlußendlich ist es aber nicht relevant. Das System WIRD freiwillig oder gewaltsam in eine komplette Neuordnung gezwungen und alle werden vermutlich viel bis alles verlieren und maches gewinnen (nicht mehr im materiellen Sinne).

    Rückabgewickelt wird so oder so und das in wenigen Jahren seit 2008. Nun beschleunigt. Monate, Wochen, egal, wer weiss das schon. Vorbereitung ist alles, vor allem mental. Meine Meinung.

  • anon - 13. September 2011

    @Bernd Klehn
    Ich hab das schon verstanden. Vielleicht vergessen sie, dass die Kapitalflucht von Griechenland nach Deutschland in der gleichen Währung stattfindet? Da muss die EZB für Liquidität sorgen, für die Banken hat sie’s doch auch (siehe ABS Papiere).
    Zum verstehen:
    The European Central Bank as a lender of last resort
    http://www.voxeu.org/index.php?q=node/6884

  • hunsrückbäuerlein - 13. September 2011

    Abschreibungen bzw. Wertbereichtigungen auf verluste bedeuten in der konsequenz geringere Vermögen, womit folglich bewiesen wäre, das sozaile Sicherungssystem auf Kapitalmarktbasis niemals Sicherungen und schon garnicht sozial sein können. Unser aller kapitalbildende LV sind ergo futsch, nicht jedoch umlage finanzierte systeme wie rente oder kv, pv!

    @ m. e. in der tat basiert auch der € auf dem wirtschaftstheoretischen postulat und system und genau das macht ihn gegenüber dem $ so stark und wirksam, dass das System UK und USA dermaßen dagegen feuert. der € bietet aber noch mehr, mehr als der $, eben weil er nicht nur auf dem o. g. ansatz funktioniert. er bietet auch die möglichkeit solidarität einzubringen, einzufordern, ähnlich soziale verhaltensmuster zu generieren wie die umlagefinanzierten systeme und genau darum ist er für die USA mit ihrem $ so gefährlich, dass sie gegen ihn krieg führen. wir stehen an der weggabelung, den € zu einem Mini-Pendant des $ zu machen oder ihm unsere europäische Geschichte der Solidarität der letzten 60 Jahre mit zu geben. Die Amis fürchten nichts mehr als letzteres, denn dann ist der € erwachsen gewordenund der $ verneigt sich vor seiner Bedeutung, nicht mehr und nicht weniger. wir haben es in der hand, weiterhin vasallen des $ zu bleiben oder unsere uneingeschränkte Solidarität mit Europa zu bekunden. Ich bin für Letzteres!

  • Lothar - 13. September 2011

    @Zopolan:
    Das sind ja die Tricks des Gesetzes. GR kann nicht aus dem Euro raus, es kann aber aus EU raus und verliegt damit natürlich auch die Währrungsunion Mitgliedschaft, das geht innerhalb von 6 Monaten Kündigungsfrist (war jedenfalls so 2003 stand der Dinge).

    Das haben unsere Politiker halt auch völlig verbockt als sich diese Säcke so siegessicher waren und jede Art von scheitern nicht festhalten wollten.

    Was meinst du warum so komische Ideen kommen das alle die EU verlassen und dann eine Neu-EU Gründen weil es keine Möglichkeit für einen GR Ausschluss gibt.

  • Russe - 13. September 2011

    UND schlußendlich wenn man den ganzen Mist mal runter bricht die stärkste WAFFENGEWALT.
    __

    Das Einzige was wirklich zählt.

  • dicke Bertha - 13. September 2011

    Tut mir leid.

    Aber einfache Mathematik sagt mir , dass Griechenland bei REALZINSEN von 1%, die die EZB festsetzen kann. SIe ist dazu in der Lage.

    3 Milliarden Euro zusätzlich an Steuereinnahmen generieren muß um den Schuldendienst zu bedienen.

    Dies ist schon bei einem bescheidenen Wirtschaftswachstum möglich und innerhalb von 2 Jahren zu erzielen.

    Allerdings um langfristig zu einem Gleichgewicht zu kommen muß Deutschland mehr importieren und Griechenland weniger importieren und mehr seine Kapazitäten (Arbeitslosen) in Arbeit bringen.

    Es gibt also einen Ausweg der zudem nicht mehr kostet als das die EZB ihre Ideologie beerdigt.

  • Bernd Klehn - 13. September 2011

    @ bauagent

    “Zukünftige Generationen müssen die bereits “verfrühstückten” Werte erarbeiten”

    Wieder so ein Missverständnis. Man kann durch Schulden keine Werte verfrühstücken, nur Wirtschaftskrisen herbeiführen, weil die Schulden und Guthaben aus dem Gleichgewicht geraten sind. Aber es gilt immer: Guthaben+Schulden=0. Nur Ressourcen (Öl usw.) können verfrühstückt werden. Ansonsten kann exakt dass verkonsumiert werden, was im jeweiligen Augenblick hergestellt wird. Deswegen sind dauerhaft funktionierende Wirtschaftssysteme extrem wichtig.

  • Staatsanleihen Griechenland - 13. September 2011

    Netter Beitrag zum Thema Staatsanleihen Griechenland. Dieser Blog gefällt mir ausgesprochen gut. Bitte unbedingt weiterbloggen. Viele Grüße, Patricia!

  • bronko - 13. September 2011

    “Alle politische Macht rührt von einem Gewehrlauf” Mao

    Aber jetzt zum Thema:
    lässt man Griechenland fallen, zieht die Karawane weiter, davon muss ausgegangen werden
    lässt man Griechenland nicht fallen werden wir die strukturellen Verwerfungen (und damit die Banken) solange finanzieren, bis diese sich trotzdem auf den nächsten Kandidaten einschießen werden (und auch leichter können, denn schließlich zähren die Hilfen auch an der Substanz der noch “gesunden” Staaten) usw. usf. und am Ende werden die Staaten Europas ihren Wohlstand aufgezerrt haben und gegenseitige Ressentiments werden dadurch vermutlich wieder auf dem Niveau von vor 50 Jahren sein.
    Es wird sich ja nichts ändern von Deutscher seite, den unsere TINAs behaupten ja nach wie vor steif und fest Deutschland profitiere ausschließlich vom Euro und ignorieren den Ursprung unserer stärkeren Wettbewerbsfähigkeit und der damit verbundenen Ungleichgewichte in der Leistungsbilanz. (Target2 und dt. Lohnentwicklung sprechen eine eigene Sprache)
    also: Euro komplett aufgeben, eine vernünftige europ. Regierung einrichten (also mit richtiger Demokratie) und dann nach ein zwei Dekaden, wenn sich die Wirtschafen und Gesellschaften einigermaßen angepasst haben nochmal versuchen.
    Was mich am meisten ärgert ist, dass ein solches, durchaus vernünftiges, Friedensprojekt derart stümperhaft aufgezogen wurde, das den Begründern der EU wohl nicht so viel am Frieden gelegen haben kann. Der Euro ist als eine Schönwetterwährung konzipiert nur stürmt es jetzt.

  • Bernd Klehn - 13. September 2011

    @ anon

    “Da muss die EZB für Liquidität sorgen, für die Banken hat sie’s doch auch ”

    Sie kann sowieso nur über die Banken für Liquidität sorgen.

    Ich wäre dafür, dass unbegründete Kapitalflucht (Spekulation) durch einen zu gründenden Euro-Währungsfond via Staatsanleihenaufkauf verhindert worden wäre. Nur dazu ist es jetzt zu spät. Ich bin allerdings sehr strikt dagegen, dass Leistungsbilanzdefizite (über die Verhältnisse leben) via EZB und Griff in die deutsche Kasse zu 1bis 1,5% automatisch finanziert werden, bis die Nettoauslandsschulden und Leistungsbilanzdefizite so groß sind, dass die zwangsläufig vom deutschen Steuerzahler übernommen werden müssen. Ein lender of last resort ist nur bei plötzlicher unbegründeter Kapitalflucht nützlich und notwendig nicht aber zur Insolvenzverschleppung.

  • der-oekonomiker - 13. September 2011

    @mitwisser:

    Das ist aber wirklich ein Beitrag auf BILDungsniveau! Es ist längst hinreichend bekannt, dass diese Argumente nichts als Polemik sind und jeder Faktenlage widersprechen. So etwas lese ich nur bei Handelsblatt, WiWo und mmnews, aber jetzt auch hier? Schade.

  • Bernd Klehn - 13. September 2011

    @ dicke Bertha

    Sie haben recht der Fall Griechenland wäre bei den augenblicklich niedrigen Zinsen für ausfallgesicherte Staatsanleihen nicht hoffungslos, wenn die Kapitalflucht nicht wäre. Aber ein klarer Deal hätte hergemusst. Griechenland dürfte nicht mehr verbrauchen, als es selber herstellt und zwar ab sofort. Hierzu müsste der Import brutal zurückgefahren. Hierfür würden Griechenland im Gegensatz zur sonstigen Bestrebungen der OECD für 2-3Jahre Importzölle erlaubt. Im Gegenzug würde Griechenland gegen Kapitalflucht via einen zu gründenden Eurowährungsfond mittels Staatsanleihenaufkauf gesichert. Würde Griechenland aber weiter über die Verhältnisse leben, würde dieser Schutz aufgegeben, es folgt Kapitalflucht und Insolzenz.

  • anon - 13. September 2011

    @bauagent
    Warum sollte man den heute an seine zukünftige Rente denken? Wenn man schon morgen seine Arbeit verlieren könnte, da man in einem exportorientierten Unternehmen arbeitet. Export der ohne EU/Eurozone zusammenbricht. Oder der Staat streicht beim nähsten Spardiktat einem die Stelle nur um Märkte zu ‘beruhigen’.

    “Dies nachträglich zu legalisieren, in dem man diese Schulden vergesellschaftet und die EZB Bilanz zu Lasten aller verlängert, hat mit Solidarität nun wirklich nichts mehr zu tun. [...]
    Zukünftige Generationen müssen die bereits “verfrühstückten” Werte erarbeiten, denn eine verlängerte Bilanz, egal ob BuBa, EZB oder Banken verkürzt sich nicht von selbst.” – zitat ende-

    Warum den nicht? So arbeitet man dann wenigstens für sich selbst. Die mit Steuern bezahlten Zinsausgaben des Staatshaushaltes fliesen an die Anleihen-Eigentümer.
    In dem Fall wäre das die EZB und deren Gewinne fließen über die Bundesbank wieder in den Staatshaushalt.
    Das ist für mich als Bürger doch günstiger, als wenn sich über ESFS/ESM wieder die Banken einmischen und ihren Schnitt machen wollen (vgl. Umwandlung der gr. Anleihen). Das ist doch der wahre Grund warum einige Entscheidungsträger dagegen sind.

    Und Streichung/Haircut der Schulden damit Vermögen lässt sich derzeit gegen die Macht der Vermögenshalter sowieso nicht durchsetzten, siehe Vermögenssteuer/Finanztransaktionssteuer.

  • Stefan L. Eichner - 13. September 2011

    @ Bernd Klehn

    ” … der Fall Griechenland wäre bei den augenblicklich niedrigen Zinsen für ausfallgesicherte Staatsanleihen nicht hoffungslos, wenn die Kapitalflucht nicht wäre. Aber ein klarer Deal hätte hergemusst. Griechenland dürfte nicht mehr verbrauchen, als es selber herstellt und zwar ab sofort. Hierzu müsste der Import brutal zurückgefahren. Hierfür würden Griechenland im Gegensatz zur sonstigen Bestrebungen der OECD für 2-3Jahre Importzölle erlaubt. Im Gegenzug würde Griechenland gegen Kapitalflucht via einen zu gründenden Eurowährungsfond mittels Staatsanleihenaufkauf gesichert. Würde Griechenland aber weiter über die Verhältnisse leben, würde dieser Schutz aufgegeben, es folgt Kapitalflucht und Insolzenz.”

    Ich halte das für einen ausgezeichneten Vorschlag.

    Das Problem der EU ist, dass sie von Beginn an die Griechenlandkrise unterschätzt, immer nur Notlösungen fabriziert und sich zu keinem Zeitpunkt von den Finanzmärkten hat emanzipieren können, die primär in USA und GB zu verorten sind. Mehr noch hat die europ. Politik immer an erster Stelle an das Wohl der eigenen Banken gedacht, damit diese mit ihren Pendants in den USA und GB mithalten können. Man kann eben die Finanzindustrie nicht gewähren lassen und zugleich zügeln.

    @ alle

    Keine der bisherigen Maßnahmen in der EU-Schuldenkrise hat “die Finanzmärkte” befriedigen können und es wurde ja viel unternommen, wenn man einmal die USA als Vergleichsmaßstab heranzieht. Der Punkt ist, dass das nicht gewollt ist – so viel kann man doch aus den Erfahrungen der letzten 20 Monate ableiten. Insofern ist auch nicht zu erwarten, dass an den Finanzmärkten bezüglich der EU-Schuldenkrise Ruhe einkehren wird, ob wir nun Euro-Bonds bekommen oder Griechenland pleite gehen lassen.

    Die einzige Frage, die wirklich beantwortet werden muss, ist, ob wir den Euro wollen oder ob wir ihn uns kaputt machen lassen.

    Alles andere ist nachgelagert und, wie die dicke Berta gesagt (niedrige Zinsen) und etwa auch Bernd Klehn oder Hermann Keske mit ihren Vorschlägen angedeutet haben, nicht als unlösbare Aufgabe anzusehen.

    Es gibt einen auffälligen Unterschied zwischen den Amerikanern und uns. Wenn die Amerikaner unter Druck sind, halten sie zusammen und schießen gegen alle anderen. Wir lassen uns von außen unter Druck setzen und in Schwierigkeiten bringen und zerfleischen uns bei dem Versuch, den wahren Schuldigen in unseren eigenen Reihen auszumachen.

    So, genug gesagt.

    Viele Grüße
    SLE

  • Bernd Klehn - 13. September 2011

    @ anon

    “In dem Fall wäre das die EZB und deren Gewinne fließen über die Bundesbank wieder in den Staatshaushalt.”

    Natürlich kann man das Geldsystem anders konstruieren, nur dieses hat mit dem Griechenlandproblem absolut nichts zu tun und Liquidtät via Staatshaushalt oder Verlosung an Bürger anstatt über die Geschäftsbanken in den Markt geben. Auch in diesem System stände Griechenland 2% und Deutschland 27% zu. Abweichungen hiervon würden genauso in Target2 landen und Leistungsbilanzen finanzieren, was absolut nicht die Aufgabe des Eurosystems ist, sondern ein Fehlkonstrukt und ein frecher Griff in die Gemeinschaftskasse.

  • stulle - 13. September 2011

    Anderes Sachgebiet aber auch enorme Zuspitzung und Blick auf das, was irgendwann “hinten rauskommt”:

    Armutsrate in den USA steigt auf höchsten Wert seit 1993

    Median Male Worker Makes Less Now Than 43 Years Ago (ein Bild)

    Median Male Worker Makes Less Now Than 43 Years Ago

    Die chinesieschen ArbeitnehmerInnen sind im Hinblick auf die Kennziffer Lohnstückkosten eben wettbewerbsfähiger. Dazu billiger Kraftstoff für Kähne. Aber auch hier – Obacht. Die Gesetze der Ökonomie.

    Record Number Americans, Or 46.3 Million, Lived In Poverty Last Year; 49.9 Million Without Health Insurance

    Wir sind jung und machen uns Sorgen …

    “[...] Und wenn jemand kommt
    und unsere Situation verschlechtert
    dann finden wir das nicht gut
    und machen uns dann wieder
    Sorgen über unsere Chancen
    auf dem Arbeitsmarkt
    das ist alles so ungerecht
    denn wir haben immer
    unsere Hausaufgaben gemacht
    und alle Vorraussetzungen erfüllt
    uns sogar spezialisiert
    das finden wir nicht gut
    denn es ist wichtig sich auch mal
    was leisten zu können [...].

  • Hermann Keske - 13. September 2011

    Zwei Probleme sind zu lösen, denke ich. Das eine ist das aktuelle Schuldenproblem des griechischen Staates, für das schon verschiedene Lösungsvorschläge gibt. Hinter all diesen Vorschlägen sollte auch das Ziel stehen, die Staaten von den Finanzmärkten so weit wie möglich unabhängig zu machen – ohne eine wirkliche Deckung der Staatsausgaben durch Steuererhebung wird es langfristig nicht gehen.

    Das zweite Problem wird immer damit beschrieben, daß Griechenland “wettbewerbsfähig” gemacht werden müsse. Es darf nicht wieder zu einem Schuldnerland werden mit großen Defiziten in Leistungs- und Handelsbilanz.

    Wie das gehen soll, ist mir nicht ersichtlich. Da es nicht der Staat ist, der Waren im- oder exportiert, müssten die griechischen Privatpersonen gehindert werden, mehr Waren im Ausland einzukaufen als die eigenen Unternehmen ins Ausland verkaufen. Rein tatsächlich bliebe also, wollte man die Griechen hierzu anhalten, nur eine wirksame Importbeschränkung, am besten durch direkte Verbote, ansonsten auf dem Weg über prohibitive Importzölle.

    Geht das? Innerhalb Europas in der Hauptsache?

    Das ist für mich schwer vorstellbar. Wir sollten dann auf jeden Fall die Freizügigkeit der Bürger in Europa wieder einschränken. Griechenland würde sonst vielleicht entvölkert und als europäische Idylle der Schafhirten und Olivenbauern zurückbleiben.

  • anon - 13. September 2011

    @Bernd Klehn

    “Sie kann sowieso nur über die Banken für Liquidität sorgen.”
    Eben nicht, wenn die EZB am Sekundärmarkt als Käufer aktiv ist, brauch sie doch keine Banken die Refinanzierungsgeschäfte eingehen müssen.

    “Ich bin allerdings sehr strikt dagegen, dass Leistungsbilanzdefizite (über die Verhältnisse leben) via EZB und Griff in die deutsche Kasse zu 1bis 1,5% automatisch finanziert werden, bis die Nettoauslandsschulden und Leistungsbilanzdefizite so groß sind, dass die zwangsläufig vom deutschen Steuerzahler übernommen werden müssen.”
    Die einen können halt nur über ihren Verhältnissen leben, wenn die anderen unter ihren leben, dass darf man nicht vergessen. Da gehört die Reallohnsenkung der letzten 10 Jahre in Deutschland dazu.

    Ansonsten offenbaren diese Leistungsbilanzen innerhalb der Eurozone, doch nur ihre fundamentale Fehlkonstruktion. Würde alle Eurozonen-Mitglieder das gleiche Steuer-/Sozialsystem haben und gemeinschaftlich Anleihen herausgeben, wären diese Bilanzen irrelevant. Schließlich spielen die innerdeutschen Leistungsbilanzen auch keine Rolle bei der Bewertung deutscher Staatsanleihen.

    “Ein lender of last resort ist nur bei plötzlicher unbegründeter Kapitalflucht nützlich und notwendig nicht aber zur Insolvenzverschleppung.”
    Nach einer Unternehmensinsolvenz ist die Existenz des Unternehmens faktisch beendet. Nach einer Staatsinsolvenz existiert Griechenland und die Griechen weiter, dann aber unter europäischer Verwaltung, als neue Kolonie? Sonst ist eine Verwertung der Insolvenzmasse doch unmöglich.
    Da bin ich von der Umsetzbarkeit nicht überzeugt, eher würde es doch zu einem Aufstand/Bürgerkrieg in Griechenland kommen, von völkerrechtlichen Bedenken mal abgesehen.

  • mitwisser - 13. September 2011

    @oeknomiker…OK, ich bin kein volkswirt, politologe oder ähnliches sondern nur maschinenbauingenieur und arbeite seite 20 jahren im exportgeschäft für investitionsgüter, häufig auch in südeuropa und ich spreche teils auch deren sprache. BILDniveau kann ich mir kaum aneignen da ich dieses Blatt nicht lese. Aber hier wird wohl Polemik mit Realitätssinn verwechselt. Bei dem was die Griechen hier uns allen eingebrockt haben, dürfen deshalb auch mal deutliche Worte gefunden werden. Mit europäischem Idealismus kommen wir leider nicht mehr weiter. Ich hätts mir auch anders gewünscht, ganz bestimmt. Und wenn ich drüber nachdenke wie unsere Politikerkaste mit all ihren akademischen Assistentenstäben, egal ob in Brüssel oder Berlin, fleissig weg geschaut haben, was da in Bezug auf Schulden, Defizite, strukturelle Verwerfungen etc. entstanden ist, dann ist das echt erschütternd. Mittlerweile schient sich ja in weiten Kreisen zunehmend Rat- und Hilflosigkeit breit zu machen. Zufällig ist es nun das eher kleine Griechenland, das hier im Brennpunkt steht. Diese haarsträubenden Auswüchse dort bieten eben auch beste Vorlagen um sich so richtig zu ärgern.

  • charles - 13. September 2011

    @sle
    sehe ich auch so, wäre an der Zeit anstatt die Fahnen auf Halbmast zu setzen die EU-Flagge zu hissen und zusammenzurücken. Und die GR zu unterstützen. Sie sind ein Teil von UNS. Aber das UNS ist leider noch nicht in unseren Köpfen.

    • Querschuss - 13. September 2011

      Hallo Charles,
      prinzipiell Deiner Meinung, nur vielleicht hilft man den Griechen mehr, wenn sie ihre Wettbewerbsfähigkeit über eine Abwertung der Währung herstellen, als über die brachiale Drückung der Realeinkommen. Vielleicht muss das griechische Volk selbst, eine richtige Demokratie erkämpfen, statt sich von parasitären Familienclans unter dem Deckmantel sozialdemokratisch drangsalieren und sich von unsäglichen Austeritätsmaßnahmen der Troika, exekutiert von der PASOK , dem verlängerte Arm der heimischen Oligarchie, in die Depression sparen zulassen?

      Gruß Steffen

  • Bernd Klehn - 13. September 2011

    @ anon

    “Die einen können halt nur über ihren Verhältnissen leben, wenn die anderen unter ihren leben, dass darf man nicht vergessen.”

    Den Deutschenleistungsbilanzüberschuss direkt in einer globalen Welt bilateral an das griechische Defizit an zu koppeln ist mehr als verwegen. Aber dieses wollten sie sicherlich auch nicht. Aus der Sicht Griechenlands im globalen Wettbewerb ist die eigene Wettbewerbsfähigkeit sehr!! unabhängig von der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Beweis, die Ausweitung des griechischen Leistungsbilanzdefizits auf sage und schreibe 14% hat in einer Zeit stattgefunden als Deutschland im Nachklang zur Wiedervereinigung auch noch, wenn auch kleines, Defizit hatte. Was es allerdings, und hier liegt der Unterschied, im Ausland extrem teuer finanzieren musste.

  • Bernd Klehn - 13. September 2011

    @annon

    Staatspleiten: Die Tigerstaaten, Argentinien und Russland wurden bei viel weniger Nettoauslandsschulden und Leistungsbilanzdefizite durch Kapitalflucht in die Pleite getrieben. Die Lehre die sie daraus gezogen haben innerhalb kürzester Zeit brutale Umkehr der Leistungsbilanzen und Rückkehr in den Weltmarkt und nie wieder Nettoauslandsschulden und Leistungsbilanzdefizite, damit ihnen das von USA und UK beherrschte Finanzkasino nicht erneut ans Bein pinkeln konnte. China hat daraus gleich gelernt, Deutschland und Japan sowieso.

  • Lothar - 13. September 2011

    @SLE “Es gibt einen auffälligen Unterschied zwischen den Amerikanern und uns. Wenn die Amerikaner unter Druck sind, halten sie zusammen”, das ist der Schenkelklopfer für mich, und nicht erst in Zeiten von Tea Party, das galt nämlich immer nur gegen äussere Feinde, innerlich waren die schon immer zerrissen und standen nach der Ermordung von Martin Luther King schon einmal kurz vor einem Bürgerkrieg.

    @Bernd: Seit wann ist Argentinien denn bitte wieder im Weltmarkt? Die vertickern ihre Rohstoffe jetzt nach China wie jeder afrikanische Diktator. Aber wenn immer auch nur ein Flieger ihrer nationalen Fluggesellschaft ausserhalb landet ist er weg, wie der des thailändischen Kronprinzen in München. Den einseitig erklärten Default und Haircut auf 20% hat man ihnen in den 9 Jahren noch nicht verziehen.

  • Ashitaka - 13. September 2011

    @Windstill:

    Mentale Vorbereitung ist gut!?

    Das was jetzt kommt ist kein Zufall. Griechenland ist made. Da wird kein totaler Zusammenbruch folgen, ebenso wie es keine politische Wende in und ausserhalb Griechenlands geben wird. Den Drachme einführen?! Das ist so abartig böse, dass es selbst den elitären Kreisen der EU-Fraktionen nicht gefallen würde.

    Hier wird uns vorgeführt, wie der Imperialismus etabliert wird. Planwirtschaft und Verlust des privaten Eigentums. Die EU hat noch lange nicht fertig und das GAME OVER wird sich noch einige Jahre/Jahrezehnte verschieben. Was medial und über Investmentkreise gezüchtet wird, dass hat real gar nichts mit der tatsächlichen Stärke der Krisenstaaten zu tun. Schäuble kann sich doch vor lachen kaum halten: ES BESTEHEN VERTRÄGE DIE NUN UMGESETZT WERDEN!

    Ich vermute, dass der Staat endlich erwacht ist! Es ist nicht die Rückdrängung seiner Herrschaft, sondern eine perfekte Ausgangssituation um große Veränderungen des größten Nachschuldners aller Zeiten vorzunehmen. Der Bankensektor wird da seit 2007 systematisch drauf vorbereitet.

    Die liebe Bankmaus meint: Die Banken sind überflüssig! Schaut man sich mal das Spiel der EZB und FED an, dann stimme ich dem bedenkenlos zu.

    Die Einverleibung hat begonnen!

    Grüße

    Ashitaka

  • Russe - 13. September 2011

    Bernd Klehn – 13. September 2011

    Staatspleiten: Die Tigerstaaten, Argentinien und Russland wurden bei viel weniger Nettoauslandsschulden und Leistungsbilanzdefizite durch Kapitalflucht in die Pleite getrieben
    _

    Russland? Vllt. doch die SU? Das waren noch die Zeiten wo Öl plötzlich 7$ gekostet hat. :-)

  • der-oekonomiker - 13. September 2011

    @mitwisser:

    Sorry, Ihre Wortwahl liess nur meinen Schluss zu. Lesen Sie HB, WiWo, usw., und Sie werden wissen, was ich meine. Volkswirt bin ich auch nicht, beobachte aber schon seit 1980 Wirtschaft und Politik. Entsprechend umfangreich ist mein Archiv, was hilft z. B. die deutschen “National-Ökonomen” (bitte den Zusatz beachten) als blanke Theoretiker zu entlarven, die verhungern würden, sollten sie diese Theorie in der Praxis anwenden. Es ist aber genau Idealismus den wir brauchen, um am derzeitigen Punkt wenigstens einen Schritt weiter zu kommen. Rückabwicklung oder ähnliche Dinge werden nicht wie vielfach vorhergesagt funktionieren. Das haben schon Churchill und Adenauer erkannt. „Wenn die anderen glauben, man ist am Ende, so muß man erst richtig anfangen.“ (Adenauer). Klingt profan, passt aber perfekt zur derzeitigen Situation. Was fehlt ist ein Führer/eine Führerin im besten Sinne des Wortes.

  • anon - 13. September 2011

    @Bernd Klehn

    Sie vergessen schon wieder die gemeinsame Währungszone, die Kapitalflucht in Griechenland ist doch keine Währungsflucht (siehe Target-Salden). Das ist doch der entscheidende Unterschied zu den Tigerstaaten, Argentinien, Russland.
    Deswegen ist deren Wettbewerbsfähigkeit auch von unserer abhängig, wir haben doch die gleiche Währung und gleiche Wechselkurse. Wir können unsere Überschüsse doch nur erwirtschaften, weil wir unter unseren Verhältnissen leben (Reallohnsenkung).
    Das Problem ist doch die schon beschriebene fundamentale Fehlkonstruktion der Eurozone.

  • Stefan L. Eichner - 13. September 2011

    Lieber Lothar,

    Sie müssen aber schon richtig lesen, bevor sie damit beginnen, sich auf die Schenkel zu klopfen, gelle!

    Gruß
    SLE

  • adipöse Angela - 13. September 2011

    Der Begriff “geordnete Insolvenz” ist fortgeschrittene Roßtäuscherei. In “This time it’s different” (Reinhart, Rogoff) wird sehr anschaulich gezeigt, dass es keiner Insolvenzordnung bedarf, wenn Staaten in die Pleite gehen. Sie tun es ohne selbige fortwährend und seit Jahrhunderten.

    Viel Glück

  • bauagent - 13. September 2011

    @ Bernd. .Klehn

    Sie vergessen schon wieder die gemeinsame Währungszone, die Kapitalflucht in Griechenland ist doch keine Währungsflucht (siehe Target-Salden). Das ist doch der entscheidende Unterschied zu den Tigerstaaten, Argentinien, Russland.
    Deswegen ist deren Wettbewerbsfähigkeit auch von unserer abhängig, wir haben doch die gleiche Währung und gleiche Wechselkurse. Wir können unsere Überschüsse doch nur erwirtschaften, weil wir unter unseren Verhältnissen leben (Reallohnsenkung).
    Das Problem ist doch die schon beschriebene fundamentale Fehlkonstruktion der Eurozone.

    Ganz meine Meinung. Genau dieser Zusammenhang verbietet es auch darüber nachzudenken, wie man möglicherweise dieses Krüppelkonstrukt über die Runden bringen könnte. Völlig unverständlich für mich, dass eine Kommentatoren wirklich glauben, dass es eine Rettung innerhalb dieser Konstruktion für Griechenland geben könnte.

    Zur Erinnerung:

    Soziologisch hat der Mensch eine Recichweite von etwa 120 km. Das ist der Radius mit dem er Begriffe wie Heimat, Zugehörigkeit und den Willen dabei zu sein verknüpft. Dabei ist es egal ob er
    Paul Krugman oder Franz Müller heißt.

    In der Praxis orientiert sich jeder an einer solchen unterbewusst angelegten Priorität. Das hat zur Folge, dass die Menschen mit der zwischenzeitlich vorhandenen Mobilität und Technik zweischneidig umgehen. Einerseits nutzen sie es um fremde Länder zu erkunden und per Knopfdruck in Johannesburg Aktien zu kaufen; andererseits leben sie real in ihrem direkten Umfeld mit ALLEN IDENTIFIKATIONEN:

    Folglich hätte man ( ohne damalige Erpressung ) seinerzeit kein Vereinigtes Europa mit einer Währung, sondern ein Europa der Völker mit einer bereits vorhandenen Verrechnungseinheit ( ECU ) weiter entwicklen sollen.

    Es hätte uns das erspart, was jetzt nach dem Überschreiten des Points of no return folgt:

    - Armut in den Südländern Europas
    - Hass auf die Nordeuropäer insbesondere Deutschland ( teilweise mit Recht, wenn man die Zusammenhänge kennt ).
    - und wenn´s ganz Dicke kommt, sehen wir Bürgerkriege.

    Diesem Krüppelkonstrukt auch nur ansatzweise mit dem Verweis auf Solidarität eine Chance zu geben ist für mich gleichbedeutend mit der Entrechtung und Knechtung der europäischen Völker.

  • H.K.Hammersen - 13. September 2011

    Das Schuldenproblem der Griechen könnte sehr einfach über die EZB gelöst werden. Sie müsste nur alle griechischen Staatsanleihen aufkaufen, sämtliche Zinsverpflichtungen erlassen. Im Gegenzug müsste Griechenland verpflichtet werden, einen bestimmten Prozentsatz seines BIP jedes Jahr zur Tilgung einsetzen. Die EZB hätte keine Abschreibungen vorzunehmen, müsste also auch nicht rekapitalisiert werden. Der Anteil des BIP, der von Griechenland zur Tilgung verwendet werden müsste, sollte so hoch angesetzt werden, dass es richtig weh tut, damit andere Staaten es sich nicht zu leicht machen, notfalls den selben Weg einzuschlagen.

    Allerdings wäre Griechenland damit noch nicht aus dem Schneider. Es müsste ja trotzdem massiv sparen, und keine neuen Defizite zu machen. Wir haben eben faktisch nur einen Binnenmarkt für Waren und Finanzen, aber keinen im Bereich des Arbeitsmarktes. In D findet seit Jahren eine Völkerwanderung in die wirtschaftlichen Zentren staat. Trotz Förderalismus und Länderfinanzausgleich. In Europa müssten die Arbeitnehmer aber ständig zwischen unterschiedlichen Sprach- Rechts- und Sozialsystemen wechseln. Und Arbeitsplätze dorthin zu bringen, wo zufälligerweise Arbeitsplätze fehlen, wäre nur möglich durch extreme Lohnunterschiede. In einem vereinigten Europa hätten wir keine unterschiedlich leistungsfähigen Staaten mehr, sondern Regionen. Und dann müsste irgendwann Bayern, Hessen und BW den Rest Europas subventionieren.

    Es ist eine Illusion, zu glauben, man könne Europa durch eine gemeinsame Währung vereinigen. Was man dadurch erreicht, ist nur eine noch größere Konzentration der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit auf wenige Regionen. Die Konzerne müssen nicht mehr in den einzelnen Nationalstaaten produzieren, um überall ihre Waren absetzen zu können. Das Währungsrisiko ist ja nicht mehr vorhanden. Das Gesamt-BIP der EU ist dadurch zwar größer, aber es konzentriert sich auf immer weniger Menschen. Wer das will, soll für den Euro sein. Er soll uns dann aber nicht erzählen, dass es deshalb allen oder zumindest den meisten Menschen in Europa besser geht.

  • Stefan L. Eichner - 13. September 2011

    @ bauagent

    ich sehe Ihren Standpunkt, aber wenn ich auf die Europäische Integration bis zu den Anfängen in den 50er Jahren zurückblicke, dann komme ich zu dem Ergebnis, dass es eine einzige lange Kette von Krüppelkonstrukten war.

    Das ist ein völlig windschiefes, irgendwie nach und nach zusammengeschustertes und unter dem Aspekt der Statik eigentlich unmögliches Haus. Es ist für Ökonomen schwer zu ertragen und für Ingenieure unerträglich.

    Abreißen also?

  • Stefan L. Eichner - 13. September 2011

    @ H. K. Hammersen

    “Das Gesamt-BIP der EU ist dadurch zwar größer, aber es konzentriert sich auf immer weniger Menschen. Wer das will, soll für den Euro sein.”

    Das trifft exakt auch auf die USA zu. Also sollten die USA lieber den Dollar abschaffen?

  • windstill - 13. September 2011

    @ashitaka – sei gegrüßt und wir sind, so glaube ich, sehr nah beieinander in der Sichtweise.

    Vielleicht habe ich mich nicht gänzlich klar ausgedrückt.

    “Mentale Vorbereitung ist gut!?”

    ==> !? – aus meiner Sicht ist sie ist unverzichtbar.

    “Das was jetzt kommt ist kein Zufall. Griechenland ist made.”

    ==> naiv wer anders denkt, auch hier hättest/hast Du nie etwas anders von mir vernommen;)

    “Da wird kein totaler Zusammenbruch folgen, ebenso wie es keine politische Wende in und ausserhalb Griechenlands geben wird. Den Drachme einführen?! Das ist so abartig böse, dass es selbst den elitären Kreisen der EU-Fraktionen nicht gefallen würde.”

    ==> keine Drachme, sondern erweitertes Diktat. Was nun kommt. Die Geschichte ist so vollgestopft davon, dass mir speiübel wird, dies nicht zu sehen. Was wiederum sehr viele Menschen tun. Schade. Nur bin erweitert zur Ansicht gekommen, dass zuerst der Euro in die Knie muss, UM die Veränderungen durchzubekommen die nun mal angestrebt sind. Man nehme dem Volk nicht sein Brot und seine Spiele Ashikata. Es will dies zurück, dafür tut es alles. Hier wird rückabgewickelt und Griechenland ist nur der Anfang. Es regierte immer noch die Leitlinie ordo ab chao. Es wird nur verdrängt, denn nicht sein kann was nicht darf…

    “Hier wird uns vorgeführt, wie der Imperialismus etabliert wird. Planwirtschaft und Verlust des privaten Eigentums.”

    ==> ja, ja, DAS Ziel der hohen Herren. Nur die Herren Mittelständler glauben immer noch dass man sie doch brauchen würde und man für sie noch vieles tun werde. Dies jedoch nur als Zwischenziel Ashikata, nur als Zwischenziel. Die Agenda lautet mir großer Wahrscheinlichkeit nunmal anders. Die Unternehmerschaft haben wohl die Rechnung ohne die billige Umwandlungsenergie gemacht, DEM bis dato einzig wahren Wachstumsmotor. Quasi der BEGINN. Der Rest war doch nur das Benzin, welches nun zur Neige geht… wir werden sehen.

    “Die EU hat noch lange nicht fertig und das GAME OVER wird sich noch einige Jahre/Jahrezehnte verschieben. Was medial und über Investmentkreise gezüchtet wird, dass hat real gar nichts mit der tatsächlichen Stärke der Krisenstaaten zu tun.”

    ==> Natürlich hat sie nicht fertig, nein es ist erst ihr Beginn. Zentralstaat Europa, Zentrale “Kompetenz”, EINE Systemeinheit. Was sonst und es wird nicht der letzte Schritt bleiben. Die City hat ihre Erfüllungsgehilfen überall in Stellung gebracht. Lord Sith aka Jörg A. wird nicht umsonst in Stellung gebracht. Wie ein Blatt im Wind hat er sich durch die Finanzkrise in die höchsten Sphären befördert – lassen. Nur im Zeitstrahl bin ich gänzlich anderer Meinung, zumindest was die Eurokrise betrifft. Hier wird nun Vollgas gegeben, selbst mit dem letzten Tropfen Benzin kann man noch beschleunigen (geliehen von A.Eschbach)

    “Schäuble kann sich doch vor lachen kaum halten: ES BESTEHEN VERTRÄGE DIE NUN UMGESETZT WERDEN!”

    ==> ich glaube wirklich und ernsthaft nicht, dass er das Spiel gänzlich durchschaut, wie und wo man jemanden – ihn – benutzt. Eitelkeit und ein übersteigertes Sendungsbewusstsein ist ein schweres Los zu überwinden… was dieser Mann wohl nicht fertig bringt.

    “Ich vermute, dass der Staat endlich erwacht ist! Es ist nicht die Rückdrängung seiner Herrschaft, sondern eine perfekte Ausgangssituation um große Veränderungen des größten Nachschuldners aller Zeiten vorzunehmen.”

    ==> Exakt. Aber der Staat rettet sich wie üblich erstmal selbst. Man nehme ein großes Chaos, NUR dann kann Veränderung schnell und über jegliches demokratische Geplänkel “TINA technisch” umgesetzt werden. Das Chaos wird jedoch noch viel größer. Sei gewiss. Man muss und darf ja das esoterische Finale 2012 nicht verpassen. Ein ultra Brandbeschleuniger fürs große Bild.

    “Der Bankensektor wird da seit 2007 systematisch drauf vorbereitet.”

    ==> ich gehe da noch weiter. Lehman Brother war kein Zufall. Lehman war zeitgleich mit PO Grundöl. DEM Garant für den Petrodollar… und und und wohl wahr weit hergeholt…. oder!?

    “Die liebe Bankmaus meint: Die Banken sind überflüssig! Schaut man sich mal das Spiel der EZB und FED an, dann stimme ich dem bedenkenlos zu.”

    ==> wer braucht eine Bank, eine EZB, in einer Einheitswährung ante portas, welche EU weit nicht das Ende sein wird. Wer braucht eine Bank, eine EZB in einer elektronischen, weltweiten Verrechnungseinheit, die da kommen wird. Sei unbesorgt, auch wenn dies vielerorts nicht geglaubt wird.

    “Die Einverleibung hat begonnen!”

    ==> sie läuft seit langer, langer Zeit. Nur glaubt das ebenfalls gar fast niemand. Schade, der Frosch, er wird altbewährt, langsam gekocht und effektiv. Das muss man den Herren lassen.

    Grüße
    Ashitaka

    Zurück, windstill

  • H.K.Hammersen - 13. September 2011

    @Stefan L. Eichner

    Sie scheinen nur selektiv zu lesen. Ich schrieb : Wir haben eben faktisch nur einen Binnenmarkt für Waren und Finanzen, aber keinen im Bereich des Arbeitsmarktes.

    Die allermeisten Griechen haben gar keine Chance, in die wirtschaftlichen Zentren Europas umzuziehen. Im Gegensatz zu den US-Amerikanern, die problemlos von einem Staat in den anderen ziehen können, da sie sich immer in dem selben Sprach- Rechts- und Sozialsystem befinden.
    Und diese Gleichheit der Syteme ist für mich zwingende Voraussetzung für ein einheitliches Währungssystem.

  • Bernd Klehn - 14. September 2011

    @ bauagent

    “Sie vergessen schon wieder die gemeinsame Währungszone, ”

    Habe ich nicht vergessen. Zahlungsbilanzkrisen treten sowohl bei festen als auch bei flexiblen Wechselkursen auf und haben immer die selbe Ursache. Nicht mehr haltbare Leistungsbilanzunterschiede und müssen immer durch Beseitigung dieser Unterschiede auf der Grundlage eines aktiven Handelns der Defizitländer angegangen werden. Oder das gesamte Hamsterrad, genannt Wirtschaftskreislauf kommt durch brutale Abwertungen (bei flexiblen Wechselkursen) und oder Kapitalflucht und Schuldenkrisen (sowohl bei festen als auch flexiblen Wechselkursen) vorübergehend zum Stillstand. So funktioniert nun mal das Hamsterrad Wirtschaftskreislauf. Dieses aktive Handeln kann den Defizitländern keiner abnehmen, die Ankurbelung der Binnennachfrage in den Überschussländern erleichtert höchstens den Prozess mehr aber auch nicht.

  • matt_us - 14. September 2011

    Also, ich halte bei den Preisen fuer griechische Anleihen, den Ankauf von Anleihen fuer ein hervorragendes Geschaeft. Nicht fuer mich, aber fuer Europa, weil nur Europa kann natuerlich verhindern, dass Griechenland wirklich zahlungunfaehig wird.

    Der Aufkauf aller Anleihen Griechenlands (Griechneland wird vom Markt genommen) verhindert dann ausserdem den Bankrott Griechenlands und laesst die Fianznmarktspekulatoren die auf Pleite gewetett haben ganz alt aussehen. Darauf kommt es jetzt an, sonst machen die mit Finanzmarktakteure mit uns wa sie wollen, nachdem man Griechneland umgeschuldet hat.

    Deshalb mein Vorschlag, mal das folgende zu machen:

    http://eurogate101.com/2011/09/14/angela-nikolas-und-giorgos-am-telefon/

  • K.Jöü - 14. September 2011

    Hallo, alle zusammen,
    ich lese gern die Artikel von Querschüsse und auch die dazugehörigen Kommentare, sie sind der Zeit immer ein wenig voraus; vielen Dank für die vielen Anregungen. Das heute angesprochene Problem der total verkorksten EU beschäftigt mich auch schon eine Weile. Dazu habe ich unter “Euro-federalists financed by US spy chiefs” jetzt eine einleuchtende Erklärung gefunden. Da wird wohl der Ansatzpunkt sein, wir brauchen eine EU für die Europäer und nicht für die Märkte der USA und GB.

  • Berlinsegler - 14. September 2011

    Ich weiß nicht, warum hier (fast) alle von Geld, Investoren, usw. usf. reden.

    Falls es noch keiner gemerkt hat: die “Weltwährung” ist nicht das, was wir als “Geld” bezeichnen, sondern Waren (im weitesten Sinne)! Geld ist nur ein Ausdruck dafür, das jemand etwas geleistet hat und eben dafür noch keine Gegenleistung erhalten hat. Solange das nicht geschehen ist, wird dieser Anspruch eben durch ein Rechtstitel (“bunte Scheine mit einer Zahl und einem Zeichen) ausgedrückt!

    Die realen Warenströme und dessen Bilanzen müssen also über eine Zeitperiode ausgeglichen sein.
    Aus diesem Grund ist ja das Festhalten von D am Ziel “Exportweltmeister” so blödsinnig!
    Außerdem wirkt der EURO wie eine Binnenwährung; eigentlich kann man von einem Export in die EURO-Zone gar nicht mehr reden..

    Ich denke, es gibt noch ein weiteres Problem. Die so genannte “Finanzindustrie” (welch eine Begriffsverdrehung!) hat schlicht und einfach so massiv das Recht (also das Geld) manipuliert, sodass jetzt alle merken, dass etwas nicht stimmt. Zusammen mit einer leistungsstarken und einer leistungsschwachen Volkswirtschaft (z.B Griechenland) in einem Binnenmarkt ist das etwa so, wie eine WG mit einer gemeinsamen Kasse, die noch dazu manipuliert und geplündert wird: früher oder später fliegt alles auseinander.

  • Cangrande - 14. September 2011

    Es ist den Euromantikern unter den hiesigen Kommentatoren offenbar entgangen, dass zum Spekulieren (= Abschluss von Wetten) immer zwei Parteien gehören. Insoweit kann die Politik niemals “die” Spekulanten treffen, sondern immer nur eine der beiden Seiten.

    Nach meinem Eindruck (Zahlen kenne ich nicht) haben die US-Banken fleißig Credit Default Swaps auf griechische Anleihen verkauft, d. h. diese Anleihen VERSICHERT. Die Prämien haben sie gerne kassiert, in der (leider zutreffenden) Erwartung, dass die deutschen Politiker in ihrer intellektuellen Reichweite genau so beschränkt sind wie die deutschen Landesbanker: Dummland Deutschland zahlt für alle, alle PIGS der Euro-Welt!
    In diesem Zusammenhang sehe ich auch die Verleihung der Medal of Freedom durch Obama an Angela Merkel: ideeller Zucker für unsere realen Tributzahlungen an die angelsächsische Hochfinanz!

    Also bürdet unsere Politik die griechischen Schulden uns Steuerzahlern auf (denn nur Traumtänzer können glauben, dass die Griechen jemals auch nur einen Cent davon aus eigenem – also nicht im Wege der Ponzi-Finanzierung mit geliehenem Geld wie derzeit – zurückzahlen werden. Die werden es nicht können, bzw. sie werden schon dafür sorgen (Lohnerhöhungen für Staatsbedienstete erstreiken usw.), dass sie niemals so viel Geld übrig haben werden: “Wir zahlen nicht für eure Schulden” = “wir beschränken uns aufs Abkassieren!”

    Seid also bitte nich so naiv, anon & Co., den Griechen bzw. den Finanzmärkten zu glauben
    - dass wir Griechenland jemals zu einem normalen Staat unserer Vorstellung machen werden (das haben die Italiener mit ihrem Mezzogiorno in 150 Jahren nicht geschafft!)
    - dass wir die großen Euro-Profiteure waren
    - dass wir zur Solidarität mit Kuckucksvölkern verpflichtet sind
    - dass die Griechen irgend wann echtes Geld zurück zahlen werden
    - dass der Euro und/oder gar Europa am Ende ist, wenn wir den Griechen die kalte Schulter – d. h. das leere Portemonnaie – zeigen (das reicht schon, man muss Griechenland vielleicht nicht einmal aus der Eurozone rauswerfen).

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