Eskalation mit Ansage: Worum es beim Schuldenstreit mit Griechenland wirklich geht

von am 29. Juni 2015 in Allgemein

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hat die letzten Vorschläge der Gläubiger als unannehmbar abgelehnt. Wie das griechische Parlament bereits gestern beschlossen hat, sollen in einer Woche die Griechen darüber abstimmen, ob sie dafür sind, diese trotzdem anzunehmen. Das heißt, ob sie den austeritätspolitischen Sanierungskurs der Troika fortsetzen wollen. Die EZB hat heute ihre Nothilfen für die griechischen Banken eingefroren. Die griechische Regierung hat daraufhin entschieden, dass in Griechenland Börse und Banken geschlossen bleiben und Kapitalverkehrskontrollen eingeführt werden, um den weiteren Abfluss von Geld zu stoppen.Man kann also mit gutem Grund sagen, dass Griechenland und die Gläubiger es mit vereinten Kräften geschafft haben, die Griechenlandkrise zu eskalieren und das Risiko von Finanzmarktturbulenzen und einer erneuten Euro-Krise – das laut Gläubigern angeblich gar nicht existiert – heraufzubeschwören.

Wofür das Ganze?

Die Antwort ist, wie so oft, im Grunde recht einfach und sie lässt sich mit Hilfe eines einzelnen Charts (siehe unten) verdeutlichen.

SLE_BIP und Staatsverschuldung GR 1998-2014_IWF-Daten
Die Abbildung zeigt anhand von Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF), wie sich die Staatsschulden und die Wirtschaftsleistung in Griechenland im Zeitraum von 1998 bis 2014 entwickelt haben.

Schulden explodiert, Wirtschaft auf Talfahrt, Sanierung gescheitert

Gut zu erkennen ist, dass Griechenland – gemessen an der Wirtschaftsleistung – seine Staatsschulden bis 2007 eigentlich noch ganz gut im Griff hatte. Doch mit der Finanzkrise änderte sich das Bild. Die Staatsschulden explodierten und das Bruttoinlandsprodukt sank seitdem stetig – wenn auch zuletzt etwas langsamer (laut IWF-Schätzung).

Seit Frühjahr 2010 steht Griechenland unter der Aufsicht der Troika (Europäische Kommission, EZB und IWF). Seitdem werden – wenn auch keineswegs prompt und auch nicht vollständig – deren Sanierungsvorgaben umgesetzt. Es lässt sich also mit Blick auf die Abbildung feststellen, dass dieser Sanierungskurs die griechische Wirtschaft über die gesamte Zeit hinweg weiter talwärts geschickt hat. Zugleich sind die Staatsschulden immer weiter gestiegen. Daran hat auch der Schuldenschnitt von 2012 nichts geändert.

Im Kern geht es nur noch um Gesichtswahrung

Was sagt nun IWF-Chefin Christine Lagarde heute zu Griechenland und zum Referendum über den geforderten Sanierungskurs: Zwar seien die Bedingungen, über die abgestimmt werden solle, nicht mehr gültig. Sollten die Griechen aber mit überwältigendem Votum für einen Verbleib im Euro und eine Stabilisierung der heimischen Wirtschaft stimmen, wären die Gläubiger zu weiteren Anstrengungen bereit. (1)

Wären ihre Worte mit einer für die Öffentlichkeit sichtbaren Einblendung der obigen Abbildung gefallen, jeder hätte sich wohl gefragt: Wo ist denn die Stabilisierung der griechischen Wirtschaft, von der Madame Lagarde spricht?

Antwort: Es gibt sie nicht. Auch genau fünf Jahr nach Beginn der Sanierungsvorgaben der Troika nicht.

Und die Staatsschulden, die mit Hilfe des Troika-Sanierungskonzepts eigentlich hätten sinken sollen, sind weiter gestiegen.

Worum also geht es eigentlich beim Schuldenstreit zwischen der griechischen Regierung und den Gläubigern?

Antwort: Um Gesichtswahrung.

So einfach ist das.

Die Euro-Gruppe und der IWF wollen nicht zugeben müssen, dass ihr Sanierungskonzept nicht aufgegangen ist und auch nicht aufgehen wird, sondern eine durchaus als desaströs zu bezeichnende Abwärtsspirale erzeugt hat. Und die griechische Regierung will, dass sie genau das zugeben und dass das Sanierungskonzept geändert wird. Wie genau der Turnaround in Griechenland geschafft werden kann, dass scheint sie allerdings auch nicht so genau zu wissen. Und insofern geht es beim anberaumten Referendum über den von den Gläubigern geforderten Sanierungskurs auch für Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras letztlich um Gesichtswahrung. Sagt das Volk „Nein“ zu den Forderungen der Gläubiger, dann steht er wenigstens noch politisch gut da. Sagt es „Ja“, dann kann er das als rationale Begründung dafür angeben, den Forderungen doch noch nachzugeben.

Ungewisse Zukunft der griechischen Regierung

Ob Tsipras und seine Regierung diesen Sturm allerdings überleben, ist nicht sicher. Der damalige griechische Regierungschef Giorgos Papandreou hatte Ende 2011 auch überraschend angekündigt, die Griechen über das geforderte Sanierungspaket abstimmen zu lassen. Nach massivem politischen Druck aus Europa ruderte er zurück und trat wenig später von seinem Amt zurück. (2)

Die Zeiten und die Situation in Griechenland haben sich seit damals verändert, gewiss. Aber Alexis Tsipras spielt sein Spiel mit höchstem Einsatz. Was ihn am Ende vielleicht noch retten könnte, wäre, wenn sich seine Warnung vor einer neuen Euro-Krise und Finanzmarktturbulenzen bewahrheiten.

Wir werden bald sehen, ob er oder die Gläubiger in dieser Hinsicht recht hatten. Doch unter dem Strich muss man fragen, ob das alles wirklich nötig gewesen ist. Vernünftig, konstruktiv und im Sinne Europas ist es in jedem Fall nicht.
Die nun zur Schau gestellte Empörung vieler Politiker über Griechenland (3) ist insofern auch nichts anderes als der Versuch, die eigenen Hände in Unschuld zu waschen – für den Fall nämlich, dass es dann doch noch ganz schlecht ausgeht und fürchterlich teuer wird. Denn dass Tsipras Nägel mit Köpfen machen würde, war immer klar gewesen. Er hat es wiederholt gesagt. Offensichtlich hat man ihn auf Seiten der Gläubiger falsch eingeschätzt. Jetzt ist die Aufregung groß.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: info.sle@web.de

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141 KommentareKommentieren

  • Sarah - 29. Juni 2015

    dass das BIP sank ist klar und richtig, weil das Wachstum zuvor nicht nachhaltig war. es war import und staatsausgaben und konsum auf kredit.

    die stabilisierung ist dennoch real und sieht so aus:

    primary budget balance: http://www.ispionline.it/FOTO/grecia_fig1.png

    current account: http://www.usfunds.com/media/images/investor-alert/_2014/2014-04-11/COMM-Greece-Posts-Current-Account-Surplus-in-2013-04112014-LG.gif

    Griechenland wurde aus der Schuldenwirtschaft zurück in eine ausgeglichene Wirtschaft geholt, per Schocktherapie.

    • Vogel - 29. Juni 2015

      @Sarah
      Was ich nicht so ganz verstehe: Wieso konnte das BIP in GR bis 2008/09 wachsen trotz Korruption, fehlendem Kataster, Steuerbetrug usw.? Da muss doch das ganze schöne Geld verschwunden sein? Und wer hat eigentlich die privaten Banken gezwungen einem unsoliden Kreditnehmer -der GR zweifellos war- Kredit zu gewähren? Und wer hat diese Banken eigentlich ‘gezwungen’ ihre schönen Kredite für GR in öffentliche Hand abzugeben? (*Ironie off*) Btw.: Zur ersten Grafik fehlt die Quelle – und was, wenn sich das Würmchen, welches Bloomberg in 2014 ans Tageslicht blicken lässt (2. Grafik) sich in 2015 wieder verkriecht bzw. schon verkrochen hat?

      “Schocktherapie” fabelhaft :-( ; was hälst Du davon: “Mit Menschen macht man so etwas nicht!”? Es regt mich jedesmal auf, wenn über GR oder die Griechen palavert wird, alle es besser wissen (und vor allem: WIR gut! die Griechen: Schlecht) aber nicht über die Menschen und Familien dort: zur Erinnerunge Alo-keit >25%, Jugend-Alo-keit >50% usw. -und das alles ohne Hartz IV! Ja, da hilft nur eine Schockstrategie, bei uns!

      • Sarah - 29. Juni 2015

        Wie konnte das BIP wachsen: Durch Schulden und Kredite.

        Wer hat die Banken gezwungen: Niemand. Sie wussten, dass am Ende Deutschland für die griechischen Schulden haftet.

        Grafiken: Die Rohdaten sind bei der griechischen Zentralbank publiziert.

        Schocktherapie: Es ist immer einfach, das Aufwachen für den Kater verantwortlich zu machen und lieber weiterzuschlafen. Schuld daran ist trotzdem der Alkohol, und Aufstehen muss man irgendwann auch.

        • Traumschau - 29. Juni 2015

          @Sarah
          Wachstum ensteht immer durch Kredit, d.h. durch Schulden. Es stellt sich überhaupt nicht die Frage, ob sich jemand verschuldet, sondern wer und wofür! So ist unser Geldsystem nun mal!
          Wenn der gr. Staat spart, die Löhne und Sozialleistungen massiv runter gefahren werden: wer soll sich denn verschulden? Die Unternehmen? Wieso sollten sie? Bei einem Zusammenbruch der Nachfrage? Das Ausland? So wie in Deutschland?
          In Deutschland sollen wir ja nicht auf Pump leben, so sagt man uns. Tatsächlich ist unser mickriges Wachstum aber nur dadurch zustande gekommen, dass diese “Irren” aus dem Ausland sich bei uns im letzten Jahr (und nicht nur da) für über 200 Milliarden Euro verschuldet haben, um unsere Exportüberschüsse abzunehmen.

          Zurück zu GR:
          Wie unsinnig und falsch die Austeritätspolitik ist, hat Steve Keen in diesem Interview deutlich gemacht:

          https://www.youtube.com/watch?v=Au2N07eHa-Q

          LG Traumschau

          • Sarah - 29. Juni 2015

            “Wachstum entsteht immer durch Kredit”: Wachstum kann auch durch Sparen entstehen. Aber Kredit erleichtert und beschleunigt den Prozess. Wer und wofür, das sind in der Tat die entscheidenden Fragen.

            In einer Korrektur von nicht-nachhaltigem Wachstum schon wieder Wachstum zu fordern, wäre absurd und wohl wieder nicht nachhaltig. Viele Kommentatoren hier würden zB jubeln, wenn in Griechenland die nächste Immobilien oder Autokredit-Blase starten würde. So kurzfristig denken leider viele. Und dann beschweren sich die gleichen wieder über den Euro oder Iwf oder wen auch immer.

            • Traumschau - 29. Juni 2015

              Wachstum kann durch Sparen entstehen? Wie geht das denn?
              Da bin ich jetzt mal echt gespannt …

              Es gibt keine Ersparnis ohne Schulden!!

              Wachstum ist auch eigentlich der falsche Begriff. Vielleicht sollten wir lieber von Entwicklung sprechen? Und diese kann durchaus nachhaltig sein.
              LG Traumschau

              • Holly01 - 29. Juni 2015

                Wachstum kann entstehen durch:
                - mehr wirtschaften (verlängern der Ketten)
                - mehr Menge (Waren oder Marktteilnehmer)
                - größere Effiziens (Optimierung)
                - Entwicklungsschübe (Inovation)

                Kredit kann ein Katalysator sein, aber es ist nicht der Einzige. Es ist nur der einfachste.

                • Querschuss - 29. Juni 2015

                  Hallo Holly,
                  Geld ensteht durch Kredit, also muss im Umkehrschluss das Verlängern der Kette, mehr Waren und Marktteilnehmer usw. immer einhergehen mit einer Kreditexpansion, ohne die findet ein Verlängern schlicht nicht statt.

                  Wirtschaftswachstum bei sinkenden Kredit- und Geldmengen wird es nicht geben. Wachstum geht immer einher mit einer Ausweitung von Krediten, wie eine Kontraktion der Wirtschaft immer mit einer Kontraktion des ausstehenden Kreditvolumens einhergeht. Ist auch empirisch eindeutig belegbar. Charts dazu habe ich schon öfters gezeigt.

                  Gruß Steffen

                  • Sarah - 29. Juni 2015

                    das ist wie auch schon gezeigt falsch. wachstum ohne geldmengenausweitung funktioniert wie sparen/konsumverzicht, wobei die ersparnisse für investitionen und dadurch innovation/optimierung/produktivitätssteigerung genutzt werden können. steigt dabei die geldnachfrage, steigt automatisch der geldwert, das heisst es setzt eine säkuläre deflation ein.

                    ob geld durch kredit entsteht oder nicht, spielt dabei keine rolle.

                    wie oben richtig dargestellt wurde, erleichtert die geld bzw kreditausweitung jedoch wachstum und investition. gleichzeitig steigen aber die risiken für fehlinvestitionen und boom/bust.

                    ist alles seit über 100 jahren wissenschaftlich erforscht, wird heute nur nicht mehr gelehrt und verstaanden.

                    • Holly01 - 29. Juni 2015

                      Darf ich vereinfachen?

                      Man kann die Herstellungs- und Handelskette kreditneutral verlängern, indem man dem Geldumlauf die Mittel entnimmt und wieder zurück fliessen läßt.

                      Es ist also (auch) eine Frage der Umlaufmenge und Umlaufgeschwindigkeit.

                      Die Summe ist immer null, das ist in der Handhabung viel schwieriger als es sich anhört …

                    • Querschuss - 29. Juni 2015

                      Hallo Holly,
                      im Prinzip richtig, dass es auch eine Frage der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes ist. Nur in der Realität von vielen Jahren exzessiver Einkommens- und Vermögensspreizung läuft eben das Geld der obersten 10%, vor allem der obersten 1% nicht mehr um, die können das akkumulierte Kapital gar nicht mehr konsumieren, man hortet/akkumuliert und die Akkumulation war nur möglich, weil andere Wirtschaftssubjekte und Wirtschaftsektoren den Umlauf mit neuen Schulden am Laufen hielten :)

                      Gruß Steffen

                    • Sarah - 29. Juni 2015

                      @holly. ja, so ist es. je nach dem kommt dann eben noch die geldaufwertung hinzu. deshalb war die aussage einiger kommentatoren, wachstum sei nur durch verschuldung möglich, falsch.

                    • Sarah - 29. Juni 2015

                      @steffen: hast du eine analyse zur geldumlaufgeschwindigkeit nach einkommensklasse gemacht? ersparnisse und investitionen dürften doch vor allem von den reichsten stammen.

                    • Querschuss - 30. Juni 2015

                      Eine absurde Frage, die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes wird gemessen in dem man das BIP durch die Geldmenge teilt, dies kann man mit M1, M2, M3 machen. Um zu beantworten, was du fragst, bezogen auf M1, müsste man erst Mal alles Bargeld und alle Sichtgeldkonten einzelnen Einkommensklassen zuordnen und dann noch die von diesen Einkommensklassen erfolgten realen Transaktionen (Käufe). Das würde absolute Transparenz und vollständige detaillierte Erfassung erfordern. Mit anderen Worten, es liegt nicht nur außer meiner Macht, so etwas seriös zu leisten.

                      Du gräbst nicht tiefer, du schießt schnell aus der Hüfte, oft ohne erst einmal vorher nachzudenken und selbst zu recherchieren.

                  • Holly01 - 29. Juni 2015

                    Jein, es ist mit Kredit am Einfachsten. Die Vorfinanzierung ist aber in komplexen Wirtschaftsräumen eben nicht zwingend.
                    Je komplexer die Geldumlauf ist und desto größer die Anzahl der Marktteilnehmer wird, desto weniger muss sich der Einzelne auf den reinen Kredit stützen.
                    Makro ist es natürlich schon so, daß man bei Mengenausweitung eine Kreditausweitung zumindest unterstellen kann ohne ganz falsch zu liegen.

                  • Traumschau - 29. Juni 2015

                    Danke für die Klarstellung, Steffen.
                    Aus den oben genannten Gründen ist der Satz “Der Schuldner ist schuld” eben fundamental falsch.
                    Oder auch sehr beliebt: “Die Welt ist ja sooo verschuldet”. Genauso falsch.
                    Das wollen eben “schwäbische Hausfrauen” und “schwarze Nullen” einfach nicht verstehen. Das “Ergebnis” können wir ja nun besichtigen …
                    LG Traumschau

                    • Sarah - 29. Juni 2015

                      und wieder werden die falschen schlussfolgerungen gezogen. ein kredit kann nicht aufgezwungen, sondern nur nachgefragt werden. die kausalität läuft daher nur in eine richtung.

              • Sarah - 29. Juni 2015

                siehe unten. natürlich geht sparen ohne schulden. das stichwort heisst konsumverzicht. ist nur nicht mehr so in mode…

                • Querschuss - 29. Juni 2015

                  ein geplantes Sparen kann nur erreicht werden, wenn andere sich adäquat Verschulden. Wenn alle gleichzeitig Sparen ist Rezession, man spart sich gegenseitig die Einnahmen/Umsätze weg, am Ende konnte man das geplante Sparziel, wegen Umsatzeinbußen bei Unternehmen, Arbeitslosigkeit bei Arbeitnehmern, sinkenden Steuereinnahmen des Staates usw. nicht erreichen.

                  Wenn in der Eurozone als Ganzes die bestehenden Produktionskapazitäten ordentlich unterlastet sind, werden die Unternehmen bei einem zusätzlichen Konsumverzicht nicht in eine Ausweitung der Produktionskapazitäten investieren, ergo wird die avisierte Ersparnis nicht zustande kommen, außer die Nachfrage aus dem Ausland überkompensiert den Nachfrageausfall. Bei den aktuellen bereits enorm hohen deutschen Nettoexportüberschüssen und denen der Eurozone insgesamt und dem Zustand der Weltwirtschaft ist dies aber nicht sehr wahrscheinlich, so würde ein Konsumverzicht also direkt in die Rezession führen.

                  Gruß Steffen

                  • Sarah - 29. Juni 2015

                    natürlich nicht. in jeder wirtschaft gibt es eine sparquote. das führt keineswegs automatisch zu rezession. die moderne wirtschaft ist einfach sehr abhängig von kreditausweitung geworden. das ist ja teil des problems

                    • Traumschau - 29. Juni 2015

                      Schaue dir bitte mal den chart auf seite 19 an!
                      Da kann man sehr gut sehen, dass wir uns nur über die Exportüberschüsse über Wasser halten, was die Schulden der Importeure (Ausland) sind.

                      http://www.levyinstitute.org/conferences/minsky2014/flassbeck_s4.pdf

                      Niemand bestreitet, dass z.B. der Staat nicht sparen kann. Es können aber nun mal nicht alle sparen!
                      (siehe meinen ersten Beitrag)

                    • Querschuss - 30. Juni 2015

                      @Sarah,
                      hier der erneute wichtige Hinweis, erst einmal richtig lesen, dann versuchen den Inhalt zu erfassen und ihn dann nicht verfälscht wiedergeben und diesen damit in unseriöser Weise zu disqualifizieren. Damit disqualifizierst du dich nur selbst. Es steht in meinem Kommentar nichts davon, dass eine Sparquote automatisch in die Rezession führt.

                      Es stand dort: “Wenn alle gleichzeitig Sparen ist Rezession, man spart sich gegenseitig die Einnahmen/Umsätze weg, am Ende konnte man das geplante Sparziel, wegen Umsatzeinbußen bei Unternehmen, Arbeitslosigkeit bei Arbeitnehmern, sinkenden Steuereinnahmen des Staates usw. nicht erreichen.”
                      …..mit “alle” sind die Sektoren der Volkswirtschaft (private Haushalte, nichtfinanzielle Unternehmen, finanzielle Unternehmen, Staat und die übrige Welt (Ausland) lt. VGR gemeint. Dies Aussage wäre aber die gleiche selbst wenn man “alle” auf jedes einzelne Wirtschaftsubjekt der Volkswirtschaft bezieht. Wenn private Haushalte Finanzierungsüberschüsse erzielen (Geldvermögen wächst), also mehr einnehmen als ausgeben müssen sich entsprechend Unternehmen und/oder Staat verschulden, sprich mehr ausgeben als sie einnehmen oder eben wenn sogar alle inländischen volkswirtschaftlichen Sektoren mehr einnehmen als ausgeben, dann muss sich das Ausland entsprechen verschulden, mehr ausgeben als einnehmen. Versuchen alle gleichzeitig durch weniger Ausgaben Finanzierungsüberschüsse zu erzielen ist sicher Rezession, weil sie sich gegenseitig die Einnahmen/Umsätze wegsparen, so dass ein avisiertes Sparziel unerreichbar wird. Niemand würde dies ernsthaft bezweifeln und solch simple volkswirtschaftliche Zusammenhänge in Abrede stellen, außer vielleicht in völliger Unkenntnis dieser.

                    • Sarah - 30. Juni 2015

                      steffen, damit hast du meine antwort verfälscht, denn ich habe nirgends geschrieben, dass alle gleichzeitig sparen müssen oder sollen. jedenfalls danke, dass du deine unlauteren methoden gleich selbst aufdeckst.

                    • Querschuss - 30. Juni 2015

                      @Sarah :) :)

                      Ach so, dein Kommentar bezog sich nicht auf meinen, steht nur zufällig darunter, betrifft dasselbe Thema und beginnt mit “natürlich nicht…”

                      …..ok., du wolltest einfach mal feststellen, dass eine Sparquote nicht automatisch in die Rezession führt, Danke :)

          • Stepe - 29. Juni 2015

            Hi Traumschau,
            “natürlich” entsteht Wachstum nicht durch Kredit (außer des Kredit). Wachstum entsteht durch Produktion.
            Dargestellt kann Wachstum allerdings vielfältig, sogar einfältig. Nachdem Prostitution und Gesetzesbrechen in die Berechnung für Wachstum aufgenommen wurde, könnte das nicht zu verkaufende doch mit aufgenommen werden. Ist zwar schon mal drin,doch es verbessert die Statistik.

            Austerität hin oder her, es ist eine Grundlage unseres Wirtschaftssystem, Lohnsenkung ist Austerität, selbst HartzIV. Gegenüber allem auf das das Kapital zugriff hat wird es angewandt, bei Deutschen Konkursgerichten zu sehen und jetzt gegen Griechenland und andere. Sollte das geändert werden, ändert es nichts an die Mechanismen die es haben dazu kommen lassen.

            Gruß Stepe

        • Vogel - 29. Juni 2015

          @Sarah
          Damit Du mich nicht falsch verstehst: Zur Sache und nicht gegen Dich persönlich! Und: GR -besser: die von den Schwesterparteien von cDU und sPD getragenen Regierungen – trägt ein gerüttelt Maß an Verantwortung an der Misere.

          Die vorgeschlagene und angewendete Therapie hat sich als falsch heraus gestellt, Zitat /”Merkantilismus, das haben die klassischen Ökonomen von Adam Smith bis David Ricardo schon vor mehr als 200 Jahren klar erkannt, ist eben kein verallgemeinerbares Rezept, sondern der unsinnige und schädliche Versuch, den Außenhandel für Partikularinteressen zu Lasten der Handelspartner zu missbrauchen.”/ (Quelle – Spieker fasst das Wesentliche treffend zusammen) Keine Volkswirtschaft der Welt, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kann in der Rezession (GR seit Lehman) durch sparen wachsen.

          “Wie konnte das BIP wachsen: Durch Schulden und Kredite. “ Aha, dann braucht man ja nur Kredite aufzunehmen und die Waxxtumsschwäche iss vorbei (*Ironie off*). War da nich ‘was mit mangelnder Produktivität die es verdient hätte beachtet zu werden, gerade Seitens der Kreditgeber? Banken: “Nö, iss uns egal, wir geben Kredite, wir sind ja sytemrelevant.” Politniki: “Jau, und wir sorgen auch dafür, dass das so bleibt.” Das Waxxtum durch Kredit und Schulden entsteht ist bekannt (s. nä. Kommentar).

          Den Metapherversuch mit dem Alkohol versteh’ ich nich: Wer stellt denn den Alkohohl zur Verfügung und nutzt die Gelegenheit via mächtiger Partikularinteressen (um nicht “Verführungskünste” zu sagen) eine ganze Volkswirtschaft (später) ggf. in Schuldknechtschaft zu legen? Beispiele: Wer hat denn U-Boote (gegen Flüchtlingsboote?) und Panzerarmeen (gegen die umgebenden Partnerstaaten?) verkauft? Wer hat denn ignoriert, dass die Olympiabauten von internationalen Baukonzernen gebaut wurden, die Peanuts blieben dann in GR? Die Reihe ist beliebig fortzusetzen. GR welches gerade der Verheerung durch deutsche Truppen und einem Bürgerkrieg entkommen war, gerade die Militärdiktatur und eine (nationalistisch getriebene) Zypernkrise überwunden hatte suchte einen Weg raus aus dem Schlamassel; ein Europa der Menschen hätte dabei geholfen – aber der Kapitalismus stand dabei im Weg. That’s it!

          • Vogel - 29. Juni 2015

            Nachtrag: “Die Reihe ist beliebig fortzusetzen.” Siehe auch das “segensreiche” Wirken des IWF weltweit, v.a. in der Dritten Welt: Schwache Staaten, unfähige (und Korrupte) Eliten die von unseren Eliten (mit westlichen Werten im Gepäck) über den Tisch gezogen werden!

            Und darauf einen Friedensnobelpreis!

          • Sarah - 29. Juni 2015

            Die Denkfehler sitzen eben tief: Wenn du am morgen mit einem Kater aufwachst, dann kannst du dafür weder Mutti dafür verantwortlich machen (die dich geweckt hat), noch die Bar, die den Alkohol “zur Verfügung” gestellt hat. Du kannst nur dich selbst verantwortlich machen. Wer das nicht einsehen will, der wacht nächstes Wochenende eben wieder mit einem Kater auf. So einfach ist das im Leben.

            • samy - 29. Juni 2015

              … und ein Barkeeper, der seine Gäste via-ewiger-Happy-Hour zum Komasaufen anhält ist selbst Schuld, wenn man ihm die Bar schliessen will. Damit meine ich die niedrigen Zinsen, die die Südschiene plötzlich mit dem Euro genoß. Derart niedrige Zinsen gab es z.B. unter dem Drachme nicht. Der Markt konnte für diese VW den richtigen “realistischen” Zins ermitteln.

              Die Preise für die Drinks sind doch bis zum heutigen Tag vollkommen unrealistisch, weil es ansonsten schlagartig bergab ginge. Frankreich, Spanien, Italien, immer noch alle unter 2,5% für die 10-Y-Anleihen. Oder die negativen Zinsen auf Anleihen, da bekomme ich vom Barkeeper noch Geld für den Drink. Scheint der Barkeeper ist selbst betrunken …

              • Sarah - 30. Juni 2015

                auch den happy hour barkeeper können sie nicht für ihren kater verantwortlich machen. aber ich sehe, die ausreden gehen ihnen nicht aus.

            • Vogel - 29. Juni 2015

              Danke! (Mann was bin ich froh das das Leben so einfach iss [und dass 'Mutti' nicht zur Verantwortung zu ziehen ist])

      • SLE - 29. Juni 2015

        …nicht zu vergessen:

        Von Armut und sozial Ausgrenzung bedrohte Griechen (laut Eurostat, Stand: Ende 2014):

        3,885 Millionen bzw. 36 Prozent der Bevölkerung

        Zum Vergleich die Werte für das Jahr 2010:

        3,031 Millionen bzw. 27,7 Prozent

        (Quelle: http://appsso.eurostat.ec.europa.eu/nui/show.do?dataset=ilc_peps01&lang=de)

        Grüße
        SLE

    • Beate - 29. Juni 2015

      “weil das Wachstum zuvor nicht nachhaltig war. es war import und staatsausgaben und konsum auf kredit.”

      Was sie hier machen könnte auch so der Oberscharlatan Sinn gemacht haben.
      Arbeiten sie für ein Think Tank?

      Y = C + I + G + NX

      NX = Nettoexporte

      Wer mehr importiert als exportiert senkt sein Wachstum.

      http://blog.fuw.ch/nevermindthemarkets/index.php/33571/das-einmaleins-der-schaedlichen-exportueberschuesse/

  • Elmar - 29. Juni 2015

    “in eine ausgeglichene Wirtschaft geholt”

    Wenn sie ausgeglichenen Staatshaushalt geschrieben hätten, dann wär´s vermutlich kurzfristig richtig. Aber wenn so eine “ausgeglichene Wirtschaft” aussieht, dann würde mich mal interessieren wie eine “unausglichene” aussieht.

    Aber mit der “Schocktherapie” liegen Sie natürlich völlig richtig … Man könnte es ja auch so formulieren: der Euro muss leben, auch wenn wir sterben müssen.

    • Sarah - 29. Juni 2015

      staatshaushalt gehört ja auch zur wirtschaft. in griechenland besteht die wirtschaft sogar zu einem guten teil aus staatshaushalt. deshalb ist die anpassung so schmerzhaft. neben dem budget deficit geht es um die leistungsbilanz, die inzwischen ebenfalls ausgeglichen ist.

  • Hartwig - 29. Juni 2015

    Über den Gesichtsverlust hinaus sehe ich noch eine hohes Risiko zu ernsthaften Nebenwirkungen.

    Wenn Griechenland ausschwenkt, und das auch noch hinbringt, dann haben die EU, Washington und IWF kein “Alleinstellungsmerkmal”, keine “Autorität” mehr. Da brechen ganze Welten zusammen, ganze Konzepte darüber, wie die USA , die “indispensible nation” ( alle anderen Völker können untergehen, sie sind “dispensible”… ), die Welt dominiert können ad acta gelegt werden. Warum sonst sind die USA so aktiv in Europa? (Um es zum ersten USA europäisches Gebiet zu machen. Und da soll alle Welt hin.).

  • Roland - 29. Juni 2015

    Das Kaputtsparen ist gescheitert.
    Der US-Finanzminister bringt heute den Schuldenschnitt wieder einmal ins Gespräch und auch die Erarbeitung einer Wachstumsperspektive.
    Schäuble wird die “Hosen herunterlassen” müssen. Viele Milliarden Steuergelder sind jetzt wohl weg.
    Er sollte zum Rücktritt gezwungen werden.

  • Jonathan - 29. Juni 2015

    Das Diagramm finde ich sehr schön und aussagefähig. Es bestätigt die Querschuesse-Einschätzung über die ganzen Jahre hinweg (leider).

    Aber ich glaube nicht, dass es beim Ausschließen eines Grexit um einfache Gesichtswahrung geht.
    Folgende Gründe, die auch zeigen, wer tatsächlich in Europa und insbesondere über Deutschland (als „Demokratie“!) bestimmt spielen mindestens eine gewichtigere Rolle:

    1. Die USA müssen verhindern, dass es zu einem Euro-Austritt kommt, weil von den ca. 70 Billionen Finanz-Kunst-Produkten, die weltweit den „Finanzmarkt“ ausmachen, ein unbekannter Anteil aus CDS –Wetten um den Austritt Griechenlands geht.

    (siehe z. B. hier: http://www.nytimes.com/2015/06/25/world/europe/greek-debt-european-union-angela-merkel.html?hp&action=click&pgtype=Homepage&module=second-column-region&region=top-news&WT.nav=top-news&_r=0
    bzw.: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/06/25/usa-erhoehen-den-druck-merkels-schicksal-haengt-an-griechenland/ )

    2. Die USA müssen verhindern, dass nach einem Euro-Austritt andere Länder, wie z.B. China und Russland in die Bresche springen und zeigen, wie nach einem Schuldenschnitt mit vergleichsweise Minimal-Aufwand in einem gezielten menschenwürdigem Investitionsprogramm statt (im Gegensatz zu menschenverachtenden Austeritätsmaßnahmen) ein funktionierendes Gegenmodell für die EU_Länder manifestiert wird. Die EU ist letztlich das US-Faustpfand, um durch deren Aussaugen (siehe TTIP, CETA, Hintertreiben der Beziehungen zu dem natürlichsten Handelspartner Russland etc.) den eigenen wirtschaftlichen Absturz in die Bedeutungslosigkeit zu verhindern. Die Verträge mit Griechenland zur Pipeline auf der Ausweichroute Turkish Stream für die mittels US-Druck auf Bulgarien verhinderten South Stream stehen ja schon.

    (z.B.: http://www.fnp.de/nachrichten/wirtschaft/Putin-und-Tsipras-bauen-eine-Pipeline;art686,1455744)

    3. Der Gefahr, dass Griechenland nach einem freundlichen Entgegenkommen durch die BRICS die NATO- verlässt, ist nicht klein. Unter dem sehr weitsichtigen und gewandten diplomatischen Einfluss Rußlands und der Verbindung durch die neue Pipeline auch durch die Türkei kann ein solcher Schritt auch noch auf weitere bisherige NATO-Staaten überschwappen.

    (z.B.: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/05/17/vorposten-der-nato-usa-bestehen-auf-verbleib-griechenlands-im-euro/
    und: http://www.rtdeutsch.com/20346/inland/usa-ueben-druck-auf-merkel-aus-wegen-geopolitischer-bedeutung-als-nato-land-soll-griechenland-auf-jeden-fall-im-euro-bleiben/
    und http://www.geolitico.de/2015/06/19/putins-freude-am-griechen-drama/ )

    Aus den obigen Punkten ergibt sich auch zwingend die harte Haltung von Merkel und Schäuble: Zusätzlich zu ihrer offensichtlich vorhandenen kalten Rücksichtslosigkeit unmenschlichen Verhältnissen gegenüber (Griechenland-Armut, Donbass-Kriegsopfer und ignorierter MinskII –Verrat durch Kiew, kaltschnäuzig ignorierter (gestützter?) Hochverrat Deutschlands mittels BND/NSA, Kriegsbeteiligung etc. ) sind sie eben doch nur armseligste Handlanger der USA – nicht Vertreter Deutschlands auch nicht Vertreter der EU in ihrem den Völkern vorgelogenen Sinne!

    Einen Grexit würde es nur geben können, wenn Merkel bzw. unsere Regierung plötzlich „ehrlich und gut“ wird und zugibt, für wen sie arbeitet und die Fesseln abwirft, somit den Grexit zulässt und damit mindestens den Verlust des Amtes akzeptiert.

    Amtsverlust meint hier natürlich verschiedene mögliche Szenarien – Niederschreiben durch unsere transatlantisch gesteuerten MSM, „freiwiliger“ Rücktritt wg. massenhafter Fehler z.B. Hochverrats, bis hin zum Verunglücken oder offenen Ermorden mittels False-Flag-Aktionen transatlantischer Kräfte.

    Bis auf die letzte Variante – die allerdings wohl eher vorbeugend, eben zur Verhinderung eines Grexit stattfinden würde – halte ich den Eintritt solcher Ereignisse allerdings für Utopie.
    (Siehe dazu auch den CIA-Mord an Herrhausen und Ackermanns Einschätzung zu allein zu Schuldenschnitten (geschweige denn Grexit mit allen unabwägbaren Folgen für die USA: https://www.youtube.com/watch?v=e-OK0XYekzc)

    Ein Grexit würde die Weltmachtsituation der USA zu empfindlich stören, sie vielleicht final stolpern lassen. Das ist der Hauptgrund für seine Unmöglichkeit.

    Angst vor Gesichtverlust etc. sind Tarnung, damit man die immer wackligere Position dieses Erpresser -Imperiums nicht merken möge.

    • Infoliner - 29. Juni 2015

      Jonathan, das sehe ich fast genau wie Du und immer mehr Menschen erkennen diese Lage im Prinzip. Darum komme ich nicht zu dem Schluß, daß ein Wandel aussichtslos sei, sondern mit den sich entwickelnden Bewußtseinen der Menschen unausweichlich kommt. Vielleicht nicht heute aber dann eben demnächst. Ist genau wie bei TTIP: Das kommt nicht. Schon garnicht, wenn die Griechen in der EU bleiben. Ich habe zunehmend Mitleid mit den schwitzenden Handlangern von Politikern, aber die haben es sich halt so ausgesucht.

  • jabba - 29. Juni 2015

    Warum wird eigentlich aus allem und jedem eine Wissenschaft generiert…?

    Genau wie bei den transatlantischen Geostrategien ist manchmal zum tieferen Verständnis eher Sandkastenlogik angebracht. Und diese besagt, nachdem Goldman-Sucks – bestimmt nicht ohne Wissen unserer transatlantischen “Freunde” – die Griechen in den Euro gezwangswurstelt hat, die tagesaktuellen Entwicklungen vorhersehbar waren.

    Jetzt noch ein wenig Cui-Bono-Logik – und es wird klar, wer von einem sich selbst zerfleischenden Europa mit einem hausgemacht zum Tode verurteilten Euro den größten Profit zieht.

    Irgendwelche Vorschläge Eurerseits…?

  • raro - 29. Juni 2015

    “Sanierung gescheitert”

    Da sich die Griechen allen Reformen nach Kräften verweigert haben, den Staat weiterhin betrügen und dieser sich weiter aufbläht anstatt abzubauen, war ein Scheitern der Sanierung vorherbestimmt.

    Übrigens hat der neue Heroe der Linken Tsipras auch schon Verwandte und Bekannte an gut dotieren Stellen im Staatsdienst installiert. Aber auf dem Auge sind die Linken blind, weil in deren einfacher Welt, für die andere bezahlen sollen, nicht ist, was nicht sein darf.

    • Holly01 - 29. Juni 2015

      Ach raro, das ist über die Gesamtzahlen doch alles Unsinn was Sie schreiben.

      • raro - 29. Juni 2015

        Alles Unsinn?

        Soso und warum hat Tsipras auch eine Amnestie angeboten für Steuernachzahler.

        Jetzt reicht es, “Unsinn”, wo bin ich hier gelandet? Eine Frechheit ist das und beweist, dass Kommunisten wie Sie andere ausschließlich niederbrüllen und beleidigen können. Und sich dann wegen ihrer eingebildeten Menschlichkeit auch noch für sozial überlegen halten, geht ja auch nur um das Geld der anderen.

        Die hatten FÜNF (!!!) Jahre Zeit, ihren Saftladen in Ordnung zu bringen, so gut wie nichts ist geschehen, aber ich schreibe Unsinn.
        Was bringt Sie zum Glauben, dass es jetzt besser wird? Grenzenlose und angesichts der Realität peinliche Naivität!

        • Stepe - 29. Juni 2015

          Hi raro,
          wie “ausschließlich niederbrüllen und beleidigen” ich habe ,trotz Hörgerät nichts gehört. Ich weis nichts von Holly01 und sicher wird Sie oder Er, Sie nicht kennen und das sind Sie beleidigt? Das kann nur an Ihnen liegen.

          Gruß

        • SLE - 29. Juni 2015

          Hallo raro,

          nur zur Erinnerung: Die Bunderegierung hat den Steuerflüchtlingen in der Schweiz auch gewissen Vergünstigungen angeboten, falls sie freiwillig nachmelden. Solche Angebote machen Sinn – auch in Griechenland. Denn die Steuerflüchtlinge dranzukriegen, das ist juristisch ein ziemlich großes und langwieriges Problem. Außerdem ist es für den Staat auch mit Kosten verbunden. Unter dem Strich können sich solche Angebote oder auch eine Amnestie mehr einbringen, als wenn man den juristischen Weg bestreitet.

          Grüße
          SLE

          PS: Formulieren Sie Ihre Kommentare mal etwas gemäßigter. Wir haben hier alle ein großes Interesse an einer unaufgeregten, sachlichen Diskussion, denn davon profitieren wir alle. Wutausbrüche helfen nicht.

        • Holly01 - 29. Juni 2015

          Entschuldigung raro, die Wortwahl war unter aller Sau, aber inhaltlich haben Sie einfach nicht Recht.

  • Holly01 - 29. Juni 2015

    Innerhalb dieser Woche werden eine Menge Schubladen aufgehen. Es wird sich zeigen, ob und welche Änderungen am Vorgang der Staatsschuldenverwaltung politisch möglich sind.
    Es wird sich auch zeigen müssen, ob die EZB als Euro-Notenbank den Willen hat als höchstes und unabhängiges Institut ihr mandat zu erfüllen.
    Es wird sich auch zeigen, wie die EZB diesen Willen nun zum Ausdruck bringen wird, also die Ausgestaltung der EZB-Politik.

    Die ELA nicht weiter zu erhöhen, zeigt einen klaren Willen, die Griechen bis zum Referendum unter maximalen Druck zu setzen. Das positioniert die EZB an der Seite von Komission und Gläubigergruppe. Noch ist das einfach, weil die Komission sehr deckungsgleiche Interessen mit den Gläubigern hat.
    Tatsächlich sind diese Interessen in der anstehenden Krise nicht identisch.
    Während die Gläubiger sehr schnell in die “Schadensminimierung” gehen werden, kann die Komission nur auf die Zukunftspersektive setzen. Nur mit einer Perspektive kann man den Dominoeffekt der sich primär gegen Portugal und Spanien richten wird eventuell verzögern oder aufhalten. Vulgo, man müßte Spanien und Portal das bieten, was man Griechenland so theatralisch verweigert hat, eine wirtschaftliche Aussicht.

    Die EZB wird sich entscheiden müssen, welchen Kräften sie sich anschliessen wird. Die EZB wird als zentrales organ des Geldwesen in dieser Finanzkrise ein Gewicht erhalten, wie es noch kein kein zentrales EU Organ zuvor bekommen hat.
    Nun wird die absolute Macht der EZB offensichtlich und wirksam. Auch eine Zäsur in dieser Krise.
    Die Gewichte verschieben sich weg vom Europa der Staaten, hin zur EU.
    Es wird also spannend wie die Nationalisten nun reagieren und agieren. Gerade Frankreich und Italien sind interessant.

    Wie lagen eigentlich die Aktienkurse in Asien heute morgen? Schmiert China noch immer ab?
    Tja, die Amis sitzen nur auf der Kanone und warten das die Kugel raus geschossen kommt, das wird kein so leichter Ritt für Obama.
    Könnte mir denken das der ein “thx fucking EU” für uns hat ……

    • raro - 29. Juni 2015

      Unausgegorenes Verschwörungszeug.

      “Die ELA nicht weiter zu erhöhen, zeigt einen klaren Willen, die Griechen bis zum Referendum unter maximalen Druck zu setzen.”

      Das ist völliger Unsinn, das zweite Rettungspaket läuft am 30.6. aus und ab dann hat die EZB auch keine Möglichkeit mehr, die Banken in Hellas zu stützen, ohne illegale Staatsfinanzierung zu betreiben. Außerdem sind Ela-Kredite nicht dafür gedacht, dass sie am nächsten Tag von den Griechen abgehoben werden, sondern eher um die Wirtschaft am Laufen zu halten. Das sind bereits die Grenzen der absoluten Macht. Die EZB hat ihre Möglichkeiten mit den 90 Mrd. bereits bis zur Schmerzgrenze und darüber ausgedehnt und niemand, der auch nur einen Funken an Sachverstand hat, wird da widersprechen!
      So einen toleranten und ebenso nachsichtigen wie nachgiebigen Gläubiger wie die EU hat kein Privatschuldner!

      Das sind Basics Herr Holly!

      “Während die Gläubiger sehr schnell in die “Schadensminimierung” gehen werden, kann die Komission nur auf die Zukunftspersektive setzen.”

      Also noch mehr Geld gegen Versprechen, manche lernen es nie, ist ja auch nicht Hollys Geld!

      “Nur mit einer Perspektive kann man den Dominoeffekt der sich primär gegen Portugal und Spanien richten wird eventuell verzögern oder aufhalten.”
      Und wieso sollte es zu dem kommen? Wegen den pösen Spekulanten, die darauf wetten und gnadenlos für ein paar Mios ganze Staaten verheizen oder was? Irgendwelche Beispiele? Das wäre, als wenn eine Maus einen Elefanten umreißt, das geht höchstens, wenn der so blöde ist, sich vor der Maus zu Tode zu erschrecken. Man hatte fünf Jahre Zeit, genau das zu verhindern und die Zeit wurde genutzt!

      • Holly01 - 29. Juni 2015

        Hallo raro,
        “Das ist völliger Unsinn, das zweite Rettungspaket läuft am 30.6. aus und ab dann hat die EZB auch keine Möglichkeit mehr, die Banken in Hellas zu stützen, ohne illegale Staatsfinanzierung zu betreiben. Außerdem sind Ela-Kredite nicht dafür gedacht, dass sie am nächsten Tag von den Griechen abgehoben werden, sondern eher um die Wirtschaft am Laufen zu halten. Das sind bereits die Grenzen der absoluten Macht. Die EZB hat ihre Möglichkeiten mit den 90 Mrd. bereits bis zur Schmerzgrenze und darüber ausgedehnt und niemand, der auch nur einen Funken an Sachverstand hat, wird da widersprechen!
        So einen toleranten und ebenso nachsichtigen wie nachgiebigen Gläubiger wie die EU hat kein Privatschuldner! ”

        Quark. Die ELA gehören nicht zur Rettungspolitik sondern zu den monetären Instrumenten. Es gibt auch keine “Schmerzgrenze” das ist EZB ermessen.
        Das sind keine Basics, das ist Ihre Sicht und die weicht von meiner erheblich ab.

        ““Während die Gläubiger sehr schnell in die “Schadensminimierung” gehen werden, kann die Komission nur auf die Zukunftspersektive setzen.
        Also noch mehr Geld gegen Versprechen, manche lernen es nie, ist ja auch nicht Hollys Geld!”

        Quark. Das Sie nicht in der Lage sind meine Intentionen zu erfassen mag an meine eingeschränkten Dialektik liegen, aber dann sollten Sie nicht einfach etwas schreiben, sondern um Präzisierung bitten/nachfragen.
        Ich schreib Ihnen etwas zu dem Thema in einem eigenen beitrag hier drunter.

        “Nur mit einer Perspektive kann man den Dominoeffekt der sich primär gegen Portugal und Spanien richten wird eventuell verzögern oder aufhalten.”
        Und wieso sollte es zu dem kommen? Wegen den pösen Spekulanten, die darauf wetten und gnadenlos für ein paar Mios ganze Staaten verheizen oder was? Irgendwelche Beispiele? Das wäre, als wenn eine Maus einen Elefanten umreißt, das geht höchstens, wenn der so blöde ist, sich vor der Maus zu Tode zu erschrecken. Man hatte fünf Jahre Zeit, genau das zu verhindern und die Zeit wurde genutzt!”

        Exakt wegen der bösen Spekulanten. Und es gibt nicht einen Bericht über Spekulationen gegen den Euro, es gibt tausende in den letzten 6 Jahren.
        Da scheinen wir auch unterschiedlicher Meinungen zu sein.

        Sagen wir, wir können uns darauf einigen unterschiedlicher Meinung zu sein.

      • Holly01 - 29. Juni 2015

        So nun zu :
        ““Während die Gläubiger sehr schnell in die “Schadensminimierung” gehen werden, kann die Komission nur auf die Zukunftspersektive setzen.”

        Also noch mehr Geld gegen Versprechen, manche lernen es nie, ist ja auch nicht Hollys Geld!”

        Ein Zukunftsszenario, abgeleitet aus der Entwicklung seit den 1970ern:

        Es gibt einen schönen Graphen, der Gragh ist direkt neben dem ersten Absatz:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Exponentielles_Wachstum

        Wenn Sie die blaue Linie als Wachstum einer Realwirtschaft betrachten und die grüne Linie als Wachstum des Zinseszinseffektes, dann ist die Fläche dazwischen die Verteilungsmenge innerhalb der Gesellschaft.
        nach dem Schnittpunkt entnimmt die Gesellschaft die Zinsen nur noch aus der Geldmenge und verteilt auch nur noch aus der Geldmenge.
        Das funktioniert, bis das Geledmengenwachstum eine Grenze erreicht, bei der pro geschöpfter Geldeinheit nicht mehr Wachstum, sondern Depresion entsteht, weil der Zinseszinseffekt stärker ist, als der Nutzungsgewinn während des Geldumlaufes.

        Sie würden nun “basics” schreiben.

        Was bedeutet das?
        Das bedeutet eine Gesellschaft kann sich selbst über Arbeite und die Abgaben auf Arbeit finanzieren. Das funktioniert aber nur eine begrenzte Zeit. So lange der Abstand der Wachstumslinien groß ist, kann die Finanzierung über Arbeit erfolgen ohne übermässig konsumdrückend zu wirken.
        Wird der Abstand aber kleiner, muss die Finanzierung weg von der Arbeit und hin zum Warenverkehr und und zum Kapitalmarkt erfolgen.
        Am Schnittpunkt (in Schland etwa Anfang der 1970er) dürfte Arbeit gar nicht mehr mit Abgaveb belastet werden.
        Der Staat müsste sich ausschliesslich aus dem Warenumlauf und dem Kapitalmarkt finanzieren.
        Ist das Erfolgt? Nopes, nicht ein bischen…..

        Heute:
        In der jetztigen Situation müsste der Staat sich vollständig aus dem Kapitalmarkt finanzieren. Selbst die Mehrwertsteuer ist als Konsumbremse unsinnig geworden.
        Der Staat muss das geld dort holen wo es ist und nicht dort, wo es als Konsum die Resterampe der realen Wirtschaft am Laufen hält.
        Normale Arbeitnehmer dürften kredit nur noch in wenigen Einzelfällen erhalten. Konsumkredite sind kaum noch sinnvoll. Leasing wäre eine Möglichkeit, aber keine wirklich gute.
        Der Staat müßte sich auch zu 100% finanzieren und nicht in einer schwachsinnigen Agenda 2010 den Leuten Geld schenken die sowieso nicht wissen wohin (Anlagenotstand), um es dann bei den Leuten zur schwarzen Null herauszuquetschen, wo es maximal Konsumdämpfend und Dienstleistungsmordend wirkt.

        Das ist alles schon irre lange bekannt. Das und vieles mehr (bedingungsloses Grundeinkommen, Neuverteilung von Arbeit usw usf) ist alles hinreichend bekannt.

        Wenn Sie nicht wissen was ich meine dann würde ich es bevorzugen Sie fragen, statt iwas in den Raum zu stellen.
        Danke

  • Gasvorkommen in Griechenland - 29. Juni 2015

    Griechenland hat derzeit ein zeitweiliges Liquiditätsproblem ! Komplett verschwiegen und garnicht auf dem Radar sind die Öl- und Gasvorkommen von Griechenland !

    Im ganzen östlichen Mittelmeer hat man inzwischen größere Gasvorkommen gefunden, u.a. zwischen Zypern und Israel das Feld Leviathan (Gasvorkommen reicht alleine hier aus die Israelis für die nächsten zig Jahre zu versorgen!), rund um Zypern und auch bei Griechenland (siehe hier u.a. die Artikel von Dirk Müller – auch in seinem Buch Showdown)

    Warum haben wohl die Israelis vor kurzem mehrere Korvetten in Deutschland für 430 Mio. Euro bestellt ? Zur Sicherung ihres Gasfeldes, welches an der ägyptischen Grenze liegt !

    Es gab in den letzten Jahren mehrere Mittelmeer Gas- / Ölkonferenzen. Es gibt Hinweise, dass die Griechen aktuell in Verhandlungen bzgl. der Vergabe von Lizenzen für ihre Gasfelder sind.

  • mitwisser - 29. Juni 2015

    Dass Griechenland seine Staatsschulden bis 2007 noch im Griff hatte, sehe ich anders. Die waren damals schon faktisch überschuldet, aber noch verschleiert durch ein aufgeblasenes BIP, welches zu großen Teilen auf schuldenfinanziertem Konsum und aufgeblähten staatlichen Transferzahlungen beruhte. Nicht zu vergessen die erheblichen Transfers aus Brüssel, die zwar strukturell wenig weiter brachten, aber den Konsum letztlich mit am laufen hielten. Veruntreute Strukturgelder landen ja auch im Land und fliessen in den dortigen Konsum, zumindest in Teilen.
    Die Volkswirtschaft hatte schon damals keine Substanz mehr und hat sich durch die folgenden Maßnahmen weiter verschlechtert.
    Ganz nüchtern betrachtet, müsste Griechenland mit einem pro Kopf-BIP neu starten, das sich an den unmittelbaren Nachbarn orientiert. Keine erfreuliche Aussichten, das ist mir völlig klar. Aber ohne Großsponsor ist das eine realistische Erwartung.

  • Stepe - 29. Juni 2015

    Hallo
    ich denke das “Die nun zur Schau gestellte Empörung vieler Politiker über ….” ist seit jeher was die Blutspur oder Brandspuren des IWF und Weltbank verschleiern. ( bei den Pünktchen jedwedes Land)
    Was jetzt wie immer passiert, es wird zur Schuldfrage und hat “mensch” einen Schuldigen hat der Tag Struktur. Das wird geliebt, wenn mensch sich bei den guten wähnt.
    Die Apologeten sind überall zu finden.
    Mag ja sein das es “besser” ginge mit Griechenland, so wie SLE es schreibt. Dann passiert es eben etwas später. Es ist System immanent das es zu den Krisen kommt. Im Grunde wird es auch immer wieder beschrieben, denn was anderes ist die fragilität von Italien, Frankreich und den Iberer.
    Dabei sollte mensch sich immer durch den Kopf gehen lassen das mehr Lebensmittel weggeschmissen werden als verbraucht, gleichzeitig kriecht Hunger durch Europa.

    Grüße
    Stepe

  • Erino - 29. Juni 2015

    Wenn man die Antiausteritätsfraktion ernst nimmt, dann wäre die beste Lösung wohl jeden Arbeitslosen in Griechenland als Beamten einzustellen, und das ganze mit einer Euroweiten etwa 8%igen MWSt.-Erhöhung zu finanzieren. Garantiert würde dann das BSP in Griechenland gewaltig wachsen, schliesslich zählt das Gehalt der Beamten, selbst wenn sie nichts tun, ja auch zum BSP, und mit den neuen Gehältern würde natürlich auch der Rest der (Import-)Wirtschaft gewaltig wachsen. Genau das war doch (etwas kleiner) das Modell der Regierungen bis zur Krise.

    Sarah hat schon recht, auf Dauer ist wirtschaften nur möglich, wenn Ausgaben und Einnahmen in vernünftiger Relation zueinander stehen (bei uns ist dies auch nicht der Fall).

    • Stepe - 29. Juni 2015

      und schon sind die Arbeitslosen weg und mit Griechenland geht es bergauf.

      • Holly01 - 29. Juni 2015

        Nach der Logik wäre das beste Mittel gegen die Krise, daß die NATO Luftangriffe auf Wohnviertel in den Krisenländern fliegt.

        • Stepe - 29. Juni 2015

          so machen es im Augenblick die Amerikaner, die SPD und die Grünen haben seit dem Balkan damit aufgehört und Frau Merkel zeigt das es auch anders geht.

    • Querschuss - 29. Juni 2015

      Hallo Erino,
      aggregiert als Volkswirtschaft nehmen “wir” in Deutschland wesentlich mehr ein, als wir ausgeben, ergo andere müssen mehr ausgeben, als sie einnehmen oder auch, dass deutsche Geschäftsmodell basiert darauf, das andere Volkswirtschaften sich verschulden. Ich bin mir nicht sicher, ob du auch darauf hinweisen wolltest, gehört aber zum Gesamtbild dazu :)

      Griechenland ist nur ein bereits offensichtlichen Symptom für brachiale Fehlentwicklung, der von außenwirtschaftlichen Ungleichgewichten, die auch zu ausufernden Nettoauslandsschulden bei anderen Volkswirtschaften führen:
      http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2015/06/D399.png
      http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2015/06/D3981.png

      Irgendeiner muss die Nettoexporte ja finanzieren, in der Regel ist das der Nettoexporteur als Volkswirtschaft selbst. In einem fortgeschrittenen Stadium sind auf der anderen Seite eben nur noch überschuldete Volkswirtschaften, da hilft der einseitige Vorwurf, die hätten eben nicht mehr ausgeben sollen, als sie einnahmen, herzlich wenig :)

      Gruß Steffen

    • SLE - 29. Juni 2015

      Hallo Erino,

      das wird schon sehr schwer werden, die griechische Wirtschaft so aufzubauen, dass sie das Land trägt. Keine Frage.

      Allerdings ist Griechenland exportschwach aufgestellt und deswegen ist die Binnennachfrage das einzige, was zunächst genutzt und ausgebaut hätte werden können. Das Problem mit der Troika-Sanierungskonzeption aber ist, dass sie genau dies unmöglich gemacht hat. Sie hat die Nachfrage massiv geschwächt und Hunderttausende griechische klein- und mittelgroße Firmen in die Pleite oder zur Aufgabe getrieben. Was wir jetzt in Griechenland haben, das ist wirtschaftlich gesehen schon so etwas wie “verbrannte Erde”. Es wird dadurch bedingt noch schwieriger und zeitintensiver, die griechische Wirtschaft zu entwickeln.

      Ich habe vor diesem Hintergrund hier immer wieder darauf hingewiesen, dass zur Entwicklung der griechischen Wirtschaft (für ausgewählte Branchen/Produkte) Importzölle oder besser gesagt temporäre “Schutzzölle” wahrscheinlich am besten geeignet wären. Die beiden anderen Möglichkeiten sind m.E. entweder ungeeignet, um dies zu erreichen (Austeritätspolitik) oder politisch nicht gewollt und von den ökonomischen Folgen heikel (Ausstieg aus dem Euro).

      Man muss bei der Frage nach der geeigneten oder besten Lösung leider anerkennen, dass es einen historisch vergleichbaren Fall einschließlich erfolgreicher Lösung nicht gibt. Wer also eine in sich schlüssige Lösung mit Erfolgsgarantie erwartet, der erwartet eindeutig zu viel. In jedem Fall aber wurde bisher eindeutig viel zu viel Zeit und Geld verplempert, anstatt nach sinnvolleren Alternativen zum austeritätspolitischen Sanierungskonzept der Troika zu suchen.

      Und nicht zu vergessen: Hier geht es – auf Seiten der Gläubiger – definitiv um ein sowohl ökonomisches als auch politisches Dogma. Das heißt für Griechenland und Europa, es geht im Grunde um nicht weniger als einen Paradigmenwechsel.

      Viele Grüße
      SLE

  • Holly01 - 29. Juni 2015

    Makroökonomie, die Diskussionsleitung ist war absolut unfähig, aber trotzdem:

    https://www.youtube.com/watch?v=zEdMdNneUo0

  • MFK - 29. Juni 2015

    Verstehe die Aufregung nicht. Geht doch nur um ungedecktes Papiergeld. Wenn es alle ist, machen wir uns neues.

  • zykliker - 29. Juni 2015

    es ist wirklich immer wieder amüsant zu beobachten, wie jeder mit seiner Argumentation an dem Glied der Gedanken- / Kausalkette aufsetzt, die seine Weltsicht zu stützen scheint:

    Wie bei Kleinkindern, wenn der Streit eskaliert und vor dem elterlichen Gerichtshof landet, zeigt der eine auf den anderen: der hat angefangen, der andere wehrt sich: nein der hat aber dies und das gesagt/getan. Es ist dann meist schwierig, die Kausalkette bis zum Anfang aufzudröseln, nur um entweder ein Mißverständnis heraus zu arbeiten, oder eine Bösartigkeit, die aber ihrerseits auch wieder nach einer psychologischen Ursache heischt.

    Wenn der konservative Abkürzungsdenker sagt, die griechische Wirtschaftsentwicklung seit 2001 sei nicht nachhaltig, unsolide, nur auf Pump gebaut, konsumptiv…., dann ist das natürlich völlig richtig, ignoriert aber geflissentlich deren Ursachen, die eben nur teilweise bei den Griechen selbst zu suchen sind. Wie soll eine griechische Wirtschaft mit einer viel zu harten Währung gegen die von anderen Ländern aufgepäppelten Großkonzerne konkurrieren können?
    Oder: wer einem Alkoholiker Geld leiht und obendrein zusieht, wie der das nicht in ein tragfähiges Geschäftsmodell investiert, sondern am Nebenkiosk der Bank in “Flüssige Nahrung” eintauscht, diesem armen Tropf auch noch das neuste Auto auf Pump verkauft, weil er darauf vertrauen kann, dass “Mutti” ihm dereinst den Faulen Kredit ersetzen wird, der ist selbst ein Gangster, bei anderen Drogendeals nennt man so etwas “Organisiertes Verbrechen.”

    Wer nur aus reiner Empathie die verordneten Rosskuren ablehnt, springt auch zu kurz, weil diese Kuren natürlich trotzdem sein müssen, aber eben doch bitte in Kombination mit Maßnahmen, die Wirtschaft und Menschen nicht umbringt (Investitionen in tragfähige Geschäftsmodelle und eine Währung, die das nicht sofort wieder zerstört).

    Es muß also beides sein: Reformen langfristig incl. Investitionen (“Marshallplan”), und humanitäre Hilfe zum kurzfristigen Überleben. Beides ist kurzfristig ohne weitere Schulden nicht möglich.

    Dass die Troika in ihrer quasireligiösen Verblendung und wider besser mögliches Wissen (Brüning) einseitig die Austeritskeule schwingt, hat große Ähnlichkeit mit der mittelalterlichen Symbiose von geistlicher und weltlicher Macht im Interesse einer im sozialen Orbit schwebenden Oberschicht.

    Das Gezeter der Hinterbänkler incl. Stoiber/Seehofer klingt dabei wie die geifernden Exorzismusformeln beschränkter Mönche, die es im Kloster gerade mal zum Kopisten oder phantasievollen Illustrator gebracht haben.

    • Stepe - 29. Juni 2015

      eine Frage, sind Sie Kleinkind und sitzen vorm Spiegel?
      Wie soll es anders gehen “die seine Weltsicht zu stützen scheint” oder reden wir von Irrenhäusern?

      Gruß

      • zykliker - 29. Juni 2015

        als Kleinkind habe ich bis vor kurzem noch den Spiegel gelesen; als Pubertierender habe ich dann die Hände vor die Augen gehalten und der Welt zugerufen: Ihr seht mich alle nicht. Als BWL-Student habe ich die Priesterweihe erhalten. Und jetzt, als Erwachsener bestaune ich nicht nur die “Jesuiten vom Orden des wahren Glaubens an den Markt,” die ja eigentlich nur ihren Herren vom Goldenen Kalb dienen, sondern auch Weltverbesserer, die in ihrem Eifer einen Text von 10 Sätzen nicht zu Ende lesen können, sondern schon zu Beginn so viel Schaum vorm Mund bekommen…

        Ja, die Welt ist ein Irrenhaus, ich bin der einzige Insasse, deute nach draussen und freue mich, dass alle anderen eingesperrt sind, und interpretiere Schopenhauers “Welt als Wille und Vorstellung” so eigenwillig, dass keiner die Welt so sehen kann, wie sie ist, sondern nur eine mehr oder minder ideologisch gefärbte Vorstellung davon hat; früher nannte man das Religion. Und einen freien Willen hat sowieso kaum einer, der gehört den irdischen Gottesdarstellern.

        Aber ich freue mich über jeden, der mit mir spielen will.

        Viele Grüße und Nix für ungut

  • Delta120 - 29. Juni 2015

    Tsipras spielt das Spiel perfekt. Er ist, egal was die Gläubiger sagen, bei der Volksabstimmung dagegen. Wenn also die Gläubiger Griechenland halten wollen, dann müssen sie ein Angebot abgeben, was das Volk akzeptiert. Besser geht es nicht.

    Schon jetzt wird klar, dass die Gläubiger kaum darauf eingehen können und damit ist das Spiel aus. Damit beginnt das nächste Spiel Griechenland in EU / Nato oder bei Putin. Es ist damit zu rechnen dass die Falken der Neoliberalen den Rauswurf anstreben und so eine Eindämmung linker Ideen in der EU erhoffen. Der Verlust Griechenlands an Putin ist für jene ein zu erbringendes Opfer in der Hoffnung auf ein abschreckendes Beispiel für andere Länder.

  • Bubblegum - 29. Juni 2015

    @Sarah
    „und wieder werden die falschen schlussfolgerungen gezogen. ein kredit kann nicht aufgezwungen, sondern nur nachgefragt werden. die kausalität läuft daher nur in eine richtung.“
    Das ist historisch gesprochen schlichtweg dummes Zeug.
    Lesen Sie mal die Geschichte des Dawes und Young – Plans nach.
    Klassische Beispiele für aufgezwungene Kredite!

    „steigt dabei die geldnachfrage, steigt automatisch der geldwert, das heisst es setzt eine säkuläre deflation ein.

    Es wäre nett, wenn Sie sich mal ausführlich mit dem Wesen des Geldes befassen würden. Kenawis Geschichte des Geldes wäre für den Anfang nicht schlecht!

    Geld ist, wie Sie richtig bemerken, nur ein Katalysator, um Tauschakte zu beschleunigen und zu erleichtern. Als Wertmaßstab zeigt Geld nur die Wertentwicklung der Tauschobjekte an.

    Allenfalls der Zins ( als Maßstab für dessen zeitweise Überlassung und das damit verbundene Risiko) und seine Entwicklung zeigt Knappheiten in der Geldmengenentwicklung an.

    Viele Grüße Bubblegum

    • Sarah - 30. Juni 2015

      bubblegum: bitte sprachlich immer anständig bleibeb.

      zwangskredite gibt es, um die geht es hier aber nicht. nicht ablenken bitte.

      Geldaufwertung haben sie offensichtlich nicht verstanden. da sollten sie besser mal selbst hinter die bücher.

      danke für den versuch.

  • Holly01 - 29. Juni 2015

    “Eine ganz einfache Frage: Wenn die armen Hellenen so gepeinigt sind, wie die
    Linken das denken, wie konnten die dann in einem halben Jahr um die 50 Mrd. und mehr von ihren Konten abheben? Die Millionäre haben ihre Kohle schon 2010 in Sicherheit gebracht, also die fallen raus!”

    Das ist ganz einfach. Die Leute haben alle Konten leer gemacht die eine Wirtschaft kennt. Alle Sparverträge wurdengekündigt, alle Lebensversicherungen gekündigt, alle ausgezahlten Kredite wurden nicht zweckgebunden verwendet, alle laufenden Zahlungen gestopt, um die Portokassen auflösen und abheben zu können.
    Das Land steht in einem Zustand der wirtschaftlichen Agonie.Keiner bekommt das geld aus berechtigten Rechnungen, das Geld wurde abgehoben.
    Es gibt keine Löhne, ausser in bar und das wird sich jeder Chef gut überlegen, denn Material gibt es auch nur noch gegen Bargeld.
    Die Banken haben das gesamte Volumen der Giralgelder ausser Haus und sind buchtechnisch blanck.
    Und DAS ist die direkte Folge der EU-”Rettungspolitik”, denn die Helen verhalten sich absolut rational.

    “Ich finde, je besser die Leute sich dank Netz informieren könne, desto größer werden die Scheuklappen und das Allgemeinwissen ist seit dem Internet in bedenklicher Weise gesunken!”
    Ja das MUSS Ihnen auch so vorkommen. Sie lassen sich von den falschen Medien informieren, leben in einer Scheinwelt und haben gar keine Chance zu verstehen, was um Sie herum geschieht.
    Dann kommen Sie aber auch nicht zum jammern in einen Blog wo die meisten Kilometer weiter sind und sich seit jahren informieren. Lesen Sie weiter blög und der Schmerz läßt schnell nach und die Welt hat Struktur.
    Und nein, das sollte nicht qualifizirete Kritik sein, das sollte schon weh tun.
    Informieren Sie sich bitte besser ….

  • Traumschau - 30. Juni 2015

    Na, so kann es gehen …

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/hedgefonds-die-leute-drehen-durch-1.2542904

    Da holen sich vermutlich gerade diejenigen eine blutige Nase, die in der Vergangenheit sehr gut an den vorhersehbaren “Rettungen” verdient haben.
    Ob unsere “marktkonforme” Kanzlerin ihr Steckenpferd plötzlich aufgibt und GR fundamental entgegen kommt? Ich bin sehr gespannt – oder auch nicht …
    LG Traumschau

  • Andres Müller - 30. Juni 2015

    Ich komme nicht aus dem beruflichen Umfeld der Ökonomie. Ich sehe die Probleme (“…worum es wirklich geht”) aus einer etwas anderen Perspektive. Aus meiner Beobachtung haben die Europäer noch immer das Problem, dass sie die sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede in Europa marginalisieren, wohl um die vielen Banken und alten Strukturen zu schonen, aber auch aus einer sozialen Schwächephase heraus. Auffällig ist nämlich, in Europa gibt es sehr wenig Frauen in Finanzberufen, besonders in den stark überschuldeten Staaten nicht. Selbst die Chinesen haben sich bei Frauenrechten gegenüber Europa verbessert, so dass inzwischen 20% der neuen Forbes Milliardäre Chinesinnen sind. Dieses Potential wird in Europa auf tragische Weise zu wenig ausgenutzt, man hat vor allem im Süden und Osten Europas hier noch viel nachzuholen. Ein guter Teil des Wiederaufstiegs in den USA kommt vom sozialen Umbruch der dort gerade stattfindet, mehr Rechte für Frauen (und leistungsfähiger Minderheiten wie Homosexuelle und Farbige). Es wäre kein Zufall wenn die nächste Präsidentin in den USA eine Frau wäre, während dessen Europas PolitikerInnen vielerorts noch von führenden Positionen träumen müssen. Aus meiner Sicht haben genau dort Frauen wenig Chancen, wo Korruption und Vetternwirtschaft die wirtschaftliche Entwicklung lähmt. Es ist wohl kaum ein Zufall, Die geringste Frauenerwerbsbeteiligung existiert in Griechenland und Polen mit unter 48 Prozent, und Malta mit knapp 35 Prozent. Besonders stark betroffen von Arbeitslosigkeit sind Frauen in Griechenland und Spanien, wo Frauen doppelt so häufig erwerbslos sind als Männer.

    • Holly01 - 30. Juni 2015

      Hallo Hr. Müller,
      ich sehe das exakt anders herum, wenn es um die reine Erwerbsquote geht. Die höhere Erwerbsquote von Frauen erzwingt die fortschreitende Verzinsung der Geldmenge. Die Geldmenge muss über erweiterte Nutzung dazu herhalten, den Zins/Zinseszins entnehmen zu können.
      Sie benötigen einfach eine Umstrukturierung von Arbeit, damit mehr Leute in den Geldfluss reinkommen.
      So gesehen ist die Erwerbsquote für Frauen in Gesellschaften mit höherer Geldverdichtung bei den 1% und höherer privater Verschuldung selbstverständlich.

      Bei den gesellschaftlichen Benachteiligungen gegen Frauen haben Sie aber eindeutig Recht. Diese verklemmte Gender Geschichte die man in Europa als “betreute Gleichberechtigung” bezeichnen muss ist an weiten Teilen der Bevölkerung schlicht abgeprallt.
      Das selbst die intelektuelle Elite nicht dazu fähig ist eine geschlechtsneutrale Aufstiegsregelung zu finden spricht ja auch für sich.
      Die Quote für DAX Vorstände ist mit “peinlich” nur unzureichend beschrieben. Da bin ich ganz bei Ihnen.

  • Sarah - 30. Juni 2015

    hier sieht man, wie brüssel griechenland mit dem rauswurf aus dem euro erpresst, und wie sich griechenland dagegen wehrt: http://www.zerohedge.com/news/2015-06-29/greece-threatens-unprecedented-injunction-against-eu-block-grexit

    Ich weiss nicht, wie sich das Menschen erklären, die den Euro als “Zwangsjacke” sehen und die Drachme als Erlösung.

    Ich weiss auch nicht, was Menschen denken, die meinen, mit einem Schuldenschnitt sei alles gelöst. Was sagen diese Menschen Italien, Spanien, Portugal, selbst Frankreich, die dann auch so einen Schuldenschnitt wollen? Und gilt dann in Zukunft, Schulden müssen nicht mehr bezahlt werden?

    Leutchen, es ist nicht so einfach wie ihr meint.

    • Holly01 - 30. Juni 2015

      Hallo Sarah,
      Sie unterschätzen die Ängste. Wenn Schland aufhört Exportjunkie zu sein, fallen 200Mrd. Exportvolumen weg. Das bedeutet das (selbst eine sehr gute Weiterverarbeitungsquote angesetzt) mindestens 100Mrd. Importe wegfallen.
      Dazu kommen noch Millionen Arbeitsplätze die weg wären.
      Die Ersparnisse würden zu einem großen Teil ausfallen.
      Das deutsche BIP würde um einen zweistelligen Wert einbrechen.

      Sehen Sie, selbst Menschen die ökonomisch nicht Ihr Wissen haben, riechen das der Fisch stinkt. Seit der Agenda 2010 spart der Staat das Geld primär an den unteren 66%.
      Die 1% würden wahrscheinlich mit den Schultern zucken, aber die 66% ständen vor der sozialen Wüste.

      Die MM bedienen exakt immer diese Ängste. Nur nix ändern. Das muss alles so sein, die anderen sollen sich halt mehr Mühe geben, wir haben es drauf und malochen für das bischen Wohlstand …. bla fasel blubb
      Aber die Ängste sind real.
      Die Leute machen es sich nicht einfach, dei Leute wissen keinen Ausweg und es wird auch keiner aufgezeigt.
      Die Bevölkerung in Schland ist genau so in der geistigen Geiselhaft, wie die griechische ….

      • Stepe - 30. Juni 2015

        zu Deutschland ist das was Sie skizzieren immer noch ein Luxusproblem. ich habe leider noch nicht finden können was Italien und Frankreich zu zahlen hätten wenn die Griechen “weg” wären und in wie weit es die Wirtschaft tangiert.

        • Holly01 - 30. Juni 2015

          Hallo Stepe,
          aus meiner Sicht scheint es nicht um Griechenland zu gehen. Der Punkt ist, daß Deutschland als verlängerter Arm der USA die europäische Halbinsel unter Kontrolle bringen soll.
          Was wir erleben ist die Bildung des Doppeladlers, wie sie die römische Republik gezeigt hat.
          Mal arbeite man zusammen, mal arbeitet man sich zu und man setzt auch mal konkurierend auf verschiedene Optionen. Aber man läßt nie einen dritten am Futtertrog zu.
          Es ist eine Option von vielen, was gerade passieren könnte, aber es ist nicht die die mir am besten gefällt.

  • Georg Trappe - 30. Juni 2015

    Rede von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel auf der Veranstaltung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft „Erfolg mit Verantwortung – made in Germany: die Soziale Marktwirtschaft“ am 2. Juni 2009 in Berlin:

    http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Bulletin/2009/06/66-1-bkin-soziale-marktwirtschaft.html

    Und 2011:
    Europa will Athen ein bisschen pleitegehen lassen

    Das neue Hilfspaket für Griechenland könnte massive Konsequenzen haben: Merkel und Sarkozy wollen auf dem EU-Sondergipfel durchsetzen, die privaten Gläubiger in die Pflicht zu nehmen. Das könnte für Griechenland das Urteil der Ratingagenturen provozieren, vor dem alle zittern – den Zahlungsausfall.

    http://www.sueddeutsche.de/geld/gipfel-zur-griechenland-krise-europa-riskiert-den-ernstfall-1.1122849

    Und 2015:

    US-Ökonomen empören sich über Europas “Inkompetenz”

    Jeffrey Sachs, Paul Krugman und Barry Eichengreen geben der Troika die Schuld an der Griechenland-Krise. Sie loben das Verhalten von Tsipras – und fordern vor allem von Deutschland mehr Verständnis.

    http://www.welt.de/wirtschaft/article143285340/US-Oekonomen-empoeren-sich-ueber-Europas-Inkompetenz.html

  • Traumschau - 30. Juni 2015

    Mein Leben als Heuschrecke im Griechenland-Drama:

    http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/europa/europaeische_union/760048_Mein-Leben-als-Heuschrecke-im-Griechenland-Drama.html

    Diese Geschichte sollte jedem, der in der Lage ist, einen klaren Gedanken zu fassen, die Zornesröte ins Gesicht treiben.
    LG Traumschau

  • Traumschau - 30. Juni 2015

    “Nein zur Sparpolitik ! Ja zur Demokratie !”

    Hier ist ein link zu einer Petition mit Bitte um Weiterverbreitung:

    http://www.altersummit.eu/accueil/article/nein-zur-sparpolitik-ja-zur?lang=en

    Ein weiteren Appell „JA zu Demokratie und Volksabstimmung in Griechenland – NEIN zur Erpressung Griechenlands durch IWF, EU und Berliner Regierung“ von bekannten Persönlichkeiten/Wissenschaftlern gibt es hier:

    http://faktencheckhellas.org/appell-ja-zu-demokratie-und-volksabstimmung-in-griechenland-nein-zur-erpressung-griechenlands-durch-iwf-eu-und-berliner-regierung/

    LG Traumschau

  • Traumschau - 30. Juni 2015

    “Lügenpresse auf Hochtouren: ZDF-heute verkauft Syrizas “Nein”-Demo gegen Austerität als Pro-Euro-Demo”

    https://propagandaschau.wordpress.com/2015/06/30/lugenpresse-auf-hochtouren-zdf-heute-verkauft-syrizas-nein-demo-gegen-austeritat-als-pro-euro-demo/

    So viel zum Thema “sachliche Berichterstattung” unserer “Qualitätsmedien”!!

    • Holly01 - 30. Juni 2015

      Kein Wunder das man Mahnwachen, Pegida und ATTAC (Geldwesen-Projekt) auseinandergetrieben hat, Spaltpilze installiert hat und die MM entweder (ver-)schweigen oder diffamieren.
      Nun geht der Meinunsgkrieg in die nächste Runde.
      Die Information als Waffe bekommt zunehmend schärfe.
      Damit nimmt aber auch die Ausgrenzung zu, wer nicht Freund ist, der ist automatisch Feind……

      • Traumschau - 30. Juni 2015

        “Teile und herrsche!”

        Dieses “Spiel” ist wahrscheinlich so alt wie unsere Welt. Leider gibt es noch zu viele Menschen, die dieses Spiel nicht durchschauen.
        LG Traumschau

  • Traumschau - 30. Juni 2015

    Noch eine Bitte an alle:
    Bitte verbreitet so schnell und zahlreich wie möglich die gerade erschienen Videohinweise, die gerade auf den “Nachdenkseiten” veröffentlicht wurden. Das ist Information vom allerobersten Bord!!

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=26602#more-26602

    Herzliche Grüße
    Traumschau

  • Traumschau - 30. Juni 2015

    “Die US-Krisenprofiteure werden langsam nervös”

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-06/griechenland-krise-schuldenstreit-usa-hedgefonds-investitionen-new-york

    Die Zocker zeigen Nerven!

    So, jetzt ist aber erst mal Schluß … :-)
    LG Traumschau

    • Eurelios - 30. Juni 2015

      So, jetzt ist aber erst mal Schluß … :-)

      Dein Wort in Gottes Ohr.

      Das Thema Griechenland ist so was von ausgeluscht mehr geht gar nicht.

      Es geht doch eigentlich nur noch weltweit um den Spruch von Warren Buffet:

      Reich gegen Arm, und meine Klasse, die Reichen, die gewinnen gerade.

      Und die “Reichen“ werden halt jetzt nervös. Sollte das kleine Griechenland
      sich durchsetzen mit dem Schuldenschnitt wäre das ein fataler Rückschlag
      für Buffet und Co.

    • Georg Trappe - 1. Juli 2015

      Ich zitiere mal aus dem ZEIT Artikel:

      ” “Ihr Geschäft ist es, mit dem Risiko zu spielen, manchmal geht es gut, manchmal nicht”, fasst James Angel zusammen, Finanzprofessor an der McDonough School of Business der Georgetown Universität in Washington. Volatilität schaffe enorme Gewinnmöglichkeiten. “Genau das macht jemanden wie John Paulson so erfolgreich”, sagt Angel. Das aus heutiger Sicht als falsch zu kritisieren, sei einfach.”

      Was offenbar alle “Finanzprofessoren” dieser Welt nicht verstehen oder uebersehen ist, dass dieses “Spiel” mit den enorm volatilen Gewinnmoeglichkeiten=Verlustmoeglichkeiten staendig wiederholt, zwingend einen Konzentrationsprozess ausloest, an dessen Ende einige wenige Alles haben und sehr viele Nichts. Und die Rate mit der die Ungleichheit dabei ansteigt, ist um so groesser je hoeher die Streuung der Gewinn-/Verlustmoeglichkeiten ist.

      Eine Wirtschaftsweise in der das zentrale Motiv “Mehr” und ein Wettbewerb um das groesstmoegliche akkumulierte Vermoegen die Dinge antreibt, hat nach einer gewissen Zeit und unter den gegebenen Bedingungen zwingend das zur Folge, was wir z.Zt. erleben.
      Es sei denn man installiert ein Korrektiv.
      Wenn man das nicht tut, sondern wie in den vergangenen drei/vier Jahrzehnten jede Regulierung, die die Streuung der Gewinne/Verluste eindaemmt, ueber Bord wirft und die wenigen korrektiven Massnahmen, die diesem Konzentrationsprozess entgegegen wirken, aufhebt, dann ist das Ergebnis keine Ueberraschung. Dann gibt es einige wenige Menschen die in 35 Jahren ihre erste Million ver80000fachen, also ihr Vermoegen 35 Jahre lange Jahr fuer Jahr um 38% wachsen lassen koennen, und sehr viele Menschen die in Not geraten. Dann gibt es einige Staaten, in denen sich irrsinnige (Papier)Vermoegen anhaeufen und Staaten, die gnadenlos in den Schulden untergehen.
      Fargione et. al. haben das in einem Aufsatz aus dem Jahr 2011 sehr schoen dargelegt.
      http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0020728#aff1
      Sie schreiben da zwar “nur” ueber Unternehmen/Unternehmer, aber wenn man das Phaenomen als ein generelles / skaleninvariantes erkennt, dann begreift man, welche Tragweite diese Sache hat.
      -
      Die ganze endlose, vollkommen fruchtlose und im Kreis verlaufende Diskussion hat ihre Ursache in der Ignoranz gegenueber diesem Phaenomen.

      Wirtschaftliches Wachstum ist unter den gegeben Bedingungen immer von Konzentrationsprozessen begleitet, da wirtschaftliches Wachstum immer auf einen stochastisch multiplikativen Prozess zurueck geht. Das betrifft in besonderem Mass die Finanzsphaere (aufgrund der extrem gespreizten Renditemoeglichkeiten im Finanzcasino) aber auch die Realwirtschaft (jede Unternehmung ist auf die Zukunft gerichtet und damit Risiko behaftet). Und derartige Wachstumsprozesse, in denen die Renditen=Wachstumsraten streuen, erzeugen immer rechtsschiefe Verteilungen der Bestaende und zehren damit ab einem gewissen Punkt an der Resource gesellschaftliche Kohaesion.
      Irgendwann wird es fuer sehr viele Menschen unertraeglich in einem Paradies mit ewigem Wachstum zu leben und gleichzeitig zu den staendigen Verlierern zu gehoeren.

      • MartinR - 1. Juli 2015

        ****

        Diese Sachverhalte sollten die Mainstreammedien mal entsprechend publlizieren,
        und wir hätten sehr schnell ein Korrektiv.

      • SLE - 1. Juli 2015

        Hallo Herr Trappe,

        Sie haben das wieder mal sehr gut auf den Punkt gebracht. Ohnehin sind wir uns da ja schon lange einig, obwohl wir uns mit diesem Problemkomplex aus unterschiedlicher Perspektive – Ingenieur – Ökonom – genähert haben.

        Zur ergänzen bleibt eigentlich nur die zentrale Konsequenz: es gibt keinen Selbstregulierungsmechanismus auf Märkten, der die Prozesse dauerhaft und eben selbsttätig, das heißt ohne korrigierende Eingriffe von außen (Staat), unter Kontrolle hält und damit verhindert, dass wir diese massiven und sich immer weiter vergrößernden Ungleichgewichte (nicht nur beim Vermögen!) bekommen.

        Der Ansatz der Troika setzt aber exakt auf diese Selbstregulierungskräfte und welch Wunder, dass das im Falle Griechenlands nicht funktioniert, sondern im Gegenteil die Wirtschaft weiter in den Keller fährt.In der Tat kann sich darüber nur jemand wundern, der die fundamentalen Funktionszusammenhänge der Märkte, so wie Sie sie hier gerade schildern, nicht verstanden hat. Genau deswegen habe ich seinerzeit meinem eigenen Blog den Untertitel “Die Finanzmarkt- und Weltwirtschaftskrise zu überwinden setzt voraus, dass sie verstanden wird” gegeben. Klar, dass das kein Mainstream-Ökonom wahrhaben will, aber das ist das Kernproblem bei der Überwindung der Krise, die immer wieder aufbrechen wird, so wie jetzt in Griechenland bzw. wegen Griechenland.

        Viele Grüße
        SLE

        • Querschuss - 1. Juli 2015

          Hallo SLE,
          das sich der Markt nicht selbst reguliert und es immer Konzentrationsprozesse, Akkumulation von Marktmacht und Kapital geben wird bzw. auch der Markt genau dies impliziert, da sind wir uns inkl. Kollege Trappe einig! Deshalb bedarf es ja eines Staates, aber eben nur einem, der das gesamtwirtschaftliche Wohl im Interesse hat, nicht die Partikularinteressen der Konzerne, Banken und Vermögenden. Leider ist unsere Sicht nicht mehrheitsfähig und selbst wenn sie es ist/wäre, die Politik nicht so, dass sie diese Mehrheit vertreten würde.

          Die Krise ist auch Folge der Machtverhältnisse, der dahinterstehenden Denke und Interessen und der aktuell gelebten ökonomischen Sicht, eine die wenig auf die Gesamtwirtschaft schaut und auf die innewohnenden volkswirtschaftlich zwingenden Zusammenhänge.

          Gruß Steffen

        • zykliker - 1. Juli 2015

          vielleicht muß – diese Anregung trage ich schon lange mit mir herum – wer eine politische Wirkung erzielen will, manchmal auch den wissenschaftlich seriösen “professoralen” Duktus ein wenig verlassen und, ganz im Sinne der Alten Griechen, auf die Wirkung einer politisch relevanten Rhetorik vertrauen.

          Als Beispiel meine ich damit natürlich nicht meine eher blumig-literarischen Allegorien, sondern verweise eher auf die öffentliche Wirkung eines Professor Otte. Der hat zwar auch eigennützige Interessen an seinen Auftritten, aber er wird verstanden und hat bestimmt enorme Breitenwirkung. Auch ein Dirk Müller kommt in vielen Gehirnen an.

          Viele Grüße

          • SLE - 1. Juli 2015

            Damit haben Sie sicher recht, aber das ist eine schwierige Gradwanderung und man muss sich entscheiden – so wie die Herren Otte und Müller -, auf welcher Seite man stehen will.

            Was ich sagen will, ist, dass man es natürlich schaffen kann, auch mit solchen Themen wie hier im Blog behandelt, zum “Liebling” der Medien zu avancieren und so mehr Menschen zu erreichen. Als unabhängig würde ich die beiden Herren allerdings nicht mehr bezeichnen. Sie sind abhängig von der Gunst der Medien. Und entweder tragen sie den Stempel, die Meinung des Mainstreams zu vertreten oder sie sind für die Medien eine Art exotische Gegenmeinung.

            Ob sie wirklich Einfluss auf die Politik haben, wage ich zu bezweifeln. Frau Wagenknecht wird aus genau demselben Grund wie die beiden Herren immer gerne in Talkshows geholt. Geändert hat sich in der Krisenpolitik dadurch jedoch absolut nichts. Ganz so einfach ist es also offenbar dann doch nicht.

            Grüße
            SLE

            • zykliker - 2. Juli 2015

              sorry, aber für so naiv sollten Sie mich nun auch wieder nicht hinstellen. Ein paar Sätze der drei Herrschaften, und die Krisenpolitik könnte sich ändern?

              Nein, darum kann es nicht gehen, sondern wie schon bei Max Weber geht es doch um ein geduldiges, mühsames Bohren dicker Bretter. Es geht darum, in einem langwierigen Prozeß nach und nach mehr Gehirne von politisch bewußten Menschen mit alternativen Ideen zu infizieren, z.B. auch ein realistischeres Wettbewerbsmodell…. Wann, wenn nicht in der Krise des Überkommenen kann sich das Neue bemerkbar machen?

              Aber so wie ich selbst kein “Öffentlicher Mensch” sein möchte, geht es natürlich auch vielen anderen, das ist zu respektieren.

              Eigentlich ging es mir auch gar nicht so sehr um die Medienauftritte selbst, als eher um die Beispiele für Einfachheit und somit Verständlichkeit der Sprache. Selbst in diesem Blog beobachte ich immer wieder vereinzelt Verständnisprobleme von Kommentatoren, die sich äußern; wie mag das erst bei so manchem stillen Leser sein?

              • SLE - 2. Juli 2015

                Hallo zykliker,

                ich denke, da hatte ich SIe nicht ganz richtig verstanden. An Ihren Ausführungen im zweiten Absatz sehe ich, dass wir dieselbe Sicht haben. Was die Verständlichkeit anbelangt, so gebe ich mir große Mühe. Aber natürlich benötige ich auch einen Feedback, wenn die Verständlichkeit einmal etwas auf der Strecke geblieben ist. Ich kann deswegen nur jeden ermutigen, in solchen Fällen einfach nachzufragen.

                Viele Grüße
                SLE

        • Georg Trappe - 1. Juli 2015

          Hallo Herr Dr. Eichner,

          ja es wichtig heraus zu streichen, dass es nicht nur auf der Ebene der individuellen Vermoegen diese Konzentrationsprozesse und damit eskalierenden Ungleichgewichte gibt, sondern auch auf der Ebene der Firmen und leider inzwischen auch auf der Ebene der Volkswirtschaften (seitdem es modern geworden ist Volkswirtschaften wie Firmen zu betreiben).
          Sie wissen ich bin ein ganz entschiedner Gegener der vorherrschenden Gleichgewichtstheorien und den damit verbundenen Vorstellungen von Selbstregulierung.
          Wenn man von den beobachtbaren Dingen ausgeht erscheinen mir diese Theorien und Vorstellungen vollkommen absurd. In einem System, welches aus sehr vielen kleinsten Teilen besteht und von sich aus auf ein Gleichgewicht zustrebt, muessten Prozesse ablaufen, wie wir sie aus der Thermodynamik kennen. Z.b. sog. Diffusionsprozesse. Soetwas sieht dann so aus:
          https://youtu.be/kk_-CXHVygM
          Das genaue Gegenteil ist aber beobachtbar wenn Menschen wirtschaftlich taetig werden und dabei Ordnungen, Strukturen, Hierarchien errichten. Das dumme ist nur, das Systeme in denen soetwas wie Reverse Diffusion ablaeuft, tendenziell instabil werden (koennen).
          https://youtu.be/p1rK34Hbj_g
          Wenn sich aber Eigentum an Land, Produktionsmittel, Marktanteilen, Geld immer hoeher konzentriert in wenigen Zentren (Oligopolen, Kartellen etc.) versammelt, dann darf zum einen in diesen Zentren nichts mehr schief gehen, wenn nicht alles in Gefahr gebracht werden soll und es kommt zu ungeheuren Spannungen zwischen diesen Zentren und der Peripherie, weil letztere zunehmend in der Gefahr sind trocken zu laufen.
          So ein Spannungsfeld mag ja in einem gewissen Mass fruchtbar wirken und Ausdruck von Effizienz auf der einen Seite und Verbesserungspotential auf der anderen Seite sein. Aber spaetestens dann, wenn sich ueber Jahrzehnte gigantische Leistungsbilanzueberschuesse bzw. Defizite auftuermen, muss man doch mal darauf kommen, dass da etwas nicht selbstregulierendes dahinter steckt.

          Viele Gruesse

          Georg Trappe

      • Heinz - 1. Juli 2015

        Sehr geehrter Herr Trappe!

        Sie übersehen, dass dieser Konzentrationsprozess aus machtpolitischen Überlegungen vorangetrieben wird. Dahinter steht also kein böser Wille oder blindes Schicksal, sondern auch rationales Kalkül. Weil Japan diesen Prozess der Marktkonzentration von Anfang an vorangetrieben hat, kann es mit einer Staatsverschuldung von 250% überleben, während die Griechen bei 175% zusammenbrechen. Das Gleiche gilt für die USA. Es macht sowohl ökonomisch als auch machtpolitisch Sinn eine marktbeherrschende Stellung zu erlangen. Vielleicht nicht für die Masse der Leute, aber für diejenigen auf die es ankommt.

        • Georg Trappe - 1. Juli 2015

          @Heinz
          Ich glaube nicht, dass ich zu denen gehoere, die den Faktor Macht uebersehen. Wenn Sie meine Kommentare auf diesem Blog oder entsprechende Artikel auf meinem Blog lesen, werden Sie feststellen, dass es einer meiner zentralen Vorwuerfe an die Oekonomen des Mainstreams ist, ihre Modelle im luftleeren Raum, in dem es u.a. keinen Faktor Macht gibt, zu entwickeln. Und wie der Aufsatz von Fargione et. al. zeigt, bedarf es nur zufaellig streuender Erfolge um ueber Zeit ansteigende Machtkonzentration zu erreichen. Wenn dann noch Verhaltensweisen und eine Politik hinzu kommen, die dies unterstuetzen, anstatt dem entgegen zu wirken, dann eskaliert die Sache rasend schnell.
          Das Dilemma entsteht dadurch, dass man zu Anfang, wenn alles in Truemmern liegt, wie z.B. in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg, ja effiziente Strukturen errichten will und muss, wenn man eine gut funktionierende Wirtschaft haben moechte. Hierarchische Strukturen sind effizient, aber man kann es offensichtlich mit dem Effizienzstreben uebertreiben. Das muendet ab einem gewissen Punkt in einer Erstarrung, in der dringend notwendige Anpassungsprozesse nicht mehr geleistet werden koennen, weil die reformbeduerftigen Player too big to fail sind. Das naehert sich irgendwann den Verhaeltnissen einer Planwirtschaft an.

  • Sarah - 30. Juni 2015

    http://rt.com/business/270625-varoufakis-court-grexit-eurozone/

    varoufakis droht der eu mit klagen bei einem rauswurf aus dem euro, und hier empfehlen sessel-theoretiker allen ernstes den euro-austritt als segen. varoufakis weiss eben, wie sich die griechischen importe, exporte, investitionen, staats- und konsumausgaben etc. wirklich zusammensetzen, und dass der euro folglich nicht der grund für die misere war, sondern im gegenteil der einzige stabilitäts-anker ist.

    • Stepe - 30. Juni 2015

      Ich finde es schon erstaunlich das in einem Rechtsstaat mit Klage “gedroht” werden kann. Es wäre doch lediglich eine rechtsverbindliche Stärkung einer Position.
      Was immer Varoufakis dazu “persönlich” drängt, darf nicht vergessen werden das es einen sogenannten Gerxit nicht gibt. Griechenland kann aus der EU ausscheiden, dann allerdings gehen alle Subventionen die die EU allen zahlt verlustig. So bekommt der Deutsche Staat 500 Mio. Zuschuss von der EU, wenn er von Griechenland für 1.1 Mill. die Flughäfen kauft. Solche Möglichkeiten hätten die Griechen dann nicht mehr.
      Wie immer es ausgehen wird, das “scheiden” , wenn es denn gewollt wird, wird auch noch eine spannende Sache.

  • Dietmar - 1. Juli 2015

    Ohne eine Umsetzung von Reformen hilft den Griechen auch kein Schuldenschnitt.

    Das nächste Thema wird Italien sein.

    Italian Deficit to GDP YTD (Q1) 5.6% (Prev. 3.0%)

    • Querschuss - 1. Juli 2015

      Hallo Dietmar,
      welche Reformen? Die aus dem bisherigen Besteckkasten bringen nichts und sind genaugenommen keine, denn sie lösen die Probleme nicht.

      Man kann wie hier von der Eurogruppe und dem IWF vorgeschlagen, Angebot der Institutionen: http://europa.eu/rapid/attachment/IP-15-5270/en/List%20of%20prior%20actions%20-%20version%20of%2026%20June%2020%2000.pdf

      unter anderem die Renten um -1,0% des BIPs weiter drücken und Sozialleistungen um -0,5%, Einkommensteuervorteile von Landwirten senken, wie auch deren Steuerrabatte auf Diesel, die Mehrwertsteuer für Lebensmittel und medizinische Güter erhöhen, bis 2018 3,5% Primärüberschuss des Staates vorschreiben usw., nur das führt alles weiter zu einer nominalen BIP-Schrumpfung, am Ende des Tages kann man einen nackten Mann (marode, am Boden liegende Volkswirtschaft) nicht in die Tasche fassen. Man wird es vielleicht sogar weiter versuchen, aber da kommt nichts bei rum.

      In die Tasche fassen und was rausholen kann man nur, wenn massiv die Wertschöpfung steigt, Einkommen, Jobs und Steuereinnahmen generiert werden. Nennenswerter Export eingefahren wird und die Wettbewerbsfähigkeit hergestellt wird. Dafür bedarf es vor allem Investitionen in die Herstellung von handelbaren Waren und Gütern oder andere funktionierende Geschäftsmodelle, außer dem Tourismus.
      Die “Reformen” sind eben kein Weg dahin, wie man im siebten Jahr der laufenden Rezession in Griechenland konstatieren muss.

      Gruß Steffen

    • SLE - 1. Juli 2015

      Da kann ich Steffen nur zustimmen.

      So ähnlich hat sich im Übrigen – sowohl zum angeblich großzügen letzten Vorschlag der Institutionen als auch zu den wirtschaftlichen Perspektiven – jetzt auch Sven Giegold im Interview geäußert. Hier der Link:

      http://www.n-tv.de/politik/Juncker-hat-die-Unwahrheit-gesagt-article15408656.html

      Gruß
      SLE

  • Basisdemokrat - 1. Juli 2015

    China will keinen Grexit!
    Wenn das stimmt, was Gregor Gysi hier sagt (Minute 20:45) brauchen wir uns um einen Grexit keine Sorgen machen.
    Ob die Macht der MSM ausreicht die griechische Bevölkerung so zu verunsichern – die Bankenschließung trägt sicher als geplantes Druckmittel dazu bei- , dass für eine Annahmen gestimmt wird, wird man sehen.
    Gruß BD

  • Holly01 - 1. Juli 2015

    Ein historischer Tag geht zu Ende:
    Was haben wir heute gesehen?
    DAX im Plus
    Deutsche Bank im Plus
    VDAX kurz auf einem 30 Mon. Hoch danach alles ruhig
    Der IWF stellt einen Zahlungsverzug fest … kein default
    Der EFSF stellt eine Vertragsverletzung fest und erklärt 130Mrd. Euro Hilfen für vakant, stellt aber nicht fällig
    Die Börsen in Asien reagieren … gar nicht
    Die Börsen in Europa reagieren .. gar nicht
    Um 16:00 kommen die Amis in den europäischen Markt, nichts passiert.
    Der DOW eröffnet und ich denke es wird “nichts” passieren.
    3-4 Bill. Derivate bauen auf die griechischen Schulden auf, kein Aufschrei, keine Forderungen.
    S&P hat Griechenland auf “C irgendwas”, kein D, denn das D käme nur wenn -> Privatinvestoren !! betroffen wären.

    Wie viel Marktmacht muss man haben, damit KEIN EINZIGER relevanter Marktteilnehmer einsteigt?
    Wir gut muss man organisiert sein, das alle Looser den Mund halten?
    Wie groß muss man sein, damit KEIN EINZIGER Gewinner seinen Gewinn mitnimmt?

    Ja für wahr ….. ein historischer Tag …… wir haben heute ein weltweites Elitennetzwerk in Aktion gesehen.
    Ich denke/fürchte wir haben ab heute eine andere Welt. Es wird keine bessere sein ……

    • Holly01 - 2. Juli 2015

      https://www.youtube.com/watch?t=834&v=gJ6je3b49EI

      Gysi aus dem Nähkästchen, Rede auf dem Unternehmertag 2015…

    • Basisdemokrat - 2. Juli 2015

      “Die zunehmenden ökonomischen und politischen Verwerfungen, von der Ukraine über den Mittleren Osten und Nordafrika bis zur Eurokrise, seien Symptome einer weltweiten systemischen Krise, so Immanuel Wallerstein. Das globale kapitalistische System stoße an seine Grenzern, weil ihr Motor, die endlose Akkumulation von Kapital, ins Stottern geraten sei. Darüber könne auch der Erfolg von Einzelunternehmen wie Apple nicht hinwegtäuschen. Eine der Ursachen für die Krise sei die Tatsache, dass weltweit immer mehr Arbeit durch Maschinen ersetzt wird, und zwar auch in den Dienstleistungsberufen der Mittelklasse. Die Folge: Immer weniger Menschen haben das Geld, um die produzierten Warenmassen aufzukaufen, Investitionen lohnen sich kaum noch, die Spekulation blüht. Diese Situation könne innerhalb des Systems nicht gelöst werden, sondern erst, wenn aus der chaotischen Übergangsphase, in der wir uns befinden, etwas ganz Neues entstanden sei.”
      Immanuel Wallerstein: Die globale Systemkrise und der Kampf um eine postkapitalistische Welt
      http://www.kontext-tv.de/node/470

      • Holly01 - 2. Juli 2015

        Danke für den link
        lg

        • Basisdemokrat - 2. Juli 2015

          Gerne, der hier ist auch über größere Strecken interessant (“neofeudale Entrechtung”)
          https://www.youtube.com/watch?t=625&v=uXfTPSOZPeU
          Gruß BD

          • Holly01 - 2. Juli 2015

            Grundsätzlich kannte ich den bereits und ja ich finde den inhaltlich auch sehr interessant.

  • Tommy Rasmussen - 3. Juli 2015

    “Worum es beim Schuldenstreit mit Griechenland wirklich geht”:
    .
    03.07.2015 – Parallelen zwischen der DDR und Griechenland
    http://www.investor-verlag.de/eurokrise-interessante-parallelen-zwischen-der-ddr-und-den-griechen/107229661/?nlid=dos#kommentar
    .
    Parallelen zwischen der UdSSR und EU/USA:
    .
    Nach Griechenland können wir nur erwarten, dass Spanien, Italien, Frankreich, Deutschland und schlussendlich USA einer fast ähnlichen Flugbahn folgen werden, wie wir es bei der Sowjetunion gesehen haben. Was die meisten Menschen über den Fall der Sowjetunion nicht wissen ist, dass sie nicht wegen einer verfehlten Ideologie gescheitert ist, sondern durch einen finanziellen Bankrott. Deshalb wird USA und EU dazu verdammt sein, einen Regimewechsel zu erleben: sie sind auch bankrott. Paradoxe Interventionen der Finanzstrategen sind in Wahrheit eine hohe Kunst zur Manipulation und ein untrügliches Kennzeichen dafür, dass jemand ganz genau weiss, was er tut, dass er geplant und überlegt handelt. Vergessen wir nicht: Eine Bank, die Geld aus dem Nichts erschafft, kann niemals Pleite gehen, weil ihr das Geld ausgeht. Gorbatschow wusste es, weil Rockefellers Chase Manhattan und Rothschilds Deutsche Bank seit 1982 der DDR alle Kredite entzogen hatten. Die Sowjet-Union hatte kein Geld, um die DDR zu stützen – daher der Mauerfall 1989. Der Vater des Euros, Robert Mundell, sagte von vorn herein, der Euro sollte nur eine Übergangswährung zur Weltwährung sein. Aus demselben Grund untergraben die “Hochfinanz-Banker” nun den petrodollar.
    http://www.spiegel.de/schulspiegel/ddr-der-letzte-jumbo-a-533807.html
    http://www.brusselsjournal.com/node/865
    http://www.freerepublic.com/focus/news/1087311/posts?page=201
    .
    22.06.2015 – Die Anerkennung des Yuan als Reservewährung beim IWF werde vorangetrieben.
    http://www.epochtimes.de/Beste-Feinde-USA-und-China-vor-Wirtschafts-und-Strategiedialog-a1248820.html
    .
    Soros: Die Welt müsse durch eine „schmerzvolle Anpassung“ gehen, die dem Niedergang des Dollars und der Einführung einer globalen Währung folgt.
    https://www.youtube.com/watch?v=TOjckJWqb0A
    .
    01.07.2015 – Die BIZ in Basel soll die Kontrolle über Zeitpunkt und Ablauf des Zusammenbruchs behalten. So wollen es auch die Hintergrundmächte der USA.
    http://krisenfrei.de/geostrategie-im-oestl-mittelmeer/

  • Andre Uebele - 3. Juli 2015

    IMF has made €2.5 billion profit out of Greece loans

    Übersetzung aus dem englischen.

    Vor der Zahlung von 462 Millionen € durch Griechenland an den IWF am Donnerstag, dem 9. April, zeigten durch die Jubiläum-Schuldkampagne befreite Zahlen, dass der IWF 2,5 Milliarden € Gewinn aus dem Darlehen nach Griechenland seit 2010 gemacht hat. Wenn Griechenland wirklich dem IWF vollständig seine Schulden zurückzahlt, wird sich das zu 4,3 Milliarden € bis zum Jahr 2024 erheben.

    Der IWF hat einen wirksamen Zinssatz von 3.6 % auf seine Darlehen nach Griechenland be­aufschlagt. Das ist weit mehr als der gewöhnliche Zinssatz, die Einrichtung müsste an allen seinen Kosten, zurzeit un­gefähr 0.9 % entsprechen. Wenn das der wirkliche Zinssatz wäre, hätte Griechenland dem IWF seit 2010 2,5 Milliarden € weniger für Rückzahlungen ausgegeben.

    Aus der Beleihung zu allen Ländern in der Schuldenkrise zwischen 2010 und 2014 hat der IWF einen Gesamtgewinn von 8,4 Milliarden € gemacht, wovon effektiv ein Viertel von Griechenland ist. Dieses ganze Geld ist zu den Fond Reserven geflossen, welche jetzt ganze 19 Milliarden € hinzugefügt worden sind. Diese Reserven würden verwendet, um die Kosten aus einem Land zu entsprechen, das den Erstattungen im Verzug ist. Griechenlands Gesamt­schuld gegenüber dem IWF ist zurzeit 24 Milliarden € .

    Tim Jones, Wirtschaftswissenschaftler bei der Jubiläum-Schuldkampagne, sagte:

    Sollte Griechenland im Verzug sein und den IWF dafür vorführen, dass es eine Gewinn bringende Einrichtung für multinationale Hauptbanken ist. Wenn alle bestraft werden, die zu viel Zinsen berechnen, warum ist es dem IWF erlaubt, eine willentliche “Quote für den Job” für jedes Darlehen selbst zu entscheiden? Wenn Irland, Spanien Italien und Portugal Erstattungen im Interesse auf ihre Darlehen an eine gegenwärtige untere Marktrate appellieren, wie viele in einer Eu­rozonenkrise dort wirklich für die ärmeren Nationen sein würden. 19 Milliarden sind ein ob­szöner Betrag, um besonders beiseite gelegt zu werden, wenn Sie bedenken, wie viel der IWF für ein neues Gebäude 2006 ausgab.

    Sorgen auch sie sich über die Gesundheit und Sicherheit? Eine 2009 beschlossene Studie, entdeckte, dass die strengen Bedingungen auf Tausende von Todesfällen in Osteuropa durch Tuberkulose hinausliefen, weil die Gesundheitswesen Vorsorge geschwächt werden musste. In den 21 Ländern, in denen der IWF Darlehen gegeben hatte, erhoben sich Tuberkulose Todesfälle um 16.6 %.

    Ist es nicht Zeit, um eine Organisation loszuwerden, die Tyrannen unterstützt (Simbabwe ist im Verzug auf Darlehen des IWF seit 1999 gewesen), macht das dürftigste arm, und Wa­shington zahlt zu seinen lokalen ganzen Gehältern einen 40-%-Bonus.

    • Andre Uebele - 3. Juli 2015

      Die Stunde der Wahrheit: Euro-Rettungsgeld ist weg
      Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 03.07.15 19:30 Uhr | 45 Kommentare

      Der IWF hat kein Geld mehr, die Offenbarung wird immer deutlicher.

    • SLE - 3. Juli 2015

      Tja, ich denke, das hängt auch mit den Umfragen zum Ausgang des Referendums zusammen. Bis jetzt ist es ein Kopf-an-Kopf-Rennen, aber es gib auch 11% Unentschlossene. Insofern ist es also sehrgut möglich, dass Tsipras – aller Einmischung von Rest-Europa und allern Veunsicherungsinitiativen zum Trotz – sein “Nein” bekommt. Dann wird es an den Börsen am Montag ziemlich viel Aufregung geben.

      Grüße
      SLE

      • Holly01 - 3. Juli 2015

        ach SLE am 01.07. dachte die welt müsste unter gehen, von massaker auf dem parkett bis selbstmord der chefbanker alles auf der karte gehabt .. und es gab überhaupt nix .. da ist ein friedhof hecktisch gegen gewesen … ich glaub die haben das voll im griff und fahren genau die tour die die geplant haben ..

        • Traumschau - 3. Juli 2015

          warten wir den montag ab …
          lg

        • SLE - 4. Juli 2015

          Hallo Holly01,

          da bin ich mir nicht so sicher, ob die das wirklich noch im Griff haben – zumal es an den Finanzmärkten nicht mehr nur wegen Griechenland hektisch werden könnte. Schauen Sie mal an die Börsen in China. Da gehts seit Tagen heftig bergab und erstaunlicherweise sind dagegen scheinbar auch Chinas Notenbank und Regulierungsbehörden machtlos. Eine gigantische Blase ist eben eine gigantische Blase. Das war 2007/2008 in den USA so und es ist jetzt in China auch nicht anders. So könnten sich die negativen Trends an den Börsen also durchaus schlagartig zu ernsteren Turbulenzen addieren. Ich würde das nicht ausschließen wollen.

          Hier noch der Artikel zur Lage an Chinas Börsen: http://www.bnn.ca/News/2015/7/3/Chinas-Stocks-Decline-in-Biggest-Three-Week-Plunge-Since-1992.aspx

          Viele Grüße
          SLE

          • Holly01 - 4. Juli 2015

            Hallo SLE,
            ich habe um 2:00 auf die Börse in China geschaut. Da dachte ich noch “Hoppala”. Aber alle anderen Börsen in Asien sind quasi im Wachkoma. Die lassen den Chinesen etwas Luft ab, damit die in Europa und beim IWF still halten.
            Wenn die (wie Gysi behauptet) 25% der Euroländer-Staatsschulden halten und massiv Druck auf die Troika machen, man solle Griechenland vom Haken lassen, dann müssen die mit Gegenreaktionen rechnen.
            Aber ansonsten war absolut alles easie peasie.
            Selbst der VDAX war am 1.07 nach 2h wieder auf unaufgeregte Normalwerte runter.
            Alle haben nicht nur gekuscht, da war ein ganz kurzer Blick auf die Macht sichtbar und dath vadder hat den Daumen noch nicht nach unten gedreht …. also werden alle weiter kuschen.
            :) Alexis … ich bin dein Vater …..

  • JL - 3. Juli 2015

    Wie bereits vorab angedeutet gibt es zwei grundsätzliche Richtungen betreffs Griechenland. Einerseits die EU, welche Europa zusammenhalten will oder aber auch muß- sonst ist Brüssel selbst Geschichte- und Amerika, welches seine geostrategischen Ambitionen verfolgt.

    Nun, die EU muß wohl neuerdings knallhart durchgreifen. In „Freiheit vereint“ geht gar nicht in einem technokratisch geformten Europa. Macht Griechenland was es will, machen andere das auch.

    Die Amerikaner wiederum haben Veränderungen in der Ukraine erzwungen- und brauchen europäische „Rückendeckung“- finanziell wie auch strategisch, um den Druck bei den Russen aufrechterhalten zu können. Hierzu gehört auch die Kontrolle der russischen Gaslieferungen nach Europa, welche sich durch Turkish Stream in Luft auflösen würde. Damit hätte Amerika weder ein Druckmittel gegen Russland, noch gegen die EU. Und auch klar ist, daß Griechenland für die Amerikaner einen geostrategisch optimalen Standort darstellen (Naher Osten/ Nordafrika/ Ukraine).

    In verschiedenen Sinne, aber trotzdem Vereint, bauen Amerikaner und die EU nun erheblichen Druck gegen die griechische Regierung auf um ihre jeweiligen Interessen zu wahren. Bemerkenswert ist: Für Griechenland selbst interessiert sich die westliche Welt wohl weniger.

    Jetzt müssen die Griechen wohl selbst entscheiden, ob sie fremden Göttern, oder ihrer eigenen Kraft vertrauen.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

    • SLE - 4. Juli 2015

      Hallo JL,

      allerdings ist allein schon die Tatsache, dass es laut Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen des Nein- und des Ja-Lagers gibt ein Schlag ins Kontor der Gläubiger und ein Zeichen dafür, dass deren Verunsicherungspropaganda in Griechenland nicht mehr richtig zieht.

      Aber warten wir lieber ab, wie die Griechen wirklich entscheiden. Ich könnte mir vorstellen, dass noch viele wankelmütig sind. Außerdem werden viele, jetzt in der Urlaubszeit, gar nicht aus dem Urlaub zurückkehren, um an ihrem Wohnort an der Wahl teilnehmen zu können. Die verarmten Griechen aber werden da sein. Tsipras hat für sie gekämpft. Die alten etablierten und korrupten Parteien haben das nie getan. Die haben nur ihrer Klientel und in ihre eigenen Taschen gewirtschaftet.

      Wollen die Griechen wirklich Tsipras opfern und zurück zur alten korrupten Vetternwirtschaft von Nea Dimokratia und Pasok? Ich kann mir das im Moment noch nicht so richtig vorstellen., Aber Hellseher bin ich natürlich nicht.

      Viele Grüße
      SLE

      • JL - 4. Juli 2015

        Hallo SLE

        Ja, natürlich ist das „griechische Drama“ den Akteuren in Brüssel und Paris/ Berlin Vollendens entglitten. Allein schon der lancierte Bericht seitens des IWF führt die Ohnmacht er Eurokraten auf. Man ist sichtbar unfähig „innenpolitisch“ die Lage in Europa zu stabilisieren und zudem hilflos gegenüber politischen Interessen seitens Dritter. Politisch wie wirtschaftlich hat man auf der ganzen Linie versagt.

        Dabei spielt es vermutlich eher eine untergeordnete Rolle, ob die Griechen ja oder nein sagen werden- der politische Schaden an sich ist schon da. Brüssel, Berlin und Paris ist nicht nur unglaubwürdig, sondern und vor allem eindeutig Machtlos gegenüber den aktuellen Geschehen.

        Und dies wiederum ist das eigentliche Fiasko.

        Mit freundlichen Grüßen

        JL

  • Holly01 - 4. Juli 2015

    Ich frage mich immer öfter, ob man diese MM auch wegen Volksverhetzung anzeigen könnte:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/staatsschulden-die-griechische-krise-in-zahlen-13683156.html

    Was für eine miese und abstossende show. Ach der Schäuble soll seine maximale Beliebtheit erreicht haben, Deutsche scheinen sich ja inhaltlich vor nichts mehr zu eckeln.
    Mal sehen wie der Michel reagiert, wenn der Herr vorne am Tisch “Rien ne va plus” verkündigt…..

    • JL - 4. Juli 2015

      Hallo Holly

      Der ganze mediale Zirkus um Griechenland und seine „Retter“ erinnert doch stark an die letzten Tage des Dritten Reiches. Selbst als man in Berlin mit der Straßenbahn von der Ost- zur Westfront fahren konnte träumte man noch vom Endsieg.

      Vor lauter Ohnmacht verfällt man in sinnfreien Aktionismus. Jede Konferenz wird als durchschlagender Erfolg gewertet und bis zum sichtbaren Scheitern derselben medial bejubelt- wie die Ardennenoffensive 1944.

      Und ein Jahr später haben alle schon immer alles besser gewußt und dagegen war man natürlich auch schon immer gewesen…

      Mit freundlichen Grüßen

      JL

      • Holly01 - 4. Juli 2015

        Nur zu wahr.
        In Griechenland sind die 80% aber ziemlich fit. Nachdem dort schon vor Jahren regelmäßig Polizeiprovokateure aus den Demonstrantenblöcken in die Polizeilinien flüchten mussten, gehen die nun auch gegen die Lügenpresse recht aktiv vor.
        In Spanien wurde ja schlicht alles verboten, da öffnet auch atmen das Tor für staatliche Willkür.
        Aus Portugal höre ich nicht viel, aber in Island wird regelmässig das Parlament von Bürgern belagert.

        Die 80% erarbeiten sich einen Erfahrungsschatz im Umgang mit tollen MM und Politikern.
        Ein kleiner hint:
        http://www.heise.de/tp/artikel/45/45348/1.html

        • Traumschau - 4. Juli 2015

          Schau doch mal hier:

          “Na, Prost: US-Firma (Goldman Sachs) führt die Auszählung des Griechenland-Referendums aus”

          http://quer-denken.tv/index.php/1534-na-prost-us-firma-fuehrt-die-auszaehlung-des-griechenland-referendums-aus

          Wie “spannend” wird das Referendum werden?

          • Holly01 - 4. Juli 2015

            Ich habe selten an der Qualität des Systems gezweifelt. Aber seit dem 01.07. finde ich die magisch.
            Erstaunlich ist doch nur, das man das mit einfachsten Mittel zuordnen kann.
            Ich hätte da auf einen Briefkasten auf ein Britisches Überseegebiet getippt und ein kleines Büro in Athen, die das managen…..immer getreu dem Motto “jeder weiss es, aber keiner kann es wirklich beweisen” ..
            Erinnert mich sn Schottland wo ganze Körbe mit “Ja” Stimmen auf der Sammelstelle für “Nein” gelandet sind.
            Alles lupenreine Demokraten, machen Sie sich keine Sorgen, dei haben unser aller Wohl im Blick :) .

  • Traumschau - 4. Juli 2015

    “Na, Prost: US-Firma (Goldman Sachs) führt die Auszählung des Griechenland-Referendums aus”

    http://quer-denken.tv/index.php/1534-na-prost-us-firma-fuehrt-die-auszaehlung-des-griechenland-referendums-aus

    Wenn das tatsächlich stimmt, dann wird das Refernendum doch weniger spannend verlaufen als gedacht – um das mal vorsichtig auszudrücken.
    LG

  • Andre Uebele - 4. Juli 2015

    Hallo Holly01,

    der Bgriff: “Wahlurne” sagt doch bereits das Ergebnis! Eine Urne ist der Aufbewahrungsbehälter von etwas was tot ist. Das sind die Stimmen die abgegeben werden doch auch, das kann dann Goldmann Sachs dann nur bestätigen.

    Gruß: Andre

  • Andre Uebele - 6. Juli 2015

    Ja nun ist die Entscheidung gefallen, die Griechen haben mit nein gestimmt, überwiegend die Junge Nation, wie man der Presse entnehmen kann. Nein gegen die Auflagen der EZB der Troika dem ESM mit den Auflagen weitere Sparmassnahmen durchzuführen, die an weitere Kredite geknüpft waren.

    Aber wie kam es zu diesen Zerwürfnissen, die eine solche finazielle Katastrophe ausgelöst haben, und welche die Kontrahenten im Umgang mit einander die Fasung verlor, so dass eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr möglich war und der Finanzminister seinen Rücktritt erklärte.

    Die grundlegenden Ursachen liegen bereits in der Gründung der Europäischen Union, bei der Dr Gregor Gysi mit seinem Vortrag das Ende bereits in der Gründung sieht.
    Der folgende Link zeigt seinen ganzen Beitrag in der damaligen Situation:

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/07/05/damals-wurde-er-verhoehnt-gysi-sagte-euro-crash-praezise-voraus/

    Hier ein Auszug aus seiner Rede:
    Lassen Sie mich nur eine Zahl nennen. 1990, nach der Herstellung der deutschen Einheit, hatten wir in der Bundesrepublik Deutschland ein Sparvermögen von etwas über 3 Billionen DM. Das sind 3000 Milliarden DM. Ende 1996 hatten wir ein privates Sparvermögen von 5 Billionen DM, das heißt, von 5000 Milliarden DM. Im Durchschnitt hat jeder Haushalt in der Bundesrepublik Deutschland ein Sparguthaben von 135 000 DM. Nun können sich die Bürgerinnen und Bürger einmal ausrechnen, wie weit sie unter diesem Durchschnitt liegen. Dieser Durchschnitt kommt dadurch zustande, daß in 10 Prozent der Haushalte der Reichtum so gewachsen ist.

    Da sagt doch der Herr Merz von der CDU/CSU, daß es die größte Katastrophe wäre, wenn nach einem Regierungswechsel die Reformen rückgängig gemacht würden. Was heißt denn das? Wollen Sie ein Europa, einen Euro mit immer mehr Kürzungen des Rentenniveaus? Wollen Sie ein Europa mit immer mehr Zuzahlungen für Kranke bei Medikamenten und bei ärztlichen Behandlungen? Das waren doch Ihre Reformen. Wollen Sie ein Europa, in dem 10 Prozent der Bevölkerung sinnlos immer reicher werden und andere immer mehr draufzahlen müssen? Das ist das Ziel Ihrer Politik. Ich finde, diese Reformen müssen unbedingt rückgängig gemacht werden.

    Und genau das ist geschehen, die Macht wurde den Banken übertragen und in diesem Zusammenhang die Stützung und Förderung der Großindustrie, von der man sich erhoffte, dass eine Durchsetzung im internationalen Wettbewerb die europäische Union sich durchsetzen konnte.
    Ein Entschluß, der der südlichen Zone der europäischen Union zum Verhängnis wurde, was Gregor Gysi bereits schon bei der Gründung erkannte.

    Haben die Griechern Unrecht? Oder ist die jetzige Auseinandersetzung der Beginn einer Veränderung?

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