Europas Krisenpolitik: Günter Verheugen warnt vor Unregierbarkeit und Verelendung

von am 30. März 2013 in Allgemein

Man muss wohl erst aus der Europäischen Kommission ausgeschieden sein, um als „Insider“ der Krisenpolitik Europas – bzw. der sogenannten Troika (EU-Kommission, EZB und IWF) – öffentlich ein verheerendes Zeugnis ausstellen zu können.

Günter Verheugen (SPD), ehemaliger EU-Kommissar und bei der Europäischen Kommission zunächst für die Erweiterung der Europäischen Union und zuletzt für die europäische Industriepolitik zuständig, hat es heute in einem Interview mit deutlichen Worten getan. Das ist bemerkenswert.

Im Gespräch mit dem Deutschlandradio konstatierte er, „dass die Art und Weise, wie in den letzten drei Jahren mit der Krise umgegangen worden ist, einige große Schwächen enthüllt“. (1)

Die europäische Krisenpolitik bezeichnete er als „sehr, sehr fantasielos und sehr kalt“. Hinter dem Credo „Finanzhilfen gegen Strukturreformen“ verberge sich eine Politik der sozialen Einschnitte, die Länder an den Rand der Unregierbarkeit bringe und ganze Völker verelenden lasse. (2) (siehe dazu auch (3))

Bezogen auf Deutschland fügte er hinzu: „Und das wird auch uns nicht gut bekommen, wenn wir das weiter machen.“ (4)

Günter Verheugen erklärt damit die bisherige europäische Krisenpolitik für gescheitert. Was Alternativen anbelangt, so grenzt er den Lösungsraum insofern ein, als er sich gegen eine Rückkehr zu nationalen Währungen sowie zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch gegen eine gemeinschaftliche Haftung für Schulden ausspricht. (5)

Vor diesem Hintergrund lautet seine Schlussfolgerung:

Und die entscheidende Lehre für mich ist, dass wir begreifen müssen, dass in einer Währungsunion, die aus unabhängigen Staaten besteht, man akzeptieren muss, dass die Staaten unterschiedlich leistungsfähig sind. Und man kann nicht alle über einen Leisten schlagen. Das heißt, die schwächeren Staaten brauchen, nachdem sie keine Währungshoheit mehr haben und ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht mehr anpassen können durch Währungskursmanipulationen, die brauchen Flexibilität in anderen Bereichen. Und das ist etwas, … was die deutsche Politik offenbar nicht versteht.(6)

Das ist freilich richtig, impliziert allerdings noch keine Lösung. Förderung der europäischen Vielfalt statt falsch verstandene Gleichmacherei, so könnte man dies auf den Punkt bringen. Aber wie?

Günter Verheugen hat in dem Interview zwar keine Hinweise darauf gegeben, wie es gelingen kann, die europäische Vielfalt in einer die Krise bewältigenden Weise nutzbar zu machen. Gleichwohl hat er damit klar herausgestellt, dass Europa bei der Krisenpolitik einen Kurswechsel vornehmen und in welche Richtung sich die Lösungssuche bewegen muss.

Auf den ersten Blick mutet das nicht gerade revolutionär an. Doch genau das ist es.

Denn seit die Nationalstaaten Europas wirtschaftliche Integration aus Gründen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit ins Auge fassten, also seit den späten 60er und verstärkt seit den 80er Jahren, ist es im Wege der Harmonisierung und Vereinheitlichung de facto immer das Bestreben gewesen, den europäischen Wirtschaftsraum nach dem Vorbild der USA zu formen. Die Idee eines dezentralen, Differenzierung fördernden Europas der Regionen wurde verworfen zugunsten eines harmonisierten, effizienzorientierten und zentralistischen Europas.

In dem dadurch bedingten, ganz auf Größe, Kosteneffizienz und Skalenerträge gerichteten europäischen Denken gab es keinen Bedarf und auch keinen Sinn für die europäische Vielfalt. Diese Vielfalt liegt nirgendwo anders als im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mittelstand. Sie wurde nicht nur brach liegen gelassen, sondern sukzessive eingeebnet, wo immer sie im Wege war. Doch niemals zuvor ist dies so konsequent und so massiv geschehen wie in den letzten drei Jahren durch die europäische Krisenpolitik.

Vor diesem Hintergrund ist Verheugens Kritik nichts anderes als eine Fundamentalkritik und ein Aufruf zur Umkehr. Europa hat den falschen Weg eingeschlagen. Es muss sich auf seine alten Stärken konzentrieren und diese nutzen, wenn es aus der Krise kommen will. Das ist die Botschaft.

Günter Verheugen hat Recht: Wenn die Krisenpolitik in der bisherigen Weise fortgesetzt wird, wird Europa unregierbar werden. Warum das zu erwarten ist und wohin uns das führt, habe ich hier im Zusammenhang mit der Parlamentswahl in Italien bereits erklärt und es erscheint mir vor dem Hintergrund von Verheugens Kritik und der weiter ungelösten Regierungskrise in Italien wichtig, nochmals darauf hinzuweisen: (7)

Alexis Tsipras „Syriza“, das griechisches Links-Bündnis, ist sicher nicht unmittelbar vergleichbar mit der Bewegung „Fünf Sterne“ des politischen Quereinsteigers Beppe Grillo. Die Motivation der Griechen, Syriza zu wählen, dürfte jedoch vielfach dieselbe sein wie die der Italiener, die Grillo ihre Stimme gaben. Es ist auch ohne eine solche schillernde Führungsfigur im Kern offensichtlich dieselbe, die gerade erst die Bulgaren zu Massenprotesten und, nach dem dadurch erreichten Rücktritt der Regierung, zu der weitergehenden Forderung einer grundlegenden Erneuerung des politischen Systems veranlasste. (8) Denn auch Bulgarien steckt tief in der Krise. Der von der Regierung verfolgte austeritätspolitische Kurs hat die Lage für die Bulgaren noch weiter verschlechtert und das Ausmaß an Missmanagement und Korruption ist für viele unerträglich geworden. Spanien ist nicht Bulgarien, aber es steht durchaus am Rande einer Situation, die durch dieselben „Ingredienzen“ gekennzeichnet ist.

Der Aufstieg von Beppe Grillos „Fünf Sterne“ ist deswegen kein italienisches Phänomen, sondern ein sehr starkes Signal gegen die auf Austerität setzende europäische Krisenpolitik, die die verheerenden Wirkungen auf die breite Mitte in Wirtschaft und Gesellschaft ignoriert. Es ist zugleich ein Zeichen gegen Missmanagement, ausufernden Lobbyismus und Korruption von und in etablierten politischen Parteien. Es ist ein Zeichen dafür, dass sich die etablierten, alteingesessenen Parteien in vielen Ländern – zum Beispiel auch in Großbritannien und in den USA – in eine Parallelwelt hineinregiert haben, in der sie die Krise nicht erreicht, sie die Konsequenzen der selbst beschlossenen krisenpolitischen Maßnahmen in der Tiefe von Wirtschaft und Gesellschaft nicht mehr wahrzunehmen gezwungen sind und der Kontakt zu denen, die sie vertreten sollen, in einem letztlich den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie bedrohenden Ausmaß verloren gegangen ist. Darin liegt eine große, bedrohliche Sprengkraft, …

Europas Regierungen werden diese Signale ernst nehmen und selbst markante Änderungen vornehmen müssen, wenn sie Schlimmeres abwenden und die Krise tatsächlich und nicht nur in den Schlagzeilen von Zeitungen bewältigen wollen.

Denn was in bei den Wahlen in Italien geschehen ist, wird kein Einzelfall bleiben. Spanien, Portugal oder einmal mehr Griechenland, das sind absehbar die nächsten Stationen eines Prozesses. Es ist keine Frage, was geschehen wird, wenn nichts unternommen, der Prozess nicht gestoppt und umgekehrt wird:

Europa wird sukzessive unregierbar werden, so wie auch die Weimarer Republik unregierbar geworden war.

Und im selben Maße, in dem der Prozess der Unregierbarkeit in Europa voranschreitet, werden die Chancen schwinden, die Wirtschafts- und Schuldenkrise zu überwinden und Europa zusammenzuhalten.

Italien ist Europas drittgrößte Volkswirtschaft und auch mehr als einen Monat nach der Wahl noch immer ohne neue Regierung. Neuwahlen werden immer wahrscheinlicher. Ob sie dem Land zur Regierungsfähigkeit verhelfen?

Den Politikern kann man nur empfehlen, den Italienern glaubwürdig eine klare, neue Perspektive aufzuzeigen. (8) Gibt es Politiker in Italien und Europa, die dies zu tun vermögen? Das ist die entscheidende Frage für Europa.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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78 KommentareKommentieren

  • Johannes - 30. März 2013

    “In dem dadurch bedingten, ganz auf Größe, Kosteneffizienz und Skalenerträge gerichteten europäischen Denken gab es keinen Bedarf und auch keinen Sinn für die europäische Vielfalt. Diese Vielfalt liegt nirgendwo anders als im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mittelstand. ”

    Chapeau!

    Wer ist eigentlich die “Quelle” des “europäischen Denkens”? Wer gibt diesem Denken die Richtung?

    Sicher ist hier Frankreich an erster Stelle zu nennen, die alte grande Nation. Und diese kennt den Mittelstand deutscher Prägung nicht. Deshalb ist dieser in dem Denken Frankreichs auch nicht so vertreten wie in dem Denken Deutschlands.

    Hier liegt für mich eine Hauptursache der Krise – im Denken darüber wie eine Gesellschaft aufgebaut ist und funktioniert.

    Solange nicht an dieser Stelle gearbeitet wird, wird lediglich an dern Symptomen rumkuriert.

    Und unter dem Druck der Krise ist es völlig normal, wenn die einzelnen Länder Europas ihr Heil in den ihnen vertrauten gesellschaftlichen Strukturen suchen. Für Frankreich bedeutet dies Zentralismus, für Deutschland nicht.

    Es mutet doch wie ein Treppenwitz der Geschichte an, dass Europa sein Heil in der vertieften Integration sucht und derweil Hessen und Bayern gegen den Länderfinanzausglich klagen. In Italien ist die Situation übrigens angespannter, der Norden will den Süden und hier vor allem Sizilien nicht länger unterstützen.

    Ich hielte es besser, jetzt einen Schritt zurück zu treten und Ländern auch ggf. auch den Weg aus dem Euro heraus zu bahnen.

    Ohne diese Möglichkeit wird es bald sehr dunkel in Europa, denn kein Land ist bereit die notwendigen inneren Abwertungen (20 – 50%) in Form von Preis und Lohnsenkungen vorzunehmen. Das lässt sich auch nicht durchhalten – die Menschen werden/müssen da rebellieren.

    Ebensowenig sind dauerhafte Transfers auf europäischer Ebene denk- und durchsetzbar, die dem unserem Länderfinanzausgleich entsprechen.

    Je früher das von der Politk akzeptiert wird, desto besser.

    • rpc - 30. März 2013

      Laut Schätzungen müssten jährliche Transferzahlungen in Höhe von 4-12% des BSP von D geleistet werden. Dies ist eine unglaublich hohe Summe die schlicht nicht zu leisten ist. Dauertransfers bringen auch nichts, in Italien ist der Mezzogiorno abhängig vom Norden, ohne spürbare Besserung. Analog in D (Berlin, Bremen, usw.). Es gibt keinen Free Lunch, gerade auch nicht bei Staatsfinanzen, und ich bin da ganz auf Seiten Bayerns und Hessens (obwohl ich nicht dort lebe).

      Mir macht die zunehmende Deutschlandfeindlichkeit in den Krisenländern sorgen. Wenn man sich z.B. verschiedene Foren in Italien oder Griechenland durchguckt, einfach nur errschreckend welche vergangen geglaubten Ressentiments und Ängste wieder aufleben. Kohls Friedensprojekt Euro :(

      • Querschuss - 30. März 2013

        Hallo rpc,
        “Mir macht die zunehmende Deutschlandfeindlichkeit in den Krisenländern sorgen.” …Mich wundert das gar nicht, war doch abzusehen und dies hat Deutschland sich schwer verdient, nicht du, nicht der Einzelne, aber alle Michels in der Summe, die stillschweigend das Regime der Strenge (Austerity) der Eurokraten in der Filiale Berlin mittragen. Das die Völker der Südperipherie irgendwann aufhören zu differenzieren war klar, schließlich ist kein Licht im Tunnel zu sehen und die erbarmungslose Perspektivlosigkeit ist für viele dort persönlich erlebbar, Arbeitslosigkeit, Armut, Zwangsräumung, Zerfall des sozialen Netzes, der medizinischen Versorgung und der Gesellschaft ganz allgemein. Spätestens da ist Schluss mit Sentimentalitäten. Dies dürfte sogar erst der Anfang sein, traurig, aber nachvollziehbar.

      • Frankenfurter - 31. März 2013

        Aja, da ist es wieder einmal, das Unwort von der Transferunion.

        Darf ich einmal fragen, welche Größenordnung für Sie die Kostenvorteile des für Deutschlands. [zu] niedrig bewerteten Euro ausmachen? Und ob Sie glauben, dass Deutschlands rund 6 Mrd. Euro Nettoeinzahlungen in den EU-Haushalt damit fair abgegolten sind? Genauer, ob 0,2% vom deutschen Bruttoinlandsprodukt genug Unterstützung für Europas wirtschaftlich schwache Regionen sind?

        Ihnen ist auch bekannt, dass Bayern nicht immer ein Nettoeinzahler im deutschen Länderbund war?

        Sagt Ihnen das Wort Konvergenz etwas, und warum nur (wirtschaftliiche) Annäherung und eben nicht Divergenz oder Auseinanderdriften oder Niederkonkurieren so etwas wie Frieden und Wohlfahrt für alle schafft?

        [Ob die bisherige EU-Förder- und Handelspolitik der Konvergenz innerhalb Europas diente, ist freilich eine andere Frage und muss wohl eher mit nein beantwortet werden....]

    • Frankenfurter - 31. März 2013

      “Wer ist eigentlich die “Quelle” des “europäischen Denkens”? Wer gibt diesem Denken die Richtung?”

      Na, da denke ich zuerst an die rund 2.500 Lobby-Organisationen, die in Brüssel angesiedelt sind. Die bilden die zweitgrößte Lobby-Industrie der Welt; nur die in Washington DC ist größer. Rund 15.000 Lobbyisten scheuen weder Kosten noch Mühen, um die Kommission und die Parlamentarier intensiv über die Bedürfnisse der Interessenverbände zu informieren. Rund 80 Prozent der gesamten Gesetzgebung, die direkten Einfluss auf den Alltag der Europäischen Bürger hat, wird hier initiiert.

      Wollen Sie eine Idee haben, wer die Europapolitik im Geheimen bestimmt? Dann suchen auf Youtube die Dokumentation “The Brussels Business”. Die Belgische Doku ist auch in Deutsch erhältlich. Sie lief bereits auf Arte.

      http://www.youtube.com/watch?v=PBOFM2SEYvE

    • Russe - 2. April 2013

      Wer ist eigentlich die “Quelle” des “europäischen Denkens”? Wer gibt diesem Denken die Richtung?

      Sicher ist hier Frankreich an erster Stelle zu nennen, die alte grande Nation.
      ___

      Sicher in Gestalt von Cohn-Bendit.

  • Frank Bell - 30. März 2013

    Verheugen sollte lieber die Schn… halten!

    Die SPD ist für mich DAS Synonym für Verelendung (Hartz IV) und Demokratieabbau sowie sie auch illegale Kampfeinsätze der Bundeswehr zugelassen hat.

    Leider sind die Alternativen nicht besser.

    @ Johannes

    Preis- und Lohnsenkungen? Was soll das werden? Die Banker und ihre Wasserträger werden für sich optimale Bedingungen herausholen, während für die Menschen nur die Löhne, nicht aber die Preise sinken. (Schon mal Heizöl-, Energie-, Lebensmittelpreisanstieg betrachtet?)

  • RS - 30. März 2013

    Der Länderfinanzausgleich ist ja deshalb eingeführt worden um ein Ausgleich zu schaffen für die Deutsche Mark und durch den Euro muss ein Europaweiter Finanzausgleich erfolgen . Das wird bestimmt ganz Toll wenn Hessen und Bayern dann ganz Europa finanziren werden.

  • Roland - 30. März 2013

    “Länder werden unregierbar” – schaun wir mal genauer hin:

    “Unregierbarkeit” ist ein Zwischenstadium, in dem die herrschenden Kräfte schon nicht mehr richtig können und die aufstrebenden Kräfte die Macht NOCH nicht ergreifen können. (Frei nach Lenin)
    Tsipras und Grillo sind, wenn sie überhaupt an die Regierung kommen, höchsten weitere Zwischenfiguren, die in ihrer Programmarmut scheitern müssen.
    Es fehlt eine revolutionäre Kraft.

  • schotstek - 30. März 2013

    Das Stichwort Länderfinanzausgleich ist nicht so falsch, aber so wie der Länderfinanzausgleich mit seinem Volumen von 7 Mrd. € nur den Schlußstein in der hiesigen Steuerverteilung von rd. 660 Mrd. € darstellt, so müßte die EU zunächst über ein eigenes Steueraufkommen verfügen – mithin Steuerhoheit des EU-Parlaments. Das wäre der Schlüssel zu einem legitimen Ausgleich. Leider hat das BVerfG da einen Riegel vorgeschoben – ohne neue Verfassung in D wird es nicht gehen.

  • Uwe - 30. März 2013

    Verheugens Sprache ist ungelenk, seine Denke bleibt damit unerschlossen. Wenn er berechtigte Kritik anbringt, legt er sich auch schon mal mit seinem letzten Arbeitgeber, der EU-Kommission an, der er in der “Süddeutschen” lt. Wiki bescheinigt haben soll, dass sie sich zu mind. 80%
    mit sich selbst beschäftigt. Dass er keine Lösung für die Euro-Zone sieht, stimmt mich nachdenklich. Als SPDler hat man ihm den Mindestlohn für Deutschland ins Buch geschrieben. Einen Ausgleich für die unterschiedliche Produktivität in den Mitgliedsländern erreicht man aber gerade auch über die Wiedereinführung lokaler Währungen. Das geht ihm aber erst recht zu weit.
    Dem Manne kann geholfen werden: Da gibt es eine neue Partei in Deutschland, die auch ein paar Denker, wie ihn brauchen könnte. Aber bitte, sprechen für sie soll er nicht. Oder ist die AfD wirklich ein nationalistischer Besserwisserverein? Sein Nachfolger im Amte, Stoiber ereiferte sich bei Anne Will über Lucke: “Da kommt schon wieder so ein überschlauer Professor, der Alles besser gewusst haben will.”
    Zu Thema Lösungsdruck ein interessanter Link zu den DWN von heute:
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/30/ezb-bestaetigt-die-bank-guthaben-in-europa-sind-nicht-sicher/ Ob die´s vor der Bundestagswahl noch schaffen qua Ordre Mufti (Mutti)
    die Eurostaaten zu rekapitalisieren? Gold lässt sich nicht zusammenlegen, nur einziehen. Silber ist zwar nur Kleinglold, wir dafür aber nicht eingezogen, weil industriell nachgefragt.

  • Holly01 - 30. März 2013

    Hallo und Danke, einmal ein kraetiver Ansatz mit Fragen nach den Alternativen, das freut.
    “Gibt es Politiker in Italien und Europa, die dies zu tun vermögen? Das ist die entscheidende Frage für Europa.”
    .
    Antwort : Es mag sie geben, aber selbst, wenn sie könnten, sie wollen und dürfen nicht.
    Ursache : Umfassende Finanzierung aller Systeme durch die Zinsgewinner oder anders gesagt umfassende Korruption. Schon in der Basis steigt nur auf, wer nimmt und konform ist.
    Das System Europa ist auf den Zinseszins und seine optimierte Gewinnung ausgelegt.
    Es gibt weder einen vernünftigen Ansatz für Wirtschaftspolitik, noch interessiert sich jemand der Einfluß hat für Arbeitsmärkte oder Sozialsysteme.
    Das sind alles nur Lippenbekenntnisse, die setzen kurz vor der Wahl ein und hören unmittelbar nach der Wahl wieder auf.
    Das ganze System stinkt vom Kopf her. Je weiter nach oben, desto größer der Gestank.
    .
    Es wird sich garnichts ändern. Um genau zu sein, habe ich für Ostern mit dem cut gerechnet. Es sieht aber eher nach einem neuen Krieg mit neuen “Sicherheitsmaßnahen” oder genauer Aberkennung von ehemaligen Bürgerrechten aus.
    Es wird Geld aus allem herausgepresst, damit der Hegemon weiter die Welt verteidigen kann. Das wird sich nur ändern, wenn von aussen etwas entscheidendes passiert.
    Innerhalb der EU/USA gibt es keinerlei relevanten verändernden Kräfte und es wird auch keine geben, weil jedwede tatsächliche Veränderung im Kern verhindert wird.
    Wer eine Kraft als Alternative empfindet, welche es auf den Wahlzettel geschaft hat, der tut mit leid.

  • Milo Minderbinder - 30. März 2013

    Alternativen – Klar, gibt es – wenn auch gegen (im wesentlichen) Berlin

    1.
    EUROMED als Gegengewicht zur deutschen Dominanz in Europa gezielt auszubauen – das liegt jetzt je den mehr im Interesse von Frankreich, Spanien usf..
    Ich verwette mein letztes Hemd darauf, daß spätestens seit Zypern entsprechende Kontakte unter den EU-Mittelmeeranrainern laufen.

    2.
    Boycott deutscher Waren in der EU, soweit möglich -wundert mich das dazu noch keiner ausgerufen hat, kommt garantiert noch.

    3.
    Zielgerichtete Zukunftsforschungs- Strukturvorhaben, die besonders auf Südeuropa gerichtet sind
    Zum einen (alter Hut) Solarenergie und Co.
    Viel wichtiger, und vermutlich nach oder mit Peak-Oil das größte Problem des 21. Jahrhunderts .
    Die zunehmende Trockenheit (ca. 30% Spaniens sind Wüste!!!) und Trinkwasserknappheit.
    Hier sind ungeheure Möglichkeiten (a la alternative Energien- haben was haben wir in den 70/80igern darüber gelacht) gegeben, weil es ein drückendes Problem weltweit darstellt. Das fällt uns hier nicht auf, weil wir in einem der Wasserreichsten Regionen der Welt leben (europäischer Kalt- Regenwald)
    Lösungen hier zu finden wäre eine Lizenz zu Gelddrucken – Weltweit

    3.
    Es geht nicht nur um die Banken – auch die deutschen Großkonzerne glauben scheinbar, das alles bestens für sie läuft, während alle an dem Ast, auf dem sie (und wir alle) sitzen gesägt wird, immer instabiler wird.
    Der Rest Europas (und der Welt) sollten Druck machen, das hier endlich die Anti- Korruptionsgesetze und eine Offenlegung des Lobbyismus durchgesetzt wird

    Gut, bis au f 1 und 2 würde Zeit brauchen – aber ein Scheitern Europas würde nicht nur radikalen Parteien helfen -wie Barroso zurecht gesagt hat, es besteht die Gefahr von Bürgerkriegen – die täglich grösser wird.

    lg
    stp

  • JL - 30. März 2013

    Sehr geehrter Stefan L. Eichner,

    „Den Politikern kann man nur empfehlen, den Italienern glaubwürdig eine klare, neue Perspektive aufzuzeigen. (8) Gibt es Politiker in Italien und Europa, die dies zu tun vermögen? Das ist die entscheidende Frage für Europa.“

    Klare Antwort meinerseits hierzu: Nein.

    Warum?

    Genau so gut könnte man John Edward Smith- seinerzeit Kapitän auf der Titanic- fragen, was der Eisberg falsch gemacht hat.

    Politiker welche für die – nicht nur- europäische Misere verantwortlich sind, sollen plötzlich in der Lage sein sich selbst zu beschneiden? Also keine Schulden, keine Subventionen, keine Reglementierungen, keine Steuervorteile für Konzerne, dafür aber Abbau von Bürokratie und Staatseinfluß?

    Dieses Szenario ist höchst unwahrscheinlich, da es dem politischen Verständnis und wirtschaftlichen Interessenlagen grundsätzlich widerspricht.
    Wie Sie schon sinngemäß schrieben: Die die Weimarer Republik läst grüßen.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

    • Basisdemokrat - 31. März 2013

      Als der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Luxemburgs Premier- und Finanzminister Jean-Claude Juncker, vorschlug, Euro-Bonds einzuführen und damit den schwächelnden Mitgliedstaaten über den Weg einer von allen Euro-Ländern gemeinsam ausgegebene Anleihe Finanzmittel zu beschaffen, lehnte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) das strikt ab. Stattdessen versucht die Bundesregierung über ihren EU-Industriekommissar Verheugen den Mitgliedsstaaten Bedingungen zu diktieren, die sie zu einer strikten Sparpolitik zwingen.
      Gruß BD

      • SLE - 31. März 2013

        Hallo Basisdemokrat,

        Sie haben völlig Recht. Verheugen hat als EU-Kommissar eine Politk betrieben bzw. vorangetrieben, die uns genau die Probleme beschert hat, die er nun beklagt. Er kritisert, wie diese adressiert werden, ohne einzugestehen, welchen Anteil er mit seiner eigenen Politik als aktiver EU-Kommissar an der Krise hat. Vielleicht sieht er das nicht einmal. Das wäre nicht überraschend. Das darf man natürlich nicht ausblenden, wenn man seine Kritik bewertet. Dennoch ist sie richtig. Dadurch wird er nicht gleich zu “unserem neuen Freund”. Ich weiß das sehr genau.

        Viele Grüße und schöne Ostern
        SLE

  • asetzer - 31. März 2013

    Mich erschreckt am meisten die voellige Unfaehgkeit Verheugens,als langjaehriger EU Erweiterungskommissar ein Hauptverantwortlicher fuer die stuemperhafte und alle wirtschaftliche Vernunft ausser Acht lassende Erweiterungsmanie, auch nur ein bisschen tiefer akls die ueblichen Schlagworte zu schuerfen, und Tiefenanalyse der Probleme zu betreiben, um dann darauf Antworten zu finden. Wenn weite Teile der Suedperipherie eine schuldenfinanzierte Immobilien und Staatsblase angeheizt haben, waehrend andere Staaten innerhalb und ausserhalb des Euroraums, von D ueber die Turkei bis China grosse ehemalige Domaenen wie Textil, Elektronik,Einsteigerklassenautos, Tourismus uebernahmen, dann ist ein boeses Erwachen garantiert. Dazu noch die fehlende Moeglichkeit der Abwertung, um die Lasten der Fehlinvestitionen gerechter auf Schuldner und Glaeubiger verteilen zu koennen,und schnell die Wettbewerbsfaehigkeit zu steigern.. Aus diesen Problempunkten heraus muesste eine realistischere Entschuldung der Suedperipherie her, was aber natuerlich sofort den Pfusch,den unsere Politiker angerichtet haben, zutage treten lassen wuerde, die Suedperipherie muesste gegen Billigkonkurrenz besser geschuetzt werden, um ihre Industrie und Tourismus wiederaufzubauen (was den EU Erweiterungsfanatikern und der Grossindustrie ein Greuel waere), und der Euro muesste zurueckgebaut werden (aber dann gaebs ja wieder Krieg…)Da faellt mir nur noch der Spruch irgendeines Papstes des Mittelalters ein : “Mein Sohn, weisst du, mit wie wenig Verstand die Welt regiert wird ?”

    • Holly01 - 31. März 2013

      Das Scheinargument “Abwertung” mag ich auch nicht mehr hören. Das ist auch so ein Unsinn. GB und die USA haben eigene Währungen und stecken in dem gleichen Mist.
      Die Währung paßt nie. Eine Stadt mit erfolgreichen Vororten und weniger erfolgreichen Vororten kommt auch nicht mit dem Argument der überall gleich starken Währung.
      Zwei Geschäfte in Konkurrenz brauche jder für sich je nach Erfolg eigene Währungen.
      Das ist auch so ein an den Haaren herbeigezerrter Quark.
      Die relevanten Währungen schwanken seit Jahrren (viele seit Jahrzehnten) in einer Marge von +/- 10%.
      Da sind dutzende Faktoren relevanter und über die spricht keiner.

      • R1B - 31. März 2013

        Kein Gleichgewicht, nirgendwo? Auch nicht auf den Devisenmärkten?
        Naja, könnte stimmen, die Türkei, mit eigener Währung, hatte in 2011 das größte Leistungsbilanzdefizit aller Staaten. Sehr hoffnungsfroh auf die Effizienz des Wechselkursmechanismusses macht mich das nicht gerade, irgendwen?

        • Holly01 - 31. März 2013

          @ R1B :
          Das ist nicht ganz das gleiche Thema. Der Währungshandel ist reine Abschöpfung von Kapital auf Notenbanken Niveau.
          Ich meine : Ein Land mit Leistungsbilanzdefizit würde nicht abwerten, denn dann wächst das Bilanzdefizit (Rohstoffe und Halbzeuge) und die Industrie verschlechtert die Ertragslage. Ausserdem importiert man für den Binnenmarkt Inflation.
          Ein Land mit Überschuss wertet sowieso nicht ab.
          Recht kann man es nie allen machen.
          Die Industriepolitik per Währungsmanipulation ist Augenwischerei. Das ist alles das übliche Propagandafutter für die Masse.

    • SLE - 31. März 2013

      Hallo asetzer,

      Sie schreiben:

      ” … die Suedperipherie muesste gegen Billigkonkurrenz besser geschuetzt werden, um ihre Industrie und Tourismus wiederaufzubauen (was den EU Erweiterungsfanatikern und der Grossindustrie ein Greuel waere) … ”

      Günter Verheugen hat als Industriekommissar konsequent die Interessen der europäischen Konzerne vertreten. Deren Interesse war und ist, Kosten zu senken und sich die Märkte in den Mitgliedstaaten der EU zu sichern bzw. – im Falle der Beitrittsländer/-kandidaten – zu erschließen. Insofern muss er es auf seine Kappe nehmen, dass die EU die Verlagerung an die Niedriglohnstandorte innerhalb der EU massiv gefördert hat. Die Folge war und ist, dass in Ländern wie z.B. Ungarn, Portugal, Slowakei oder Rumänien die mittelständischen Betriebe den Bach runter gehen.

      Es passiert also genau das Gegenteil.

      Das perfide ist, wie die EU und die Regierungen in jenen Ländern, die diese Konzerne beheimaten, die Politik in den solchermaßen negativ betroffenen Staaten (z.B. Ungarn), die daran mit aller Macht etwas zu verändern sucht (im Falle Ungarns etwa mit einer Extrasteuer für ausländische Konzerne als Beitrag zur Krisenbewältigung) als schädlich für den Europäischen Binnenmarkt, als generell wirtschaftsfeindlich und Vertragsbruch hingestellt wird.

      Die Schuld an diesen Problemen, die ganz entscheidenden Anteil an der Krise und an den begrenzten krisenbewältigungsmöglichkeiten in den europäischen Krisenstaaten in der Peripherie sowie auch an den politischen Gegenbewegungen, die ja zu einem guten Teil von der Bevölkerung getragen werden, hat an erster Stelle die Industriepolitik der EU.

      Verheugen hat diese klassische Form der Industriepolitik, die die Interessen der Konzerne (auch Großbanken!) und damit der Länder bedient, in denen diese beheimatet sind, betrieben. Es ist insofern logisch, dass diese revidiert und neu ausgerichtet werden muss, nämlich auf die kleinen und mittelgroßen Unternehmen. Dass dafür notwendigerweise auch der Euro zurückgebaut werden muss, sehe ich zunächst noch nicht. Währungspolitische Fragen stehen in der Reihenfolge der im Zuge der Krisenbewältigung abzuarbeitenden Aufgaben m.E. nicht an erster Stelle. Zuerst müssen die Voraussetzungen für die Generierung wirtschaftlicher Aktivität im Zentrum der Bemühungen stehen, denn der Ausstieg aus dem Euro ändert an den oben dargelegten stukturellen und von den Rahmenbedingungen her zementierten Bedingungen nichts.

      Viele Grüße uns frohe Ostern
      SLE

  • JL - 31. März 2013

    Hallo Basisdemokrat,

    tolle Absichtserklärungen, Forderungen und Wünsche. Und was ist bei Jean-Claude Junckers Aussagen der eigentliche Hintergrund dazu? Doch nicht etwa die Erkenntnis, dass Luxemburger Banken das 21- fache des dortigem BIP als Einlagen halten.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • Georg Trappe - 31. März 2013

    “Denn seit die Nationalstaaten Europas wirtschaftliche Integration aus Gründen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit ins Auge fassten, also seit den späten 60er und verstärkt seit den 80er Jahren, ist es im Wege der Harmonisierung und Vereinheitlichung de facto immer das Bestreben gewesen, den europäischen Wirtschaftsraum nach dem Vorbild der USA zu formen.” Wenn das wirklich die Idee / das Ziel war, dann darf man sich nicht ueber das Ergebnis wundern. Denn die wirtschaftlichen und sozialen Zustaende in den USA kann keiner in Europa ernsthaft anstreben. Es sei denn, er gehoert zu den 1%.

    Schoene Feiertage wuenscht Ihnen
    Georg Trappe

  • Miguel David - 31. März 2013

    Sehr geehrter Herr Eichner,

    Ihr Artikel ist geprägt von Weltfremdheit und Detailverliebtheit verpackt in wohlmeinende Worte.

    Sie sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ich rate Ihnen und Ihresgleichen dringend sich mit den Schriften des Hans Hermann Hoppe zu beschäftigen. Speziell: “Der Wettbewerb der Gauner”.

    Politik kann nicht die Lösung bringen denn sie ist das Problem.

    Bitte aufwachen.

    mit freundlichen Grüssen:

    Miguel David

    • SLE - 31. März 2013

      Hallo Miguel David,

      eine Frage habe ich: Ist das der erste Aufsatze, den Sie von mir gelesen haben?

      Natürlich ist die Politik ein ganz zentrales Problem. Das geht doch auch aus diesem Aufsatz hervor.

      Wie kommen Sie darauf, mich für weltfremd und detailverliebt zu halten?

      Viele Grüße und schöne Osterfeiertage
      SLE

    • Basisdemokrat - 31. März 2013

      “Freiheit statt Demokratie” als Abklatsch der ätzenden Parole “Freiheit statt Sozialismus”, scheint mir EINE mögliche Konsequenz aus den Irrwegen der Frankfurter Schule zu sein. Während sein Mentor Jürgen Habermas sich von einer Stärkung der Europäischen Institutionen mehr Demokratie verspricht, entwickelt sein anarchokapitalistischer Schüler Thesen die vom Mainstream adaptiert willkommenen Abbau von demokratischen Rechten fordern!
      Aus dieser Ecke kommt nur der Gestank der Sklaverei.
      http://www.jungefreiheit.de/Archiv.611.0.html?archiv05/200526062409.htm
      Gruß BD

    • JL - 31. März 2013

      Hallo Miguel David,

      Sinnfreie und herabwürdigende Beiträge sollten Sie in einem anderen Blog proben- ansonsten sehr TROLLIG.

      JL

    • Basisdemokrat - 31. März 2013

      Hoppe’s “Freiheit statt Demokratie”,8 als Abklatsch der ätzenden Parole “Freiheit statt Sozialismus”, scheint mir EINE mögliche Konsequenz aus den Irrwegen der Frankfurter Schule zu sein.
      Während sein Mentor Jürgen Habermas sich von einer Stärkung der Europäischen Institutionen mehr Demokratie verspricht, entwickelt sein anarchokapitalistischer Schüler Thesen die vom Mainstream adaptiert willkommenen Abbau von demokratischen Rechten fordern!

      Aus dieser Ecke kommt nur der Gestank der Sklaverei.
      http://www.jungefreiheit.de/Archiv.611.0.html?archiv05/200526062409.htm
      Gruß BD

      • JL - 31. März 2013

        Hallo Basisdemokrat,

        “Aus dieser Ecke kommt nur der Gestank der Sklaverei.”,

        wie wahr!

        Mit freundlichen Grüßen

        JL

  • RedMoe - 31. März 2013

    @Miguel David

    “Ihr Artikel ist geprägt von Weltfremdheit und Detailverliebtheit verpackt in wohlmeinende Worte.”

    Also wenn man schon so anfängt, dann erwartet man doch schon etwas mehr Substanz im Anschluss als ein lapidares “lesen Sie mal da nach” und “die Politiker sind nicht die Lösung, sondern das Problem”.

    Bitte ausführlicher.

    mit freindlichen Grüßssen:

    RedMoe

  • Traumschau - 31. März 2013

    Hallo,
    hier mal ein Beitrag vom Griechenland-Blog, der einmal erklärt, warum Griechen und Zyprer so sauer sind – nicht auf das deutsche Volk, aber auf unsere Bundeskannsnicht Merkel:
    http://www.griechenland-blog.gr/2013/03/griechen-und-zyprer-sind-sauer/12712/

    Ich denke, dem braucht man nichts hinzufügen …
    LG Traumschau

    • Holly01 - 31. März 2013

      Super Link, danke Traumschau.

      • Traumschau - 31. März 2013

        Hallo Holly01,
        vielleicht interessiert dich auch noch dieser Link:
        http://uhupardo.wordpress.com/2013/03/31/ihr-kreditvertrag-von-der-bank-ist-schlicht-nichtig/

        Das ist eine fundamentale, juristische Kritik an der Geldschöpfung durch Geschäftsbanken bzw. unserem zinsbasierten Geldsystem. Sehr interessant, wie ich finde!
        LG Traumschau

        • Holly01 - 1. April 2013

          @ Traumschau :
          Ein Kreditvertrag ist eine Vereinbarung zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Menge Geld zu zahlen, weil man vorher Geld bekommen hat.
          Es handelt sich um einen Dienstleistungsvertrag und unterliegt dem freien Vertragsrecht.
          Erfüllungsort ist der Ort an dem das Konto geführt wird und es gilt (in der Regel) das Recht am Erfüllungsort.
          Es ist damit unerheblich, ob die bank das Geld geschöpft oder den Kundeneinlagen entnommen hat.
          Das ist mein Kenntnissstand anhand meiner Recherche.

    • Lottchen - 31. März 2013

      Der Artikel ist demagogischer Schrott und disqualfiziert sich spätestens an dem Punkt, an dem er über Zinseszinszahlungen, unter denen Griechenlands Staat angeblich stöhnt, schwadroniert. Zinsen auf Staatsanleihen werden in aller Regel laufend ausbezahlt, also gibt es auch keinen Zinseszinseffekt.

  • Hermann Keske - 31. März 2013

    Unglücklicherweise haben wir es gleich mit einem Bündel von Fehlentwicklungen und Problemen zu tun, gepaart mit der politischen Unfähigkeit, an die Wurzeln zu gehen – stattdessen pfuschen wir überall an Symptomen herum. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit und in bunter Reihenfolge:

    Unser Geldsystem ist nur noch eine Katastrophe. Die mehr oder weniger beliebige und im Prinzip unkrontrollierte Geldschöpfung (fiat money) durch private Geschäftsbanken, die sich nur der eigenen Gewinnmaximierung verpflichtet fühlen, hat sich als Desaster erwiesen. Darüber braucht man, denke ich, nicht mehr zu diskutieren. Die Zentralbanken haben ihr Pulver längst verschossen, soweit sie überhaupt nennenswerten Einfluß hatten, und die Welt säuft in Geld und Derivaten förmlich ab. Es sieht nicht so aus, als sei diese riesige Blase mit den Mitteln des Marktes zu beseitigen.

    Dazu paßt das Verhalten der Staaten mit ihrem Drang zur Verschuldung. Es mag einmal sinnvoll gewesen sein, daß die Staaten mit Kreditaufnahme zur Wirtschaftsstimulation beizutragen versucht haben. Nach meiner Auffassung sind wir insoweit inzwischen in der Nähe des Untreuetatbestandes gelandet: Staaten haben ihre Ausgaben durch Steuern und andere Abgaben zu decken.Hierzu besteht auch in allen entwickelten Staaten genügend Gelegenheit. Wir sehen aber, daß die Staaten ihre Haushaltspläne aufstellen und voraussichtliche Fehlbeträge nicht durch eine Anpassung der Steuereinnahmen, sondern durch Kreditaufnahme decken. Dafür gibt es keine legitimen Gründe. Die Kreditaufnahme ist nichts anderes als die Verschiebung von Zahlungsverpflichtungen in die Zukunft. Von Ausnahmesituationen abgesehen ist keine gewählte Regierung legitimiert, künftigen Regierungen und künftigen Bevölkerungen mutwillig Kostenlasten aufzuerlegen, wenn sie in der Lage ist, ihre Ausgabepläne selbst durch passende Steuergestaltung zu finanzieren. Ich halte es für eine Groteske, daß ein kleiner Teil der Bevölkerung gewaltige Reichtümer ansammelt, während der Staat selbst verarmt und die Bereitstellung öffentlicher Güter, die vor allem für die unteren sechs Dezile der Bevölkerung sehr wichtig sind, immer stärker einschränken muß. In Deutschland machen die Staatsschulden insgesamt um die 2 Billionen Euro aus, während allein das private Geldvermögen inzischen die 5 Billionen überschritten haben dürfte, von den anderen Vermögenswerten zu schweigen. Die großen Einkommen aus Vermögen und Unternehmen werden lächerlich besteuert, mit weniger als 25 % im Durchschnitt und in einem längst unfasslichen Mißverhältnis zu den Einkommen aus Arbeit.

    Schuld daran ist unsere ziemlich heruntergekommene politische Kaste, die unsere Staatsform in schweren Mißkredit bringt. Man wünscht sich deren Abwahl in einem Arbeitsgang, aber das ist natürlich nicht machbar. Ich denke aber, daß wir uns aus der lähmenden Umklammerung durch die etablierten Parteien befreien müssen, wenn es besser werden soll. Vielleicht würde sich schon einiges verbessern lassen, wenn nicht die Parteien ihre Kandidaten bestimmen, sondern der Wähler selbst, etwa wie bei einigen Kommunalwahlen. Berufspolitiker, die immer nur wiedergewählt werden wollen, sind Gift – eine Begrenzung der Wiederwahl (zwei, höchstens drei Legislaturperioden) könnte helfen. Auch der Fraktionszwang gehört abgeschafft. Angesichts der wirklich wüsten Zustände beim Lobbyismus muß man auch fordern, die politischen Instanzen gründlich von Lobbyisten zu befreien. Vielleicht ist die Staatsform der Demokratie auf diesem Wege zu retten.

    Und auch die Wirtschaftsform, die kapitalistische Wettbewerbswirtschaft, ist inzwischen ein Greuel, eine Art Rattenrennen und am Ende auch ein Schneeeballsystem oder Ponzi-Schema. Was für eine aberwitzige Idee, ein gemeinsamens Europa aufbauen zu wollen und dafür den Weg des Krieges zu wählen, des Krieges jeder gegen jeden, des völlig enthemmten Verdrängungswettbewerbs, bei dem jetzt innerhalb Europas die Verlierer aussortiert werden. Griechenland war der Anfang, Zypern nur ein drastisches Zwischenspiel, und Portugal, Spanien und Slowenien werden die nächsten Opfer sein, und zwar ohne Chance. Frankreich geht gerade in die Knie, Italien wird folgen, auch wenn es demnächst wieder handlungsfähig werden sollte.

    Insofern hat Verheugen, unabhängig davon, daß er Teil dieser Entwicklung ist, auch recht. Die Wettbewerbsverlierer um uns herum haben eine gute Chance, unregierbar zu werden und im kapitalistischen Verdrängungswettbewerb auch zu verelenden. Was für eine absurde Idee, unter solchen Bedingungen ein Europa in Frieden, Freiheit und Wohlstand aufbauen zu wollen.

    • MartinR - 1. April 2013

      Sie liefern eine angemessene praegnante Zustandsbeschreibung…

      Viele der Leser dieses Blogs denken wohl aehnlich.

      Natuerlich ist die Detailaufarbeitung muehsam, aber sie hilft sicherlich auch bei der Suche nach neuen, besseren Wirtschaftssystemen und Loesungen – sowie der Verfall der bestehenden Systeme nun voranschreitet.

  • zebulon - 31. März 2013

    Wieder einmal eine komplette Bankrotterklärung. Die Politik soll Perspektiven aufzeigen? Der Traum von der imperialen Großmacht Europa als Vielvölkerstaat scheitert an der Realität massiver Ungleichheit in Europa: kulturelle Ungleichheit, Ungleichheit in Wohlstand, Infrastruktur und ungleiche Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit, schlichtweg komplette Ungleichheit der Interessenlagen der Menschen.

    Gleichzeitig lösen sich die faktischen ökonomischen Verflechtungen auf: Deutschlands Banken haben ihr Engagement im ClubMed zurückgefahren, Deutschlands Exportwirtschaft hat sich weitestgehend von den anderen Staaten der Eurozone abgekoppelt und bedient stattdessen die Bedürfnisse der plutokratischen Eliten dieser Welt vorallem der USA und der Schwellenländer. Die Menschen fangen wieder an, schlecht über ihre Nachbarnationen zu reden und zu denken.

    Die Ungleichheit in Europa wird weiter in extremer Form wachsen: während von den ClubMed-Staaten Konsumverzicht verlangt wird, profitiert Deutschland von einer durch den schwachen Euro geradezu absurd übersteigerten Wettbewerbsfähigkeit, dem Zustrom von heißem Geld und willigen Arbeitskräften aus allen brennenden Ecken Europas und schließlich durch die ultralockere Geldpolitik von einer stärkeren Verschuldungswilligkeit der Privathaushalte, die einen so noch nicht dagewesenen Immobilien- und Konsumboom befeuert.

    Die Ungleichheit wird bis an die Grenze des Möglichen weiterwachsen, dann wird es vermutlich ungut enden. “Unregierbarkeit” von Einzelstaaten mag dann ein eher kleineres Problem darstellen.

    Europas Politiker einschließlich Verheugen schließen aus den momentanen Problemen nur eines: man ist den Weg zum imperialen Vielvölkerstaat nicht schnell und weit genug gegangen. Dies wird dann gerne als “die europäischen Institutionen stärken” kodifiziert. Sie realisieren nicht, dass die Probleme systemimmanent und eben nicht exogen sind. Immerhin scheint es Herrn Verheugen nach nur einem halben Jahrzehnt “Krise” jetzt zu dämmern, dass es überhaupt soetwas wie zentrifugal wirkende Kräfte in Europa gibt!

  • JL - 31. März 2013

    Hallo zusammen,

    mal nur als Info:

    http://blog.markusgaertner.com/2013/03/31/ein-bitteres-oster-ei-die-verbluffend-lange-spur-der-konto-grabscher/

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • Hermann Keske - 1. April 2013

    Mit der Belastung der Einlagenkonto-Inhaber ist den Euro-Rettern ein besonderes Schmankerl gelungen, das nun in der Tat Grund gibt für tiefe Besorgnisse.

    Wenn eine Bank insolvent wird, müßte sie einem normalen, ordentlichen Insolvenzverfahren unterworfen werden. Ein Insolvenzverwalter wird bestellt und übernimmt die Abwicklung, sofern sich keine Möglichkeit einer privaten Rekapitalisierung der Bank finden läßt. Der Verwalter stellt eine Bilanz auf, zieht offene Forderungen ein, verkauft Sachanlagen und sonstige Vermögenswerte und verteilt den Erlös unter die Gläubiger der Bank nach den gesetzlichen Regeln und in Quoten. So weit er reicht, kann für die Einlagen bis 100.000 noch der Einlagensicherungsfonds belastet werden. Und natürlich sind die Inhaber von Sparkonten gewöhnliche Bankgläubiger, wie jeder andere Gläubiger eines privaten Unternehmens einschließlich des Verlustrisikos bei eintretender Insolvenz. Gegen dieses Verfahren hätten schwerlich vernünftige Einwände vorgebracht werden können.

    Die zweite Möglichkeit bestand darin, die Banken mit Staatsgeldern zu retten. Als Begründung für diese Rettungsaktion muß man dann Systemrelevanz oder sonstige überragende gemeinschaftliche Interessenwahrung anführen (mit all den Zweifeln, die damit verbunden sind). Dann hätte der Staat allerdings durch passende Abgabenbescheide alle seine wirtschaftlich leistungsfähigen Bürger heranziehen müssen und nicht nur diejenigen, die zufällig bei der betroffenen Bank ein Konto unterhalten. Nach unserer Verfassung müssen wir, wenn für alle etwas getan werden soll, auch alle zu den Lasten heranziehen, und zwar nach der allgemeinen Regel der Steuerbelastung, also unter Berücksichtigung der jeweiligen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Aus den Abgabenbescheiden wäre sodann zu vollstrecken, wenn die Belasteten nicht freiwillig zahlen – gegebenenfalls durch Pfändung und Einziehung von Bankguthaben oder durch Verwertung von Zwangshypotheken bei Grundstückeigentümern.

    Diese beiden wenig angreifbaren Möglichkeiten standen den “Rettern” zur Auswahl. Sie haben daraus einen Mix gemacht und eine dritte, allerdings nicht vorgesehene Möglichkeit gefunden – schon bricht das Chaos aus. Warum denn nur die Kontoinhaber für die Kosten einer staatlichen Rettungsaktion aufkommen sollen statt alle Bürger des Landes mit ihrem jeweiligen Vermögen, das hat noch niemand begründet. Wäre ich in dieser Weise betroffen, ich wäre nach der Bekanntgabe meiner Belastung ohne eine Sekunde des Zögerns zu Gericht gegangen.

    Und nun haben unsere Eliten in der ersten Variante ihres Planes auch noch den Einlagensicherungsfonds und daraus resultierende Ansprüche vergessen und damit den Eindruck vermittelt, gegebenenfalls mißachte der Staat seine eigene Verfassung und private Rechte noch dazu und bediene sich einfach dort, wo er sich am einfachsten Geld holen kann, nämlich bei den Sparern.

    Was für eine Fehlleistung. Aber die letzte Ursache liegt bei uns selbst. Es ist unsere Sache, bei der Wahl unserer Vertreter genügend Sorgfalt walten zu lassen. Daran fehlt es ganz offensichtlich auf breiter Front.

    • SLE - 1. April 2013

      Hallo Hermann Keske,

      völlig richtig, das Geld wird dort geholt, wo man es am einfachstemn bekommen kann und das sind regelmäßig diejenigen, die für das Missmanagement von Großbanken – nicht nur die, die vor dem Bankrott stehen, sondern auch die, die durch deren Bankrott in Schieflage zu geraten drohen, weil sie um des Profits willen hoch riskante Geschäfte getätigt haben – nicht verantwortlich sind.

      Anstatt zu begreifen, dass dies in allen EU-Staaten in exakt derselben Weise gehandhabt wird und es immer die Falschen trifft, weil die Politiker der nationalen Regierungen und die Euro-Retter so entscheiden, werden in der Gesellschaft völlig falsche Fronten aufgebaut. Die ungerechtfertigt Belasteten, sind in Zypern, Portugal usw. DIESELBEN wie in Deutschland.

      Die einzig vernünftige Konsequenz wäre es m.E., die eigenen Politiker für solche Entscheidungen abzustrafen. Auch darin stimme ich Ihnen zu.

      In Italien ist dies bei der Parlamentswahl geschehen (Fünf Sterne Bewegung erhielt etwa 25 Prozent der Stimmen) und auch in Großbritannien zeichnet sich dies deutlich ab (UKIP mittlerweile bei 17 Prozent; siehe für Entwicklung der Umfragewerte hier: http://www.cashkurs.com/Detailansicht.80.0.html?&cHash=5833480859fae45468a5ac612d90d91d&tx_t3blog_pi1daxBlogListshowUid=13759).

      In Spanien haben die Bürger indes bei der letzten Wahl die Konservativen von Mariano Rajoy mit der absoluten Mehrheit in beiden Kammern ausgestattet, was schwer zu begreifen ist, weil jedem hätten klar sein müssen, für welche Krisenpolitik sie stehen.

      Viele Grüße
      SLE

  • Benno - 1. April 2013

    Die Krisenländer suchen ihre Probleme zu lösen, in dem sie sich nach “Außen” orientieren, (Forderung von Euro-Bonds, höherer Inflation, EZB-Kauf von Staatsanleihen). Dann brauchen sie eben nicht die Zustände im Innern lösen wie: Schwarzarbeit, Korruption, Steuerhinterziehung usw.
    Die Privatvermögen der reichen Italiener betragen 175% des BIP, die der Deutschen nur 125%.
    Die Krisenstaaten verfügen über genügend Vermögen ihre Schuldenprobleme zu lösen.
    Warum sollen Steuerzahler anderer Staaten für Schulden fremder Banken und Staaten haften und zahlen, wenn in diesen Staaten genug Vermögen vorhanden ist?

    • SLE - 1. April 2013

      Hallo Benno,

      der Punkt ist, wer genau für die Banken bezahlen muss und das sind immer wieder die, die am wenigsten oder schlicht gar keine Verantwortung für den angerichteten finanziellen Schaden haben. Es spiel gar keine Rolle, ob dieser Schaden in Zypern, Portugal, Spanien oder Deutschland anfällt. Ich möchte in diesem Zusammenhang beispielsweisenur daran erinnern, dass zeitgleich mit der Frage der Verteilung der finanziellen Belastungen aus dem Bankrott der beiden großen zyprischen Banken die Ländergarantien für die HSH Nordbank nochmals um läppische 3 Milliarden Euro aufgestockt wurden. In diesem Fall zahlen also EBENFALLS am Ende die Steuerzahler und NICHT die für das Missmangement Verantwortlichen.

      Es geht also nicht darum, dass “die Deutschen” für beispielsweise “die Zyprer” die Zeche zahlen, sondern darum, dass generell NICHT diejenigen zur Kasse gebeten werden, die verantworlich für den Bankrott von Großanken sind und INSBESONDERE AUCH für die Verluste, die daraus für andere ausländische Großbanken, beispielsweise in Deutschland und Frankreich, entstehen.

      Ich bin eigentlich bisher davon ausgegangen, dass wir das hier im Blog sehr deutlich herausgestellt hätten. Offenbar war das nicht der Fall. Mein Fehler, sorry. Ich hoffe, dass ich den nun korrigiert habe.

      Viele Grüße
      SLE

      • Ert - 1. April 2013

        @SLE

        Interessant ist auch, das hat John Mauldin bei KWN angemerkt, das alle Anleger an den Verlusten faktisch gleich beteiligt sind egal bei welcher Bank. Da war auch bei der ganzen Geschichte egal wieviel Prozent für wen – das einzige was gleich geblieben ist.

        Im Falle Zypern war es also egal, ob man bei einer gut wirtschaftenden Bank ohne Probleme sein Konto hatte oder bei einer fragwürdigen Bank.

        Und das setzt dem ganzen noch einmal ein Sahnehäubchen auf!

        Mauldin dazu ganz klar: In den USA wird von der FDIC Bank und Bank abgewickelt bzw. restrukturiert. Und die 100.000 USD FDIC Garantie sind sakrosankt – da wird nicht drum diskutiert. Selbst im Falle das die FDIC pleite ist wird die FED da Geld nachschießen, was ja im Falle Zypern mit der verlorenen Währungshoheit nicht mehr geht.

        Es sehen immer mehr nun, das die Abgabe der Währungshoheit eines Landes dieses zum Spielball anderer Interessen macht. Und die EU ist anscheinend in der Beliebigkeit angekommen.

      • Hermann Keske - 1. April 2013

        Vielleicht meint Benno den merkwürdigen Umstand, der mir auch auffällig geworden ist, daß nämlich eine verblüffende, tatsächlich länderübergreifende Einigkeit bei den “Rettern” darüber zu bestehen scheint, die enormen Kosten der Mißwirtschaft auf diejenigen abzuwälzen, die offensichtlich am wenigsten Verantwortung für die Fehler tragen.

        Deutlicher: Ich habe bei aller Krisenberichterstattung nicht eine Zeile davon gelesen, daß die “Retter” von der Regierung der zu Rettenden vorrangig verlangt hätten, erst einmal die landeseigenen Wohlhabenden zur Kasse zu bitten und damit Löcher zu stopfen. Weder in Griechenland noch in Portugal oder Zypern ist so verfahren worden. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, bei den beteiligten Regierungen herrsche eine stille Übereinstimmung darüber, daß die Wohlhabenden geschont werden sollen – Merkel übernimmt eher einen Teil der Lasten auf alle deutschen Steuerzahler als darauf zu drängen, daß z.B. die reichen Griechen heranzuziehen sind, bevor irgendein europäischer Steuerzahler außerhalb Griechenlands belastet wird.

        Das gibt, meine ich, den tatsächlichen Verfahren noch eine besondere Dimension des Unrechts. Die weniger begüterten aller Länder sollen zahlen – und die Begüterten werden prinzipiell geschont.

        Das ist doch ein bedenklicher Umstand. Es sieht so aus, als fühlten sich die gewählten Regierungen grenzüberschreitend eher den Vermögenden aller Länder verbunden und verpflichtet als der eigenen arbeitenden Bevölkerung. Man könnte meinen, wir sind auch schon eine Plutokratie, ähnlich den USA.

        • Georg Trappe - 2. April 2013

          “Man könnte meinen, wir sind auch schon eine Plutokratie, ähnlich den USA.”
          Warum der Konjunktiv?
          Nach den Vorgaengen der vergangenen fuenf Jahre sind bei mir zumindest alle Zweifel ausgeraeumt. Ansonsten vergebe ich gerne fuenf Sterne fuer Ihre Beitraege hier wie auch fuer die auf ZEIT Online. Willkommen im Club.

          • Hermann Keske - 2. April 2013

            Danke für die freundliche Begrüßung !

        • Basisdemokrat - 2. April 2013

          Analog der Warnung vor den Folgen des Rauchens soll in Zukunft über jedem Vertragspapier einer Bank stehen:

          Einlagen in dieser Bank können ihre Existenz gefährden!
          Achten Sie darauf das die von ihnen gestellten Sicherheiten für Kredite den Hebelsatz dieses Kreditinstitutes nicht überschreiten!

          Ihr Verbraucherschutzministerium ;-)

          Gruß BD

  • Bubblegum - 1. April 2013

    @ Zebulon,

    Ihnen und allen anderen hier wünsche ich frohe und gesegnete Ostern, trotz oder gerade wegen der vielen Dummheiten und Verbrechen, die in den letzten Jahrzehnten überall auf der Welt passieren. Mit der folgenden Aussage bin ich nicht einverstanden, weil die Charts und meine Erinnerungen etwas völlig anderes sagen, als Ihre folgende Behauptung:

    “profitiert Deutschland von einer durch den schwachen Euro geradezu absurd übersteigerten Wettbewerbsfähigkeit, dem…”

    dazu der Link beispielsweise für den Japanischen Yen:

    http://www.comdirect.de/inf/waehrungen/detail/chart.html?SEARCH_REDIRECT=true&REDIRECT_TYPE=WHITELISTED&SEARCH_VALUE=YEN&REFERER=search.general&ID_NOTATION=8369341&REQUESTED_REDIRECT=CURRENCY#timeSpan=SE&e&

    An ihm wird eigentlich exemplarisch deutlich, dass es immer Wellenbewegungen gewesen sind. Von 98 bis 2001 schwächte sich der Euro extremst zum Yen ab, um dann bis 2008 in
    einer fast Tannenbaum- ähnlichen Aufwertungsphase seinen Höchstwert der letzten 20 Jahre
    zu erreichen. Erst von dort aus kam es wieder zu der bis heute andauernden Abwertung gegenüber dem Yen.
    Noch extremer ist die Situatuion gegenüber dem US $:
    http://www.comdirect.de/inf/waehrungen/detail/chart.html?SEARCH_REDIRECT=true&REDIRECT_TYPE=WHITELISTED&SEARCH_VALUE=USD&REFERER=search.general&ID_NOTATION=8381868&REQUESTED_REDIRECT=CURRENCY#timeSpan=SE&e&

    von 87 US Cent wertete der Euro auf einen Dollar 62 cent in der Spitze im Jahr 2008 auf, um
    dann wieder bis auf ein Dollar 18 cent abzustürzen.

    Da sowohl der chinesische Renmimbi als auch viele der sogenannten Plutokratenwährungen
    direkt oder über Währungskörbe an den US Dollar gekoppelt sind, ist ihre Behauptung nicht
    zu halten und die darauf fußende Argumentationskette brüchig. Und mit dem Wort brüchig
    möchte ich auf etwas hinweisen, dass bei der ganzen Betrachtung des Euro-Desasters völlig
    außer acht geblieben ist: Die Entstehungsgeschichte des Euro!
    Ausbaldowert wurde der Vorläufer des Euro der ECU von Helmut Schmidt und Giscard D´Estaing dem damaligen französischen Staatspräsidenten. Beide sind ausgewiesene Atlantiker, Schmidt ist Mitglied dieses obskuren aber mächtigen Vereins Atlantikbrücke!
    Meiner Meinung nach ging es beiden darum, die wirtschaftliche Stärke Deutschlands und
    Frankreichs und damit Europas jederzeit für die Wallstreet kontrollierbar zu machen. Deswegen war das Pfund sozugen als trojanisches Pferd und eingebaute Soll-Bruchstelle
    Bestandteil des ECU und wäre auch Bestandteil des Euro geworden. Wenn, ja wenn
    der Jude Sorros das Pfund nicht 1991 aus dem Währungsverbund des ECU herausgeschossen hätte. Er soll mit dieser Aktion für sich einen Gewinn von ca. 1 Mrd $ erzielt
    haben! Dieser sei ihm von Herzen gegönnt, denn der Schaden für Europa wäre ein vielfaches
    größer gewesen, wäre GB Bestandteil des Euroraumes geworden! Nur hat er damit den
    anderen Wallstreet-Gangstern mächtig in die Suppe gespuckt!
    Da also GB als Sollbruchstelle des Euroraumes wegfiel, mußten andere Soll-Bruchstellen
    eingebaut werden. Und das geschah ja auch mit der Aufnahme solcher Länder wie der PIG Zypern, Malta. Alles Länder, mit kleiner bzw. keiner industriellen Basis aber dem sogenannten
    Casino-Modell, heißt Steueroase, laxe Bankenaufsicht etc. Und die Wallstreet- Leute, allen voran Goldman Sachs hatten ja auch extrem leichtes Spiel, weil Kohl, Schröder und Chirac nun wirklich wenig Interesse an Wirtschaftszusammenhängen hatte. Der einzige, der wohl Lunte roch, war Oskar Lafontaine, der dafür sogar seinen Einfluss und Status in der SPD und seinen Posten als Finanzminister riskierte und heute mehr oder weniger als Politquerulant dasteht! Während Goldman Sachs, M.M Warburg der Südperipherie halfen, sich mit Hilfe getürkter Finanztransaktionen auf Basis von Zins- und Währungsswaps die Mitgliedschaft
    im Euroclub zu erschleichen!
    Und als dann die USA, eingeklemmt zwischen dem damals immer stärker werdenden Asien
    mit China und Korea an der Spitze, die auch die Asienkrise 1997 nicht stoppen konnten, und
    dem 2008 sehr starken Europa den Subprime Schwindel gegenwärtigten, da mußten die Wallstreet-Leute die Sollbruchstelle aktivieren. Den Hebel hatten sie ja mit den Ratingagenturen, die sie kontrollieren. Die Blaupause auch, denn seit 1990 war Japan das
    Labormodell. Am Beispiel der dort geplatzten Immobilienblase und dem Absturz des Nikkei
    von 39.000 auf unter 10.000 Punkte konnte man die Auswirkungen der verschiedensten fehlgeschlagenen WiPo Maßnahmen der japanischen Regierungen ausführlich studieren.
    (Achtung dies ist keine österliche Verschwörungstheorie, sondern die Interpretation der wirtschaftshistorischen Ereignisse, wie ich sie damals so miterlebt habe und einordne!)
    Viele österliche Grüße an alle und danke für Eure tollen Beiträge!!
    Bubblegum

    • Holly01 - 1. April 2013

      “Tigerstaaten” abgefackelt.
      Japan abgefackelt.
      Europa abgefackelt.
      Wer ist der Nächste?
      Die größte Militärkonzentration seit dem WKII um Iran.
      Ständiges Säbelrasseln um China (Taiwan. Hokaido, Korea).
      Der Welthegemon ist hungrig.

    • SLE - 1. April 2013

      Hallo Bubblegum,

      das ist ein ziemliche wüste Spekulation. Europa wollte die internationale Wettbewerbsfähigkeit des bis zu Beginn der 80er Jahre in nationale Märkte zersplitterten Europas gegenüber den beiden großen Wirtschaftsräumen USA und Japan durch den Aufbau eines einheitlichen europäischer Binnenmarktes/Wirtschaftsraums verbessern und in diesem Zusammenhang ist auch die Einführung des Euro zu sehen. Das war u.a vor allem auch deswegen geboten, um den innereuropäischen Handel sowie dessen Abwicklung zu vereinfachen, Wechselkursrisiken zu reduzieren etc.

      Wenn Sie ein wenig mit der geschichte der EG/EU vertraut sind, dann werden Sie wissen, dass eine Währungsunion schon sehr lange auf der europäischen Agenda steht und nur deswegen nicht früher verwirklicht wurde, weil es dafür keine Mehrheit gab. In den 80er Jahren drohte Europa im internationalen Wettbewerb an Boden zu verlieren und in dieser Dekade wurde auch die weitreichendsten Schritte zur europäischen Integration, einschließlich einer Währungsunion, beschlossen. Großbritannien hat sich immer als unabhängige Wirtschaftsmacht gesehen. Europa, das war schon für Churchill immer nur “Kontinentaleuropa”. An dieser Denke hat sich bei den Briten bis heute im Grunde nichts verändert – nur dass sie eben keine Wirtschaftsmacht mehr, sondern auf die EU schlicht angewiesen sind.

      Viele Grüße
      SLE

  • Holly01 - 1. April 2013

    @ Bubblegum :
    Ich habe mir immer die letzen 5 Jahre angeschaut. Wenn man da ein Mittel einzieht und die Schwankungsbreite betrachtet sind das so um die 10%, beim Pfund deutlich weniger.
    Bei den Langzeitcharts kann man da ein ganz anderes Bild bekommen.
    Da kann man den Euro als Exempel empfinden.
    Nach der Sparerenteignung ist das alles auf jeden Fall Geschichte.
    Der Bankenrun erfolgt nicht am Schalter, sondern auf Rechnerebene.
    Die BRICS und die 1% wandern aus dem Euro ab.
    Konten bei denen man nicht weiss ob es sie morgen noch gibt, kann man überall haben.
    Die politische Kaste verliert gerade den Zugang zu den Futtertrögen (siehe Italien).
    Anscheinend wird der Lobbiismus (Korrution) allmählich zu teuer (oder sind die Damen und Herren einfach das Geld nicht mehr wert?).

  • Zeitzeuge - 1. April 2013

    Sehr geehrter Herr Eichner,

    Ihre zahlreichen Informationen, die Sie aus Statistiken usw. zusammentragen und verknüpfende Informationen erarbeiten – meine volle Hochachtung und mein ganz persönlicher Dank für die Mühe, vor allem dafür, daß Sie dies in jahrelanger Arbeit tun.
    Sie und viele andere fragen, weshalb dieser große “Zerstörungsprozeß” so und nicht anders durchgeführt wird. Darauf gibt es eine klare – für viele, auch für Sie – ganz konkrete Antwort, die einzig und allein gültig das Muster der Zusammenhänge zwischen allen Maßnahmen aufleuchten läßt: Es ist das Konzept der “Neuen Welt-Ordnung”, der Großakt der Entrechtung all derer, die das System “verwerten” will, in dem Menschen, die (vorher) mehr oder weniger von einem Staat und dessen Rechtsordnung vor derartigen – methodich durch Austerität – praktizierten Übergriffen und Vergewaltigungen geschützt waren, entrechtet und enteignet werden. “Neue Welt-Ordnung” bedeutet permanente “Privatisierung” in einem allumfassenden Sinn, vvor allem RECHTSBEZOGEN! Wer keine Begriff vom Wert des Rechtes hat (Grundlage aller Lebensvollzugsmöglichkeiten in der zivilisierten Gesellschaft), hat natürlich auch keinen Zugang zu seiner Bedeutung, seinem tatsächlich fundamentalen und universalen Wert! Frau Merkel forderte ganz offen auf dem Ev. Kirchentag in Dresden, die nationalen Kompetenzen interantionalen Organisationen rückhaltlos und unumkehrbar zu übertragen, die dann auch mit Sanktionen ihre Forderungen gegenüber den Nationen und Völker durchsetzen können sollen, sie sprach ganz direkt davon, durch diese Maßnahmen so die “Neue Welt-Ordnung” erreichen zu wollen. Die reale Seite zur Durchsetzung dieser Konzeption sehen wir in der methodischen Anwendung des Zins-Schuldgelverfahrens, das zur umfassenden Verschuldung aller Leistungserbringer führt, die dann mit Austeritätsmaßnahmen total in die Knie (oder die Rebellion, welche dann damit den Vorwand für ihre Vernichtung liefert) und zur “freiwilligen” Aufgabe ihrer Bürger- und Freiheistrechte (mit Restenteignung) in der permanenten und allumfassenden Not durch Rechstverzicht gezwungen werden. Es gibt genügend Beiträge im www zur “dunklen” Seite der NWO, dazu möchte ich hier nichts schreiben, vieles davon mag bizarr und übertrieben anmuten, aber der Kern, alles zentral zu privatisieren und zu dominieren, wie es derzeit regional durch die EU vorexerziert wird, ist konzeptionelle Zielsetzung – der 3. Weltkrieg nicht mit Bomben Panzern und Soldaten, sondern mit Zins-Schuldgeld, Banke(r)n und Advokaten! Wer damit jahrhundetelange “Erfahrung” hat und über die intensivsten “Vernetzugen” verfügt, braucht hier nich herausgestellt zu werden… Die Welt ist nich nur in Zahlen zu fassen aud anhald von Statistiken zu verstehen, es gibt auch die Komponente des Geistes, die an sich der “Erfolgsfaktor Nr. 1″ ist. Leider haben Menschen, die in einer geistig entleerten Welt aufgewachsen sind, keinen wirklichen Begriff von dieser Komponente, die Zeit, Raum und Materie überschreiten kann und damit in der Lage ist, selbige vollsändig zu instrumentalisieren! Jeder Prozeß ist dann erklärbar, wenn es gelingt, die “Absicht”, den “Plan”, das “Ziel”, die geistige Urheberschaft zu entziffern. Dies setzt natürlich voraus, daß man die Einzelphänomene und Teilprozesse einem gesamtprozessalen Geschehen zuordnen kann und das auch will, sonst bleibt alles ein Rätsel und man selbst dem allen als Unwissender ausgeliefert.

    Herliche Grüße

    Ihr

    Zeitzeuge

    (dern gleiche, wie vor ein paar Jahren auf HB online)

    • SLE - 1. April 2013

      Hallo Zeitzeuge,

      nur um das richtig zu stellen: Die Fakten trage in diesem Blog nicht ich zusammen, sondern Steffen Bogs (“Querschuss”) und es ist auch in erster Linie ein Blog, das so nah wie möglich an den Fakten bzw. Belegbarem bleibt. Trotzdem vielen Dank für das Lob. Was Sie geschrieben haben, nehme ich als Ihre persönliche Interpretation der Dinge. Ich persönlich würde das aber so nicht unterschreiben wollen.

      Viele Grüße
      SLE

      • Zeitzeuge - 1. April 2013

        Sehr geehrte Herr SLE,

        Karl Marx hat eine wichtige Bemerkung gemacht, die eigentlich zutreffend für das im großen und ganzen gesamte “Gebolgge” gilt: Marx sagt, daß es nicht genügt, die Welt zu beschreiben, sondern sie zu verändern. Die deutschsprachigen Blogs sind zunehmend voll von irgend welchen Erkenntnissen, scheinen aber niemanden wirklich zum (gemeinsamen) Handeln zu bewegen/zu befähigen. Werden Erkenntnisse nicht in Handlungen im Zustand bzw. im Entstehen der Misere umgesetzt, die zu KONKRETEN Veränderungen der realen Verhältnisse führen, sind die Erkenntnisse zeitbezogen WERTLOS! Wie ich lese, wollen Sie meine Gedanken und Bebachten nicht wirklich folgen. Da ist schade. Aber damit stellen Sie sich in die Reihe derer, die “nicht wollen”, obwohl sie können (und das sind die schlimmsten von allen). Sie zählen für mich zu den lernunwilligen, weil Sie sich umfassend informieren können, viel zum Thema der politischen Relevanz gelesen haben und der Begriff der “NWO” für Sie kein unbekannter ist. In Ihrem obigen Kommentar zeigen Sie das, weil Sie implizit immer noch eine andere Politk, die Veränderung der bisherigen von den insgesamt nwo-systemisch ge- und befangenen “Regierungen” der EURO-Zone und der EU-Führungsclique diskutieren und einfordern. Sie befinden sich damit im Irrtum, weil, wie Sie hier regelmäßig selber berichten und sich mit anderen gemeinsam informationsmßig mühen, ALLE FAKTEN und ENTWICKLUNGEN gegen die Politik der EURO-Oligarchie sprechen und zwar nach dem “Gesetz def Serie”, das direkt auf die eigentliche Systematik hinweist. Sie machen sich offensichtlich selbst zum Narren, wenn Sie richtige, wichtige und klare Fakten zusammentragen, aber sich weigern, dazu ein systemisch zutreffendes Erklärungs- und Zusammenhangsmuster an Hand bekannter Fakten, Aussagen und Dokumente in gleicher Weise und Gewichtigkeit zur Kenntnis zu nehmen und Sie leisten damit gewolt oder ungewollt der Fortschreibung der Verhältnisse Vorschub!
        Merken Sie sich eins: Politik ist die (praktisch-empirische) Wissenschaft von der (Erlangung, Erhaltung und Verteidigung) der Macht! Politik hat prinzipiell nicht zwingend mit technokratischer oder naturwillsenschaftlicher oder aus beidem abgeleiteter Logik, Menschenfreundlichkeit, sittlichen oder sonstigen Wertvrorstellungen und Normen zu tun, sie ist gebunden an die Ziele udn Bestrebungen derer, die sie praktizieren, an sonst nichts und niemanden anderen, es sei denn, es gibt determinierende Einflüsse, wie z. B. wirksamen und unumstößliche Rechtssetzungen eines republikanisch verfaßten Rechtsstaates, die leider nur auf seinem Territorium, aber dort unumstößlich gelten, um den Politikern den Weg zu verwehren, ihre Möglichkeiten der Exekutive so zu mißbrauchen, daß aus einem rechtsstaatlich geordneten (verfaßten!) Gemeinwesen eine Diktatur – die Herrschaft der Willkür – wird!

        MfG

        Zeitzeuge

        P.S.: Ich bin kein Marxist, aber von Marxisten habe ich gelernt, das Wesen von Politk zu verstehen und den persönlichen konkerten Umgang mit ihr zu erlernen. daher stören mich inzwischen GEWALTIG all die hilflosen Appelle, Forderungen usw., die den an sich richtigen Erkenntnisträngen angehängt werden. Nur Zivilcourage und Patriotismus, vorgetragen und praktiziert von einer signifikant großen und befähigten Minderheit, können in der gegebenen Situation zu einer Veränderung führen, die sog. “Regierenden” sind unerreichbar per Bits und Bytes… Klären Sie mich auf, wenn Sie über bessere Erkenntnisse zu den Vorgängen verfügen!

        • SLE - 1. April 2013

          Hallo Zeitzeuge,

          ich bin überrascht, dass Sie glauben, mich in dieser Weise zu beurteilen zu können – anhand eines Aufsatzes und einer Antwort auf Ihren Kommentar. Es ist auch ganz erstaunlich, dass Sie nicht den leistesten Zweifel an Ihrer Einschätzung – bezogen auf mich und die Sache – haben. Ich glaube, so etwas nennt man “selbstgerecht”.

          Was Politik ist, das weiß ich sehr gut. Aber Sie, haben bestimmt keine Ahnung, warum ich das sehr gut weiß.

          Es gibt einen Unterschied, zwischen “wissen” und “glauben” und mein Eindruck ist, dass Sie in dieser Hinsicht nicht genau unterscheiden.

          Wenn es Ihnen nicht ausreicht, was hier im Blog an Fakten, Analysen und Einschätzungen angeboten wird, die aus unserer Sicht den Lesern die Möglichkeit bieten sollen, sich ein eigenes Urteil zu bilden und für sich zu entscheiden, was sie damit und daraus machen, dann sollten Sie hier keine Zeit mit Kommentaren vergeuden, sondern selbst ein Blog aufmachen. Ich wünschen Ihnen viel Erfolg dabei.

          Viele Grüße
          SLE

          • Zeitzeuge - 7. April 2013

            Hallo SLE,

            es ist wohl eher sehr dürftig, was Ihnen zu dem von mir mitgeteilten einfällt. Ich kenne Ihre früheren Beiträge auf HB online udn lese heir regelmäßig und habe mir von Ihrem “mechanisch-technokartischen” Weltverständnis ein eigenes Bild gemacht. Viel aht sich seit 2008 im Prinzip nicht geändert. Es gibt eben Fundamentailen des Seins, die sich nicht mit Zahlen und Statistiken offen legen lassen, man muß in der Lage sein, die Ergebnisse mit einem zutreffenden Wertekanon ganzheitlich zu verknüpfen, sonst bleiben alle Betrachtungen wert-los! Dort, wo es an diesem Wertkanon und dessen Verinnerlichung mangelt (zielstrebig wurde im Bildungswesen der BRD mehr als 30 Jahre lang zu “wertfreiem Denken” erzogen -Stickwort “pluralistische Gesellschaft”), ist dann der ausreichende Platz entstanden, um die entsprechende geistige Verwirrung, Verflachung und die “passenden” Scheinwerte und Unwerte zu placieren. Es genügt eben nicht festzustellen, daß gewltige Kräfte am Werke sind, die alles ins Wanken bingen, sondern es ist erforderlich, diese Geschehenisse als Unrecht, planmäßig initiiertes Zerstörunsgwerk zu evrsthen, da es keine Palellvorgänge gibt, die sich um eine tatsächlich baruchbare Korektur dieses “Unglücks” bemühen – die werden systematisch ausgeschaltet. Selbst unter jüngeren und systemkritischen Journalisten stellt man inzwischen die Frage nach dem WARUM und beginnt, den Wert des Naturrechtes als alte (neue) Grundlage zur wertemäßigen Ableitung zur eigenen Orientierung zu entdecken! Mir reicht es inzwischen vollständig, den Denk- und Gedankenmüll von Menschen hunderttausendfach auf den vorhandenen Blogs zu lesen, jeder weitere Blog wird daran nichts ändern. Die Frage, die in Goethes “Faust” nach dem, “was die Welt im innersten zusammen hält” muß genau so in bezug auf die politischen Verhältnisse gestellt werden. Wer dies nicht tut oder gar dies zu verhindern sucht, trägt zum Fortbestand und zur Ausbreitung von Unrecht bei, verhindert die Entstehung von angemessenen Maßstäbe und führt andere in die Irre, macht sie zu Opfern.

            MfG

            Zeitzeuge

        • Basisdemokrat - 2. April 2013

          “Nur Zivilcourage und Patriotismus, vorgetragen und praktiziert von einer signifikant großen und befähigten Minderheit, können in der gegebenen Situation zu einer Veränderung führen…”
          Wohin uns der Patriotismus führt sollten Sie sich als angeblich “marxistisch geschulter Zeitzeuge” noch einmal vergegenwärtigen.
          Diese Schiene wir überreichlich bedient; Beispiel:

          http://www.focus.de/politik/deutschland/angela-merkel-mit-hitler-baertchen-und-nazi-vergleiche-deutschen-hass-im-ausland-macht-buerger-fassungslos_aid_950743.html

          Für Handlungsanweisungen empfehle ich Ihnen:
          Lenin: Was Tun?
          Trotzki: Die permanente Revolution

          Gruß BD

          • Russe - 2. April 2013

            Für Handlungsanweisungen empfehle ich Ihnen:
            Lenin: Was Tun?
            Trotzki: Die permanente Revolution
            ___
            Tatsächlich?

          • Basisdemokrat - 2. April 2013

            @Russe
            natürlich leben wir heute in einer völlig anderen historischen Situation und müssen andere Antworten entwickeln. Aber viele der aufgeworfenen Fragestellungen können uns heute helfen unsere eigen Intuition auf den aktuellsten Stand zu bringen.
            Zwischen den Zeilen hier und an vielen anderen Stellen hört man immer wieder Verwunderung, warum sich “die Leute, der deutsche Michel etc.” dies alles mit sich machen lassen. Große gesellschaftliche Veränderungen müssen organisiert werden, sie können niemals durch nur “spontane” Aufstände erreicht werden. Zur Ergründung dieser Bedingungen wäre es geradezu sträflich auf die Vorbilder erfolgreicher Revolutionen zu verzichten. (Wie erfolgreiche Reformen aussehen, haben uns Schröder & Co beigebracht.)

            Spontane Erhebungen können immer nur Vorstufen reflektierten Verhaltens sein und enden entweder für die Mehrheit der Menschen in kompromisslerischer nur (gelber) Gewerkschaftsarbeit oder in die Reaktion stärkenden terroristischer Aktivitäten.
            Und brilliandere Organisatoren (Trotzki) und Strategen (Trotzki & Lenin) die über ein solch unglaubliches Potential an Erfahrung und Kenntnis im Umgang mit gesellschaftlichen Kräfteverhältnissen verfügen sind unabdingbare Hilfen für die Entwicklung einer konsistenten Strategie.

            Ich rufe hier nicht zur Revolution auf. Die kommt von selbst. Auf was sie aber treffen sollte, sind Organisationsstrukturen, die diese Stürme in sinnvolle und Erfolg versprechende Bahnen lenkt. Ich denke, dass darin eine große Verantwortung liegt für uns und die Zukunft unserer Kinder.

            Gruß BD

          • Russe - 3. April 2013

            Und brilliandere Organisatoren (Trotzki) und Strategen (Trotzki & Lenin)

            __

            Bei uns gelten die Beiden als letzter Abschaum, man sollte auch generell keine Denkmuster von Ex-Sklaven aus der Wüste verbreiten, die sind idR äußerst primitiv.

          • Basisdemokrat - 4. April 2013

            @ Russe
            Wer ist “uns?” und wer gilt noch alles bei Ihnen als “Abschaum?”
            Aus welcher Denk-Kloake ihr
            ” Bei uns gelten die Beiden als letzter Abschaum, man sollte auch generell keine Denkmuster von Ex-Sklaven aus der Wüste verbreiten, die sind idR äußerst primitiv.”
            entsprungen ist, kann ich nur vermuten. Da müssten Sie schon etwas mehr Farbe bekennen, anstatt solch unqualifiziertes Geschwafel von sich zu geben. Man mag politisch stehen, wo man will, die (strategische) Lebensleistung der Beiden kann man nur als genial bezeichnen.
            Gruß BD

        • Holly01 - 2. April 2013

          @ Zeitzeuge :
          Es gibt eine nicht zu unterschätzende rechtliche Haftung für alles was man öffentlich äussert. Ein Blogbetreiber hat dazu noch eine erweiterte Haftung.
          Ein Blogbetreiber kann für Inhalte herangezogen werden, die andere auf dem Blog verbreitet haben.
          Unser Recht läßt da einen sehr weiten Ermessensspielraum für die ermittelden Behörden.
          Man muss schon völlig mittellos und ohne soziale Bindungen sein, um sich dem offensichtlichen Risiko auszusetzen.
          Die Grenzen die vom Blog gezogen werden sind mehr als ausreichend, um sich gut und offen äussern zu können.
          Der Blogbetreiber ist auch nicht sehr nachtragend.
          Diese Rücksicht sollte man als Schreiber möglichst zurückgeben.
          Just my 5 Cent.

        • JL - 2. April 2013

          Hallo Zeitzeuge,

          Ihr Beitrag ist sehr emotional, dies ist einerseits verständlich andererseits unangebracht. Die Erklärung dafür liefern Sie eigentlich gleich mit.

          „ …Werden Erkenntnisse nicht in Handlungen im Zustand bzw. im Entstehen der Misere umgesetzt, die zu KONKRETEN Veränderungen der realen Verhältnisse führen, sind die Erkenntnisse zeitbezogen WERTLOS!…“

          Zu den Ostermärschen waren es wie viele Leute, die gegen den Einsatz der brunnenbohrenden Bundeswehr in Asien- also Afghanistan- demonstrierten? Wie viele haben sich gegen die katastrophalen Steuererhöhungen in Griechenland ausgesprochen? Wie viele dort fanden die unzumutbaren Arbeitslosendaten in der Südschiene skandalös? Wie viele haben gegen Hartz IV demonstriert?

          Und- ach ja- wem interessiert dies alles überhaupt in Ihrer näheren Verwandtschaft?

          Sind denn nicht I- Pads und sinnfreie Sendungen zwischenzeitlich wichtiger als reale wirtschaftspolitische Gefahren? Ist der „AHA- Effekt“ bei Computerspielen mittlerweile nicht doch höher als die Erkenntnis bei Bankeinlagen- je nach Beliebigkeit- „möglicherweise geschoren“ zu werden?

          Sie sollten also nicht den sachbezogenen Worten zuwider sprechen, sondern den Ignoranten ihre Ignoranz aufzeigen- allerdings werden Sie wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit ignoriert werden.

          Die Marxisten durften das schon mal lernen. Was gleich sagte noch mal Gorbatschow?
          Mit freundlichen Grüßen

          JL

  • Milo Minderbinder - 1. April 2013

    Zur Verelendung:
    http://www.heise.de/tp/artikel/38/38793/1.html

    lg

    stp

    • SLE - 1. April 2013

      Hallo Milo Minerbinder,

      vielen Dank für den Hinweis. Sehr lesenswert. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie wenig in den namhaften Zeitungen über die Lage in Spanien berichtet wird.

      Grüße
      SLE

  • Bubblegum - 2. April 2013

    @SLE

    “das ist ein ziemliche wüste Spekulation. Europa wollte die internationale Wettbewerbsfähigkeit des bis zu Beginn der 80er Jahre in nationale Märkte zersplitterten Europas gegenüber den beiden großen Wirtschaftsräumen USA und Japan durch den Aufbau eines einheitlichen europäischer Binnenmarktes/Wirtschaftsraums verbessern und in diesem Zusammenhang ist auch die Einführung des Euro zu sehen. Das war u.a vor allem auch deswegen geboten, um den innereuropäischen Handel sowie dessen Abwicklung zu vereinfachen, Wechselkursrisiken zu reduzieren etc.”

    Wie gesagt jeder hat dazu eine andere Sichtweise! Um meine etwas zu unterfüttern, stelle ich
    hiermit noch einige historische Fakten in den Raum und beschreibe sie aus Sicht Europas
    und der Vereinigten Terror-und Folterstaaten von Nordamerika. Danach möge ein jeder selber
    entscheiden, ob eine wüste Spekulation vorliegt! Ausgangspunkt sei das von Ihnen vorgeschlagene Jahr 1980:

    a) Die USA haben 1974 schmählich den Vietnamkrieg verloren. In Lateinamerika, den sie
    nach der Monroe-doktrin als ihren Hinterhof betrachten, passiert bis 1980 das folgende:

    1973 Salvador Allende (Marxist) wird Präsident Chiles, enteignet Anaconda-Copper. Man
    muss ihn mittels Staatsstreich ermorden lassen!

    1976 Staatstreich des Militär, um marxistischen Einfluss in Argentinien auszuschalten!
    und zu verhindern, dass noch mehr Nicaraguas entstehen, bei denen linke Guerillias
    an die Macht kommen!

    b) naher und mittlerer Osten:
    1978/79 Machtergreifung der Mullahs unter Chomeni im Iran. Eines der wichtigtsen
    Erdölförderländer geht dem anglo-amerikanischen Einflussbereich verloren! Und das
    alles nachdem man 1952 den Nationalisten Mossadecq ermorden ließ und den Schah
    zum Lakaien der Angloamerikaner machte!

    c) 1974 Krieg zwischen Agypten und Israel. Nur massivste Militärhilfe der USA verhindert
    eine Niederlage des Judenstaates

    d) 1980 Beginn des Krieges zwischen Irak und Iran. Die USA versorgen ihren ehemaligen
    CIA-Agenten Saddam-Hussein mit Waffen und Satellitenaufnahmen als dieser in
    militärische Schwierigkeiten gerät.

    Europa:

    a) 1974 putschen linke Militärs in Portugal und entmachten den amerikafreundlichen
    Diktator Salazar

    b) In Italien ist Mitte der 70ger bis Anfang der 90ger Jahre die KPI die stärkste politische
    Kraft. Die von Gladio geführten Roten Brigaden versuchen mittels Bombenanschlägen
    und der Entführung Aldo Moros die Linksbewegung in Italien zu diskreditieren!

    c) In Frankreich ist die KPF die zweitstärkste Kraft und verhilft dem Sozialisten Mitterand an
    die Macht!

    d) Deutschland wird in den 70ger und 80gern von der RAF heimgesucht, von der man bis
    heute nicht genau weiß, wer sie eigentlich finanziert hat. Die Erträge aus Bankrauben
    und Geiselnahmen reichen dazu nicht aus. Auch nicht die Koopration mit Carlos und mit
    den Palästinensern nicht!

    d) Die damals noch kleine EWG mit ihren 6 Gründungsländern funktioniert prächtig, sieht
    man einmal von den jährlich zu vernichtenden Agrarüberschüssen ab. Trotzdem geht
    der Hauptteil der Exporte Deutschlands und Frankreichs nach Übersee sprich USA und
    Kanada und nach Asien sprich Japan, Korea und die von den USA beherrschten
    Phillipinen und Indonesien. China, Indien und Thailand spielen für den Export noch keine
    wesentliche Rolle. Rußland für Deutschland allerdings schon! Hier ist die Deutsche Bank
    unter Abs, Christiansen und dem 1979 von der RAF ermordeten Herrhausen ein äußerst
    wichtiger Finanzier und Türöffner.

    Die EWG verfügt über 6 unterschiedliche Währungen. Die DM wertet dauernd auf!
    Besonders gegenüber den US$!
    Die Dollarbestände in den Räumen der BuBa wachsen und wachsen.
    Frankreich und besonders Deutschland sind zu Beginn der 80ger extrem
    wettbewerbsfähig! Sogar gegenüber Japan, die erst Mitte der 80ger zu einem
    ernsthaften Konkurrenten in Europa und vor allem in den USA (Sony, Toshiba,
    Honda,Toyoda etc). werden.

    Reagan verspricht bei seinem Amtantritt 1980 den politischen Gegner die UDSSR durch
    ein gewaltiges Rüstungsprogramm in die Knie zu zwingen!

    Dies kann aber finanziell nur gelingen, wenn der wirtschaftliche Riese und politische
    Zwerg Deutschland unter Wallstreet-Kontrolle bleibt und Frankreich seine
    sozialistischen Neigungen im Zaum hält! Es ist ja nicht von der Hand zu weisen, dass
    wie zufällig seitdem die ständigen EU-Erweiterungen auf der Agenda stehen. Angefangen
    mit dem Beitritt der Briten, vor dem der große Europäer Charles de Gaulle immer gewarnt
    hat!
    Soweit zu meinen wüsten Spekulationen!

    Viele Grüße und allen eine gute N8
    Bubblegum

    • dank - 2. April 2013

      “…und dem 1979 von der RAF ermordeten Herrhausen ein äußerst
      wichtiger Finanzier und Türöffner.”
      Tathergang und Vorbereitungen sprechen für eine andere Geschichte.

      Der Rest ist eine interessante Zusammenfassnung, bei der Lücken durch ähnliche Ereignisse, wie die gelisteten, füllbar sind, danke.

  • Goldman - 2. April 2013

    ich find es immer lustig wenn politiker die jahrenlang die politik vertreten haben die den meisten menschen geschadet hat, nach ihrem ausscheiden diese kritisieren…vorher schön abkassiert, und jetzt den mund aufmachen…erinnert mich an sarrazin…erbärmlich so etwas..,

  • Holly01 - 2. April 2013

    Auch ein spekt, der überall hineinstrahlt :
    http://www.heise.de/tp/artikel/38/38859/1.html

    Da frage ich mich ja immer wieder: wieso machen die Leute das mit?
    In den Ländern der Südschiene der Eu unterstellt man ja den sozialen, zivilen Ungehorsam. Ich meine die Reaktion, wo die Menschen einfach auf stur schalten und bewusst das Tempo drosseln. Da werden die Sachen nicht fertig gemacht.
    Da stimmt die Qualität nicht mehr, weil die Menschen mit dem eigenen Tempo das schaffen, was in der vorgegebenen Zeit möglich ist.
    Ich bin ja jeden morgen erstaunt, wenn ich in den Geschäften die 400€ Kräfte sehe, die -herumrennen- und Waren einsortieren. Für 25h/woch. bekommen die einen Gegenwert von 400€ minus Sozialabgaben und reissen sich diesen und jenen auf.
    Die wissen doch auch, dass die Geschäfte vor allem deshalb 24/7 offen sein können, weil die Beschäftigten nichts mehr verdienen und zeitweise 1 Kassiererin den gesamten Laden macht (über Stunden).
    Wieso machen die Leute diesen Mist mit? Nur damit die 3-5 Manager die den deutschen Einzelhandel über Einkauf bei den Erzeugern und Ladenpreis an der Kasse dominieren noch bessere Ergebnisse ausweisen können?
    Das rechnet sich für die Beschäftigten doch an keiner Stelle ……
    (Da ist noch nicht einmal “Teilschicht” angesprochen, morgens einsortieren und abends Kasse).

  • Hermann Keske - 2. April 2013

    Für die weitere “Deregulierung” und “Flexibilisierung” des Arbeitsmarktes gibt es noch sehr viel Spielraum. Die Anwaltskanzlei, die Wal Mart berät, hat schon sehr feine Ideen entwickelt, wie man die Arbeitskosten noch weiter minimieren und also den Unternehmensertrag verbessern kann. Zwar findet sich nun auch in den USA allmählich Widerstand, aber es ist vielleicht nicht von Übel, wenn man sich die möglichen weiteren Entwicklungen frühzeitig ansieht.

    Von Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder Urlaubsgewährung will ich gar nicht reden. Die konsequente Fortentwicklung der Kostenminimierung besteht darin, das Personal in den Verkaufsräumen flexibel den Tagesbedürfnissen anzupassen. Dazu hält man Personal vorrätig. Die Leute warten zuhause auf einen Anruf, daß sie kommen sollen – und die Wartezeit ist natürlich unbezahlt. Bezahlt werden nur die Stunden, in denen auch im Laden gearbeitet wird.

    Die Verträge berechtigen WalMart natürlich, möchte man sagen, zur sofortien Kündigung des Arbeitsvertrages, wenn der Arbeitnehmer nicht zuverlässig erreichbar ist oder nicht jederzeit sofort zur Arbeit erscheinen kann. Dadurch verliert der Arbeitnehmer erst einmal Ansprüche auf staatliche Hilfeleistung. Das sorgt für die nötige Disziplin.

    Wegen solcher Entwicklungen u.a. nenne ich die kapitalistische Wettbewerbswirtschaft ein Rattenrennen.

    Die übelsten Figuren geben den Takt vor. Wenn der Preis das einzige Kriterium im Wirtschaften ist, ist die Entwicklung vorgezeichnet.

    • Holly01 - 2. April 2013

      Ein Mangel aus Konsumfähigkeit könnte sich auch daraus ergeben, dass viele “Bürojobs” garnicht mehr im Büro ausgeführt werden.
      Die Leute sitzen zu Hause und bearbeiten die Sache am Privatpc per Clientsoftware.
      Bezahlt wir per Pauschalen. Also nach Anzahl von Anrufen und bearbeiteten Formularen, im Einzelfall auch Klicks oder “Arbeitszeit” die per Zeiterfassung des Clienten errechnet wird.
      Tipppausen sind keine Arbeitszeit.
      Wer keine x-Anschläge erreicht wird trotzdem nach dieser Basis bezahlt usw usf.
      Die Leute hängen ebenso zu Hause fest und sollten am besten 24/7 Dienste anbieten.
      Auftraggeber sind von Versicherungen über Kleinbetriebe bis zu alle Arten von Vertretern/Klinkenputzern.
      Die deflationäre Schraube (Abwertung nach innen) wird in DE beidhändig gedreht.

      • Traumschau - 3. April 2013

        Willkommen in der Neuen-Welt-Ordnung. Moderne Sklaven, die wir brauchen, um die Gewinne einiger weniger zu garantieren. Das ist ein Rückschritt in das dunkelste Mittelalter.
        “Wie gut, dass wir aus der Geschichte lernen …”
        Nur leider (oder gottlob?) geht es uns noch nicht so schlecht, dass wir dieses Gesindel, dass wir jeden Tag durch unsere Arbeit mit durchfüttern, zum Teufel jagen.
        Ich bin gespannt, wann sich der Zorn schlagartig Bahn bricht. Der Elite in den USA wird auch der Patriot-Act in diesem Fall nicht weiter helfen – dafür sind die Amerikaner trotz ihrer Einfältigkeit zu freiheitsliebend. Dieses mal kommt die Revolution möglicherweise aus den USA und schwappt nach Europa über.
        Hoffentlich nicht erst – wie sonst üblich – 10 Jahre später …
        LG Traumschau

        • Holly01 - 3. April 2013

          Nach meinem Eindruck gieren viele Politiker danach beweisen zu dürfen, wie sie dem Mop den militärischen Stiefel in den Nacken setzen.
          Die Elite sieht sich das ganz entspannt im TV an, die haben damit nichts zu tun. Das ist im besten Falle Alternativunterhaltung.

  • Georg Trappe - 3. April 2013

    Die hiesige Berichterstattung ueber die Vorgaenge in den USA, dem grossen Beispiel, ist auch sehr duerftig und laesst so manche Sache unerwaehnt die im triple A Land der unbegrenzten Moeglichkeiten in diesen Tagen so geschieht. Da wandeln sich ehemals bluehende Landschaften auch schon mal in Dystopien:
    http://www.reuters.com/article/2013/04/02/us-stockton-bankruptcy-idUSBRE9300GP20130402
    http://www.governing.com/gov-data/municipal-cities-counties-bankruptcies-and-defaults.html
    Und das Muster der Lastenverteilung ist fast immer das gleiche.

  • Holly01 - 3. April 2013

    Ich habe gelesen, in den USA sind jetzt ganz neue Superfinanzierungen der Renner.
    Man leiht sich das Geld auf z.B. 40 Jahre und zahlt nichts.
    Die Endrate ist entsprechend Betrag plus aufgelaufene Zinsen.
    Wer weiss schon was in 40 Jahren sein wird, in jedem Fall sind die Emittenten in 40 Jahren nicht mehr im Amt.
    Die sind so witzig die Amis ……

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