Eurosystem: Bilanzsumme um -500 Mrd. Euro verkürzt

von am 12. Mai 2013 in Allgemein

Weitgehend abseits der allgemeinen Wahrnehmung hat die EZB statt allseits postulierter ausufernder Geldschwemme, bereits wieder das Volumen eines LTROs eingesammelt, mittels vorzeitige Rückführung von Teilen der LTRO-Liquidität (longer term refinancing operations) durch die Banken. In der Kalenderwoche 18 2013 betrug die konsolidierte Bilanzsumme des Eurosystems 2,608120 Billionen Euro, zum Hoch in der KW26 2012 betrug die Bilanzsumme 3,102227 Billionen Euro, eine Bilanzverkürzung von -494,107 Mrd. Euro.

1aDie Entwicklung der Total Assets der EZB seit der Kalenderwoche 53 1998 bis zur KW18 2013. In der KW18 sanken die Total Assets um -3,132 Mrd. Euro auf 2,608120 Billionen Euro.

Vor allem die Kreditgewährung durch das Eurosystem an die Banken schrumpfte um -414,201 Mrd. Euro seit der KW26 2012 bis zur KW18 2013, auf 846’437 Mrd. Euro:

1aDie Entwicklung der Forderungen in Euro aus geldpolitischen Operationen an Kreditinstitute im Euro-Währungsgebiet seit der Kalenderwoche 53 1998 bis zur KW18 2013 im Chart. In der KW18 2013 sanken die Forderungen um -5,795 Mrd. Euro zur Vorwoche, auf 846’437 Euro. Zum Hoch in der KW26 2012 waren es noch 1,260858 Billionen Euro.

Unter der Position 5.0 im Wochenausweis des Eurosystems befinden sich vor allem die Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Haupttender) und längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (Basistender) und eben die ausstehenden LTROs.

Seit fast einem Jahr ist die Bilanzsumme des Eurosystems nun abwärts gerichtet, im Zuge der vorzeitigen Rückführung der LTROs. Trotz verbaler Expansion und Intervention der EZB, zuletzt per Beschluss Anfang September 2012, zu den Outright Monetary Transactions (OMT), den unlimitiert möglichen Käufen von Staatsanleihen an den Sekundärmärkten, ist die Bilanzsumme des Eurosystems deutlich gesunken. Dies dürfte offiziell den Erfolg der Maßnahmen zur Eindämmung der Krise dokumentieren, nur dies ist nur die halbe Wahrheit. In der Realität hatte das Eurosystem mit den beiden LTROs das Bankensystem der Eurozone weit über Gebühr mit Liquidität geflutet. Teile der in die Welt gebrachten Zentralbankgeldliquidität wurden daraufhin auch von den Banken selbst, via Target2 Zahlungssystem verbracht, in die sicheren Häfen der Kernländer der Eurozone, wohl auch als Wette auf einen Zerfalls der Eurozone, welcher dann große Aufwertungsgewinne des verbrachten Zentralbankgeldes verursacht hätte. Aber selbst nur 1% Zins auf die LTRO-Kredite veranlasste irgendwann die Banken besser die gezogene Liquidität vorzeitig zurückzuführen, denn mittlerweile können sich die Banken im Fall eines Refinanzierungsbedarfes über reguläre Refinanzierungsgeschäfte beim Eurosystem Kredite für 0,5% Zinsen ziehen und selbst über die Kapitalmärkte dürften sich Banken besser refinanzieren, was natürlich positiv zu bewerten ist, aber auch Folge der rigorosen Niedrigzinspolitik, von negativer Realverzinsung und Anlagenotstand. Selbstverständlich sank der Refinanzierungsbedarf auch, weil nun über Kapitalspritzen, Rekapitalisierungen der Banken via Rettungsfonds der Steuerzahler direkt in die Bresche sprang und somit das Risiko des Eurosystems minimierte.

Die vorzeitige Rückführung von Teilen der LTROs ist auch ursächlich verantwortlich für den Rückgang der Target2 Salden bei den NZBs. Zusätzlich dürfte sich die Kreditvergabe der Banken der Kernländer in Richtung Südperipherie sich etwas entspannter gestalten und somit die Target2 Salden Problematik etwas entschärft haben, so wie auch der ein oder andere Private im Zuge der Bankenrettungen oder dem Wissen, dass genaugenommen nirgendwo die Spargelder sicher sind, wieder den Heimathafen anvisiert hat und zuletzt sind die Finanzierungsbedürfnisse in der Südperipherie zurückgegangen, wegen sinkender Handelsbilanzdefizite und schrumpfender Kreditvergabe an den Privatsektor im Heimatmarkt. Die Target2 Salden reflektieren immer die Zahlungsbilanz, also Leistungs- und Kapitalbilanz. Ein über Gebühr mit Liquidität geflutetes Bankensystem der Eurozone, führt in Ermangelung an Zentralbankgeldbedarf im Zuge der schwachen wirtschaftlichen Aktivität die Zentralbankliquidität an das Eurosystem in Teilen zurück, schließlich gibt es selbst als Einlage beim Eurosystem (Einlagefazilität) für das Parken dieser keinen Zins.

Auch der zusätzliche Bedarf an Notliquidität bei den NZBs ebbt seit Monaten kräftig ab, nur die Zypernkrise funkte dazwischen, aber im Kontext der gesamten Eurozone hat sich das Risiko aus den ELAs deutlich abgeschwächt:

1aDie Entwicklung der Sonstigen Forderungen in Euro an Kreditinstitute im Euro-Währungsgebiet (6.0) von der Kalenderwoche 27 2009 bis zur KW18 2013 im Chart. In der KW18 2013 stieg das Volumen um +4,514 Mrd. Euro zur Vorwoche, auf 111,818 Mrd. Euro. Allerdings zum Hoch in der KW25 2012 betrug das Volumen der ELAs 250,592 Mrd. Euro.

Unter der Position 6.0 im Wochenausweis befinden sich die ELAs, ohne dass detailliert ausgewiesen wird, von welchen NZBs diese detailliert verursacht werden.

Die Emergency Liquidity Assistance sind Notliquiditätshilfen der NZBs und diese stellen eine Geldschöpfung außerhalb des Eurosystems durch die NZBs dar, die zwar vom EZB-Rat genehmigt werden müssen, wo aber nicht EZB-fähige Sicherheiten im Gegenzug der ELA-Kreditgewährung hinterlegt werden können und die nationalen NZB und nicht das gesamte Eurosystem die Kreditrisiken trägt und in diesem Fall der jeweilige Staat für die ELAs der gewährenden NZB haftet!

Mit diesen Daten zur konsolidierten Bilanz des Eurosystems zeigt sich für die EZB im Notfall noch ein erheblicher Spielraum zum Eingreifen. Auch wenn nur ein Teil der Last auf die Rettungsfonds EFSF und ESM und damit auf den Steuerzahler abgeladen wurde, das Eurosystem selbst ist handlungsfähiger und im direkten Vergleich überschwemmt die US-Notenbank ganz anders die Volkswirtschaft mit der Druckerpresse:

1aDie Entwicklung der Bilanzsummen der Bank of Japan, der FED und des Eurosystems (Jahr 2000=100) von Januar 2000 bis April 2013 im Chart. Während die FED die Bilanzsumme seit 2000 bis April 2013 um +480% ausweitete, waren es beim Eurosystem 226,2% (Hoch im Juni 2012 mit +287,9%) und bei der Bank of Japan dokumentiert sich sogar ein ordentlicher “Nachholbedarf” mit nur +91,1%.

Aktualisierte Charts zu den Target2-Salden: Querschuesse.de/Target2-Salden

Quelle Daten: Ecb.int/Konsolidierter Ausweis des Eurosystems zum 03. Mai 2013

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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48 KommentareKommentieren

  • Frankenfurter - 12. Mai 2013

    Teile der in die Welt gebrachten Zentralbankgeldliquidität wurden daraufhin auch von den Banken selbst, via Target2 Zahlungssystem verbracht, in die sicheren Häfen der Kernländer der Eurozone, wohl auch als Wette auf einen Zerfalls der Eurozone, welcher dann große Aufwertungsgewinne des verbrachten Zentralbankgeldes verursacht hätte.

    Haha, weiß das auch der Professor Sinn, der hat doch Target2-Bilanzen mit den Leistungsbilanzen der Zonenländer gleichgesetzt, oder täusche ich mich?

    Diese Frage habe ich schon im Artikel über die Food-Stamps gestellt. Wieviel Staatspapiere von GR PT oder I hat die EZB am Sekundärmarkt nun gekauft? Keine, stimmt ja wohl nicht Steffen.

    • Querschuss - 12. Mai 2013

      Hallo Frankenfurter,
      im Zug des OMT-Programms bisher keine und beim eingestellten SMP-Programm stehen 202,500 Mrd. Euro aus, alles andere als eine wirklich aggressive Staatsfinanzierung :)

      Das die Target2 Salden Leistungsbilanz und Kapitalbilanz reflektieren ist mittlerweile ein alter Hut.

      Gruß Steffen

  • Frankenfurter - 12. Mai 2013

    Dann ließe sich ja ziemlich genau bestimmen, wie groß der spekulative Anteil bei den Target2 Salden ist, oder?

    • Querschuss - 12. Mai 2013

      Hallo Frankenfurter,
      nein kann ich nicht bestimmen. Das die Banken selbst das Zentralbankgeld auch verbracht haben ist meine Interpretation, wirklich belegen kann ich es nicht, dafür spricht aber, dass mit der LTRO-Rückführung adäquat die Target2 Salden schrumpften, so wie sie mit den LTROs in die Höhe sprangen.

  • Sanne - 12. Mai 2013

    Wenn ich dies so lese, hört sich das an sich doch ansatzweise positiv an, oder verstehe ich da etwas falsch? Wie passt dann diese Meldung in das Bild?
    “Wolfgang Schäuble werden die ungeheuren Mengen an Geld unheimlich, die die Zentralbanken in die Märkte gepumpt haben. Er fordert die Zentralbanken auf, die Liquidität wieder einzusammeln. Diese haben allerdings nicht die geringste Ahnung, wie das gehen soll. Den Zentral-Planern dämmert, dass das Spiel zu Banken-Crashs führen dürfte. Daher will die EU die Sparer an Banken-Crashs beteiligen, um einen System-Zusammenbruch zu vermeiden.”

    Ich bin zugegebenermaßen etwas ratlos, in welche Richtung geht es? Stehen die Zeichen auf Entspannung oder ist das die Ruhe vor dem Sturm?

    • Querschuss - 12. Mai 2013

      Hallo Sanne,
      entweder meinte Schäuble die Notenbanken allgemein, in Bezug nur auf das Eurosystem wäre diese Aussage falsch bzw. er wüsste nicht wovon er redet?

      Ob die Zeichen wirklich auf Entspannung stehen ist nicht gesichert, aber für Deutschlands Konjunktur sieht es meiner Meinung nach besser aus, Teile der Südperipherie könnten sich auf einem Stabilisierungskurs auf sehr niedrigem Niveau begeben. In Punkto Eurosystem muss man sehen, erstens war wohl der Liquiditätsbedarf gar nicht so hoch wie geflutet wurde und außerdem übernehmen die Rettungsfonds ein großes Stück zur Befriedigung an Kapitalbedarf der Banken, was die Nachfrage auch nach Zentralbankliquidität durch die Banken abschwächt.

      Verkürzt könnte man behaupten, die EZB half die privaten Gläubiger freizuhauen und ermöglichte denen den Rückzug, nun ermöglichen die Rettungsfonds (Steuerzahler) mit den Rekapitalisierungen der Banken, der EZB ein stückweit den Rückzug.

      “Den Zentral-Planern dämmert, dass das Spiel zu Banken-Crashs führen dürfte.” Wer auch immer diese Aussage tätigte, sie ist Unsinn, denn die Refinanzierungen sicherten den Banken das Leben und letzlich wurden damit leider fast alle bestehenden Strukturen und Akteure gerettet, aber die Liquidität blieb im Bankensystem, da die Kreditvergabe an Unternehmen und private Haushalte in der Eurozone nicht ansprang und bisher nicht anspringt. Die Liquidität hat keine Auswirkungen auf die Verbraucherpreise bzw. wenig, solange Löhne stagnieren und sinken und Unternehmen nicht investieren, sprich Kredite nachfragen und die Produktionskapazitäten stark unterlastet sind.

      Es werden nur die Assetpreise angekurbelt, was zu einem Problem werden kann, siehe Aktienmärkte und Immobilienpreise in Deutschland.

      Gruß Steffen

      • Thorsten Eckau - 13. Mai 2013

        “Den Zentral-Planern dämmert, dass das Spiel zu Banken-Crashs führen dürfte.” Wer auch immer diese Aussage tätigte, sie ist Unsinn…

        DWN – das tendenziös-(manipulativ-)apokalyptische Onlineblatt für den Weltuntergang hat diese Aussage so veröffentlicht.

        • Querschuss - 13. Mai 2013

          Hallo Thorsten Eckau,
          die bekommen zwar erstmal keinen Weltuntergang und keinen Preis für eine ausgewogene Berichterstattung, aber jede Menge Klicks und Leser, aus dieser Sicht machen sie alles richtig :)

          Gruß Steffen

  • Frankenfurter - 12. Mai 2013

    Dann stelle ich die Frage anders: Entsprachen die Targetsalden der Euroländer vor dem Lehmann-Crash bzw. der allgemeinen Kreditkrise im Jahr 2008 ihren Leistungsbilanzen?

    • Klaus - 12. Mai 2013

      Sinn hat nicht die Target 2 Salden mit der Leistungsbilanz gleich gesetzt, sondern die Kapitalbilanz. Target 2 ist nur ein Unteraspekt der Kapitalbilanz und verdrängte seit 2008 den austrocknenden freiwilligen Kapitalfluss.
      Seither sind die Target 2 Werte das Gegenstück den den Leistungsbilanzdefiziten, werden aber nun durch EFSF und ESM und ELA ausgetauscht.

      Zu Sanne: Schäuble meinte Zentralbanken (Plural). Damit hatte er sicher die FED und BoJ im Blick. Das er aber von “Liquidität einsammeln” faselt, zeigt, dass er vom Geldwesen nicht viel versteht. Inflation oder Haircuts, das sind die Mechanismen des Einsammelns. Aber Einsammeln klingt natürlich besser für das Wählerohr.

    • Querschuss - 12. Mai 2013

      Hallo Frankenfurter,
      nein, mussten sie auch nicht, private Kapitalzuflüsse (Kapitalbilanz) via Target2 entsprachen den zu finanzierenden Leistungsbilanzdefiziten, so wie die deutschen Leistungsbilanzüberschüsse, den deutschen Kapitalabflüssen entsprachen, deshalb bestand für das Zahlungssystem Target2 kein zusätzlicher Zentralbankgeldbedarf, so dass die Target2 Salden bis zum Ausbruch der Krise nahezu neutral waren.

      Zusätzlicher Zentralbankgeldbedarf entstand schlagartig, als im Zuge der Krise privates Kapital nicht mehr die Leistungsbilanzdefizite der PIIGS finanzieren wollte und zusätzlich privates Kapital von den Bankensystemen der PIIGS in die der Kernländer DNLF abfloss.

      Gruß Steffen

  • Euro? Nein danke! - Aufkleber - 13. Mai 2013

    Alles wird gut! “Der Euro kostet uns nichts” (CDU 1999)

  • Georg Trappe - 13. Mai 2013

    Hallo Steffen,

    vielen Dank fuer diesen Update zur Entwicklung des Zentralbankgeldbestandes im Euroland.
    Gibt es von Dir einen Artikel , wie sich Euroland als Ganzes bezueglich Leistungsbilanz, Kapitalbilanz, Zahlungsbilanz darstellt. Bei der EZB habe ich dieses gefunden:
    https://stats.ecb.europa.eu/stats/download/bop_euro_area/bop_euro_area/easch07_update.pdf
    Wenn Du soetwas schon in Deinem Format hast, waere ich dankbar fuer einen Hinweis wo ich es finden kann.

    Viele Gruesse
    GT

    • Querschuss - 13. Mai 2013

      Hallo Georg Trappe,
      zur Leistungsbilanz der EU17 als Ganzes habe ich noch nichts geschrieben, da gibt es aber kein Problem, höchstens das der Überschüsse :)
      Da Deutschland seine Überschüsse behalten und weiter ausgebaut hat und die PIIGS im Gegenzug ihre Defizite abgebaut haben, vor allem mittels Importschrumpfung, ist klar, dass die Leistungsbilanz der EU17 als Ganzes glänzend dasteht. Dies sagt allerdings über die Ungleichgewichte innerhalb des Währungsraumes nichts aus, vor allem über das nach wie vor Bestehende zwischen Frankreich und Deutschland.

      Gruß Steffen

    • Georg Trappe - 13. Mai 2013

      Hallo Steffen,

      habe schon ein Chart gefunden, welches die Entwicklung der Leistungsbilanz der Euro Zone als Ganzes darstellt.
      https://dl.dropboxusercontent.com/u/3535627/euro-area-current-account.png
      Sieht eigentlich ganz vernuenftig / ausgewogen aus. Hinten raus, 2008 und spaeter, kann man aber soetwas wie eine Tendenz zu steigenden Ueberschuessen erkennen. hoechstwahrscheinlich bedingt durch das Umsteuern der groessten Volkswirtschaft in der Euro Zone hin zu mehr Exporten in Drittlaender. Es waere interessant zu wissen, was mit den Dollars passiert, die dafuer eingenommen werden.
      Irgendwo in Europa gestapelt = zinsloser Kredit an den Grossmeister?
      In triple A rated Wertpapiere made in USA angelegt?
      Wo bekommt man so etwas raus?

      Gruesse
      GT

  • Roland - 13. Mai 2013

    Innerhalb eines Währungs-Systems müssen Leistungsbilanz-Defizite NICHT durch Kapitalimport aus Überschuss-Ländern finanziert werden. Die Geschäftsbanken der Defizit-Länder können ihre EUROs selbst schöpfen.
    Von daher ist die von Prof. Sinn aufgezogene target2- Debatte eine Luftnummer. Es handelt sich bei Target2 um Buchungsposten der “Verbringung” von Geld und nicht um Kontokorrent-Kredite.
    (Wäre es anders, so hätten wir das irrsinige Ergebnis, dass nach einer Überweisung eines Guthabens einer Geschäftsbank die Zentralbank des Empfängers mit potentiellen Verlusten an der Backe zurück bliebe).

    Anyway: Das aufgeblasene Thema scheint sich ja langsam selbst zu erledigen.

    p.s.
    Ja, die EZB hat jede Menge firepower, sollte sie den Weg der FED, der Bank of Japan oder der Bank of England einschlagen.

    • Querschuss - 13. Mai 2013

      Hallo Roland,
      “Wäre es anders, so hätten wir das irrsinige Ergebnis, dass nach einer Überweisung eines Guthabens einer Geschäftsbank die Zentralbank des Empfängers mit potentiellen Verlusten an der Backe zurück bliebe.” ….Die Zentralbank des Empfängers bleibt mit einer Forderung gegenüber der Zentralbank der sendenden Geschäftsbank zurück und gelingt es in der Gesamtheit nicht, dass die PIIGS diese Forderungen irgendwann realwirtschaftlich erfüllen, sprich mehr Zentralbankgeld via Target2 von den PIIGS-Banken zu den deutschen Banken fließt als umgekehrt, wird aus dieser Forderung – eine Unerfüllte, eine Uneinbringbare.

      Aber wir müssen nicht einer Meinung sein, im globalen Kontext ist es völlig Wurscht ob ich dich überzeuge oder du mich, deshalb können wir unsere unterschiedliche Sicht auf die Target2 Salden behalten :)

      Gruß Steffen

      • Roland - 13. Mai 2013

        Steffen, ich hatte doch das Wort “Schulden” durch den Begriff “potentielle Verluste” ersetzt.
        (Wo ist der post hin ?)
        Mit Deinem Satz stimme ich also überein. Aber sachlich wäre das doch der unlogische Irrsinn, dass nach Überweisung eines Guthabens bei der Zentralbank des Empfängers eine potentiell faule Forderung aufgebaut würde.

        Genau aus diesem Grunde laufen die Überweisungen ja nicht über das “Kreditbuch” der Zentralbanken, sondern über das Zahlungs-System target2. Und auch wenn buchungstechnisch formal sog. “Forderungen” aufgebaut werden, so handelt es sich hierbei nicht um solche im klassischen Kredit-Sinne.
        Es hat eine zweite Bedeutung, so wie das Wort “cool” ja auch einmal “kalt” und ein ander Mal “smart” bedeuten kann.

        • Querschuss - 13. Mai 2013

          Hallo Roland,
          ich war so frei, in deinem Sinne, das Wort “Schulden” durch den Begriff “potentielle Verluste” zu ersetzen, damits übersichtlicher bleibt und nicht Korrekturkommentare im Blog stehen :)

          Gruß Steffen

  • Moep - 13. Mai 2013

    Hallo in die Runde,

    wenn ich Steffens Grafiken richtig verstehe zeigen die ja an, dass die EZB Bilanzsumme seit dem Jahr 2000 jährlich um 9,5%(!!) angestiegen ist, und das OBWOHL große Teile von LTRO bereits zurück gezahlt wurden.
    Ohne die Daten im Kopf zu haben würde ich sagen, dass dieser Anstieg keinesfalls mit der Wirtschaftlichen Entwicklung im EURO Raum korrespondiert, oder?
    Vor diesem Hintergrund von einer Entspannung zu reden, nur weil das Wasser statt 5 Meter über dem Kopf nur noch 4,5 Meter über dem Kopf steht, halte ich für etwas übertrieben.
    Viel entscheidender wäre doch die Frage, ob tatsächlich die Chance besteht, dass das Wasser ganz abfließt.

    Viele Grüße,

    Moep

    • Querschuss - 13. Mai 2013

      Hallo Moep,
      dein Vergleich ist zwar sehr bildhaft, aber ich halte mal dagegen, solange die Liquidität nur im Bankensystem wabert aber kaum realwirtschaftliche Auswirkungen hat, ist es temporär wurscht ob sie eingesammelt wird oder nicht. Genau dies haben die LTROs doch gezeigt. 1000 Mrd. haben die Wirtschaft nicht angeschoben und das Einziehen von 500 Mrd. hat auch keine messbare negative Wirkung gezeigt.
      Trotz 1000 Mrd. Euro an Zentralbankgeldliquidität schrumpfte das BIP, die Kreditvergabe (Giralgeld) schrumpfte und sogar die Verbraucherpreissteigerungen gingen zurück.
      Die gezogenen LTROs wurden hauptsächlich in der Einlage des Eurosytems geparkt, nun dort abgezogen und getilgt, realwirtschaftliche Auswirkungen in der Nähe von Null. Außer das die Banken in Zentralbankliquidität schwammen und temporär jeden Schock überlebt hätten, genau dies war wohl das Ziel.

      Springt die Kreditvergabe des Bankensystems an die Realwirtschaft an und gerät die Produktionskapazität an den Rand der Auslastung wird es natürlich gefährlich, aber weder eine Kapazitätsauslastung ist auch nur in Sichtweite, noch droht momentan in der Eurozone als Ganzes Kreditexpansion in Hinblick auf private Haushalte und Unternehmen.

      Also, ob die Wanne über uns weiter vollläuft oder nicht, bei entsprechenden Fassungvermögen, bleibt temporär egal, solange der Kopf trocken bleibt :)

      Gruß Steffen

      • Moep - 13. Mai 2013

        Hallo Steffen,

        Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich kann Deine Argumentation durchaus nachvollziehen. Was mir allerdings in diesem Zusammenhang als Nichtökonom immer wieder die Haare zu Berge stehen lässt ist dieser Punkt:

        1. Die EZB hat billiges Geld an die Banken zu deren Absicherung temporär ausgegeben.
        2. Auch wenn das Geld billig ist müssen die Banken darauf ja Zinsen leisten. Also werden sie mit diesem Geld irgendwo “arbeiten”.
        3. Das bedeutet sie müssen irgendwoher mindestens soviel oder sogar mehr Geld “gemacht” haben, als die Zinsen an die EZB kosten.

        Wenn sie das Geld nicht in die Realwirtschaft gepumpt haben, wie immer gesagt wird:

        a) Was haben Sie dann damit gemacht?
        b) Und woher kommt der Zins, den sie “erwirtschaften” mussten?

        Wenn sie das Geld lediglich am Aktien- oder Rentenmarkt angelegt haben, müssten – wie gesehen – dort die Kurse steigen. Soweit alles klar. Nur wenn viel von dem Geld jetzt zurück gezahlt wurde, dann sollten die Kurse auch irgendwann einmal wieder sinken – oder? Aber genau das passiert nicht. Sollte es am oft zitierten Kleinanleger liegen, der ganz am Schluss auf den fahrenden Zug springt? Genau der Kleinanleger, der sich schon kein neues Auto mehr leisten kann?

        Für mich ist das zunehmend nicht mehr nachvollziehbar.

        • Querschuss - 13. Mai 2013

          Hallo Moep,
          ich behaupte Mal, weil es schwer ist den Zins zu erwirtschaften, war die Motivation für die Banken groß die “Überschussliquidität” aus den LTROs an das Eurosystem zurückzuführen, wichtig ist, dass hatte ich im letzten Kommentar nicht angefügt, der Refinanzierungsbedarf an Zentralbankgeld sank auch, weil die Banken von den Rettungsfonds mit Rekapitalisierungen gefüttert wurden. Richtig ist auch, trotz -500 Mrd. Euro an Zentralbankgeld im Bankensystem stiegen die Aktienmärkte, aber der Schub könnte ja auch mit von ausländischen Anlegern befeuert sein, dort ist die Liquidität ja weiter am steigen, siehe USA und Japan. Wie auch immer, auf alles habe ich auch keine schlüssige Antworten, schließlich bräuchte man dazu aus vielen Detailbereichen umfangreiche Kenntnisse und wohl auch Insiderwissen. Dies kann ich alleine nicht leisten.

          Gruß Steffen

          • Moep - 13. Mai 2013

            Hallo Steffen,

            Danke für Deine Einschätzung. Ja die Fremdfinanzierung.. wahrscheinlich hat niemand mehr in diesem System wirklich einen Überblick über die ablaufenden Geldströme.

            Aber ist es nicht letztlich egal ob selbst gedrucktes oder woanders gedrucktes Kapital unsere Kurse aufblähen? Denn auch fremdes Kapital erwartet Ertrag, oder? Und vermutlich wird es auch, wenn es gebraucht wird, weniger zögern wieder zu verschwinden. Es ist wirklich sehr befremdlich und man fragt sich täglich, wie lange das noch andauern kann. Veilleicht ist es noch gar nicht wichtig, aber die letzten Tage am Rentenmarkt waren recht dynamisch. Die Renditen vieler europäischer, lang laufender Staatspapiere und zusätzlich auch amerikanische und japanische sind recht zügig angestiegen. Aber das mag nichts heißen.

            Viele Grüße und noch einen schönen Tag,

            Moep

    • Theodor - 13. Mai 2013

      Der Anstieg der EZB Bilanzsumme wird auch so weiter laufen. Längerfristig muss es schon deshalb einen Anstieg geben, weil die die Kreditvergabe nicht dauerhaft sinken kann. Das Finanzsystem ist eben nicht dadurch gekennzeichnet, dass es ein Gleichgewicht zwischen Neuverschuldung und Entschuldung geben könnte, sondern dadurch, dass die Aufschuldung mangels optimal gesteuerter Liquiditätszuflüsse, der zur Tilgung verpflichteten Haushalte und Unternehmen, Normalität ist. Die zusätzlich benötigte Nachfrage kann nur durch zusätzliche Kredite entstehen und Kredite nur durch Kreditsicherung. Weil es an letzterem in unseren Nachbarländern fehlt ist die Kreditvergabe dort rückläufig. Wenn man beachtet, dass die Brutto-Transferierung von Giralgeld immer einen Zentralbankgeld-Bedarf der MFI’s nach sich zieht, dass Zentralbankgeld NUR über die geldpolitischen Instrumente (Aktiva “geldpolitische Forderungen” / Passiva “Rückgabeverpflichtung der Titel” entsteht, dann schließt sich der Kreis.

      Frage: Warum ist die Bilanzsumme der MFI’s so deutlich höher, als die Bilanzsumme der EZB?!

      Antwort: Weil Giralgeld kein Geld ist, sondern nur ein Giroguthaben. Solange weniger Überweisungen zwischen Bankengruppen stattfinden, mindert sich auch deren Bedarf an Zentralbankgeld

      (Clearing kann außen vor gelassen werden, da dies über den Banktag hinaus “technisch” keine Loslösung vom grundsätzlichen Zentralbankgeldbedarf bei einer Unterdeckung am Ende des Banktages bietet)

      Theodor Kattmann (NRW.BANK)

  • Rolmag - 13. Mai 2013

    “Ja, die EZB hat jede Menge firepower, sollte sie den Weg der FED, der Bank of Japan oder der Bank of England einschlagen.”

    Es ist aus einem gewissen Blickwinkel sicher zu begrüßen, dass Sie so ein netter und offenherziger Mensch sind. Aber Sie übersehen dennoch, dass die FED das für sich selbst also die USA macht, ebenso wie die Bank of Japan oder die Bank of England.

    Im Euroraum soll jedoch das verhältnismäßig seriös wirtschaftende Deutschland die Schulden von Spanien, Giertchenland, Italien usw. mit übernehmen bzw. die Investitionskosten, damit bei denen die Wirtschaft wieder brummen möge, vielleicht. Woher die Zuversicht, dass wir das alles stemmen können, ohne uns schmerzhaft zu verheben? Als hätten wir im eigenen Land keine Probleme, keine gigantischen Probleme. Die Politik überschätzt Deutschland total, wenn die so weitermachen, sind wir in 20-30 Jahren ein Volk von menschlichen Wracks, in Grund und Boden geschunden.

    Außerdem vergessen die Investitonsbefürworter eine Tatsache stets, so eine Wirtschaft im echten Leben ist keine Computersimulation, wo man hier und da 100 Gold und Holza in die Forschung steckt und nach drei pder fünf Runden ein marktfähiges Produkt hat, erst recht nicht, wenn Politiker dahinter stehn. Das kann auch ein Fehlschlag werden, siehe das Solardesaster, und erst recht kann, fast muss, das ein Fehlschlag geben, wenn die Wirtschaft auf Krampf gesundet werden soll, ausgehend von einer Substanz, die stark geschönt als schwer angegriffen charakterisiert werden muss.

    • Roland - 13. Mai 2013

      Offensichtlich sind Sie einer dieser armen Mainstream-Medienopfer, die konditioniert wurden mit dem Spruch : “Wir übernehmen die Schulden der Südländer”
      Klarer wird die Sache, indem man formuliert: “Wir übernehmen die Forderungen unserer Banken an die Südländer”.

      Unsere Banken hätten für ihr Verzocken einstehen müssen. Unsere Regierung, als Handlanger dieser Banken, hat sie jedoch freigekauft und uns Steuerzahler in die Haftung genommen.

      • Erich - 13. Mai 2013

        Soweit ich mich erinnere hatten unsere Banken in Griechenland zu Beginn der Krise etwa 25 Mrd Euro im Feuer. Bei unseren Banken und Versicherungen gab es gleichzeitig eine Vereinbarung, dass diese ihre Einlagen dort beibehalten sollen. Inzwischen stehen wir mit unseren Steuergeldern und Target2-Forderungen mit einem Vielfachen an Forderungen da. Profitiert haben davon aber nicht die armen Griechen, sondern die Wallstreet Banken, die Londoner Banken, die französischen Banken, und die griechischen Millionäre und Milliardäre, die alle ihren Schrott bei den Steuerzahlern abgeladen haben. Unter Solidarität verstehe ich etwas anderes. Dass die Politiker dieser Länder nur die Interessen ihrer Reichen im Blick haben, können Sie sich offensichtlich nicht vorstellen.
        All diese pauschalen Hilfen gehen ganz einfach an die falsche Adresse. Das klingt in meinen Ohren ein bisschen so wie das “triple down” Argument mancher Amerikaner, dass wenn die Reichen nur genug Gewinne machen, dann fällt für die Armen dann schon auch ein bisschen davon ab.

        • Frankenfurter - 13. Mai 2013

          “Soweit ich mich erinnere hatten unsere Banken in Griechenland zu Beginn der Krise etwa 25 Mrd Euro im Feuer.” Und soweit ich erinnere, betrug die Höhe des Kredits, die Griechenland von der Bundesrepublik Deutschland 2009 erhalten hatte 20 oder 22 Mrd. Euro, witzig oder? :-)

        • Roland - 13. Mai 2013

          Sie haben recht bis auf den Hinweis mit target2. Da steht gar nichts im Feuer, da es sich hier nur um buchungstechnische Verrechnungs-Größen handelt, die den Anschein von Krediten annehmen. Es sind keine Kredite, denn im reinen Zahlungsverkehr können keine Schuldverhältnisse entstehen.

          p.s.
          Solange die EZB sich ausschließlich im OTM tummelt, pumpert sie wieder vor allem die Großbanken (auch die deutschen), die sich gefahrlos mit Staatsanleihen der Südländer vollsaugen können.
          Erst wenn sie dazu übergehen sollte, im Primärmarkt aktiv zu werden (ist ihr augenblicklich noch verboten), geht sie direkt in die Staatsfinanzierung.

          • Erich - 13. Mai 2013

            Wenn jemand wie etwa Papandreo 490 Mill. Euro an eine deutsche Bank überweist, dann sind seine Forderungen an die bislang griechische Bank an eine Forderung an die entsprechende deutsche Bank übergegangen. Dafür wurde entsprechend das Target2 Saldo Griechenlands belastet, und dem Target2 Saldo Deutschlands gutgeschrieben wurden. Defakto hat also das Eurosystem, oder speziell die Bundesbank die Forderung an die Griechische Nationalbank übernommen.

            Papandreo ist also raus aus dem Risiko, und die Bundesbank drin.

          • Roland - 13. Mai 2013

            Die “Forderung” Ihres Papandreo ist sein Guthaben bei der griechischen Bank.
            Nach der Überweisung hat er sein Guthaben bei der deutschen Bank.
            Wo ist das Problem ? Hat jetzt irgendeine Bank ein Risiko wg. dessen Guthaben ?

            Sie verstricken sich im Geflecht von Buchungen. Manchmal ist der einfache und gesunde Menschenverstand zielführender.

          • Erich - 13. Mai 2013

            Wenn die griechische Bank insolvent ist (und welche ist das nicht), dann macht das für Papandreo sehr wohl einen Unterschied. Solange er es nämlich bei der griechischen Bank belässt, hat er das gleiche Risiko wie etwa die zyprischen Kontoinhaber. Nachdem er das Geld in die deutsche Bank transferiert hat, ist sein Risiko wohl wesentlich geringer. Das Risiko, dass die Bank tatsächlich pleite geht, ist aber dadurch keineswegs geringer geworde, eher größer. Und wer hat denn dann wohl das Risiko?

            Nicht umsonst gab es das lange hin und her bei Zypern, um den großen Konten noch schnell die Flucht zu ermöglichen. Dafür stellte die ECB im februar ja sogar extra einen 9 MRd Euro Kredit bereit., obwohl sie wusste, dass diese Banken pleite sind (so etwas wie die Verschleuderung öffentlicher Mittel gibt es bei der ECB wohl nicht).

            Die Target2 Konten haben einen realen Hintergrund, der tatsächlich einem Kredit entspricht.

  • Ro - 13. Mai 2013

    da geht noch viel:

    http://www.n-tv.de/wirtschaft/Visco-deutet-Minus-Zinsen-an-article10632901.html

    Die Pferde werden nun wohl bald zum saufen befohlen – nur her mit den negativen Zinsen. Rein in den Konsum. Das Geld soll in die realen Kreisläufe. Na denn, das wird nun enger und enger.

  • Martin Schweiger - 13. Mai 2013

    lb. Steffen,

    ich behaupte, daß ein großer Teil der von Januar bis März an die EZB zurückbezahlten Kredite von der FED stammen, die diese an Südbanken ausgegeben hat.

    Alleine im Januar 2013 hat die FED fast 200 Mia US$ direkt an PIGS-Banken verliehen, die diese vor dem Einzahlen bei der EZB natürlich in EUR umgewechselt haben, was den ansonsten unerklärlichen Kursanstieg des EUR zum US$ in dieser Zeit erklärt.

    Das erklärt dann auch die im Gegensatz zur EZB-Bilanz in dieser Zeit unnatürlich aufgeblähte FED-Bilanz.

    Der Euro wird somit erst crashen, wenn der US$ mindestens genauso reif für einen Crash ist, weil die USA das Euro-System nicht untergehen lassen werden, solange sie es sich irgendwie leisten können. Das ist der Ausgangspunkt meiner eingangs aufgestellten These.

    Im Bestreitensfalle führe ich gerne Beweise an.

    Was noch fehlt ist eine laufend fortgeführte konsolidierte Bilanzsumme von FED, EZB, BoJ, BoE und SNB. Da wären solche “kleinen Mauscheleien” untereinander auskompensiert.

    Vielen Dank übrigens noch für die viele Arbeit mit dem Blog.

    viele Grüße
    Martin

    • Querschuss - 13. Mai 2013

      Hallo Martin,
      hast du Hinweise, Belege, Bilanzausweis oder ähnliches, dass die FED die PIIGS Banken in dieser Dimension finanziert oder ist es nur deine Vermutung, Behauptung?
      Ich habe nochmal die Bilanzausweise der FED durchgesehen und finde keine Position die Hinweise auf deine Vermutung liefert.
      http://www.federalreserve.gov/releases/h41/

      Gruß Steffen

      • Frankenfurter - 14. Mai 2013

        hey Steffen, wieso erscheint das Foto von Martin Schweiger im Platzhalter neben seinem Post? Weil es auf der Startseite seines eigenen Blogs zu finden ist?

    • alex-ab - 14. Mai 2013

      genauso ist es. Das weltweite Zentralbankensystem muss als Ganzes gesehen werden, und nicht isoliert, auch wenn das manchen irrsinnig schwer fällt. Es gab lediglich eine temporäre Verschiebung von EZB zu FED und den anderen ZBs. Linke Tasche, rechte Tasche, aber keine Rede von auch nur ansatzweiser Konsolidierung!

  • Martin - 14. Mai 2013

    bin unterwegs, daher nur kurz

    Hier
    http://martin-schweiger.com/2013/02/19/blick-uber-den-tellerrand-warum-uns-die-wirtschaftliche-situation-insbesondere-in-den-usa-nicht-egal-sein-kann/
    habe ich einiges zum Thema “Querfinanzierung durch die FED” zusammengestellt, auch zu den Krediten an die PIGS-Banken im letzten Quartal.

    Wäre interessant herauszufinden, warum das nicht in der FED-Bilanz steht.

    vg Martin

    • Querschuss - 14. Mai 2013

      Hallo Martin,
      sehr interessant, die untersten Links in deinem Artikel sind zwar aktuell nicht mehr relevant, die Notfallkredite der FED waren alle im Umfeld der Lehman-Pleite und Wirtschafts- und Finanzkrise und sind längst zurückgeführt.

      Aber …”Die US-FED alleine im Januar 2013 fast 200 Mia US$ direkt an europäische Banken verliehen.” … das ist so nicht ganz eindeutig verifizierbar und taucht so deswegen auch nicht unter den Assets in der FED-Bilanz indentifizierbar auf. Allerdings scheinen Rückschlüsse von den Einlagen/Girokonten bei den FED-Verbindlichkeiten zu den Cash Assets der Banken (Aktiva) möglich und konsistent zu sein.

      Beim Ausweis des US-Bankensystems (ohne FED) (Assets and Liabilities of Commercial Banks in the United States) sind auch die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der mit dem Ausland verbundenen Banken (Foreign-Related Institutions) aufgelistet.

      Im Current Release der FED zum US-Bankensystem H8 Page 18 Unterpunkt 25 sind die Cash Assets (Barreserve) der Foreign-Related Institutions aufgeführt. Sie dürften ein Teil des Gegenstücks, neben den Domestically Chartered Commercial Banks (heimische US-Banken) zu den Girokonten der Banken bei der FED sein (Excess Reserves of Depository Institutions).

      Beide Datenreihen weisen in den Charts eine hohe Identität auf (habe ich schonmal erstellt). Sprich die Cash Assets der ausländischen Töchter in den USA sind geparkt als Einlage bei der FED und da beide explodieren stellt sich die Frage wo kommt die Kohle her?

      Lange Rede kurzer Sinn, ich kann somit nicht mehr ausschließen, das die FED die Euro-Banken finanziert und mit dieser Kohle Teile der rückgeführten Kredite an das Eurosystem finanziert werden.

      Das wäre ein Hammer, leider weist die FED auf ihrer Aktiva-Seite keine Positionen aus, die sich den Euro-Banken zuordnen lassen. Das Aufkaufprogramm mit den 85 Mrd. Dollar der FED müsste also auch Euro-Banken Assets aufkaufen, was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann, nur wo kommen sonst die steigenden Cash Assets der ausländischen Banken her.

      Sehr wahrscheinlich schreibe ich einen Artikel drüber, Herr lass mehr Zeit für den Blog wachsen, denn solche Themen schüttelt man sich nicht auf die Schnelle aus dem Ärmel, sondern die fressen viele Stunden.

      Danke für die Verlinkung deines Artikels

      Gruß Steffen

  • Karin Jürgens - 14. Mai 2013

    Hallo Martin,
    habe Ihre Vermutungen auf der HP gelesen und kann mir sehr gut vorstellen, daß sie stimmen. Ich interessiere mich für historische Entwicklungen; und da steht ja inzwischen fest, daß die Nachfolgerin der OSS, die allseits bekannte CIA, sich schon während der letzten Kriegsjahre im WKII an die Europa-Bewegung drangehängt und im Hintergrund massiv mitgestaltet hat – wobei einige Leute ja schon zur Machtergreifung Hitlers und/oder dessen Kriegsvorbereitungen Entscheidendes beigetragen hatten (Harriman, Bush, Ford u.a.). Das zerstörte Europa wurde praktisch von der angelsächsischen Hochfinanz (FED) und Großindustrie besetzt und nach deren Bedürfnissen wieder aufgebaut. Die Montanunion, Brüssel (vor allem die ‘Parlament’ genannte Lobbygruppe dort) und der EURO sind deren Baby. Die geschichtlichen Zusammenhänge sind sehr spannend, und wenn man mit Schulwissen groß geworden ist, kaum zu glauben. Mich persönlich würde es überhaupt nicht verwundern, wenn sowohl das Konstrukt EU in Brüssel – das, solange ich denken kann, von den “echten” Europäern als Fremdkörper empfunden wurde – als auch der EURO unter deren ganz besonderem Schutz stünden und mit allen Mitteln verteidigt würden.

    Steffen, wenn Sie die Unterstützung der FED nachweisen könnten, dann platzt eine Bombe, dann geht wohl vielen Menschen in unserem Land ein grelles Licht auf. Meinen uneingeschränkten Beifall werden Sie dann haben. Allerdings wird das nicht so einfach sein, Bloomberg mußte ja damals klagen, um die Daten von der FED zu bekommen.

    • Moep - 14. Mai 2013

      Hallo in die Runde,

      Mir stellen sich in diesem Zusammenhang allerdings zwei Fragen, die sich mir so auf die Schnelle nicht erschließen. Vielleicht habt ihr Ideen?

      1.) Warum sollten europäische Banken die EZB LTROs mit FED Krediten abbezahlen? Das Geld dort wie hier ist doch praktisch ähnlich billig.

      2.) Was hat die FED davon?

      Viele Grüße,

      Moep

      • Querschuss - 14. Mai 2013

        Hallo Moep,
        im weitesten Sinne abbezahlen, die Inanspruchnahme von Refinanzierungen bzw. Zentralbankgeldliquidität der Banken der Eurozone lässt im Eurosystem nach und steigt bei der FED. Warum das so ist, Sinnhaftigkeit und Hintergründe – keine Ahnung, zumal die EZB nun auch nicht gerade mit ihrer Bilanzsummenschrumpfung haussieren geht, sprich kolportiert, sie fängt das Geld ein, während man es wohlwissend über die FED herausrreicht.

        Also nur Fragezeichen, vielleicht können Mitleser aus der Bankenszene weiterhelfen.

        Gruß Steffen

  • Karin Jürgens - 14. Mai 2013

    Hallo Moep,
    ich kann hier auch nur schreiben, was mir spontan dazu einfällt. Erinnern Sie sich noch daran, wie Ackermann während der Krise 2008/09 getönt hat? Sein Institut stehe blendend da, er würde sich schämen, vom Steuerzahler Geld anzunehmen oder so ähnlich. Und die DB hatte auch schöne Zahlen in ihrer Bilanz. Als die FED dann die Daten herausrücken mußte, stand die DB mit dem größten Betrag aller ausländischen Banken bei ihr in der Kreide. In welchen Positionen das Geld damals versteckt wurde, weiß ich nicht, dazu verstehe ich zu wenig von Bankbilanzen. Ich denke, diese internationalen Manöver dienen in erster Linie zur Verschleierung und dazu, den schönen Schein aufrechtzuerhalten. Was denken Sie, was in Europa los wäre, wenn alle Fakten auf dem Tisch lägen? Euroland hat ja jetzt auch ein ähnlich “geheimes” Institut wie die FED, den ESM nämlich. Ich denke, da wird inzwischen auch jede Menge Geld hin- und hergeschoben, in den USA sieht es nämlich mit den Banken auch nicht besser aus als in Euroland. Da die FED von mehreren überdimensionierten Banken betrieben wird, hat sie natürlich ein sehr großes Interesse daran, daß das Spiel so lange wie möglich weitergeht und sie verdient ja gut an der Krise; und wenn der Euro fällt, dann fällt nicht Europa zusammen, sondern die FED, die BoJ, BoE usw. – wir haben eine Systemkrise.
    Zusammengefaßt: Es scheint sich um eine Muppet-Show zu handeln, bei der sich die großen Spieler (ZBs, ESM) gegenseitig aushelfen. Das Geld wird immer dahin verschoben, wo man gerade eine perfekte Kulisse benötigt.

    • Moep - 14. Mai 2013

      Naja, bisher ist ja nichts sicher.
      Solange keine echten Beweise zu finden sind, ist das ganze Thema reine Spekulation. Ein Gerücht eben. Es ist allerdings in der Tat verblüffend, wie der Eurowechselkurs mit Steffens erster Grafik korrespondiert, wenn man unterstellt, dass ab Mitte 2012 bis Anfang 2013 FED USD Kredite in EUR umgetauscht worden sein sollen.

      Viele Grüße,
      Moep

  • Karin Jürgens - 14. Mai 2013

    @ Moep
    Stimmt, bisher alles Spekulationen. Sicherheit werden Sie in 40-50 Jahren haben, wenn Dokumente aus unserer Zeit freigegeben werden, evtl. früher, wenn irgendein Insider “singt”.

  • dank - 14. Mai 2013

    “Alleine im Januar 2013 hat die FED fast 200 Mia US$ direkt an PIGS-Banken verliehen, die diese vor dem Einzahlen bei der EZB natürlich in EUR umgewechselt haben, was den ansonsten unerklärlichen Kursanstieg des EUR zum US$ in dieser Zeit erklärt. ”

    “Das Aufkaufprogramm mit den 85 Mrd. Dollar der FED müsste also auch Euro-Banken Assets aufkaufen, was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann, nur wo kommen sonst die steigenden Cash Assets der ausländischen Banken her.”

    “Es ist allerdings in der Tat verblüffend, wie der Eurowechselkurs mit Steffens erster Grafik korrespondiert, wenn man unterstellt, dass ab Mitte 2012 bis Anfang 2013 FED USD Kredite in EUR umgetauscht worden sein sollen. ”

    Es riecht und zwar gewaltig…