Eurozone: ausstehendes Kreditvolumen November 2015

von am 3. Januar 2016 in Allgemein

Die Europäische Zentralbank (EZB) berichtete die Daten zu den aggregierten MFI (Monetary Financial Institutions) – Bilanzen der Eurozone und der einzelnen Mitgliedsländer für den Monat November 2015, dabei auch die Daten zum ausstehenden Kreditvolumen an den Privatsektor. Im November 2015 stieg das ausstehende Kreditvolumen des Privatsektors in der Eurozone um +2,1% zum Vorjahresmonat, um die höchste Rate seit Oktober 2011, auf 10,797100 Billionen Euro.


S764Die Entwicklung des ausstehenden Kreditvolumens der Banken der Eurozone an den Privatsektor in Prozent zum Vorjahresmonat seit Januar 1984 im Chart. Von Januar 1984 bis Dezember 2008 betrug die durchschnittliche Kreditexpansion des Privatsektor +7,6%, in den Spitzen ging es bis +10% und darüber, jeweils im Vorjahresmonatsvergleich. Im November 2015 betrug die Kreditausweitung beim Privatsektor, +2,1% zum Vorjahresmonat, der elfte Anstieg in Folge, nach 32 Monaten mit negativen Raten. 

Kreditexpansion und Wachstum sind eng miteinander verkoppelt, so wie auch eine Kreditkontraktion eher mit einem rezessiven wirtschaftlichen Umfeld einhergeht. Trotz historisch niedriger Zinsen, einer sehr expansiven und lockeren Geldpolitik bleibt die Kreditausweitung bei den Privaten zurückhaltend, was letztlich auch die niedrige Wirtschaftswachstumsrate in der Eurozone primär bestimmt. Gemessen am geldpolitischen Einsatz der EZB bleibt das Ergebnis schwach. Die Kreditvergabe der Banken bleibt weit unter dem langfristigen Durchschnitt, auch wenn man einen Anstieg der Rate am äußeren Rand konstatieren muss.

Diese Daten reflektieren den breiter gefassten Privatsektor, darin enthalten, dass ausstehende Kreditvolumen der privaten Haushalte, der nichtfinanziellen Unternehmen der Realwirtschaft, sowie der finanziellen Unternehmen, welche auch Kreditersatzfunktionen für die Realwirtschaft erfüllen, aber als Nichtbanken gelten.

S765Die Entwicklung des ausstehenden Kreditvolumens der Banken der Eurozone an den Privatsektor in Mrd. Euro seit Januar 1983 im Chart. Im November 2015 stieg das ausstehende Kreditvolumen an den Privatsektor um +2,1% zum Vorjahresmonat, auf 10,797100 Billionen Euro, laut den Daten der EZB.

Insgesamt in der Eurozone hat der Privatsektor keinen wirklichen Schuldenabbau zustande bekommen, trotzdem quietschte es zeitweise und in einigen Mitgliedsländern, an allen Ecken und Enden der Realwirtschaft.

S766Das ausstehende Kreditvolumen des Privatsektors bei den MFIs, ohne Eurosystem, der DFPIIGS-Länder (Deutschland, Frankreich, Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien) als Index (Jahr 2000=100) im Chart von Januar 2000 bis November 2015. Bitte zum Vergrößern den Chart 1x anklicken! Der Chart zeigt die Entwicklung an 2000=100, nicht das absolute Niveau!

Leicht expansiv geht es weiter in Frankreich zu, mit +3,4% im November 2015 zum Vorjahresmonat, Deutschland zeigt eine Kreditwachstumsrate von moderaten +2,3% und in Italien geht es mit +0,8% aufwärts, ansonsten ist weiter Deleveraging angesagt, der Privatsektor in Spanien (-3,3%), Griechenland (-3,5%), Portugal (-4,3%) und Irland (-12,0%) baut ungebrochen Schulden ab.

Auch noch der Blick auf die aggregierte gesamte Bilanzsumme aller Banken der Eurozone, ohne Eurosystem:

S767Die Entwicklung der Total Assets (Gesamt-Aktiva) der MFIs in der Eurozone von September 1997 bis November 2015 im Chart. Im November 2015 stieg die Bilanzsumme um +1,1% zum Vorjahresmonat, auf 31,693 Billionen Euro.

Auch noch der isolierte Blick auf das ausstehende Kreditvolumen an den Privatsektor in Deutschland:

S768Das ausstehende Kreditvolumen des Privatsektors bei den deutschen MFIs, ohne Bundesbank, in Prozent zum Vorjahresmonat seit September 1998 im Chart. Im November 2015 stieg das Kreditvolumen an den Privatsektor in Deutschland, um +2,3% zum Vorjahresmonat.

S769Das ausstehende Kreditvolumen des Privatsektors bei den deutschen MFIs, ohne Bundesbank, in Mrd. Euro seit September 1998 im Chart. Im November 2015 stieg das Kreditvolumen um +2,3% zum Vorjahresmonat, auf 2,594600 Billionen Euro.

In diesem breiter gefassten ausstehenden Kreditvolumen des deutschen Privatsektors reflektieren sich die Kredite an private Haushalte, an nichtfinanzielle Unternehmen der Realwirtschaft, sowie an finanzielle Unternehmen, welche auch Kreditersatzfunktionen für die Realwirtschaft erfüllen, aber als Nichtbanken gelten. Zum Beispiel Institutionen für Finanzierungsleasing, Versicherungsunternehmen, Rückversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds, die Sonstigen Finanzinstitute (Nicht-MFIs) darunter Finanzdienstleistungsinstitutionen wie Wertpapierhandelsunternehmen und Wertpapierhandelsbanken, Zentrale Gegenparteien wie die Eurex, Investmentaktiengesellschaften und Fonds von Kapitalgesellschaften (ohne Geldmarktfonds), Wohnungsunternehmen mit Spareinrichtung, Verbriefungszweckgesellschaften und das Pfandleihgewerbe.

Isoliert betrachtet bleibt die Kreditexpansion nur der privaten Haushalte und der nichtfinanzielle Unternehmen der Realwirtschaft relativ flach, aber es geht am äußeren Rand aufwärts:

S770Die Entwicklung des ausstehenden Kreditvolumens nur der privaten Haushalte und der Unternehmen der Realwirtschaft in Deutschland seit Januar 2003, laut den Daten der EZB, im Chart. Im November 2015 ging es um +1,6% zum Vorjahresmonat aufwärts, auf 2,439100 Billionen Euro. Während das ausstehende Kreditvolumen der Unternehmen in Deutschland nahezu unverändert zum Vorjahresmonat lag (-0,01%), stieg das ausstehende Kreditvolumen der privaten Haushalte um +2,6% zum Vorjahresmonat.

Die zentrale Rolle bei der Kreditausweitung des Privatsektors in Deutschland spielen die Hypothekenkredite:

S771Die Entwicklung des ausstehenden Hypothekenkreditvolumens in Deutschland seit Januar 2003, laut den Daten der EZB, im Chart. Im November 2015 wuchs das Hypothekenvolumen um +3,7% zum Vorjahresmonat, auf 1083,100 Mrd. Euro.

In der Einschätzung, ob sich hier bereits um eine Blase zeigt, hilft auch der Blick auf die Quartalsdaten der Deutschen Bundesbank in der langen Reihe:

S772Die Entwicklung des ausstehenden Hypothekenvolumens des Privatsektors (private Haushalte und Unternehmen) in Prozent zum Vorjahresquartal seit Q1 1970 bis Q3 2015. In Q3 2015 ging es um +4,8% zum Vorjahresquartal aufwärts. Die Steigerungsrate zieht zwar an, liegt aber immer noch unter dem langfristigen Durchschnitt von Q1 1970 bis Q4 2007 mit +7,4%.

S773Die Entwicklung des ausstehenden Hypothekenvolumens des Privatsektors (private Haushalte und Unternehmen) in Mrd. Euro von Q1 1970 bis Q3 2015 im Chart, laut den Daten der Deutschen Bundesbank.

Quelle Daten: Ecb.europa.eu/Daten: Aggregated balance sheet of euro area monetary financial institutions, excluding the Eurosystem: Euro area

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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26 KommentareKommentieren

  • Michael Stöcker - 3. Januar 2016

    Was die Grafiken sehr schön zeigen, ist die asymmetrische Kreditexpansion. Die wirtschaftliche Entwicklung hängt aber in einem Kreditgeldsystem ausschließlich an der Kreditexpansion. Diese muss nur im Gleichschrittt erfolgen (Hans Gestrich). Wer Schulden grundsätzlich verteufelt und für uns alle die schwarze Null proklamiert, der hat den Kapitalismus nicht einmal im Ansatz verstanden und handelt gegen die Interessen der 99,9 %: https://zinsfehler.wordpress.com/2014/10/27/schuldmythen-und-das-dilemma-der-schwarzen-null/

    LG Michael Stöcker

    • Ert - 3. Januar 2016

      @Michael

      Leider ist das der Fall. Alleine schon die “Schuldenbremse” hat gezeigt das die Lenker im “Staate” das ganze auch nicht verstehen – bzw. den Unsinn absichtlich machen.

      Allerdings habe ich mich den Schulden auch entzogen. Ich wüsste nicht für was und warum ich Schulden machen sollte – erstens habe ich das konsumptive Bedürfnis vieler meiner Mitmenschen nicht – und zweitens habe ich schon meine abhängige Arbeitszeit reduziert um nicht noch mehr Ungleichgewichte anzuhäufen.

      So sehe ich auch keinen Sinn darin noch weiter zu wachsen – also zumindest in Deutschland & Co. – denn wo ist der Mehrgewinn an Lebensqualität durch Mehrkonsum ausgehend vom aktuellen Stand?

    • JL - 3. Januar 2016

      Hallo Michael Stöcker

      Ihre Formulierungen lassen erahnen das Sie die Charakteristik des gegenwärtigen Geldsystems noch nicht verinnerlicht haben.

      Mit freundlichen Grüßen

      JL

      • Michael Stöcker - 4. Januar 2016

        Hallo JL,

        Georg Trappe und sadoma sind hier zu einer anderen Einschätzung gekommen: http://www.querschuesse.de/kritik-an-der-deutschen-dominanz-spaltet-angela-merkel-europa/

        Aber keiner von uns ist bei diesem Thema vor Fehleinschätzungen gefeit. Auch ich bin noch vor einigen Jahren dem gleichen Irrtum aufgesessen wie jüngst hier in diesem Beitrag: http://www.querschuesse.de/eurozone-monetary-developments-november-2015/

        Wenn Sie nun immer noch der Meinung sein sollten, ich hätte die Charakteristik unseres Geldsystems nicht verinnerlicht, dann freue ich mich auf eine weiterführende Diskussion mit Ihnen; denn die monetäre Kompetenz zum herrschenden Geldsystem ist doch eher dünn gesät und selbst die Profis können sich immer mal wieder irren, wie nicht zuletzt auch die Diskussion mit Norbert Häring von vor einem Jahr gezeigt hatte: https://zinsfehler.wordpress.com/2015/01/20/qe-versus-ml/#comment-207.

        LG Michael Stöcker

        • JL - 4. Januar 2016

          Hallo Michael Stöcker

          Ein System dessen Wachstum auf Schulden basiert ist grundsätzlich nicht nachhaltig. Dabei ist es vollkommen egal wer Schulden macht oder wohin man sie auch exportiert. Erkennbar ist, daß mit steigender Verschuldung das reale Wachstum abnimmt, Gewinne zunehmend in Finanzprodukten gesucht werden und die Gefahr von Pleiten steigt. Und diese Pleiten, ob nun Staats- oder Bankpleiten zahlen letztlich 99,9% der Menschen.

          Stephan Schulmeister hat dies in realkapitalistischen Aufschwungsphasen und finanzkapitalistische Abschwungsphasen unterteilt. Seine Theorie stützt übrigens die Feststellungen von Kondratjew.

          Nun kann man natürlich Theorien Glauben schenken, oder auch nicht. Fakt bleibt aber das man heutzutage einen großen „Knall“ braucht zur „Glattstellung“ von Schulden- ob an irgendwelchen Fronten und/ oder auch Börsen.

          Das ein Zuviel an Schulden die schlechteste aller Ideen ist wußten übrigens schon die alten Ägypter, mit der Inthronisierung eines neuen Pharaos wurden alle Schuldverpflichtungen nichtig.

          Mit freundlichen Grüßen

          JL

          • Michael Stöcker - 5. Januar 2016

            Lieber JL,

            Ihr Hinweis auf die biblischen Jubeljahre bedeutet letztlich, dass das Schuldenproblem nicht primär das Problem einer wachsenden Wirtschaft ist, sondern vielmehr ein grundsätzliches Gleichgewichtsproblem; Wachstum hin oder her (mit Wachstum werden die Probleme eine Zeitlang kaschiert). Ich schreibe hierzu gerade an einem etwas längeren Papier. Hier nur ein paar zentrale Gedanken vorweg:

            Verantwortlich für dieses Gleichgewichtsproblem ist der Matthäus-Effekt, den Georg Trappe als Fettaugen-Syndrom bezeichnet. Der Volksmund beschreibt dieses Phänomen etwas derber: Der Teufel schei… immer auf den größten Haufen.

            Schulden sind grundsätzlich immer dann ein Problem, wenn der Prozess von Verschuldung und Entschuldung aus dem Gleichgewicht gerät; auch hier gilt die alte Weisheit des Paracelsus: Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht’s, dass ein Ding kein Gift ist.

            Mehr zu dieser zentralen Frage der Menschheitsgeschichte folgt in Kürze. Bis dahin bitte ich Sie und alle anderen noch um etwas Geduld. Wer neugierig ist: Vor gut zwei Jahren hatte ich die Grundproblematik schon einmal aus überwiegend ökonomischer Perspektive beleuchtet: http://zinsfehler.wordpress.com/2013/10/30/tapering-liquidity-a-trap-yet-a-tapering-in-the-dark-of-economic-theory-2/. In dem aktuellen Papier liegt der Focus verstärkt auf der religiösen Dimension.

            LG Michael Stöcker

    • Georg Trappe - 5. Januar 2016

      “Die wirtschaftliche Entwicklung hängt aber in einem Kreditgeldsystem ausschließlich an der Kreditexpansion.”
      Das sehe ich differenzierter. Es spielt eine ganz entscheidende Rolle, wofuer die Kreditexpansion verwendet wird. Kredit fuer Finanztransaktionen, z.B. spekulative Aktienkaeufe, koennen keine realwirtschaftliche Wirkung entfallten. Und bei Krediten, die fuer realwirtschaftliche Transaktionen vergeben werden, spielt es eine Rolle, wie lang die Transaktionskaskade, die ausgeloest wird ist. D.h. wenn mit einem Kredit eine realwirtschaftliche Leistung finanziert wird und das Geld dann sofort auf einem Konto der Marke still ruht der See verschwindet ist das etwas anderes im Vergleich zu einer Kreditvergabe die durch zig realwirtschaftliche Transaktionen laeuft, bevor sie das Schicksal ereilt als dauerhafte Ersparnis auf einem Konto unbeweglich zu liegen oder im Orkus der Transaktionkassen des Finanzcasinos zu verschwinden, wo zwar gigantische Volumina in unvorstellbarer Frequenz bewegt werden aber realwirtschaftlich nichts entsteht. Insbesondere letzteres, die Liquiditaet, die vorgehalten werden muss, um diesen Budenzauber der Nullsummenspiele zu ermoeglichen, und daher der Realwirtschaft fehlt, wird oft und meistens deutlich unterschaetzt.
      -
      Ich koennte jetzt noch erklaeren wie das Hin- und Hergeschiebe von Wertpapieren im Casino der Nullsummenspiele zwingend zum Anstieg der Vermoegenskonzentration beitraegt. Aber das fuehrt hier zu weit.

      Viele Gruesse

      Georg Trappe

  • Chotschen - 3. Januar 2016

    Die Schuldenlast Griechenlands verrät die ganze Tragödie dieses Landes. Vor der Krise haben der Staat, aber vor allem die privaten Haushalte durch ihre Kreditexpansion die Wirtschaft getragen. Daurhaft war diese Verschuldung natürlich problematisch. Durch die scharfen Austeritätsmaßnahmen hat man Arbeitslosigkeit und Lohnkürzungen vorangetrieben, die es den verschuleten privaten Haushalten allerdings unmöglich gemacht haben, ihre Schulden zu verringern. Der Staat hat seine relative Verschuldung erhöht, und die privaten Haushalte haben relativ gesehen immer noch eine Verschuldung, die ungefähr so hoch ist wie vorher. Das Problem der nicht nachhaltigen griechischen Wirtschaft wurde nicht gelöst. Der zukünftige immer noch hohe Spar-/Entschuldungsbedarf der privaten Haushalte belastet die zukünftige Konjunktur weiterhin, trotz massiver Depression. Man hätte sich von Anfang an ein richtiges Investitionsprogramm ausdenken müssen, und nicht dieses Rumgefriemel an “Kostenfaktoren” durchziehen sollen, die zum Teil sogar noch wichtiger Bestandteil der Wirtschaftskreislauf-Stabilisierung sind. Im Zweifel muss der Staat massiv Geld in die Hand nehmen, ob neue Schulden, durch Vermeidung von Steuerhintrziehung oder abgezweigt aus überflüssigen Bürokratiesystem, um damit größere Unternehmensprojekte zu finanzieren, die dem Land zukünftig etwas bringen können. Diese Hoffen darauf, dass ausländische Privatunternehmen es schon bringen werden, wenn man ein paar Kostenfaktoren verringert ist unglaublich naiv. Vor allem deshalb, weil die meisten Privatunternehmen anderswo schon genug Kapazitäten haben, um ihre Kunden in Griechenland und aller Welt zu befriedigen. Da wird es so ein kleiner privater Furz aus Griechenland sicherlich allein nicht schaffen aus dem Stehgreif ein großes Unternehmen mit konkurrenzfähigen Produkten aufzustellen, wo man doch alles auch aus dem Ausland importieren kann.

  • Holly01 - 4. Januar 2016

    OT:
    Ein Hammer aus dem Mieses Institut:
    http://www.misesde.org/?p=11668

    Zitat:
    “Der kleine Mann hat meist keine Gelegenheit, sich in den Kreisen derjenigen zu bewegen, die erfolgreicher waren als er selbst. Er bewegt sich in dem Kreis der anderen kleinen Leute. Er trifft seinen Vorgesetzten nie „gesellschaftlich“. Er kann nie aus eigener Erfahrung lernen, wie verschieden von ihm ein Unternehmer oder ein leitender Angestellter ist in bezug auf jene Fähigkeiten und Gaben, die erforderlich sind, um die Verbraucher erfolgreich zu befriedigen. Sein Neid und das Ressentiment, das durch ihn erzeugt wird, richten sich nicht gegen ein lebendiges Wesen aus Fleisch und Blut, sondern gegen blasse Abstraktionen…….”

    Abba Hallo ….

  • Bubblegum - 4. Januar 2016

    @Stöcker

    Was mich als Betriebswirt extrem fuchst, ist, dass ihr Volkswirte gründsätzlich bei Euren Argumentationsketten über betriebswirtschaftliche Gegebenheiten hinweg seht.
    Bilanztechnisch gesehen sind Kreditaufnahmen nunmal Verbindlichkeiten, welche die Struktur einer Bilanz massiv verschlechtern. Im Angesicht von Basel ll und lll die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Privaten herabsetzen. Zinsaufwendungen mindern auch die Fähigkeit von Unternehmen bessere Löhne zahlen zu können bzw. Mehrausgaben für den Konsum aus freier Liquidität zu leisten.
    Hinzu kommt, dass in einer alternden Gesellschaft immer stärker die Altersdiskriminierung bei der Kreditvergabe greift. Am eigenen Leib vor einigen Jahren erlebt
    Obwohl guter Kunde der Deutschen Bank wurde mir eine auslaufende Hypothek nicht verlängert.
    Begründung
    Bis zum 70 Lebensjahr sei dieser noch nicht vollständig getilgt.
    Der Hinweis auf die 60% ge Beleihungsgrenze und die eingetragene Grundschuld als Risikopuffer in den Wind gesprochen.
    All diese Tatbestände übersieht die ceteris paribus Gemeinde geflissentlich und wundert sich dann, dass ihre Vorhersagen so viel Wert haben, wie die Kaffeesatzleserei einer Wahrsagerin.
    Viele Grüsse Bubblegum

  • sadoma - 6. Januar 2016

    vorab allen ein verspätetes Prosit Neujahr,

    Herr Stöcker,

    als Lehrer haben Sie ja zum Glück nun etwas mehr Zeit für gute Postst mit tollen Verweisen ;-)
    Ihre Hinweise auf denvon mir hoch bewunderten Adair Turners “BETWEEN DEBT AND THE DEVIL (must read bzw. must see: https://www.youtube.com/watch?v=UVQdeb0EdWA).”

    halt ich für extrem wichtig. Adair hat im anglophilen Raum eine enorme Bedeutung, er ist ein wahrer Intellektueller und gleichzeitig Lord und Mitglied des Etablishment in der Finanzwelt extrem gut vernetzt. Ich beobachte seinen intellektuelle Erkenntnisprozess bezüglich der Bedeutung von DEBT schon seit mehreren Jahren und freue mich an dieser Person mitverfolgen zu können dass es auch in unserer Zeit noch Menschen gibt die die Ziele der Aufklärung in Ihrer Person verkörpern. Es ist aus meiner Position extrem wichtig dass wir gerade die “Ketzer-Persönlichkeiten” (in Deutschland der Suchende Thomas Mayer) innerhalb des Establishment nennen um weiteren Zweiflern MUT zu machen sich zu bekennen. In den nächsten Jahren wird die Geld-Finanzordnungsdiskussion in das Herz der Kulturreproduktion getragen werden müssen. Sprechen wir mit unseren Kindern, sprechen wir mit unseren Eltern, sprechen wir mit unseren Lehrern, sprechen Sie mit unserem Pfarrer. Was ist Geld, wo kommt es her?

    Wir benötigen nach der sexuellen Aufklärung des letzten Jahrhunderts eine monetäre-Aufklärung. Lehrer wie Sie geben mir Hoffnung dass die Zeit hierfür reif ist, jetzt müssen wir nur noch die Lehrpläne umschreiben/ neu erstellen ;-)

  • sadoma - 6. Januar 2016

    Hallo Herr Stöcker,

    bei Ihren Links weiss ich nie ob ich lachen oder weinen muss.

    Die Verfasser dieser Beitragsauszüge sind an der Konzeption und Durchführung der neuen wirtschaftswissenschaftlichen Lehramtsstudiengänge in Bachelor und Master an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg beteiligt. Sie unterrichten innerhalb dieser Studiengänge u.a. das Fach „Verbraucherpolitik“ und zukünftig auch die Vorlesung „Einführung in die Wirtschafts- und Theoriegeschichte“. Hier die besten Auszüge aus dem

    “…Alleine schon das Erlernen basaler ökonomischer Schlüsselkonzepte wie „Opportunitätskosten“, „Wohlfahrtsverluste“ oder „Strategische Interdependenzen“ dürfte die Schüler zu deutlich umsichtigeren Verbrauchern machen und das sollte gesellschaftlich gewollt sein!”..

    Andererseits – und noch viel wichtiger – werden zukünftige politische, soziale und ökonomische Debatten weniger „an der Ökonomie vorbei“ sondern „mit wirtschaftlichem Grundsachverstand“ geführt werden. Politisches Handeln mag dadurch unangenehmer und schwieriger werden, denn das konsequente Denken in Kosten-Nutzen-Relationen schärft neben individuellen ökonomischen auch politische Wahlentscheidungen. ”

    So sehen also die Schlüsselkompetenzen des neuen, vom deutschen Ökonomengeist, geschulten deutschen Bürger aus.

    Da bin ich viel bescheidener, mir würde ja schon reichen der Deutsche (gerne auch die Ökonomen) könnte die Frage: Woher kommt das Geld richtig beantworten.

    Woher kommt heute das Geld? Wissen Sie es?

    Wussten Sie dass die Frage woher kommt Geld von über 85 % ALLER Deutschen falsch beantwortet wird?
    http://www.deutschlandfunk.de/vollgeld-statt-buchgeld.724.de.html?dram:article_id=233065