Eurozone: Industrieproduktion August 2014

von am 14. Oktober 2014 in Allgemein

Heute veröffentlichte das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) die Daten zur Industrieproduktion in der Eurozone für den Monat August 2014. In der Eurozone sank der Output der breit gefassten Industrieproduktion (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe) im August 2014 saisonbereinigt um -1,8% zum Vormonat und nur arbeitstäglich bereinigt sank der Output um -1,9% zum Vorjahresmonat.

A500Die monatliche Entwicklung der nur arbeitstäglich bereinigten breit gefassten Industrieproduktion in der Eurozone (EU18) seit Januar 1960 bis August 2014 im Langfristchart. Im August 2014 sank der Output um -1,9% zum Vorjahresmonat, auf 82,9 Indexpunkte. Die Ausreißer im Chart nach unten sind immer der Monat August, denn der August ist saisonal bedingt ein sehr schwacher Monat, auf Grund von umfangreichen Werksferien im Süden der Eurozone. Die Spitzen im Chart sind immer der Monat März. Im März 2008 wurde das Allzeithoch mit 121,92 Indexpunkten markiert.

Zuletzt im Gesamtjahr 2013 sank der Output in der Eurozone um -0,8% zum Vorjahr, dass zweite Jahr in Folge, denn 2012 sank der Output der Industrieproduktion bereits um -2,5% zum Vorjahr! In den ersten acht Monaten 2014 stieg der Output noch um +0,9% zum Vorjahreszeitraum.

A506Die Entwicklung der saisonbereinigten breit gefassten Industrieproduktion in der Eurozone (EU18) seit Januar 1991 bis August 2014 im Chart. Im August 2014 ging es um -1,9% zum Vormonat abwärts, auf 99,73 Indexpunkte. Zum saisonbereinigten Allzeithoch im April 2008 mit 114,73 Indexpunkten ging es um -13,1% abwärts.

Weiterhin sind die Divergenzen der Volkswirtschaften der Eurozone brachial, gemessen am Output der Industrieproduktion und einem gemeinsamen Währungsraum:

A502Die Entwicklung der breit gefassten Industrieproduktion (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren – Jahr 2000=100) ohne Baugewerbe. Während Deutschland (blau) seinen Produktionsoutput um +16,0% von 2000 bis August 2014 steigern konnte, lag der Output in Frankreich (rot) um -16,5%, in Portugal (grün) um -15,9%, in Italien (lila) um -22,9%, in Griechenland (türkis) um -31,5% und in Spanien (orange) um -22,3% unter dem Niveau des durchschnittlichen Produktionsoutputs aus dem Jahr 2000! Zum Vergrößern den Chart bitte 1x anklicken!

Deutschlands Einbruch im August 2014 ist negativ überzeichnet durch veränderte Werksferien der Automobilindustrie.

Die Industrieproduktionsindizes messen das Volumen, die Menge bzw. die Einheiten der hergestellten Waren und Güter. Die saisonbereinigten Indizes der breit gefassten Industrieproduktion (Jahr 2000=100) zeigen die Entwicklung an, lassen aber keine Aussage zum absoluten Niveau des Outputs der Produktion der einzelnen Länder zu, sondern der durchschnittliche monatliche Output der Industrieproduktion des Jahres 2000 ist mit 100 Indexpunkte angesetzt und zeichnet die Entwicklung seitdem.

Um noch besser zu verdeutlichen, wie mies sich die Entwicklung des Outputs in der Südperipherie der Eurozone, wie auch in Frankreich langfristig darstellt, noch ein Blick darauf, wenn man das Jahr 1995 = 100 ansetzt:

A503Die Entwicklung der breit gefassten Industrieproduktion (1995=100) ohne Baugewerbe. Während Deutschland (blau) seinen Produktionsoutput um +32,4% von 1995 bis August 2014 steigern konnte, verlor Frankreich um -4,2% (rot), Portugal (grün) legte um +1,1% zu, Italien (lila) verlor um -16,7%, Griechenland (türkis) um -13,4% und Spanien (orange) um -7,0%.

Sehr interessant:

A504Die Entwicklung der breit gefassten Industrieproduktion (1995=100) ohne Baugewerbe von Januar 1995 bis August 2014, im Vergleich mit den USA, Deutschlands, der Eurozone, Frankreichs, Spaniens, Großbritanniens und Italiens im Chart.

Weiter eine durchaus brisante Divergenz, zwischen der größten und der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone, beim Output der Industrieproduktion:

A505Die Entwicklung der breit gefassten Industrieproduktion (1995=100) ohne Baugewerbe von Januar 1995 bis August 2014, im Vergleich zwischen Deutschland (blau) und Frankreich (rot) im Chart.

Quelle Daten: Eurostat.ec.europa.eu/PDF Pressmitteilung: Industrieproduktion EU18/EU28 August 2014, Eurostat.ec.europa.eu/Datenbank

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6 KommentareKommentieren

  • MFK - 14. Oktober 2014

    Interessante Statistiken. Ist der shale gas boom der Grund für das gute Abschneiden der USA (vorletzte Graphik)?
    Letztendlich wird es wohl auf einen Austritt Deutschlands aus dem EURO hinauslaufen.

  • JL - 14. Oktober 2014

    Was hat man nicht alles gemacht seit 2009. Man hat gerettet, sich verschuldet, andere kaputtgespart oder selbst nichts getan. Man hat Rettungsschirme erfunden, genauso wie Negativzinsen seitens der EZB. Selbst die Verträge zur Union sind mittlerweile eine Farce, frei nach dem Motto: Wer sich daran hält ist selbst schuld.

    Und was hat es gebracht?

    Weder wurden im Finanzsektor die Risiken minimiert, noch die Realwirtschaft angekurbelt. Im Gegenteil, heute sind die einen noch größer um zu fallen und die anderen brechen gerade ein.

    Macht aber nichts, wird schon wieder hübsch geredet werden.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • Jan B - 15. Oktober 2014

    JL, die Deutschen haben kaum was für die EU getan.
    Nur ihre Banken und Vermögen gerettet.
    die Lohnstückkosten haben wir nicht wirklich erhöht (dringend nötig um den EURO zu retten),
    unser Konsum unsere Investitionen sind zu niedrig, die Fiskalpoltik belastet die Konjunktur.
    Wäre ich Europäer, würde ich die Deutschen aus dem EURO werfen.

    Gruss Jan

  • Hartwig - 15. Oktober 2014

    Die Deutschen haben Null Einfluß auf die EZB und dort werden hunderte von Mrd an “Investitionen” (Schulden , wie sich leider herausstellte) der Nehmerländer finanziert. Und das seit Jahrzehnten.

    Hört man aus Polen, der Tschechei oder Slowakei oder Slowenien oder Ungarn Beschwerden?
    Ob das wohl an den Investitionen deutscher Firmen liegt?

    Mit absoluter Sicherheit hat kein Land mehr getan für die EU als Deutschland. Durfte sogar seine top Währung abgeben, die wirklich eine Weltwährung war.

    Und im Übrigen ist die EU nicht Europa, kollaboriert mit Nazis in der Ukraine und verschweigt den MH-17 Abschuss durch die ukrainische Armee: die EU ist mit Sicherheit nix wert.
    Schlimmer noch, diese falsche Sammlung von korrupten Organen hat eine historische Arbeitslosigkeit in Gang gesetzt und lässt sie ungerührt stehen.

    Für die EU etwas tun, heißt Schaden anrichten in biblischem Ausmaß.