EZB: Bilanzsumme bei 2,733235 Billionen Euro

von am 28. Dezember 2011 in Allgemein

Heute veröffentlichte die EZB ihren konsolidierten Ausweis des Eurosystems zum 23. Dezember 2011 mit dem integrierten Volumen der Long Term Refinancing Operation (LTRO) und deren Auswirkungen auf die Bilanzsumme. Durch den LTRO mit einem Volumen von 489,191 Mrd. Euro, mit 3-jähriger Laufzeit zu einem Zinssatz von 1,0%, wurde eine Netto-Liquidität von +239,429 Mrd. Euro zur Vorwoche geschaffen. Die Bilanzsumme weitete sich auf 2,733235 Billionen Euro aus. Dieser Anstieg dokumentiert den enormen Stress im europäischen Bankensystem. Der Großteil des Anstieges ging mit +214,122 Mrd. Euro auf das Konto der Forderungen der EZB in Euro aus geldpolitischen Operationen an Kreditinstitute im Euro-Währungsgebiet (Pos. 5,0 im Wochenausweis).

Die Entwicklung der Total Assets der EZB seit der Kalenderwoche 53 1998 bis zur KW47 2011. In der KW51 stiegen die Total Assets um +239,429 Mrd. Euro zur Vorwoche auf 2,733235 Billionen Euro, ein neues Allzeithoch. In nur 6 Monate explodierte die Bilanzsumme um +800 Mrd. Euro!

Über Refinanzierungsgeschäfte der EZB können sich die Geschäftsbanken unabhängig von den Kundeneinlagen zusätzliches Zentralbankgeld gegen “notenbankfähige Sicherheiten” beschaffen:

Die Entwicklung der Forderungen in Euro aus geldpolitischen Operationen an Kreditinstitute im Euro-Währungsgebiet seit der Kalenderwoche 53 1998 bis zur KW51 2011 im Chart. In der KW51 2011 betrugen die Forderungen 879,130 Mrd. Euro, ein Anstieg zur Vorwoche von +214,122 Mrd. Euro. Damit wurde das Rekordhoch während der Lehman-Pleite fast eingestellt.

Unter der Position 5.0 Im Wochenausweis des Eurosystems befinden sich vor allem die Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Haupttender) und längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (Basistender). Damit nicht genug, denn die EZB hat weitere Instrumente an Bord genommen bzw. bestehende ausgeweitet, die zwar den Refinanzierungsgeschäften nicht gleich sind, aber ähnliche Wirkungen haben:

Die Entwicklung der Position 7.0 im Wochenausweis, Wertpapiere in Euro von Ansässigen im Euro-Währungsgebiet, seit der Kalenderwoche 53 1998 bis zur KW51 2011 im Chart. In der KW51 stieg das Volumen um +0,465 Mrd. Euro zur Vorwoche auf 610,629 Mrd. Euro, ein neues Allzeithoch.

Unter dem Aktiva-Posten 7.0 verbergen sich unter Unterpunkt 7.1 u.a. die aufgesaugten Milliarden an Staatsanleihen der PIIGS aus dem SMP-Programm:

Die Entwicklung der Wertpapiere die zum geldpolitischer Zwecke (7.1) angekauft wurden von der Kalenderwoche 27 2009 bis zur KW51 2011. In der KW51 stieg das Volumen auf 273,041 Mrd. Euro um +0.532 Mrd. Euro zur Vorwoche an und damit auf ein neues Allzeithoch.

Die Entwicklung der Sonstigen Wertpapiere (7.2) von der Kalenderwoche 27 2009 bis zur KW51 2011 im Chart. In der 51 KW 2011 sank das Volumen marginal um -0,067 Mrd. Euro zur Vorwoche auf 337,588 Mrd. Euro.

Sehr stark stiegen in den letzten Wochen unter 6.0 im Wochenausweis, die sonstige Forderungen in Euro an Kreditinstitute im Euro-Währungsgebiet:
Die Entwicklung der Sonstigen Forderungen in Euro an Kreditinstitute im Euro-Währungsgebiet (6.0) von der Kalenderwoche 27 2009 bis zur KW51 2011 in Chart. In der KW51 2011 stieg das Volumen um +5,434 Mrd. Euro auf 94,989 Mrd. Euro. Leider befindet sich unter den Forderungen aus 6.0 vieles an Möglichkeiten, so dass man den Anstieg von außen nicht näher zuordnen kann. (Zu 6.0 gehören: Girokonten, Termineinlagen, Sichteinlagen, einschließlich Konten für Zahlungsverkehrszwecke und zur Reservehaltung: von anderen Banken, Zentralbanken, internationalen/supranationalen Institutionen, einschließlich der Europäischen Kommission; Girokonten anderer Einleger. Repo-Geschäfte in Verbindung mit gleichzeitigen Reverse-Repo-Geschäften im Rahmen der Verwaltung von Wertpapieren in Euro.)

Die EZB und die nationalen Notenbanken im Eurosystem betreiben eine extrem expansive Geldpolitik. Ein Leitzins von nur 1,0% und eine Ausweitung der Bilanz von +800 Mrd. Euro in den letzten 6 Monaten sprechen Bände. Trotzdem muss man bisher konstatieren, dass die aggressive Geldpolitik der EZB nahezu wirkungslos verpufft, klar dürfte nur sein, dass ohne die EZB das europäische Bankensystem bereits kollabiert wäre. Genaugenommen besteht gar kein Liquiditätsproblem, dies zeigt der enorme Anstieg der Einlagefazilität bei der EZB an. Die Banken bunkerten zum 27.12.2011 eine neue Rekordsumme bei der EZB, als Übernachtanlage zu einem niedrigen Zinssatz von nur 0,25%.

Die Entwicklung der Einlagefazilität der Geschäftsbanken bei den nationalen Notenbanken im Eurosystem seit Januar 1999 im Dailychart. Am 27.12.2011 notierte die Übernachtanlage mit 452,034 Mrd. Euro auf einem Allzeithoch. Der Chart verdeutlicht aber auch, dass in normalen Zeiten die Einlagefazilität kaum eine Rolle spielt und sich das Bankensystem aktuell in einer kritischen Ausnahmesituation befindet. Die hohen kurzfristigen, eintägigen Einlagen sind Beleg für die Angst im Bankensystem.

Die Kreditvergabe innerhalb der Banken (Interbankenhandel) bleibt extrem gestört, die Kreditvergabe an die Realwirtschaft in den Ländern der Südperipherie der Eurozone ebenfalls und ob die Banken von der gezogenen Liquidität aus der LTRO-Aktion der EZB wirklich Staatsanleihen der Problemländer der Eurozone kaufen bleibt ungesichert. Sicher ist nur, solange die Liquidität im Bankensystem in der Einlagefazilität landet, drohen auch keine inflationären Effekte, aber wehe diese Unsummen suchen den Weg nach Rendite.

Die zu Grunde liegenden Probleme der europäischen Schuldenkrise können durch eine isolierte Geldpolitik nicht gelöst werden, schon gar nicht, wenn sie von Austeritätsmaßnahmen für Volkswirtschaften mit einer unterentwickelten Leistungsfähigkeit konterkariert werden, die dort in weiter schrumpfender Wertschöpfung und sinkenden Investitionen münden.

Quelle Daten: Ecb.int/Konsolidierter Ausweis des Eurosystems zum 23. Dezember 2011Ecb.int/Daten Einlagefazilität

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

Wenn ihr die zeitnahe, kritische Aufbereitung von Wirtschaftsdaten und die aufwendige visuelle Darstellung der Daten bei Querschuesse per PayPal mit einem beliebigen Betrag unterstützen möchtet bitte den Button anklicken:

Print article

20 KommentareKommentieren

  • Roland - 28. Dezember 2011

    Da die von Merkosy durchgesetzte Kürzungspolitik die Rezession in Europa erzwingt, hat die Geldblase keine Chance in der Realwirtschaft anzukommen.

    Im Gegenteil: Die Banken werden noch vorsichtiger werden mit Kreditvergabe, da sie auch ihre Industriekunden immer kritischer sehen müssen.
    Und die Spekulation in Rohstoffe bringt nur Shorties Gewinn bei rückläufiger Nachfrage.
    Auch hier zeigt die Tendenz nach unten.

    Paradox: Die Geldblase zeigt den Beginn einer deflationären Tendenz an.

    • Roland - 28. Dezember 2011

      Nachtrag:
      Gibt es eine Möglichkeit, per Direktüberweisung zu spenden ?

      Nachdem paypal wikileaks boykottierte, mache ich nichts über diesen Laden.

      • Querschuss - 28. Dezember 2011

        Hallo Roland,
        ich sende dir per Email meine Kontonummer, schon mal herzlichen Dank vorab.

        Gruß Steffen

  • georg - 28. Dezember 2011

    und irgendwann heisst es wieder, das konnte ja keiner ahnen , wir wussten ja von nichts, was sollten wir denn schon tun ..
    gruss georg

  • Stefan Vogel - 28. Dezember 2011

    Es sieht so aus, dass die EZB schon KW27-2009 Anleihen aufgekauft. Weiss jemand wie das vermarktet wurde?

    Meiner Meinung nach wird so lange Geld reingesteckt in das System, bis auch die kleinen Leute Angst bekommen. Dann gehen wir von der Teilinflation/Teildeflation in eine höhere Inflation. Es wird aber noch viele deflationäre/inflationäre Aktionen der Regierungen geben.

    Griechenland wird eine Schnitt machen aber weiterhin mit inflationären (Zentralbankneugeld) über Wasser gehalten werden. Italien, Spanien und auch Frankreich wird noch viel Geld drucken (man kann die Zentralbanken ja nicht von aussen aufhalten). Die Banken werden gezwungen Anleihen zu kaufen. Die Zentralbanken werden gezwungen die Anleihen als Sicherheiten aufzunehmen (Notfalls auch mit dem Emerging Lending).

    Die Politik wird versuchen Target2 zu verschleiern (Geld umleiten in andere Instrumente (Bilanzposten)). Aber das schiebt alles nur auf, wie geht es danach weiter?

    Wie seht Ihr das und danke nochmal an Steffen

  • klaus - 28. Dezember 2011

    Das RAD dreht sich wieder. Wie 2007/2008

    Wie der Amerikaner sagen würde -> Inmidst of double-dip-reccession fears and
    Lehmann past, the lender of last resort turns out to be the FED.

    http://www.zerohedge.com/news/former-fed-vp-accuses-bernanke-bailing-out-europe-currency-swaps

    Jetzt geht es mit Currency Swaps weiter.
    Die Entscheidung von Mitte November steht aus und
    S&P wartet bis 2012.
    Die Griechen warten 3 Monate und Italien darf
    Anleihen verkaufen.
    Erfolgreich, aber heute nachbörslich wohl schon vorbei.

    Grüsse klaus

  • Silverager - 29. Dezember 2011

    Ich erkenne in den oben gezeigten Grafiken ein schönes Wachstum

  • Roland - 29. Dezember 2011

    Der CRB – Rohstoff-Index ist mittlerweile von seinem Zwischenhoch Ende April 2011 bis heute um ca. 20 % gefallen.
    Bei rückläufiger Nachfrage der Realwirtschaft wird es interessant werden, wann die Spekulanten-Herde den Notausgang suchen wird.

    Es gibt da noch viel Luft nach unten.

  • SLGramann - 29. Dezember 2011

    Hallo Steffen,

    Du schreibst:

    Sicher ist nur, solange die Liquidität im Bankensystem in der Einlagefazilität landet, drohen auch keine inflationären Effekte, aber wehe diese Unsummen suchen den Weg nach Rendite.

    —-

    Das sehe ich auch so. Ich frage mich nur, wie das Geld überhaupt aus dem Bankensystem raus könnte, also wo der Weg zur Rendite sein könnte?

    Fakt dürfte wohl sein, dass die Unsummen gedruckten Geldes für die Verbraucher und Arbeitnehmer gesperrt sind. Auch die Staaten erhöhen ihren Konsum nicht, sondern wechseln nur die Finanzierungsbasis hin zur EZB. Mehr Geld kommt so aber nicht in die Realwirtschaft.

    Also spielen wir weiter das Spiel Assetpreis-Inflation? Aber welche Assets sind denn sicher und renditestark?

    Vielleicht kommt die Inflation auf einem ganz langen Umweg: So zwar, dass wir anfangen, mit dem zusätzlichen Zentralbankgeld Assets in den Schwellenländern zu kaufen und unsere Inflation nach dort exportieren – die Amis machens ja schon so. Dann käme die Inflation “nur” über höhere Importpreise zu uns zurück – irgendwann…

    Könnte sein, dass man dieses Spiel noch ne ganze Weile spielen kann.

    Die Situation ist ziemlich rätselhaft.

    Gruß
    SLG

  • King Balance - 29. Dezember 2011

    Mit der weihnachtlichen Ruhe scheint es beim T€uro schon wieder vorbei zu sein. Innerhalb kurzer Zeit rutschte gestern der Euro kräftig ab (-1%), auch der Dax knickt (-2%) ein. Die Rendite für Italien-Anleihen stieg wieder auf sieben Prozent. Man konnte sich dann wohl nicht anders helfen, als wieder massiv Gold auf den Markt zu kippen, was man an dem plötzlichen Einbruch um 20 Dollar zum Londoner P.M. Fix sehen konnte. Das hat offenbar mit der massiven Flucht aus dem Euro zu tun.

    Finanzberater leben von Provisionen, das bedeutet, sie verdienen an dem Produkt, wo andere dann die Verlierer sind. Am besten man geht vom eigenen Hausverstand aus und tut das, was man selber unter Kontrolle halten kann.

    z. Beispiel: Gold
    Goldkurs 01.01.2011 1329 $ … Goldkurs 29.12.2011 1554 $ … das sind ja nur 17 % Steigerung. Schaut man sich den Kurs über 2 Jahre an, kommt man auf 35 % !!!

    • Roland - 29. Dezember 2011

      Inflationsbereinigt steht der aktuelle Goldkurs auf dem Stand von 1980.

      Gold ist die heisseste Spekulationsware on earth.
      Es geht solange gut, solange die Menschen an ein gelbes Metall glauben.

      Für die Industrie ist es belanglos.

  • Appaloosa - 29. Dezember 2011

    IMHO ist der Kurs von 1980 auch nur eine Spekulationsblase gewesen ;)

  • Andres Müller - 29. Dezember 2011

    Lieber “Querschüsse”, besten Dank für die vielen Jahre mit denen Sie uns mit Zahlen und Hintergrundinformationen die ökonomische Realität aus ihrer Sicht mitzuteilen versuchten.

    Mit dem Ermächtigungsgesetz zur ESM -Wirtschaftsregierung über Europa verdichtet sich eine weitere Bedrohung für die Realwirtschaft. In dem Entwurf zum ESM soll die Wirtschaftsregierung sozusagen diktatorische Volllmacht über die Nationen Europas erhalten. Es wird von völliger juristischer Immunität für die ESM -Organisatoren gesprochen, etwas das es seit Hitlers Ermächtigungsgesetz in Europa nicht mehr gegeben hat. Die Zahlen scheinen sich nun also in ein Wirtschaftsregierungssystem zu verdichten wo fehlendes Wachstum durch die Einschränkung von Demokratie wettzumachen versucht wird. Es wird in den nächsten Jahren wohl noch wichtiger werden, die publizierten Statistiken auf ihre Glaubwürdigkeit zu überprüfen.

  • hunsrückbäuerlein - 29. Dezember 2011

    @georg und andreas müller;
    ich schließe mich euren Ausführungen an. Wir sind zu träge auf die Strasse zu gehen, weder gegen Kriege, die die Nato von deutschem Boden aus (Ramstein, KL) aus führt, noch gegen den Ausverkauf der Republik oder die Einführung der Euro-Diktatur, wir sind einfach zu träge.

    in 50 Jahren fragen dann unsere Enkel, warum habt ihr nichts unternommen? wie konnte es dazu kommen? und wieder werden alle mit den Schultern zucken und behaupten, wir haben es nicht kommen sehen!

    und die die es forciert haben, sitzen gut gepampert in Paraguay oder auf Barbados…

    Geschichte wiederholt sich anscheinend doch spätestens nach 2 Generationen huldigen die Menschen wieder denen, vor denen ihre Großeltern noch warnten.

  • Bernd Klehn - 29. Dezember 2011

    Für mich ist auch die Entwicklung

    “3 Forderungen in Fremdwährung an Ansässige im Euro-Währungsgebiet ”

    (Anstieg zum 22,3Mrd. auf 95,3Mrd.)

    ein wichtiger Hinweis. Dieses sind nach meiner Meinung im Wesentlichen Dollarforderungen gegenüber den Geschäftsbanken und stehen nach meiner Meinung in einem engen Zusammenhang mit einer Kapitalflucht aus dem Euroraum. Insgesamt begrüße ich diese Kapitalentflechtung. Im Gegenzug sollten nunmehr die Euroländer ihre Kapitalanlagen aus UK und USA zurückziehen. Dort können sie sowieso nur ihr Geld verlieren, wie wir in den Eurokrisenländern.

  • hunsrückbäuerlein - 29. Dezember 2011

    hallo querschießer,

    du wirst immer noch besser – wow. deine integration von co-autoren gefällt mir sehr gut.
    mach weiter so auch im neuen jahr und guten rutsch.

  • Georg Trappe - 30. Dezember 2011

    @Roland
    “Paradox: Die Geldblase zeigt den Beginn einer deflationären Tendenz an.”
    Es ist nur paradox, wenn man mit den klassischen Vorstellungen ran geht. Wenn man sich davon loest dann entsteht folgendes Bild.
    Die deflationaere Tendenz ist systemimmanent und die Geldblasen sind Ausdruck von “Gegenmassnahmen” die das kompensieren sollen aber zunehmend versagen und verheerende “Nebenwirkungen” zeitigen.
    Eine Wirtschaft, die fuer sich die “Erfolgsformel” der konsequenten und kontinuierlichen Reinvestition der Ersparnisse und Gewinne fuer sich entdeckt, kommt zunaechst auf einen exponentiellen Wachstumspfad, der aber in einer spaeteren Phase aus verschiedenen Gruenden (Produktivitatet: immer weniger gut bezahte Arbeiter koennen immer mehr Waren kapitalintensiv herstellen, Konzentrationsprozess: immer weniger Gaeubigern stehen immer mehr Schuldner gegenueber, Oligopole etc.) verflacht und nach klassischen Vorstellungen nur noch durch Zins und Geldpolitik, was letztendlich auf kreditfinanzierten Konsum hinauslaeuft, vor dem Absturz bewahrt werden kann. Das funktioniert nur so lange bis bei einem Kapitalfaktor (Summe aller Schulden im Verhaeltnis zum BIP) von groesser 3 bis 4 die Sache unbeherschbar wird und fuer alle klar wird das kreditfinanzierter Konsum keine Investition darstellt.
    Die “Great Moderation” war die Phase, in der die deflationaere Tendenz des Systems durch immer weiter ausufernde Kreditvergabe kaschiert werden konnte. Die sog. Subprime Krise hat diese Entwicklung/dieses Rezept als Fehlentwicklung/Voodoo enttarnt. Die tatsaechlichen Ursachen sind derweil unbehandelt immer weiter fortgeschritten und haben z.B. in den USA, aber nicht nur dort, zu einer vollkommenen Degeneration der Wirtschaft gefuehrt.

    Einen guten Rutsch ins neue Jahr wuenscht

    Georg Trappe

  • Christian A. Wittke - 30. Dezember 2011

    Die Graphen zeigen die Explosion des Schneeballes quasi in slow-motion; da alles Neugedruckte nur in der Banksters Höfen ankommt, sprengt uns das geradezu hinein in die Deflation, dann in die endgültige Depression und das global, soll heißen auf einem Globus, der keine weiße Flecken mehr kennt; dessen natürliche Balance kippt, weil er nie dagewesene Massen ertragen muß; auf dem das Meiste erfunden ist und alles Wesentliche knapp wird.

    Da das alles auch für unterbelichtete Kreaturen deutlichst sicht- und erkennbar ist schließt sich ein Vergeben wegen Nichtwissens aus; die Träger dieser Verantwortungen gehören zur selbigen geschleppt und gezogen; der globale Einheitsbrei vorgeblich frei gewählter Demokratien und ihrer noch vorgeblicher freien Märkte wird uns ob beider korrupten Unfähigkeiten in 2012 Kopf und Kragen kosten; dies wird münden in boomenden Protektionismus, der den Peak Mensch endgültig einleiten wird.

    Aber: glaube niemand, was er nicht selber weiß!

    caw

    p.s.: tolle Seite, tolle Arbeit, gute Kommentare!

  • QuerStänker - 30. Dezember 2011

    Seit der Lehman-Pleite wächst in mir die Hoffnung, dass unser Wirtschaftssystem endlich zusammenbricht. Diese Zahlen der EZB zeigen wie jene von FED, SNB etc. nur die händeringenden Versuche der Mächtigen, diesen unausweichlichen Knall so lange als möglich hinauszuzögern. Dafür wird es aber sobald es soweit ist, umso heftiger knallen.

    Aber sehen wir es optimistisch: je lauter es knallt, desto höher die Chancen auf Einsicht bei den Massen, dass dieser Konsumwahn nicht weitergeführt werden darf, da es sonst nicht nur zu einem ökonomischen, sondern viel schlimmer zu einem ökologischen Zusammenbruch kommt.

    Das Verhalten der Menschen auf diesem Planeten ist alles andere als nachhaltig. Wir zerstören unsere eigene Lebensgrundlage und die aller anderen Lebewesen. Und dies nur, weil wir einfach nie genug kriegen können. Dabei sind wohl mindestens 90% der produzierten Waren nonsens, sind weder existenziell notwendig noch dienen sie technischem oder kulturellem Fortschritt.

    Seien wir ehrlich: wenn die BSP auf einen Zehntel zusammenbrechen würden, wäre das keine Gefährdung unserer Existenz. Im Gegenteil, dem Ökosystem Erde ginge es besser und wir hätten mehr Zeit, uns mit wesentlichen Dingen zu beschäftigen.

  • conan - 2. Januar 2012

    Hallo Steffen,

    super Querschuss — danke!!!

    Ich denke schon, dass das ganze inflationär wirkt — vor allem dann wenn die Banken Staatsanleihen kaufen. Denn dann werden die Staaten ja mit diesem “neuen Geld” wieder IRGEND ETWAS kaufen — und damit beginnt sich das Inflationsrad zu drehen. Aber das ganze geht natürlich relativ langsam aber wehe das Rad hat einmal Schwung aufgenommen — wer will’s dann noch anhalten?