EZB: Bilanzsumme im Eurosystem bei 3,029159 Billionen Euro

von am 6. März 2012 in Allgemein

Heute veröffentlichte die EZB ihren konsolidierten Ausweis des Eurosystems zum 02. März 2012. Mit dem Wochenausweis in Folge der LTRO2-Injektion ins Bankensystem schiesst die Bilanzsumme in schwindelerregende Höhen. Die Bilanzsumme weitete sich zur Vorwoche um +330,561 Mrd. Euro auf unverantwortliche 3,029159 Billionen Euro aus.

Die Entwicklung der Total Assets der EZB seit der Kalenderwoche 53 1998 bis zur KW09 2012. In der KW09 stiegen die Total Assets um +330,561 Mrd. Euro zur Vorwoche auf 3,029159 Billionen Euro, ein neues Allzeithoch. Damit ist die EZB “Weltspitze” im Ausweiten der Zentralbankbilanz.

Seit der Kalenderwoche 27 2011, also in den letzten 8 Monaten ist die Bilanzsumme um +1,103580 Billionen Euro angestiegen. Wahnsinn pur! Den enormen Risiken aus den aktuellen Total Assets (“Vermögenswerten”) in Höhe von 3,029159 Billionen Euro auf der Aktiva-Seite der Bilanz stehen nur 82,990 Mrd. Euro an Eigenkapital und Rücklagen auf der Passiva-Seite gegenüber! Dies gereicht mit einem Leverage Ratio (Aktiva zu Eigenkapital inkl. Rücklagen) von 36,5 einem zockenden Hedgefond die Ehre. Alleine die Exposition gegenüber Griechenland beträgt satte 177 Mrd. Euro und verschlingt im nicht auszuschließenden Falle eines unkontrollierten Zusammenbruches Griechenlands, bereits das doppelte des vorhandenen Eigenkapitals der Zentralbanken im Eurosystem! Zusätzlich destabilisiert die unlimitierte Liquidität für Banken sogar das Eurosystem, denn sie fördert die Kapitalflucht über das Target2 Zahlungssystem.

Die letzte Ausweitung der Bilanz lief per LTRO2 über die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte der EZB. Die Geschäftsbanken konnten sich unlimitiert zu einem Zinssatz von 1% bei einer Laufzeit von 3 Jahren, zusätzliches Zentralbankgeld gegen “notenbankfähige Sicherheiten” beschaffen:

Die Entwicklung der Forderungen in Euro aus geldpolitischen Operationen an Kreditinstitute im Euro-Währungsgebiet seit der Kalenderwoche 53 1998 bis zur KW09 2012 im Chart. In der KW09 2012 betrugen die Forderungen 1,130352 Billionen Euro, ein Anstieg zur Vorwoche von +310,670 Mrd. Euro.

Unter der Position 5.0 Im Wochenausweis des Eurosystems befinden sich vor allem die Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Haupttender) und längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (Basistender).

Den ausstehenden 1,130352 Billionen Euro an Kreditgewährung für die Banken auf der Aktiva-Seite der konsolidierten Bilanz der nationalen Zentralbanken im Eurosystem, standen heute 827,534 Mrd. Euro in der Einlagefazilität auf der Passiva-Seite entgegen und dies beweist die bisherige Wirkungslosigkeit der brachialen geldpolitischen Maßnahmen in Punkto funktionierenden Interbankenmarkt und Kreditvergabe an die Realwirtschaft. Die Risiken aus dieser brachialen Geldflutung sind dagegen latent vorhanden. Die Gefahr das Teile der geparkten Liquidität aus der Einlagefazilität an die Finanzmärkte strömen, zur Blasenbildung beitragen bzw. Preise einzelner Anlageklassen, z.B. Rohöl, ungebührlich antreiben.

Diese Daten zum konsolidierten Wochenausweis verdeutlichen vor allem, dass die Zentralbanken mit allen Mitteln das marode europäische Bankensystem stützen und damit auch unhaltbare Strukturen! Die zu Grunde liegenden Probleme der europäischen Schuldenkrise können jedoch nicht durch eine isolierte Geldpolitik gelöst werden. Die außerhalb der Geldpolitik gewählten Mittel einer undifferenzierten Austerität für die Südperipherie, führen die gesamte Eurozone direkt in die Rezession und das Absinken der wirtschaftlichen Aktivität dürfte sich weiter verstärken, mit fatalen negativen Rückkopplungen auf die Schuldentragfähigkeit und potentielle Staatshaushaltssanierungen.

Quelle Daten: Ecb.int/Konsolidierter Ausweis des Eurosystems zum 02. März 2012

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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38 KommentareKommentieren

  • M.E. - 6. März 2012

    Interessanter Artikel der Mittelstandsnachrichten über Nebeneffekte der beiden EZB-Tender auf den Bankenanleihenmarkt:

    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/03/39227/

    Interessant ist auch, dass zumindest gegenwärtig die neue Liquidität nicht in den Aktienmarkt fließt und auch die Bondrenditen offensichtlich ihre Zwischentiefs gesehen haben, dort also gegenwärtig auch kaum neue Mittel aus dem zweiten Tender mehr reinfließen. Die 10-jährigen Bonds von Italien und Spanien liegen wieder über 5%. Natürlich noch in einer ungefährlichen Zone, aber eben doch mit steigender Tendenz.

    Lustig wird es, wenn die Tender auslaufen und die Banken wieder in großem Umfange eigene Anleihen auf einem dann ausgetrockneten Markt plazieren müssen.
    Die vermehrte Gabe von Drogen macht happy, der Entzug von Drogen macht depressiv.

  • Wimajoe - 6. März 2012

    INFLATIONSGEFAHR?

    Ich mache mir bei dieser Bilanzausweitung erhebliche Sorgen über die mittelfristigen Inflationsaussichten. Momentan sieht es zwar nicht nach erhöhter Inflation aus; aber:

    Die Tender wurden für 3 jahre vergeben, und die EZB hat KEINE CHANCE zu kontrollieren, was die Banken damit machen (na, momentan parkens sie es bei der EZB :-). Die EZB kann also vor allem nicht sterilisieren, wenn die Banken das geld in den wirtschaftskreislauf bringen sollten.

    Außerdem nehmen die Risiken im ESZB-System durch Herreinnahme minderwertiger ( aber dennoch notenbankfähiger) Sicherheiten ab. Es gibt Leute die argumentieren, die Fähigkeit einer Zentralbank zur Geldmengenkontrolle hinge sehr stark von der WERTUNTERLEGUNG einer Währung ab. Diese wird beim Euro schlechter. Da gleichzeitig die Geldmenge ausgeweitet wird, steigen die Inflationsgefahren – bei der EZB also gleich doppelt! Ich bin mir bewußt, dass es eine Deflation trotz Geldmengenauswertung geben kann, momentan sieht es auch nicht nach Inflation aus, aber ich würde mich über Beiträge zu meinem Post führen. Meint ihr, dass die Notenbanken so effektiv in der Lage sind, die größeren Geldmengen effektiv kontrollieren zu können

    PS: Mir kommt bei der Politik der großen Zentralbanken immer der Spruch vom Zauberlehrling in den Sinn:
    „Die ich rief, die Geister (=Liquidität), / Werd’ ich nun nicht los.“

  • R.Schneider - 6. März 2012

    Nicht umsonst musste sich heute Frau Bundeskanzlerin Merkel bei der CEBIT von der brasilianischen Präsidentin einen Rüffel einfangen… Brasilien hat offen moniert, daß die EZB die Welt mit Euros “flute” und es eine “Euro-Schwemme” gäbe, die dazu führt, daß andere Währungen, wie z.B. die brasilianische stark aufgewertet werden müssen, sodaß man dort nichts mehr exportieren kann, – was Brasilien wenig witzig findet. Aber auch die Betrachtung ohne Brasilien ist wenig lustig. Mittlerweile druckt nicht nur die USA Geld in Massen, sondern auch die Eurostaaten … und das sollte Sorge machen.

    • Andres Müller - 6. März 2012

      Vermutlich so wird die Inflation kommen, nämlich durch die Hintertüre der “aufstrebenden Märkte”. Das würde auch der abnehmenden Bedeutung der alten Industrienationen entsprechen. Das Geld verschiebt sich in Windeseile ausserhalb Europas und was hier noch zurück bleibt hat insgesamt weniger Wert und der Kaffee wird teuer. Auch die USA werden weiter absteigen, sie scheinen nur noch beschäftigt mit der Suche nach dem Civitas Dei (ihrem Gottesstaat). Die transatlantischen Bündnisse werden zerbrechen und die US Föderaten werden sich vom Pakt loslösen. Ich denke wir treten dann in ein Zetalter der Wirren ein, mit unklaren Machtverhältnissen und einer hoffnungslos durch Lobbyisten korrumpierten Demokratie.Dadurch wird der Handel teurer und vermutlich gefährlich, die Rohstoffe ein Problem.

  • schnauzevoll - 6. März 2012

    Nö. weil der Geldflut, massenhaft Güter gegenüberstehen, die keiner kaufen kann. Jedenfalls die Masse nicht mehr. Ausserdem könnte die EZB die Knete wieder einsammeln. alles, was uns derzeit droht ist Deflation durch Rezession. Oder soll ich jetzt doch leiber schnell Gold kaufen? :D

    • Andres Müller - 6. März 2012

      “Oder soll ich jetzt doch leiber schnell Gold kaufen?”

      Sicher, ich würde soviel Papiere abstossen, wie man es sich eben leisten kann. Täuschen Sie sich nicht über den Goldpreis, das Edelmetall findet seinen real guten Einsatz erst dann wenn sich Papierwerte in Luft auflösen. Ich habe Edelmetall nur als Sicherheit, es ist mir daher völlig egal wie hoch der Kurs in Fiat Money gerade ist. Wenn ich das nie brauche -um so besser, dann erhalten es die Nachkommen. So gedacht ist Edelmetall eine der besten Familien -Versicherungen. Nur vom Zocken würde ich abraten. Im Fall eines Finanzmarkkollaps muss man damit rechnen das Gold zuerst einmal massiv an wert einbüsst -wegen dem Liquiditätsbedarf der Gambler.

      • Lothar - 7. März 2012

        Silber das ist genau wie Gold hochgegangen aber wird zudem noch Industriell benoetigt. Rein technisch muesste Silber eigentlich teurer sein als Gold da es viel seltener ist.

        • kurzdump - 7. März 2012

          Das ist aktuell nur bedingt richtig, denn Silber fällt als Nebenprodukt bei der Gewinnung anderer Rohstoffe an. Das historische Wertverhältnis von 1:15 hat keine Gültigkeit mehr. Die Gewinnung von Silber ist um den Faktor 30 bis 50 billiger.

          • Andres Müller - 7. März 2012

            nun ja, und Gold wird immer mehr beim Eisenerzabbau gewonnen, womit wir bei den gegenseitigen Abhängigkeiten wären. Auch die Energiekosten belaufen sich inzwischen auf 13% der Goldförderung -und die Vorkommen müssen aus immer weniger goldhaltigem Material gewonnen werden. Es gibt wie beim Erdöl ein peak of Gold -praktisch zur selben Zeit. Historisch gesehen bedeutet steigendes Erdöl auch höhere Goldpreise (das so genannte Gold/Öl Ratio).

            Einige interessante Infrmationen zu Gold, fernab der üblichen Betrachtungen:
            http://www.competence-site.de/downloads/e3/35/i_file_114706/peak_gold.pdf

  • schnauzevoll - 6. März 2012

    Scheiß neue Tastatur! :(

  • schnauzevoll - 6. März 2012

    Käse! In einer der größten Goldblasen der Menschheitsgeschichte sowas abzulassen ist schon gemeingefährlich! Wer Unsummen an Liquidität hat, der kauft jetzt Gold. Und das sind die Banken. Jeder Kleinanleger erleidet zwangsweise Schiffbruch.

    • Maxi - 7. März 2012

      Interessant, mit welcher Chuzpe diese besserwisserische Meinung vorgetragen wird.
      Die Inflation ist klar bei den Energiepreisen zu sehen, diese wird auch auf die Verbraucherpreise durchschlagen. Deflation hingegen bei Assetpreisen, wenn die ganzen Schulden ausgebucht werden. Dann sinken auch Edelmetallpreise.
      Aber wieso sollte man bei Gold Schiffbruch erleiden? Man hat das Zeug physisch in der Schublade liegen. Schiffbruch erleiden nur die Papierzocker.
      Mir doch wurscht ob die Unze 1300 oder 700 FiatmoneyEinheiten wert ist. Eine Unze ist eine Unze.
      Hauptsache ich habe nicht das Counterpart Risiko, wenn mir meine Bank die Scheinchen nicht mehr auszahlen kann. Dann ist mein Verlustrisiko 100%.
      Also selbst mal nachdenken, wer hier gemeingefährliche Meinungen ablässt.

      • schnauzevoll - 7. März 2012

        Es ist vielmehr verwunderlich, das Goldgurus kollektiv den gleichen Blödsinn verzapfen. Kein ernstzunehmener und seriöser Ökonom erzählt diesen Goldunsinn. Nur die, die daran verdienen. Lächerlich,einfach nur lächerlich. Und diskutiere ich auch nicht drüber. Das Internet beinhaltet viele seriöse Quellen zur Wissensbildung. http://www.goldkaufenwiebescheuert.de gehört sicherlich nicht dazu.

        • Andres Müller - 7. März 2012

          Es gibt keine Goldblase. Es gibt eine Menge Papiergold -das führt zu hoher Volatilität beim Preis.
          Wir fördern ca. 2500 Tonnen Gold pro Jahr -was eine enorme Menge ist, hundert mal mehr als im 19. Jahrhundert. Der Goldpreis ist aus meiner Sicht günstig, weil das Metall heute nicht zur Deckung von Geld genutzt werden darf (Bestimmung des IWF). Die Notenbanken, aber auch Private verkauften einige Jahre lang eine Menge Gold, da sie vom Glanz des Papiers überzeugt waren. Die Goldförderung hinkt dem Bedarf nun seit einigen Jahren hinten drein, und dies obwohl die Energiepreise subventioniert sind -13% der Goldgewinnung verschlingt der Energiepreis. Und somit folgert sich das steigende Energiepreise auch Goldpreistreiber sind. Angesichts steigender Energiepreise ein nicht zu unterschätzender Faktor. Gold wird auch im Potential als Industriemetall unterschätzt, die Verwendung von Gold wird nach einer gewissen Preisunterschreitung in der Technologie interessanter. Das sorgt mindestens dafür dass der Entwicklung nach unten Grenzen gesetzt sind. das Bevölkerungswachstum übersteigt nun die Fördermengen -wie auch bei anderen nicht nachwachsenden Rohstoffen.

          Blasen erkennt man übrigens daran dass sich sehr viele Menschen darin investiert sind, das ist bei Gold wirklich noch weit entfernt davon. Der Unterschied zu Apple Aktien ist, Gold ändert sich nicht -Apple aber schon.

  • terry - 6. März 2012

    War doch klar, dass früher oder später alles zusammenbricht.
    Wer sich rechtzeitig informiert hat
    http://krisenfrei.wordpress.com/2011/07/28/bald-reihenweise-staatsbankrotte/
    ist besser dran.

    Und es kommt noch viel dicker.
    Nach dem Finanzcrash kommt die Versklavung.
    http://krisenfrei.wordpress.com/2012/03/01/das-fed-ungeheuer-umspannt-die-welt/

    Und die Deutschen kriegen ihren Arsch nicht aus ihren Sesseln, lassen sich lbelügen … und konsumieren für die Verantwortlichen dieses Dreckssystems.
    Hauptsache: Schöne neue Welt.
    Was für ein Wahnsinn!!!

    Danke an Steffen für die vielen Statistiken und vielsagenden Grafiken.

    • Holly01 - 7. März 2012

      Die goldbugs sind unterhaltsam. Krise ist ihr Geschäft, kauft Gold, flüchtet aus der Inflation usw.
      Das Meister ist Quatsch.

  • leslie - 7. März 2012

    Mal schaun,wann wir bei der Fantastilliarde angekommen sind.

    Sie nehmen auch ein paar Erdkugeln aus Gold.^^

    Mfg

  • ö.ä. - 7. März 2012

    Ich bin gespannt, wie sich der Ölpreis entwickeln wird in diesem Jahr. Wenn die Ölpreise so drastisch steigen, wie erwartet,
    (http://www.boerse-go.de/nachricht/Bank-of-America-OElpreis-koennte-bis-auf-200-Dollar-hochschnellen-WTI-Oel,a2775276,b191.html , http://www.boerse-go.de/nachricht/EIA-erhoeht-Prognose-fuer-OEl-und-Benzinpreis-WTI-Oel,a2775418,b191.html , http://www.boerse-go.de/nachricht/Obama-wuenscht-niedrigere-Benzinpreise-DOW-Jones-Industrial-Average-Index,a2775459.html)
    dann dürfte das die Weltwirtschaft zusätzlich belasten.
    Im Artikel, zu dem der erste Link führt, heißt es: “Falls der Iran die Straße von Hormuz, durch welche etwa 20 Prozent der Ölversorgung der Welt transportiert wird, sperren sollte, so sagt Schels einen Anstieg des Ölpreises auf Rekordhöhen voraus. Wenn wir die Straße von Hormuz verlieren, dann fiele nicht nur der Iran aus, sondern auch Teile von Saudi Arabien sowie komplett Qatar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate.”
    Wenn dem so ist, dann droht dem Iran ja fast ein Weltkrieg.

  • M.E. - 7. März 2012

    Da das Thema wieder mal angesprochen wird: hier mal ein Chart der Eigenverbrauchsentwicklung der OPEC-Staaten, leider nur bis 2009:

    http://www.peak-oil.com/wp-content/uploads/2012/03/oel-eigenverbrauch-opec.jpg

    Alle 20 Jahre verdoppeln diese Länder ihren Eigenverbrauch, seit etwa dem Jahr 2000 ist eine besonders starke Mengenwachtumsbeschleunigung zu verzeichnen.
    Kein Wunder bei der demographischen Entwicklung in diesen Ländern und den Schnääpchen-Binnenölpreisen.
    Kein Wunder auch, dass die weltweite Exportmenge seit Jahren sinkt.

    Und das alles auch ohne Iran-Krieg und Blockierung der Straße von Hormouz. Geopolitische Risiken kommen da “oben drauf”.

    • ö.ä. - 7. März 2012

      Vor diesem Hintergrund verwundert es mich sehr, dass die USA nicht schon in diese Gebiete eingefallen ist, zumal wenn es stimmt, dass die OPEC-Länder nicht offenlegen, wie groß die Ölbestände sind. Andererseits wäre dies vielleicht zu offensichtlich und ließe sich nicht damit verkaufen, “Demokratie zu exportieren”. Dafür spräche evtl. auch, dass Öl auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt wird, was das Öl für Nordamerika billig und den Rest der Welt mit Ausnahme der OPEC-Staaten teuer macht.

  • Imanuel - 7. März 2012

    Immerhin scheint langsam auch der Mainstream wenigstens etwas aufzuwachen:

    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/euroschau130.html

  • M.E. - 7. März 2012

    Wollte ich auch gerade verlinken, Imanuel.
    Ganz klar: die beiden Tender waren eine absolut notwendige Bankenrettung im Sinne der Aufrechterhaltung des Status Quo.
    Ansonsten wäre uns wohl im ersten Quartal 2012 das europäische Bankensystem um die Ohren geflogen.
    Dass die Banken das selber auch so sehen beweist die sehr starke Inanspruchnahme der unlimitierten Tender.
    Wahrscheinlich schon in der ersten Hälfte der Tenderlaufzeit wird sich nach meiner Vermutung die Situation erneut zuspitzen, so dass weitere Liquiditätsspritzen erforderlich sein werden. Die Auftrechterhaltung des Systems erfordert immer agressiveres Agieren des allerletzten Retters. Nur kommt durch das Akzeptieren immer lausigerer Sicherheiten eine immer größere Belastung zukünftig auf die Euro-Staaten (natürlich auf die noch solventen wie Deutschland) und damit auf die Steuerbürger zu.
    Die Binsenweisheit, dass eine Zentralbank nicht pleite gehen kann, heißt ja nicht, dass dies ein free lunch ist.
    Und eine “wahnsinnig gewordene” Zentralbank kann sehr wohl langfristig den Staat – im Falle der EZB DIE Staaten – in die Insolvenz treiben.

  • MagnaBavaria - 7. März 2012

    *Off-Topic*

    Ölstudie 2012 von der Erste-Group:
    http://www.erstegroup.com/de/Downloads/0901481b800999cc.pdf

  • M.E. - 7. März 2012

    Das wird noch sehr spannend:

    FRANKFURT/MAIN (dpa-AFX) – Die staatseigene KfW-Bankengruppe befürchtet, dass Griechenland in eine ungeordnete Insolvenz schlittert. Die Förderbank habe Anzeichen aus dem Markt, nach denen sich bis Donnerstagabend nicht genügend private Gläubiger freiwillig an dem Schuldenschnitt beteiligen könnten, sagte der KfW-Vorstandsvorsitzende Ulrich Schröder am Dienstagabend beim Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW): ‘Unsere Einschätzung, wie der Schuldenschnitt ausgehen wird, hat sich dramatisch gedreht.”

    • ö.ä. - 7. März 2012

      Das deckt sich mit den Ansichten des niederländischen Finanzministers: “Der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager äußert Zweifel, ob der für eine Rettung Griechenlands notwendige Schuldenverzicht der privaten Gläubiger zustandekommt. Die Sorgen wegen eines möglichen Scheiterns des Plans seien gerechtfertigt, sagte er am Mittwoch.”
      vor 48 Min (11:55) – Echtzeitnachricht
      und:

      “Am Markt nehmen die Sorgen zu, dass sich die privaten Gläubiger nicht in ausreichendem Maß am griechischen Schuldenschnitt beteiligen. Dem Vernehmen nach fürchten vor allem Fondsmanager und Vermögensverwalter Klagen ihrer Kunden, wenn sie auf die Erträge aus den griechischen Staatsanleihen einfach verzichten.”
      vor 13 Min (12:38) – Echtzeitnachricht

      Quelle:http://www.boerse-go.de/jandaya/#!Ticker/Feed/?Ungefiltert

      Aber das Risiko das die CDS’ ausgelöst werden, denke ich, wird man nicht eingehen.

  • M.E. - 7. März 2012

    Hallo ö.ä. ,
    wenn allerdings aus Angst vor den Folgen Kreditausfallversicherungen nicht eingelöst werden, also ein entsprechendes Ausfallereignis auf kreative Weise nicht zugelasen wird, so muss jeder, der in Zukunft diese Versicherungen abschließt, damit rechnen, dass diese im Falle eines Falles wertlos sind.
    Das wäre verheerend für den Derivatemarkt. Wer schließt dann von Ausfallversicherungen ab?

    • ö.ä. - 7. März 2012

      Tja das ist wohl die Frage, wovor hat man mehrheitlich die größte Angst. Und mein Denkfehler im obigen Post, inwieweit lässt sich das überhaupt steuern. Aber wenn alle bibbern warum sind die Börsen nicht tiefrot?

      • dank - 7. März 2012

        Das freie Geld (der Banken & more) muss Rendite bringen und sucht seinen Schuldner…
        Der Zins muss fließen.

  • M.E. - 7. März 2012

    Prinzip Hoffnung, ö.ä.
    Alle spekulieren darauf, dass sich am letzten Tag doch noch genügend Verzichtswillige finden.

    Übrigens: wenn sich also herausstellen sollte, dass CDS von systemrelevanten Schuldnern ohnehin nicht einzulösen sind und also CDS quasi wertlos werden, wer investiert dann zukünftig noch in Anleihen von Staaten, die zukünftig Probleme bekommen könnten, wenn er diese Anleihen nicht mehr verlässlich absichern kann?

    • ö.ä. - 7. März 2012

      Leute, die hoffen, die Rettungsschirme würden schon groß genug angesetzt, wenn Dach unterm Feuer ist? :)

      • ö.ä. - 7. März 2012

        Dach unterm Feuer? Das kommt dabei raus, wenn man total übermüdet ist. :) Entschuldigung allerseits für meine wirren Äußerungen.

  • M.E. - 7. März 2012

    Stimmt!
    Ich altmodischer Kerl hatte jetzt noch im Modus der Vor-Rettungsschirm-Epoche gedacht.

  • Systemfrager - 7. März 2012

    Gerade bei SPON

    Zum anderen ist die USA eine echte politische Union. Dort sind vor allem die Arbeitslosenversicherung und das Rentensystem Aufgaben des Zentralstaates. Wenn das in der Währungsunion auch so wäre, dann gäbe es über das die Sozialversicherungen eine natürliche Tendenz zum finanziellen Ausgleich zwischen Überschuss- und Defizitländern. Spanien hätte erst gar nicht seine hohen Target-2-Salden anhäufen können. Der amerikanische Vergleich zeigt mir, dass wir am Ende eine europäische Fiskalunion brauchen.

    spon >>>

    • schnauzevoll - 7. März 2012

      Das SPON intellektuell nicht mehr zu bieten hat als die Sozialversicherungen als krisenrelevant herauszustellen, wundert ja keinen mehr. Wer bei SPON schreibt, den würden sie nicht mal bei einem Lokalblättchen für das Horoskop anheuern.

  • MagnaBavaria - 7. März 2012

    Auftragseinbruch in DE:
    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/03/39295/

  • Holly01 - 7. März 2012

    Ich denke es gibt drei kritische Größen :
    Summe aller Zinsen, welche “erwirtschaftet” werden müssten. Abseits aller Denkfallen übersehen viele, dass wir nicht mehr dazu in der Lage sind die Zinsen zu erwirtschaften, die Zinsen werden ebenso wie die Kredite geschöpft.
    Der Zyklus endet mit der Vernichtung der geschöpften Bankguthaben (egal obStaatshilfe oder EZB). Es besteht also ein maximales Interesse geschöpftes Geld in reales Vermögen zu pressen. Von dort droht tatsächlich eine Inflation, welche zu allererst auf Vertrauensverlust beruht.
    Die reale Wirtschaft wird durch die Bankenrettung schlicht erdrückt. Ein Konzern wie VW kann über seine Bank unbegrenzt Euro zu 1% bekommen und damit tun und lassen was er mag. Herstellung von PKW ist da nonsens, Geld kreisen lassen ist (aus rein rationalen Gründen) angesagt.
    Die reale Wirtschaft ( und damit die realen Menschen/Arbeistlosen/Steuerzahler) werden die Zeche bezahlen.
    Wenn man eine Rad dreht und etwas verändert, dann ändert sich das Umfeld in einem dynamischen System. Die Wirtschaft ist ein dynamisches System und alle drehen die großen Räder ….

  • M.E. - 7. März 2012

    Hi Holly,
    völlig richtig Dein Hinweis auf die Zinsen. Es können eben nur noch Mini-Zinsen erwirtschaftet werden. Deshalb ja das Bemühen der Zentralbanken, mit agressiven Methoden die Zinsen so weit wie möglich zu drücken.
    Japan würde keine 4% Verzinsung der Bonds mehr aushalten, Italien gerät jenseits der 6% schon in Probleme. Zinssätze, die historisch gesehen keineswegs hoch sind.
    Und je weiter die Verschuldung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung ansteigt, desto geringer die Zinstoleranzgrenze.
    Aus dem Dilemma kommt das Gesamt-Schuldsystem nicht mehr raus. Deshalb MUSS es zur Insolvenz des Gesamtsystems kommen. Denn wenn erst mal große Staaten und Banken insolvent werden, dann betrifft das auch die Schuldner, die noch solvent wären unter normalen Verhältnissen, der Dominoeffekt, wie man das nennt. Deshalb eben Gesamtinsolvenz – erstmals weltweit. Mit der damit einhergehenden weitgehenden Zerstörung der Strukturen des Finanzmarktes.

    Nur noch die Frage des Wann ist offen, nicht mehr die Frage des Ob.

    • Holly01 - 7. März 2012

      Nicht so schnell mit den jungen Pferden. Sie vergessen den politischen Willen, getrieben durch die Vermögenden.
      Das ganze kann durch bloße Größe noch Jahrzehnte überstehen. Die Folgen werden sich von Unten in die Gesellschaften fressen. Die Opfer werden wirtschaftlich angehangen. Mit fortschreitender Krise zur Dauerkrise wird der Abkopplungsprozess konsequenter, unumkehrbarer und agressiv in seinen Mitteln.