FAO-Food Price Index auch im Februar 2011 mit neuem Allzeithoch

von am 3. März 2011 in Allgemein

Der FAO Food Price Index (FFPI) stieg im Februar 2011 den achten Monat in Folge an, um +2,2% zum Vormonat auf 236 Indexpunkte und damit auf ein neues Allzeithoch! Die Food and Agriculture Organization of the United Nations ermittelt den FAO Food Price Index aus 5 Sub-Indizes (für Getreide, Pflanzenöle und -fette, Milchprodukte, Zucker und Fleisch), welche insgesamt 55 einzelne Nahrungsmittel abbilden.


Der nominale monatliche FAO Food Price Index seit Januar 1990 im Chart. Im Februar 2011 ging es um +2,2% zum Vormonat aufwärts und um +34,2% zum Vorjahresmonat!

Der Sub-Index für Fleisch stieg um +2% zum Vormonat und um +19,4% zum Vorjahresmonat an, Milchprodukte zogen um +4% zum Vormonat und um +20,2% zum Vorjahresmonat an, Getreide stieg um +3,7% zum Vormonat und um +54,6% zum Vorjahresmonat an. Der Zucker Sub-Index sank hingegen um -0,5% zum Vormonat und stieg um +15,9% zum Vorjahresmonat und Pflanzenöle und -fette stiegen um +0,5% zum Vormonat und um unglaubliche +65,1% zum Vorjahresmonat an!

Die FAO rechnet beim Getreide mit einer weiteren Verschärfung der Situation durch die zurückgehenden Lagerbestände vor allem bei Weizen und Futtergetreide. David Hallam einer der FAO-Direktoren fügte hinzu: “Unerwartet hohe Ölpreise verschärfen die bereits prekäre Situation an den Lebensmittel-Märkten weiter”. 

Neben dem weltweiten Bevölkerungswachstum und damit einer stetigen Nachfragesteigerung und den schlechteren Ernten weltweit bedingt durch Wetterunbilden, trägt auch die Geldpolitik einen großen Anteil an dieser brisanten Entwicklung. Wie hier seit Monaten beschrieben, solange Geschäfts- und Investmentbanken zu maximal 1% Zinsen im Jahr bei den Notenbanken Kredite ziehen können und damit auch die spekulativen Marktteilnehmer vor Liquidität triefen, wird auch das Rad an den Agrarrohstoffmärkten immer weiter nach oben gedreht! Die Notenbanken handeln weiter unverantwortlich, so auch heute wieder die EZB auf ihrer Ratssitzung, als sie den Leitzinssatz unverändert auf dem Rekordtief von 1% beließ. Angesichts der Rohstoffhausse und dem aggressiven Anstieg in bestimmten weiteren Assetklassen, sind die Leitzinsen von 0-0,25% in den USA, von 0-0,1% in Japan, von 0,25% in der Schweiz und von 0,5% in Großbritannien unverantwortlich und Treibsätze für weitere auch spekulativ getriebene Preisanstiege. Die Liquiditätsflutung des Bankensystems und die dadurch erreichte Stabilisierung des Finanzsystems, hat einen hohen Preis, den Hunger von Millionen Menschen. So wies die Weltbank in ihrem letzten “Food Price Watch” darauf hin, dass durch die gestiegenen Lebensmittelpreise, die Zahl der in extreme Armut und damit Hunger abrutschenden Menschen, weltweit seit Ende Juni 2010  um weitere 44 Millionen angestiegen ist.

Daten: Fao.org/Food Price Index Februar 2011

 Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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