Food Stamps mit Allzeithoch im Dezember

von am 2. März 2012 in Allgemein

Die angebliche Recovery am US-Arbeitsmarkt (hier immer detailliert als Propaganda Fake entlarvt), scheint auch keine positive Rückkopplung auf die Entwicklung der Armut, gemessen an den Lebensmittelmarkenbeziehern zu haben. Wie das US-Landwirtschaftsministerium (United States Department of Agriculture (USDA)) gestern berichtete, stieg die Zahl der Bezieher von Lebensmittelmarken im Dezember 2011 auf ein neues Allzeithoch. Die Zahl der Food Stamps Empfänger explodierte um weitere +227’922 zum Vormonat auf 46,514238 Millionen. Dieses neue Allzeithoch bei den Food Stamps Empfängern verweist auf die miese Qualität der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA, denn der Aufbau der Beschäftigung am Arbeitsmarkt ist in der Relation zum Bevölkerungszuwachs einfach zu schwach.

Der Anstieg der Lebensmittelmarken-Bezieher auf Monatsbasis seit Januar 2000 im Chart. 46,514238 Millionen US-Bürger bezogen im Dezember 2011 die moderne Version der Food Stamps, Lebensmittel per Kreditkarte für durchschnittliche 133,67 Dollar pro Person im Monat, auf Basis des staatlichen Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP).

Seit 2000 erzielte die degenerierte US-Version einer Marktwirtschaft 29 Millionen neue Lebensmittelmarkenbezieher!

Im Dezember 2011 betrugen die Kosten für das SNAP-Programm, ohne den Verwaltungsaufwand 6,217 Mrd. Dollar und diese lagen nur knapp unter dem bisherigen Allzeithoch aus September 2011 mit 6,263 Mrd. Dollar. Im Gesamtjahr 2011 kumulieren sich die direkten Kosten der staatlichen Armutsversorgung auf 72,994 Mrd. Dollar, nach 64,705 Mrd. Dollar 2010, nach 50,359 Mrd. Dollar 2009 und nach “nur” 34,608 Mrd. Dollar 2008. 

 

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17 KommentareKommentieren

  • hko - 2. März 2012

    also das mit den Food Stamps ist echt erstaunlich,
    mittlerweile müssten doch Leute aus dem Programm herausfallen und die Zahlen sinken, da sie ja für einen zu langen Zeitraum die Foodstamps beziehen um direkt aus der Mülltonne zu leben

    nun die Amerikaner, ich meine die nutzniesenden (übertriebenes Wort!) Bürger, sind sicher erfinderisch die Zeitspannen geschickt auszunutzen, doch kann ich mich auch des Gedankens nicht erwehren, dass eventuell jemand an der Computerdatenbank fiktive Namen eingibt und die Foodstamps auf sein eigenes Konto lenkt.

    Immerhin gibt es folgende US Nachrichten
    Every day, several people defraud the food stamp program, getting more money than they should, and Corpus Christi has some big offenders.

  • der Bauer vom Hunsrück kurz vor Feierabend - 2. März 2012

    die foodstamps werden doch nur für einen bestimmten Zeitraum gewährt, was ist denn danach? Haben die alle eine Job gefunden, der sie der Foodstamps ledig macht? WC = wohl Kaum! Ergo ist die eigentliche Zahl derer, die soweit down under sind, dass sie foodstamps bezugsberechtigt wären. würden sie nicht zeitlich aussortiert, ja wohl noch höher.

  • schnauzevoll - 2. März 2012

    Was für ein dümmlicher Zynismus.

  • hko - 2. März 2012

    da du es erwähnst, merke ich auch dass es sich zynisch anhören könnte, das wird man heutzutage so, dein Name sagt es ja auch,

    doch nun Scherz beiseite, fallen nicht bald mehr Leute raus aus dem Programm als neue berechtigt sind einzutreten? ich meine rein rechnerisch müssten es ja mittlerweile doppelt so viele Bedürftige sein, die Berechtigten und die die aus dem Programm raus sind …
    sorry für den Zynismus, geht mir in den letzten Tagen so -

  • Andres Müller - 2. März 2012

    In den USA herrscht eine Desorientierung die unbeschreiblich ist. Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner Santorum behauptete dass Hälfte der Holländer wenn sie alt und krank werden in den Spitälern gegen ihren Willen getötet werden.
    http://www.infosperber.ch/Artikel/FreiheitRecht/Jeder-20-Hollander-unfreiwillig-eingeschlafert

    Zur selben Zeit wird die Katastrophe in den US-Haushalten fast vollständig ausgeblendet, die Bibel als Lekture empfohlen falls es an Geld mangelt. Wer nicht Reich wird in den USA, so der Tenor Santorums -es ist weil nicht genügend gebetet und an Gott geglaubt wird.
    Das es solche Typen wie Santorum gibt überrascht mich zwar nicht, aber dass sich so ein Mensch als Präsidentschaftskandidat im Gespräch halten kann. Das sagt doch eine Menge über den Zustand in den USA aus -es sieht nach einer Art psychischer Desintegration aus, ganz ähnlich wie unter der Einwirkung bestimmter Psychodrogen. Kann es sein dass 40 Jahre Neoliberalismus zum Massenwahnsinn geführt haben? Die Wirkung von lange wiederholten Dogmen durch Eliten sollte man nicht unterschätzen -am wenigsten in Europa.

  • Layouter - 2. März 2012

    Seit dem 1. März weht ein neuer Wind in den USA. NDAA. Dazu die unverholenen Kriegsdrohungen, welche weder den Armen und Arbeitslosen im Lande helfen, noch das Bild des Amerikaners in der Welt verbessern werden.

    Die Foodstampbezieher, welche es hier im Lande auch gibt, müssen zu den Suppenküchen gehen und können sich dagegen kaum wehren, wenn ihr Land immer mehr für Rüstung und Banken ausgibt, als den sozialen Frieden zu wahren. Das scheint in vielen Ländern der Welt derzeit kein Thema zu sein.

    ich kann manchmal nicht begreifen, das die Presse sich so zurückhält und kaum Kritik in der Sache zuläßt. Ich erinnere mich dazu immer an Berichte aus Russland, China und Lateinamerika, dort zu Zeiten Pinochets. Was würde hier passieren, wenn Redakteure sich offen gegen die Propaganda aussprechen und eigene und mit ihrem Namen versehene Zeitungen rausgeben würden? Das wagt sicherlich kein Niemand.

    • Lothar - 3. März 2012

      Bei aller Wut ueber die Ruestung und Banken Ausgaben sollte man die Gefaengnis Industrie in den USA nicht vergessen. Die ist nicht nur am Boomen sondern am Super Boomen oder gar am Hyper Boomen. Da sind mehr Amerikaner zur Arbeitssicherstellung (25 Cent/Stunde) im Gefaengissystem….

  • Benedikt - 2. März 2012

    Vielleicht zahlen die Behörden die Food Stamps einfach still und heimlich weiter. Das senkt die Gefahr, dass die Ex Empfänger kriminell werden, oder demonstrieren.

  • ö.ä. - 3. März 2012

    Und was macht es für einen Unterschied, ob der der Hunger leidet aus Mexiko oder den USA stammt?

  • Michael - 3. März 2012

    Von 2000 bis 2008 war auch nur Aufschwung der Anzahl der Essenmarkenbezieher zu beobachten. Hab nicht nachgerechnet, przentual sogar mehr, wie es aussieht. Ungeachtet dessen zeigen sowohl Baugenehmigungen als auch Autoverkäufe Stabilisierung auf recht niedrigem Niveau. Vielleicht wäre es angemessener die Anzahl der Essenmarkenbezieher ins Verhältnis zur Bevölkerung zu setzen, mit den Einwanderern zu korrelieren ? So wie sie sind, besagen sie nur dass, es auch viel Armmut in Gottes eigenem Land gibt. Damit unterscheidet sich das nicht von Deutschland. Wie wäre es mit vier Kurven: Arbeitslosigkeit, Hartz IV, prekäre Beschäftigung und Anzahl der Millionäre über die Zeit ? Das Ergebnis könnte ernüchternd ausfallen.

  • Lothar - 3. März 2012

    “Hauptsache Geiz ist geil” ist eines der missbrauchtesten Worte der herrschenden Elite um die Schuld fuer ihre neokonservative Umverteilung moralisch den Schwachen zuzuschieben. Und es ist voellig falsch. Fuer die mit wenig Geld galt schon immer “wir sind zu arm um billig zu kaufen”, denn dann kauft man immer zweimal. Die Kundschaft im Mediamarkt ist definitiv nicht jemand der Geld zweimal umdrehen muss.

    Das Problem ist das voellig ueberfluessiger Muell den die Leute nicht zur Beduerfnisbefriedigung brauchen sich nichtmal an Konsumgeile Idioten verkaufen laesst sofern diese die Waren nicht im vorbeigehen bezahlen koennen. Und ohne immer mehr Muell zu vertickern kann man keine Wachstumsraten erzeugen.

  • ö.ä. - 3. März 2012

    Besonders perfide finde ich es auch, erst regionale Märkte zu zerstören, so den Menschen die Lebensgrundlage zu entziehen, und dann zu brüllen, man hätte ein Zuwanderungsproblem, oder es gäbe Piraterie.

  • schnauzevoll - 4. März 2012

    Das wird dem amerikanischen Mainstream doch schon in den Kinderserien vermittelt. Geht es Dir schlecht, dann danke Gott, dass es nicht schlimmer gekommen ist. Ernte wird komplett verhagelt, Hunger droht, aber Gott danken, dass man in den USA sterben darf. So in etwa darf man den Ami wohl einschätzen. Und dort ist es wirklich so. Je ärmer, desto dämlicher und somit beherrschbarer. Und jetzt zähle mal 2 und 2 zusammen. Ich bedauere, dass dieses landschaftlich einmalig schöne Land von solchem Zugs besudelt…äh…besiedelt wird. Kein Wunder, das, wenn es stimmen sollte, der Iran an einer A-Bombe bastelt. Würde ich befüchten müssen, dass einer von den Cowboys in mein Haus kommt, um mein Heizöl zu klauen und meine Landsleute verblöden will, würde ich mich auch bewaffnen. Wenn der Iran eine solche Bombe hat, dann sichert das den Frieden in der Region, weil er den Ami fern hält. Die Welt ist sehr trivial, man muss nur mal genauer hinsehen.

    Das sich nun wieder ein Republikaner durchsetzt ist nur eine logische Folge von Seilschaften zwischen Industrie und Politik, eine direkte Folge der Bankenkrise (und nicht Schuldenkrise, wie man uns hier auch einbläuen will). Es wird kommen, wie es kommen muss. Das römische Imperium hat die Dekandenz auch nicht überlebt.

    • ö.ä. - 4. März 2012

      Ich antworte mal, weil ich vermute, dein Kommentar, bezieht sich auf meinen Kommentar.

      Ich halte Aussagen über “den Ami” genauso für verfehlt, wie Aussagen über “den Griechen”, etc.

      Und ob Außenpolitik immer mit der Sichtweise des Volkes übereinstimmt, wage ich zu bezweifeln.

      Die Politik jedoch wird beeinflusst von einer Clipue Superreicher zu deren Gunsten. Und schichtabhängig dürften von der Mehrzahl der Menschen ähnliche Ziele verfolgt werden.

      • schnauzevoll - 5. März 2012

        Ich habe mich leider mißverständlich ausgedrückt. Die Bevölkerung unterliegt natürlich der Gehirnwäsche. Dennoch verfügt der Mensch über eine Art Grundintellekt. Dieser scheint mir aber westlich von uns eher minderer Intensität zu sein. Natürlich ist das AUCH eine Folge der sytematischen Volksverdummung, die dort betrieben wird. Meine Kritik richtet sich aber primär an die Administration, gekauft von der Industrie. Auch Obama hat irgend ein Finger im Allerwertesten, der ihn zu einer einfachen Sprechpuppe macht. Wenn die Welt in den letzten Jahrzehnten einer Bedrohung unterlag, ging diese immer von den USA aus. Darüber sollte man mal nachdenken! Die Erklärung ist trivial wie pervers, es geht um Macht und Ressourcen.

        • ö.ä. - 5. März 2012

          Nun ich glaube kaum, dass es sich hier um eine Frage des Intellekts handelt, Intelligenz ist lediglich die Fähigkeit Probleme/ Aufgaben zu lösen. Ich denke du meinst eher Bildung.
          Was du anführst, scheint mir eher, wie zuvor gesagt, ein schichtspezifisches Problem zu sein. Die Leute unterer Schichten sind damit beschäftigt zu überleben, für Bildung bleibt da weder Zeit noch Geld. Die Mittelschicht partizipiert und versucht den status puo zu erhalten, oder aufzusteigen. Die Leute oben fahren die Ernte ein, machen die Spielregeln und wollen ebenfalls den status quo erhalten bzw. das System zu ihren Gunsten verbessern. Dem Rest stimme ich zu.

          • schnauzevoll - 5. März 2012

            Ich meinte Bildung, ja. Das Andere wäre wohl Rassismus. ;). Eine gewisse Grundbildung ist doch auch im Wilden Westen vorhanden. Trotzdem. Ich komme mit der Mentalität dort nicht zurecht. Ich bin froh, dass ein bisschen Wasser dazwischen liegt. Aber ich wünsche den Amis trotzdem, dass sich die Gerechtigkeit dort irgendwann durchsetzt und das Volk aufwacht. Aber anscheinend fehlen da noch ein paar Essensmarken, um den erforderlichen Überdruck zu erzeugen.