Griechenland: -56,7% bei den PKW-Neuzulassungen

von am 6. Mai 2012 in Allgemein

Nach Angaben der Vereinigung der griechischen Autoimporteure (Association of Motor Vehicle Importers Representative – AMVIR) sind im April 2012 die PKW-Neuzulassungen um weitere -56,7% zum Vorjahresmonat gesunken. Nur 4’409 PKWs wurden neu zugelassen und dies entsprach den drittniedrigsten PKW-Neuzulassungszahlen seit Beginn der Datenreihe im Januar 1990 und dem miesesten April seit 1990. Gerade die schrumpfenden PKW-Neuzulassungen und die rapide sinkenden Einzelhandelsumsätze zeigen ganz deutlich die Folgen der Troika-Agenda, der normale Grieche muss in Folge der schrumpfenden Einkommen sparen beim Konsum bis es quietscht und reißt damit die binnenorientierte Industrie, den Mittelstand und die Einzelhändler, wie auch Autohäuser mit in den Abgrund und generiert damit für die griechischen Banken unnötig weitere zusätzliche Kreditausfälle, durch die zunehmenden Pleiten der Selbstständigen.

Die Entwicklung der Neuzulassungen von PKWs in Griechenland seit Januar 1990 bis April 2012. Im April 2012 wurden nur 4’409 neue PKWs zugelassen. Dies war der drittmieseste Monat seit Januar 1990! Zum Allzeithoch im Januar 2008 wurden 33’583 neue PKWs zugelassen, ein Einbruch seit dem von -86,88%. Selbst zum langfristigen monatlichen Durchschnitt von Januar 1990 bis Dezember 2009 mit 17’901 neuzugelassenen PKWs betrug im April 2012 der Einbruch -75,38%!

Die Entwicklung der PKW-Neuzulassungen, jeweils aus April, seit 1990 bis 2012 im Chart. Im April 2012 brachen die PKW-Neuzulassungen um -56,7% zum Vorjahresmonat ein, auf 4’409 neu zugelassene PKWs. Zum April-Hoch, im April 2002 mit 29’365 PKWs markiert, betrug der Einbruch unglaubliche -84,99%. 

Der beispielloser wirtschaftlicher Niedergang Griechenlands spiegelt sich auch in den Jahresdaten wider, zuletzt im Gesamtjahr 2011 wurden nur noch 97’682 PKWs neu zugelassen, dies waren die niedrigsten PKW-Neuzulassungen seit dem Beginn der Datenreihe im Jahr 1990 und selbst von diesem erbärmlichen Niveau 2011, geht es kumuliert von Januar bis April 2012 um -39,1% zum Vergleichszeitraum des Vorjahres weiter abwärts.

Auch für deutsche Autohersteller ist der griechische PKW-Markt de facto ein toter Markt. Den wenigen Griechen, die im April 2012 einen PKW aus deutscher Produktion neu zugelassen haben, konnte man im übertragenen Sinne persönlich die Hand schütteln. Die Neuzulassungen von Mercedes summierten sich im April auf schlappe 59 PKWs (-53,5% zum Vorjahresmonat), bei BMWs auf 101 Fahrzeuge (-70,8%), bei VW auf 348 PKWs (-62,7%) und bei Opel auf 529 PKWs (-50,5%). Audi konnte leicht zulegen auf 175 neu zugelassene PKWs (+0,6%) und Porsche auf 18 PKWs (+800%). Besonders krass war der Einbruch beim spanischen Hersteller SEAT (VW-Gruppe), die Neuzulassungen sanken auf schlappe 45 PKWs, ein Einbruch von -89,6% zum Vorjahresmonat! 

Diese Daten sind Ausdruck einer unvergleichbaren wirtschaftlichen Depression, mit einer brachialen Kontraktion der Nachfrage! Das größte Märchen dürfte allerdings sein, das am Ausgang dieser Rosskur (Depression) ein wettbewerbsfähiges Griechenland ohne Handelsbilanz- und Staatshaushaltsdefizite dasteht. Die Troika ist mit ihrer desaströsen Agenda um Jahrzehnte hinter der Agenda einer sozialen Marktwirtschaft zurückgefallen und hat mit ihrer Strategie die volkswirtschaftlichen Schäden nahezu irreparabel maximiert:

“Wir müssen den Mut zum Verbrauchen aufrechterhalten. Denn ein Volk, das den Mut zum Verbrauchen verliert, verliert auch die Kraft zur Produktion.” Ludwig Erhard, Mitbegründer des Konzepts der Sozialen Marktwirtschaft, Bundeswirtschaftsminister von 1949-1963 und Bundeskanzler von 1963 bis 1966. Ebenso sehr treffend: “Maßstab und Richter über Gut und Böse der Wirtschaftspolitik sind nicht Dogmen oder Gruppenstandpunkte, sondern ist ausschließlich der Mensch, der Verbraucher, das Volk. Eine Wirtschaftspolitik ist nur dann und nur so lange für gut zu erachten, als sie den Menschen schlechthin zum Nutzen und Segen gereicht.”

Zum Untermauern des simplen Zusammenhanges aus makroökonomischer Sicht, “denn ein Volk, das den Mut zum Verbrauchen verliert, verliert auch die Kraft zur Produktion”, noch der Output der griechischen Industrieproduktion im Langfristchart, als Dokument einer unfassbaren ökonomischen Schockstarre, welche die Kontraktion beim Konsum mit sich bringt und in Folge die vor allem binnenorientierte Industrie Griechenlands schwer schädigt. Bisher präsentierte Querschuesse immer die Daten ab Januar 1995, schon da sah man, dass der aktuelle Output deutlich unter dem Niveau von 1995 lag, nun wird es aber richtig finster(!), der Chart ab Januar 1975:

Der saisonbereinigte Output der breit gefassten griechischen Industrie (Bergbau, Energie- und Wasserversorung und Verarbeitendes Gewerbe) ohne Baugewerbe von Januar 1975 bis Februar 2012 im Chart. Der saisonbereinigte Industrieproduktionsindex sank im Februar 2012 um -2,3% zum Vormonat, auf 71,88 Indexpunkte. Seit dem Allzeithoch was bezeichnenderweise im August 2000 markiert wurde, mit 106,56 Indexpunkten, brach der Industrieproduktionsindex um -32,55% ein. Der eigentliche Hammer ist aber, der Output der Industrieproduktion bewegt sich nicht nur unter dem Niveau von 1995, was auch für die anderen Länder der Südperipherie der Eurozone aktuell der Status Quo ist, sondern der Output liegt auf einem Niveau von Ende 1978!!!

Man möchte gar nicht darüber nachdenken, wie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, gemessen an der Industrieproduktion Ende 1978 einzuordnen ist, klar dürfte sein die Kreditpyramiden aus 2012 mit einer Leistungsfähigkeit von Ende 1978 zu “bekämpfen” ist ein absurdes Unterfangen. Man muss sich vor Augen führen, dass die Troika mit ihren Maßnahmen vorgibt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und vor allem die Wettbewerbsfähigkeit Griechenlands wiederherzustellen und gleichzeitig schaut man unerschüttert auf den Fakt, dass der Output der Industrieproduktion, eh völlig unterentwickelt, auch noch auf das Niveau von Ende 1978 kollabiert! Unfassbar! Wie selbstverständlich impliziert dieser Fakt für die Troika keinerlei Änderung der Strategie und damit ist dieser real praktizierte ökonomische Amoklauf nahezu einem Wirtschaftsverbrechen gleichzusetzen!

Noch einen weiteren simplen Zusammenhang gibt es, bei zweistellig schrumpfenden Investitionen in eine unterentwickelte Volkswirtschaft, muss zwangsläufig auch deren Leistungsfähigkeit weiter schrumpfen:

Die Entwicklung der Bruttoanlageinvestitionen seit Q1 2001 im Chart, gemäß Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung (VGR). Zuletzt in Q4 2011 sanken die Bruttoanlageinvestitionen um weitere -22,18% zum Vorjahresquartal. Seit nun 17 Quartalen in Folge, im Vergleich zum Vorjahresquartal, sinken die Bruttoanlageinvestitionen in Griechenland! Seit dem Hoch im 2. Quartal 2007 sind die Bruttoanlageinvestitionen um unverantwortliche und beispiellose -49,93% gesunken!

Auch die wichtigen Ausrüstungsinvestitionen, Teil der Bruttoanlageinvestitionen, also die Investitionen in Produktionsanlagen, Maschinen, Geräte und Fahrzeuge sanken in Q4 2011 um -20,53% zum Vorjahresquartal, zum Hoch in Q2 2008 sogar um -61,28%! Niemals kann man eine Wirtschaft wettbewerbsfähig machen, schon gar nicht eine unterentwickelte, mit zweistellig sinkenden Investitionen!

Reloaded: Griechenland: realwirtschaftliches Armageddon

Quelle Daten: Seaa.gr/PDF PC REGISTRATIONS BY MONTH

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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58 KommentareKommentieren

  • HaPennyBacon - 6. Mai 2012

    Ich wage mal zu bezweifeln das wir nach den Wahlen in Griechenland die tatsächlichen Zahlen über diese Volkswirtschaft zu Gesicht bekommen. Selbst wenn mal andere Politiker als die der bisher etablierten Zugriff auf die echten Stats bekommen, werden sie wohl mehr oder weniger freiwillig die Klappe halten müssen. Die Fakten die uns Steffen hier präsentiert, stimmen jedenfalls NICHT mit den offiziellen Defizitzahlen überein!

  • peterb - 6. Mai 2012

    “Das größte Märchen dürfte allerdings sein, das am Ausgang dieser Rosskur (Depression) ein wettbewerbsfähiges Griechenland ohne Handelsbilanz- und Staatshaushaltsdefizite dasteht. Die Troika ist mit ihrer desaströsen Agenda um Jahrzehnte hinter der Agenda einer sozialen Marktwirtschaft zurückgefallen und hat mit ihrer Strategie die volkswirtschaftlichen Schäden nahezu irreparabel maximiert:”

    So ist es. Und wie weiter? Etwa so?

    “Hungergames” oder: Wie das Ende des Kapitalismus aussieht. Die Trilogie über die “Tribute von Panem” von einer Amerkanerin über eine zerfallene USA geschrieben, ist nicht nur dort ein großer Renner. Und was an Zerfall jetzt dort bereits weiter entwickelt ist als in old europe, beschreibt “USA Hunger Games 2012 – Suppenküchen, Schulden-Gulag und Drohnen-Kriege”:
    http://blog.markusgaertner.com/2012/05/05/usa-hunger-games-2012-suppenkuchen-erdruckende-studenten-schulden-und-drohnen-kriege/

    …. Als kommentarlose Ergänzug zu den implodierenden Absatzzahlen.
    Griechenland, du bist nicht alleine. Aber Wirtschaftsideologien sind halt wichtiger als Menschen.

    Bei der Kirche war es auch so.

    • Frank Bell - 6. Mai 2012

      Ja, weiter so.

      Die Deutschen haben zum Beispiel heute dafür gestimmt, das alles so bleibt, wie es ist.

      Und nächste Woche in NRW werden sie auch wieder dafür stimmen.

      Traurig…

  • Ausser Rand und Band - 6. Mai 2012

    es ist zum kotzen …
    Arme Griechen
    Lieber Gott : die Griechen von der Klauen der Finanzmafia befreien !
    Danke

  • M.E. - 6. Mai 2012

    “Lieber Gott : die Griechen von der Klauen der Finanzmafia befreien”

    Ja.
    Und die Russen, die Inder, die Iren, die Ukrainer, die US-Amerikaner, die Kolumbianer, die Indonesier, die Nigerianer, die Portugiesen, die Thailänder, die Spanier, die Angolaner, die….

    Besser gesagt diejenigen aus diesen und anderen Ländern, die ihren Lebensunterhalt ausschließlich durch ehrliche Arbeit verdienen müssen oder sogar selbst von dieser Möglichkeit gegen ihren Willen ausgeschlossen sind.

  • titoslavija - 6. Mai 2012

    wenn das so weitergeht werden die griechen sich vom lebensstandard bald nicht mehr von anderen balkanstaaten unterscheiden. dabei glaubten die griechen vor nicht allzu langer zeit sie seien etwas besonderes auf dem balkan.

  • klaus - 6. Mai 2012

    Vielleicht können die Griechen heute etwas aufatmen.
    Hoffen wir es für uns alle.

    Denn heute verliert Drakozel einen Kopf.

    http://www.flickr.com/photos/expd/6476229189/

  • bauagent - 6. Mai 2012

    Wer glaubt denn noch, dass Leute wie Schäuble oder Merkel nicht wissen, dass diese Politik glatt in den Bürgerkrieg führt.

    Zur Erinnerung: Schäuble sagte im Interview in der NYT 11/2011 sinngemäß, dass es einer großen Krise bedarf, wenn die Vereingung in Europa funktionieren soll. Und vor einem Banken Symposium erklärt er, dass mit der Installation der kommenden Geldhebel der auch fiskalische Zusammenschluss in Kürze erfolgen wird.

    Es ist also politisch offenbar gewollt, um eine Agenda umzusetzen, die keinen Platz für Rücksicht auf die Völker läßt.

    Die Auftraggeber sind nun wirklich nicht nebulös und als Interessengruppe längst erkannt:

    Dr. James Glattfelder von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich, präsentiert eine Studie, aus der hervorgeht, welche Banken und Oligarchen die Feder in der Hand halten.

    Ausgewertet wurden 37 Millionen Einzeldaten internationaler Unternehmen und Investoren aus dem Jahr 2007. Die Zahl der multinationalen Konzerne wurde mit 43.060 festgestellt. Als nächster Schritt wurden die Querverbindungen analysiert. Durch sogenannte Holdings und andere Netzwerke ergab sich, dass jeder dieser Konzerne im Durchschnitt an 20 anderen beteiligt ist. Daraus ergab sich wiederum, dass es lediglich 1.318 Konzerne sind, die den Kern dieser verschachtelten Besitzverhältnisse bilden.
    Doch damit war die Analyse noch lange nicht zu Ende. Auch in diesem „harten Kern“ zeigte sich eine Struktur von Querverbindungen.

    In dessen Zentrum fanden sich nicht mehr als 147 Unternehmen, die meisten von ihnen Banken, die letztendlich 40 Prozent der gesamten Weltwirtschaft kontrollieren.

  • Querschuss - 6. Mai 2012

    Erste Wahlergebnis-Schätzungen aus Umfragen für Griechenland:

    Nea Dimocratia (Conservative/Samaras): 17-20 %

    PASOK (Socialists/ Venizelos): 14-17 %

    SYRIZA (Left-wing/Tsipras): 15.5-18.5 %

    KKE (Communists/Papariga): 7.5-9.5 %

    Democratic Left (left/Kouvelis): 4.5-6.5 %

    Independent Greeks (right/Kammenos): 10-12 %

    LAOS (right/Karatzaferis): struggling for 3%

    Chrysi Avgi (extreme-right/Michaloliakos): 6-8%

    Eco-Greens: struggling for 3%

    Democratic Alliance (liberal/Bakoyanni) 2.5%

    Quelle: http://www.keeptalkinggreece.com/2012/05/06/greek-elections-2012-exit-polls/

    SPON meint: Sparprogramm in Gefahr
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/blitzanalyse-zur-wahl-in-griechenland-a-831647.html

  • titoslavija - 6. Mai 2012

    wenn überhaupt gibt es eine koalition aus demokratischen linken, pasok und nd.

    • Rückrat - 6. Mai 2012

      @titoslavija: Meinen sie ersthaft, es gäbe irgendwo eine demokratische Linke? Links heißt zum Schluss immer Enteignung der Leistungsträger und Umverteilung. …und, dass Dachdecker und Mörder Staaten regieren dürfen.

      • Michael S. - 6. Mai 2012

        Meinen sie ernsthaft, dass in Griechenland die großen Vermögensbesitzer die Leistungsträger sind?

      • Dom - 6. Mai 2012

        Was haben Sie gegen Dachdecker? Komischer Zusammenhang…

      • titoslavija - 6. Mai 2012

        so wie es im moment aussieht brauchen sie diese dl nicht mal, nd und pasok kommen auf mehr als die 151 sitze, die sie für eine mehrheit brauchen

      • Lothar - 6. Mai 2012

        Ja dank des legalisierten Wahlbetrugs das die staerkste Partei automatisch 50 zusaetzliche Sitze kriegt.

        Ich kann schon foermlich das Benzin in den Strasen riechen was demnaechst entzuendet wird.

        • titoslavija - 6. Mai 2012

          “Die Wahlbeteiligung blieb mit 68 Prozent leicht hinter den letzten Wahlen zurück (71 Prozent), was Beobachter als Ausdruck der Ratlosigkeit und Hoffnungslosigkeit der Wähler werteten – die zwar die etablierten Parteien abstrafen wollten, aber die anderen Parteien nicht als realistische Alternative betrachten”

          das ist das beste, was ich zu den wahlen bisher gelesen habe, und man kann es nur betonen,
          WAHLEN SIND LACHNUMMERN, wie ich es schon paar mal angedeutet habe, es ändert sich nämlich sowieso nichts. und man wird wohl die erfahrung noch paar mal machen müssen, bis es der der letzte auch versteht.
          DENNALLE UNTERLIEGEN DEM GLEICHEN SYSTEM, deswegen gibt es auch keine realistische alternative, wie der wähler es offensichtlich auch spürt.

  • titoslavija - 6. Mai 2012

    ok würde nicht reichen, müssen se noch die laos oder grünen reinnehmen, bei der syriza bin ich mir auch nicht sosicher, sie ist gegen sparmaßnahmen, aber für den euro-erhalt?

  • M.E. - 6. Mai 2012

    Der Absturz der ND und der Pasok fällt also genau so stark aus, wie derjenige der griechischen PKW-Verkäufe.

    • Querschuss - 6. Mai 2012

      Hallo M.E.,
      eine Demokratie, die nicht in der Lage ist Wohlstand zu organisieren oder wenigstens einen noch akzeptablen Lebenstandard zu halten verliert eben schnell an Zustimmung, ist nicht neu, Weimar lässt grüßen.

      Gruß Steffen

    • Rückrat - 6. Mai 2012

      Mist! Hätten die Funktionäre mal mehr Autos gekauft! ;)

  • Michael - 6. Mai 2012

    Jetzt mal noch höflich. Welche Alternativen gibt es denn ? Die Griechen aus dem Euro schmeissen ? Das wäre doch wohl für die Griechen der blanke Irrsinn ! Wie sieht es in Argentinien heute aus ? Das müssen wir den Griechen nicht zumuten ! Also gibt es auf die nächsten JAHRE nur Essig, statt Wein. Tut mir leid. Das ist alternativlos, so sehr ich “alternativlos” hasse. Aber es wird werden, wenn auch nicht gleich.

    • Querschuss - 6. Mai 2012

      Hallo Michael,
      warum schmeissen, mit mehr Essig entstehen irgendwann selbst demokratisch Mehrheiten in Griechenland für einen freiwilligen Austritt, denn ganz klar unter dem Korsett des Euro und einer Austeritätsagenda ist nichts zu holen. Siehe dir doch noch einmal den Chart mit der Industrieproduktion an, schlimmer geht es kaum. In diesem Zustand hat Griechenland in einem Währungsverbund mit Deutschland nicht nur nichts zu suchen, sondern auch keine Chance sich zu entwickeln. Kannst aber ganz entspannt bleiben und auch höflich, denn was Kommentatoren oder auch ich meinen oder eben auch nicht, spielt keine Geige.

      Ohne mir detailliert Daten aus Argentinien angesehen zu haben, ich glaube nicht das sich dieses Land wirtschaftlich schlechter entwickelt hat als Griechenland.

      Gruß Steffen

      • Michael - 6. Mai 2012

        Der Einwand ist in Ordnung. Aber dann muss der Euro aufgegeben werden. Auch gut. Rafft sich die “Politik” dazu durch ? Ich denke nicht. Es macht qauch keinen Sinn, ein einzelnes Euroland derartig zu misshandeln. Die “Deutschen” sehen sich noch zu wenig als Deutsche in Europa. Das ist aber längst Fakt. Sowenig es mir persönlich gefällt.

    • Rückrat - 6. Mai 2012

      “Alternativlos” eine antidemokratische Floskel einer ehemaligen Mitarbeiterin der Akademie der Wissenschaften der DDR.

      Alternativlos heißt frei übersetzt Missachtung des Parlaments und damit letztlich Hochverrat. Man bricht Recht und gebärdet sich wie vor 1933 in Weimar. Später glühen dann wieder die Öfen und keiner will es gewesen sein.

      Alternativlos ist nur der Tod am Ende des Lebens, alles dazwischen ist niemals nie alternativlos, auch wenn Hosenanzug und der Ex-Finanzbeamte es Glauben machen wollen. Beide brechen Gesetze und kommen damit (noch) davon. Aber abgerechnet wird, wie nach 1989, erst zum Schluss und nach Chile wird Frau Merkel nicht gehen wollen/können.

      • ergo sum - 6. Mai 2012

        Das ist nur Teil ihrer Verzögerungstaktik. Sie verschleppt absichtlich alle wichtigen Entscheidungen bis zu dem Punkt, wo sie behaupten kann, die Entscheidung sei alternativlos gewesen, um sich gegenüber den Wählern abzusichern.

    • Lothar - 6. Mai 2012

      Ich hab im letzten Urlaub mit zwei Argentinischen Studentinnen abgehangen. So schlecht geht es denen nicht. Ubrigens mitgekriegt das Kirchner gerade den Chavez gemacht hat und die spanische Oel Foerder Firma verstaatlicht hat?

      GUT SO. Die Zukunft liegt im modernen Sozialismus und nicht im Neoliberalismus (wobei der ueberhaupt nicht Neo ist sondern lediglich die Feudalherrschaft der letzten Jahrhunderte darstellt).

  • Appaloosa - 6. Mai 2012

    OT: ..und in F wurde Hollande gewählt.

  • M.E. - 6. Mai 2012

    Die Wahl in Griechenland dürfte diejenige mit den größten Auswirkungen aller Wahlen des heutigen Tages sein.
    ND und Pasok haben ZUSAMMEN ganz offensichtlich keine Mehrheit mit insgesamt um die 35%.
    Das dürfte nahezu auf eine Unregierbarkeit Griechenlands hinauslaufen.
    Denn auch Pasok und alle linken Strömungen sind nicht koallitionsfähig, ebenso wenig wie ND und alle rechte Strömungen, in der sich ja auch mindestens eine extremistische Partei befindet.
    Und stark links oder rechts ausgerichtete kleinere Parteien sind trotz gemeinsamer Ablehnung des Sparpakets schon garnicht untereinander koalitionsfähig.
    Keine Ahnung, wie da eine arbeitsfähige Regierung, unter welchen inhaltlichen Prämissen auch immer (pro oder kontra Euro/Sparpaket), zustande kommen sollte.

    Ich sage voraus: Staatsbankrott Griechenlands (diesmal gegenüber allen Gläubigern) und Austritt aus der Euro-Zone innerhalb eines Jahres.
    Und das würde Spanien und Italien bezüglich ihrer Schuldenrefinanzierung in eine hoffnungslose Lage treiben.

    Deshalb ist das griechische Wahlergebnis von überragender Bedeutung. Auch für uns.
    Aber selbst mit einer koalitionsfähigen Regierung zwischen ND und Pasok mit absoluter Mehrheit wäre vermutlich das letztendliche Ergebniss für die Euro-Zone auch nicht anders.
    Nur wird jetzt alles etwas schneller gehen.

  • ergo sum - 6. Mai 2012

    Der erste Chart ist besonders vielsagend, denn er zeigt deutlich dass die Zeit der vielen Neuzulassungen sich fast genau mit der Einführung des Euro deckt. Nach jahrelanger Stagnierung ging es allen PIIGS (nicht nur den Griechen!) plötzlich blendend und das Geld floss nur so in Strömen. Der Euro ist an allem schuld.

    • Michael - 6. Mai 2012

      Nö, wir sollten nicht vergessen, dass wir auf sehr hohem Niveau rumjammern.

      • titoslavija - 6. Mai 2012

        in peru werden sogar mehr autos verkauft als in griechenland du ……..

  • M.E. - 6. Mai 2012

    Zum Wahlausgang in Frankreich.
    Ich denke, SPON hat da eine ganz gute Analyse anzubieten:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/praesident-fran-ois-hollande-muss-frankreich-enttaeuschen-a-831633.html

    Interessant die Information, dass Frankreich mit 57% die höchste Staatsquote aller Euro-Länder hat.
    Auch wenn Hollande die Spitzeneinkommen stärker besteuern sollte, so wird doch diese hohe Staatsquote unter dem Strich nicht mehr zu erhöhen sein.
    Das macht eine Sanierung des französischen Staatshaushaltes zu einer kaum lösbaren Aufgabe.
    Es sei denn, durch ziemlich brutale Einsparungen. Aber das würde die Wirtschaft wiederum in eine Abwärtsspirale führen.

    • Michael - 6. Mai 2012

      Ja, das ist der grundsätzliche Haken. Das “sozialistische” €uropa und das “kapitalistische” angloamerikanische System. Was ist “richtig” ? Natürlich das Umlageprinzip. Nicht das “Sparen” an einem “Markt”.

    • Lothar - 6. Mai 2012

      Wenn Hollande Punkte aus dem Mechelon Programm (man koennte es auch Roosevelt Programm nennen) uebernimmt ist das doch ueberhaupt kein Problem.

      Wir duerfen uns nicht zusehr vor den angeblichen Naturgesetzen des Neoliberalismus fuerchten, wir muessen sie brechen denn sie sind nur die Luegen die uns in Sklaverei halten.

  • silverman - 6. Mai 2012

    Zur Griechenlandwahl, da Folgendes wohl noch nicht so bekannt ist:
    Das Wahlrecht in GR wurde verändert. Das Parlament hat 300 Sitze. Zur Mehrheit benötigt man 150 Sitze Die stärkste Fraktion erhält als “Bonus” 50 Sitze. Es “genügt” daher für eine Regierung, die stärkste Fraktion zu stellen (= 50 Sitze) und 105 Sitze aus den abgebenen gültigen Stimmen zu erreichen (= 35 %). Da es einige Parteien nicht über die 3% Grenze schaffen werden, dürften auch 30-35 % der abgebenen gültigen Stimmen ausreichen, um die Mehrheit zu stellen.

    • dank - 6. Mai 2012

      Das hab ich gestern anders verstanden:

      “Griechisches Wahlrecht sorgt für klare Verhältnisse
      Extrabonus für stärkste Kraft
      Für kleine politische Gruppierungen gilt es im Mutterland der Demokratie, eine Drei-Prozent-Hürde zu überwinden. Andererseits wird die stärkste Kraft im Parlament mit einem Extrabonus belohnt: Das Wahlrecht sichert der erfolgreichsten Partei 50 zusätzliche Sitze im insgesamt 300 Mandate umfassenden Parlament zu. Den Zuschlag gibt es jedoch nur für eine Einzelpartei, nicht für eine Parteienkoalition.”

      http://www.handelsblatt.com/politik/international/parlamentswahlen-zehn-statt-bisher-fuenf-parteien-im-parlament/6590838-2.html

      So gesehen wird aus den 50 Extrastimmen nichts werden.

      • dank - 6. Mai 2012

        Okokok, das hab ich wirklich falsch verstanden…

      • Lothar - 6. Mai 2012

        Wenn nicht ein Wunder passiert bekommt die ND diese 50 Extrastimmen und wir haben einen Buergerkrieg auf den Strassen. Das griechische Wahlrecht ist nichts als Wahlbetrug fuer die 1% vertreten durch die Konservativen.

  • M.E. - 6. Mai 2012

    Ahh ja,
    danke silverman für die Info.
    Also doch wahrscheinlich der etwas langsamere Kollaps Griechenlands und nachfolgend der Euro-Zone.
    Dann innerhalb der nächsten 2 Jahre statt innerhalb der nächsten 12 Monate.

  • ergo sum - 7. Mai 2012

    Mir ist noch nicht klar wieso laut Schäuble Euro und Eurozone kollabieren werden, falls die Griechen aussteigen. Die haben doch nur 3 oder 4% der Euro-Volkswirtschaft. War das wieder bloß Panikmache von Schäuble?

    • dank - 7. Mai 2012

      Im Endeffekt müsste ihn da grad jemand selbst fragen.
      Wenn das alles so fragil ist, dass GR den EuroBurnOut verursacht – dann wars wohl nur aus Wellpappe aufgestellt – das Euroland. Nur 2D Deko – für kurzfristiges Draufschauen und das gute Gefühl gedacht.
      Wahrscheinlich hat er Angst, dass dann noch mehr Länder aussteigen und D auf all den schönen Forderungen und Problemen sitzen bleibt. Der Ausstieg mehrerer wäre aber m.E. eher ein Zeichen, dass die Länder/Bevölkerung/Menschen das so nicht wollen: “Wir wollen dieses Europa nicht – wir wollen das andere Europa.”

  • klaus - 7. Mai 2012

    Noch eine 3% Prozent Partei fehlt, dann ist Griechenland frei.

    http://www.guardian.co.uk/news/datablog/interactive/2012/may/06/greece-elections-results-map

    Das Update läuft dazu. Eine schöne Sitzverteilung schon jetzt.

    Nur eine mit 2,86 Prozent noch über die 3,0 Prozentgrenze und es ist passiert.

    0,14 Prozent bis zum Countdown.

    In Zwei Minuten ist Refresh, dann kann es bereits Geschichte sein.

    Es ist jetzt 01.02 Uhr.

    ;)

  • klaus - 7. Mai 2012

    Jaaa,

    nur noch 0,13

    ECOLOGIST GREENS bei 2,87

    ;)

  • klaus - 7. Mai 2012

    Nur noch 4 Sitzplätze bis PARI.

    ;)

  • klaus - 7. Mai 2012

    Ohh, hab mich vertan.

    Nur noch 152 Sitze für PASOK und Neo Dimocratica, oder so.

    Der letzte Sitz noch !!! Dann ist Geschichte.

    Was für eine Gaudi.
    Besser als Fußball.

    ;)

    • titoslavija - 7. Mai 2012

      151 sitze für nd und pasok und so wirds wahrscheinlich auch bleiben, muss manipulation gewesen sein.

    • dank - 7. Mai 2012

      Die Zahlen ändern sich im Moment – es wird immer noch gezählt – ein Krimi – da werden sich wohl doch noch 0,11% irgendwo finden lassen – das sind 6000 Stimmen – dann wärs ein Patt…

      02:00

      • titoslavija - 7. Mai 2012

        unfassbar es ist passiert nd und pasok kommenauf 150 sitze! wer hätte das gedacht bei 90% ausgezählter stimmen, das sich da noch was ändert, aber die armen in athen und saloniki werden dann doch entscheidend, jetzt rächt sich die antisoziale politik der nd und pasok.

  • ergo sum - 7. Mai 2012

    Die deutsche Autoexportindustrie schweigt sich aus, aber man darf wohl davon ausgehen, dass ein Großteil der 57% NICHT in Griechenland verkauften Autos auf das Konto deutscher Exporteure geht..

  • klaus - 7. Mai 2012

    Es ist vorbei mit dem Sparen.

    ND und PASOK haben nur noch 149 Sitze von 300.

    Stand 12.45 Uhr / 7.Mai

    http://www.guardian.co.uk/news/datablog/interactive/2012/may/06/greece-elections-results-map

    Die Spargegner haben 2 Stimmen mehr.

    Ohh,Ohh,
    was macht in solchen Zeiten der 6 Mrd schwere SEB-Invest-Immofonds,
    der heute für einen Tag geöffnet hat.

    Leute kauft Kämme, es kommen lausige Zeiten.

    ;)

    • Lothar - 7. Mai 2012

      Ich liebe dieses Ergebnis.

      Und hauptsache es gibt einen Antrag das die diese 50 Zusatzmandate killen vor der Neuwahl. Dann waere es naemlich ganz klar was Sache und Wille des Waehlers ist.

      Bye Bye Troika – ihr werdet Persona Non Grata

  • ö.ä. - 7. Mai 2012

    Eilmeldung bei SPON:

    “Samaras gibt Regierungsbildung auf”

  • titoslavija - 8. Mai 2012

    naja persona non grate da wäre ich mal vorsichtig, die sind noch nie persona non grata geworden