Griechenland am Rande des Zusammenbruchs

von am 2. September 2011 in Allgemein

Querschuesse ist eines der wenigen Informationsquellen bei der konsequent, da absehbar, auf das sich seit vielen Monaten anbahnende Desaster in Griechenland anhand detaillierter, offizieller Wirtschaftsdaten hingewiesen wurde. Dabei wurde auf die hoffnungslose Situation unter dem Korsett des Euro und die unsäglichen Austeritätsmaßnahmen verwiesen, die zusätzlich die Wirtschaft abwürgten und auch folgerichtig der Niedergang der griechischen Ökonomie zum Schaden aller in der Eurozone prognostiziert. Auch heute beschleunigt sich das Desaster weiter, dass eindeutig struktureller und systemischer Natur ist. Die mangelnde wirtschaftliche Leistungsfähigkeit hat nicht nur zur Überschuldung des Staates geführt, sondern aller Bereiche der Gesellschaft und als Sargnagel, zur hoffnungslosen Situation der griechischen Banken, die in einem Meer an faulen Krediten ertrinken.

Die Aktienkurse der griechischen Banken hatten auch heute mit massiven Abschlägen zu kämpfen. Der griechische Bankenindex FTSE ATHEX Banks sank heute um weitere -5,8%. Hier die aktuellen Tabelle mit der Kursentwicklung der 9 größten griechischen Banken, die den Bankenindex abbilden:

Die heutigen Aktienkurse der  griechischen 9 größten Banken, der prozentuale Anstieg zum Vortag und die Marktkapitalisierung in Euro.

Die Marktkapitalisierung der 9 größten griechischen Banken im FTSE ATHEX Banks Index sank heute erneut kräftig auf 6,932 Mrd. Euro und der niedrige Stand zeigt weiter die potentielle Insolvenz des griechischen Bankensystems an. Noch beim letzten Hoch am 06.11.2007 betrug die Marktkapitalisierung voluminöse 99,83 Mrd. Euro!

Die Entwicklung des FTSE ATHEX Banks seit Januar 2006 im Chart. Der griechische Bankenindex hat mit dem heutigen Indexstand von 538,66 Punkten, nur seit Ende Juli 2011 kräftige -36,66% verloren, zum Vorjahr -68,15% und zum letzten Hoch am  06.11.2007  mit 7758,07 Indexpunkten satte -93,06%.

Die aussichtslose Situation dokumentiert auch die Entwicklung des Aktienkurses der TT Hellenic Postbank, die zu 34% in Staatsbesitz ist und einer der Top-Privatisierungskandidaten darstellt und mittlerweile wohl nicht mal mehr verschenkt werden kann:

Die Entwicklung des Aktienkurses der griechischen TT Hellenic Postbank seit Juni 2006 im Dailychart. Heute sank die Aktie im Schlusskurs um -10,16% zum Vortag, auf armselige 1,15 Euro. Allein seit Ende Juli 2011 hat die Aktie -53,63% verloren, zum Vorjahr sogar -75,84%. Zum Hoch am 06.02.2007 mit einem Aktienkurs von 21,38 Euro betrug der Verlust unfassbare -94,62%!  

Der Status Quo in der Eurozone ist nicht haltbar, nur Narren handeln gegen jede ökonomische Vernunft und Realität und verteidigen den Euro, in der heutigen Konstellation. Immer noch wird die Benennung der Realität nicht toleriert, so nahm die Chefin des unabhängigen griechischen Parlamentssauschusses, Stella-Savva Balfousia ihren Hut, in Folge der scharfen Kritik des Finanzminister Evangelos Venizelos. Dabei hatte die Expertenkommission des Parlaments nur das Offensichtliche in ihrem Bericht bekundet: “Die Verschuldung sei außer Kontrolle geraten”. Heute haben die Kontrolleure der Troika (EU, EZB und IWF) ihre Überprüfung der Sparmaßnahmen vor Ort für 10 Tage ausgesetzt und sind aus Griechenland abgereist! Athen soll in der Zeit angeblich den Haushalt 2012 ausarbeiten, danach wollen die Vertreter der Troika das Ergebnis begutachteten. Die Troika reitet immer noch das hohe Roß, dabei war sie es, die auf die Rezession Griechenlands mit flächendeckende Sparmaßnahmen draufsattelte und damit die Wirtschaft unnötig weiter abwürgte und dies führte zwangsläufig dazu, das die Sparmaßnahmen von den sinkenden Steuereinnahmen im Zuge der schwachen wirtschaftlichen Aktivität zunichte gemacht wurden und die Situation sich damit unverantwortlicher Weise weiter zugespitzte.

Ausdruck eines bevorstehenden Kollaps ist auch die Explosion der Rendite bei den griechischen Staatsanleihen, insbesondere jener mit kurzen Laufzeiten, den Vogel schießt die 1-jährige Staatsanleihe ab, wo bereits völlig aberwitzige 72,054% Rendite erzielt werden. Zwar mögen Relativierer einwenden, dass dies für die weitere Refinanzierung griechischer Anleihen nicht relevant ist, was auch stimmt, da sich Griechenland nicht am privaten Kapitalmarkt refinanzieren muss, nur die explodierende Rendite der noch gehandelten Anleihen, zeigt die Einschätzung des Marktes, wie auch die Aktienkurse des Bankensektors eine klare Sprache sprechen.

Die Entwicklung der Rendite 2-jähriger griechischer Staatsanleihen seit Januar 2002 im Dailychart. Heute klettert die Rendite der 2-jährigen Staatsanleihe auf 47,202% und damit auf ein neues Allzeithoch.

Die Entwicklung der Rendite 10-jähriger griechischer Staatsanleihen seit April 1998 im Dailychart. Heute kletterte die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe auf 18,280%.

Das Versagen der Griechenland-Strategie ist brachial, war aber punktgenau vorhersehbar. Jetzt gilt es die Versager schnellstmöglich zu stoppen und die Devise kann nur noch lauten, dass Euro-Experiment mit Griechenland unverzüglich zu beenden um einen Maximalschaden auch für Deutschland noch abzuwenden!

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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36 KommentareKommentieren

  • TomTom - 2. September 2011

    Bravo Steffen!
    Vortreffliche Analysen und Schlußfolgerungen.
    Die Kommentare sind wertvolle Ergänzungen.
    Dieser Blog sucht seinesgleichen.
    In Ergänzung mit dem “Gelben” bin ich sehr gut aufgestellt.
    Vielen Dank an alle Beteiligten.
    Es ist mir eine Ehre!

  • McQueen - 2. September 2011

    Sollten die Troika Kontrolleure evlt. kein schlechtes Zeugnis für Griechenland ausstellen um die Abstimmung im Bundestag über das 2. Rettungspaket nich zu behindern.

    • Querschuss - 2. September 2011

      Selbst solche armseligen Tricks würde ich den vermeintlichen Rettern zutrauen.

      Gruß Steffen

  • Eurelios - 2. September 2011

    Tja was soll man dazu sagen?
    Eigentlich lächerlich was uns von unseren Politikeliten vorgespielt wird.
    Alles kopflose bz. hilflose Aktionen wo hin man sieht.
    mE. ist es so wie bei einem Patienten im Krankenhaus der seit 4 Jahren imn
    Wachkoma liegt. Die Experten (Ärzte) sagen den Angehörigen (Politikeliten)
    das es keine Möglichkeiten gibt den Zustand zu verbessern oder gar eine
    Heilung herbei zuführen ausser es gibt ein Wunder.

    Als Angehöhriger denkt man dann ;; Die Hoffnung stirbt zuletzt;;

  • Lothar - 2. September 2011

    “Jetzt gilt es die Versager schnellstmöglich zu stoppen” aber sag mir wie. Bei der Ignorierung von Fakten hat unsere Regierung doch schon längst das erreicht Niveau der Teaparty in den USA erreicht.

    Wenn Informationen nicht helfen was soll man dann machen?
    Gibts zwischen Alkoholiker oder Terrorist werden noch eine Zwischenstufe?

    • Querschuss - 2. September 2011

      Hallo Lothar,
      wie ist eine berechtigte Frage, auf die ich leider keine Antwort habe, aber Information und Aufklärung der Fakten ist ein Anfang, denn noch schnarchen Millionen Michels.

      Gruß Steffen

  • vulibuli - 2. September 2011

    Ich muss tomtom hier recht geben. Ich kenne es seit ein paar tage erst. habe aber festgestellt das in diesem blog hier wirklich sehr ausführlich und vortrefflich kommentiert wird (ohne schnick schnack)
    vielen dank.

  • Chris - 2. September 2011

    Steffen eine wunderbare Zusammenstellung. Warten wir einmal ab was aus der Verfassungsbeschwerde von Herrn Prof Hankel und Schachtschneider wird. Ich denke das wird dem ganzen nochmals die Krone aufsetzen.

  • Student - 2. September 2011

    Hallo Steffen,

    ich habe lange nicht mehr hier geschrieben, aber so oft ich konnte weiter mitgelesen. Du hast die Situation wieder sehr gut beschrieben.

    Ich glaube man muss folgendes beachten: Die EU steckt in einem Teufelskreis! Sollte sie Griechenland fallen lassen, dann muss sie ihre Banken retten. So oder so ist also das Geld weg. Außerdem ist es für die EU nicht von Vorteil, wenn Griechenland defaultet, drauhin aus der EU ausscheidet und wieder den Drachme einführt. Diese würde zu einem massiven Abwertung der Drachme führen, und so wieder Griechland wettbewerbsfähiger machen gegenüber der restlichen EU. Fakt ist Griechenland kann in Euro niemals gegen Deutschland oder Frankreich konkurrieren.
    Ferner muss beachtet werden das bei einem default von Griechenland, die EZB in massive Schwierigkeiten kommt. Eigentlich darf nicht mehr von einer EZB gesprochen werden. EBB ( European Bad Bank) trifft es da besser.

    Der Bailout Griechenlands findet also nicht aus Dummheit oder aus Nächstenliebe statt. Die Troika weiss da ganz genau was sie tut. Man wird versuchen Griechenland, sprich die griechische Bevölkerung, so lange auszupressen wie es nur geht.

    Gruß,

    Student

  • willi - 2. September 2011

    Tja Steffen, dir bleibt dann nur zu konstatieren, dass du es immer gesagt hast, dass es so endet;-)

    Falls die Klage scheitert ist das Vertragswerk der EU das Papier nicht wert auf dem es steht und wir bei in der totalen Willkür der Dilettanten angekommen. (Viel war ja nach dem peinlichen Spektakel um das doppelte irische Referendum auch vorher schon nicht mehr davon übrig). Von daher wundert mich da mittlerweile gar nichts mehr und eigentlich kann man nur noch das Popcorn holen und abwarten, denn aufhalten kann man den Wahnsinn ohnehin nicht.
    Wenn ich richtig informiert bin könnten wir die Griechen nicht einmal zwingen, zur Drachme zurückzukehren und den Helenen bleibt ihrerseits jetzt nur noch, einen guten Preis für den Rückzug aus dem Euro auszuhandeln.

    Könnte ein schönes Gemetzel werden.

  • Russe - 2. September 2011

    >>wenn noch schnarchen Millionen Michels.<<

    Bald werden die aufwachen. "Central bank flight to Federal Reserve safety tops Lehman crisis"
    http://www.telegraph.co.uk/finance/financialcrisis/8736204/Central-bank-flight-to-Federal-Reserve-safety-tops-Lehman-crisis.html

  • Ex600 - 2. September 2011

    Vielen Dank erneut, Steffen für Deinen Blog, der mit weitem Abstand unerreicht ist im deutschsprachigem Raum. Daß ich hier seit langem mitlesen darf: Habe die Ehre!

    Danke auch an die meist hervorragenden Kommentare, die sich wohltuend abheben von ansonsten peinlich banalem Geschwafel.
    Dein Werk gedeiht!

  • Appaloosa - 3. September 2011

    Alsao laut Umfrage von Infratest sind weit über die Hälfte der Bevölkerung gegen EURO-Bonds und Rettungsschirme. Naja immerhin…

  • der-oekonomiker - 3. September 2011

    Apppaloosa, was hilft uns diesses Umfrageergebnis? Es ist leicht, dem Mainstream zu folgen und gegen Euro-Bonds und Rettungsschirme zu votieren. Und sich dann entsprannt zurück zu lehnen in der Gewissheit, die deutsche Stammtisch-Hoheit zu besitzen. Genau da liegt ein Problem, weshalb es immer noch keine besseren politischen Entscheidungen zur Euro-Krise gibt. Wahlen, Wahlen, Wahlen stehen an und es geht um Machtverluste. Diejenigen, die gegen Euro-Bonds und Rettungsschirme halten das schon für eine vernünftige Lösung. Vielleicht noch ergänzt durch Euro-Austritt, Nord-Euro, Süd-Euro, D-Mark zurück, usw. Nichts davon wird die Probleme lösen, deren Teil auch Deutschland ist. Auch wenn uns die deutschen Harcore-National-Ökonomen davon überzeugen wollen. Die Zahlen hier zeigen die Dramatik und den Murcks der IWF/EU-Sparprogramme. Es ist also völlig idiotisch, dass daran weiter festgehalten wird, bzw. die Maßnahmen noch weiter verschärft werden. Was steckt dahinter? Keine Ahnung. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass niemand eine Ahnung davon hat was passiert, wenn Griechenland abgewickelt wird, was immer heftiger gefordert wird. Es gibt keine Blaupause dafür. Deshalb ist es gut möglich, dass der Schaden in dem Fall jede Vorstellungskraft übersteigt. Und auch sehr viel größer ist, als bei einer Reform der Euro-Zone hin zu mehr Gemeinschaft.

  • der-oekonomiker - 3. September 2011

    … sorry wegen der Tippfehler … eigentlich kann ich es besser!

  • Catweazle - 3. September 2011

    Die Griechen sind uns um einiges Vorraus. Da wo die jetzt sind, wird sich die restliche westliche Welt schon in kurzer Zeit befinden. Das perpetuum mobile Kapitalismus kommt langsam aber sicher zum völligen Stillstand. Rohstoffe und Energie sind nicht mehr so einfach zu bekommen und große Teile der Bevölkerung der westlichen Welt schwimmen und ertrinken förmlich im Überfluss. Die Verlagerung der Produktion in Entwicklungs- und Schwellenländer bei gleichzeitiger Steigerung der Produktivität wirkt wie ein Hebel auf den Energie- und Rohstoffverbrauch. Immer mehr Menschen wollen von immer weniger werdenden Ressourcen profitieren. Das Monster der Finanzmärkte ist da noch das geringere Problem. Es geht für die Menschen lediglich um ihr sogeannntes “Vermögen” aber Leben und Gesundheit sind bei einem Finanzcrash nicht gefärdet. Leider gibt es keinerlei vernünftige Pläne, wie man nach einem eventuellen Reset der Finanzwirtschaft verfahren sollte oder müßte. Um diesen Reset auszulösen bedarf es weder einer Revolution noch einer Abwahl der Regierungen. Wenn jeder Bürger einfach sein gesamtes Geld abhebt und für 4 Wochen nicht zur Arbeit geht, dann ist der Spuk schon vorbei. Aber wer will schon sein “Vermögen” verlieren(um eventuell seine Freiheit zurück zu bekommen)?

  • MagnaBavaria - 3. September 2011

    Ich hab in mehreren Artikeln zur “Griechenlandkrise” gelesen, dass die Vertreter der Troika unverhofft abgereist sind. Der griech. Finanzminister hat sich aber gleich zu Wort gemeldet, dass alles in Butter ist und die Vertreter in 10 Tagen wieder kommen.

    z. B. Hier:
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/griechenland-raeumt-hoeheres-defizit-ein-land-ausser-kontrolle-1.1138360

    Sind unserer Obrigkeit die “Rezepte” ausgegangen? Oder gab es richtig Zoff?
    Weiß einer von Euch mehr?

    Ein Schelm wer böses dabei denkt…

  • Marcito - 3. September 2011

    Steffen for Finanzminister!

  • Catweazle - 3. September 2011

    @MagnaBavaria
    Ist wirklich alles in Butter. Die warten nur darauf, das die Griechen den Haushalt für nächstes Jahr aufstellen. Dann kommt die Troika wieder und schaut sich den Murks weiter an. Immerhin ist aus dem Tafelsilber das die Griechen eigentlich verkaufen wollten jetzt bestenfalls Blechgeschirr geworden. Da müssen die jetzt aufpassen das es nicht wegrostet.
    Übrigens hat Spanien jetzt auch eine “Schuldenbremse” und das sogar in der Verfassung. Als alter Zocker sag ich mal, LAY Spanien!

  • Andena - 3. September 2011

    Aber Hallo,

    ein vorzüglicher Artikel. Gut recherchiert und in der Darstellung der Griechischen Seuche und faktischen Insolvenz brilliant.

    Was ein bisserl fehlt ist die Herleitung der Ursachen für die Krise und Dein Ausblick auf die Zukunft bzw Deine Lösungsvorschläge.

    Im Prinzip hat Griechenland bzw die EU nur mehr 2 Lösungsalternativen, die ich auch hier mal skizziert habe http://logicorum.wordpress.com/2011/08/03/eurokrise-sackgass/ :

    A. Den Euro beerdigen, Griechenland führt wieder eine eigene Währung ein und diese wird vom Markt sofort um ca 50% abgewertet. Zusätzlich werden die Auslandsschulden teilweise gestrichen und der Rest im neuen Phoenix oder Drachme geführt. So erhält Griechenland seine fiskalische und finanzpolitische Unabhängigkeit zurück und wird gleichzeitig wieder wettbewerbsfähig.

    B. Am Euro festhalten und aus der Euroregion eine Transfergemeinschaft formen. Europäische Finanz- und Wirtschaftsregierung einführen mit eigener Steuererhebungskompetenz, die dann für die erforderlichen Transferleistungen in die einzelnen Länderhaushalte erhoben werden.

    Was definitiv nicht mehr funktionieren wird, ist der Schrumpfungsweg ala Schuldenbremse, Privatisierungen, Haushaltskürzungen usw. Das verdeutlicht Dein Artikel sehr anschaulich.

    Besten Gruß, Andena

  • Appaloosa - 3. September 2011

    @Marcito: Aber bestimmt nicht unter Merkeln! Außerdem müsstest du dann noch den Rest dieser Versager austauschen.
    Dann würde ich noch M.E. als Wirtschaftsminister vorschlagen.

  • King Balance - 3. September 2011

    Die Geschichte lehrt jedoch, dass fallende Systeme und Machtkomplexe bis zu ihrem vollständigen Untergang alles versuchen, um am Leben zu bleiben.

    Das System steht kurz vor dem Abgrund!!!

    2004: Rot-Grün lässt unter Schröder und Fischer Hedge-Fonds und Derivate zu. Die absurden Renditeziele der Finanzwirtschaf t werden zur allgemeinen Richtschnur.

  • M.E. - 3. September 2011

    Au ja, Appaloosa,
    da gibt es immer so leckeren Champagner auf den diversen Empängen der Wirtschaftslobby-Organisationen.

    Könntest Du so nett sein, und den Personalvorschlag einreichen?

  • HannesB - 3. September 2011

    Ich höre landauf landab: wir haben doch noch keinen einzigen Euro gezahlt, ist doch alles nur theoretisch! So what?

  • Russe - 3. September 2011

    @Marcito: Steffen for Finanzminister!
    _

    Das wird der gefährlichste Job der Welt sein. :-)

  • Christian A. Wittke - 3. September 2011

    @ Student

    In der Tat steckt Euroland in einer Art Catch-22 Situation fest, die per se absurde, komische Züge aufweist und in jedwede Richtung verschoben immer absurder, komischer und damit immer tragischer werden wird.

    Einem gordischen Knoten ähnlich hülfe nur das schnelle Ende; das aber will nur verstehen und sich wünschen wer nicht gerade stur, den Herren Neo und Lib verschworen, am Kasse machen ist.

    caw

  • Querschuss - 3. September 2011

    Hallo Marcito,
    Danke das Du mir das zutrauen würdest, aber Schuster bleib bei deinen Leisten, gilt für mich. Da eine konsequente kritische Berichterstattung mit Daten und Fakten untermauert nicht gerade mit Masse und Qualität in Deutschland gesegnet ist, werde ich lieber weiter als Hobbyökonom und Kritiker der Fehlentwicklungen meinen Senf abgeben. Solange wie kein wirklicher Veränderungsdruck entsteht und die Masse nicht aufwacht, werde ich auch meinen Einsatz für Alternativen und möglichen Veränderungen etwas zurückhalten und mich lieber auf die kritische Analyse fokussieren.

    Danke an Alle hier für die guten Kommentare, insbesondere an M.E. und an SLE für seine Artikel, eine gelungene Bereicherung des Blogs und natürlich an die Unterstützer der Querschuesse!

    Gruß Steffen

  • M.E. - 3. September 2011

    Hallo Steffen,
    würde jemand, der richtige Einsichten hat, per Zufall oder/und inneren Drang auf solch einen Posten kommen, würde er höchst wahrscheinlich schnell durch das System der in Alternativlosigkeiten Denkenden korrumpiert werden, wenngleich nicht materiell sondern eher psychologisch.
    Oder er würde schnell merken, dass er sich so weit außerhalb der in Machtzirkeln üblichen Art des Denkens und Handelnwollens befindet, dass er sehr schnell seinen Rücktritt einreichen würde bzw zu selbigen gezwungen würde.

    Es gibt nur ganz wenige Beispiele in der Geschichte, in denen es einzelnen Menschen gelungen ist, auf eine sich in eine falsche Richtung bewegende Entwicklung positiv Einfluss zu nehmen und die Entwicklung zu drehen. Beispielsweise als es Gandhi gelang, die verschiedenen widerstrebenden und zu uneffektiven Gewaltexzessen neigenden Kräfte des nationalen indischen Widerstandes gegen die britische Kolonialherrschaft zu vereinen und von einem längerfristig angelegten, gewaltfreien Widerstand zu überzeugen. Letzten Endes ist ja selbst er gescheitert, als nach der Unabhängigkeit sich Moslems und Hindus gegenseitig an die Kehle gingen und die territoriale Trennung zwischen Indien und Ost-/Westpakistan in die Wege leiteten.

    Heute hätte ein neuer Gandhi/Gorbatschow/Mandela (im Sinne anderen Handelns als bisher) keine Chance, weil sich das Geschehen nicht auf nationaler sondern auf globaler Ebene abspielt und weil er sich nicht nur in Opposition zu den anderen Mächtigen sondern sogar in Opposition zu sehr vielen “normalen” Menschen befinden würde, denen es nur auf eine geringe Veränderung bei Erhaltung des generellen Status Quo ankäme, der aber insgesamt unhaltbar geworden ist.

    • Querschuss - 3. September 2011

      dem ist nichts hinzuzufügen, sehe ich genauso.

      Gruß Steffen

  • löwenkopf - 3. September 2011

    “Heute hätte /../ keine Chance, weil /../ sogar in Opposition zu sehr vielen “normalen” Menschen befinden würde, denen es nur auf eine geringe Veränderung bei Erhaltung des generellen Status Quo ankäme, der aber insgesamt unhaltbar geworden ist.”

    Im Prinzip gebe ich dir Recht – chancenlos sehe ich es allerdings nicht.
    Ich denke es ist möglich, locker 2/3 der “normalen Menschen” zu informieren, aufzuklären und die Lage darzustellen wie sie ist. Zusammen mit einer Lösungsstrategie (wichtig) und einem neuen “Tun” der Umsetzer das sich von der alten problemschieberischen HAndlungsweise der jetzigen Politik grundlegen unterscheidet, hätte man in Kürze den Geist (Spirit) im Volk gewendet. Die Lösung müßte schnell erfolgen (Umsetzung von vordefinierten Systemveränderungen) und bald erste Erfolge vorzuweisen haben (sonst springen die Menschen wieder ab).

    Obama zeigte der Welt, wie man das macht – und damit beziehe ich mich darauf, das Volk zu drehen. Bei der Lösungsstrategie, der Geschwindigkeit und den ersten Erfolgen war er.. naja.. wohl minder erfolgreich.
    Doch den Durchbruch in die Köpfe von vielen Menschen hat er erreicht. Das zudem noch mit scheinbar wenig Konkretem und in einer Welt-& Wirtschafts-Lage die noch weit hoffnungsvoller war als die jetzige. Eigentlich müßte es jetzt einfacher sein.
    Dafür muß man aber konsequent in die Massenmedien. Derweil ist man dort wohl noch unerwünscht. Dort läuft meines Erachtens nach im Moment ein “halte das Volk mit Infos und Desinfos in einem Zuständ des Abwägens”.

  • Joe - 4. September 2011

    Was also sind die Folgen des Zahlungsausfalls für Griechenland? Kann mir das jmd kurz und bündig erklären? Noch mehr Arbeitslose, weitere Kontraktion der Wirtschaft? Wo ist das Ende?

  • Joe - 4. September 2011

    M.E. “Heute hätte ein neuer Gandhi/Gorbatschow/Mandela (im Sinne anderen Handelns als bisher) keine Chance, weil sich das Geschehen nicht auf nationaler sondern auf globaler Ebene abspielt –”

    Das mag stimmen, aber trotzdem müssten sie schon da sein und sich bemerkbar machen. Wo sind sie?

  • M.E. - 4. September 2011

    Natürlich, Joe,
    die gibt es. Zum Beispiel in der Bewegung der Transition-Towns, die sich strategisch und mit begrenzten Aktivitäten auf die Zeit nach dem Platzen der Öl-, Globalisierungs- und Wertschöpfungsblase vorbereiten. Wenngleich auch manches Unausgegorene dabei ist – was wohl auch nicht anders sein kann angesichts des Unwägbaren und völlig Neuen, was auf uns zukommt.
    Oder Vordenker wie Richard Heinberg, Klaus Wiegandt (Forum für Verantwortung), Daniel Goeudevert (die beiden letzteren ehemalig führende Manager), Denis Meadows usw.
    Aber im führenden politischen und wirtschaftlichen Establishment sucht man wirkliche Vordenker vergebens. Weil alle “auf Sicht” agieren und nicht über ihren engen Horizont der angeblichen Alternativlosigkeiten hinausdenken.
    Und dann gibt es da noch die Pseudo-Vordenker wie Obama, die in brillianten Reden scheinbare Visionen beschwören, aber das Gegenteil dessen tun, was für die Realisierung von wirklichen Visionen in einer zukünftig total veränderten Welt nötig wäre.
    Das sind eigentlich die schlimmsten, die Pseudo-Visionäre.

  • mitwisser - 4. September 2011

    Ich bleibe dabei: GR hätte ich von vorne weg den Hahn zugedreht. Reset-Knopf drücken, Drachme wieder einführen, Schuldenschnitt, einige harte Jahre und sich wieder dran gewöhnen dass die griechsiche Volkswirtschaft eben eine schwache ist und die Bevölkerung auch so leben sollte. Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, da wird noch abgegriffen was geht und besonders vernetzte Kreise profitieren hier in erster Linie davon. Der Venizelos war doch bloss ein Schachzug um weiter Zeit zu gewinnen. Anfangs hilet ich den Papandreou noch für bemüht, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Aber daran zweifle ich auch immer mehr. Letzlich ist der auch nur Teil der alten Famllie und sein Vatermit einer der Hauptakteure, wenn nicht DER Verantwortliche, dass das ganze Land immer mehr in diese Situation reingeraten ist und dank Inogranz in Brüssel nicht rechtzeitig wieder eingefangen wurde, als es noch ging. Wenn es nicht so existenziell für viele wäre, dann fände ich das Spektakel ja durchaus unterhaltsam und die Geste von Venizelos vor der Lagarde, im Spiegel, hat mir doch alles verraten.

  • Benedikt - 4. September 2011

    Die Slovakei wird frühestens im Dezember über den 2. GR Bailout im Parlement abstimmen lassen. Scheint so, als die einfach abwarten, bis GR von alleine zusammenbricht.

  • Olome - 5. September 2011

    So langsam kommt die Erkenntnis selbst bei einflussreichen Parlamentariern an: http://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Bosbach-will-Griechen-rauswerfen-article4217536.html

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