Griechenland: Auftragseingang der Industrie -14,7%

von am 22. März 2012 in Allgemein

Das griechische Statistikamt ELSTAT berichtete gestern erneut schlechte Daten zum Auftragseingang der Industrie, insbesondere die Inlandsaufträge schrumpften kräftig, wie schon seit vielen Monaten. Beim gesamten Auftragseingang ging es im Januar 2012 um -14,7% zum Vorjahresmonat abwärts. Die Inlandsaufträge schrumpften mit einer Rate von -25,2% zum Vorjahresmonat und sogar die Auslandsaufträge schmierten nun ab, um -5,9% zum Vorjahresmonat. Bei den Auslandsaufträgen sanken die aus der Eurozone um kräftige -14,0%, während die Auslandsaufträge aus der Nicht-Eurozone noch um +3,4% anstiegen, jeweils zum Vorjahresmonat.

Die Entwicklung der Inlandsaufträge anhand der unbereinigten Originaldaten von ELSTAT, jeweils der Januar im Vergleich zum Vorjahr. Im Januar 2012 sanken die Inlandsaufträge um -25,2% auf 45,87 Indexpunkte. Zum besten Januar im Jahr 2008 mit 103,5 Indexpunkte betrug der Einbruch -55,7%.

Im Chart die saisonbereinigten Inlandsaufträge der griechischen Industrie von Januar 2000 bis Januar 2012, laut den Daten von Eurostat. Im Januar 2012 sanken die saisonbereinigten Inlandsaufträge um -4,2% zum Vormonat auf 53,59 Indexpunkte. Zum durchschnittlichen Niveau des Jahres 2000 betrug der Einbruch -41,0%. Vom Hoch im Juni 2008 betrug der Einbruch bis Januar 2012 unglaubliche -54,9%!

Die Entwicklung der saisonbereinigten Auslandsaufträge der griechischen Industrie seit Januar 2000 bis Januar 2012, laut den Daten von Eurostat. Im Januar 2012 sanken die saisonbereinigten Auslandsaufträge um -4,6% zum Vormonat und auch unbereinigt ging es erstmals seit November 2009 zum Vorjahresmonat wieder abwärts, um -5,9%.

Angesichts eines Rückganges der saisonbereinigten Inlandsaufträge im Januar von -4,2% zum Vormonat und einem Rückgang von -4,6% zum Vormonat bei den Auslandsaufträgen, erschließt sich nicht, wie laut Eurostat der gesamte saisonbereinigte Auftragseingang nur um -0,3% zum Vormonat fallen konnte:

Die Entwicklung des griechischen Auftragseingang seit Januar 2000 bis Januar 2012 im Chart, laut den Daten von Eurostat. Im Januar 2012 sanken der gesamte Auftragseingang saisonbereinigt um -0,3% zum Vormonat auf 84,1 Indexpunkte und unbereinigt um -14,7% zum Vorjahresmonat auf 70,9 Indexpunkte.

Egal wie man Inland- und Auslandsaufträge (beide mit mehr als -4% zum Vormonat)  gewichtet, eigentlich kann der gesamte Auftragseingang im Januar 2012 nicht nur um -0,3% gefallen sein. Trotz dieser nicht konsistenten Daten bei Eurostat machen u.a. auch diese Daten weiter deutlich, dass keinerlei Fortschritte in Punkto Erlangung wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit erzielt wurde. Im Gegenteil, nicht mal die wirtschaftliche Kontraktion konnte bisher gestoppt worden. Vor allem die Inlandsaufträge der griechischen Industrie stehen weiter für einen beispiellosen Niedergang Griechenlands, als direkte Folge des Spardiktats der Troika. Eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit ist nicht in Sicht, die Abwertung nach innen, primär Lohnsenkungen führen auch nicht dazu, denn alle anderen Kosten und Preise die relevant sind, sinken unter dem Korsett der gemeinsamen Währung nicht. Einkommens- und Konsumschwund zerstören aber die Binnenwirtschaft Griechenlands, ohne das ein akzeptables Äquivalent an Auslandsaufträgen und Export entsteht. Zusammen mit drastisch sinkenden Investitionen schrumpft auch die Produktion und dies äußert sich in einer Depression, die wiederum weder einen Beitrag für mehr Wettbewerbsfähigkeit noch zu einen besseren Schuldentragfähigkeit leistet. Ohne eine Unterlegung der Schuldenpyramiden mit wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit läuft es immer deutlicher darauf hinaus, dass die Forderungen Deutschlands, mittlerweile primär in der öffentlichen Hand, ob gegenüber Griechenland oder den anderen Ländern der Südperipherie früher oder später abgeschrieben werden müssen.

Reloaded: Griechenland: realwirtschaftliches Armageddon, Griechische Jugendarbeitslosigkeit bei 51,1% im Dezember, Griechenland: PKW-Neuzulassungen im Februar mit -45,2%, Griechenland: Depression pur beim Konsum, Erosion auch der Wertschöpfung

Quelle Daten: Statistics.gr/Pressemitteilung Auftragseingang der griechischen Industrie Januar 2012, Eurostat.ec.europa.eu/Datenbank

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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33 KommentareKommentieren

  • Eric B. - 22. März 2012

    Griechenland ist nicht allein. Nun steckt auch Irland, das angebliche Musterland der Euro-Retter, in der Rezession. Und sogar in Deutschland stottert der industrielle Wachstumsmotor. Trotzdem stellt sich EZB-Chef Draghi hin und behauptet, das Schlimmste sei überstanden – und das ausgerechnet in der “Bild”. Was für ein Patzer! http://lostineurope.posterous.com/draghis-patzer

    • ergo sum - 24. März 2012

      Hallo Eric,
      Du schreibst: “sogar in D stottert das industrielle Wachstum”. Hast Du deutsche Zahlen für Q1 2012??
      Siemens berichtete allerdings schon, dass sie nur noch in den USA Wachstum verzeichnen können, und dass sie nur noch für 6 Monate Aufträge hätten. Das klang freilich nicht sehr Vertrauen erweckend.

      Gruß, Ergo.

  • Lothar - 22. März 2012

    So wie in Deutschland nur die Linkspartei etwas aendern wuerde werden es in Griechenland die Kommunisten sein (KKE). Mit dem Unterschied das dort wirklich die Chance haben das sie die Regierung stellen koennten – waehrend hier in Deutschland noch der Antikommunismus ausgelebt wird.

    • titoslavija - 22. März 2012

      die kke wird keine regierung stellen können.
      es sieht immer mehr nach einer koalition aus syriza, pasok und demokratischer linke( die nur dazu gegründet wurde das schwache image der pasok in eine neue eu-treue partei zu kompensieren) aus. alle halten der eu die treue, alle werden das umsetze, was man von ihnen erwartet. und die die reihe verlogener sozialdemokratischer und linker parteien, die ihre ideale für gelde verkaufen als sei es das normalste der welt, wird immer länger.
      es gibt keine hoffnung mehr auf eine politische veränderung griechenlands von innen heraus.
      das WISSEN der menschen in griechenland und gesamteuropa ist einfach zu begrenzt, um die ganze situation durchschauen zu können.
      sie sind nur das werkzeug der mächtigen und sind zu schwach zu erkennen, dass es die demokratie, woran sie glauben, gar nicht gibt und nie IHRE interessen vertreten werden, sondern ausschließlich die einiger weniger ganz oben, die aber auch nur auf die befehle von weiter oben warten. die aber für diese “ehrenhafte” aufgabe ihr land zu verkaufen und zu plündern, dementsprechend gut besoldet werden.
      macht euch keine hoffnungen ihr ALLE in diesem forum, denn die hoffnung gibt es nicht mehr, sie ist schon vor langer zeit gestorben.

    • Querschuss - 22. März 2012

      Hallo Lothar,
      die KKE kommt im März auf 11,5%, selbst ob es für ein breites Linksbündnis reicht bleibt offen und Titoslavija liegt sicher mit seiner Einschätzung nicht falsch, gerade ein breites Linksbündnis wird auf Kompromisse ausgerichtet sein und keine Lösung des griechischen Dramas bringen. Die Parteienlandschaft zersplittert und radikalisiert sich immer mehr, wie immer in Demokratien die sich in einer starken wirtschaftlichen Krise befinden. Selbst die ND könnte mit nationalistischen und extrem rechten Parteien zusammen eine knappe Mehrheit erringen, diverse Neugründungen sammeln ordentlich Wähler, selbst so was sehr nationalistisches funktioniert, wie die „Unabhängige Griechen“, siehe: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/griechenland-widerstand-gegen-das-vierte-reich-11690056.html

      Solche wirtschaftlichen und sozialen Zustände wie in Griechenland sind gefährlich und politisch unkalkulierbar. Deshalb bin ich nach wie vor der Meinung, wenn man mittels Troika die bisherige Strategie beibehält treibt man Griechenland an den Rand des Zusammenbruches und an diesem Punkt werden politische Kräfte hochgespült die weder im Interesse der Bundeskanzlerin noch in unserem sein werden. Denn es wird mit einem Ausbuchen aller deutschen Forderungen enden.

      Griechisches Politbarometer März 2012: http://www.publicissue.gr/wp-content/uploads/2012/03/varometro-mar-2012.pdf

      Gruß Steffen

      • titoslavija - 23. März 2012

        Hallo Querschuesse,

        Deshalb bin ich nach wie vor der Meinung, wenn man mittels Troika die bisherige Strategie beibehält treibt man Griechenland an den Rand des Zusammenbruches und an diesem Punkt werden politische Kräfte hochgespült die weder im Interesse der Bundeskanzlerin noch in unserem sein werden. Denn es wird mit einem Ausbuchen aller deutschen Forderungen enden.

        ja richtig nicht in unserem interesse sind…. ich jedenfalls sehe die ganze sache aus sicht der griechen, schließlich leben ja die griechen in griechenland und nicht wir. ich stimme dir zu weder nationalisten noch sonstige radikale parteien sind in der lage, noch gewillt, irgendetwas an der grundsituation griechenlands zu ändern. nur schlimmer als die bisherigen können sie es eigentlich auch nicht machen, bei den nationalisten kann man davon ausgehen, dass sie wenigstens etwas emotional intelligenz haben dürften, was bei den anderen nicht der fall zu sein scheint. naja alle auch die kommunisten müssten sich auf kompromisse einstellen.
        die situation ist aussichtslos nicht nur für griechenland sondern für ganz europa. wir alle müssen aufwachen und uns klar machen, dass vieles was in den letzten jahrzehnten geschaffen wurde nicht zur lösung des problems sondern viel mehr zur verschärfung des problems geführt hat( höchstwahrscheinlich gewollt). und da schließe ich auch das politische system mit ein: das parteiensystem hat zur partialisierung (aufspaltung) der interessen der einzelnen länder geführt, und diese klientelpolitik, die immer nur die einen bevorteilt, hat nichts mit demokratie am hut. von der eu will ich gar nicht erst anfangen zu reden..
        wir leben in einer scheinwelt, in der die absolute bewusstlosigkeit der massen herrscht, mit dem was mit ihnen passiert, und es gibt keinen ausweg.

        • titoslavija - 23. März 2012

          gruß aus dem maroden balkan.

        • Querschuss - 23. März 2012

          Hallo Titoslavija,
          ich sehe da keinen Gegensatz, es dürfte im gemeinsamen Interesse der meisten Griechen und Deutschen sein, das die Abwärtsspirale in Griechenland gestoppt wird und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und damit Jobs und Einkommen generiert werden. Ansonsten verlieren ALLE. Warum dies nicht von den Verantwortlichen erkannt wird, das es zum perfekten Sturm führt, wenn bei einer Schuldenkrise und unterentwickelten Volkswirtschaft die Antwort Austerität, undifferenzierte Sparmaßnahmen lautet? Ob nun Unvermögen, Ideologie oder bewusste Strategie offizieller Seite dahinter steht bleibt im Endeffekt egal, dass erzielte wirtschaftliche Ergebnis ist inakzeptabel und gefährdet über die Rückkopplungen den Lebenstandard von Millionen Menschen in der Eurozone.

          Gruß Steffen

      • Holly01 - 23. März 2012

        Vielleicht ist genau -das- als Ziel zu sehen. Ein Ausfall der ausländischen Ansprüche, also auch der deutschen.
        Die Unverhältnissmässigkeit der Import- / Exportunterschiede und die Herrstellung von Waren, um diese gegen -Kredit- verkaufen zu können sind Teil des Problemes.
        Es gibt nur zu viele die dieses System nicht ändern wollen.
        Ein Kollaps in Griechenland, mit den zu erwartenden Weigerungen die Schulden zu bezahlen und den daraus resultierenden Pfändungen der Auslandsvermögen, könnte Vielen die Augen öffnen.
        Es ist seit den Verhandlungen zum ersten Rettungspaket ein Präzidensfall.
        Derdefault hat seine Schrecken verloren, die CDS sind kein Monster das uns alle verschlingt und es gibt noch gut ein dutzend Staaten, die fleissig rechnen, was sich eher rechnet.
        Schuldzins oder ein paar Jahre Krise, bei der man das große Geld zur Sicherheit lieber in das Ausland bringt und von dort relativ verlustfrei zum Wiederaufbau ins Land zurückholt.
        Das Gerede von der griechischen Einmaligkeit ist doch ein Witz.
        Hier werden Verfahrensweisen ausgetestet und Schmerzgrenzen ausgelotet.

  • dicke Bertha - 22. März 2012

    Vor kurzem hat der Bundestag , dass Bankenrettungspaket mit 2/3 Mehrheit reaktiviert.

    Das Gesamtpaket für die Banken übersteigt den Bundeshaushalt eines Jahres.

    Und erhöht bei in Anspruchnahme die Schulden um ~ weitere 500 Milliarden Euro.

    Wenn es darauf ankommt ist Frau Merkel bereit die Schuldenbremse ausser Kraft zu setzen.

    UND ALLE BUNDESTAGSABGEORDNETE DIE EINSTMALS FÜR EINE SCHULDENBREMSE GESTIMMT HABEN.

    Sind die alle KORRUPT und wissen nicht mehr was sie tun?

    Dann sollten jetzt Neuwahlen kommen.

    Es ist bedauerlich, dass so viele einfache Menschen in Griechenland als Mittel benutzt werden.

    Wir können nur unsere Würde achten, wenn wir die Würde anderer Menschen achten.

    • Holly01 - 23. März 2012

      Wen möchten Sie denn wählen ? Das ist keine Frage der persönlichen Vorliebe sondern eine der Alternativen.
      CDU und SPD bilden keine große Koalition, aber sie stimmen in allen relevanten Fragen gemeinsam.
      FDP kaum eine Alternative. So wie die Minipartei von denMedien hochgejubelt wurde, so hat man sie auch wieder gedrückt. Mit der reinen Existensfrage konfrontiert unterschreiben die alles.
      LINKE? Ja die sind immer dagegen, aber ein Konzept zur Lösung haben die nicht. Geld nehmen, kann jeder, aber Geld ranschaffen können die nicht. Wie immer erst Marx, dann Murx, die intellektuelle Basis reicht nicht.
      Die Piraten? Haben nicht einmal die Leute um die Posten zu besetzen. Qualität ist da in Chatstunden und Forenbeiträgen gerechnet. Ausserdem ist eine derart im Aufbau begriffene Partei viel zu anfällig (siehe FDP und Medien).
      Wahlen ? Ja klar, aber wozu? Da wähle ich lieber TINA, die haben sich bereits bedient und kommen mich (hoffendlich) billiger. Entscheiden tun sowieso andere, die man nicht vor den Kameras sieht.

      • Lothar - 23. März 2012

        Die Linke hat ein Konzept zur Loesung – als einzigste Partei.
        Dumpfer und dummer Beitrag Holly.

        • Tourist - 23. März 2012

          Wer hat sie denn bis jetzt “gezüchtet”?

          Verstaatlichung? Soweit ich weiss geht ohne “Staat” garnichts mehr! (Was auch immer du mit “Staat” meinst. Mit Sicherheit nicht die Grundschulleherein, die streng nach Definition der Liberalen der Umverteilungsschmarotzer eben auch “HArtzler” ist oder meinst du den Winterstreudienst? Ich rede hier bspw. von Konjunkturprogrammen und Rettungsgarantien und Fonds)

          Hm …so gesehen ist die ganze Wrtschaft umverteilungsschmarotzend.
          Da fällt mir ein. Gewinne werden ja auch verteilt auf der Investitionsseite! OH GOOOOTT überall UMVERTEILUNG.

          Umverteilung ist nunmal ein grundsätzliches Merkmal der Rechnungslegung! Und Verstaatlichung ist eine Eigentumsfrage! In einer demokratischenm Staat bedeutet Verstaatlichung das Eigentum formell an die Bürger abzutreten!

          Damit will ich nicht sagen (!!!!) , dass ich diese Methoden befürworte! Ich wär nur dankbar und deswegen schreibe ich den Samon, das man mal die begiffliche Schärfe, wenn man schon rummotzt, auch mal einhält!

        • Lothar - 23. März 2012

          Das wird notwendig werden, reduktion unseres Resourcenverbrauchs und damit auch des Konsums und des materiellen (voellig ueberfluessigen) Reichtums. Aber selbst das will die Linke ja leider nicht Hummer-Sarah und Porsche-Klaus sind leider keine Existenzialisten und haben immer noch nicht das Peak Resource Problem verstanden.

          Hartzen ist gut wenn es besser geregelt waere. Im Sinne von verpflichtenden Sabbathjahren. 2 Jahre Pflichturlaub damit andere mal arbeiten koennen. Und ja massive Umverteilung, maximales Vermoegen von 10 Millionen (entsprechend heutiger Kaufkraft), wer das erreicht hat braucht nicht mehr arbeiten, jedenfalls nicht um mehr Geld zu akkumulieren. Bis dahin sind da genug Unterstufungen damit sich Leistung lohnt moeglich.

          Dazu ein Geldsystem was die Akkumulation von Kapital aber auch nicht als sinnvoll erscheinen lassen laest und stattdessen lieber vernuenftige umsatzfinanzierte Renten (keine Pensionen oder Beamten Privilegien mehr).

          Keine eingeplannten Obsoleszenz in Konsumguetern. Defacto brauchen nur noch 20% der Menschen in der BRD arbeiten und wir haetten keine Probleme mehr, alle anderen sind defacto ueberfluessig aber durch Regelungen werden Arbeitsplaetze erhalten, siehe Depublizierung bei Medien etc.

          Niemals zuvor war das Luxemburg Wort von “Wollt ihr Sozialismus oder Barbarei?” so richtig wie heute, denn niemals zuvor war alles von so wenig Menschen bestimmt und der einzelne so machtlos und ausgeliefert.

  • Jürgen Feiler - 23. März 2012

    “Angesichts eines Rückganges der saisonbereinigten Inlandsaufträge im Januar von -4,2% zum Vormonat und einem Rückgang von -4,6% zum Vormonat bei den Auslandsaufträgen, erschließt sich nicht, wie laut Eurostat der gesamte saisonbereinigte Auftragseingang nur um -0,3% zum Vormonat fallen konnte:”

    @Querschuss;

    Tja, was soll man sagen? Da ist wohl ein Statistikanfänger am Werke… wohl noch nie was von der Zeile “exterrestrische Aufträge” gehört? Die wird zwar nie ausgewiesen, fließt aber in die Gesamtrechnung mit ein.

    Diese sind im Übrigen real existierenend! Dies ist sogar beweisbar (!):
    Die hieraus resultierenden Exporte werden in der Import/Export-Statistik unter der Zeile “exterrestrische Exporte” zusammengefasst, aber ebenfalls nicht ausgewiesen. Hierdurch erklärt sich dann auf einfache Weise die weltweit insgesamt entstehenden Exportüberhänge gegenüber den weltweiten Importen. q.e.d.
    ;-)

    • derdestiller - 23. März 2012

      Jo, steht halt bei Eurostat dick “vorläufige Schätzung” dran.

  • Andres Müller - 23. März 2012

    Der Zusammenbruch der Volkswirtschaft provozierte meinen transatlantischen Freund Charles Bidermann zu einer Humoreske: (english)
    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=Xkm1ZUba7D8

    Anmerkung zu einer möglichen Rettung Griechenlands durch höhere Löhne in Deutschland:

    Ein positiver Target-2 von 500 Milliarden Euro bei gleichzeitigem Exportüberschuss verdient aus meiner Sicht kein Lob an eine Kanzlerin mit dem Namen Merkel, im Gegenteil -es ist zu überlegen ob positive Target-2 nicht negativ mit Reichtumssteuern zu versteuern wären und das Geld nach Unten an die *Arbeitnehmer* des betreffenden Staates überwiesen werden sollte solange dieser Exportüberschüsse aufweist.

    • Andres Müller - 23. März 2012

      Zusatz, wer wissen will wer E. Coyote ist welcher Bidermann am Schluss seiner wirtschafts-”Humoreske” erwähnt, hier ist die Lösung:

      Die Hauptfiguren der Road Runner Kurzfilme sind:
      Road Runner – ein flugunfähiger und rasend schnell laufender Vogel, der leicht an den real existierenden Wegekuckuck (Geococcyx californianus, englisch Greater Roadrunner) angelehnt ist.
      Wile E. Coyote (in Deutschland als Karl der Kojote bekannt) – ein immer hungriger und vom Pech verfolgter Kojote. Der Name ist ein Wortspiel von wily (deutsch gerissen, schlau) und coyote (deutsch Kojote).

      Und dieser schlaue und gerissene aber vom Pech verfolgte E. Coyote wird gemäss Bidermann sicher wieder auf die Erde zurückfallen

  • dank - 23. März 2012

    @Bernd Klehn & jmg

    Nach http://ftalphaville.ft.com/blog/2011/09/12/675051/sundry-secret-greek-liquidity/ und auch Prof. Sinn befinden sich die
    GR NZB ELAs unter:
    Unter http://www.bankofgreece.gr/BogEkdoseis/financialstat201111_en.pdf
    –> Other Assets – Sundry (wenn auch nicht zweckmäßig, hinterläßt die wörtliche Übersetzung ein Lächseln auf den Lippen)

    IR NZB ELAs unter:
    http://www.centralbank.ie/polstats/stats/cmab/Documents/ie_table_a.2_financial_statement_of_the_central_bank_of_ireland.xls
    Table A.2 – Assets – Other Assets
    –>

    Der Anstieg bzw. dsa Verhalten der Zahlenreihen unterstützt die Bedeutung dieser Zahlen.

    Vielleicht hat der ein oder andere bei den anderen NZB und der BUBA ähnliches gefunden oder gesehen? Ideen?

    • dank - 23. März 2012

      Nachtrag zur BUBA & ELAs:

      http://www.bundesbank.de/download/statistik/sdds/stat_monatsausweis/2012/stat_monaus_0212_de.pdf
      Sind hier die ELAs unter “Forderungen an Kreditinstitute in Euro”, oder?

      Die Einlagefazilität unter “Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Euro”?

      • Querschuss - 23. März 2012

        Hallo dank,
        unter Forderungen an Kreditinstitute ist die Kreditgewährung an heimische deutsche Banken durch die BUBA. Die ELAs sind unter Sonstige Aktiva mit enthalten.

        unter Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind zusammengefasst die Mindestreserve, die Einlagefazilität und die Termineinlagen.

        Gruß Steffen

  • jmg - 23. März 2012

    @ dank
    Im September/Oktober 2008 während der Lehman Krise hat auch die Bundesbank in Höhe von 20 Milliarden Euro ELA-Kredite gewährt.
    siehe LINK: http://www.willembuiter.com/sonofela.pdf (Seite 3)
    Momentan nicht.

    • dank - 23. März 2012

      Danke Euch beiden.

      Das Forschen nach den ELAs hat jetzt, bei der Beschäftigung mit den Statistiken und Zahlen der NZBen, gleichzeitig ein bildliches Verstehen – nach dem sachlichen vor längerem – ausgelöst und der Artikel “Target2 – zeigt die Zahlungsbilanzkrise in der Eurozone” tat das Restliche hinzu…

      Die Club Med Banken können es sich doch gar nicht mehr leisten beim großen Monopoly mitspielen bzw. sind verdammt jetzt ständig zu gewinnen, was die anderen großen Zocker aber bestimmt nicht einfach so zulassen werden. Für jeden verlorenen Spielzug der Banken steigen die Bonds, werden neue ELAs benötigt, flieht das Kapital weiter aus den Ländern und steigen die Targetverbindlickeiten. Gleichzeitig fehlt den Banken die Rendite für Leistungen (Lebensversicherungen, Zinsdienst, Zinsen, etc pp), Gelder, welche damit immer weiter dahin schmelzen und evtl. dann ganz verschwinden. Kann die jeweilige Bank nicht mehr gibts einen Schuss von der jeweiligen NZB oder direkt von der EZB. Das verleitet mich zu folgenden Feststellungen:
      1. Das verlorene Geld ist bei den großen Zockern gelandet und hat deswegen die Inflation (noch) nicht angeheizt – die könnens gar nicht ausgeben.
      2. Die BuBa – somit D – somit der Michel hat mehrfach verloren, da eine Rückzahlung der Gelder immer unwahrscheinlicher wird:
      a) kommen die Banken in die Krise und ein Zahlungsausfallsausgleich fällig, steckt die Buba mit in der Haftung
      b) tritt ein Land aus ist D mit mind 27% der Haftungssumme Euroland dabei (kein Land tritt aus, weil es ihm so gut geht)
      c) D hat seinen Export verschenkt, der nur wegen der Genügsamkeit des Michels so lange aufrecht erhalten werden konnte – doppelplusschlecht
      d) das Guthaben samt Besitz von Michel ist in Gefahr, wenn D der Buba (bzw. sich selbst als Staat) zu retten hat

      Ernüchternd.

      • Querschuss - 23. März 2012

        Hallo dank,
        dem gibt es nichts hinzuzufügen, anderslautende Interpretationen, gelegentlich auch hier von Kommentatoren, scheinen aus einer Parallelwelt ohne faktischen Bezug zu kommen.

        Gruß Steffen

      • Holly01 - 25. März 2012

        @ dank : Sie übersehen die treibende Kraft, das private Kapital. Die privaten Vermögen in Deutschland explodieren analog zu target2, ELA, LOTR, EFSF, ESM und damit gibt es sehr einflussreiche Leute die nichts weniger wollen, als eine inhaltliche Änderung.
        Das Kapital wurde bisher vollkommen aussen vor gelassen. Eingestellt wurden nur die Sozialtransfers.
        Die Konzentration auf die Banken ist entspannend, aber Banker sind Dienstleister. Spitzenbanker sind Schauspieler, die ihre Rolle dem Drehbuch der Regie entnehmen.
        Die treibenden Kräfte versuchen Fakten zu schaffen, die eine Krise überstehen. Man geht so ein Risiko nur ein wenn man massiven Gewinn und Absicherung der eigenen Position über Jahrzehnte erwartet.
        Die Schalachten auf die es ankommt, werden beim Rechtewesen, der Rechteverwertung und dem geistigen Eigentum geschlagen.
        Die Finanzkrise, so schlimm sie auch ist, stellt nur die Kulisse dar. Das Spiel läuft hinter der Bühne, bzw. ist zum großen Teil bereits gelaufen, denn die relevanten, weltweiten Gesetze sind zum Großteil durch.
        Kurz gesagt, wird die ganze Welt um ihr gesellschaftliches, kulturelles und geschichtliches Erbe betrogen und kommende Ideen, Entwicklungen und Forschungen werden enteignet.
        Eigentümer sind immer die Verwerter, Auftraggeber oder Geldgeber.
        In ansehbarer Zeit, werden wir wahrscheinlich für die Nutzung der Buchstaben eine pauschale Abgabe zahlen, weil auch dieses geistige Eigentum in privatem Besitz ist und vom Staat geschützt wird.
        “Es gibt kein Recht auf Veröffendlichung …..” wird einer der wichtigsten Rechtsgrundsätze unserer Welt sein.

        • Holly01 - 25. März 2012

          260€ für ein gebrauchtes Buch? Peanuts ….

  • Andres Müller - 23. März 2012

    Griechenland wird geopfert. Die Katze ist aus dem Sack!

    Europa Chef von Goldman Sachs -ähh EZB Chef Mario Draghi sagte gemäss Wallstreet Journal:

    “Die Krise habe gezeigt, dass das vielgepriesene europäische Sozialstaatsmodell ausgedient habe.”
    http://www.wallstreetjournal.de/article/SB10001424052970203960804577241072437312152.html

    ……………………………..

    • Querschuss - 23. März 2012

      Hallo Andreas Müller,
      bitte Formulierungen verwenden die den Blog nicht unnötig gefährden, ansonsten werden sie wie in diesem Fall mit ………….. ersetzt. Gewalt ist kein akzeptables Mittel zur Lösung der Probleme und davon distanziere ich mich ausdrücklich.

      Gruß Steffen

      • Andres Müller - 23. März 2012

        @Querschüsse -dies ist ihr Blog und ich werde mich daran ausrichten.

  • Michael - 23. März 2012

    Der haircut war das vorläufige Ende der Griechen. Ihre Zukunft heißt Drachme. Wenn andere PIGS auch geschlachtet werden wollen, ihr Problem. Haircut muß Schluß mit lustig heißen. Ungeachtet dessen scheint der Wechselkurs €/$ die € – PIGS – Probleme deutlich zu verschärfen. Natürlich nicht für Deutschland, für den “Rest” der €urozone schon.

  • dank - 24. März 2012

    Knacksende Lautsprecher und der Teleschirm geht an:

    Bald werden wir 150% Produktionsrate in allen Betrieben erreicht haben – unser Sieg über die gemeinen und imperialistischen ozeanischen Truppen ist ganz Nahe, Brüder und Schwestern. Die Optimierung in Minitax (Ministerium für bessere und sozial gerechtere Steuern) in Zusammenarbeit mit Miniwahr (Ministerium für Wahrheit) scheint fast abgeschlossen und kann schon bald ihren erfolgreichen Siegeszug antreten.
    Viele von Euch haben schon lange darauf gewartet und wir werden ein weiteres Mal beweisen, wie viel mehr dieses Land, unser Eurasien, geben kann. Zusätzlich geben wir bekannt, dass der Große Bruder sich gezwungen fühlt im Großen Vaterländischen Finanzkrieg seine größten Waffen erneut ein zu setzten und diese nicht schweigen zu lassen, wenn die Truppen Ozeaniens nicht endlich unsere finanziellen Interessen anerkennen. Diese Waffen wurden bereits zwei Mal auf die Unterdrücker abgefeuert und wir zögern nicht diese auch ein weiteres Mal zu benutzen, wenn uns der erbarmungslose Feind keine andere Möglichkeit lässt.
    Auch der Feind hat seine großen vernichterischen Geldfluten über uns hereinbrechen lassen, doch wir können mit Stolz geschwellter Brust bekannt geben, das es keine nennenswerten Opfer gab. Es erreichen uns immer wieder, anderslautende Berichte, dass unsere Produktion rückläufig wäre, aber wie ihr, die ihr alle täglich in unseren Produktionsstätten zum Wohle des Volkes arbeitet, wisst, entspricht dies nicht der Wahrheit. Sollte Euch eine Person, die solche Aussagen von sich gibt, niederschreibt, verbreitet oder unterstützt bekannt sein – so helft uns seinen Namen zu kennen und ihr zu helfen die Wahrheit zu erkennen.
    Wir sind auf dem besten Wege nun endlich nach all den schweren Stunden unsere Oberhand dazu zu nutzen in letzten Kraftanstrengungen ein für alle Mal klar zu stellen, dass wir mit Hilfe des Große Bruders, die Ohnmacht des Feindes ausnutzend, nicht eher ruhen werden, bis wir erfolgreich über unsere Widersacher triumphieren.
    Wir, die wir weder Not noch Elend kennen, werden den Sieg davon tragen!

    Sie wünschen weiter Informationen – read more:
    http://www.n-tv.de/wirtschaft/Mit-Griechenland-geht-es-voran-article5848341.html
    (Es heißt immer nur “will”, “wird”, “ist geplant” “scheint” …)

  • Kai Lindemann - 27. März 2012

    Diese Entwicklungen sind zwangsläufig. Wir sehen jetzt die Resultate der Sparpolitik, die im letzten Jahr schon bemängelt wurden: http://www.gegenblende.de/12-2011/++co++58da907a-105b-11e1-4f63-001ec9b03e44

    • dank - 27. März 2012

      Danke – solche Reporte sind schockierend, aber auch wichtig – wenn auch schon älter; aber es wurde ja auch nicht besser.
      Und ich teile die Einschätzung von Frau Zoe Lanara, dass der Neofinanzkapitalismus im Erfolgsfall (nicht für das Land, sondern für das investierte Kapital) dieses perverse Modell auch an anderen Ländern durchexerzieren wird.
      Warum sollte nach einem Erfolg nicht an anderer Stelle wieder Geld abgeschöpft werden?
      Gibt es einen Punkt der dagegen spricht, dass nicht weiter so vorgegangen wird?
      Gibt es einen Politiker der mit Rückgrat droht, dass der Finanz sofort politisch oder gesetzlich Einhalt geboten wird?
      Nein – und sie werden so weiter verfahren… :-(