Griechenland: Daten vom Bausektor

von am 21. Mai 2012 in Allgemein

Um die Dimension des wirtschaftlichen Niedergangs in Griechenland zu ermessen, ist auch ein Blick auf das Baugewerbe und die damit in Zusammenhang stehende Zementproduktion aufschlussreich. Dies zeigt ganz klar, Griechenland hat nahezu kein Geschäftsmodell mehr, nicht nur die Industrieproduktion ist kollabiert, auch der Einzelhandel, der Finanzsektor und der Bau. Auch der Einbruch beim Bau ist gravierend und lässt die negativen Rückkopplungen auf den Arbeitsmarkt, Steuereinnahmen usw. erahnen.

Die Entwicklung der griechischen Zementproduktion seit Januar 1998 im Chart. Im Februar 2012 betrug der Ausstoß der Zementproduktion nur noch 240’000 Tonnen. Der langfristige monatliche Durchschnitt der Zementproduktion von Januar 1998 bis Dezember 2009 lag bei 1,204 Millionen Tonnen. Der Einbruch zum langfristigen Durchschnitt betrug im Februar 2012 -79,65%. Zum Hoch im Juli 2006 mit 1,520 Millionen Tonnen betrug der Einbruch -83,88%!!

So ein Einbruch ist unvergleichbar und zeigt den Aberwitz der Maßnahmen in Griechenland, die zu einem Zusammenbruch jeglicher wirtschaftlicher Aktivität mutierten und damit die Pleite des Staates und der privaten Wirtschaftssektoren garantieren!

Die Daten zum Output des Baugewerbes zeigen einen ähnlichen Verlauf:

Die Entwicklung des saisonbereinigten Produktionsindex des Baugewerbes, der das Volumen des Ausstoßes im Baugewerbes anzeigt. Zuletzt im 4. Quartal 2012 sank der Produktionsindex auf 42,00 Indexpunkte, zum Hoch im Q4 2002 mit 209,76 Indexpunkten betrug der Einbruch brachiale -79,98%!!

Die Daten vom Baugewerbe und von der Zementproduktion reihen sich nahtlos ein, in die anderen hier seit über 2 Jahren präsentierten Daten, eines unvergleichbaren Zusammenbruchs einer Volkswirtschaft, der unnötig mit aberwitzigen Sparprogrammen in die Vollendung gebracht wird.

Reloaded: Querschuesse.de/Griechenland

Quelle Daten: Bankofgreece.gr/BULLETIN OF CONJUNCTURAL INDICATORS, Eurostat.ec.europa.eu/Datenbank

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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49 KommentareKommentieren

  • M.E. - 21. Mai 2012

    Einziger Trost: die Null-Linie bei Bauleistungen und Zementproduktion ist bald erreicht.
    Von da an geht es erfahrungsgemäß nicht weiter bergab.

    Was bleibt einem noch Anderes als Sarkasmus?

  • M.E. - 21. Mai 2012

    Auch der einzige Wirtschftssektor, der noch Potenzial haben KÖNNTE, meldet einen drastischen Einbruch:

    http://www.spiegel.de/reise/europa/tourismusbranche-griechenland-buchungen-brechen-um-50-prozent-ein-a-834135.html

    • Appaloosa - 21. Mai 2012

      Die Hoffnung Tourismus hat auch noch Spanien? Wie sieht es dort aus?

    • Alex - 21. Mai 2012

      Was auch ganz klar ist. Nicht nur, dass die urlaubsfreudigen Deutschen eher mehr für Sprit ausgeben müssen, und deswegen weniger Geld für den Urlaub haben, nein, durch die Pleite und den damit steigenden anderen Kosten wird ja zusätzlich das Geld aus der Tasche gezogen.

      1 Tsd pro Jahr mehr für Benzin
      1 Tsd pro Jahr mehr für die Krankenversicherung.

      Das sind 2 Tausend weniger, um Urlaub zu machen.

      • Petra Zitzl-Dumont - 22. Mai 2012

        “1 Tsd pro Jahr mehr für Benzin”

        Was fährst Du denn bitte? Einen Panzer? Oder sind die Benzinpreise jetzt auf 10 Euro gestiegen und ich hab gar nix gemerkt?

        “1 Tsd pro Jahr mehr für die Krankenversicherung”

        Aus der Erhöhung der Krankenversicherung um 1000 Euro im Jahr kann man wohl schließen daß Du recht gut verdienst und wahrscheinlich wirklich einen Panzer fährst, weil Du es die leisten kannst. :)

        2000 weniger um Urlaub zu machen…
        Also bei dem zugrundeliegenden Einkommen und den Ausgaben der fiktiven Person, die sich aus deinen Zahlen folgern lassen, dürften 2000 Euro gerade mal die Kosten für die Toilettenfrau im Luxusspa decken.

        • Markt - 22. Mai 2012

          ?????
          Er gehört zu den “Großverdienern” Brutto größer 50.000,- € , vermutlich Privatversichert, mit einer Fahrleistung von ca. 35.000,- km Jährlich. Also zu den LEISTUNGSTRÄGERN.

          @ alex
          ich wünsche Dir natürlich das du weit über der genannten Summe liegst. Aber ab diesen Angaben trifft das Profil zu.

    • HaPennyBacon - 21. Mai 2012

      Man kann es auch anders sehen. Wenn man z.B. an Deutschland denkt, dann haben die einen so viel Geld, das sie gleich den großen Turn machen können und die anderen urlauben auf Balkonien. Wer will sich schon gerne zubetonierte Ghettos in Griechenland oder Spanien mit ständig besoffenen Briten oder Russen teilen?

  • Lothar - 21. Mai 2012

    Auch die Touristenbranche ist laut Spiegel in den letzten Wochen um 50% eingebrochen

    http://www.spiegel.de/reise/europa/tourismusbranche-griechenland-buchungen-brechen-um-50-prozent-ein-a-834135.html

    Da bleibt nichts uebrig, das ist verbrannte Erde Politik.

  • Rabbu - 21. Mai 2012

    Logisch, letztens wurde auch bekannt gegeben, dass die Reisen nach Griechenland um 30% abnahmen. Jetzt haben die ihre ganzen (unbezahlten) Hotels, in die keiner mehr kommt und die zusätzlich noch eine Immobilienblase sind. Wer da noch alles drinhängt, mag man sich gar nicht ausmalen.

  • hunsrückbauer - 21. Mai 2012

    das ist politisch vom Kapital gewollt. Es spült über den Umweg Austerität im Heimatland, preiswerte hochqualifizierte Human Ressources nach D um den demoskopisch bedingten Arbeitskräfterückgang für noch weniger Geld aufzufangen. Es ist eine “Gastarbeiterwelle”, die hiermit in Gang gesetzt wird und die auf Kosten der Heimatflüchtlinge und deutschen Arbeitnehmer und Rentner voran getrieben wird.
    Dumm nur, dass Arbeitnehmer und Rentner vorwiegend die Murkselpartei wählen, statt ihr Hirn beim X-voting einzuschalten.

    • HaPennyBacon - 21. Mai 2012

      Wo ist da jetzt das Problem das der Bevölkerungsrückgang durch “Importe” gebremst wird? Für Deutschland sehe ich da keines da wir ohnehin schon seit 2 Jahrzehnten effektives Lohndumping haben. Für die “Geberländer” ist es auch nicht weiter schlimm da sie nicht Willens sind der eigenen Jugend eine Zukunft zu bieten. So richtig attraktiv ist Deutschland aber auch nicht. Das Umfeld mit immer mehr Sozialabbau sowie die ausländerfeindlichen Brüll- und Pöbelmedien, sorgt nicht gerade für übermäßigen Zulauf hier.
      Übrigens, wo sind denn die vielen Millionen von Gastarbeitern aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik und Ungarn, die seit dem 1. Mai 2011 hier angeblich aufschlagen sollten, nun geblieben?

      • Frank Bell - 21. Mai 2012

        Gastarbeiter aus Estland, Lettland, Litauen:

        Die sind auf den Flughäfen und machen die “Security”. Sind halt schön billig und arbeitswillig.

  • Ed - 21. Mai 2012

    Das wird richtig teuer – egal wie man es dreht oder wendet !
    One of the key additional reasons that much of what has been written has been “nonsense” is that few have stopped to think about what the real cost to core Europe would be of a Greek default (see below)
    Now according to estimates by Commerzbank analyst Christoph Weil, between loans and bond purchases Greece owes a total of €194bn, which breaks down into €22bn owed to the IMF, €53bn to Euro Area countries, €74bn to the EFSF and €45bn to the ECB. On top of this there are Target2 liabilities of the Greek central bank vis-à-vis the ECB – and indirectly to the German banks – to the tune of €104bn.
    http://www.economonitor.com/edwardhugh/2012/05/20/can-this-really-be-europe-we-are-talking-about/

  • Nepumuk - 21. Mai 2012

    Tagchen,

    ich wollte mal einen Link in der Runde werfen.

    http://www.cashkurs.com/Detailansicht.80.0.html?&cHash=a226876824&tx_t3blog_pi1%5BdaxBlogList%5D%5BshowUid%5D=11952

    Nepumuk

  • dank - 21. Mai 2012

    “Mr. DAX” Dirk Müller – Das ganze Interview (17.05.2012) ORF III ~ 67 Minz

    http://www.youtube.com/watch?v=WTW49tr-mNE

  • Grummel - 21. Mai 2012

    Hmmm .. kann man eigentlich nur noch drauf warten bis Krisenprofiteure alles was bis dahin noch existiert aufkaufen.
    Wenn die Griechen nicht schon vorher von den Gläubigern enteignet wurden…

    Ist der Gedankengang
    “Bankenkrise” – Staat gibt “Banken” Geld das er von “Banken” leiht – Saatskrise – “Banken” kaufen Staat mit Geld das sie vorher bekommen haben ….

    abwegig?

    Machtübernahme mal anders … Weniger Staat, mehr “Markt” (mal abseits der allgemeinen Definition, wer ist der Markt?)

  • Michael S. - 21. Mai 2012

    Drachme ja oder nein…

    Als Argentinien die Dollarbindung aufgab und wieder eine “eigene Währung hatte”

    http://www.zerohedge.com/news/mourning-after-argentina-greek-side-why-imf-holding-it-hostage

    Man sehe die Grafik Industrie Produktion!

    http://de.wikipedia.org/wiki/Argentinien-Krise

    Wie es dazu kam

    http://www.indexmundi.com/de/argentinien/wirtschaft_profil.html

    Neuere Daten

    Gruß Michael S.

  • Michael - 21. Mai 2012

    Es wäre vielleicht hilfreich die Zeitreihe bis 1995 zurückzudatieren, um zu zeigen, wo die wirklich herkamen. Die haben ja jährlich allein 10 Mrd. € Strukturhilfe verbetoniert. Normalerweise läge ihre eigene wirtschaftliche Kapazität auf dem Niveau vor dem Beschluß zur Euroeinführung. ca. 1995. Dürfte aber schwer sein diese Zahlen zu kriegen.

    • Querschuss - 21. Mai 2012

      Hallo Michael,
      Eurostat bietet leider keine längere Datenreihe beim Produktionsindex des Baugewerbes.

      Ich glaube aber nicht das deine These schlüssig ist. Die Zementproduktion zeigt anderes, sie betrug 1995 13,111 Millionen Tonnen, 1996: 13,556 Millionen, 1997: 13,827 Mio. 1998: 14,180 Mio. Tonnen ……. verlief dann immer stabil bei 14-15 Millionen Tonnen, brach dann 2009 auf 10,978 Mio. Tonnen ein, 2010: 9,421 Mio. Tonnen und 2011 dann auf 5,861 Millionen Tonnen.

      Gruß Steffen

  • Bernd Rickert - 21. Mai 2012

    Dann müssen nur noch die Schmarotzer mitsamt der hochgerüsteten Exekutive verschwinden und in Griechenland ist Raum für ein Wirtschaftswunder, vorausgesetzt dem Euro wird eine Abfuhr erteilt.

  • unglaublich - 21. Mai 2012

    Lass uns doch mal Klartext reden..

    Weder ich als Familienvater mit 5000 Euro Kapital zum freien Anlegen würde nur einen einzigen Cent in Griechenland anlegen, noch als weltgrößter Kapitalverwalter von mir anvertrauten Gelder würde das mir anvertraute Geld in dieses Land investieren.

    In beiden Fällen habe ich Verantwortung, in einem Fall meiner Familie gegenüber, in anderem Fall meiner mir anvertrautem Gelder gegenüber.
    Als hochspekulative Beimischung ja, nur mit Rücksprache mit den Investoren, aber nicht als das, was man eine gesunde, langfristige Investition nennt.

    Hier greift das Problem an sich, ob Griechenland ND, PK, Syriza wählt, ist uninteressant.
    Niemand der Parteien wird Vertrauen der Anleger genießen.

    Es geht um Vertrauen, um sonst nichts.

    • Wolfgang Waldner - 21. Mai 2012

      Was soll denn bitte in Griechenland investiert werden?

      Neue Zementwerke? Baumaschinen? Zusätzliche Hotels?

      Griechenland soll endlich seine Reichen besteuern und den Armen ein soziales Netz aufbauen. Sonst nützt auch ein Ausstieg aus dem Euro nichts.

      Unter der Verarmung der Bevölkerung leidet auch der Tourismus, weil die Kriminalität steigt und die Menschen ihren Frust an den Fremden auslassen werden.

      • Presto - 21. Mai 2012

        Das dachte ich auch gerade. Dieser Dominoeffekt stellt sich dann ein.

        Goldman-Sucks hatte diese Regierung in Sachen Bilanzschönigung beraten – am Ende lachte GS und die Griechen standen dumm da.

        Eine solide Grundlage um darauf aufzubauen ist der Anfang. Klarheit, Übersicht und Augenmass sind wichtig. Mit leeren Versprechnungen und ewigen Sparmassnahmen wird das nie was. Ein Volk braucht Hoffnung und Zukunft – ich denke dabei an den QS Artikel Gegenüberstellung FR und BRD von heute. Sehr interessant und lehrreich.

    • Querschuss - 21. Mai 2012

      Hallo unglaublich,
      zum Klartext, dies muss nicht endlos gelten und wenn es so wäre, umso mehr ein Grund das Griechenland den Euro verlässt und spätestens bei einer 80%-igen Abwertung fließen auch wieder Investitionen, der Tourismus boomt und das eine oder andere Hotel wird neu gebaut oder renoviert, demzufolge braucht man auch Zement und Bauarbeiter.

      Gruß Steffen

    • Michael - 21. Mai 2012

      Nach dem haircut investiert dort die nächsten 20 Jahre niemand mehr. 20 Jahre, weil die derzeitige Finanzergeneration in Banken und Versicherungen im Schnitt noch 20 Arbeitsjahre vor sich haben. Die vergessen und verzeihen den Glatzenschnitt ihr Leben lang nicht. Nur die Steuerzahler der unfreiwilligen Bruderländer werden dort zur Kasse gebeten. Mit der Drachme wären die Aussichten Griechenlands wahrscheinlich noch schlimmer, als dieses 20 – jährige Siechtum. Denn die Grenzen des Schengen-Raumes würden sich wohl verschieben.

      • Aki - 22. Mai 2012

        Es wird sofort nach dem Haircut investiert. Denn das Geld zum Investieren ist ja vorhanden. Es wurde, wie wir an den Target2 Salden sehen, außer Landes geschafft und kann natürlich gewinnbringend eingesetzt werden, wenn der Nullpunkt erreicht wurde. Das Problem der Banker ist wohl eher, dass ein Aufschwung nach einem Haircut ein problematisches Beispiel für die anderen Länder mit Schuldenproblemen wäre.

    • Lothar - 21. Mai 2012

      “Als hochspekulative Beimischung ja, nur mit Rücksprache mit den Investoren, aber nicht als das, was man eine gesunde, langfristige Investition nennt.”

      Langfristige Investition? Wer macht denn das von den Finanzhaien noch – niemand. Da wird nur auf max 2 Jahre geschaut , alle langfristigen Gueter wie Immobilien sind doch sowieso immer noch als CDS gebuendelt und weiterverkauft innerhalb kurzer Zeit.

      Und mit drastischer Abwertung und schuldenfrei ist Griechenland wieder ein idealer Ort zum aufschulden, genauso wie man in den USA nach einem privaten Involvenzverfahren wieder am einfachsten zu Geld kommen kann da dann ja garantiert fuer 7 weitere Jahre kein neuer Default kommt. Und Argentinien macht ja auch weiter gute Geschaefte.

      Und es gilt ja auch weiterhin. Es gibt gar nicht soviele Anlagemoeglichkeiten, daher werden sie sich auch auf die Griechen stuerzen, sobald ein Tal der Umstrukturierung (so 1-2 Jahre) durchschritten ist.

    • Georg Trappe: - 22. Mai 2012

      Um das Vertrauen derjenigen, die das land zuvor ausgepluendert haben?
      Das Vertrauen der griechischen Patrioten, die schaetzungsweise 200 Mrd Euro auf schweizer Konten haben?
      Das Vertrauen einer dekadenten bis morbiden Oberschicht?
      Das Vertrauen Wahnsinniger, die einer Ideologie namens Neoliberalismus folgend, nicht nur das Projekt Europa sondern die Welt an die wand fahren?

      Denken Sie bitte mal nach sie Familienvater. Ihre Kinder waeren Ihnen sicher dankbar, wenn bei dem Versuch was mehr heraus kaeme als der verweis auf eine Verantwortung, die weder ihre Kinder noch Sie zu tragen haben, sondern diejenigen, die diesen Irrsinn von Marktfundamentalismus in Gang gesetzt haben.

      Sapere Aude!
      Georg Trappe

  • unglaublich - 21. Mai 2012

    Hallo Querschuss,

    nichts muß endlos gelten, und ja ich stimme dir zu, die Rückkehr zu einer neuen Währung kann das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen.

    Im Grunde genommen ist es doch so, daß der Deckmantel des Euro die eigentliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes kaschiert, früher spiegelte doch der Wechselkurs zur Lira, Pesos, Drachme zur D-Mark die relative Leistungsfähigkeit wieder und jeder Anleger hat sein eigenes Portfolio hinsichtlich Risiko und Zinserwartung gemixt.

    Diese Information fehlt heute.

    Die ureigenste Leistungsfähigkeit – im Ausdruck eines Wechselkurse – wird nicht nur unter dem Korsett einer Einheitswährung verwässert, sondern auch noch politisch ideologisch durch die EZB, ESM usw forciert.

    Somit kann niemand mehr beurteilen, sind Deutschlands Zinsen tatsächlich zu niedrig und Italiens zu hoch?

    Wie und nach was soll denn der Anleger noch entscheiden ?

  • Presto - 21. Mai 2012

    Nachtrag zum Hinweis “Gelddrucken für GR” des uk reuters: http://uk.reuters.com/article/2012/05/18/uk-delarue-greece-idUKBRE84H0DH20120518

    Sicherlich ist abzuwarten, ob das Szenario eintritt.

  • Erich - 22. Mai 2012

    Es bsteht ja auch immer noch die Frage nach der Effizienz unserer Hilfen (Steuergelder). Wenn man sich die Zahlen für 2011 ansieht, dann beliefen sich 2011 die Hilfen für auf etwa 47 Mrd Euro (Haushaltsdefizit + Target2). Dabei sind die Kosten für die direkten EU Projekte noch gar nicht dabei. Das wären also pro Nase 4000 bis 5000 Euro.

    Nur was kam da wirklich an, vermutlich nur ein verschwindend kleiner Bruchteil. Das meiste Geld ersetzte nur private Kredite durch öffentliche, und diente der Finanzierung von Fluchtgeldern. Ich fürchte innerhalb des Eurosystems lässt sich dies auch gar nicht ändern. Euroscheine kann jeder exportieren.

    Meiner Ansicht nach wären wirkliche Hilfen (Lebensmittel, Medikamente, Geld für Öl, etc) nach einer Einführung der Drachme leichter und effizienter, vor allem für uns Steuerzahler.

    • Erich - 22. Mai 2012

      bezog mich auf die Hilfen für Griechenland

  • Querschuss - 22. Mai 2012

    Hallo Michael,
    für mich nicht wirklich überraschend, auch die Zementproduktion ist wie die gesamte Industrieproduktion komplett abgestürzt.

    Hier der Chart mit den Jahresdaten der Hellenic Cement Industry Association, leider nur als Chart, ohne detaillierte Daten:
    http://www.hcia.gr/7a.html

    Im Jahr 2011 mit 5,8 Millionen Tonnen Zement lag der Output auf dem Niveau von 1971. Brisant hiebei, Zement ist eines der wichtigsten Exportgüter Griechenlands und die Austerität schlägt also anscheinend nicht nur negativ auf die binnenorientierte Industrie durch, sonden auch auf exportorientierte Teile der Industrie.

    Gruß Steffen

    • HaPennyBacon - 22. Mai 2012

      Die Zementproduktion verschlingt einiges an Energie. Davon hat Griechenland bekanntlich sehr wenig bzw. man importiert(e) selbige. Hatten die nicht auch mal ne gut laufende Aluminiumindustrie? Die braucht doch auch Unmengen an Energie. Jedenfalls, auf Pump gibt es weder Öl noch Gas und somit dürfte die Zementindustrie auch noch ne Weile darben.

      • Querschuss - 22. Mai 2012

        Hallo HaPennyBacon,
        das Problem ist wohl nicht richtig beschrieben, denn man kann davon ausgehen, das der erzielte Preis für den exportierten Zement die Energiekosten einspielt. Wenn dann ist das Problem der brutal weggebrochene Binnenmarkt oder akute Schwierigkeiten mit der Vorfinanzierung der Produktion in Folge der zurückhaltenden Kreditvergabe der griechischen Banken. Und wie überall auf der Welt wird auch die Masse der Zementproduktion vorfinanziert sein.

        Gruß Steffen

  • josh harren - 22. Mai 2012

    es wird ja langsam besser; hab nur 1x austerität gelesen.
    weiter so!

    • Querschuss - 22. Mai 2012

      Hallo Josh,
      brauchst doch nicht mitlesen, gibt doch auch TINA-konforme Jubelmeldungen im Internet. Jedem das seine!

      Gruß Steffen

  • Bubblegum - 22. Mai 2012

    @ Lothar

    “alle langfristigen Gueter wie Immobilien sind doch sowieso immer noch als CDS gebuendelt und weiterverkauft innerhalb kurzer Zeit.”

    Ich denke Sie meinten MBO bzw. CDO! Nur Forderungsrechte lassen sich bündeln!
    CDS selber haben mehr Versicherungscharakter, weil sie der Gruppe der SWAP-Geschäfte zurechenbar sind!

    Viele Grüße Bubblegum

  • Thomas Sondowski - 22. Mai 2012

    Mit dem bedingungsloses Grundeinkommen hätten wir endlich das Wirtschaftsmodell das wir schon lange haben sollten, gemäß VWL/BWL Logik.

    Hier sauber nachgewiesen:

    http://www.global-change-2009.com/blog/arbeitsmarktgleichgewicht-in-abhangigkeit-vom-sozialsystem/2010/06/

    • Frank Bell - 22. Mai 2012

      1. Hätten wir bedingungsloses Grundeinkommen, würde sämtliche Preise so stark erhöht werden, dass die Empfänger dieses Einkommens nichts mehr kaufen könnten, so meine Befürchtung.

      2. Die Industrie, oder besser, das (Gross-)Kapital, also die da oben, werden es sich NIEMALS bieten lassen, dass es eine Art Gleichheit zwischen Anbietern von Arbeitskraft und Anbietern von Arbeitsplatz herrscht.
      Denn dann könnte man einfach gehen, wenn der Chef korrupt oder frech oder anti-sozial ist.

  • Harald E - 22. Mai 2012

    Ha !!!!!
    Gerettet.

    Der G€URO soll’s richten.

    http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/griechenland-deutsche-bank-schlaegt-geuro-als-zweitwaehrung-vor/6658160.html

    Finanzmechanisch überlegenswert, wird’s in der Praxis doch wieder ein “Rendite aus Luft”-Geschäftsmodell für Investmentzocker und GR ist keinen Schritt weiter. Zumal der Vorschlag von Hirnakrobaten der DB kommt.

    ….das erzeugt bei mir immer Beißreflexe ;-)

    • HaPennyBacon - 22. Mai 2012

      Hauptsache ein paar wichtige Leute in teuren Anzügen(und natürlich Hosenanzügen) garantieren für die Schuldscheine. In einer Welt, wo nur noch der Glaube und die Fantasie regieren, muss man sich über solche Sachen nicht aufregen. Wer etwas ändern will, der sollte erst einmal daran denken wen er unterstützt wenn er bestimmte Zahlungsmittel wählt. Das gilt übrigens nicht nur für Papiergeld sondern auch für die angeblich so tollen Edelmetalle. Über letztere üben nämlich noch weniger Leute die Kontrolle aus als über die so geschmähten Papierschnipsel.

  • josh - 22. Mai 2012

    es gibt kein rot schwarz grün gelb mehr, wer das glaubt ist sowas von 1980. deshalb sind deine aussagen auch genauso wenig richtig wie die aussagen der gegenteiligen(konservativen) seite.
    reine austerität ist nix aber ohne austerität ist alles nix.
    investier doch dein geld in griechenland?! achso du hast keins, oder aber wenns ums eigene geld geht interessiert die eigene rede nicht mehr?
    anscheinend vergessen hier einige schnell wies aussähe wenn gr keine hilfe aus im besonderen deutschland erhalten hätte.

    vg

    • Querschuss - 22. Mai 2012

      @josh,
      gähn, auch dein Geld als Steuerzahler wird investiert, für die Bailouts der Gläubiger, als die Verschiebung der Risiken von den Privaten (zuvordest Banken), hin zu den öffentlichen Händen und aktuell gerade zur Rekapitalisierung der griechischen Banken. Nur daraus resultiert kein Fortschritt in Richtung Schuldentragfähigkeit, die erzielt man nur, wenn man die aufgebaute Schuldenpyramide oder wenigstens Teile davon mit wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit unterlegt. Und genau hier wurde noch weniger wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erzielt.

      “reine austerität ist nix aber ohne austerität ist alles nix” … ich habe nie was anderes behauptet, sicher muss man sparen, wenn es geht vor allem dort wo es sinnvoll ist und nicht dort wo die negativen Effekte auf Wachstum und Beschäftigung ein Eigentor generieren.

      “investier doch dein geld in griechenland?!” …Mit den Target2 Verbindlichkeiten, dem EZB-Anteil an aufgekauften Staatsanleihen, die ELAs, die Kreditgewährung der griechischen Zentralbank und den Engagements der Banken der Eurozone in Griechenland stehen bereits 500 bis 700 Mrd. Euro an Forderungen im Feuer, primär in den öffentlichen Händen. Ergo sollten diese primär Interesse daran haben das der Schuldner nicht kollabiert, sondern zu einer Leistungsfähigkeit gelangt, die wenigstens Teile der Summen auf lange Sicht abtragbar machen. Meine Penunsen spielen in dem Kontext überhaupt keine Rolle, würden einer griechischen Firma die zur Abwicklung eines Auftrages eine Vorfinanzierung braucht nicht helfen, dafür gibt es in einer Volkswirtschaft Banken, die müssen diese Aufgabe übernehmen, genau deswegen werden diese ja angeblich auch vom Eurosystem mit Liquidität geflutet. Du versuchst hier volkswirtschaftliche Dinge auf die private Ebene zu verschieben, dies zeugt von wenig Sachkenntnis bzw. überschätzt meine Möglichkeiten als potentieller Investor grandios.

      “anscheinend vergessen hier einige schnell wies aussähe wenn gr keine hilfe aus im besonderen deutschland erhalten hätte.” …Meinst du die Hilfen die dazu verwendet wurden die privaten Gläubiger freizuhauen, genialer Trick dies als Hilfen für Griechenland und gar für die Menschen dort zu verkaufen, gibt genug die darauf reinfallen, siehe Josh.

      Gruß Steffen

      • dank - 22. Mai 2012

        “Meinst du die Hilfen die dazu verwendet wurden die privaten Gläubiger freizuhauen, genialer Trick dies als Hilfen für Griechenland und gar für die Menschen dort zu verkaufen,…”

        Danke fürs so direkte schreiben dieses Umstandes. Was die Verständigung der Bevölkerungen untereinander betrifft, hat das schon zu viel mehr als nur zu Missverständnissen geführt. Und die Acker- und Goldmen der Welt lächeln (müde) darüber, wie einfach es doch wieder geht, das gemeine Fußvolk gegeneinander zu hetzen, um immer schön weiter Kasse zu machen. Viele in D glauben, dass diese “Hilfen” an die Griechen (die Bevölkerung) selbst gingen – nein, davon kam kein Cent an, sondern es floß schön sauber alles dem Großkapital und “grauen” Kanälen zu. Und dieser Umstand will nicht wahrgenommen werden. Die wenigsten Bürgen Ds wissen, dass es so läuft und es interessiert auch nicht, weil Angst vor der Ohnmacht herrscht, das zu erkennen.

        Grüße&
        dank

        • Frank Bell - 22. Mai 2012

          Den Herrn Ackermann, der den Aktienwert der Deutschen Bank halbierte, kann man doch nicht mehr ernst nehmen! Jeder normale Arbeiter hätte dafür einen Tritt in den Hintern bekommen – nur die Aktionäre der Deutschen Bank fanden dies gut.

          Was für ein Voll-(…) – und die Aktionäre ebenfalls.

          • dank - 22. Mai 2012

            Hallo Frank Bell,

            leider ist so, dass selbst Leute, die nicht Ernst genommen werden können, zu oft mit sehr viel Geld und auch Menschenleben hantieren und dann eher zum fürchten sind, weil deren Entscheidungen zig-tausende ins Elend stürzen (können). Da kommen dann so Fragen hoch wie: Warum hat den dessen Papa nur auf die Schule geschickt.
            Aber wer weiß schon so genau, ob nicht mit Infizierung durchs “Machtgefühl” ein jeder ein wenig gaga wird… Das können nur die sagen, die schon da waren.

            Grüße&
            dank